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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

A T V

-

R E G E L W

E R K

ABW ASSER

- ABFALL

ATV-A 125 Rohrvortrieb

ATV-A 125 Rohrvortrieb ISBN 3-927729-43-4 September 1996

ISBN 3-927729-43-4 September 1996

Benutzerhinweis

Benutzerhinweis

Dieses Arbeitsblatt steht jedermann zur Anwendung frei. Eine Pflicht zur Anwendung kann sich auf Grund von Rechtsvorschriften, Verträgen oder sonstigem Rechtsgrund ergeben. Wer es anwendet, hat für die richtige Anwendung im konkreten Fall Sorge zu tragen. Durch das Anwenden des Regelwerkes entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Für den Anwender spricht jedoch der Beweis des ersten Anscheines, daß er die erforderliche Sorgfalt beachtet hat.

Das Regelwerk der ATV ist nicht die einzige, sondern eine wichtige Erkenntnisquelle für fachgerechte Lösungen von Aufgabenstellungen der Abwasser- und Abfalltechnik im Normalfall. Für diesen bilden die Arbeitsblätter einen Maßstab für einwandfreies technisches Verhalten. Sie können jedoch nicht alle möglichen Sonderfälle erfassen, in denen weitergehende oder einschränkende Maßnahmen geboten sind. Von den Festlegungen des Regelwerkes kann im besonderen Falle abgewichen werden, wenn gleiche Wirksamkeit bei gleicher Sicherheit auf andere Weise erreicht wird.

Der ATV-Arbeitgruppe 1.5.3 (vorher 1.6.4) "Grabenlose Bauverfahren" im ATV-Fachausschuß 1.5 (vorher 1.6) „Ausführung von Entwässerungsanlagen", die dieses Arbeitsblatt erarbeitet hat, gehören folgende Mitglieder an:

Dipl.-Ing. Möhring, Berlin (Sprecher) Dipl.-Ing. Becker, Berlin Dipl.-Ing. Deisenroth, Köln Dipl.-Ing. Dirkes, Essen Dipl.-Ing. Donath, Nürnberg Dipl.-Ing. Ensinger, München Dipl.-Ing. Ernst, Dresden Dipl.-Ing. Hähnig, Tübigen Dr.-Ing. Hein, Saarbrücken (ausgeschieden)

Dipl.-Ing. Ernst, Dresden Dipl.-Ing. Hähnig, Tübigen Dr.-Ing. Hein, Saarbrücken (ausgeschieden) Copyright GFA, Hennef 1

Copyright GFA, Hennef

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Dipl.-Ing. Heinzmann, München Dr.-Ing. Hornung, Stuttgart Dr.-Ing. Howe, Köln Dipl.-Ing. Jockenhöfer, Bonn Dipl.-Ing. Kühl, Hamburg Dr.-Ing. Leonhardt, Düsseldorf Uni.-Prof. Dr.-Ing. Maidl, Bochum Dipl.-Ing. May, Duisburg Dipl.-Ing. Pinkernell, Moers Dipl.-Ing. Rapp, Regensburg Dipl.-Ing. Sievers, Berlin Dipl.-Ing. Spiess, München (ausgeschieden) Uni.-Prof. Dr.-Ing. Stein, Bochum Dipl.-Ing. Ueker, Bad Soden-Salmünster Dipl.-Ing. Walter, Saarbrücken

Ueker, Bad Soden-Salmünster Dipl.-Ing. Walter, Saarbrücken Vorwort Seit dem Erscheinen des Arbeitsblattes ATV-A 125

Vorwort

Vorwort

Seit dem Erscheinen des Arbeitsblattes ATV-A 125 bzw. des Merkblattes DVGW-GW 304 im Dezember 1975 haben Vortriebsmaßnahmen an Bedeutung gewonnen und stehen heute beim Bau von Abwasserkanälen und -leitungen gleichberechtigt neben den offenen Bauweisen. Dazu haben insbesondere beigetragen die Weiterentwicklung der Vortriebssysteme einschließlich steuerbarer Vortriebsmaschinen für unbemannte Vortriebe, die Herstellung hochwertiger Vortriebsrohre für alle Nennweiten sowie die Entwicklung spezieller Bauweisen.

Das Arbeitsblatt bzw. Merkblatt soll für die in Planung und Ausführung tätigen Fachleute ein Leitfaden sein. Durch die Anwendung dieses Arbeitsblattes entzieht sich niemand der Verantwortung für eigenes Handeln. Zum Thema "Rohrvortrieb" liegen noch folgende Unterlagen vor:

- Arbeitsblatt ATV-A 161 gleichlautend DVGW-Merkblatt GW 312 "Statische Berechnung von Vortriebsrohren",

- Arbeitsblatt ATV-A 132 und DVGW-Hinweis W 309 Standardleistungsbuch für das Bauwesen, Leistungsbereich 911 "Rohrvortrieb – Durchpressungen",

- Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV), DIN 18319 "Rohrvortriebsarbeiten",

- Arbeitsblatt ATV-A 142 "Abwasserkanäle und -leitungen in Wassergewinnungsgebieten".

DVGW-Merkblatt GW 304 und Arbeitsblatt ATV-A 125 sind identisch. Der DVGW erarbeitet z. Z. weitergehende Technische Regeln für grabenlose Rohrverlegeverfahren, die nach

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Veröffentlichung die Festlegungen von GW 304 für die Gas- und Wasserversorgung ergänzen.

Allgemeines

Allgemeines

Unterirdische Bauverfahren werden im Kanal- und Rohrleitungsbau immer dann angewendet, wenn diese Ausführungsart aus verkehrstechnischen, baulichen,

wirtschaftlichen Gründen oder wegen ihrer geringeren Umweltbeeinflussung bzw. besondere Vorteile bietet.

erforderlich ist

Neben dem Rohrvortrieb gehören auch Schildvortriebe, Messervortriebe und andere Stollenbaumethoden zu den unterirdischen Bauweisen.

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Geltungsbereich

1 Geltungsbereich

Dieses Arbeitsblatt behandelt den unterirdischen Einbau von vorgefertigten Rohren beliebigen Querschnitts, bei dem durch Verdrängen, Rammen, Bohren, Pressen oder durch Abbau im Boden ein Hohlraum geschaffen wird, in den die Rohre eingezogen, eingeschoben oder eingepreßt werden.

Die Rohre werden dabei in einer geraden oder gekrümmten Trasse in gerader, geneigter oder gekrümmter Gradiente vorgetrieben. Der an der Ortsbrust anstehende Boden wird verdrängt oder abgefördert.

Das Überfahren und das Verdrängen bestehender Kanäle oder Rohrleitungen ist eine Sonderform des Rohrvortriebes. Hierfür kann der Inhalt des Arbeitsblattes sinngemäß angewandt werden.

Die Rohre werden entsprechend dem verwendeten Werkstoff und der jeweiligen Verbindungsart miteinander starr oder beweglich verbunden.

Die fertiggestellte Rohrstrecke dient entweder als Produktrohr für Abwasser, Gas, Wasser

usw. oder als Mantelrohr 1) zur Aufnahme von Produktrohren, Kabeln usw

Für Schild- und Messervortriebe kann das Arbeitsblatt sinngemäß angewandt werden. Es gilt nicht für bergmännische Bauweisen.

1)

Entspricht einem Schutzrohr im Sinne von ATV-A 161 bzw. DVGW GW 312

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Verfahren für unbemannt arbeitende Rohrvortriebe

2 V erfahren für unbemannt arbeitende Rohrvortriebe

2.1 Allgemeines

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Von einem Startschacht oder einer Startbaugrube aus werden Mantel- oder Produktrohre mit Hilfe von dynamischer Energie (Rammung) oder statischer Energie (Pressung) durch den Baugrund bis in einen Zielschacht oder eine Zielbaugrube vorgetrieben. Der Boden wird entweder verdrängt, an der Ortsbrust abgebaut und anschließend mittels Schnecken, hydraulisch oder pneumatisch zum Startschacht oder zur Startbaugrube gefördert oder nach Fertigstellung des Vortriebes als Erdkern aus dem Rohr entfernt.

In Abhängigkeit von der erforderlichen Ziel- oder Lagegenauigkeit des Vortriebes werden nichtsteuerbare oder steuerbare Vortriebsverfahren gewählt.

2.2 Nichtsteuerbare Verfahren

Die Zielgenauigkeit dieser Vortriebe wird u. a. von Baugrund (z.B. Bodenart), Einlagerungen und Schichtungen beeinflußt und nimmt mit der Vortriebslänge ab. Daraus ergeben sich Einsatzbeschränkungen für Rohrleitungen, die aus betrieblichen Gründen eine genaue Lage erfordern. Es ist sicherzustellen, daß Beschädigungen benachbarter Anlagen durch die Festlegung ausreichender Abstände ausgeschlossen werden.

Für den Einsatz in wasserführenden Schichten können Zusatzmaßnahmen, z.B. Grundwasserhaltungen, notwendig werden.

Tabelle 1: Übersicht der aufgeführten nichtsteuerbaren Verfahren

Ziffer

Verfahren

Erfahrungswerte für den Anwendungsbereich

Rohraußen-

Vortriebs-

Mindestüber-

durchmesser D a

länge (m)

deckung (mm)

(mm)

2.2.1.1

Bodenverdrängungshammer

<

200

< 25

10

x D a

2.2.1.2

Horizontalramme/-presse mit geschlossenem Rohr

<

150

< 20

12

x D a

2.2.1.3

Horizontal-Preßanlage

<

100

< 15

10

x D a

2.2.2.1

Horizontalramme mit offenem Rohr

<

1600

< 70

2

x D a

 

mind. 1,0 m

2.2.2.2

Horizontal-Preßbohrgerät

<

1600

< 80

2

x D a

 

mind. 0.8 m

2.2.1

Bodenverdrängungsverfahren

2.2.1.1

Bodenverdrängungshammer

Verdrängen des Bodens mit Hilfe von Rammenergie bei selbsttätigem Vortrieb des

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Bodenverdrängungshammers durch Druckluft oder Hydraulik. Die Verrohrung erfolgt entweder gleichzeitig oder bei ausreichend standfestem Boden durch anschließendes Einziehen oder Einschieben. Eine Schrumpfung des durch den Verdrängungskörper (Bodenverdrängungshammer) aufgefahrenen Hohlraumdurchmessers um 5 bis 15% ist dabei zu berücksichtigen. Das Verfahren wird angewendet im trockenen oder erdfeuchten, gemischtkörnigen und verdrängungsfähigen Lockergestein, im Regelfall bis max. 200 mm Außendurchmesser. In Abhängigkeit von den anstehenden Böden betragen die anwendbaren Vortriebslängen bis 25 m. Die erforderliche Mindestüberdeckung beträgt 10 x D a ; unter festem Straßenoberbau ist die Mindestüberdeckung zu vergrößern.

2.2.1.2 Horizontalramme/-presse mit geschlossenem Rohr

Verdrängen des Bodens durch den Vortrieb eines geschlossenen Stahlrohrstranges (Mantel- oder Produktrohr) mit Hilfe von Ramm- oder Preßenergie. Anwendung im Regelfall bis 150 mm Rohraußendurchmesser in verdrängungsfähigem Lockergestein. Zusatzmaßnahmen in wasserführenden Böden sind nicht erforderlich. Vortriebslänge in der Regel bis 20 m, Mindestüberdeckung 12 x D a .

in der Regel bis 20 m, Mindestüberdeckung 12 x D a . 2.2.1.3 Horizontal-Preßanlage Verdrängen des

2.2.1.3 Horizontal-Preßanlage

Verdrängen des Bodens durch Einpressen eines Pilotgestänges. Nach Erreichen der Zielgrube wird das Gestänge mit einem konischen Ziehkopf und dieser mit den anschließenden Mantel- oder Produktrohren verbunden und der gesamte Strang zurückgezogen. Anwendung in allen verdrängungsfähigen Lockergesteinen mit Rohren bis 100 mm Rohraußendurchmesser. Zusatzmaßnahmen in wasserführenden Böden sind nicht erforderlich. Vortriebslängen in der Regel bis 15 m, Mindestüberdeckung 10 x D a .

in der Regel bis 15 m, Mindestüberdeckung 10 x D a . 2.2.2 Bodenentnahmeverfahren 2.2.2.1

2.2.2

Bodenentnahmeverfahren

2.2.2.1

Horizontalramme mit offenem Rohr

Vortrieb eines vorne offenen Mantel- oder Produktrohrstranges aus Stahl mit Hilfe von Rammenergie. Der in das Rohr eintretende Erdkern wird im allgemeinen nach beendetem Vortrieb herausgedrückt, herausgespült oder herausgebohrt. Der Anwendungsbereich erstreckt sich im Regelfall auf Rohraußendurchmesser bis 1600 mm. In Festgesteinen und in stark aufquellenden plastischen Böden ist die Anwendung nur bedingt möglich. Die Vortriebslängen betragen in Abhängigkeit von den anstehenden Böden und vom Rohraußendurchmesser in der Regel bis 70 m. Die Mindestüberdeckung beträgt 2 x D a ,

jedoch nicht weniger als 1,0 m.

In wasserführenden Böden sind je nach Grundwasserstand und Bodenart

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Zusatzmaßnahmen, z.B. Grundwasserabsenkungen, erforderlich.

2.2.2.2

Horizontal-Preßbohrgerät

Vortrieb eines Mantel- oder Produktrohrstranges aus Stahl mit Hilfe einer Preßstation bei gleichzeitigem mechanischen Abbau des Bodens an der Ortsbrust mittels eines Bohrkopfes und mechanischer Förderung des Bohrgutes mit Förderschnecken. Der Antrieb des Bohrkopfes mit Förderschnecken befindet sich im Startschacht oder in der Startbaugrube. In Abhängigkeit von der Wahl des Bohrkopfes und der Förderschnecken erstreckt sich der Anwendungsbereich im Regelfall bis 1600 mm Rohraußendurchmesser im Locker- und Festgestein. In wasserführenden Böden sind Zusatzmaßnahmen, z.B. Grundwasserabsenkungen, erforderlich. Vortriebslängen in Abhängigkeit vom Durchmesser in der Regel bis 80 m. Die Mindestüberdeckung beträgt 2 x D a , mindestens jedoch 0,80 m.

beträgt 2 x D a , mindestens jedoch 0,80 m. 2.3 Steuerbare Verfahren Tabelle 2: Übersicht

2.3 Steuerbare Verfahren

Tabelle 2: Übersicht der aufgeführten steuerbaren Verfahren

Ziffer

Verfahren

Erfahrungswerte für den Anwendungsbereich

Rohraußen-

Vortriebs-

durchmesser D a

länge (m)

(mm)

2.3.1

Pilotrohr-Vortriebe

<

200

< 100

2.3.2

Preßrohr-Rohrvortrieb

<

1300

< 100

2.3.3

Schild-Rohrvortrieb

<

1850

< 250

2.3.4

Horizontal-Spülbohrung

<

400

< 250

2.3.5

Horizontal Directional Drilling (HDD-Verfahren)

<

1500

< 1500

2.3.1

Pilotrohr-Vortriebe

Vortrieb eines Pilotrohrstranges durch Bodenverdrängung oder -entnahme. Die Vermessung erfolgt in der Systemachse mit Theodolit, Laser oder mit dem Sender-Empfänger-Prinzip, wobei der Sender in der Systemachse angeordnet ist. Richtungsänderungen werden durch Drehung des Pilotstranges vom Startschacht oder von der Startbaugrube aus vorgenommen. Nachfolgender Vortrieb von Mantel- oder Produktrohren mittels Aufweitung durch Bodenverdrängung oder -entnahme bei gleichzeitigem Herauspressen oder Herausziehen der Pilotrohre im Zielschacht oder in der

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Zielbaugrube.

Die Anwendung erfolgt für die Herstellung von Anschlußkanälen und für den Einbau von Rohrleitungen und Kabeln bis zu 200 mm Durchmesser. Die erreichbaren Vortriebslängen liegen bei der Herstellung von Anschlußkanälen bei ca. 30 m, beim Einbau von Druckrohrleitungen und Kabeln bei ca. 100 m. Die Ausführung erfordert verdrängungsfähiges und gemischtkörniges Lockergestein. In wasserführenden Böden sind Zusatzmaßnahmen, z.B. Grundwasserabsenkungen, erforderlich.

2.3.2 Preßbohr-Rohrvortrieb

Vortrieb von Mantel- oder Produktrohren bei gleichzeitigem Bodenabbau an der Ortsbrust durch einen Bohrkopf. Die Vermessung erfolgt mit einem Laserstrahl. Richtungsänderungen werden durch einen hydraulisch verschwenkbaren Steuerkopf ausgeführt.

Die Bodenförderung erfolgt kontinuierlich mittels einer Förderschnecke. Bohrkopf und Förderschnecke werden in der Regel vom Startschacht oder von der Startbaugrube aus angetrieben. Der Anwendungsbereich erstreckt sich im Regelfall auf Rohraußendurchmesser bis 1300 mm und auf Vortriebslängen bis 100 m im Lockergestein. Bei bindigen Böden fester Konsistenz können der Abbau und die Förderung des Bodens durch Wasserzugabe an der Ortsbrust erleichtert werden.

In wasserführenden Böden sind Zusatzmaßnahmen, z.B. Einsatz von Druckluft, erforderlich.

2.3.3 Schild-Rohrvortrieb

Vortrieb von Mantel- oder Produktrohren bei gleichzeitigem vollflächigen Bodenabbau an der mechanisch und flüssigkeitsgestützten Ortsbrust durch einen Bohrkopf. Die Vermessung erfolgt mit einem Laserstrahl. Richtungsänderungen werden durch einen hydraulisch verschwenkbaren Bohrkopf ausgeführt. Die Bodenförderung erfolgt kontinuierlich, in der Regel auf hydraulischem Wege. Der Antrieb des Bohrkopfes befindet sich im Vortriebsschild. Der Anwendungsbereich erstreckt sich im Regelfall auf Rohraußendurchmesser bis 1850 mm und je nach Nennweite auf Vortriebslängen bis 250 m im Locker- und Festgestein mit und ohne Grundwasser.

2.3.4 Horizontal-Spülbohrung 2)

Vortrieb eines Pilotrohrstranges im Spülbohrverfahren mit Bohranlage. Der anstehende Boden wird durch die an der Bohrkopfspitze unter hohem Druck austretende Bentonitsuspension gelöst und dann entlang dem Bohrgestänge zum Startschacht oder zur Startbaugrube ausgetragen. Die Bentonitsuspension stützt die Bohrlochwandung und verringert den Reibungswiderstand.

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Die Vermessung erfolgt mit dem Sender-Empfänger-Prinzip. Die Steuerung erfolgt über den Bohrkopf mit abgeschrägter Steuerplatte in Verbindung mit den Spüldüsen an der Bohrkopfspitze.

Die Produktrohrleitung aus Stahl, duktilem Gußeisen oder PE-HD wird vom Zielschacht oder von der Zielbaugrube aus durch Zurückholen des Pilotstranges in den Startschacht oder die Startbaugrube bei gleichzeitiger Aufweitung mittels Räumer bzw. Aufweitungskopf eingezogen. Während des Aufweitungs- bzw. Einziehvorganges wird über radial angebrachte Spüldüsen laufend Bentonitsuspension zur Stützung der Bohrlochwandung und zur Verringerung des Reibungswiderstandes eingebracht.

Der Anwendungsbereich erstreckt sich je nach Bodenart auf Produktrohr-Außendurchmesser bis 400 mm und Vortriebslängen bis 250 m, wobei die Ausführung auch in gekrümmten Trassen, ggf. ohne Start- oder Zielbaugruben möglich ist. Anwendung in verdrängungsfähigem Lockergestein. Zusatzmaßnahmen in wasserführenden Böden sind nicht erforderlich.

2.3.5 Horizontal Directional Drilling 2)

(HDD-Verfahren)

Vortrieb einer Pilotbohrung unter Mitführung eines Mantelrohres im Spülbohrverfahren mit einer Großbohranlage. Der Ansatz der Pilotbohrung erfolgt von der Geländeoberfläche aus in einem Winkel von 10 bis 15°. Der im Bohrkopf angeordnete Bohrlochmotor wird mit Bentonitsuspension angetrieben, wobei die Bohrlochwandung durch die Bentonitsuspension gestützt wird. Für die Durchfahrung von Festgesteinen kann ein Bohrlochmotor mit Pilot-Rollenmeißel vorgeschaltet werden.

2) Dieser Absatz wird für die Gas- und Wasserversorgung ergänzt durch die Veröffentlichung spezieller technischer Regeln des DVGW, die derzeit in Vorbereitung sind.

Die Vermessung erfolgt mit dem Sender-Empfänger-Prinzip.

Die Steuerung der Pilotbohrung erfolgt durch Drehen des vor dem Bohrgestänge aufgesetzten abgewinkelten Kopfrohres.

Das Aufweiten der Pilotbohrung wird durch das Zurückziehen (auch mehrmalig) des Bohrgestänges mit den dahinter geschalteten Aufweitköpfen erreicht. Anschließend wird der Produkt- oder Mantelrohrstrang eingezogen. Während des Aufweitungs- bzw. Einziehvorganges wird fortlaufend Bentonitsuspension zur Stützung der Bohrlochwandung eingebracht.

Der Anwendungsbereich erstreckt sich je nach Bodenart auf Produkt- oder Mantelrohrnennweiten bis 1500 mm und Vortriebslängen bis 1500 m, wobei die Ausführung nur in gekrümmter Gradiente (z.B. Düker) möglich ist.

Anwendung in allen Böden, ausgenommen rollige Kiese ohne bindige Anteile.

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Zusatzmaßnahmen in wasserführenden Böden sind nicht erforderlich.

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Verfahren für bemannt arbeitende Rohrvortriebe

3 V erfahren für bemannt arbeitende Rohrvortriebe

Von einem Startschacht oder einer Startbaugrube aus werden Rohre mit Hilfe einer Preßeinrichtung, gegebenenfalls auch unter Einschaltung unterirdischer Zwischenpreßstationen, durch den Baugrund bis in einen Zielschacht oder eine Zielbaugrube vorgetrieben.

Der Vortrieb in gerader oder gekrümmter Linienführung wird dabei durch einen steuerbaren Schild ermöglicht, der dem ersten Rohr vorgeschaltet ist.

Dabei wird der Boden an der Ortsbrust von Hand, mittels mechanischer Einrichtungen oder durch Flüssigkeitsdruckstrahlen abgebaut und mechanisch, hydraulisch oder pneumatisch durch den vorgetriebenen Rohrstrang zum Startschacht oder zur Startbaugrube gefördert.

Rohrvortriebe sind im Locker- und Festgestein möglich. Festgestein kann durch Spezialmaschinen abgebaut werden, auch Sprengungen sind möglich. Vor und nach der Sprengung ist eine Gebirgsprüfung durchzuführen. Es ist festzustellen, ob Sicherungsmaßnahmen zur Stützung der Ortsbrust vorzunehmen sind, gegebenenfalls ist dafür zu sorgen, daß nachbrechendes Gestein nicht zu Verkeilungen mit dem Gebirge und zum Stillstand des Rohrvortriebes führt.

Im Regelfall ist ein Innendurchmesser von mindestens 1200 mm erforderlich. Der Innendurchmesser des Vortriebsrohres darf in Ausnahmefällen auf 1000 mm verringert werden, wenn

- eine Vortriebsstrecke von 80 m nicht überschritten wird und

- ein vorgeschaltetes Arbeitsrohr (Innendurchmesser 1200 mm) von mindestens 2000 mm Länge vorhanden ist.

Zur Beseitigung des Wassers in wasserführenden Böden bestehen folgende Möglichkeiten (siehe auch 6.6):

Böden bestehen folgende Möglichkeiten (siehe auch 6.6): - Ableitung des Wassers durch die Vortriebsrohre (offene

-

Ableitung des Wassers durch die Vortriebsrohre (offene Wasserhaltung),

-

Grundwasserabsenkung,

-

Stützung der Ortsbrust durch Druckluft und/oder Flüssigkeit.

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Bauliche und maschinelle Einrichtungen, Vortriebsrohre

 

und Rohrverbindungen sowie Schächte

 

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4.1 Bauliche Einrichtungen

Für die Anlegung und den Verbau von Start-, Ziel- und Bergungsschächten oder -baugruben sowie sonstigen Baugruben gilt DIN 4124. Im Bereich benachbarter Bebauung ist DIN 4123 zu beachten. Es sind die einschlägigen Regelwerke und Vorschriften betroffener Leitungsbetriebe und die Unfallverhütungsvorschriften zu beachten.

Es sind Nachweise gegen hydraulischen Grundbruch während der Baugrubenherstellung vor dem Einbringen einer grundwassersperrenden Baugrubensohle sowie der Auftriebssicherheit nach Einbau der grundwassersperrenden Baugrubensohle erforderlich. Werden Fertigteilschächte aus Stahlbeton, Stahl, Faserzement oder anderen Werkstoffen als Start- oder Zielschächte benutzt, ist ein Standsicherheitsnachweis zu führen.

Widerlager zur Aufnahme und Übertragung der Vortriebskräfte sind nach den gegebenen Verhältnissen zu bemessen. Hierbei sind neben den zulässigen Spannungen in allen belasteten Teilen auch die zulässigen Verformungen zu berücksichtigen, die gefahrlos vom umgebenden Boden und von der Preßeinrichtung aufgenommen werden können. Bewegungen des Preßwiderlagers dürfen sich nicht schädlich auf den Baugrubenverbau auswirken.

4.2 Maschinelle und elektrische Einrichtungen

4.2.1 Allgemeines

Die auf Vortriebsbaustellen verwendeten Einrichtungen und Geräte müssen den einschlägigen Unfallverhütungsvorschriften sowie den allgemein anerkannten Regeln der Technik, wie z.B. den VDE-Bestimmungen, entsprechen. Die Bedienungsanleitungen der Hersteller sind zu beachten.

Zur Ausführung der Vortriebe sind zu verwenden

- Meßgeräte zum Einrichten und zur genauen Verlegung der Rohre nach Höhen- und Seitenlage,

- Druckanzeiger und, soweit verfahrenstechnisch erforderlich, Druckwächter, die mit einem Überdruckventil gekoppelt sind. Der Druckwächter muß abschalten, wenn 90 % der entsprechend der statischen Berechnung für Rohre oder Vorpreßeinrichtungen zulässigen Vorpreßkraft erreicht werden.

4.2.2 Vortriebsschild

Der Vortriebsschild ist in Anpassung an das Vortriebsrohr, die Vortriebstechnik und den

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anstehenden Boden auszubilden. Er besteht im allgemeinen aus einer Stahlkonstruktion.

Der Vortriebsschild muß mindestens den Außendurchmesser des Vortriebsrohres einschl. eines gegebenenfalls vorhandenen Rohraußenschutzes aufweisen. In Abhängigkeit vom anstehenden Boden, dem Vortriebsverfahren und der Einpressung von Gleit- und Stützmitteln kann eine geringfügige Vergrößerung in Frage kommen. Dieser Überschnitt kann -bezogen auf den Radius- je nach Bodenart und Nennweite, insbesondere bei Kurvenfahrten bis 20 mm betragen, in Sonderfällen (z.B. Fels, Quellton) bis 30 mm. Der gewählte Überschnitt ist zu begründen bzw. nachzuweisen und mit dem Bauherrn festzulegen.

Der Vortriebsschild ist mit seinen Einbauten für die zu erwartenden Kräfte zu bemessen. Er ist dem natürlichen Böschungswinkel des Erdreiches, gegebenenfalls auch durch den Einbau von Fächern oder durch haubenförmige Ausbildung so anzupassen, daß ein unkontrolliertes Einbrechen des anstehenden Bodens nicht erfolgen kann. Zur Verringerung von Setzungen ist eine Hohlraumverfüllung vorzusehen.

Der Vortriebsschild darf mit Einrichtungen für das Einpressen von Gleit- und Stützmitteln zur Verringerung der Mantelreibung versehen werden.

4.2.3 Sonstige Einrichtungen

Je nach Vortriebsart, Länge der Vortriebsstrecke, Werkstoff des Vortriebsrohres und anstehender Bodenart sind zusätzliche Einrichtungen, wie Druckübertragungsringe, Führungseinrichtungen und Zwischenpreßstationen zu verwenden.

4.3 Vortriebsrohre und Rohrverbindungen sowie Schächte

4.3.1 Rohre

Zum Zeitpunkt der Bearbeitung/des Erscheines dieses Arbeitsblattes standen keine Normen zur Verfügung, in denen die speziellen Anforderungen an Vortriebsrohre und Rohrverbindungen für alle in Frage kommenden Werkstoffe geregelt sind. Allgemeine Anforderungen sind enthalten in Tabelle 3.

Tabelle 3: Angaben zu Werkstoffen für Vortriebsrohre

Werkstoffe

Quellen, zusätzlich erforderliche Angaben 3)

 
 

ATV-A 161

Andere, nicht in ATV-A 161/DVGW GW312 aufgeführte Werkstoffe

DVGW GW312

Tabelle 2

 

Stahlbeton

+

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Stahl + Steinzeug + Beton DIN 4032, prEN 1916, + zul. Schwingbreite (2 σ A
Stahl
+
Steinzeug
+
Beton
DIN 4032, prEN 1916, + zul.
Schwingbreite (2 σ A )
Stahlfaserbeton
prEN 1916, Merkblatt des DBV:
Grundlagen zur Bemessung von
Stahlfaserbeton im Tunnelbau + zul.
Schwingbreite (2 σ A )
Faserzement
(außer AZ)
DIN 19850, prEN 588, + zul.
Schwingbreite (2 σ A ), Längsdruckfestigkeit
Gußeisen
(duktil)
DIN 28600 (DIN EN 545), DIN 19690
(DIN EN 598) + zul. Schwingbreite (2 σ A ),
Druckfestigkeit (einschl. Innenauskleidung)
GFK (UP-GF)
DIN 19565 + Zeitfestigkeit,
Längsdruckfestigkeit, Ringsteifigkeit
Polymerbeton
PA-I 3939 + zul. Schwingbreite (2 σ A )
Längsdruckfestigkeit
PE-HD
DIN 8075, DIN 19537, DIN 16961
+ Zeitfestigkeit, zul. Vortriebskraft,
Ringsteifigkeit, Ringbiegezugfestigkeit
PVC-U
DIN 8061, DIN 19534, PA-I 3840, + zul.
Schwingbreite (2 σ A ), zul. Vortriebskraft,
Ringsteifigkeit, Ringbiegezugfestigkeit
3) Die vollständige Tabelle aller Werkstoffkennwerte ist in der Anlage 1 angegeben.

Die Anforderungen an Vortriebsrohre und Rohrverbindungen mit Verbundquerschnitten werden vom künftigen Betreiber unter Berücksichtigung der Werte der Tabelle 3 festgelegt.

Korrosionsschutz

Vortriebsrohre und deren Verbindung können einer Innenkorrosion durch das Transportgut oder Außenkorrosion durch den umgebenden Erdboden oder Grundwasser unterliegen. Soweit die verwendeten Werkstoffe nicht ausreichend beständig sind, müssen Korrosionsschutzmaßnahmen ergriffen werden.

Für Rohre aus Stahl und duktilem Gußeisen gilt:

werden. Für Rohre aus Stahl und duktilem Gußeisen gilt: Für den Innenschutz dient im allgemeinen eine

Für den Innenschutz dient im allgemeinen eine Zementmörtelauskleidung nach DIN 2614.

gilt: Für den Innenschutz dient im allgemeinen eine Zementmörtelauskleidung nach DIN 2614. Copyright GFA, Hennef 12

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Die Außenkorrosion ist von bodenseitigen und elektrischen Parametern abhängig, die nach DIN 50929 Teil 3 sowie DVGW-Arbeitsblatt GW 9 beurteilt werden kann. Die üblichen Schutzmaßnahmen für Rohrleitungen werden in DIN 30675 Teile 1 und 2 beschrieben.

Bei Vortriebsrohren ist zu unterscheiden, ob es sich um Mantel- oder Produktrohre handelt.

Bei Mantelrohren kann auf den Außenschutz verzichtet werden, wenn das Produktrohr selbststragend ist und der Ringraum gemäß DVGW-Arbeitsblatt GW 307 vollständig verfüllt wird oder ein Abrostungszuschlag zur Wanddicke nach DIN 50929 Teil 3 gemacht wird.

Bei Produktrohren müssen besondere Anforderungen an die Umhüllung gestellt werden, die die mechanische Belastung beim Vortrieb berücksichtigen. Es gilt für:

a) Vortriebsrohre aus duktilem Gußeisen:

PE-Umhüllung nach DIN 30674, Teil 1 ZM-Umhüllung nach DIN 30674 Teil 2.

b) Vortriebsrohre aus Stahl:

PE-Umhüllung nach DIN 30670, PP-Umhüllung nach DIN 30678. gegebenenfalls zusätzlicher Schutz mit Faserzementmörtel

Bei besonders hoher Scherbelastung beim Vortrieb müssen Sonderumhüllungen mit erhöhter Schälfestigkeit eingesetzt werden. Für die Beurteilung der Umhüllung nach dem Vortrieb sind Einspeiseversuche nach z. B. AfK-Empfehlung Nr. 1 üblich. Für den Nachweis der Wirksamkeit eines zusätzlichen kathodischen Korrosionsschutzes können Vergleichsmessungen mittels externer Meßproben nach DIN 50925 herangezogen werden.

4.3.1.1 Grundsätzliche Festlegungen

Angaben zu Materialkennwerten der Rohrwerkstoffe sowie Verfahren des Nachweises sind Tabelle 3 zu entnehmen. Festzulegen sind noch Anforderungen an Maße und Funktion sowie deren Überwachung und die Kennzeichnung. Bezüglich der Maße sind zu unterscheiden:

- Maße, die vom Hersteller anzugeben sind,

- allgemein verbindliche Maße und Toleranzen.

4.3.1.2 Angaben des Herstellers

Der Hersteller von Vortriebsrohren muß Angaben machen über

-

Rohrinnendurchmesser,

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- Rohraußendurchmesser (Maximalwert),

- Art der Verbindung,

- Maße im Verbindungsbereich,

- Baulänge (Mittelwert aus größter und kleinster Mantellänge zwischen den Rohrstirnflächen am Innendurchmesser bestimmt).

Ferner sind Angaben zu machen über die

- Gütesicherung

hinsichtlich der Einhaltung der eigenen Angaben und der allgemein verbindlichen Anforderungen nach 4.3.1.3.

4.3.1.3 Allgemein verbindliche Maße und Toleranzen

4.3.1.3.1 Baulängentoleranzen

Tabelle 4: Baulängentoleranzen in mm

DN

alle Werkstoffe 4)

< 800

±

5

 

> 800 bis < 1200

±

8

>1200

+

25

-

10

4) Bei geschweißten Rohrverbindungen kann von den Anforderungen der Tabelle 4 abgewichen werden.

4.3.1.3.2 Rechtwinkligkeit der Stirnflächen

Die Rechtwinkligkeit ist von besonderer Bedeutung für die Übertragung der Vortriebskräfte und die Bemessung der Druckübertragungsringe.

Die Abweichung von der Rechtwinkligkeit ist definiert als Summe aus der Abweichung des gesamten Spitzendspiegels von der Rechtwinkligkeit (gegenüberliegende Mantellinien) und der Abweichung von der Rechtwinkligkeit innerhalb der Wanddicke s.

Die Rechtwinkligkeit der Stirnflächen wird gemäß Abb. 1 an jedem Rohrende definiert als a = max a – min a.

Die Messung erfolgt gegen eine feste Wand, die im rechten Winkel zur Rohrachse steht.

Wenn als Referenzebene keine eindeutig rechtwinklig zur Rohrachse stehende Fläche zur

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Verfügung steht, kann a auch durch zweifache Messung des um 180° zu drehenden

∆ a auch durch zweifache Messung des um 180° zu drehenden Rohres gegen eine beliebige geneigte

Rohres gegen eine beliebige geneigte Fläche ermittelt werden. 5)

Abb. 1:

Rechtwinkligkeit(1) der Stirnflächen(2)

5) Baustellengeeignete Meßverfahren zur Bestimmung der Abweichung von der Rechtwinkligkeit sind in der Anlage 2 beschrieben.

Tabelle 5: Zulässige Abweichung von der Rechtwinkligkeit in mm

 

Beton,

Faser-

Stein-

Stahl

Guß-

GFK

Poly-

PE-HD,

DN

Stahlbeton,

zement

zeug

eisen

(UP-GF)

mer-

PVC-U

Stahlfaserbeton

FZ

Stz

(duktil)

beton

< 200

4

0,5

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

1,0

> 200

4

0,5

1,0

1,6

1,0

1,0

1,0

1,0

< 300

> 300

6

0,5

1,0

1,6

2,0

1,0

1,0

2,0

< 1000

> 1000

8

0,5

_

1,6

3,0

1,0

1,5

_

< 2800

> 2800

10

             

Die Anforderungen gemäß Tabelle 5 gelten sinngemäß auch für Rohre mit nicht planmäßig rechtwinkligen Stirnflächen (z. B. für Kurvenfahrten).

4.3.1.3.3 Abweichung von der Geraden

Die Abweichung einer Mantellinie von der Geraden darf unabhängig von der Baulänge des Rohres höchstens betragen:

Tabelle 6: Zulässige Abweichung von der Geraden in mm

DN

alle Werkstoffe

< DN 1000

5

> DN 1000 bis < DN 2000

10

> DN 200

15

Die Abweichung wird über die gesamte Rohrlänge gemessen. Für Stahlvortriebsrohre

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dürfen 1,5 mm je m Baulänge nicht überschritten werden.

4.3.1.3.4 Abweichung der Rohraußendurchmesser

Tabelle 7: Zulässige Abweichung vom max. Rohraußendurchmesser in mm

 

DN

alle Werkstoffe 6 ) außer Beton, Stahlbeton, Stahlfaserbeton und Stz

Beton

Stz

 

Stahlbeton

Stahlfaserbeton

<

300

   

+

0

 

-

10

 

400

+

0

+

0

 

-

10

-

12

 

500

 

+

0

 

+

0

-

15

 

600

 

-

8

+

0

   

-

18

 

800

+

0

+

0

 

-

12

-

24

 

1000

 

+

0

 

-

30

>

1000

+

0

+

0

 

<

2800

-

16

-

14

 

_

>

2800

+

0

+

0

 
 

-

24

-

20

 

_

6) Für Stahlrohre gelten außerdem DIN 1626, DIN 1628, DIN 1629, DIN 1630 bzw. DIN 17172.

4.3.1.3.5 Sohlengleichheit

Die zulässige Abweichung von der Sohlengleichheit (Sohlsprung) ist in Tabelle 8 als Prozentsatz der Nennweite in mm angegeben. Sie ist ferner auf 30 mm begrenzt.

Tabelle 8: Zulässige Abweichung von der Sohlengleichheit

DN

Alle Werkstoffe

alle

1%

 

4.3.2. Rohrverbindungen

4.3.2.1

Bestandteile

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4.3.2.1.1 Steckverbindungen

Steckverbindungen von Vortriebsrohren bestehen aus Konstruktionsteilen zur Gewährleistung von

- Dichtheit gegen Wasser und andere Medien,

- Querkraftstabilität,

- Übertragung von Längskräften,

- korrosionssicherem Fugenverschluß (bei nicht korrosionsbeständigen Rohrwerkstoffen mit Inliner).

4.3.2.1.2 Schweißverbindungen für Stahlrohre

Für Schweißverbindungen gilt zusätzlich zu 4.3.2.1.1 (z.B. nach DIN 1626 bzw. prEN

gilt zusätzlich zu 4.3.2.1.1 (z.B. nach DIN 1626 bzw. prEN 10217-1) - Nahtvorbereitung für Stumpfschweißung,

10217-1)

- Nahtvorbereitung für Stumpfschweißung, Anschrägwinkel der Fugenflanken 30° ± 5°;

- Steghöhe 1,6 mm ± 0,8 mm;

- Die eingesetzten Schweißer müssen ein gültiges Schweißerzeugnis nach DIN EN 287-1 haben.

Ausgeführte Schweißnähte von Vortriebsrohren sind zerstörungsfrei zu prüfen, für Mantelrohre gilt eine stichprobenweise Prüfung. Für die Schweißnahtgüte gilt DIN EN

Prüfung. Für die Schweißnahtgüte gilt DIN EN 25817. 4.3.2.2 Angaben des Herstellers Der Hersteller hat

25817.

4.3.2.2 Angaben des Herstellers

Der Hersteller hat umfassende Angaben einschließlich Detailzeichnung zu machen über

- Maße und Toleranzen,

- Materialien

der Verbindung einschließlich des Druckübertragungsringes sowie zur

- Gütesicherung

hinsichtlich der Einhaltung der eigenen Angaben und der allgemein verbindlichen Anforderungen nach 4.3.2.3.

4.3.2.3 Allgemeine Anforderungen

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4.3.2.3.1 Dichtheit

Die Verbindungen von Abwasserrohren und gegebenenfalls Mantelrohren von Gas- und Wasserleitungen müssen dicht sein gegenüber:

im Betriebszustand

- innerem Wasserdruck 0,5 bar (für Wassergewinnungsgebiete 2,4 bar bei Werksabnahmeprüfung),

- äußerem Wasserüberdruck 0,5 bar (bei größerer Tiefenlage im Grundwasser gegebenenfallls zu vereinbaren).

im Bauzustand

- innerem Luftüberdruck entsprechend den Erfordernissen.

Bei Außendruck durch Schmiermittel darf sich dadurch die Lage des Dichtmittels nicht verändern. Die Höhe der Anforderung ist im Einzelfall zu vereinbaren.

Die Anforderungen an die Dichtheit von Produktrohren für Gas und Wasser sind in DVGW G 462/I, G 462/II, G 463, G 472 und DIN 4279 festgelegt.

4.3.2.3.2 Abwinkelbarkeit

Verbindungen müssen bei Belastung gemäß Abschnitt 4.3.2.3.1 bei der maximal zulässigen Abwinklung dicht sein. Diese ergibt sich -in Abweichung von DIN 4060 - aus der Änderung der mittleren Fugenspaltweite um die halbe Dicke des Druckübertragungsringes nach Abschnitt 4.3.2.3.4, wobei mindestens die Werte der Tabelle 9 7) anzusetzen sind.

7)

Die Werte der Tabelle 9 sind nicht als Angabe zulässiger Abweichungen für den Preß- und Steuervorgang zu verstehen (s. a. 4.3.2.3.4).

Tabelle 9: Abwinkelbarkeit in mm je m Baulänge

DN

max. Abwinklung a

200

25

> 200 bis 0500

15

> 500 bis 1000 > 1000

10

15

Abb. 2:

Abwinklung(3)

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4.3.2.3.3 Querkraftstabilität

Die Verbindungen müssen dicht bleiben unter Belastungen nach Abschnitt 4.3.2.3.1 bei Aufbringung von Scherlast/Scherweg nach DIN 4060: Ausgabe 1988, Abschnitt 4.2.1.2.

4.3.2.3.4 Übertragung von Längskräften

Wenn zur Übertragung von Längskräften ein Druckübertragungsring verwendet wird, gilt für seine Dicke ein

Richtwert D z von 0,1 s.

Bei gekrümmter Trasse oder klaffender Fuge sind besondere Überlegungen erforderlich.

Zur Übertragung von Längskräften werden Druckübertragungsringe aus Werkstoffen mit geringstmöglicher Querdehnung verwendet, wofür sich astfreies Holz und Spanplatten bewährt haben.

Andere Werkstoffe für Druckübertragungsringe müssen den Spezifikationen des Rohrherstellers entsprechen und auf die Konfiguration des Druckübertragungsringes und des Rohrwerkstoffes abgestimmt sein.

Die Breite des Druckübertragungsringes darf die Wanddicke an der Stirnfläche nicht überschreiten. Geringfügige Rücksprünge werden empfohlen.

4.3.2.3.5 Ausbildung der Rohrverbindungen, Fugenverschluß

Rohrverbindungen (Steckverbindungen) erhalten eine äußere Dichtung (Beispiele siehe Abb. 3 u. 4).

Unabhängig von einer späteren Ausführung einer inneren Dichtung müssen die Rohrverbindungen so konstruiert und ausgeführt sein, daß alle Funktionen bei ordnungsgemäßem Vortrieb dauerhaft von der äußeren Dichtung übernommen werden.

Hierzu gehören mindestens

- ausreichende Verankerung der Führungsringe im/am Vortriebsrohr,

- Maßnahmen zur Vermeidung von Umläufigkeiten.

Abb. 3:

Prinzipskizze einer Rohrverbindung mit einseitig befestigtem Führungsring bei Rohren aus Beton, Stahlfaserbeton und Stahlbeton.(4)

Die Fugen der äußeren Dichtung werden nach erfolgtem Vortrieb -bei bemannt arbeitenden Vortrieben einzeln- auf Wasserdichtheit geprüft. Ergeben sich dabei undichte Rohrverbindungen, ist in Abstimmung mit dem Auftraggeber eine funktionsfähige innere

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Fugendichtung nach Tabelle 10 einzubauen. Eine Prüfung der nachträglich eingebauten Fugendichtung ist in jedem Fall durchzuführen.

Bei bemannt arbeitenden Rohrvortrieben kann zusätzlich ein innerer Fugenverschluß ausgeführt werden, wenn dies aus betrieblichen Gründen erforderlich ist, wie z.B. bei Abwasserkanälen.

Bei Stahlbetonvortriebsrohren kann eine vordere Stützschulter der Dichtkammer am Spitzende aus Beton oder aus anderen Werkstoffen (Bundringe) hergestellt werden.

Es dürfen nur solche Dichtstoffe verwendet werden, bei denen eine gegenseitige Beeinflussung zwischen Rohrmaterial und Dichtstoff ausgeschlossen ist. Die Eignung ist nachzuweisen.

Abb. 4:

Prinzipskizze einer Rohrverbindung mit losem Führungsring(5)

Tabelle 10: Innere Dichtung für Vortriebsrohre

   

Dichtmittel

 

1. adhäsiv Zweikomponentendichtstoffe

2. kompressiv

Elastomere

 

Fugen-

 

breite b

 

min 10 mm

End-

mm

 

gül-

 

einlagig

zweilagig

 

tige

Fugen-

b

 
b  t ≥ 2    12 +  8) 3 
b 
t ≥
2
   12
+
 8)
3

tiefe t

t 12 + 3

t > 2b

mm

 
 

trocken (Feuchtigkeitsgehalt <5%), fett- und staubfrei

fettfrei,

Beschaffenheit

feuchtigkeitsunab-

der Stirnflächen

 

hängig

Ausbrüche und Lockerstellen ausbessern

Bemerkungen

falls Hinterfüllmaterial verwendet wird, Fugentiefe entsprechend vergrößern

Sofortige Dicht- wirkung, Verpressung des Ringes 20% bis

60%, Verarbeitung

 

temperatur-

unabhängig

Hinweise

BPG 9 )

DIN EN 681-1

Verarbeitung nach Angabe des Dichtmittelherstellers

8) Nur bei besonders hohen Beanspruchungen. 9) BPG = Bau- und Prüfgrundsätze des Deutschen Instituts für Bautechnik.

4.3.2.3.6 Material der Kupplungen (Führungsringe)

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Die Kupplung der Vortriebsrohre muß aus einem der folgenden Werkstoffe oder Werkstoffkombinationen bestehen:

- Rohrwerkstoff (genormt oder zugelassen für das zu transportierende Medium - Gas, Wasser, Abwasser),

- nichtrostender Stahl nach DIN 17440, DIN EN 10088-1,

- nichtrostender Stahl nach DIN 17440, DIN EN 10088-1, - Stahl mit Überzug (z. B. aus

- Stahl mit Überzug (z. B. aus Kautschukelastomer),

- Baustahl nach DIN EN 10025, z. B. S 235 JR (nur für bemannten Vortrieb mit Abrostungszuschlag nach DIN 50929-3 aufgrund Beurteilung nach DVGW GW 9).

Kupplungen aus Stahl mit galvanischem Oberflächenschutz oder mit polymeren Beschichtungen <1000 µm sind nicht zulässig.

4.3.2.3.7 Material der Dichtmittel

Die äußere Dichtung muß -soweit aus Elastomeren bestehend- die Anforderungen nach DIN EN 681-1 erfüllen.

Die innere Dichtung bei im bemannten Vortrieb hergestellten Kanälen muß die Anforderung der einschlägigen Bau- und Prüfgrundsätze des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt) erfüllen.

4.3.2.3.8 Lieferzustand

Die Rohrverbindungen - gegebenenfalls einschließlich der Druckübertragungsringe - sind vom Rohrhersteller mitzuliefern und soweit möglich vorzumontieren.

4.3.3 Verpackung

Vortriebsrohre für den unbemannten Vortrieb sind -gegebenenfalls mit vormontierten Verbindungen - verpackt zu liefern. Die Verpackung muß den Beanspruchungen des Straßentransports und der Lagerung auf der Baustelle angepaßt sein und Einzelentnahme ermöglichen.

Für Lieferung und Lagerung von Rohren aus Stahlbeton gilt DIN 19695, von Rohren aus Stahl die in den technischen Regelwerken des DVGW enthaltenen DIN-Normen.

4.3.4 Kennzeichnung

Vortriebsrohre und Rohrverbindungen sind mindestens zu kennzeichnen mit

- Herstellerkennzeichen,

- Herstelldatum,

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-

Nennweite,

- Prüfzeichen, Zulassungszeichen oder DIN-Zeichen (soweit maßgebend),

- Überwachungszeichen,

- weiteren Angaben entsprechend den Richtlinien für Gas- und Wasserrohre

4.3.5 Anschlüsse

Da bei Vortriebsrohren keine Abzweigformstücke montiert werden können, sind Anschlüsse von Straßenabläufen und Hausanschlußkanälen durch Anbohren und nachträgliches Verbinden herzustellen. Hierfür sind die aus der Verlegung in offener Bauweise bekannten und in den einschlägigen Rohrnormen festgelegten Bauteile zu verwenden.

Der Hersteller der Vortriebsrohre hat die hierfür erforderlichen Angaben zu machen.

4.3.6 Güteüberwachung

Das Einhalten der in den Abschnitten 4.3.1, 4.3.2, 4.3.4 und 4.3.5 festgelegten Anforderungen ist durch eine Überwachung, bestehend aus Eigenüberwachung und Fremdüberwachung, zu prüfen. Grundlage für das Verfahren ist DIN 18200.

zu prüfen. Grundlage für das Verfahren ist DIN 18200. Umfang und Häufigkeit der Prüfungen sind -soweit

Umfang und Häufigkeit der Prüfungen sind -soweit nicht durch Normen oder Zulassungen geregelt- von der fremdüberwachenden Stelle festzulegen.

4.3.7 Schächte

Schächte für Abwasserkanäle und -leitungen aus Vortriebsrohren müssen DIN 19549 entsprechen bzw. den darauf aufbauenden materialbezogenen Schachtnormen. Für den Übergang der Vortriebskanäle und -leitungen auf das Schachtbauwerk gilt ferner:

-

Im Bereich eines Doppelgelenkes darf ein Nicht-Vortriebs-Bauteil verwendet werden, das nach ATV-A 127 auf Belastung im offenen Graben bemessen ist und mit vorgefertigter Verbindung an das benachbarte Vortriebsrohr angeschlossen wird.

-

Bei Längen der Vortriebsrohre <1,00 m kann das Anschlußstück entfallen, wobei in bzw. an der Schachtwand stets ein gelenkiger Anschluß vorzusehen ist.

5

Vorbereitende Planungen

 

Die Baugrundverhältnisse, vorhandene Baulichkeiten, Ver- und Entsorgungseinrichtungen sowie die Grundwasserverhältnisse beeinflussen die Wahl des Vortriebsverfahrens, die erforderlichen Einrichtungen und die Durchführung des Rohrvortriebes.

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Es ist daher im Planungsstadium und vor Baubeginn erforderlich, sich hierüber ausreichende Kenntnisse zu verschaffen und die entsprechenden Unterlagen zur Verfügung zu stellen. Planungen Dritter sind gegebenenfalls zu berücksichtigen.

Vor Durchführung des Rohrvortriebes sind die höchstzulässigen Abweichungen von der planmäßigen Höhen- und Seitenlage der Vortriebsstrecke festzulegen. Dabei ist zu beachten, daß die Rohrleitung bei Inanspruchnahme der Toleranzen

- die ihr gestellte Aufgabe erfüllt

und

- andere Bauwerke und Anlagen nicht gefährdet.

Richtungsabweichungen sind nur soweit zulässig, wie dadurch der vorgesehene Zweck des Rohrvortriebes erhalten bleibt und andere Bauwerke und Anlagen nicht beeinträchtigt werden.

Für Abwasserkanäle und -leitungen sollten nur steuerbare Rohrvortriebsverfahren eingesetzt werden. Die in Tabelle 11 aufgeführten Werte der maximalen Abweichungen von der Soll-Lage sollten nicht überschritten werden. Für die Funktionsfähigkeit ist eine Gefällereserve einzuplanen.

Tabelle 11: Max. Abweichung in mm von der Soll-Lage für Abwasserkanäle und -leitungen

DN

vertikal

horizontal

< 600 1600 bis 1000 > 1000 bis < 1400 1400

± 20

± 125

± 25

± 140

± 30

± 100

± 50

± 200

5.1 Bestandsaufnahme über vorhandene Baulichkeiten und Einrichtungen

Es sind Angaben einzuholen über Lage und Zustand von

- Kabeln,

sind Angaben einzuholen über Lage und Zustand von - Kabeln, - Rohrleitungen, - Kanälen, - Schächten,

- Rohrleitungen,

- Kanälen,

- Schächten,

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- Fundamenten,

- künstlichen Hohlräumen,

- Ankern und Injektionskörpern,

- sonstigen im Baubereich verbliebenen baulichen Anlagen,

sowie allen anderen Baulichkeiten, soweit diese den Vortrieb beeinflussen oder beeinträchtigen bzw. durch diesen in Nutzung und Bestand gefährdet werden können. In Zweifelsfällen ist die genaue Lage durch Schürfen oder Suchschlitze oder andere geeignete Maßnahmen festzustellen.

Notwendige Umlegungen sind rechtzeitig zu veranlassen. Erforderlichenfalls sind bestehende Anlagen durch geeignete Maßnahmen zu sichern.

Es wird empfohlen, den Zustand von vorhandenen Baulichkeiten und Einrichtungen durch Beweissicherung festzustellen.

Alle Planunterlagen müssen auf der Baustelle vorhanden sein.

5.2 Baugrund- und Grundwasserverhältnisse

Angaben über den Baugrund und dessen Eigenschaften sowie über die Grundwasserverhältnisse sind erforderlich für die

- statische Berechnung der Rohre und Baugruben,

- Wahl des Vortriebsverfahrens und Durchführung des Rohrvortriebes.

Die zur Durchführung der Untersuchungen und ihrer Bewertung verfügbaren allgemein anerkannten Regeln der Technik sind zusammengefaßt in

- DIN TAB 113 – Erkundung und Untersuchung des Baugrundes

und in

- DIN TAB 36 – Erd- und Grundbau.

Die Baugrundverhältnisse sind so zu erkunden, daß eine Einordnung nach den Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV), DIN 18319 "Rohrvortriebsarbeiten" möglich ist (s. a. 5.2.2).

5.2.1 Angaben für die statische Berechnung

Für die statische Berechnung der Vortriebsrohre nach ATV- A 161 / DVGW GW 312 werden benötigt:

-

Bodenart mit Angabe der Gruppe oder der Wichte über bzw. unter Wasser und des Winkels der inneren Reibung,

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- Grundwasserstand, maximal/minimal im Bau- und Betriebszustand,

- Einordnung der Angaben in die Berechnungsgrundlagen nach ATV-A 161 / DVGW GW 312 "Statische Berechnung von Vortriebsrohren",

- Belastungs- und Einbaubedingungen nach ATV-A 161 / DVGW GW 312, Abschnitt 3.3.

5.2.2 Angaben für Verfahren und Durchführung des Rohrvortriebes

Nach den Erfordernissen des Einzelfalles sind anzugeben für

Lockergestein

- Schichtenverzeichnis,

- Kornform und -verteilung,

- Lagerungsdichte bzw. Konsistenz,

- max. und min. Grundwasserstand,

- Scherfestigkeit,

- Verformungsmodul und Erddruckbeiwert,

- Durchlässigkeitsbeiwert,

- Grad einer Kontaminierung von Boden, Bodenluft und Grundwasser,

- Bedingungen für Entsorgung,

- aggressive Wirkung von Boden und Grundwasser,

- organische Böden;

Festgestein

- Schichtenverzeichnis und Beschreibung des Zustandes,

- Trennflächengefüge und räumliche Orientierung,

- Härte und Abbaubarkeit,

- einaxiale Druckfestigkeiten,

- Wasseranfall, Grundwasserstände maximal und minimal,

- Grad einer Kontaminierung von Boden, und Bodenluft und Grundwasser,

- Bedingungen für Entsorgung,

- aggressive Wirkung von Boden und Grundwasser.

In schwierigen Fällen sind zusätzliche Angaben über z. B. ungünstige Schichtungen,

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Hanglagen, Quelldruck erforderlich und in Form von Belastungsangaben durch ergänzende Untersuchungen zur Verfügung zu stellen.

Auf die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV), DIN 18319 "Rohrvortriebsarbeiten" wird hingewiesen.

5.3 Angaben zu Setzungen

Unter Berücksichtigung der Baugrund- und Grundwasserverhältnisse, der Überdeckungshöhe, der Nutzung des Geländes der Vortriebsstrecke und der Baulichkeiten über bzw. im Einflußbereich der Vortriebsstrecke sind Angaben über die zulässigen Setzungen zu machen.

Gegebenenfalls notwendige Sicherungsmaßnahmen sind festzulegen.

5.4 Überdeckung

Bei nicht gesteuerten Vortrieben wird auf Tabelle 1 hingewiesen.

Bei gesteuerten Vortrieben sind bei H <1,0 m bzw. <D a verstärkt Setzungen zu erwarten

und vorausgehende Hebungen nicht auszuschließen. Zur Vermeidung möglicher Schäden sollten gegebenenfalls größere Überdeckungen gewählt werden.

5.5 Statische Berechnung, Vortriebskräfte

Vor Beginn der Bauausführung muß die Tragfähigkeit der Rohrleitung unter Einbeziehung der Vortriebskräfte nachgewiesen oder vorgegeben sein. Die statische Berechnung der im Lockergestein im Rohrvortriebsverfahren einzubauenden Rohre erfolgt nach ATV-A 161/DVGW GW 312.

Für Rohre, die im Festgestein vorgetrieben werden, sind im Einzelfall unter Berücksichtigung der Eigenschaften des Gebirges und der Vortriebstechnik ingenieurmäßige Überlegungen anzustellen.

Im Rahmen der Planung soll eine Abschätzung der zu erwartenden Vortriebskräfte in Abhängigkeit von den Steuervorgängen vorgenommen werden.

Für den Einbau der für den Vortrieb bemessenen Rohre in Start- und Zielschächten oder -baugruben in offener Bauweise ist den anders gearteten statischen Bedingungen durch Anpassung der Auflagerung Rechnung zu tragen.

Rohre für Anschlußstrecken, die in offener Bauweise verlegt werden, sind nach ATV-A 127 zu bemessen.

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5.6 Bevorzugte Nennweiten für Produkt- und Mantelrohre

Die bevorzugten Nennweiten von Rohren für Abwasserkanäle und -leitungen, die Trinkwasserversorgung und die Gasversorgung sind in Tabelle 12 angegeben:

Tabelle 12: Bevorzugte Nennweiten von Vortriebsrohren

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DN

Abwasser

Trinkwasser

Gas

32

 

x

x

40

x

x

50

x

x

80

x

x

100

 

x

x

150

x

x

x

200

x

x

x

250

x

x

x

300

x

x

x

400

x

x

x

500

x

x

x

600

x

x

x

800

x

x

x

1000

x

x

x

1200

x

x

x

1400

x

x

x

1600

x

x

x

1800

x

x

x

2000

x

x

 

2200

x

2400

x

2600

x

2800

x

3000

x

   

3200

x

3400

x

3600

x

3800

x

4000

x

5.7 Start- und Zielschächte

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Im Abwassernetz sind Start- und Zielschächte möglichst so anzuordnen, daß diese bei Verwendung von vorgefertigten Schächten oder Schachtteilen unmittelbar oder nach erfolgtem Ausbau als Einsteigschacht genutzt werden können. Diese Schächte sollten zur Aufnahme von Anschlußkanälen benutzt werden. Die Einmündungen und Übergänge innerhalb des Schachtes sind strömungstechnisch günstig auszubilden.

6. Durchführung

6. Durchführung

6.1 Fachkundige Unternehmen

Mit der Durchführung des Rohrvortriebes dürfen nur fachkundige Unternehmen betraut werden, die über erfahrenes Personal und geeignete Einrichtungen verfügen.

Bei Vortrieben von Produktleitungen für Gas- und Wasser muß das Unternehmen zusätzlich im Besitz der DVGW-Bescheinigung für Rohrleitungsbauunternehmen nach DVGW GW 301 in der entsprechenden Gruppe sein.

Der Nachweis für Arbeiten an Abwasserkanälen und -leitungen gilt als erbracht, wenn das Unternehmen im Besitz des entsprechenden Zertifikates der Gütegemeinschaft "Güteschutz Kanalbau" ist.

6.2 Anforderungen an die Ausführung

6.2.1

Allgemeines

Alle Einrichtungen und Betriebsweisen müssen den Unfallverhütungsvorschriften und im übrigen den allgemein anerkannten sicherheitstechnischen und arbeitsmedizinischen Regeln entsprechen.

Der Vortrieb ist hinsichtlich der Vortriebskräfte, der angetroffenen Bodenarten -insbesondere hinsichtlich Kontaminationen- sowie der Vortriebseinrichtung ständig zu kontrollieren. Treten Hindernisse, die nicht abgebaut und gefördert werden können, schädliche Gasaustritte, unzulässige Abweichungen von der planmäßigen Leitungsachse, unzulässige Vortriebskräfte, Abplatzungen an den Stirnflächen der Rohre oder Risse in den Rohren auf, ist der Vortrieb bis zur Festlegung der erforderlichen Maßnahmen zu unterbrechen. Der Bauherr ist zu informieren. Geeignete Maßnahmen sind gemeinsam festzulegen.

Der Vortrieb ist so auszuführen, daß eine funktionsfähige und dichte Rohrleitung entsteht. Die Vortriebsrohre, Rohrverbindungen und Dichtungen sind vor dem Herablassen in den Startschacht auf die an sie gestellten Anforderungen und auf Unversehrtheit zu überprüfen. Steinzeug-Vortriebsrohre sind darüber hinaus an beiden Enden mit einem

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Spitzend-Prüfgerät einem Prüfdruck von 15 bar zu unterziehen.

Wird die vorgetriebene Rohrleitung als Produktleitung genutzt, muß sie dem geforderten Prüfdruck und den weiteren zu stellenden Anforderungen entsprechen. Die Festigkeits- und Dichtigkeitsprüfungen sind entsprechend den einschlägigen Richtlinien, Normen und Merkblättern durchzuführen.

6.2.2

Vortriebsprotokolle

Bei nicht steuerbaren, unbemannt arbeitenden Systemen, z.B. Preßbohrverfahren, ist in festzulegenden Abständen die Lage des Rohrstranges zu messen und zu protokollieren.

Bei steuerbaren Rohrvortrieben mit unbemannt arbeitenden Systemen sind -soweit verfahrensbedingt möglich- folgende Vortriebsparameter kontinuierlich zu messen und aufzuzeichnen:

- Vortriebskräfte,

- Abweichungen nach Höhe und Seite,

-

Verrollung,

- Vortriebslänge.

Die

Parameter sind bei Preßbohr- und Schildvortrieben in Vortriebsintervallen von max. 200

mm

Länge oder max. 90 sek. Dauer automatisch zu messen und maschinell aufzuzeichnen.

Dabei ist zu gewährleisten, daß bei den Drücken der Vortriebspressen und des Abbauwerkzeuges jeweils der während eines Intervalls aufgetretene Maximaldruck aufgezeichnet wird. Bei den übrigen Parametern sollen Mittelwertbildungen aus dem letzten Intervall aufgezeichnet werden.

Alternativ sind auch kontinuierlich arbeitende grafische Meßwertschreiber zugelassen.

Bei Rohrvortrieben mit bemannt arbeitenden Systemen sind die gemessenen Preßkräfte der Haupt- und Zwischenpreßstationen fortlaufend aufzuzeichnen und mit den errechneten Werten zu vergleichen. Abweichungen sind zu ergründen. Über die Lage des Rohrstranges ist ein Protokoll zu führen. Dazu ist die Höhen- und Seitenlage des Schneidschuhs und des ersten Rohres mindestens alle zwei Meter bzw. nach jedem eingebauten Rohr zu kontrollieren; das Ergebnis ist in einem Diagramm darzustellen. Zusätzliche Kontrollen des Vermessungssystems sind regelmäßig in geeigneten Abständen vorzunehmen.

Bei Verwendung von Schmiermitteln ist der Druck zu messen.

Bei Verdacht auf Kontamination ist der Auftraggeber unverzüglich zu informieren.

Die Protokolle müssen das Datum enthalten sowie Angaben über die Lage der Baustelle,

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Boden- und Grundwasserverhältnisse aufweisen.

6.3 Meß- und Steuerungseinrichtungen

Der Einsatz nicht steuerbarer oder steuerbarer Rohrvortriebe richtet sich nach den Anforderungen hinsichtlich der Verlegegenauigkeit.

Bei den nicht steuerbaren Rohrvortrieben wird die Vortriebsrichtung vor Beginn der Arbeiten im Startschacht oder in der Startbaugrube durch das sorgfältige Einrichten der maschinellen Vortriebseinrichtungen vorgegeben. Insbesondere bei längeren Vortriebsstrecken und/oder ungünstigen bzw. wechselnden Bodenverhältnissen können sich größere Abweichungen ergeben.

Bei steuerbaren Rohrvortrieben müssen im Bereich der Vortriebsmaschine bzw. des Vortriebsschildes folgende Parameter meßtechnisch erfaßt werden:

- vertikale Abweichung,

- horizontale Abweichung,

-

-

Verrollung,

Neigung,

- Vortriebsweg.

Hierfür können zur meßtechnischen Erfassung der vertikalen Abweichung optische Geräte, Lasergeräte und Schlauchwasserwaagen, zur meßtechnischen Erfassung der horizontalen Abweichungen optische Geräte, Lasergeräte, Kreiselgeräte, und zur meßtechnischen Erfassung der Verrollung und Neigung Inklinometer verwendet werden. Darüber hinaus sind die Wege der Steuerzylinder zu messen. Die Steuerdrücke müssen angezeigt werden.

Es ist sicherzustellen, daß Meß- und Steuerungseinrichtungen so installiert werden, daß sie von Startgrubenwänden und -bohlen, die durch Kraft- oder Lasteintragungen in ihrer Lage verändert werden können, getrennt sind.

6.4 Abbau und Förderung

6.4.1

Abbauarten

In Abhängigkeit von Bodenart und Rohrdurchmesser sind folgende Abbauarten des anstehenden Bodens an der Ortsbrust möglich:

folgende Abbauarten des anstehenden Bodens an der Ortsbrust möglich: Abbau durch - Handarbeit, Copyright GFA, Hennef

Abbau durch

-

Handarbeit,

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- mechanische Hilfsmittel,

-

Bohrkopf,

- Teilschnittmaschinen,

- Vollschnittmaschinen,

- Flüssigkeitsdruckstrahlen,

- Vollschnittmaschinen, - Flüssigkeitsdruckstrahlen, - Sprengung 1 0 ) . 10) Sprengtechnisches Gutachten

- Sprengung 10) .

10) Sprengtechnisches Gutachten erforderlich

6.4.2 Abbaubedingungen

Es ist sicherzustellen und zu überprüfen, daß nicht mehr Boden an der Ortsbrust entnommen wird, als es der Vortriebsquerschnitt ergibt. Bei nicht standfesten Böden ist durch geeignete Maßnahmen, z.B. Einbau von Fächern, Haubenschild, Stützung der Ortsbrust (Erddruck, hydraulisch, Druckluft) zu verhindern, daß Boden einbricht. Die Beseitigung von Vortriebshindernissen vor der Schneide aus einem begehbaren Schild heraus darf nur unter dem Schutz besonderer Hilfs- und Sicherungsmaßnahmen erfolgen.

6.4.3 Förderung

Für die horizontale Abförderung des gelösten Bodens kommen im Regelfall folgende Förderarten in Betracht:

- Kübelförderung mit oder ohne Gleis durch Winden oder elektrisch betriebene Zugmaschinen,

Gleis durch Winden oder elektrisch betriebene Zugmaschinen, - Bandförderung, - Schneckenförderung, - hydraulische

- Bandförderung,

- Schneckenförderung,

- hydraulische Förderung (Spülförderung),

- pneumatische Förderung,

- Sonderverfahren.

6.4.4 Verfüllung von Hohlräumen

Hohlräume zwischen Vortriebsrohr und anstehendem Boden sowie Hohlräume im anstehenden Boden, die durch den Vortrieb entstanden sind, müssen mit geeigneten umweltverträglichen Stoffen verfüllt werden.

Bei Anwendung von Bodenverdrängungsverfahren und Horizontalramme mit offenem Rohr (siehe 2.2.2.1) kann eine Verfüllung entfallen, wenn aufgrund der Bodenentspannung Schäden ausgeschlossen werden können.

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6.5 Aus- und Einfahröffnungen

Beim Anfahren der Vorpreßstrecke und beim Einfahren in den Zielschacht oder die Zielbaugrube sind zur Vermeidung von Boden- und gegebenenfalls Grundwassereinbrüchen besondere Maßnahmen zur Abstützung der Ortsbrust erforderlich. Dafür kommen z.B. in Frage:

- Hilfskonstruktionen durch zusätzlichen horizontalen oder vertikalen Verbau,

- kurzzeitige Grundwasserabsenkung in Verbindung mit einer Brillenwanddichtung,

- Injektionen des anstehenden Bodens,

- Aus- und Einfahrschleusen.

6.6 Wasserhaltung

Bestimmte Vortriebsverfahren sind grundwassertauglich, so daß sich dabei Wasserhaltungsarbeiten gegebenenfalls auf das einmalige Abpumpen des Grundwassers bei der Herstellung der Start- und Zielschächte oder -baugruben mit einer Unterwasserbetonsohle beschränken.

Grundwasser kann durch

- offene Wasserhaltung,

- geschlossene Wasserhaltung,

- kombinierte Wasserhaltung,

-

Druckluft,

- Flüssigkeitsstützung,

- Sonderverfahren (z.B. Gefrierverfahren)

beseitigt oder abgehalten werden.

6.6.1 Offene Wasserhaltung

Soweit Bodenart und Wasserandrang dies zulassen und die Steuerbarkeit nicht beeinträchtigt wird, kann das Wasser durch die vorgetriebene Rohrstrecke zum Preßschacht abgeleitet und von dort abgepumpt werden. Durch geeignete Maßnahmen ist ein Ausspülen der Ortsbrust zu verhindern.

6.6.2 Geschlossene Wasserhaltung

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Die Grundwasserabsenkung ist so zu dimensionieren und auszuführen, daß der Grundwasserspiegel während der gesamten Vortriebszeit ausreichend unterhalb der Sohle der Startschächte oder -baugruben abgesenkt wird, soweit nicht durch bauliche Maßnahmen sichergestellt wird, daß die Schächte oder Baugruben und die Ausfahröffnungen wasserdicht sind. Bei Zielschächten oder -baugruben ist der Grundwasserspiegel rechtzeitig vor dem Einfahren des Vortriebes in die Schächte oder Baugruben ausreichend unter die Rohrsohle abzusenken. Während des Vortriebes ist der Grundwasserspiegel im Bereich der Ortsbrust ausreichend abzusenken.

Die Grundwasserstände sind vor und während des Vortriebes, z.B. durch Peilrohre, zu überprüfen.

Eine geschlossene Wasserhaltung aus der Ortsbrust heraus sollte nur in Ausnahmefällen zur Beseitigung von Schichtenwasser und nur vorübergehend vorgenommen werden. Dabei sind geeignete Maßnahmen zu treffen, um ein Ausfließen des Bodens zu verhindern.

6.6.3 Kombinierte Wasserhaltung

Eine Kombination von geschlossener und offener Wasserhaltung ist möglich.

6.6.4 Wasserhaltung durch Druckluft

Der Einsatz kommt sowohl für unbemannt wie auch für bemannt arbeitende Rohrvortriebe in Frage. Wird Personal unter Überdruck eingesetzt, so ist die "Verordnung über Arbeiten unter Druckluft – Druckluftverordnung" zu beachten.

Rohre für bemannten Vortrieb unter Druckluft müssen im atmosphärischen Bereich einen Innendurchmesser von mindestens 1,60 m haben. Mindestabmessungen nach der Druckluftverordnung für Schleusen 1,60 m, für Arbeitsräume 1,80 m.

Personenschleusen sind so auszustatten und zu betreiben, daß bei Gefahr in der Arbeitskammer jederzeit von außen Hilfe gebracht werden kann und daß sich alle Personen, die sich in der Arbeitskammer befinden, jederzeit in die Schleuse zurückziehen können. Daher sind mindestens zwei in der Regel hintereinander liegende Schleusen vorzusehen.

Bei allen Druckluftvortrieben, bei denen die Arbeitskammer im Bereich des Schildes angeordnet ist, d.h. der dahinterliegende Rohrstrang sich in freier Atmosphäre befindet, ist am Schacht oder an der Baugrube ständig eine Notschleuse (Topfschleuse) vorzuhalten, damit in kürzester Zeit ein Druckausgleich in der atmosphärisch aufgefahrenen Leitung geschaffen werden kann.

Die vordersten Rohre und der Schild bzw. die Vortriebsmaschine sind bis zur Schleuse zugfest miteinander zu verbinden. Bis zur sicheren Übernahme der rückwärts gerichteten

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Kraft aus dem Luftdruck im Arbeitsraum durch die Mantelreibung ist während der Rohrwechsel im Startschacht oder in der Startbaugrube der Rücklauf durch eine geeignete Sperre zu verhindern.

6.6.5 Flüssigkeitsstützung

Die Flüssigkeitsstützung der Ortsbrust setzt im allgemeinen einen vollmechanisierten Abbau des Bodens voraus. Der Druck und die Viskosität der Stützflüssigkeit ist auf die Höhe des Grundwasserstandes, die Eigenschaften des anstehenden Bodens, die Erdüberdeckung und sonstige bauliche Gegebenheiten abzustimmen.

6.6.6 Sonderverfahren

Sonderverfahren sind zulässig, soweit deren Eignung und Umweltverträglichkeit nachgewiesen werden kann.

6.7 Stütz- und Gleitmittel

Durch das Einpressen einer Suspension mit thixotropen Eigenschaften, z.B. Bentonitsuspension, kann im kohäsionslosen Lockergestein und in Böden mit nur geringer Kohäsion, z.B. in Kies- und Sandböden, der beim Vortrieb auftretende Reibungswiderstand zwischen Rohr und Boden deutlich reduziert werden. Auf eine möglichst gleichmäßige Beaufschlagung der gesamten Rohrmantelfläche ist zu achten. Einpreßdrücke, Viskosität und Verbrauchsmengen sind laufend zu überprüfen und so zu wählen, daß Schäden an der Leitung und benachbarten Bauwerken vermieden werden.

Bei nichtbegehbaren Querschnitten kann die Suspension entweder am Bohrkopf oder im Bereich des Nachläufers der Vortriebsmaschine in den Ringspalt eingepreßt werden, bei begehbaren Querschnitten über Injektionsstutzen in den Vortriebsrohren, die anschließend dauerhaft druckdicht zu verschließen sind.

Die Umweltverträglichkeit von Stütz- und Gleitmitteln müssen im festen und flüssigen Zustand nachgewiesen werden.

Ein Nebeneffekt der Verwendung von Gleitmitteln kann die Verringerung der Oberflächensetzung durch Füllung des Ringspaltes sein.

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Rohrvortrieb unter Bahngelände der Deutschen Bahn

 

AG

 

Die nachstehenden Regelungen geben den Stand des Regelwerkes der Deutschen Bahn

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AG wieder 11) .

11) Für Rohrvortriebe unter Anlagen der Zuständigkeit der DB AG sind die jeweiligen Bestimmungen zu beachten.

7.1

Allgemeines

Kreuzungen von Leitungen mit Bahngelände der DB AG sind möglichst mit Einbauverfahren durchzuführen, die Veränderung der Gleislage ausschließen oder gering halten und den Bahnbetrieb wenig stören.

Die Sicherheit des Bahnbetriebes muß jederzeit gewährleistet sein. Die Mindestüberdeckungshöhe (Oberkante Schwelle - Oberkante Rohr) nach DS 804 und DS 836 darf nicht unterschritten werden (hü > 1,50 m und > D i ). Alle metallischen Rohre

sind mit einem wirksamen Korrosionsschutz zu versehen. Das Vortriebsverfahren darf den Korrosionsschutz nicht beeinträchtigen.

Für Kreuzungen von Gas- und Wasserleitungen mit dem Gelände der Deutschen Bahnen gelten die "Gas- und Wasserleitungskreuzungsrichtlinien" DS 180 der DB AG. Bei Kreuzungen von Kabelschutzrohren, Abwasserkanälen und -leitungen sind die Technischen Bestimmungen der DS 180 sinngemäß anzuwenden. Die für eine Kreuzungsbaumaßnahme erforderlichen Unterlagen werden dem Antragsteller vom Regionalbereich der DB AG genannt.

Die zugelassenen Vortriebsrohre werden von der DB AG benannt.

Beim Kreuzen von Bahnanlagen mit einer Streckengeschwindigkeit > 160 km/h sowie für den Nachweis der Zeitfestigkeit werden zusätzliche Forderungen von der DB AG festgelegt.

Unter bestimmten Bedingungen müssen die Vortriebsarbeiten ohne Unterbrechung in Tag- und Nachtschicht und an Sonn- und Feiertagen durchgeführt werden. Bei Unterbrechungen des Vortriebes sind Maßnahmen zu treffen, die eine Gefährdung des Bahnbetriebes - z. B. durch Einbrüche der Ortsbrust - verhindern. Zusätzlich ist in ausreichendem Maße für das Beobachten der Vortriebsstrecke sowie der Gleislage zu sorgen. Entsprechend der Bedeutung der Strecke sind meßtechnische Gleisüberwachungen anzuwenden.

Dies kann notwendig sein z. B.

- bei nichtbindigen Böden (Fließsande)

oder

- zur Vermeidung langer Beeinträchtigungen des Bahnbetriebes.

7.2 Schutzmaßnahmen

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Der Beginn der Baumaßnahme im Gleisbereich ist mit der DB AG so abzustimmen, daß eine Überwachung durch die DB AG jederzeit möglich ist.

Vor Baubeginn legt der Regionalbereich der DB AG im Einvernehmen mit dem Leitungsträger und unter Berücksichtigung der Vortriebsart und der örtlichen Verhältnisse fest, ob bzw. welche besondere Maßnahmen zum Schutz des Bahnbetriebes zu treffen sind.

7.2.1 Betriebliche Schutzmaßnahmen

Als betriebliche Schutzmaßnahmen für den Bahnbetrieb kommen hauptsächlich in Betracht:

- Kontinuierliche Beobachtung und meßtechnische Überwachung (Beweissicherungsverfahren) der Gleisanlage nach Höhe und Richtung während des Vortriebes und Kontrolle der Gleislage während der anschließenden Zeit bis zur Konsolidierung des Bodens,

a) ohne Einrichtung einer Langsamfahrt,

b) mit Einrichtung einer Langsamfahrt.

Die erforderlichen Meßprotokolle sind dem Regionalbereich zur Auswertung vorzulegen.

- Einbau von Kleinhilfsbrücken (KHB) bzw. verstärkten Kleinhilfsbrücken (KHBV) mit Begrenzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit der Züge (max. v meistens zwischen 60 km/h und 90 km/h). Bei Gleissicherung ohne Baugrube unter dem Gleis ist in der Regel keine Geschwindigkeitseinschränkung erforderlich.

- Geschwindigkeitseinschränkungen werden von der DB AG gesondert festgelegt, sind aber besonders auf Strecken des Kernnetzes zu erwarten.

- Einbau von Hilfsbrücken (mit Langsamfahrstellen).

7.2.2 Bauliche Schutzmaßnahmen

Als bauliche Schutzmaßnahmen zur Verringerung der Störung der Gleislage kommen in Betracht:

- Wahl eines Einbauverfahrens, bei dem nur geringe Störungen zu erwarten sind,

- die Vermeidung von Setzungen,

- Stabilisierung des Bodens durch Injektionen,

- die Verhinderung von Bodeneinbrüchen an der Ortsbrust,

- große Überschüttungshöhen, die eine Gewölbebildung im Boden über den Rohren erlauben,

- Vermeidung eines Überschnittes oder Ausführung eines möglichst geringen

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Überschnittes über den Rohrdurchmesser (einschließlich Außenschutz) hinaus,

- Einpressen einer Betonitsuspension während des Vortriebes und Verpressen des Überschnittes mit Zement-Bentonitgemisch nach Beendigung des Vortriebes,

- Vermeidung von Kurvenfahrten unter dem Gleis,

- kontinuierlicher Vortrieb,

- beim Rohrvortrieb unter Gleisen ist Sofortverrohrung erforderlich.

7.3 Gleislageänderungen

Grenzwerte der Gleislageänderung, die als Anhalt für die Eingriffschwelle dienen können, werden erarbeitet.

Als Eingriffschwelle ist die Gleislageänderung anzusehen, bei deren Überschreitung eine Unterhaltungsmaßnahme zur Verbesserung der Gleislage erforderlich wird.

Die im Einzelfall geltende Eingriffschwelle wird durch den Regionalbereich oder den Baubezirk der DB AG angegeben.

7.4 Einsatzbedingungen für Vortriebsverfahren

7.4.1

Unbemannt arbeitende Verfahren

7.4.1.1

Nichtsteuerbare Verfahren

7.4.1.1.1

Bodenverdrängungsverfahren

Bodenverdrängungsverfahren nach 2.2.1 sind unter folgenden Bedingungen erlaubt:

- Die Überdeckungshöhe (OK Schwelle bis OK Rohr) muß mindestens das 12-fache des Rohraußendurchmessers (D a ), jedoch mindestens 1,50 m betragen.

- Die Vortriebslänge soll das 100-fache von D a

und der Rohraußendurchmesser 200 mm

nicht überschreiten. Bei Vortrieben > 20 m ist eine meßtechnische Überwachung erforderlich.

- Eine Rohrbündelung ist nicht gestattet. Die lichten Abstände bei parallelen Vortrieben sind mit > 1,00 m einzuhalten, parallele Leitungen dürfen nicht gleichzeitig vorgetrieben werden.

- Es ist eine Sofortverrohrung durchzuführen.

Bei Bodenverdrängungshämmern sind die Zweitaktverfahren und Stufenköpfe zu

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bevorzugen.

7.4.1.1.2

Bodenentnahmeverfahren

7.4.1.1.2.1

Horizontalramme mit offenem Rohr

Bodenentnahmeverfahren mit Horizontalrammen nach 2.2.2.1 sind unter folgenden Bedingungen erlaubt:

- Der Einsatz beschränkt sich auf Stahlrohre.

- Der Überschnitt des Schneidschuhes über das Rohr (einschließlich Beschichtung) darf 5 mm, bezogen auf den Radius, nicht überschreiten.

- Durch Entleerungsöffnungen am Rohrende bzw. im Entleerungskegel ist dem Erdkern im Rohr die Möglichkeit zu geben, sich zu entspannen.

- Die von den Maschinenherstellern angegebenen erhöhten Mindestwanddicken sind zu beachten.

- Als verfahrensbedingt notwendige Überdeckungshöhe sollte h ü

>

2,5 · D a + 0,70 m

angestrebt werden. Die Mindestüberdeckungshöhe der DS 804 (vgl. 7.1) darf auch bei kleinen Rohrdurchmessern nicht unterschritten werden.

- Es ist ein Rammprotokoll zu führen. Im Protokoll sind aufzuführen: Typ der Ramme, Vortriebsstrecke pro Zeiteinheit und Druck des Antriebsaggregates. Bei stark nachlassender Rammgeschwindigkeit ist das Rohr zu entleeren. Dabei sind Spülverfahren unzulässig.

- Eine Entleerung nach Fertigstellung durch Spülverfahren ist nur zulässig, wenn die anfallenden Spülwassermengen wirksam aufgefangen und sofort schadlos abgeleitet werden.

In locker gelagerten nichtbindigen Böden ist auf Einsenkungen beim Rammen wegen der Erschütterungen besonders zu achten.

7.4.1.1.2.2 Horizontal-Preßbohrgerät

Bei Rohren, die im Preßverfahren nach 2.2.2.2 eingebaut werden, muß der Bohrkopf um das Maß des Rohrdurchmessers hinter der Rohrschneide zurückbleiben.

Der Überschnitt darf, wenn er nicht mit Bentonit verpreßt wird, 5 mm nicht überschreiten.

Hinsichtlich der Mindestüberdeckungshöhe und der verfahrensbedingten Überdeckungshöhe gelten die Aussagen wie unter Ziffer 7.4.1.1.2.1.

gelten die Aussagen wie unter Ziffer 7.4.1.1.2.1. Es ist sicherzustellen und zu überprüfen, daß nicht mehr

Es ist sicherzustellen und zu überprüfen, daß nicht mehr Boden an der Ortsbrust

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entnommen wird, als es der Vortriebsquerschnitt ergibt.

7.4.1.2 Steuerbare Verfahren

7.4.1.2.1 Schild-Rohrvortrieb

Steuerbare Verfahren im Schild-Rohrvortrieb nach 2.3.3 sollen bevorzugt werden, wenn große Genauigkeit des Vortriebes erforderlich ist oder große Vortriebslängen vorgesehen sind.

Ein Überschnitt von 10 mm, bezogen auf den Radius, ist einzuhalten. Die durch die DB AG festgelegten Zusatzbedingungen sind zu beachten.

7.4.1.2.2 Horizontal-Spülbohrung und HDD-Verfahren

Verfahren nach 2.3.4 und 2.3.5 bedürfen der Zustimmung im Einzelfall durch die zuständigen Stellen der DB AG, wenn die Überdeckungshöhe nicht mindestens 2,00 m beträgt oder der Rohraußendurchmesser 180 mm überschreitet. Das Bohrloch ist immer mit einer Bentonitsuspension zu stützen. Die durch die DB AG festgelegten Zusatzbedingungen sind zu beachten.

7.4.2 Bemannt arbeitende Rohrvortriebe

Bei bemannt arbeitenden Rohrvortrieben müssen die Innendurchmesser der Rohre unter Gleisen mindestens betragen:

-

-

D i = 1000 mm bei Vortriebslängen bis 25 m,

D i = 1200 mm bei Vortriebslängen über 25 m.

Der Überschnitt im Lockergestein darf bei Rohren über DN 1000 bis 10 mm, bezogen auf den Radius, betragen, wenn der Überschnitt zur Stützung des Bodens verpreßt wird. Ohne Verpressung darf der Überschnitt nicht größer als 5 mm sein.

7.4.3 Neue Einbauverfahren

Neue Einbauverfahren, die nicht unter 2. oder 3. erwähnt sind, dürfen unter Gleisen nur mit Zustimmung der zuständigen Stellen der DB AG angewendet werden.

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Rohrvortrieb unter Bundesfernstraßen

8 Rohrvortrieb unter Bundesfernstraßen

Die nachstehenden Regelungen geben den Stand der Vorschriften des Bundesministers für Verkehr wieder.

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8.1 Allgemeines

Werden Wasserleitungen oder Gasleitungen in öffentlichen Straßen verlegt (Kreuzung, Längsführung), finden die im Gestattungsvertrag enthaltenen oder in ihm angeführten Technischen Bestimmungen Anwendung.

Ist ein Rahmenvertrag abgeschlossen worden, gelten die "Allgemeinen Technischen Bestimmungen" (Teil des Rahmenvertrages). Im übrigen finden die allgemein anerkannten Regeln der Technik - insbesondere DIN 19630 - Anwendung.

Für Abwasserkanäle und -leitungen sowie für Kabelschutzrohre sind Einzelvereinbarungen abzuschließen.

8.2 Betriebliche und bauliche Schutzmaßnahmen

Für die Durchführung der Kreuzung von Straßen sind die örtlichen Bestimmungen bzw. die Straßenverkehrsordnung zu beachten.

Zum Schutz des Straßenverkehrs kommen gegebenenfalls im einzelnen und unter Berücksichtigung der Vortriebsart unter anderem folgende Maßnahmen in Betracht:

- Verkehrsbeschränkungen,

- Verwendung zusätzlicher Hilfskonstruktionen wie Hilfsbrücken u. ä.,

- kontinuierliches Beobachten der Straßenlage während des Rohrvortriebes.

Bei vorübergehenden Unterbrechungen des Rohrvortriebes sind Vorkehrungen zu treffen, die eine Gefährdung des Straßenverkehrs, z. B. durch Einbrüche an der Ortsbrust, verhindern.

Unter besonderen Voraussetzungen müssen die Vortriebsarbeiten ohne Unterbrechung, d. h. in Tag- und Nachtschichten und an Sonn- und Feiertagen, durchgeführt werden. Dies kann beispielsweise nötig sein

-

bei bestimmten Bodenarten (z. B. Fließsanden),

-

zur Vermeidung unnötig langer Beeinträchtigungen des Straßenverkehrs,

-

zur Vermeidung erhöhter Anfahrwiderstände, die sich durch längere Stillstandzeiten ergeben können.

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Rohrvortrieb unter Bundeswasserstraßen

 

Die nachstehenden Regelungen geben den Stand der Vorschriften des Bundesministers für

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Verkehr wieder.

9.1 Allgemeines

Für die Kreuzung von Leitungen der öffentlichen Versorgung und Abwasserbeseitigung mit Bundeswasserstraßen gelten die Bedingungen und Auflagen einer strom- und schiffahrtpolizeilichen Genehmigung nach § 31 Bundeswasserstraßengesetz, ergänzt durch die Vorschriften für die Kreuzung von Reichswasserstraßen durch fremde Rohrleitungen (Rohrkreuzungsvorschriften vom 24. Dezember 1933, RVBl. 1933 S. 149).

Maßgebend ist ferner der jeweilige Gestattungsvertrag.

9.2 Betriebliche und bauliche Schutzmaßnahmen

In der Planungsphase stimmt der Leitungsträger die Lage der Kreuzung mit dem zuständigen Wasser- und Schiffahrtsamt ab.

Dabei ist zu beachten, daß grundsätzlich

- Durchdringungen von Bundeswasserstraßen im Dammbereich vermieden werden sollen,

- Ver- und Entsorgungsleitungen nicht parallel zur Kanalachse im Damm oder in der Nähe des Dammfußes geführt werden dürfen.

Im Zuge des Genehmigungsvertrages legt das zuständige Wasser- und Schiffahrtsamt im Benehmen mit dem Leitungsträger fest, ob und welche besonderen Maßnahmen zum Schutz des Verkehrs auf der Wasserstraße und zum Schutz von Bauwerken der Wasserstraßen unter Berücksichtigung der gewählten Vortriebsart zu treffen sind.

Es kommen u. a. in Betracht:

- Langsamfahrstellen,

- Anlege- bzw. Ankerverbot,

- Mindestrohrüberdeckungen, gegebenenfalls Befestigung der Sohle (Steinschüttung),

- Kontrolle der Höhen- und Seitenlage des vorgetriebenen Rohrstranges,

- Kontrolle der Gewässersohle im Bereich der Rohrkreuzung vor, während und nach den Vortriebsarbeiten,

- Nachweis der Sicherheit gegen Ausblasen von Luft bei Vortrieb unter Druckluft,

- Vorkehrungen zur Vermeidung eines Wassereinbruchs während der Bauzeit.

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10 Normative Verweisungen

10 Normative Verweisungen

10.1 Gesetze/Verordnungen 12)

Gesetz über explosionsgefährliche Stoffe (Sprengstoffgesetz – SprengG)

Verordnung über gefährliche Stoffe (Gefahrstoffverordnung – GefStoffV)

Technische Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 900) "MAK-Werte-Liste"

für Gefahrstoffe (TRGS 900) "MAK-Werte-Liste" Verordnung über Arbeiten in Druckluft (Druckluftverordnung

Verordnung über Arbeiten in Druckluft (Druckluftverordnung – DruckluftV)

Verordnung über Arbeitsstätten (Arbeitsstättenverordnung – ArbStättV)

Gerätesicherheitsgesetz (GSG)

12) Zu beziehen über Buchhandel oder Carl Heymanns Verlag KG; Luxemburger Straße 449, 50939 Köln

10.2 Unfallverhütungsvorschriften 12)

UVV

"Allgemeine Vorschriften"

(VBG 1)

UVV

"Bauarbeiten"

(VBG 37)

UVV

"Elektrische Anlagen und Betriebsmittel"

(VBG 4)

UVV

"Erdbaumaschinen – Bagger, Lader, Planiergeräte, Schürfgeräte und Spezial- maschinen des Erdbaus"

(VBG 40)

UVV

"Erste Hilfe"

(VBG 109)

UVV

"Fahrzeuge"

(VBG 12)

UVV

"Gasleitungen, Arbeiten an"

(VBG 50)

UVV

"Heiz-, Flämm- und Schmelzgeräte für Bau- und Montagearbeiten"

(VBG 43)

UVV

"Kraftbetriebene Arbeitsmittel"

(VBG 5)

UVV

"Krane"

(VBG 9)

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UVV

"Lärm"

(VBG 121)

UVV

"Lastaufnahmeeinrichtungen im Hebe- zeugbetrieb"

(VBG 9a)

UVV

"Leitern und Tritte"

(VBG 74)

UVV

"Rammen"

(VBG 41)

UVV

"Schweißen, Schneiden und verwandte Verfahren"

(VBG 15)

UVV

"Sprengarbeiten"

(VBG 46)

UVV

"Staub, Gesundheitsgefährlicher mineralischer -"

(VBG 119)

UVV

"Stetigförderer"

(VBG 10)

UVV

"Winden, Hub- und Zuggeräte"

(VBG 8)

10.3

Sicherheitsregeln 12)

Sicherheitsregeln für Bauarbeiten unter Tage

(ZH 1/486)

Sicherheitsregeln für Arbeiten in Bohrungen

(ZH 1/492)

Sicherheitsregeln für Rohrleitungsbauarbeiten

(ZH 1/559)

Sicherheitsregeln für Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen

(ZH 1/177)

Sicherheitsregeln für den Einsatz von elektrischen Betriebsmitteln bei erhöhter elektrischer Gefährdung

(ZH 1/228)

10.4 ATV/DVGW-Regelwerke

ATV-A 127

Richtlinie für die statische Berechnung von Entwässerungskanälen und -leitungen

ATV-A 132/

Standardleistungsbuch für das Bauwesen,

DVGW W 309

Leistungsbereich 911 "Rohrvortrieb-Durchpressungen"

ATV-A 142

Abwasserkanäle und -leitungen in Wassergewinnungsgebieten

ATV-A 161/

Statische Berechnung von Vortriebsrohren

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

DVGW GW 312

DVGW GW 9

Beurteilung von Böden hinsichtlich ihres Korrosionsverhaltens auf erdverlegte Rohrleitungen und Behälter aus unlegierten und niedriglegierten Eisenwerkstoffen

DVGW GW 301

Verfahren für die Erteilung der DVGW-Bescheinigungen für Rohrleitungsbauunternehmen

DVGW W 305

Prinzipskizze und Musterentwürfe für die Kreuzung von DB-Gelände mit Wasserleitungen

DVGW W 307

Verfüllung des Ringraumes

DVGW G 462/I

Errichtung von Gasleitungen bis 4 bar Betriebsüberdruck aus Stahlrohren, Teil 1

DVGW G 462/II

Gasleitungen aus Stahlrohren von mehr als 4 bar bis 16 bar Betriebsdruck; Errichtung, Teil 2

DVGW G 463

Gasleitungen aus Stahlrohren von mehr als 16 bar Betriebsdruck; Errichtung

DVGW G 469

Druckprüfverfahren für Leitungen und Anlagen der Gasversorgung

DVGW G 472

Gasleitungen bis 4 bar Betriebsdruck aus PE-HD und bis 1 bar Betriebsdruck aus PVC-U; Errichtung

10.5 Weitere Richtlinien

Güte- und Prüfbedingungen des Güteschutzes Kanalbau "Gütegemeinschaft Herstellung und Instandhaltung von Entwässerungskanälen und -leitungen e. V.", Postfach 1369, 53604 Bad Honnef

DS 180

DB-Gas- und Wasserkreuzungsrichtlinien

DS 804

Vorschrift für Eisenbahnbrücken und sonstige Ingenieurbauwerke (gültig ab 01.01.1983)

DS 836

Vorschrift für Erdbauwerke (gültig ab 01.01.1985)

"Deutscher Betonverein": Grundlagen zur Bemessung von Stahlfaserbeton im Tunnelbau

Richtlinien für die bautechnische Maßnahmen an Straßen in Wassereinzugsgebieten

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

Prüfbescheide des Deutschen Instituts für Bautechnik, Berlin

PA-I 3840

Abwasserrohre aus PVC-U DN 100 bis DN 300 und Formstücke aus PVC-U DN 100 bis DN 300 für den unterirdischen Rohrvortrieb

PA-I 3939

Abwasserrohre aus Polymerbeton mit der Bezeichnung „Polycrete M 1“ und zugehörige Steckkupplungen aus GFK in den Nennweiten DN 600 bis DN 1000

AfK-Empfehlung Nr. 1 Kathodisch geschützte Rohrleitungen im Kreuzungsbereich mit Verkehrswegen; Mantelrohre oder Produktenrohre aus Stahl im Vortriebsverfahren

10.6 Normen

DIN TAB 36

Erd- und Grundbaumessungen

DIN TAB 113

Erkundung und Untersuchung des Baugrundes

DIN 1045

Beton und Stahlbeton

DIN 1626

Geschweißte kreisförmige Rohre aus unlegierten Stählen für besondere Anforderungen; Technische Lieferbedingungen

DIN 1628

Geschweißte Rohre aus unlegierten Stählen für besonders hohe Anforderungen

DIN 1629

Nahtlose Rohre aus unlegierten Stählen für besondere Anforderungen

DIN 1630

Nahtlose Rohre aus unlegierten Stählen für besonders hohe

Anforderungen

DIN 2614

Zementmörtelauskleidungen für Gußrohre, Stahlrohre und Formstücke, Verfahren, Anforderungen, Prüfungen

DIN 4032

Betonrohre und Formstücke

DIN 4035

Stahlbetonrohre, Stahlbetondruckrohre und zugehörige Formstücke

DIN 4060

Dichtmittel aus Elastomeren für Rohrverbindungen von Abwasserkanälen und -leitungen; Anforderungen und Prüfungen

DIN 4123

Gebäudesicherung im Bereich von Ausschachtungen, Gründungen und Unterfangungen

DIN 4124

Baugruben und Gräben; Böschungen, Arbeitsraumbreiten, Verbau

und Unterfangungen DIN 4124 Baugruben und Gräben; Böschungen, Arbeitsraumbreiten, Verbau Copyright GFA, Hennef 46

Copyright GFA, Hennef

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

DIN 4279

Innendruckprüfung von Druckrohrleitungen für Wasser

DIN 8061

Rohre aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid

DIN 8075

Rohre aus PE hart (Polyäthylen hart)

DIN 16961

Rohre aus thermoplastischen Kunststoffen mit profilierter Wandung und glatter Rohr-Innenfläche

DIN 17172

Stahlrohre für Fernleitungen für brennbare Flüssigkeiten und Gase

DIN 17440

Nichtrostende Stähle

DIN 18200

Überwachung (Güteüberwachung) von Baustoffen, Bauteilen und Bauarten; Allgemeine Grundsätze

DIN 18319

Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für "Rohrvortriebsarbeiten"

DIN 19534

Rohre und Formstücke aus weichmacherfreiem Polyvinylchlorid (PVC hart)

DIN 19537

Rohre und Formstücke aus Polyethylen hoher Dichte (PE-HD) für Abwasserkanäle und -leitungen

DIN 19549

Schächte für erdverlegte Abwasserkanäle und -leitungen; Allgemeine Anforderungen und Prüfungen

DIN 19565

Rohre und Formstücke aus glasfaserverstärktem Polyesterharz für erdverlegte Abwasserkanäle und -leitungen

DIN 19630

Richtlinien für den Bau von Wasserrohrleitungen; Technische Regel des DVGW

DIN 19690

Technische Lieferbedingungen für Rohre und Formstücke aus duktilem Gußeisen, für Abwasserkanäle und -leitungen

DIN 19695

Befördern und Lagern von Beton-, Stahlbeton- und Spannbetonrohren, zugehörigen Formstücken sowie Schachtringen

DIN 19850

Faserzementrohre und -formstücke für Abwasserkanäle

DIN 28600

Druckrohre und Formstücke aus duktilem Gußeisen für Gas- und Wasserleitungen; Technische Lieferbedingungen

DIN 28610

Druckrohre aus duktilem Gußeisen mit Muffe; mit

Zementmörtelauskleidung, für Gas- und Wasserleitungen; Maße, Massen und Anwendungsbereiche

Copyright GFA, Hennef

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

DIN 30670

Umhüllung von Stahlrohren und -formstücken mit Polyethylen

DIN 30674-1

Umhüllung von Rohren aus duktilem Gußeisen; Polyethylen-Umhüllung

DIN 30674-2

Umhüllung von Rohren aus duktilem Gußeisen; Zementmörtel-Umhüllung

DIN 30675-1

Äußerer Korrosionsschutz von erdverlegten Rohrleitungen; Schutzmaßnahmen und Einsatzbereiche bei Rohrleitungen aus Stahl

DIN 30675-2

Äußerer Korrosionsschutz von erdverlegten Rohrleitungen; Schutzmaßnahmen und Einsatzbereiche bei Rohrleitungen aus duktilem Gußeisen

DIN 30678

Umhüllung von Stahlrohren mit Polypropylen

DIN 50925

Korrosion der Metalle; Nachweis der Wirksamkeit des kathodischen Korrosionsschutzes erdverlegter Anlagen

DIN 50929-3

Korrosion der Metalle; Korrosionswahrscheinlichkeit metallischer Werkstoffe bei äußerer Korrosionsbelastung; Rohrleitungen und Bauteile in Böden und Wässern

DIN EN 287-1

Prüfung von Schweißern; Schmelzschweißen; Teil 1: Stähle

DIN EN 295

Steinzeugrohre und Formstücke sowie Rohrverbindungen für Abwasserleitungen und -kanäle (Teile 1, 2, 3 und 7)

DIN EN 545

Rohre, Formstücke, Zubehörteile aus duktilem Gußeisen und ihre Verbindungen für Wasserleitungen; Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 588-1

Faserzementrohre für Abwasserkanäle und -leitungen:

Teil 1: Rohre, Rohrverbindungen und Formstücke für Freispiegelleitungen

DIN EN 598

Rohre, Formstücke, Zubehörteile aus duktilem Gußeisen und ihre Verbindungen für die Abwasser-Entsorgung; Anforderungen und Prüfverfahren

DIN EN 681-1

Elastomer-Dichtungen; Werkstoff-Anforderungen für Rohrleitungs-Dichtungen; Anwendungen in der Wasserversorgung und Entwässerung, Teil 1: Vulkanisierter Gummi

DIN EN 791

Bohrgeräte - Sicherheit

DIN EN 996

Rammausrüstungen - Sicherheitsanforderungen

DIN EN 10025

Warmgewalzte Erzeugnisse aus unlegierten Baustählen, Technische Lieferbedingungen

Copyright GFA, Hennef

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

DIN EN 10088-1 Nichtrostende Stähle, Teil 1: Verzeichnis der nichtrostenden Stähle

DIN EN 25817

Lichtbogenschweißverbindungen an Stahl, Richtlinie für die Bewertungsgruppen von Unregelmäßigkeiten

prEN 588-3

Faserzementrohre für Abwasserkanäle und -leitungen:

Teil 3: Vortriebsrohre und Verbindungen

prEN 1916

Rohre und Formstücke aus Beton, Stahlfaserbeton und Stahlbeton

prEN 10208-2

Stahlrohre für Rohrleitungen für brennbare Medien Technische Lieferbedingungen Teil 2: Rohre der Anforderungsklasse B

prEN 10216-1

Nahtlose Stahlrohre für Druckbeanspruchungen Technische Lieferbedingungen Teil 1: Rohre aus unlegierten Stählen mit festgelegten Raumtemperatureigenschaften

prEN 10217-1

Geschweißte Stahlrohre für Druckbeanspruchung, Technische Lieferbedingungen, Teil 1: Rohre aus unlegierten Stählen mit festgelegten Raumtemperatureigenschaften

Anlage 1

Anlage 1

Rechenwerte der Rohrwerkstoffe

Copyright GFA, Hennef

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ATV-DVWK-Regelwerk

ATV-DVWK-Regelwerk

Werkstoff

Elastizitäts-

Wichte

Zug-

Streck-

Druck-

Ringbiegezug-

Längsdruck-

Schw ing-

Normen und

modul

festigkeit

grenze

festigkeit

festigkeit 8)

festigkeit 8)

breite 8)23)

Zulassungen

E R

χ

R

β

Z

β

S

 

β

D

 

β

RBZ

 

β

LD

2 σ A N/mm 2

N/mm 2

kN/m 3

N/mm 2

N/mm 2

N/mm 2

N/mm 2

N/mm 2

Beton

30

000 1)

24

-

-

 

2)

 

6

3)

(B

45) 27

0,4 · β RBZ

DIN 4032

   

(B

55) 30

prEN 1916

Stahlbeton

30

000 1)

25

4)

4)

 

(B

45) 27 5)

 

6)

(B

45) 27

BSt 500 P

DIN 4035

 

(B

55) 30

 

(B

55) 30

80

prEN 1916

Stahlfaser-

30

000 1)

24,5 24)

-

 

- 45) 27 5)

(B

 

6

3)

(B

45) 27

0,4 · β RBZ

prEN 1916

beton

(B

55) 30

 

(B

55) 30

Faser-

20

000 1)

20

-

 

- 2)

   

30

7)

 

55

7)

0,4 · β RBZ

DIN 19850

zement

     

DIN EN 588-1

 

prEN 588-3

Steinzeug

50 000

22

-

 

- 2)

   

9)

 

10)

DIN

DIN EN 295 11)

     

EN 295-7

Stahl

210

000

78,5

-

12)

   

12)

 

12)

 

13)

 

12)

12)

Gußeisen

170

000

70,5

420

300

14)

550

15)