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Kommentar zum Artikel Originalität oder Epigonentum?

- Zur motivisch-thematischen
Struktur der b-Moll-Sonate von Julius Reubke im Vergleich mit Liszts h-Moll-Sonate.
Der Artikel wurde von dem Musikwissenschaftler Stefan Keym veröffentlichen. Stefan Keym
studierte Musikwissenschaft, Germanistik und Geschichte in Mainz Paris und Halle. Seit 2002
arbeitet er beim Institut für Musikwissenschaft der Universität Leipzig und wurde im
Sommersemester 2019 Professor für historische Musikwissenschaft an derselbe Universität.
Als Schwerpunkten fokussiert er auf Europäische Musikgeschichte im Raum Frankreich-
Deutschland-Polen. Die Zeitschrift Die Musikforschung von Bärenreiter in ihrem 51. Band
enthält den kommentierte Text von Keym und ist im Jahr 1998 erschienen.
Zum Anfang stellt uns der Autor des Artikels verschiedene Kommentare zur b-Moll-Sonate
von Julius Reubke vor. Diese Kommentare drücken verschiedene Meinungen aus. Manche
bezeichnen das Werk als nur eine Imitation der große h-Moll-Sonate von Liszt. Dagegen finden
andere in der Reubkes-Sonate ein einzigartiges Meisterstück, das weist aber Einflüsse bzw.
Ähnlichkeiten mit dem Still von anderen deutschen Komponisten auf.
Nach dieser Introduktion zeigt Keym allgemeine Eigenschaften der b-Moll-Sonate im
Vergleich mit dem h-Moll-Sonate, die lassen denken können, dass es um zwei sehr ähnliche
Werke geht. Dennoch beginnt der Autor danach zu erweisen, dass die Verarbeitung des
thematischen Materials bei Reubke ist anders als bei seinem Lehrer. Während Liszt zu einer
guten Menge von verschiedenen Themen greift, führt sein Schüler sich auf einem paaren
Thema, aber die durch die Verwendung von Transformationsmethoden verarbeitet sind. Das
heisst, das Reubke ein Zyklusmodell für seine Komposition verwendete.
Zusammenfassend kann man sagen, dass zur Liszts-Sonate eine ausgeprägte Vielfältigkeit im
Vergleich mit der Reubkes-Sonate gehört, die als einheitlich und von stringenterer Struktur
betrachten werden kann. In diesem Sinne erinnert diese Sonate an den zyklisch
vereinheitlichten Werken von Schubert, Schumann oder Brahms.
Reubke greift nicht nur auf den alten Komponisten zurück, sondern gilt er auch als ein neuerer
Komponist. Die Idee des Zyklusmodell wurde beim César Francks Schüler Vincent d’ Indy als
principe cyclique begreift. Es handelt sich um mehrere Themen, die in verschiedenen Gestalten
in jedem konstitutiven Teil einer Komposition wiederkehren und dadurch eine vereinheitliche
Funktion ausüben. Dieses Prinzip ist vergleichbar den Leitmotiven in der Musik von Richard
Wagner.
In diesem Artikel von Stefan Keym sind die verschiedenen Bestandteile angezeigt, die in der
Musik von Reubke finden kann. Vor vielen Jahren wurde die Figur von Julius Reubke nahezu
abwesend in der Musikgeschichte und wurde zu Unrecht nur als eine “Imitation” von Liszt
betrachten. Durch eine tiefe Analysis beschreibt der Autor mit Einseitigkeit und basiert auf
klare Beispiele und Informationsquellen die Kompositionsmethoden, die Reubke verwendete
und wir können zum Schluss kommen, dass nicht nur Liszt hatte eine grose Wirkung auf ihm,
sondern, dass er ein Komponist die von der deutsche Musiktradition der Romantik und nahm
er mit seinen Ideen dem spätromantische Komponisten vorweg. Mit nur 24 gelebte Jahre ist
Ruebke zweifelos ein Höhepunkt in der Musik der Romantik.