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M E R K B L Ä T T E R Z U R E L E K T R O I N S TA L L AT I O N I N W O H N G E B Ä U D E N

Allgemeine
Planungsgrundlagen –
Empfehlungen
Gebrauchstaugliche Elektroinstal-
lationen
Die Gebrauchstauglichkeit und Zukunftsfä-
temtechnik ist nach RAL RG 678 ebenfalls
eine Kennzeichnung eingeführt.
Wählen Sie die Standardausstattung mit
M1 stattung mit dem Ausstattungswert 3 bzw. 3
plus berücksichtigt bereits heute zukünftige
technische Entwicklungen.
higkeit einer Elektroinstallation in Wohnun- dem Ausstattungswert 2 oder 2 plus, damit Bauherren oder Renovierer sollten die von
gen wird durch ihren Ausstattungswert nach Sie Ihre Elektro- und Kommunikationsgeräte der HEA entwickelten und in RAL-RG 678
RAL-RG 678 bestimmt. Für den energieeffi- an jeder gewünschten Stelle anschließen veröffentlichten Ausstattungswerte im
zienten und komfortablen Betrieb von Wohn- und nutzen können. Teure Nachinstallationen Bauwerksvertrag, in der Leistungsbeschrei-
gebäuden unter Nutzung einer Gebäudesys- bleiben Ihnen so erspart. Die Komfortaus- bung oder in der Bestellung festschreiben.
Die HEA/RAL-Ausstattungswerte beinhalten
Qualität eine detaillierte Leistungsbeschreibung für
eine Wohnung bzw. für einzelne Räume,
Ausstattungswert

1  Mindestausstattung gemäß DIN 18015-2


Kennzeichnung

2  Standardausstattung die vom Elektrofachbetrieb, Bauträger oder


3  Komfortausstattung Fertighaushersteller umgesetzt werden
1 plus  plus Mindestausstattung gemäß DIN 18015-2 und Vorbereitung für müssen, wenn sie im Vertrag fixiert sind. Für
die Anwendung der Gebäudesystemtechnik gemäß DIN 18015-4 den Elektrofachbetrieb ist es einfacher, ein
2 plus  plus Standardausstattung und mindestens ein Funktionsbereich bedarfsgerechtes Angebot zu erstellen, wenn
mit Gebäudesystemtechnik gemäß DIN 18015-4
der jeweilige Ausstattungswert vorgegeben
3 plus   plus Komfortausstattung und mindestens zwei Funktionsbereiche mit
Gebäudesystemtechnik gemäß DIN 18015-4 ist. Für Bauherrn oder Renovierer sind die An-
gebote dann transparent und vergleichbar.
Tabelle 1: Ausstattungswerte und Ihre Kennzeichnung nach RAL-RG 678

RAL-Ausstattungswerte 1 2 3
RAL-Kennzeichnung   
Radio-/TV-/Datenanschlüsse RuK

Radio-/TV-/Datenanschlüsse RuK

Radio-/TV-/Datenanschlüsse RuK
Steckdosen für Kühl-/Gefriergerät

Steckdosen für Kühl-/Gefriergerät

Steckdosen für Kühl-/Gefriergerät


Raumbezogene Anzahl
Anschlüsse für Rollladenantrieb

Anschlüsse für Rollladenantrieb

Anschlüsse für Rollladenantrieb


Telefon/ Datenanschlüsse IuK

Telefon/ Datenanschlüsse IuK

Telefon/ Datenanschlüsse IuK


von Anschlussstellen für
Steckdosen für Dunstabzug

Steckdosen für Dunstabzug

Steckdosen für Dunstabzug


Steckdosen, Beleuchtung,
Beleuchtungsanschlüsse

Beleuchtungsanschlüsse

Beleuchtungsanschlüsse
Steckdosen, allgemein

Steckdosen, allgemein

Steckdosen, allgemein
Anschlüsse für Lüfter

Anschlüsse für Lüfter

Anschlüsse für Lüfter


Kommunikation
Steckdosen für RuK

Steckdosen für RuK

Steckdosen für RuK


Steckdosen für IuK

Steckdosen für IuK


Steckdosen für Iuk

bis 20 m² 4 2 8 2 1 2 2 6 10 3 1 2 2 6
Wohnzimmer über 20 m² 5 3
1 1 2 6
11 3 2 4 3 9 13 4 2 4 3 9
Schlaf-, Kinder-, Gäste-, bis 20 m² 4 1
1 1 1 3
8 2 1 2 10 3 1 2
1 3 2 6
Arbeitszimmer, Büro über 20 m² 5 2 11 3 2 4 13 4 2 4
je nach Anzahl der Antriebe

je nach Anzahl der Antriebe

je nach Anzahl der Antriebe


Esszimmer 3 1 1 1 1 3 5 1 1 2 1 3 7 2 1 2 1 3
Kochnische 3 1 1 1 4 2 1 1 4 2 1 1
Küche 5 2 1 3 2 1 10 3 1 2 1 3 2 1 12 3 1 2 1 3 2 1
Hausarbeitsraum 3 1 8 2 1 2 1 3 10 3 1 2 1 3
Bad 2 2 1 4 3 1 5 3 1 2 1 3 1
WC 1 1 1 2 1 1 2 2 1
bis 3 m 1 2 3
Flur 1 1 1 2 1 2 2 1 2
über 3 m 2 3 4
Freisitz 1 1 2 2 1 2 1 3 3 2 1 2 1 3
Abstellraum 1 1 2 1 2 1
Keller/Bodenraum/Garage 1 1 2 1 2 1
Hobbyraum 3 1 6 2 1 2 1 3 8 2 1 2 1 3
Kellergang je 6m Länge 1 1 1 1 1 1
Stromkreise
allgemeine Stromkreise für Wohnfläche Anzahl Anzahl der Stromkreise für Beleuchtung und Steckdosen
Beleuchtung und Steckdosen bis 50m² 3 für allgemeine Verwendung in Abhängigkeit
51-75m² 4 der Raumanzahl und -größe (siehe RAL-RG 678).
76-100m² 5
101-125m² 6
> 126m² 7
weitere Stromkreise für Geräte Elektroherd, Mikrowellengerät, Elektroherd/Kochfeld, Backofen, Dampfgarer, Mikrowellengerät,
mit hoher Anschlussleistung Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Geschirrspülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner, Bügelstation,
(zusätzlich zu den oben aufgeführ- Wäschetrockner, Bügelstation, soweit vorgesehen:
ten allgemeinen Stromkreisen) Warmwassergerat, Heizgerät Warmwassergerat, Heizgerät, Saunaheizgerät, Whirlpool
Stromkreisverteiler in Mehrraum-Wohnungen je nach Anzahl der einzubauenden Betriebsmittel
mind. 4-reihig und notwendiger Reserveplätze (mind. 4-reihig)
Gebäudekommunikation Klingel/Gong, Turöffner, KlingeI/Gong, Türöffner, Gegensprechanlage mit mehreren
Gegenprechanlage Wohnungssprechstellen
Installationshinweise Jedem Raumzugang sowie jedem Bettplatz ist eine Schaltstelle für Beleuchtung zuzuordnen.
Den Bettplätzen und den Arbeitsflächen von Küchen und Hausarbeitsräumen zugeordnete Steckdosen sind
als Zweifach-Steckdose vorzusehen, sie zählen nach der Tabelle jeweils als eine Steckdose.

Tabelle 2: Ausstattungswerte für Elektroinstallationen in Wohngebäuden nach RAL-RG 678 (Die komplette Ausstattungsrichtlinie
RAL-RG 678, die auch die plus-Ausstattungswerte beschreibt, kann bezogen werden über www.hea-shop.de.)
Hausanschlussraum, -wand, -nische der Wohnung angeordnet werden soll. Information und Kommunika-
Der elektrische Hausanschluss/Netzan- Im Stromkreisverteiler finden neben den tion (IuK)
schluss ist die Schnittstelle zwischen der Leitungsschutzschaltern und Fehlerstrom- Unabhängig von der Art der Einspeisung,
Elektroinstallation des Hauses und dem schutzschaltern auch andere Schalt- und ist ein Installationsrohrsystem mit Koaxial-
Stromversorgungsnetz. Er besteht aus dem Steuereinrichtungen Platz. Zum Strom- leitungen bis zu den Anschlussstellen der
Einführungskabel und dem Hausanschluss- kreis gehören der Leitungsschutzschalter, Kommunikationsgeräte vorzusehen. Anten-
kasten. Die Beantragung des Hausanschlus- ggf. auch der Fehlerstromschutzschalter nensteckdosen (daneben stets Dreifach-
ses erfolgt in der Regel über den eingetra- im Stromkreisverteiler, die Leitung zu den Schutzkontaktsteckdosen) sind außer für
genen Elektroinstallateur beim Netzbetreiber Steckdosen, Leuchtenanschlüssen und den Wohnraum auch für die Individualräume
(NB). Für die Installation der Anschluss- und Geräteanschlüssen sowie die angeschlos- (Eltern, Kinder) vorzusehen.
Betriebseinrichtungen des Stromanschlus- senen Elektrogeräte selbst. Für Geräte mit Informationstechnische Anlagen (z.B. Inter-
ses und anderer Versorgungssparten, z. B. einem Anschlusswert von 2 kW und mehr, net) können sowohl über das Kommunika-
den Fernmeldeanschluss, den Gas- und Was- wie Elektroherde, Geschirrspülmaschinen, tionsnetz (RuK) als auch über das Koaxiallei-
seranschluss usw., ist ein an der Außenwand Waschmaschinen, Mikrowellenkochgeräten, tungsnetz (IuK) betrieben werden.
gelegener Hausanschlussraum, eine Hausan- Warmwasserbereitern usw., sind jeweils ei-
schlusswand oder eine Hausanschlussnische gene Stromkreise vorzusehen. Gefahrenmeldeanlagen / Rauch-
im Keller- oder Untergeschoss des Wohnge- melder
bäudes vorzusehen. Elektro-Wärmepumpen Einbruch- und Überfallmeldeanlagen über-
Die elektrische Raumheizung kann mit Wär- wachen die Wohnung bzw. das Haus und
Fundamenterder / Schutzpoten- mepumpen oder über Direktheizgeräte erfol- geben bei gewaltsamem Eindringen stillen
tialausgleich gen. Die Elektro-Wärmepumpe entzieht der oder lauten Alarm. Sie sorgen so für die Si-
Ein Gebäudeerder erhöht die Sicherheit der Umwelt Wärme für die Raumheizung aus cherheit der Bewohner und deren Eigentum.
elektrischen Anlage und er ist deshalb vorge- der Luft, dem Wasser oder dem Erdreich Die Kriminalpolizei berät in Bezug auf die
schrieben. Wird der Erder als geschlossener und leistet damit einen erheblichen Beitrag verschiedenen am Markt erhältlichen tech-
Ring in die Außenfundamenten des Gebäudes zu umweltfreundlicher Energieversorgung nischen Systeme.
eingebettet, so bezeichnet man ihn als Funda- eines Gebäudes. Ihr Energieversorger berät Besondere elektrische Meldegeräte warnen
menterder. Bei Bauwerksabdichtungen mit Sie über die notwendigen technischen Vor- auch bei Rauchentwicklung und Wasseraus-
sogenannter „schwarzer oder weißer Wanne“ aussetzungen (Anschlussmöglichkeit, Zäh- tritt. Es empfiehlt sich, die gewünschten An-
und bei Perimeterdämmung können besonde- lerplätze, Steuerung) für die Errichtung einer lagen zusammen mit der Elektroinstallation
re Ausführungen des Fundamenterders not- Wärmepumpenanlage sowie die Tarife der zu planen und ausführen zu lassen, um teure
wendig werden. Wird eine Blitzschutzanlage Stromanwendung zu Heizzwecken. Nacharbeiten zu vermeiden.
errichtet, so kann der Fundamenterder auch
als Blitzschutzerder benutzt werden. Elektro-Warmwasserbereitung Blitz- und Überspannungsschutz
Die Anschlussfahne des Fundamenterders ist Elektrische Energie wird in unterschiedlichen Um ein Gebäude ausreichend gegen Blitz-
in der Nähe des elektrischen Hausanschluss- Geräten und Systemen für die Erwärmung schlag und Überspannungen zu schützen, ist
kastens mit der Haupterdungsschiene zu des Wassers genutzt. Die Einzelversorgung sowohl der äußere als auch der innere Blitz-
verbinden. Über die Haupterdungsschiene mit verbrauchsnah installierten und auf den schutz notwendig. Zum äußeren Blitzschutz
werden außerdem die verschiedenen metal- jeweiligen Bedarf abgestimmten Geräten gehören die Fangeinrichtungen, Ableitungen
lischen Leitungssysteme, z. B. Wasser- und vermeidet Verteilungsverluste und spart und die Erdungsanlage, die den Blitz außen
Gasleitungen, sowie der Schutzleiter der Elek- somit Energie und Kosten. Fragen zu den am Gebäude aufnehmen und gezielt außer-
troinstallation zum Schutzpotentialausgleich jeweils günstigsten Geräten und Systemen halb der Gebäudehülle in das Erdreich ab-
miteinander verbunden. Dieser Schutzpoten- zur Warmwassererwärmung beantwortet Ihr leiten. Zum inneren Blitzschutz gehören die
tialausgleich dient der elektrischen Sicherheit Energieversorgungsunternehmen. Überspannungsschutzeinrichtungen die die
im Haus. entstehenden und für empfindliche Elektro-
Hauskommunikation geräte gefährlichen Überspannungen auf un-
Hauptstromversorgungssystem / Haussprechanlagen mit oder ohne Bildüber- gefährliche Werte reduzieren. Ein wirksamer
Zählerplatz tragung ermöglichen die Kommunikation Überspannungsschutz ist mehrstufig aufge-
Zum Hauptstromversorgungssystem zählen zwischen Besuchern und den Bewohnern baut, beginnend mit den Blitzstromableitern
alle elektrischen Betriebsmittel hinter dem eines Gebäudes untereinander. Rechtzeiti- an den Eintrittstellen der Stromversorgungs-
Hausanschluss bis zu den Zählerplätzen. ge Planung und ein ausreichend dimensio- und Kommunikationsleitungen in das Ge-
Diese Zählerplätze sind in Zählerschränken niertes Installationsrohrsystem ersparen bäude bis hin zu den Überspannungsschutz-
zusammengefasst und dienen zur Aufnahme nachträgliche Schlitzarbeiten oder unschöne einrichtungen in den Stromkreisverteilern
der Messeinrichtungen (Zähler) und Steuer- Aufputzverlegung. und an den Anschlussstellen der besonders
geräte. Art, Umfang und Installation von empfindlichen Elektrogeräte wie Telefon,
Hauptstromversorgungssystemen sowie Rundfunk und Kommunikation Fernseher, Stereoanlage sowie PC. Wichtig
Zählerschränken werden entsprechend den (RuK) ist, dass an den Elektrogeräten immer so-
Technischen Anschlussbedingungen (TAB) Für die Aufnahme der Kommunikationslei- wohl der Starkstromanschluss (Netzseite)
vom NB unter Berücksichtigung der berech- tungen zum Anschluss an das öffentliche als auch der Kommunikationsanschluss (An-
tigten Wünsche des Kunden festgelegt. Rundfunk- und Kommunikationsnetz (RuK) tennen- oder Netzwerkanschluss) geschützt
ist ebenfalls ein Installationsrohrsystem wird. Nur dann sind die hochwertigen Gerä-
Stromkreisverteiler / Stromkreise vorzusehen. Planen Sie auch genügend Te- te, bei nahen oder fernen Blitzschlägen so-
Die Verteilung der elektrischen Energie auf lefonsteckdosen (daneben stets Zweifach- wie bei Schaltüberspannungen geschützt.
einzelne Stromkreise erfolgt im Stromkreis- Schutzkontaktdosen) für die Wohn- und
verteiler, der im Belastungsschwerpunkt Schlafräume ein.

Herausgeber: Ausgabe: 01.2011


HEA – Fachgemeinschaft für
effiziente Energieanwendung e.V. Weitere Informationen bei
www.hea.de www.elektro-plus.com
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Hausanschluss
Hausanschlussraum
Schutzpotentialausgleich
Allgemeines
Nach der Verordnung über Allgemeine
Bedingungen für den Netzanschluss
Der Hausanschlussraum kann aber auch
M2
in Gebäuden mit bis zu fünf Nutzungsein-
heiten sinngemäß angewendet werden.
Hausanschlusswand
Der Raum mit Hausanschlusswand
muss über allgemein zugängliche Räu-
und dessen Nutzung für die Elektrizitäts- Die Größe des Hausanschlussraums me, z. B. den Treppenraum, den Kel-
versorgung in Niederspannung (Nieder- bzw. der Hausanschlusswand sowie lergang, oder auch direkt von außen
spannungsanschlussverordnung – NAV) die Anordnung der Hausanschlussni- erreichbar sein. Die Hausanschluss-
hat der Bauherr (Anschlussnehmer) die sche sind so zu planen, dass vor den wand muss in Verbindung mit der
baulichen Voraussetzungen für die si- Anschluss- und Betriebseinrichtungen Außenwand stehen, durch die die An-
chere Errichtung des Netzanschlusses (z. B. Hausanschlusskasten, Zähler- schlussleitungen geführt werden. Die
(Hausanschlusses) zu schaffen und schrank) mit einer Tiefe von ca. 0,3 m ein Länge einer Hausanschlusswand ist
für den Hausanschlusskasten oder die freier Arbeits- und Bedienbereich ge- abhängig von der Anzahl der vorgese-
Hauptverteiler einen geeigneten Raum mäß Bild 1 vorhanden ist. henen Anschlüsse, der Anzahl der zu
oder Platz nach DIN 18012 zur Ver- Bei der Anbringung der Anschlussein- versorgenden Kundenanlagen und von
fügung zu stellen. In DIN 18012 sind richtungen für die Stromversorgung an der Art und Größe zusätzlich an der
ebenfalls die Anforderungen an Gas-, Hausanschlusswänden und in Hausan- Hausanschlusswand unterzubringender
Wasser- und Fernwärmeanschlussein- schlussräumen werden folgende Ab- Betriebseinrichtungen, z. B. Zählerplätze.
richtungen definiert. Die Zugänglichkeit standsmaße zugrunde gelegt: Der Mindestplatzbedarf ist mit dem
für Beauftragte der Ver- und Entsor- – Höhe Oberkante der Anschlussein- örtlichen Netzbetreiber bzw. dem Ver-
gungsunternehmen sowie der Feuer- richtung über dem Fußboden: ≤ 1,5 m; sorgungsunternehmen (Messstellenbe-
wehr muss immer gewährleistet sein. – Höhe Unterkante der Anschlussein- treiber) abzustimmen.
richtung über dem Fußboden: ≥ 0,3 m;
Hausanschluss – Abstand der Anschlusseinrichtung zu Hausanschlussraum
Die Haus-Anschlusseinrichtungen in- seitlichen Wänden: ≥ 0,3 m. Der Hausanschlussraum muss über all-
nerhalb von Gebäuden, z. B. der Haus- Die Hausanschlussnische, der Raum mit gemein zugängliche Räume, z. B. den
anschlusskasten, die Hauptabsperrein- Hausanschlusswand und der Hausan- Treppenraum, den Kellergang, oder
richtung, sind in Abstimmung mit den schlussraum müssen frostfrei gehalten auch direkt von außen erreichbar sein.
Netzbetreibern/Versorgungsunterneh- werden, außerdem ist eine ausreichen- Er darf nicht als Durchgang zu weiteren
men gemäß DIN 18012 unterzubringen: de Be- und Entlüftung sicherzustellen. Räumen dienen und muss an der Ge-
– in Hausanschlussnischen, Hausanschlusskästen dürfen in feuer- bäudeaußenwand liegen, durch die die
vorgesehen für nicht unterkellerte oder explosionsgefährdeten Räumen/ Anschlussleitungen geführt werden.
Einfamilienhäuser, oder Bereichen und in Räumen, in denen die Die Maße des Hausanschlussraumes
– auf Hausanschlusswänden, Umgebungstemperatur dauernd 30°C sind abhängig von der Anzahl der vor-
vorgesehen für Gebäude mit bis zu übersteigt, nicht untergebracht werden. gesehenen Anschlüsse für die Ver- und
fünf Nutzungseinheiten (das sind vier Entsorgung, von der Anzahl der zu ver-
Wohneinheiten und die Allgemeinver- Hausanschlussnische sorgenden Kundenanlagen und von
sorgung), oder Die Größe der Hausanschlussnische der Art und Größe zusätzlich im Haus-
– in Hausanschlussräumen, wird bestimmt durch das Rohbau- anschlussraum unterzubringender Be-
gefordert in Gebäuden mit mehr als Richtmaß der Öffnung einer gängigen triebseinrichtungen, z. B. Zählerplätze.
fünf Nutzungseinheiten. Wohnungstür mit einer Breite von 875 Der Hausanschlussraum muss mindes-
mm und einer Höhe von 2000 mm. Das tens 2,0 m lang und 2,0 m hoch sein.
Einbau- und Betriebseinrichtungen 1)
Richtmaß für die Tiefe muss mindestens Die Breite muss mindestens 1,5 m bei
250 mm betragen. Die Hausanschluss- Belegung nur einer Wand und mindes-
nische beansprucht somit keinen zu- tens 1,8 m bei Belegung gegenüberlie-
0,3 m 0,3 m sätzlichen Platz, da sie in eine Wand gender Wände betragen.
des Einfamilienhauses eingebaut wird.
frei zu haltender Sie muss mit einer abschließbaren Tür Hauseinführung
Arbeits- und 1,2 m versehen werden. Die Anschluss- und Die Art der Einführung von Hausan-
Bedienbereich Betriebseinrichtungen für Strom, Gas, schlussleitungen (Kernbohrung, Schutz-,
Wasser und Telekommunikation sind in Futter- bzw. Mantelrohr usw.) ist mit
(durchgängige Höhe
min. 1,8 m)
der Hausanschlussnische so anzuord- dem jeweiligen Netzbetreiber/Versor-
nen, dass eine problemlose Unterbrin- gungsunternehmen abzustimmen.
gung sowie der Betrieb aller Anschlüs- Bei unterirdischem Anschluss von Ge-
Sonstige Einrichtung 2)
se ohne gegenseitige Beeinflussung bäuden ist insbesondere bei Verwendung
1) z.B. Gas- oder Wasserleitungsrohre gegeben ist. Die Hausanschlussnische von Schutz-, Futter- bzw. Mantelrohren
2) z.B. Zählerschrank erfordert eine spezielle und sehr ge- die Abdichtung der Rohre zur Wand si-
naue Anordnung der Schutzrohre für die cher herzustellen. Die Hauseinführung
Bild 1: Arbeits- und Bedienbereich vor Ver- und Entsorgungsleitungen und der ist gasdicht/wasserdicht und gegebenen-
dem Hausanschlusskasten (HAK) Hauseinführung. falls druckwasserdicht herzustellen.
Eine Abstimmung der die Gewerke auszuführen. Dazu müssen insbeson- Blitzschutzanlage, miteinander an der
übergreifenden Arbeiten bei der Verle- dere der Erdungsleiter, die metallenen Haupterdungsschiene verbunden wer-
gung und Abdichtung der Schutzrohre Rohrleitungen der Versorgungssys- den. Diese wird im Hausanschlussraum,
sollte frühzeitig bei der Planung berück- teme, die in das Gebäude eingeführt auf der Hausanschlusswand bzw. in der
sichtigt werden. sind (z. B. für Wasser, Gas), Metallteile Hausanschlussnische angeordnet. Dort
der Gebäudekonstruktion (sofern be- befindet sich auch die Anschlussfahne
Schutzpotentialausgleich über rührbar), metallene Zentralheizung- des Fundamenterders nach DIN 18014,
die Haupterdungsschiene und Klimasysteme sowie eventuell die direkt auf die Haupterdungsschiene
Nach DIN VDE 0100-410 ist in jedem vorhandene weitere Erdungsleiter, geführt und angeschlossen wird.
Gebäude ein Schutzpotentialausgleich z. B. der Antennen-, Fernmelde- oder

3
5
mind. 1,201)
14 mind. 1,80 2)
15 16

7
10
4

Geländeoberfläche
17
18
2
13 9
6 11 19
12 zur Heizung
20
1

21
8
mind. 2

1) Mindestiefe Bedien- und Arbeitsfläche


2) Mindesbreite Hausanschlussraum bei
beidseitiger Belegung
,00 3)

3) Mindestlänge Hausanschlussraum

Maße in m

Bild 2: Beispiel für einen Hausanschlussraum mit Schutzpotentialausgleich und Haupterdungsschiene

Erläuterung:
1 Hauseinführung für die Stromver- 9 Hausanschlussleitung für die (Funktionspotentialausgleich)
sorgung Gasversorgung mit Hauptabsperr- 16 Verbindung mit der Antennenanlage
2 Hausanschlusskasten mit Haus- einrichtung (Erdungsleiter)
anschlusssicherung für die Strom- 10 Heizungsrohre im Nebenraum 17 Verbindung mit der Gasinnenleitung
versorgung 11 Haupterdungsschiene für den (Schutzpotentialausgleich)
3 Hauptleitung im Gebäude für die Schutzpotentialausgleich 18 Verbindung mit den Vorlauf- und
Stromversorgung 12 Verbindung mit ggf. getrennt Rücklauf-Heizungsrohren (Schutzpo-
4 ggf. Zählerschränke vorhandenem Blitzschutzerder tentialausgleich)
5 Leitungen zu den Stromkreisverteilern (Blitzschutzpotentialausgleich) 19 Verbindung mit der Wasserver-
6 Kabelschutzrohr 13 Verbindung mit dem PEN-Leiter im brauchsleitung
7 Hausanschlussleitung für die TN-System (Schutzpotentialausgleich) (Schutzpotentialausgleich)
Fernmeldeanlage 14 Verbindung mit dem Schutzleiter 20 Anschlussfahne oder Anschlussteil
8 Hausanschlussleitung für die PE im TT-System (Schutzpotential- für den Fundamenterder
Wasserversorgung mit Wasser- ausgleich) (Erdungsleiter)
messeinrichtung 15 Verbindung mit der Fernmeldeanlage 21 Fundamenterder nach DIN 18014

Herausgeber: Ausgabe: 01.2011


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Fundamenterder
Allgemeines
Zur technischen Gebäudeausrüstung
gehört heute ein verzweigtes Netz
18015 Teil 1 verlangen bei Neubauten
den Einbau eines Fundamenterders.
Für die Anordnung und den Einbau von
M3 Lage zu fixieren, dass die genannte
Überdeckung erreicht wird. Bandstahl
wird in diesen Fundamenten zweck-
leitfähiger elektrischer und nichtelektri- Fundamenterdern gilt DIN 18014. mäßigerweise hochkant eingebracht.
scher Systeme. Sie sind teils getrennt, In Fundamenten aus bewehrtem Beton
teils unmittelbar oder mittelbar mitein- Ausführung ist der Fundamenterderstahl zur Ver-
ander verbunden. Deshalb können Feh- Anordnung besserung des Potentialausgleichs und
ler oder Mängel in einem elektrischen Der Fundamenterder ist als geschlos- Erderwirkung in Abständen von 2 m mit
Leitungssystem schädliche Auswir- sener Ring in die Außenfundamente der Bewehrung zu verbinden. Hierfür
kungen auf andere leitfähige Systeme des Gebäudes einzubringen. Kommen geeignet sind Schraub- oder Schweiß-
haben. Fundamentplatten zur Anwendung, so verbindungen. Keilverbinder sind in
Um beim Auftreten solcher Fehler ei- muss die Anordnung entsprechend er- maschinell verdichteten Fundamenten
nen erhöhten Schutz vor allem gegen folgen. nicht zulässig.
gefährliche Körperströme aufgrund von Bei größeren Gebäuden ist die vom Der Fundamenterder muss erdfühlig
Spannungsverschleppungen zu errei- Fundamenterder umspannte Fläche sein. Bei Fundamenten mit erhöhtem
chen, fordert DIN VDE 0100-410 einen durch Querverbindungen aufzuteilen. Erdübergangswiderstand, wie z. B. aus
Schutzpotentialausgleich, der alle leitfähi- DIN 18014 nennt Maschenweiten von wasserundurchlässigen Beton (weiße
gen Systeme miteinander verbindet. Die maximal 20 m x 20 m. Bei Nutzung des Wanne), Bitumenabdichtung (schwarze
Verbindungen werden über eine Haupter- Fundamenterders für Blitzschutz oder Wanne), bei Verwendung von schlagzä-
dungsschiene, die über einen Erdungslei- für die Erfüllung von EMV-Anforderun- hen Kunststoffbahnen, Voll-Perimeter-
ter mit dem Fundamenterder verbunden gen können auch geringere Maschen- dämmung oder bei kapillarbrechenden,
ist, hergestellt. Die Haupterdungsschiene weiten erforderlich sein. Bei Reihen- schlecht elektrisch leitenden Boden-
ist in der Nähe des Speisepunktes (Haus- häusern wird für jedes Haus ein eigener schichten, z. B. aus Recyclingmaterial,
anschluss) des Gebäudes anzuordnen. Fundamenterderring vorgesehen. ist ein Ringerder ausserhalb des Funda-
Der Fundamenterder kann auch für die Die Anordnung des Fundamenterders ments zu installieren. Zusätzlich ist dann
Erdung von Blitzschutzsystemen, Anten- muss so erfolgen, dass er allseitig von ein Funktionspotentialausgleichsleiter
nenanlagen und informationstechnischen Beton mit einer Überdeckung von min- in das Fundament einzulegen und mit
Systemen genutzt werden. Er erfüllt auch destens 5 cm umschlossen ist. Dadurch dem Ringerder alle 20 m Umfang zu
die Anforderungen des Funktionspoten- ist er gegen Korrosion gut geschützt verbinden. Die Wanddurchführungen
tialausgleichs. und weist eine nahezu unbegrenzte Le- sind druckwasserfest auszuführen. Be-
bensdauer auf. wegungsfugen sind innerhalb des Ge-
Normen, Bestimmungen In unbewehrten Fundamenten ist der bäudes, aber außerhalb des Betons mit
Die Technischen Anschlussbedingun- Fundamenterder mit Hilfe von Abstand- Hilfe von Dehnungsbändern zu überbrü-
gen (TAB) der Netzbetreiber sowie DIN haltern vor dem Betonieren so in seiner cken.

Kellerraum

Hausanschluss-
raum

Anschlussteil

Kellerraum
Hausanschluss- Hausanschluss- Hausanschluss-
raum raum raum
Fundament- Anschlussteil Anschlussteil Anschlussteil
erder

Fundamenterder Fundamenterder Fundamenterder


Grundstücksgrenze Grundstücksgrenze

Bild 1: Anordnung des Fundamenterders in


den Fundamenten bzw. der Fundamentplatte Bild 2: Anordnung des Fundamenterders bei Reihenhäusern
Anschlussfahne
mind. 1,50 m

bewehrte
Bodenplatte
Fundamenterder

Sauberkeitsschicht

Bild 3: Anordnung des Fundamenterders Bild 5: Beispiele für die Anordnung der nach innen geführten Anschlussfahne
in bewehrtem Fundament bzw. des nach innen geführten Anschlussteils (Erdungsfestpunkt)

1 Dehnungsband 50 mm2 Cu/Al


2 Bewegungsfuge Material können und das durch Fotografien zu
3 Erdungsfestpunkt Für den Fundamenterder kann Rund- ergänzen ist.
4 Rundstahl 10 mm oder
stahl mit mindestens 10 mm Durchmes-
Bandstahl 30 x 3,5 mm
ser oder Bandstahl mit den Mindest- Zuständigkeit
maßen 30 mm x 3,5 mm verwendet Der Fundamenterder ist Bestandteil der
werden. Der Stahl darf verzinkt oder un- Kundenanlage. Bauherr oder Architekt
verzinkt sein. Für Ringerder, die außer- haben die Ausführung des Fundament-
halb des Fundamentes verlegt werden, erders zu veranlassen. Bereits bei der
muss nichtrostender Stahl V4A, z.B. Ausschreibung der Rohbauarbeiten
Werkstoffnummer 1.4571 verwendet muss der Fundamenterder berücksich-
werden. Anschlussteile müssen stets tigt werden, wobei eine getrennte Aus-
aus korrosionsfestem Material beispiels- schreibung vorteilhaft ist.
weise nichtrostendem Stahl V4A, z. B. Das Errichten des Fundamenterders
Werkstoffnummer 1.4571, oder PVC- hat durch eine Elektro-/Blitzschutz-
ummanteltem, feuerverzinktem Stahl Fachkraft oder durch eine Baufachkraft,
bestehen. unter Aufsicht einer Elektro-/Blitzschutz-
Fachkraft, zu erfolgen. Das Anschließen
Bild 4: Überbrückung von Bewegungs- Dokumentation/ Messung des Fundamenterders an die Haupt-
fugen mit Dehnungsbändern und Für die Dokumentation der Erdungsan- erdungsschiene, das Herstellen des
Erdungsfestpunkten lage bietet DIN 18014 ein Formblatt, auf Schutzpotentialausgleiches sowie die
dem auch die Messwerte einer Durch- Durchgangsmessung dürfen ausschließ-
Anschlussteile gangsmessung festgehalten werden lich durch eine Elektrofachkraft erfolgen.
Je nach Größe des Gebäudes sind
eine oder mehrere Anschlussteile als Anschlussfahne
Anschlussfahnen/-platten (Erdungsfest- Verzinkter Rundstahl 10 mm mit PVC-Mantel;
nicht rostender Edelstahl (Werkstoffnummer 1.4571
punkte) einzuplanen. Ein Anschlussteil Rundstahl 10 mm oder Flachband 30 x 3,5 mm
für den Schutzpotentialausgleich ist
in der Nähe des elektrischen Hausan-
schlusskastens vorzusehen. Bei Vor-
handensein einer Blitzschutzanlage sind
zusätzliche Anschlussteile nach außen im Erdreich
zu führen. In Betonwänden können Er- Beton Mauerwerk verlegt

dungsfestpunkte verwendet werden, die


sich direkt auf die Schalung montieren
lassen. Bei gemauerten Wänden können Bitumendichtung
Anschlussfahnen eingesetzt werden.
Die Anschlussfahnen sollen ab Austritts-
stelle mindestens eine Länge von 1,5 m
haben und auffällig gekennzeichnet sein.
Bei Gebäuden mit umfangreichen metal-
Fundamenterder Fundamenterder Fundamenterder
lenen Konstruktionen, Maschinen und Rundstahl 10 mm Rundstahl 10 mm Rundstahl 10 mm
Informationstechnik empfiehlt es sich,
mehrere Anschlussteile einzuplanen. Bild 6: Beispiel für die Anordnung der nach außen geführten Anschlussfahnen

Herausgeber: Ausgabe: 01.2017


HEA – Fachgemeinschaft für
effiziente Energieanwendung e.V. Weitere Informationen bei
www.hea.de www.elektro-plus.com