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Anhang

„Berufsorientiertes Deutsch“

zum „Rahmenplan Deutsch als Fremdsprache


für das Auslandsschulwesen“

(Stand: 04. Oktober 2017)


Ergänzungen für Deutschunterricht mit Schwerpunkt „Berufliche Bildung“

Ergänzungen für die ersten drei Bildungsabschnitte sind notwendig geworden, weil immer
mehr PASCH-Schulen mit DSD-Angebot Zweige für berufliche Bildung haben und auf eine
Berufsausbildung zumindest mit Anteilen in deutscher Sprache vorbereiten oder diese
durchführen. Im Inland wächst die Zahl der Internationalen Vorbereitungsklassen an berufli-
chen Schulen, die am DSD-Inlandsprojekt teilnehmen. Zielniveau ist in aller Regel B1 nach
dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen. Damit stehen diese Schulen
vor neuen curricularen Aufgaben, die sich aus den erweiterten Handlungsfeldern in den Be-
reichen „Berufliche Schule“, „Praktikum“ und „Ausbildungsbetrieb“ ergeben. Dem möchte
dieser Anhang Rechnung tragen, indem ein Überblick über mögliche Handlungsfelder gege-
ben wird.

Die folgenden Seiten sind als Soforthilfe zu verstehen, die nicht alles berücksichtigen kann,
was es wert wäre, berücksichtigt zu werden. Wünschenswert wäre eine Neubearbeitung des
„Rahmenplans DaF“. Darin müssten die Bedeutung der Projektarbeit oder Literaturunterricht
stärker berücksichtigt werden, aktuelle Forschungsliteratur müsste ihren Niederschlag fin-
den und der berufliche Bereich müsste integriert werden. Das erfordert allerdings mehr Zeit,
als für die Vorbereitung auf die ersten Prüfungen DSD I PRO zur Verfügung steht.

Die hier formulierten Kompetenzerwartungen sind ein Zusatz zu den allgemeinsprachlichen


Kompetenzerwartungen, da ohne solide allgemeinsprachliche Grundlagen eine berufsorien-
tierte Sprachvermittlung nicht sinnvoll erscheint. Allerdings ist dies nicht rein additiv zu ver-
stehen. Wenn im „Rahmenplan DaF“ in den Kann-Beschreibungen z. B. zum Wortschatz auch
Poesie vorkommt, so muss stattdessen für die Vorbereitung auf eine Ausbildung das „Kna-
cken von Fachtexten“ gelehrt werden, wie es Udo Ohm, Christina Kuhn und Hermann Funk
formuliert haben. Auf diese Weise bleibt die Stundentafel gegenüber dem allgemeinsprach-
lichen Unterricht unverändert. Dies funktioniert besonders dann, wenn berufsorientierte
Inhalte schon ab dem ersten Bildungsabschnitt in den Unterricht einfließen bzw. der Unter-
richt von Anfang an den Berufsbezug einbindet.

Die recht allgemein gehaltenen Kompetenzbeschreibungen machen es in vielen Fällen mög-


lich, sie in fachsprachliche curriculare Zusammenhänge zu bringen. Die Interpretation obliegt
den Schulen. Udo Ohm hat dies so formuliert: „Von der Zielorientierung her ist in berufsbe-
gleitenden oder berufsqualifizierenden Kursen die Vermittlung fach- bzw. berufsspezifischer
Sprachkenntnisse erwünscht. Im berufsvorbereitenden Unterricht sind dagegen eher berufs-
feldübergreifende fachsprachliche Strukturen sowie Techniken und Strategien für das selbst-
ständige Weiterlernen zu vermitteln.“1 Elektrofachschulen können somit Fachsprache für
Elektrotechniker in ihren Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“ einbauen, Hotelfachschu-
len verfahren analog usw. Für die Prüfung DSD I PRO ist evident, dass sie auf die jeweiligen
Fachsprachen nicht eingehen und sie auch nicht voraussetzen kann. Sie ist berufsfeldüber-
1
Udo Ohm: Fachsprachendidaktik, in: Hans Barkowski/Hans-Jürgen Krumm (Hrsg.): Fachlexikon
Deutsch als Fremd- und Zweisprache, Tübingen 2010, 75-76, hier 75.
greifend angelegt und ist für junge Erwachsene ab 16 Jahren gedacht, die vor der Ausbildung
stehen oder eine rein schulische Berufsausbildung absolvieren. Wie Hermann Funk es für
den berufsvorbereitenden Fremdsprachenunterricht beschreibt, geht auch die Prüfung
„nicht von beruflicher Erfahrung der Lernenden und nur von einer unspezifischen beruflichen
Motivation“ aus. Dabei müssen „Domänen und Situationen stärker berufliche Anwendungs-
bezüge bereits ab dem Niveau A1 integrieren“.2

Viele der berufsorientierten Deskriptoren in diesem Rahmenplan gehen wörtlich oder bear-
beitet auf folgende Referenzwerke zurück:
- DIHK, VDP, telc – Language Tests: Arbeitsplatz Europa: Sprachkompetenz wird mess-
bar, A Common European Framework of Reference for Language Learning and
Teaching (CEF), 5. aktualisierte Auflage, Berlin 2016
- Ernst Maurer: Deutsch für den Arbeitsmarkt, Rahmenkonzept für Projektverantwort-
liche und Lehrpersonen, Klett und Balmer Verlag, Zug 2010.
- Udo Ohm, Christina Kuhn, Hermann Funk: Sprachtraining für Fachunterricht und Be-
ruf, Fachtexte knacken – mit Fachsprache arbeiten, Münster 2007 (FörMig Edition 2).

Ansonsten wurden folgende Werke unterstützend zu Rate gezogen:


- Christian Efing: Berufssprache & Co.: Berufsrelevante Register in der Fremdsprache.
Ein varietätenlinguistischer Zugang zum berufsbezogenen DaF-Unterricht, in: InfoDaF
4/2014 (Themenreihe „Vermittlung von Fachsprachen“), S. 415-441.
- Christian Efing: Sprachlichkommunikative Anforderungen in der dualen Berufsausbil-
dung, 23 Seiten, im Druck.
- Christian Efing: „Wenn man sich nicht sprachlich ausdrücken kann, kann man auch
keine präziseren, qualifizierteren Arbeiten ausführen.“ – Stellenwert von und Anfor-
derungen an kommunikative(n) Fähigkeiten von Auszubildenden, in: leseforum.ch
1/2014 („Literalität in der Berufsbildung“) (online unter
http://www.leseforum.ch/fokusartikel3_2014_1.cfm bzw.
http://www.leseforum.ch/myUploadData/files/2014_1_Efing.pdf)
- Hermann Funk: Curriculare Grundlagen des berufsbezogenen Fremdsprachenlernens,
in: Deutsch lernen, 4/1999, S. 343-357.
- JASNE – Alles klar! (Hg.): Berufsspezifische Sprachkompetenzprofile, Dresden 2015.
- JASNE – Alles klar! (Hg.): Sprachbedarf in Unternehmen, Dresden 2013.
- Yan Yan Hou: Sprachliche Weiterbildung Deutsch am Arbeitsplatz- Grundlagen und
Methoden der Bedarfsermittlung und ihre Bewertung durch sprachverantwortliche
chinesische und deutsche Unternehmen. Masterarbeit. Universität Jena 2015.
- Sandra Jotzo u. a.: Schritte international im Beruf 1-6, Kommunikation am Arbeits-
platz, Ismaning 2010.

2
Hermann Funk: berufsorientierter Fremdsprachenunterricht, in: Hans Barkowski/Hans-Jürgen
Krumm (Hrsg.): Fachlexikon Deutsch als Fremd- und Zweisprache, Tübingen 2010, 26-27.
Aus sprachökonomischen Gründen wurde in der Regel darauf verzichtet, jeweils die beiden
Bereiche „berufliche Schule“ und „Arbeit im Betrieb“ explizit zu benennen. Adjektive wie
„beruflich“, „berufsrelevant“ oder „berufsbezogen“ schließen jeweils beide Bereiche ein.
zu 3.1 Kommunikative Teilkompetenzen

zu 3.1.1 Hörverstehen/Hör-Sehverstehen

Im Einzelnen können Schüler z.B. im


ersten Bildungsabschnitt zweiten Bildungsabschnitt dritten Bildungsabschnitt

einfach strukturierte Fragen und Arbeits- Aufforderungen, Hinweise und einfache Er- Standardinformationen aus dem eigenen
anweisungen von Lehrern, Vorgesetzten klärungen (z.B. bei der Arbeit) verstehen Arbeitsbereich aufnehmen und angemes-
und Kollegen verstehen, wenn langsam und und angemessen reagieren sen reagieren
deutlich gesprochen wird, und angemessen
reagieren

sehr einfache Informationen und Angaben einfache sachliche Informationen verste- längeren Gesprächen und Besprechun-
in häufig wiederkehrenden berufsrelevan- hen, wenn es um die eigene Person und gen folgen, wenn über vertraute Themen
ten Alltagssituationen verstehen (z.B. Zah- Arbeit geht (z.B. Wegbeschreibungen, Er- des eigenen Tätigkeitsbereichs gespro-
len, Preisangaben und Uhrzeiten, einfach klärungen zu Maschinen oder Arbeitsabläu- chen wird, wenn deutlich gesprochen
Zeit- und Ortsangaben) und sich entspre- fen, kurzes Vorstellungsgespräch), und ent- und die Standardsprache verwendet wird
chend verhalten sprechend reagieren (z.B. im Vorstellungsgespräch, Kundenge-
spräch, Betriebsbesichtigung)
die Kernaussagen von berufsrelevanten Durchsagen und Ankündigungen in der Öf-
kurzen, einfachen und klaren Durchsagen fentlichkeit verstehen, ihnen für die eigene
und Mitteilungen (z.B. Abfahrtszeiten auf berufliche Situation relevante Informatio-
Bahnhöfen, Anrufbeantworterdurchsagen) nen entnehmen und sich angemessen ver-
verstehen, ihnen dabei wesentliche Infor- halten
mationen entnehmen und sich entspre-
chend verhalten
kurze, einfach formulierte Telefonansagen Ansagen am Telefon oder Anrufbeant-
oder Anrufbeantworterdurchsagen verste- worterdurchsagen verstehen und im be-
hen und im beruflichen Kontext angemes- ruflichen Kontext angemessen reagieren
sen reagieren

grundlegende Hör-/Hör-Sehverstehens- Videos über die eigene Branche bzw. Pro-


strategien (z.B. selektive Informationsent- dukte aus der eigenen Branche die wich-
nahme und globales Hör-/Hör- tigsten Aussagen entnehmen – vorausge-
Sehverstehen) unterscheiden und auf be- setzt, sie können diese wiederholt anhören
rufsbezogene Situationen anwenden bzw. ansehen; sie können die Inhalte mit
eigenen Worten zusammenfassen bzw.
kommentieren
die Schreibweise von Namen verstehen die wichtigsten Fakten einer einfachen die generellen Aussagen und die wichtigs-
und korrekt aufschreiben, wenn diese Präsentation zu einem vertrauten be- ten Informationen der meisten Vorträge,
(ggf. mit Hilfe der im Beruf üblichen deut- rufsbezogenen Thema verstehen, wenn von kurzen Reden und kurzen Präsentatio-
schen Buchstabiertafel) buchstabiert diese visuell und/oder gestisch unter- nen über bekannte berufsbezogene The-
werden. stützt wird men verstehen, wenn diese unkompliziert
und klar strukturiert dargestellt werden
Meinungen und Stellungnahmen zu ei- eine Argumentation über ein aktuelles oder
nem vertrauten, berufsbezogenen Thema vertrautes Thema im beruflichen Kontext in
verstehen (z.B. Überstunden, Urlaubsre- groben Zügen erfassen
gelung)
zu 3.1.2 An Gesprächen teilnehmen

Im Einzelnen können Schüler z.B.

sich selbst oder Kollegen oder Kunden einfache Fragen zum Tätigkeitsbereich Informationen über Tätigkeit, Abteilung,
vorstellen und reagieren, wenn sie vor- mit einfachen sprachlichen Mitteln be- Firma, Produkte, Prozesse im persönli-
gestellt werden antworten und Gegenfragen stellen chen Gespräch oder am Telefon geben

im Umgang mit Kunden und Kollegen ein- berufliche Tätigkeiten und Gewohnhei- eigene berufsbezogene Ziele oder Hoff-
fache Gruß- und Abschiedsformeln ge- ten mit einfachen sprachlichen Mitteln nungen beschreiben und auf Ziele und
brauchen beschreiben (z.B. Tagesablauf, Pläne, Er- Hoffnungen anderer reagieren
eignisse)

einfach strukturierte Fragen zur eigenen Fragen zu Terminen, Plänen, Ereignissen bei beruflichen Gesprächen und Mee-
Person und zum Arbeitsplatz stellen bzw. oder Absprachen stellen (z.B. Arbeitsver- tings zur Vergewisserung Rückfragen stel-
beantworten (z. B. Wohnort, Standort, teilung im Team, Schicht- und Einsatz- len und um Erklärungen bitten
Produkte) plan)

im beruflichen Kontext auf sehr einfache im beruflichen Kontext persönliche Vor- im Beruf ein Gespräch oder eine Diskus-
Weise Zustimmung oder Ablehnung aus- lieben und Abneigungen (z.B. Auswahl sion beginnen, fortführen und aufrecht
drücken der Schicht oder eines Arbeitsmittels) erhalten und dabei die Meinung anderer
knapp beschreiben und erklären prüfen, bestätigen oder ablehnen oder
sich auf die Gesprächsbeiträge der Kom-
munikationspartner beziehen
bei vertrauten Themen der Arbeitswelt im beruflichen Kontext eigene Meinun- im Beruf Erwartungen der Gesprächs-
mit sehr einfachen sprachlichen Mitteln gen zu einem vertrauten Thema formu- partner antizipieren und sprachliche Mit-
auf sehr einfache Rückfragen reagieren lieren und mit einfachen sprachlichen tel adressaten- und situationsgerecht
Mitteln begründen und unkomplizierte einsetzen
Nachfragen dazu beantworten

mit einfachen Formeln um Entschuldi- am Arbeitsplatz einfache Telefonate an- im beruflichen Kontext rhetorische Stra-
gung bitten und auf Entschuldigungen nehmen und verbinden, um Auskunft bit- tegien nutzen (z.B. Höflichkeitsformeln,
reagieren ten, etwas bestellen, an eine Bestellung Rückfragen, Vereinfachungen, Umschrei-
erinnern oder eine Bestellung beanstan- bungen, nonverbale Mittel)
den
im beruflichen Kontext elementare An- im beruflichen Kontext Informationen, im beruflichen Kontext verschiedene Ge-
gaben zu Mengen, Preisen, Größen und die wesentlich auf Mengen-, Preis-, Orts- sprächsführungsstrategien einsetzen (z.B.
Zahlen und Angaben zu Zeit, Ort und Da- oder Terminangaben basieren, erfragen in Dialogen, Streitgesprächen (zustim-
tum verstehen und machen und austauschen men/widersprechen))

auf klar, deutlich und langsam vorgetra- Anweisungen oder Bitten an Kollegen im Beruf Vereinbarungen auf der Grund-
gene Arbeitsanweisungen in knappen oder Kunden richten lage vertrauter Sprachstrukturen treffen
Worten reagieren

Pausengespräche/Small Talk führen (z. B. ohne Vorbereitung an Gesprächen über


über das Kantinenessen) oder über Ge- vertraute Themen (z.B. Wetter, eigene
pflogenheiten am Arbeitsplatz (z.B. Ver- berufliche Tätigkeit) teilnehmen
sammlungen, Feste, Geschenke), Sport,
Wetter, Urlaub usw.
in Gesprächen von Kollegen das Thema bei einem berufsbezogenen Gespräch
erkennen, wenn das Gespräch langsam (z.B. Teambesprechung) wichtige Infor-
geführt und deutlich Standardsprache mationen verstehen, Fragen stellen und
gesprochen wird eigene Vorstellungen äußern

in einer vertrauten beruflichen Situation ihre Meinung sagen und Vorschläge ma-
einfache Vorschläge machen und auf chen, wenn es darum geht, berufsbezo-
Vorschläge reagieren gene Probleme zu lösen oder praktische
Entscheidungen zu treffen

auf einfachste Weise Informationen be- bei beruflich veranlassten Reisen einfa- typische Situationen, die sich auf beruf-
züglich An- und Abreise erfragen che Fragen stellen (z. B. zu Bahnsteig, lich veranlassten Reisen ergeben, bewäl-
Bushaltestelle, Lage des Hotels usw.) tigen, z.B. Auskünfte zu Fahrplänen ein-
holen, Reservierungen vornehmen, Taxi
bestellen
auf einfache Weise ein Bewerbungsge- ein Bewerbungsgespräch führen, darin
spräch führen und darin Angaben zur ei- eigene Vorstellungen äußern und Fragen
genen Person machen und Absprachen zu ihrem beruflichen Werdegang bzw.
zu Terminen, Gehalt und Arbeitsumfang Praxiserfahrung und Lebenslauf beant-
treffen worten
zu 3.1.3 Zusammenhängend sprechen

Im Einzelnen können Schüler z.B.

im beruflichen Kontext über ihre Person in beruflichen Situationen vor Publikum eine vorbereitete Präsentation zu einem
und andere vertraute Menschen Auskunft mit kurzen, eingeübten Wendungen et- vertrauten Thema/Produkt/Dienstleistung
zu gängigen personenbezogenen Daten was vortragen oder ankündigen strukturiert vortragen und dabei die Haupt-
geben, z.B. Name, Adresse, Telefonnum- aspekte hinreichend präzise erläutern
mer, Beruf
im Beruf mit einfachen Wendungen Fragen über einen Beruf und die damit verbun- Arbeitsaufgaben oder Arbeitsabläufe in
zu ihrem Befinden oder ihrer aktuellen Tä- denen Aufgaben sprechen einfachen Schritten beschreiben und über
tigkeit beantworten dabei gemachte Erfahrungen berichten

wichtige Informationen über die eigene im beruflichen Kontext vertraute Dinge kurze Passagen aus arbeitsrelevanten Tex-
Firma/Schule mitteilen: Adresse, Produk- oder Personen in einfacher Form be- ten und Präsentationen auf einfache Weise
te, Größe schreiben und vergleichen mündlich wiedergeben

in beruflichen Situationen Zahlen, wichtige im beruflichen Kontext über alltägliche von realen Ereignissen oder Personen
Zeit-, Orts- und Mengenangaben sowie Da- Dinge auf einfache Weise ihre Meinung einfach und klar berichten (z.B. von den
ten gut verständlich referieren äußern Ergebnissen einer Dienstreise oder einer
Besprechung)
über Pläne und Absprachen mit Kollegen Fragen zu Arbeitsprozessen, Vereinbarungen
in einfacher Form sprechen und Entscheidungen stellen

im beruflichen Kontext mit einfachen ihre berufsbezogenen Ansichten, Pläne,


sprachlichen Mitteln Vermutungen äu- Produkte, Handlungen oder Prozesse be-
ßern gründen oder erklären
Träume, Gefühle und Ziele einfach be-
schreiben, z.B. was man sich von einem
neuen Arbeitsplatz oder einem neuen
Produkt erhofft

bei einem Arbeitsunfall Hilfe rufen einfach und kurz aus dem eigenen Erleb- über die wichtigsten Details eines unvor-
nis- und Erfahrungsbereich berichten (z.B. hergesehenen Ereignisses (z.B. eines Ar-
über einen Arbeitsunfall) beitsunfalls) berichten

zusammenhängend über ihren beruflichen


Werdegang sprechen

über Entwicklungen in der Firma sprechen


und dabei ggf. Grafiken benutzen
zu 3.1.4 Leseverstehen

Im Einzelnen können Schüler z.B.

im beruflichen Kontext kurze und einfache im beruflichen Kontext längere Textpas- im beruflichen Kontext längere Texte Sinn
schriftliche Mitteilungen Informationen ent- sagen Sinn konstruierend lesen konstruierend lesen oder vortragen (z.B. ei-
nehmen und Sinn konstruierend lesen, auch ne Rede)
vorlesen
in beruflicher Schule und Betrieb Informa- einfache Briefe im beruflichen Kontext komplexere Arbeitsanweisungen und diffe-
tionen von Wegweisern, Schildern, Plaka- (z.B. Terminabsprachen und Einladungen) renziertere Zusammenfassungen von Ar-
ten usw. aufnehmen verstehen (was, wo wann) beitsergebnissen verstehen

kurzen, einfach formulierten berufsbezo- einfacheren, kürzeren beruflichen Sach- die Hauptaussage und wichtige Details in
genen Alltagstexten (z.B. E-Mails, SMS, und Gebrauchstexten (z.B. Fahrpläne, An- informativen, argumentativen, appellati-
kurzen Briefen) Informationen entnehmen zeigen, Broschüren, Prospekten) wichtige ven Texten (z.B. Anleitungen, Broschüren,
Aussagen und wesentliche Details entneh- Artikeln und Berichten, E-Mails, beruflich
men, besonders wenn sie illustriert und relevante Websites, Prozessdokumentati-
vorhersehbar sind onen oder Produktbeschreibungen erfas-
sen)
einen Personalfragebogen soweit verste- Informationen über firmeneigene Produk- im beruflichen Kontext formelle Standard-
hen, dass sie die wichtigsten Angaben zur te verstehen briefe von Geschäften und Behörden ver-
Person machen können stehen (z.B. Angebotsanfrage, Angebot,
Bestellung, Bestellungsannahme, Mängel-
rüge, Lieferungsverzug, Annahmeverzug,
Zahlungsverzug)
im beruflichen Kontext unterschiedliche Meldungen und andere Texte, z.B. beruf-
Leseverstehensstrategien anwenden (z.B. lich relevante Broschüren, querlesen, um
globales, selektives, detailliertes Lesen) wichtige Informationen zu finden (was,
wer, wo, wann, wie)

eine Visitenkarte lesen eine Verdienstabrechnung lesen längere Sachtexte zu bekannten Themen
lesen und verstehen (z.B. Artikel zur Be-
rufswahl, Berufsbeschreibungen, Stelle fin-
den, Praktika)

einen Terminkalender lesen eine Agenda oder ein einfaches Protokoll umfangreichere Stellenanzeigen oder ein
lesen komplexeres Protokoll verstehen
den Inhalt von sehr einfachen Informati- listenartigen Texten zu vertrauten Themen klar formulierte, unkomplizierte Anleitun-
onstexten und listenartigen Darstellungen spezifische Informationen auffinden und gen verstehen (z.B. Arbeitsanweisungen,
zu vertrauten Themen erfassen, besonders die gesuchte Information entnehmen (z.B. Sicherheitshinweise, Gebrauchsanleitun-
wenn diese viele internationale Wörter Ersatzteile in einem Katalog finden) gen)
und/oder visuelle Elemente enthalten (z.B.
Kurzvorstellungen von Berufen)

in knappen, einfachen Texten in geläufigs- in kurzen, alltäglichen informierenden Tex- im beruflichen Kontext in kurzen Berichten
ten berufsbezogenen Alltagssituationen ten wichtige Informationen entnehmen (z.B. Berichtsheft zu Praktikum oder Aus-
Namen, Zahlen, Wörter und sehr einfache (z.B. Ankündigung von Wartungsarbeiten bildung) wichtige Fakten und Informatio-
Strukturen verstehen am PC, Ankündigung des Betriebsausflugs, nen finden, z.B. wer was wo gemacht hat
Berichtsheften)
Verträgen Informationen entnehmen, die Arbeitsdokumenten (z.B. Ausbildungsver-
den Kernbereich der Vereinbarung betref- trägen, Ausbildungsplänen, arbeitsschutz-
fen (z. B. Bedingungen wie Preise, Fristen, rechtliche Bestimmungen) wichtige Infor-
Gültigkeit oder im Ausbildungsvertrag die mationen entnehmen (z.B. Urlaubsan-
Angaben zur Arbeitszeit) spruch, Kündigungsfrist, Ausbildungsinhal-
te)
einfache Maß- und Mengenangaben ver- einfache Maß- und Mengenverhältnisse in Maß- und Mengenverhältnisse in Fachtex-
stehen (z.B. groß, klein, viel, wenig) Fachtexten verstehen (z.B. größer, kleiner, ten verstehen, z. B. in Grafikbeschreibun-
ist mehr als, betragen, ) gen (z.B. erhöhen, verringern, sich vermeh-
ren/vermindern um, zu/abnehmen, stei-
gen, sinken)

Sätze mit komplexerer Syntax und Fach- Definitionen in berufsbildenden Texten


wörtern in berufsbildenden Texten und und Texten aus dem eigenen Fach erken-
Texten aus dem eigenen Fach entschlüs- nen und verstehen
seln und verstehen

die wichtigsten Befehle eines Computerpro-


gramms verstehen (z.B. „Öffnen“, „Spei-
chern“, „Löschen“, „Schließen“, „Drucken“)
zu 3.1.5 Schreiben

Im Einzelnen können Schüler z.B.

kurze und ganz einfache Mitteilungen im beruflichen Kontext Kurzmitteilungen in informellen Mitteilungen an Kollegen
schreiben (z.B. wo und wann man sich oder kurze E-Mails nach vorgegebenen Sachverhalte aus dem eigenen Erfahrungs-
trifft, Einladung zum Einstand) Sprachmustern verfassen und dabei einfa- bereich darstellen, Gefühle und Reaktionen
che Formeln für Anrede, Gruß, Dank und formulieren
Bitte verwenden (z.B. bei Terminbestäti-
gung, Absage oder Verschiebung)
sich in einem Text kurz persönlich vorstellen im beruflichen Kontext zusammenhängend
(z. B. Herkunft, Familie, Beruf, Ausbildung, Personen, Dinge, Sachverhalte auch in Ein-
Hobby) zelheiten einfach und klar beschreiben
in beruflich relevanten Formularen Anga- einfache und sehr gebräuchliche Formula- im beruflichen Kontext per E-Mail usw.
ben zu Namen, Adresse, Nationalität, Be- re, die persönliche oder berufsbezogene kurze Sachinformationen weitergeben oder
ruf usw. eintragen (z.B. Anmeldebogen des Angaben erfordern, ausfüllen (z.B. einen nach solchen fragen (z.B. Anfrage, Be-
Arbeitgebers oder des Sozialversicherungs- Personalbogen, Urlaubsantrag) schwerde, Weitergabe von Anweisungen
trägers usw.) oder Zeugenaussagen)

einen beruflich relevanten Termin in einen eine Agenda oder ein kurzes Protokoll (z.B. für einen Bericht oder ein Protokoll kurze
Terminkalender eintragen Dienstübergabeprotokoll) schreiben, ein- einfache Texte über Ereignisse oder Ent-
fachen Bericht über die eigene Arbeit oder wicklungen schreiben (z.B. Unfallbericht,
Ereignisse am Arbeitsplatz schreiben Tätigkeitsbericht)
in Stichworten Fakten und Daten auf- ein beruflich relevantes Ereignis beschrei- im beruflichen Kontext in ihren Texten
schreiben, die sich auf alltägliche berufli- ben und dabei sagen, was wann wo stattge- grundlegende Diskursfunktionen realisie-
che Aufgaben beziehen funden hat ren: erzählen, berichten, beschreiben, er-
klären und Meinungen ausdrücken und be-
gründen

im beruflichen Kontext Gehörtes, Gele- im beruflichen Kontext Gehörtes (z.B.


senes, Gesehenes, Erlebtes kurz mit ein- Vortrag), Gelesenes, Gesehenes, Erlebtes
fachen Sätzen wiedergeben oder zusam- wiedergeben, zusammenfassen und dazu
menfassen und auf einfache Weise ihre Stellung nehmen
Meinung darlegen

eine kurze schriftliche Wegbeschreibung zu einen Text über ein Thema aus seinem
einem Treffpunkt oder zum Arbeitsplatz Fachgebiet schreiben und die Hauptpunkte
geben deutlich machen
kurze Informationen zu vertrauten Berei- auf Stellenanzeigen eine passende Bewer-
chen einholen (z.B. für Dienstreise Hotel- bung schreiben
zimmer anfragen bzw. reservieren)
sehr einfache und kurze Präsentation er- einfache Präsentation erstellen mit Über- ausführlichere Präsentation erstellen mit
stellen in Stichworten oder Listenform (z.B. schriften und kurzen Unterpunkten logischer Abfolge und klarer Struktur
mit Power-Point oder auf Flipchart)