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Anna Meyer

Zusammenfassung Historische Grundlagen

1. Einheit

Strukturierung des 20. Jahrhunderts


- Weltkriege prägen maßgeblich und geben Ausgangslage für Nachkriegsordnungen

- Nolte (rechts): Periode des europäischen Bürgerkriegs

- Hobsbawm (links): 31jähriger Weltkrieg

1. Weltkrieg
- Ende der großen Empires

- Geburtsstunde Kommunismus&Faschismus

2. Weltkrieg
- Ende Faschismus

- Geburtsstunde bipolare Weltordnung (bis 1991 (einbruch Kommunistmus), seitdem


Weltordnung mit Amerikanischer Führung)

Die 3 Abschnitte des 20. Jahrhunderts Wandel der


- 1914-1945: totaler Krieg
Herrschaftssysteme
- 1945-1991: bipolare Weltordnung

- 1991-2000: Globalisierung unter Führung einer einzigen Weltmacht

- Vor 1914: bis auf 3 Republiken nur Monarchien

- Ab 1918: 13 Republiken& 3 politische Ideologien (Fascismus, Liberalismus,


Kommunismus)

- Ab 1945: 2 Ideologien (Kommunismus, Liberalismus) (Konkrete Äußerung im Kalten Krieg


jedoch friedliche Koexistenz)

- Ab 1991: Ära der Ideologien zu Ende jedoch Kongurrenz mancher religiöser Ideologien mit
westl Liberalismus

Vgl. Heutige Welt&Welt des 20. Jh.


- Damals soziale Gleichheit viel Näher als heute

- Heute viel mehr Menschen

- 20. Jh. Durchbruch des Kommunikativonssektor &gleichzeitig Tötung mehr Menschen mit
staatlicher Duldung als je zuvor

- Heute: Eurozentrisierung hat geendet

- Westliche Zivilisationen wissenschaftlich führend & höchster Lebensstandard

- Heute: Welt als Funktionseinheit (wirtschaftlich gesehen)

18. Jahrhundert
- Wandel zu industrieller Gesellschaft —> Urbanisierung

- Neue Machtstrukturen, veränderte Produkttionsbedingungen, neue Sozialstruktur (Klasse der


Proletarier

19. Jahrhundert
-Bildung von Massenbewegungen (Parteien)

-Beteiligung am gesellschaftlichen Wirken&Reichtum des Proletariats

-Überwiegende Partizipation am Politischen

- Ausformung des Wohlfahrtsstaates

- Auflösung alter Sozial-&Beziehungsstrukturen&der Bindung zwischen Generationen

- Individualisierung

2. Einheit

Der Erste Weltkrieg


- Kriegserklärung August 1914

Anna Meyer
- Erstes Großereignis 20. Jahrhundert

- Erst Einschaltung USA&Japan rechtfertigt Bezeichnung „Weltkrieg“

- D wollte Blitzkrieg und F schnell Schlagen dann erst gegen RUS vorgehen—> Startegie
scheiterte

- Nach 5 Wochen Stellungskrieg an der Marne

- Februar-Juli 1916: Schlacht von Verdun (2Mio beteiligt, 1Mio tot)

- Ostfront:D setzt sich langsam gegen RUS durch, im Balkan fallen Mittelmächte (1918) wegen
Einschalten USA (1917)

Kriegskonstellation
- Mittelmächte: Österreich-Ungarn, Deutschland, Osmanisches Reich

- Auf Seite der Mittelmächte: Burgarien (ab 5.10.1915)

- Entente: Großbritannien, Frankreich, Russland

- Auf Seite der Entente („Aliierte): USA, Japan, Italien (1917); Serbien, Portugal, Griechenland,
Rumänien (Aug.-Dez. 1916)

- Am Krieg nicht beteiligt: Holland, Schweiz, Spanien, Dänemark, Schweden, Norwegen

Kriegsresultate
- Erstes Massensterben

- 1914-1922: Massenweise Flüchtlinge oder Zwangsumgesiedelte (4-5Mio, allein 2Mio aus


Sowjet-Union&Russland)

- Neue Gernzziehungen, Bevölkerungsaustausch

- Erstmals Krieg als „Nullsummenspiel“: entweder totaler Sieg oder totale Niederlage, es ging
nicht nur um Territoriale sondern politische und ökonomische Machtausdehnung —> imperiale
Machtpositionen

- Verlagerung Weltherrschende Position von Europa nach USA

- Zerfall Imperien—> Entstehung zahlreicher Nationalstaaten

- Neues polit. System: Sowjetischer Bolschewismsus

- Friedensverträge von Versailles&Saint Germain —> erfolglose Versuche

Ziele der Friedensverträge


- Verhinderung Ausbreitung Bolschewismus—> „Quarantänegürtel“ um SU; Gründung
Jugoslawien&Tschechoslowakei nur um Slawen zusammenzufassen

- Kontrolle DE, „Kriegsschuldklausel“ als Legitimation, Rezarationszahlungen, Abrüstung, Verlust


Kolonien

- Neue Aufteilung europ. Landkarte nach Woodrow Wilson (ethnisch&linguistisch Begründete


Staaten—> weniger Unruhen) —> alle neuen Staaten antibolschewistisch; Im Nahen Osten
Grenzen nach ehemal. Kolonien

- Versuch stabiler Nachkriegsordnung, Völkerbund—> öffentl. Verhandlung Staatsverträge (USA,


DE, RUS treten Völkerbund nicht bei—> weiterer Krieg absehbar)

3. Einheit

Der Sowjetische Bolschewismus


- Krieg gegen Zaren von Lenin in bolschewistische Herrschaft Kanalisiert—> Forderung: „Brot,
Friede, Land!“

- In wenigen Monaten mehr als 250.000 Bolschewiker (1917)

- Juni 1917: Provisorische Regierung will neue Kriegsoffensive—> Sturm des Winterpalast (kaum
Verletzte)

- Lenin: Bolschewismus kann nur bei Ausdehnung auf ganz Europa erhalten werden

- „Bret-Litowsk“: diktierter Friede an SU, große Gebietsverluste

- Konterrevolutionäre nennen sich „weiße Armee“—> gegen Rote Armee ABER Revolution
überlebt weil: 1.. Kommunistische Partei war das einzige staatsbildende Instrument, das
Rußland als Staat zusammenhalten konnte. 2.Rußland hatte sich als einziges Empire nach WK I
nicht aufgelöst, sondern wurde einfach in ein sozialistisches Imperium transformiert 3. Privater
Landbesitz wurde anfangs nicht enteignet—>Bauern vertrauten (zu Unrecht) den Bolschewiken
mehr als dem Landadel—>letztendlich doch Enteignung der Bauern

Überschwanppen der Revolution auf die ganze Welt


Anna Meyer
- Leninsche Weltrevolution fand nicht statt aber Auswirkungen

- Mexiko-Revolution 1917

- Kubanische Tabakarbeiter bilden Räte

- Bayern und Ungarn kurzzeitig Räterepublik

- Etablierung Bolschewismus in SU

- Mitte 20er: Kein Privatbesitz an Land mehr —> mehrere Mio Menschen verhungern

Spaltung der Arbeiterbewegung in Europa


- Sozialdemokraten stark, Kommunisten schwach

- Deutsch in Zwischenkriegszeit Sprache der Kommunistischen Internationale

Längerfristige Folgen der Revolution für Europa


- Dekolonialisierung

- Faschismusförderung

- Sozialdemokratie als politischer Faktor

- Arbeiterparteien in politisches System eingebunden

- Rettung liberaler Kaputtalismus

- Weltwirtschaftskrise geht an SU vorbei—> Europa überdenkt völligen Kapitalismus

Zusammenfassend: SU in Zwischenkriegszeit Politischer Faktor ohne zu expandieren

4. Einheit

Ökonomische Entwicklungen in der Zwischenkriegszeit


- permanente Krise (kurze Unterbrechung)

Weltwirtschaftskrise
- Ökonomische Auswirkung des WK1 ab Ende der 1920er

- Niemand konnte sich Krise erklären da kapitalistisches Konjunktursystem bisher immer nur
kurze Wellen (7-11) Jahre hatte —>Krise schien System grundsätzlich zu gefährden

- Welthandel stagnierte von 1914-1948 trotz vieler neuer Staaten

- Überproduktionrise war neu

- Selbstkorrektur war nicht abzusehen

- Man versuchte es erfolglos mit den Ideen des Wirtschaftsliberalismus (Keynes Theorien kamen
erst nach WK2 ins Spiel)

Ursachen der Weltwirtschaftskrise


- Nationale Autarkiebestrebung: Jeder Staat wollte eigene Wirtschaft schützen—> Einführung
Schutzzölle beschleunigte Niedergang jedoch nur

- Japan&GB taten alles um Deflation herbeizuführen

- Um Hyperinflation entgegenzuwirken wurde in Deutschland Währung auf ein Millionstel einer


Million entwertet—> Geldwert Praktisch null—> Vermögensverluste—> keine Kaufkraft

Ereignisse von 1929


- USA&D: Industrieproduktion fällt schnell—> Ausbreitung aus andere Bereiche

- Länder die von wenigen Grundstoffen abhängig waren konnten nicht mehr exportieren—>
Ausbreitung der Krise auf globale Ebene

- Hohe Arbeitslosigkeit in Arbeiterklasse (außer Bauern) (1933 35% Arbeitslos), in USA keine
Unterstützung für Arbeitslose, nur faschistisches D kann Krise überwinden (1935 keine
Arbeitslosen mehr in D)

- SU von Krise nicht betroffen, konnte Produktion mit Fünfjahresplänen sogar verdreifachen

Erläuterung zweier entscheidender Faktoren als Auslöser für den Zusammenbruch des
Wirtschaftssystems
- USA: größter Exporteur, zweitgrößter Importeur —>international dominierende
Wirtschaftsmacht, größter Gläubiger, Im-&Exporte fielen—>asymmetrische Entwicklung in
USA&somit der Welt, Rückzug als Global Player&keine Verantwortung für Stabilität der
Weltwirtschaft, 1920-1929 starker Profitanstieg wobei Löhne gleich Blieben —> nur Reiche
Anna Meyer
wurden reicher, Nachfrage konnte mit Produktivität des System nicht mithalten—>
Überproduktion&Börsen-&Immobilienspekulation—>Zusammenbruch Oktober 1929, man hatte
Versucht Nachfrage durch großzügige Verbraucherkredite zu stimulieren —> that backfired!,
man war mit zahlungsunfähigen konfrontiert—> Autoproduktion halbierte sich

- Reparationszahlungen Deutschlands: hierdurch sollte D ökonom. Schwach gehalten werden,


um Zahlung zu bestreiten musste D hohe US-Dollarkredite aufnehmen —> Abhängigkeit—
>Crash in USA reißt alle anderen Staaten mit

Lehren aus der Weltwirtschaftskrise


- deficit spending

- Einrichtung Wohlfahrtsstaat

- Keynes: Staat muss in Krisenzeiten Zinsen senken und Arbeitsplätze schaffen—>Staat muss
Krise aktiv entgegentreten

- Soziale Marktwirtschaft: nicht nur hohe Produktivität und Profite sondern auch staatliche
Vorsorge für Krisenzeiten und gewisse Umverteilung

- Nach 1945: Wirtschaftspolitik zielt nicht mehr nur auf Wirtschaftswachstum sondern auch
Gesellschaftliche und politische Sicherheit ab

5. Einheit

Politische Entwicklung der Zwischenkriegszeit – die Krise der jungen liberalen Demokratien
- Pariser Friedensverträge (1919) haben Gürtel liberaler Demokratie um SU erschaffen—>
Triumph erwies sich als kurzlebig denn Staaten waren eher reaktiv als aktiv, Eliten agierten
primär antikommunistisch(kein Bestreben Demokratie zu stärken)

- 1930er: alle Regierungen bewegen sich nach Rechts, alle Schlüsseldeatten wurden von
Rechten geführt, effektive parlamentarische Regierungsform konnte sich nur im Norden halten,
demokratische Regierungen Ausnahme, totalitäre Regierungen Regelfalll

- Welle des Parlamentarismus folgt in Kürze anderer autoritärer Strom

6. Einheit

Österreich in der Zwischenkriegszeit


- 1910 Ö-U hatte 51 Mio Einwohner

- 1918 Demokratisierungsschub, Einführung Parteiensystem&Existenz politischer Lager


(sozialistisch-kommunistisch (Rätedemokratie) liberal-deutschnational (nationalsozialismus),
christlich-sozial(austrofaschismus))—> Fixierung auf Lager von zentraler Bedeutung, man war
bestrebt nur mit Leuten einigendes Lagers zu verkehren, jeweils anderes Lager wurde als Feind
wahrgenommen mit dem einen nichts verbindet

- Parteien formierten sich schnell als Weltanschauungsparteien—> es geht ums große Ganze
(Totalentwürfe der Gesellschaft und des gesamten Lebens)—> absolut jeder Lebensbereich war
parteipolitisch zuordenbar (Parteien während Erster Republik stabil)

- Lager setzen sich in Zweiter Republik in entschärfter Form fort

- Mitte 80er diffundierten Lager (durch Demokratisierung und Aufbruch althergebrachter


politischer Strukturen& Parteien konnten Patronagefunktion nicht mehr ausüben)

- 2 Optionen nach WK I: Staatenbund mit Nachfolgestaaten der Monarchie (welche dies


ablehnten) oder Angliederung von Deutsch-Österreich an Deutsches Reich—> auf keine
Möglichkeit zurückkgegriffen—> „ungeliebte Republik“

- Nach Ablösung der Monarchie: Zusammenarbeit aller 3 Lager aus Furcht vor bolschewistischer
Revolution

Anschluss an dt. Reich


- nicht möglich weil Friedensvertrag von Saint Germain dies untersagt

- Sozialdemokraten&Deutschnationale hieran interessiert

- Furcht Österreich als Kleinstaat sei wirtschaftlich nicht überlebensfähig


Christlich-Soziale Partei
- Formierung: Anfang 1880er als Gewerbepartei zum Schutz des gewerblichen Mittelstands

- Ziel: antiindustriell&kapitalistisch, Aktivierung eines österreichischen Spezifikums

Anna Meyer
- Antisemitische Einstellung (anfangs als einzige Partei)

- Anfangs sehr ähnlich zu deutschnationalen

- Immer mehr (vor allem urbanisierte) Arbeiter

- Jahrhundertwende: staatstragende Partei mit Betonung auf Christlichkeit

Sozialdemokraten, Kommunisten
- moderner Parteitypus —> klassische Mitgliederpartei

- Zentralestische, gut organisierte Parteistruktur mit professionellen Politikern an der Spitze

- Enge Kooperation von Partei und Gewerkschaften—> Gepräge einer Massenpartei

- Hauptziel: allgemeines, freies, gleiches Wahlrecht

- Kein Fußfassen im ländlichen Bereich wegen Antikerikalismus, konnte keine anderen ethischen
Gruppen als Deutsche für sich begeistern

- Versagen bei Kriegsbeginnnn (stellte sich hinter dt. Reich)

Deutschnationale Partei
- Entstehung Ende 1880er aus christl.-soz. Lager als Antwort auf Formierung des polit.
Katholizismus

- Verbindung zu christl.-soz. Lager nur durch Antisemitismus

- Wollten bei Entstehung der Demokratie entweder Zerschlagung der Monarchie oder Erhaltung
mit wesentlich stärkerer Stellung der Deutschen

- Hochburg: Universitäten—> Bildungs- und Gewerbebürgertum gewinnt an Einfluss

Gebietsverluste&-gewinne
- Verlust Südtirol und Gegend um Karin (Südsteiermark)

- Gewinn Burgenland

„Österreichische Revolution“
- 1918-1920

- Entfeudalisierung, Zerfall alter Hierarchien, Bildung von Selbstschutzverbänden

- Keine Sozialisierung aber Schub in Richtung Sozialpolitik

- Keine Koalition der drei Lager bis 1920—>schärfere Polarisierung

- Politische Lager erhielten nach und nach Gewaltmonopol

- Nach Wahlen: Auflösung große Koalition—> an ihrer Stelle für 10 Jahre „Bürger-&Bauernblock“

- Alle Lager stellen Anspruch auf Anschluss an DE

- Spaltungslinie zwischen Stadt (SD) und Land (CS) verschärfte sich

Ab 1930/31
- Etablierung einer autoritären Herrschaftsform

- Verschränkung polit.&ökonom. Krise

- Sparmaßnahmen (betrafen vor allem Beamte)—> Deutschnationale stehen hinter beamten und
treten aus Koaltion aus—> neue Regierung im Parlament nur 1 Stimme Mehrheit

- Landtagswahlen 1932: NSDAP erreicht erstmal Nennenswerte Erfolge —>


DeutschnationalesLager löst sich hin zum Nationalsozialismus auf (Auch bei CS tiefe
Einschnitte)—> Regierung bekäme bei Neuwahlen keine Mehrheit mehr

- Ab 1933 gewannen Heimwehren immer mehr an Gewicht und wollten Kampf gegen
Sozialdemokratie verschärfen was auch Ziel der Regierung war

- Februar 1934: Durchsuchung Linzer Parteiheim—> Niederschlagung der Februar Aufstände


und Annullierung aller soz-dem. Mandate—> Etablierung des Austrofaschismus

Ausschaltung des Parlaments


- Oberste Priorität: Verhinderung von Parlamentsneuwahlen
- Stellung der Regierung gegenüber Parlament stärken

- 1. Partielle Ausschaltung von Parlament & Regierung: Verlagerung auf Verordnungsweg—> eig
um im Krieg rasch zu handeln und somit Parlament zu umgehen

- 2. Ausschaltung des Parlaments und Errichtung einer autoritären Herrschaft: Präsidenten traten
nach Geschäftsordnungsproblemen zurück —>Parlament formal blockiert—> Staatsstreich auf
Raten von Dollfuß

- Nach Staatsstreich: Regierung selbst übernimmt Gesetzgebung, schrittweise Demontage


HVerfassungsrechtlicher Einrichtungen und systematische Einschränkung politischer
Freiheitsrechte

Anna Meyer
- Nach Ausschaltung des Parlaments Ausschaltung des Verfassungsgerichtshofes (mittels
Verordnung)—> 1933 alle verfassungsrechtlichen Einheiten ausgeschaltet

1. Mai 1934
- Beschluss neuer Verfassung (welcher eig verfassungswildrig war)

- Es wurde versucht Schein von Rechtsstaatlichkeit zu wahren

- Wiedereinberufung des Nationalrates unter Annullierung aller soz-dem Mandate (vrgang


demokratisch jedoch nicht legitim)

- Alle Befugnisse gingen auf Regierung über

Neue Verfassung
- Stärkung der Exekutive

- Gewaltenteilung nahezu aufgehoben da Exekutive&Legislative in Hand der Regierung lagen

- Körperschaften wie Bundestag (fällt Beschluss über von Regierung eingebrachtes Gesetz aber
Mandate konnten nur abstimmen) wurden ins Leben gerufen

- Abschaffung Wahlen

- Schaffung monopolistischer Organisation (Vaterländische Front)

- Einberufung Länderrat&Wirtschaftsrat, Recht auf Einsicht g´jedoch von Regierung unterbunden

- Einführung Todesstrafe und Anhaltelager

- Verfassung trat de facto nie in Kraft da berufsständische Selbstoraganisierung nie umgesetzt


wurde

7. Einheit

1933-1938
- viele rechtsstaatliche Elemente verschwinden im Austrofaschismus aber Rechtsstaat wird nicht
ganz ausgeschaltet

- Kein Politischer Elitentausch&geringer (Um-)Gestaltungswillen der Regierung—> Hauptziel:


Kontinuität

Der Anschluss Österreichs an Deutschland


- Hitler will erst lockere Verbindung (Realunion) deren Oberhaupt er ist (beide Staaten)

- Triumphhaler Empfang in Ö.&völlige Widerstandslosigkeit im Ausland führten zum Anschluss—


> völlig demokr. Abstimmung (April 1933)

- Juli 1934: Hitler beginnt Systematikch polit. Positionen mit österreichischen NS zu besetzen—>
austrofaschistisches System wird von innen immer mehr von Nazis durchsetzt

- Bis 1938 trotz Parteiverbot immer mehr Anhänger seilkatastrophale Lage in Ö und Hitler hat in
DE Arbeitslosigkeit radikal gesenkt

- AnschlussMärz 1939 erzwungen-ersehnt

- Länder wurden zu bloßen Verwaltungssprengeln degradiert, Beamtenpositionen anisemitistisch


und rassistisch gesäubert, Rechtsordnung wurde auf rassistische Grundlage gestellt

- In dt. Rassismus von Anfang an und Führerprinzip auf allen Ebenen (in Ö anfangs nicht)

- Konzentration der Legislative, Etablierung Staatspartei, Einschränkung Grundrechte (in beiden


Ländern von Anfang an)

Völkischer Staat des NS


- völlige Abkehr von allen Verfassungstraditionen

- Neue Gesetze & Uminterpretation bestehender

- NS-Staat besaß keine eigene Verfassung

- Völkisches Naturrecht (vom Führer erschaute Ordnung) als grundliegendes Recht

- Völkische Ungleichheit (Trennung Arier&Nicht-Arier)

- 1942: Reichstag beschließt dass Hitler an keine Rechtsordnungen gebunden ist—> Aufhebung
Gewaltenteilung—> Führerbefehl hat höchste Rechtsgültigkeit

- Hitler alleiniger Gesetzgeber

- SS&Polizei bildeten Staat im Staat (keine normale Gerichtsbarkeit sondern eigene Gerichte&auf
Zwangsarbeit basierendes Wirtschaftsimperium)

Zurück nach Ö
- alle Verwaltungskompetenzen wurden abgegeben

Anna Meyer
- Es gab formal noch eine Regierung die aber nur noch Verwaltungskompetenzen hatte

- April 1939: Land Österreich wird beseitigt, an seine Stelle treten die reichsunmittelbaren
Reichsgaue—>Landesregierung wird aufgelöst, jedes Reichsgau erhält NSDAP vorsitzenden

- 13.03.1938-Mai 1945: Österreich ist Teil nicht Opfer des dt NS-Regimes und war auch Täter-
Gesellschaft (Viele führende Positionen wurden auch von Österreichern besetzt)

Judenvernichtung
- fand im Rahmen zivilisierter, normaler Gesellschaft statt
- historisches Faktum—> nach wie vor nicht nachvollziehebar und verständlich wie es dazu
kommen konnte

- Christlicher Antisemitismus: Ihr habt kein Recht als Juden unter uns zu leben

- Weltlicher Herrscher: Ihr habt kein Recht unter uns zu leben

- NS: Ihr habt kein Recht zu leben

- Von allen Säulen getragenes Unternehmen, wenige wussten alles aber auch wenige nix, kaum
Apparate nur mit Vernichtung beschäftigt sondern eher überall ein bisschen mit drin

- Daniel Goldhagen: Holocaust als Großprojekt aller deutschen (Kann weder Genozid an
Sinti&Roma erklären noch Teilnahme der Ukraine, noch warum auch Homosexuelle&Behinderte
betroffen waren)

- 4 Phasen des Vorgehens gegen Juden

1. Ausschluss jüdischer Bevölkertng auf rechtl. Ebene

2. Aktivierung mit Ö-Anschluss: Vetreibungsphase

3. Ab Kriegsbeginn 1939 Getthoisierungsphase; 1940/41: alle Juden sollen nach Madagaskar


verschifft werden&dort zugrunde gehen

4. Ab Sommer 1941: Vernichtungsphase; Westeuropa: Abtransport in östl. Vernichtungslager;


Osteuropa: einfach erschießen

- Frühjahr 1945: Ermordung 100.000 Juden uf Weg zu Vernichtungslager vor Augen der
Bewölkerung

- Judenmord muss als potentieller Bestandteil moderner Gesellschaft untersucht werden

- Kein Werk von Einzeltätern sondern Polit. Prozess von Willens-&Entscheidungsfindung—>


Beteiligung Staat und Gesellschaft

- Massenverbrechen im 20.Jh. Teil der zivilisatorischen Normalität

Wie ist der Holocaust auf einer so hohen Zivilisationsstufe erklärbar


- technokratischer Begriff der Moderne: wertfrei; frei von normativen Elementen; Beschäftigung
mit harten Strukturdaten; —> Wenn Output höher war als in demokratischen Systemen war NS
moderner—> War Holocaust Effizient?

- Normativer Begriff der Moderne: Zusätzliches Umfassen politisch-ethischer aspekte;


Industrialisierung&Demokratisierung in Einklang bringen; Moderne als Zivilisationsprozess in
dem staatliches Gewaltthandeln tabuisierest ist

- Beide Blenden NS-Spezifikum des industrialisierten Mordes aus

- Vier Grundpositionen in der Bestimmung des Verhältnisses von Moderne

1. NS als „Betriebsunfall“—> eig nur Reaktion auf Bolschewismus

2. Sozialpsychologischer Erklärungsversuch: säkularisierte polit. Religion mit charismatischem


Führer

3. wirtschafts-&demokratiepolitische Erklärung: Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, Versagen der


Demokratie in Lösungsfindung—>Verunsicherung—>Suche nach stabilität—> Prinzip der
Volksgemeinschaft setzt sich durch

4. NS als hist. Sonderfall: Hitler als bewusster Modernisiere—> dient der


Verharmlosung&Relativierung

5. Ökonomistischer Ansatz: Auschwitz als spezifisch deutscher Beitrag zur europäischen


Moderne und Kritik am Kapitalismus
6. Holocaust als Konsequenz der Moderne, die von einem Ordnungswahn geprägt ist und
bestrebt ist, alle Ambivalenz in einer Gesellschaft auszulöschen

Nationalsozialistische Moderene als Gesellschaftspolitik, die auf der Idee der Schaffung
eines rassisch homogenen Volkskörpers besteht
- Glaube an eine glückliche Volksgemeinschaft durch rassische Hygiene und Homogenität

- Ansicht,, eine absolute Steuerung der Gesellschaft durchführen zu können im Hinblick auf die
Ausmerzung aller „Gemeinschaftsunfähiger“

Anna Meyer
- Die Erzeugung eines rassisch gesunden Volkskörpers galt als eine unabdingbare
Notwendigkeit zur Etablierung eines tausendjährigen Reichs

- Juden als Seuchenherd im Volkskörper

Beteiligte Apparate (an Realisierung des rassistischen Gesamtprojekts)


- sämtliche gesellschaftliche Institutionen

- Träger: NSDAP, Wehrmacht, Wirtschaft, staatliche Verwaltung

- SS-Einsatzgruppen als einzige ausschließlich mit Judenmord beschäftigt —> gesamtes


politisches System nahm arbeitsteilig daran Teil

- Einzelner kann sich nicht vorstellen was am Ende der Kette passiert und ist sich somit keiner
Verantwortung bewusst

- Sehr lange kette von Erfassung des (westeuropäischen) Juden bis Ankunft in KZ
(Hochkomplexer Transport und Logistik, vor allem in Kriegszeiten) vs. Direkte Exekution des
östlichen Juden—> Gesellschaftliche Distanz entfällt jedoch geringer bürokratischer Aufwand

- Nur ca Hälfte der Juden wurden vergast

- Ganz normale Männer exekutierten—> Motivation?

Vgl Sowjet Union: machen sich auch ethnische Feinde; Manche ethnische Gruppen doppelt
verfolgt (erst Durch NS dann Stalinismus)

8. Einheit (Auswirkungen des WK II)

Bevölkerungsbewegungen
- Zwischen 1939-1948 allein in Osteuropa ca 46Mio. Menschen entwurzlet

- man siedelte kurzerhand ganze Völker um , um die politischen Grenzen zu konsolidieren

- Vertreibung 3Mio. Süddeutsche

- Keine friedliche Zeit

- Meisten „displaced persons“ waren Zwangsarbeiter in Ö/DE aufenthaltig (aber auch KZ-
Überlebende und Kriegsgefangene)

- 1944/45: schon ca 5Mio. Im Osten angesiedelte waren mit wehrmacht Richtung Westen
zurückgezogen

- 1945-1948: Vertreibung weiterer 7Mio. Menschen dt. Abstammung

- 1944-1948 allein 12Mio. Deutsche umgesiedelt

- 1948: Staatsgründung Israels—> größere Einwanderungswelle der europäischen Juden

- 7Mio. Flüchtlinge in Osteuropa von SU aus Heimat vertrieben/umgesiedelt

Benes-Dekrete
- Frühjahr 1945: Tschechische Exilregierung erließ Dekrete um tschechischen Widerstand und
Zusammenarbeit mit Alliierten zu organisieren

- Nach 1945: Dekrete wurden bis zur Konstituierung eines Parlaments weitergeführt (eig nur
Enteignung nicht Vertreibung der süddeutschen in Dekreten)

Soziale Nachkriegsordnung in Westeuropa


- Herausbilden eines staatlichen Interventionismus

- Skepsis gegen in Zwischenkriegszeit Angewandtem Laissez-Faire Prinzip

- Politische Demokratie + Sozialistaat + ökonomische Demokratie

- Stärkung Völkerrecht, Menschenrecht & Weltfrieden

- Wirtschaftspolitik mit Zielsetzung einen Wohlfahrtsstaat zu schaffen—> Europa legt einheitlich


Witscahftsliberalismus ab

Veränderungen außerhalb Westeuropas


- Ungleichheit in Kolonien bleibt weiter unkritisiert —> gewisse Doppelbödigkeit der Bevölkerung
in Rassefragen

Anna Meyer