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36 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 5/2015 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 5/2015 37

1. Aufgrund des folgenden Vortrags in der Berufung Der Beklagte benennt die überprüfbare Tatsache,
ist die Klage abzuweisen. dass die hier behaupteten Masern-Viren bisher wis-
Der Kläger hat keinen Anspruch auf Auszahlung ei- senschaftlich nicht nachgewiesen wurden und daher
nes Betrages von 100.000,-- €, weil die Voraussetzun- nicht als existent behauptet werden dürfen. Er geht
gen der Auslobung des Beklagten nicht erfüllt sind. davon aus, dass Krankheiten, die angeblich durch
Viren verursacht werden, jeweils andere Ursachen
1.1. Der Hintergrund des gesamten Rechtsstreits haben. Aus eigenen Untersuchungen des Beklag-
Autoren: Anwalt von Dr. Stefan Lanka besteht darin, dass der Beklagte überprüfbare, an- ten resultierten wissenschaftliche Publikationen,
mit dem Vorwort von Dr. Stefan Lanka erkannte und wissenschaftlich bewiesene Fakten nicht zuletzt seine Diplom- und Doktorarbeit. Und
benennt, die von der Schulmedizin als Meinung es ergab sich für ihn in Zusammenarbeit mit seinen
bezeichnet und abgelehnt wird. Der Beklagte ist Professoren und internationalen Wissenschaftlern
jedoch ein in Fachkreisen bekannter Biologe und die Erkenntnis, dass es nie gelungen ist, sog. krank-
Virologe, der selbst nachweislich ein Virusentdecker machende Viren wissenschaftlich nachzuweisen.
In der Berufungsverhandlung im Masern-Virus-Pro- kannten, auf der das Töten von Menschen gefordert ist. Die Existenz des durch ihn isolierten und nach- Diese Recherchen ergaben, dass statt viraler Struk-
zess, die für den 15.12.2015 am Oberlandesgericht wird, die Behauptungen der Schulmedizin in Frage gewiesenen „Virus“, die wie alle existierenden Viren turen typische Zellbestandteile und Eigenschaften
Stuttgart angesetzt wurde, geht es darum, das Ur- stellen. Um der Klage statt zu geben, hat das Gericht nicht nur nicht harmlos, sondern nützlich sind, wur- sterbender Zellen im Reagenzglas als „Viren“ fehlge-
teil der ersten Instanz aufzuheben. Der Hintergrund beschlossen, die Kriterien (1.) (2.) und (3.) des Prei- de noch nie bezweifelt, da dessen Existenz – wie die deutet wurden. Der Beklagte recherchierte die Hin-
des Urteils ist, dass Dr. Lanka 2011 ein Preisgeld sausschreibens außer Kraft zu setzen. Ein Gutachter Existenz von weiteren 2.700 Viren – eindeutig und tergründe und Geschichte dieser Fehlentwicklung in
von 100.000 € für die Einsendung (1.) EINER (2.) musste untersuchen, ob in einer der sechs Publika- unter Beachtung aller Regeln wissenschaftlichen der Medizin und stellte diese in wissenschaftlichen
ORIGINAL-Publikation des (3.) ROBERT-KOCH-IN- tionen der wissenschaftliche Beweis für die Existenz Arbeitens entsprechend in einer wissenschaftlichen Publikationen dar.
STITUTS (RKI) ausgeschrieben hat. In dieser muss des Virus enthalten ist. Dieser kam zum Schluss, Publikation veröffentlicht wurde.
die (4.) EXISTENZ des behaupteten Masern-Virus dass keine der sechs Publikationen einen Beweis für Noch unbemerkt von der Öffentlichkeit findet in der 1.2. Dem gegenüber hat der Sachverständige im Ver-
(5.) WISSENSCHAFTLICH bewiesen und der (6.) die Existenz des Masern-Virus enthält. Virologie ein Paradigmenwechsel statt und „Viren“ fahren erklärt, dass nahezu alle von der einschlägigen
DURCHMESSER des Masern-Virus bestimmt wer- wurden als diejenigen Bausteine erkannt, aus denen wissenschaftlichen Gemeinschaft, d.h. der weltweiten
den. Bei der Bestimmung des Durchmessers (7.) Vor Gericht sagte der Gutachter aus, dass in der die menschlichen Zellen entstanden sind. Führende Gesamtheit an Masern-Virus-Forschern und medizi-
dürfen KEINE MODELLE oder Zeichnungen verwen- Biologie die strengen Regeln der Wissenschaft nicht Virologen setzen sich dafür ein, dass die Strukturen, nischen Anwendern dieser Forschungsergebnisse, als
det werden. gelten, sondern Anerkenntnisse durch Mehrheiten. die bisher als Viren bezeichnet wurden, einen ande- notwendig und hinreichend akzeptierte Fachartikel
Auf dieser Grundlage hat er Aussagen aus den sechs ren Namen erhalten und ihnen neben den Zellen, zum Beleg der Existenz und zur strukturellen und
Ein fachfremder Jungarzt sandte nicht eine, sondern extrem unwissenschaftlichen Publikationen als wis- Bakterien und Urbakterien ein eigenes Reich des molekularen Natur des Masern-Virus veröffentlich
sechs extrem unwissenschaftliche Publikationen senschaftlich bezeichnet. Er behauptete, dass diese Lebens zuerkannt wird. Das erste „Virus“, anhand worden seien.
ein, die alle nicht vom RKI stammen. In ihnen ist be- und frei erfundene Aussagen zusammen den Be- dessen dieser Sachverhalt festgestellt wurde, hat Zu dieser Gruppe zählte auch das Robert-Koch-In-
schrieben, wie Zellen im Reagenzglas getötet wer- weis der Existenz des Masern-Virus ergäben. Dem der Beklagte isoliert. stitut in Berlin. Bis zum 1.1.2001 in Kraft getretenen
den, was als Beweis für das Wirken und die Anwe- Gericht lag eine Aussage des RKI vor, dass sich im „Krankmachende“ Viren dagegen konnten bis heu- Infektionsschutzgesetz (IfSG) hat sich diese Behör-
senheit eines Masern-Virus fehlgedeutet wurde. Ein Innern des Masern-Virus typische Zellbestandteile te unter Einhaltung der Regeln wissenschaftlichen de, das Robert-Koch-Institut, explizit darauf bezo-
Virus taucht in den sechs Publikationen nicht auf (Ribosomen) befinden. Der Gutachter sagte hierzu Arbeitens nicht als existent nachgewiesen werden. gen, dass die Behauptungen der Existenz krankma-
und der Durchmesser des vermuteten Masern-Vi- aus, dass es keine Viren mit Ribosomen gibt und Nachweislich wurden typische Zellbestandteile chender Viren auf einem internationalen Konsens
rus wurde anhand eines künstlich hergestellten dass Viren durch die Abwesenheit von Ribosomen als „krankmachende“ Viren fehlgedeutet. Diese der Mehrheit der beteiligten Wissenschaftler beru-
Modells eines Virus bestimmt. Da alle sieben Bedin- definiert sind. Diese Widerlegung des „Masern-Vi- Fehldeutung wird in der Schulmedizin nicht zur hen, der sich der konkreten Überprüfung entzieht.
gungen des Preisausschreibens nicht erfüllt waren, rus“ durch den Gutachter und das RKI hat das Ge- Kenntnis genommen, da in diesem Bereich die in Nun schreibt §4 IfSG vor, dass die zuständige
lehnte Dr. Lanka die Auszahlung des Preisgeldes ab. richt in der schriftlichen Urteilsbegründung unter- der Wissenschaft zwingend vorgeschriebenen Kon- Oberbehörde für das Infektionswesen eigenständig
drückt. trollversuche niemals durchgeführt wurden und Forschung zu krankmachenden Viren durchführen
Der Jungarzt klagte, schaltete die Massenmedien werden, mit denen ausgeschlossen werden kann muss. Daher gestehen nun namhafte Gesundheits-
ein und gewann. Er aktivierte die Medien über eine Nachfolgend finden Sie die Berufungsschrift des An- und muss, dass die Ergebnisse nicht durch das Ex- behörden und ihre Vertreter zu, dass den öffentli-
anonyme und kriminelle Internetseite seines Be- waltes von Dr. Lanka. periment selbst verursacht werden. chen Behauptungen zu „krankmachenden
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Viren“ und „Infektionskrankheiten“ keine wissen- Angesichts des Umfangs dieser 6 Arbeiten ist es den darin zitierten Publikationen durchgeführt. Die Ein gravierender Fehler des Urteils liegt in der Be-
schaftlichen Beweise zugrunde liegen. unzumutbar, diese in englischer Sprache zum Ge- jeweils widersprüchlichen Ergebnisse werden nicht gründung des Landgerichts unter Ziffer 113 in der
genstand des Rechtsstreits zumachen. So ist das konsequent angezweifelt, noch werden die Befunde Urteilsbegründung. Entgegen der vom Gericht dar-
1.3. Der Beklagte geht deswegen davon aus, dass es Gericht weitgehend darauf verwiesen, die Ausfüh- anderer dargestellt, die die Ergebnisse und Hypo- gestellten Erklärung des Gutachters hat dieser an
bisher noch nie gelungen sei und seiner Meinung rungen des Gutachters zur Kenntnis zu nehmen, thesen in Frage stellen. keiner Stelle, weder schriftlich im Gutachten noch
nach auch nicht gelingen werde, solche sog. krank- ohne selbst in der Lage zu sein, die Aussagen und mündlich in der Verhandlung dargestellt, dass
machende Viren wissenschaftlich nachzuweisen, Feststellungen in den vorgelegten Artikeln selbst zu Die Kriterien der Qualitätssicherung sind in keiner „…. in den vorgelegten Publikationen insbesondere
wie der Auslobungstext zeigt. überprüfen. der vorgelegten Publikationen erfüllt. auch die notwendigen Daten und Kontrollexperimente
Deswegen forderte er die Gegner seiner Meinung Die Gerichtssprache ist Deutsch, demnach möge Aus diesem Grund können die vorgelegten sechs enthalten seien, aufgrund derer ausgeschlossen wer-
mit der Auslobung von 100.000,-- € heraus, mit ei- dem Kläger aufgegeben werden, die 6 von ihm vor- Publikationen und die darin zitierten anderen Pu- den kann, dass lediglich zelleigene Artefakte – als die
ner vorzulegenden wissenschaftlichen Publikation, gelegten Artikel übersetzt in deutscher Sprache zu blikationen inhaltlich und formal nicht als „wissen- der Beklagte die vermeintlichen Masernviren einord-
in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur be- den Akten zu geben. schaftlich“ bezeichnet werden. net – vorliegen.“
hauptet, sondern auch bewiesen wird Der Unterzeichnende hat sich die Mühe gemacht Da in keiner der Publikationen Kontrollversuche Zu allen Experimenten, die in den sechs vorgeleg-
• die Gestalt, Größe und Zusammensetzung des und die 6 Arbeiten in Englisch gelesen und im durchgeführt wurden, beweisen sie das Gegenteil ten Publikationen besprochen werden, sind nach-
von ihm bestrittenen Masern-Virus nachzuweisen, Folgenden die Ergebnisse dieser eigenen Untersu- eines Virus, nämlich den Nachweis und die Charak- weislich und leicht überprüfbar keine Kontrollex-
wobei keine Modelle oder Zeichnungen vorgelegt chung bei den einzelnen Arbeiten dargestellt. Hät- terisierung von Bestandteilen und Eigenschaften perimente durchgeführt worden, die ausschließen
werden dürfen, ten sie in deutscher Sprache vorgelegen, wäre die zum experimentellen Sterben gebrachter Zellen im könnten, dass es sich bei den dargestellten Struktu-
• wobei er von einer Studie ausging, die Lektüre und vor allem die Darstellung der Zitate Reagenzglas. ren, Eiweißen und Nukleinsäuren um Bestandteile
• nach den verbindlichen Regeln der Wissenschaft vereinfacht gewesen. Die 5. und die 6. Publikation, auf die sich der Gut- der verwendeten Zellen und Flüssigkeiten handelt.
erarbeitet sein muss, wie sie 1998 verbindlich formu- Liest man diese 6 Arbeiten, kommt man auch – ohne achter und das Gericht in ihren Begründungen ex- Umgekehrt gilt das Gleiche: Der Gutachter defi-
liert worden und durch das Infektionsschutzgesetz Biologe oder Virologe zu sein –, zum Ergebnis, dass plizit und hauptsächlich stützen, sind nachweislich niert Viren als jeweils „geordnete Konglomerate
am 01.01.2001 festgeschrieben sind. der Sachverständige die 6 Arbeiten zu Unrecht – wenn keine wissenschaftlichen Publikationen, da sie nicht aus Eiweißen und einer Nukleinsäure.“ Ein solches
1.4. Das Gericht und der Sachverständige haben auch nur in ihrer Gesamtheit – als wissenschaftli- in unabhängig fachbegutachteten wissenschaftli- Konglomerat taucht in keiner dieser Studien auf.
diese Voraussetzungen in den vorgelegten Publika- cher Beleg für die Morphologie und Größe des Ma- chen Fachzeitschriften veröffentlicht wurden. Die Weder wird ein solches isoliert und die Isolation
tionen nicht geprüft, sondern sind offenbar von der sern-Virus gewertet hat. 5. Publikation ist ein Buchkapitel aus einem nicht dargestellt, noch wird das Isolat biochemisch cha-
herrschenden Meinung ausgegangen, dass durch Dies ist aber nicht richtig. unabhängig fachbegutachteten Buch über das be- rakterisiert und bewiesen, dass es aus einer gege-
Impfungen Viren bekämpft und die Krankheit ge- Entgegen den Ausführungen des Sachverständigen hauptete Masern-Virus. Die 6. Publikation ist eine benen Anzahl an bestimmten Eiweißen und einer
heilt werden könne. und des Gerichts wird in keiner der vorgelegten Stu- interne Zeitschrift eines japanischen College, die bestimmten Nukleinsäure besteht.
Diese Ausrichtung der Argumentation des Gerichts dien ein Masern-Virus beschrieben. Dieser wird viel- ebenso wenig nachweislich unabhängig fachbegut- Eine solche Behauptung ist weder in den vorgeleg-
und des Sachverständigen wird belegt durch den mehr als existent unterstellt und vermutet, während achtet wurde. ten Publikationen, noch auch anderswo enthalten.
Hinweis des Gerichts, der Beklagte habe es ver- in der Studie selbst Folgerungen aus dieser Unter- Damit fällt die Argumentation des Gutachters und
säumt, eine wissenschaftliche Arbeit vorzulegen, die stellung untersucht werden. des Gerichts zusammen, dass es sich gerade bei Im Gegensatz zu den ca. 2.700 existierenden Vi-
die Nichtexistenz von Viren belege. Alle sechs vorgelegten Publikationen verletzen das diesen Publikationen um unabhängig fachbegut- rus-Arten, deren Existenz durch Darstellung der
Dies hat mit der Auslobung überhaupt nichts zu tun. Kriterium „lege artis“ zu arbeiten, da in keiner die- achtete und deswegen wissenschaftliche Publika- Isolation des Virus und deren biochemischen Zu-
ser Publikationen die Experimente auf dem jeweili- tionen handele. Auch die auf Seite 10 des Proto- sammensetzung in jeweils einer Publikation bewei-
Nicht der Beklagte muss nachweisen, dass Viren gen Stand der Forschung durchgeführt wurden. In kolls der Verhandlung vom 12.3.2015 zu Protokoll sen wurde, ist dies beim Masern-Virus aber auch
nicht existieren, sondern nach der Auslobung muss allen diesen Publikationen werden die Paradigmen, gegebene Aussage des Gutachters, dass in wis- bei allen anderen „krankmachenden“ Viren nie
der Kläger durch eine wissenschaftliche Arbeit Ge- Methoden und Techniken des 19. Jahrhunderts an- senschaftlichen Übersichtsarbeiten auf keinen Fall gelungen. Alles was hier über Jahrzehnte, im müh-
stalt und Größe des Virus nachweisen. gewandt, die angemessenen Methoden und neues- die eigenen Arbeiten und Ergebnisse der Autoren samem Akt der Konsensfindung, einzeln und nach-
ten Erkenntnisse des 20. und 21. Jahrhunderts wer- dargestellt, diskutiert und zitiert werden dürfen, ist einander als Bestandteile des Masern-Virus ausge-
Der Sachverständige hat 6 Arbeiten, die dem Be- den jedoch ignoriert. durch die 5. Publikation, eine nicht-wissenschaft- geben wurde, hat sich als zelleigene Bestandteile
klagten schon wie Hunderte andere bekannt waren, Die in den wissenschaftlichen Regeln geforderten liche Übersichtsarbeit, widerlegt: Die Autoren be- erwiesen.
zusammen als wissenschaftlicher Beleg für die Mor- und zwingend notwendigen Kontrollversuche wer- sprechen und zitieren sich in dieser Arbeit nach-
phologie und Größe des Masern-Virus gewertet. den in keiner der vorgelegten Publikationen und weislich selbst und oft. Beweis: Sachverständigen-Gutachten
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Das Landgericht ignoriert bei dieser zentralen Be- säure-Datenbanken ist es aber leicht möglich festzu- zu entnehmen wie im „Infektionsexperiment“, was
hauptung (unter Punkt/Zeile 113) den Parteienvor- stellen, dass die sog. Nukleinsäure-Sequenzen des bisher nie geschehen ist, wäre diese Tatsache auch
trag der Stellungnahme vom 02.02.2015 des Beklag- Masern-Virus in Wirklichkeit Bestandteil der Zellen aufgefallen.
ten. Der Gutachter hat im Gutachten auf Seite 22, und verwendeten Flüssigkeiten sind, die für die ver- Auf der Grundlage der Unterstellung, dass die
unten zur 3. Publikation (Nakai&Imagawa, 1969) meintliche Vermehrung des Masern-Virus benützt vorgelegten Publikationen wissenschaftlich seien,
ausgesagt, dass die „Identität von Sprossungen in worden sind. behauptet der Gutachter, dass auch die darin getä-
infizierten Zellen“ spezifisch für das Masern-Virus tigten, jedoch unwissenschaftlichen Aussagen und
seien, da es diese „strukturierten Sprossungen in Für diesen Gegenbeweis werden die auf der öffent- Schlussfolgerungen wissenschaftlich und verwert-
nicht infizierten Zellen“ nicht gäbe. lichen Datenbank „Genbank“ der USA oder sonst bar seien. Daraus folgert der Gutachter, dass die
Dies ist jedoch nicht zutreffend: In dieser Publikati- wo veröffentlichten „Nukleinsäure-Sequenzen“ des Existenz des behaupteten Masern-Virus durch die-
on werden in einem Satz zwar „Kontroll-Präparate“ „Masern-Virus“, mit den Nukleinsäure-Sequenzen se Arbeiten bewiesen sein soll, obwohl keine Arbeit
erwähnt, die aber nur in „ähnlicher“ Weise unter- der Menschen und der Tiere verglichen, deren Zel- dies beweisen will oder bewiesen hat, sondern nur
sucht worden seien. Diese Untersuchungen werden len und Substanzen (fötales Serum zur Ernährung die Folgerungen aus der behaupteten Existenz des
nicht dokumentiert, nicht erwähnt und nicht dis- der Zellen im Reagenzglas) zur vermeintlichen „Ver- Virus gezogen werden.
kutiert. Auch in allen anderen Studien wurden nie mehrung“ des Masern-Virus benutzt wurden und
Kontrollexperimente durchgeführt, „nicht-infizier- werden. Und aus dieser Erklärung folgert das Gericht, dass
te Zellen“ wurden nie so behandelt wie „infizierte die Kriterien der Auslobung erfüllt seien. Das Gegen-
Zel-len“ und in „nicht-infizierten“ Zellen wurde nie Beweis: Sachverständigengutachten, das nochmals teil ergibt sich aus der Untersuchung der einzelnen
nach solchen Sprossungen gesucht, die Suche nie beantragt wird Arbeiten, wobei die Zitate in Deutsch mit Seitenan- Foto: Der Vorsitzende Richter Matthias Schneider am
dokumentiert oder auch nur behauptet. gaben wiedergeben werden, so dass dem Gericht Landgericht Ravensburg unterdrückte alle Argumente
Der Gutachter hat zudem im Gutachten auf Seite Die Resultate der vorgenommenen Sequenz-Verglei- auch ohne die sicher notwendige Übersetzung die und Widerlegungen der gutachterlichen Argumente in
32 oben, in Bezug auf die zentrale Bedeutung der che der vermeintlichen Erbsubstanz (Genom) des Möglichkeit gegeben wird, den entsprechenden der Stellungnahme von Dr. Lanka.
Nukleinsäure für den Beweis der Existenz eines Vi- behaupteten Masern-Virus mit den Nukleinsäuren Englischen Text aufzusuchen und zu kontrollieren.
rus ausgesagt, dass mit den sehr genauen Nuklein- des Menschen, der verwendeten Tiere und deren suchten 7 Fällen waren 2 Fälle noch „unter Unter-
säure-Nachweistechniken „die Anwesenheit von Flüssigkeiten (fötales Serum), die durch einen Gut- Zu den einzelnen Arbeiten suchung“ (Seite 279). Es könne nicht mit Sicherheit
Masernviren in infizierten Patienten und nur im Be- achter zu wiederholen sind, sind eindeutig: gesagt werden, dass die vorgefundene Masse einen
reich der infizierten anatomischen Kompartimente Die in einem jahrelangen Konsensfindungsprozess 1.2.1 Enders/Peebles intranuklearen Einschlusskörper darstellt, von der
über jeden vernünftigen Zweifel erhaben nachge- zusammen gestellte Kombination aus Nukleinsäu- Diese Studie befasste sich mit der Vermehrung von Art, die charakteristisch mit Vireninfektionen ver-
wiesen werden kann.“ re-Sequenzen, die willkürlich aneinandergereiht die cytopathogenischen Stoffen von Masern-Patienten, bunden ist. Bestimmte biologische Eigenschaften
Das Landgericht unterstellt dies als richtig unter Genom-Sequenz des Masern-Virus darstellen sol- nicht mit dem Nachweis der Existenz eines Ma- des Wirkstoffs, der von Maserpatienten isoliert wor-
Vernachlässigung des Parteienvortrags der Stel- len, sind in Wirklichkeit typische Nukleinsäure-Se- sern-Virus. den ist, sind mit Sicherheit bestimmt worden, an-
lungnahme vom 02.02.2015 des Beklagten. Dies quenzen des Menschen, Affen und fötalem Rinder- Problematisch ist der Anspruch auf Wissenschaft- dere nur in einer vorläufigen und vorsichtigen Art
trifft aber nicht zu, denn solche Versuche wurden serum. lichkeit dieser Studie schon deswegen, weil offen- und Weise (Seite 281). Auch auf Seite 283 wird über
nie durchgeführt oder in Form von Publikationen sichtlich nur 8 Patienten in die Studie einbezogen die Qualität des Virus nichts ausgeführt, sondern
dokumentiert. Wenn sie aber einmal durchgeführt Beweis: Sachverständigengutachten, das nochmals waren (Seite 278 der Studie). Es wird beschrieben, nur festgestellt, was evtl. in Zukunft noch unter-
würden, würde man das „Masern-Virus“ überall beantragt wird dass die in einzelnen Fällen modifizierte Krankheit sucht werden muss. Wörtlich wird ausgeführt: „Die
und zwar in jedem Menschen, ob gesund oder krank zu einer Widerstandsfähigkeit gegen Masern führ- folgenden Fakten scheinen die Hypothese zu unter-
nachweisen. Damit ist das Masern-Virus widerlegt, da dessen te; man habe versucht, den Wirkstoff der Masern in stützen, dass die Viren, die wir beschrieben haben,
Der Beklagte unterstellt und setzt voraus, dass auch Erbsubstanz nicht einmalig und exogen (von außen menschlichen und Affenzellen zu kultivieren (Seite für die Krankheit verantwortlich sind“.
der Gutachter als ausgewiesener Nukleinsäure-Ex- kommend) ist, sondern fehlgedeutete menschliche 277). Es war der Zweck, die Beobachtungen in einer Die Autoren etablieren die Technik, mit der bis
perte sehr wohl weiß, dass diese Versuche nicht und tierische Nukleinsäure-Sequenzen sind. Wä- vorläufigen Art zu beschreiben, wobei zusätzliche heute die behaupteten Masern-Viren gleichzeitig
durchgeführt und nirgendwo in der „etablierten“ ren in der Infektionsforschung Kontrollexperimente Beweise für die Verwandtschaft dieser Wirkstoffe als vermehrt, isoliert, nachgewiesen und charakteri-
Fachwissenschaft veröffentlicht wurden. Durch eine durchgeführt worden, um aus „unifizierten“ Materi- mit Masern in späteren Untersuchungen aufge- siert behauptet werden. Für die „Infektion“ werden
Internet-Recherche auf den öffentlichen Nuklein- alien auf die gleiche Arte und Weise Nukleinsäuren funden werden sollten (Seite 278). Von den unter- den hierfür verwendeten Zellen im Reagenz-
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glas Chemikalien verabreicht, u. a. zelltötende sog. Wissen, dass diese und in den anderen Publikatio- Auch hier muss die Wissenschaftlichkeit der Arbeit versuch werden den fixierten und rasierten Affen
Antibiotika und die Nährstoffzufuhr wird drastisch nen getätigten Experimente „hinreichend adäquate bezweifelt werden, da insgesamt nur 13 Patienten vermeintlich infizierte Flüssigkeiten durch Schläu-
eingeschränkt. und wissenschaftlich korrekt durchgeführte Experi- untersucht worden sind, bei denen wiederum nur che in die Lungen gespritzt. Diese Flüssigkeiten
Wattestäbchen mit Abstrichen von Menschen mit mente“ seien. einige wenige bei der Untersuchung reagiert haben bestehen aus abgestorbenen Reagenzglas-Zellen,
Symptomen, die zu der damaligen Zeit und in den Flüssigkeiten von derart getöteten Zellen werden wie- (Seite 76 unten, Seite 80 oben). versetzt u. a. mit zelltoxischen Chemikalien, sog. An-
USA als Masern definiert wurden, werden in Milch der auf „gesunde“ und für die Infektion vorbereitete In der Diskussion der Ergebnisse auf Seite 82-84 des tibiotika, die Zellen abtöten. Die Art der Einbringung
gegeben. Dadurch sollen die vermuteten Masern-Vi- (aktivierte) Zellen gegeben, wobei sich der Effekt des Artikels wird dargestellt, wie wenig Patienten über- und die Zusammensetzung der injizierten Flüssig-
ren von der Watte in die Milch übergehen. Diese beschleunigten Sterbens der Zellen wiederholt. Dies haupt in die Studie einbezogen waren. Schließlich keiten bewirken eine Vielzahl an entzündlichen und
Milch, versetzt mit Chemikalien und zelltötenden nennen die Begründer dieser Methode eine „Passa- wird darauf hingewiesen, dass ergänzende Tests für allergischen Reaktionen, die als „Masern-Infektion“
sog. Antibiotika wird auf die für die Infektion vorbe- ge“ des Virus. In einer Publikation dieser Autoren im das Vorhandensein von Maser-Antikörpern als Krite- fehlgedeutet wird. Diese werden bei einem Tier als
reiteten Zellen gegeben, worauf diese schneller und Jahr 1957 werden die jeweils leicht unterschiedlichen rium verwendet wurden für die Anwesenheit dieses „ähnlich“ mit einer Masern-Erkrankung bezeichnet.
deutlicher absterben, als sie es ohne diese Zugabe Verhalten dieser Zellen als Charakterisierung des Ma- Virus in den befallenen Kulturen (Seite 84). Aus dem „ähnlich“ der Autoren macht der Gutach-
tun würden. sern-Virus bezeichnet, mit denen unterschiedliche Cytopathische Veränderungen in gänzlich unbehan- ter ein „die gleichen Symptome wie bei Masern,“
Dieses Sterben der Zellen wird als typischer und „Virus-Stämme“ und deren Veränderungen z.B. als delten Zellen, ähnlich denen, die ein Masern-Virus womit er die Feststellung der Autoren unzulässiger
spezifischer cytophatischer (zelltötender) Effekt Abschwächung gedeutet werden. Diese Zellen mit verursachen soll, sind beobachtet worden, wobei Weise verfälscht.
bezeichnet, obwohl exakt der gleiche Effekt auch dem „abgeschwächten“ Virus werden bis heute als diese „wahrscheinlich“ durch andere virusähnliche Auch hier wird wiederum nicht die Existenz des
regelmäßig mit den gleichen Zellen geschieht, auch Masern-Impfstoffe verwendet. Wirkstoffe verursacht worden sind (Seite 80). Diese Masernvirus in wissenschaftlicher Weise bewiesen,
wenn diese „normal“ behandelt und nicht für eine Bis heute wurden in den Flüssigkeiten dieser ab- Veränderungen, die für das Masern-Virus spezifisch sondern nur als existent unterstellt und behauptet.
„Infektion“ vorbereitet werden. Trotz dieser Wider- gestorbenen Zellen oder in einem Menschen oder sein sollen (Seite 82), sind mikroskopisch identisch Auch hier wird lediglich vermutet und unterstellt,
legung des „spezifischen cytophatischen Effekts dessen Körperflüssigkeiten keine Strukturen gese- mit den Veränderungen, die dem Masern-Virus zu- dass ein Virus vorhanden sei, ohne dessen tatsäch-
des Masern-Virus“ durch diese Beobachtungen, hen, fotografiert, daraus isoliert, fotografiert und geschrieben werden. liche Existenz nachweisen zu können. Somit wird
wird dieser Effekt als Isolation, Nachweis, Vermeh- charakterisiert, die als ein Virus ausgegeben werden Die Experimente dieser Autoren, ohne jegliche Kon- auch in dieser Studie kein Masern-Virus beschrie-
rung und Charakterisierung des Masern-Virus aus- könnten. Dagegen werden Querschnittsaufnahmen trollexperimente, bauen auf der Technik der Auto- ben, wie die Auslobung dies gefordert hat.
gegeben. Da schnell sterbende Zellen oft mitein- durch typische Strukturen von Zellen, hauptsäch- ren der 1. Publikation auf. In den „Infektionsexpe-
ander verschmelzen und Riesenzellen (Synzytium) lich Zellen von Affen, die im Reagenzglas vermehrt rimenten“ mit Zellen im Reagenzglas, die bis zu 30 1.2.3. Nakai/Imagawa
bilden, wird der „spezifische Effekt“ des Masern-Vi- werden, wie z.B. Villi, runde amöbenartige Fortsät- Tage dauern, erneuern sie die Nährlösungen nicht Auch in dieser Studie wird die Existenz des Ma-
rus auch als Synzytiumbildung bezeichnet. ze, mit denen sich die Zellen fortbewegen, als Quer- sern-Virus nur behauptet und unterstellt, wobei be-
alle 4–5 Tage, sondern gar nicht. Sie stellen fest, dass
schnitte durch Viren ausgegeben. besonders mit dem Zelltyp, der bis heute regelmä- reits auf Seite 187 des Berichts erklärt wird: „Obwohl
Kontrollversuche ohne die Verwendung von Wat- ßig zu „Isolation“, „Nachweis“, „Vermehrung“ und umfangreiche Information vorhanden ist betreffend
testäbchen oder von Wattestäbchen gesunder und In dieser Studie werden vorsichtig vorläufige Ergeb- „Charakterisierung“ des Masern-Virus verwendet die morphologische Struktur des Masern-Virus und
an anderen Symptomen leidenden Menschen oder nisse dargestellt. Ein Masern-Virus wird als existent wird, besonders häufig der „spezifische Effekt“ desder fadenförmigen Natur seines eingeschlossenen
Tieren werden nicht durchgeführt. Das ist extrem unterstellt. Damit wird in dieser Publikation die Exis- Masern-Virus auftritt, auch wenn die Zellen ganz Körpers ist die Kenntnis der Vermehrung des Virus
unwissenschaftlich. Es ist offensichtlich, dass das tenz des Masern-Virus nur behauptet, und nicht, wie normal behandelt und nicht „infiziert“ werden. immer noch unklar“.
schnellere Absterben von Zellen im Reagenzglas in der Auslobung gefordert, auch bewiesen. Die Autoren stellen dabei fest, dass die von den Die Autoren sprechen von der angeblich bekann-
durch die Art der Vorbereitung der Zellen auf die Autoren der 1. Publikation an-gewendete Methode ten „morphologischen Struktur des Masern-Virus“,
„Infektion“ und durch die Einwirkungen, die als In- 1.2.2. Bech/Magnus ohne diese nachzuweisen und in wissenschaftlicher
nicht geeignet ist, das Masern-Virus zu „isolieren.“
fektion bezeichnet werden, verursacht wird. Diese Forscher stellen auf Seite 75 der Publikation Der Sachverständige verschweigt und unterdrückt Weise darzustellen, wie dies in der Auslobung des
Die Autoren geben dies zu bedenken, was aber trotz dar, dass es Enders und Peebles gelungen sei, „viru- diese Widerlegung und Kritik an der 1. Publikation,Beklagten gefordert wird.
Hervorhebung in der Stellungnahme vom Gutach- sähnliche“ Wirkstoffe zu isolieren. Dies sei von Co- obwohl sie im Parteienvortrag explizit erwähnt und Schon auf der ersten Seite dieses Berichts zeigen die
ter und Gericht negiert wird. Diese schreiben dieser hen und anderen ebenfalls gelungen. Von weiteren dargestellt ist. Autoren auf, dass sie mit dem Elektronenmikroskop
Methode, die zentraler Ausgangspunkt aller ande- Forschern wird berichtet, dass es ihnen gelungen lediglich die verschiedenen Stadien der Vermehrung
ren der vorgelegten Publikationen ist, die zentrale sei, den Masern-Virus zu vermehren, während ande- In einem Tierversuch mit zwei Affen ohne Kontroll- des Masern-Virus beobachten, wobei sie die Existenz
Rolle in der Beweisführung der Existenz des Ma- re Erfolg gehabt hätten, ihn an andere menschliche versuche werden den Tieren auf merkwürdige Art des Masernvirus nur unterstellen und behaupten,
sern-Virus zu. Sie behaupten hierfür wider besseres Krebszellen (S. 75) anzuschließen und Weise Masern-Symptome beigebracht: im Tier- aber nicht näher darlegen oder beweisen.
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Sie verweisen auf eine andere Studie (Nishi), in der Um zu behaupten, dass die verwendeten Zellen 1.2.4. Lund, Tyrrell u.a. (1984) Masern-Virus fehldeuten, ist die in der 1. Publika-
„virusähnliche Teile von 100 bis 150 nm im Durch- Masern-Viren produzieren würden, pelletieren die Diese Forscher untersuchen zunächst in der Ein- tion entwickelte Technik, deren Einschränkungen
messer beobachtet wurden“. Autoren durch Zentrifugation Membranbestandtei- führung die vorangegangene Literatur und stellen durch diese Autoren sie ebenso ignorieren, wie die
Die Autoren zeigen elektronenmikroskopische Fo- le, Nukleinsäuren, Eiweiße und Verdauungssekrete fest: „Diese Berichte haben keine sehr detaillier- Widerlegung dieser Technik durch die Autoren der
tos von Querschnitten durch Zellen, die eindeutig abgestorbener Zellen und deren Organellen. Die te morphologische Beschreibung der Architektur 2. Publikation.
erkennbar Querschnitte von Ausstülpungen der Aufnahmen der Pellets zeigen klar und deutlich de- des Nucleocapsid erbracht“. Sie verweisen auf die
Zelle darstellen, die als Villi bezeichnet werden. ren Zusammensetzung aus Zellbruchstücken. Eine bestehenden Streitigkeiten hinsichtlich des Mole- Sie verwenden Nukleinsäuren aus Zellbruchstü-
Diese Ausstülpungen sind in intakten Zellen nur einzige unvollständige Aufnahme eines Pellets be- kulargewichts dessen, was von unterschiedlichen cken vermeintlich infizierter Zellen und nicht aus
auf einer Seite zu sehen, da sich die Zelle durch zeichnen die Autoren in unzulässiger Weise als „Ma- Autoren jeweils als Genom des Masern-Virus ge- isolierten Viren. Nukleinsäuren aus abgestorbenen
diese Ausstülpungen, ähnlich wie eine Amöbe auf sern-Partikel“, obwohl deren Zusammensetzung we- deutet wird (Seite 1535). Zellen einer bestimmten Länge geben sie ohne Be-
dem Untergrund anheftet und sich darauf bewegt. der in dieser noch in anderen Studien biochemisch Allein diese Vorbemerkungen, mit denen frühere gründung als virale Nukleinsäure des Masern-Virus
Bei Riesenzellen, die sterben, weil sie verschmol- bestimmt worden ist. Kontrollexperimente, in denen Studien bewertet werden, zeigen deutlich, dass die aus. Dabei ist ihnen wie allen an diesen Forschun-
zen sind und deswegen die Zellteilung nicht mehr Zellbruchstücke gestorbener, aber nicht „infizierter“ Morphologie des behaupteten Masern-Virus in den gen Beteiligten bewusst, dass Zellbruchstücke ex-
funktioniert, finden sich diese Villi an mehreren Zellen zu Pellets zusammengepresst und mit den Pel- früheren Arbeiten auch nach der Meinung dieser trem viele unterschiedliche Nukleinsäuren aller
Stellen und oft in ungeordneter Weise. lets aus „infizierten“ Zellen verglichen werden, wur- Autoren nicht bestimmt ist. Größenordnungen aufweisen. Diese nach Größe
Weil die untersuchten Zellen aus angeblich „infi- den nicht durchgeführt. Deswegen erlauben diese Dazu im Einzelnen: ausgewählten Nukleinsäuren bestimmen sie je-
zierten“ Zellen stammten, behaupten die Autoren, Experimente keine andere Aussage, außer dass mit Die Autoren stellen in ihrer Publikation im Jahr doch nicht mit den hierfür geeigneten Standard-
dass es sich bei den Querschnitten durch die Villi zelleigenen Bestandteilen gearbeitet wurde. 1984 fest, dass es keine verlässlichen, sondern äu- methoden, sondern mit der ungeeigneten Metho-
um Querschnitte von Masern-Viren handeln wür- Die Autoren führen keine Kontrollexperimente durch, ßert widersprüchliche Aussagen zur Längenangabe de der Längenbestimmung von Nukleinsäuren im
de. Dabei zeigen sie aber nicht die Schnittebenen sondern bezeichnen normal behandelte, nicht für die und zur Zusammensetzung der sog. Erbsubstanz, Elektronenmikroskop.
vor und hinter der gezeigten Aufnahme. Nur die „Infektion“ vorbereitete Zellen als Kontrollen. Aber dem Genom des behaupteten Masern-Virus gibt. Die hierbei festgestellte Länge geben die Autoren als
Dokumentation dieser anderen Schnittebenen auch diese unbehandelten Zellen werden nicht auf Die Autoren machen diese Feststellung zu einer die Länge der Erbsubstanz des Masern-Virus aus.
hätte zeigen können, dass es sich bei den gezeig- die gleiche Art und Weise beobachtet und in die Expe- Zeit, als der Nachweis über die Zusammensetzung Diese Längenangabe weicht um ein Vielfaches von
ten Querschnitten um Zellausstülpungen oder um rimente einbezogen. Wie die Lektüre der Publikation und Länge von Nukleinsäuren aus Viren schon dem ab, was in einer mühsamen Konsensbildung
eigenständige Teilchen gehandelt hätte. Anhand zeigt, werden sie nur in so wörtlich „ähnlicher“ und längst einfachster Standard war. vieler beteiligten Mediziner Jahre später als verbind-
solcher unvollständig untersuchten, zelleigenen darüber hinaus in nicht beschriebener und in nicht Da es bisher nicht gelungen sei, so die Autoren, die liche „wissenschaftlich festgestellte“ Länge und Zu-
Strukturen nehmen die Autoren die Durchmesser- dokumentierter Art und Weise beobachtet, also gar Länge und Zusammensetzung der Nukleinsäure des sammensetzung der Erbsubstanz des Masern-Virus
bestimmungen der vermuteten Masern-Viren vor. nicht, jedenfalls nicht in wissenschaftlicher Methodik. Masern-Virus zu bestimmen, wollen die Autoren die ausgegeben wird. Kontrollexperimente werden in
Dies ist ein unwissenschaftliches Vorgehen. Die Autoren verwenden die in der 1. Publikation ent- Erbsubstanz des behaupteten Virus künstlich ver- dieser Publikation mit keinem Wort erwähnt.
wickelte Technik, um „Masern-Viren“ zu „vermeh- mehren, um diese in künstlich vermehrter Form un-
Selbst wenn die Autoren aber gezeigt hätten, dass ren“ und zu „isolieren“ und ignorieren die Warnhin- tersuchen zu können. Hierin liegt der wissenschaft- Auch hier wird wiederum nicht die Existenz des
in den Querschnitten identifizierbare eigenstän- weise der damaligen Autoren, dass die Anwendung liche Fehler, dass auch beim Masern-Virus statt Masernvirus in wissenschaftlicher Weise bewiesen,
dige Teilchen vorkommen, wäre damit nur die dieser Technik kein Beweis für ein Masern-Virus ist. einer viralen Struktur normale Bestandteile, hier die sondern nur als existent unterstellt und behauptet.
Anwesenheit von typischen zelleigenen Trans- Zudem ignorieren sie die Widerlegung dieser Technik Nukleinsäuren der verwendeten Zellen, als Bestand- Auch hier wird lediglich vermutet und unterstellt,
portteilchen bewiesen, die z.B. als Exosomen be- durch die Autoren der 2. Publikation. teile des Masern-Virus fehlgedeutet werden. dass ein Virus vorhanden sei, ohne dessen tatsäch-
zeichnet werden. Um zu beweisen, dass es sich bei Auch hier wird wiederum nicht die Existenz des Ma- Hierbei wollen die Autoren zunächst die Länge liche Existenz nachweisen zu können. Somit wird
eigenständigen Teilchen, die hier und in anderen sern-Virus in wissenschaftlicher Weise bewiesen, des Genoms des Masern-Virus bestimmen. An- auch in dieser Studie kein Masern-Virus beschrie-
Masern-Studien nie nachgewiesen wurden, um Vi- sondern nur als existent unterstellt und behauptet. statt aber die Nukleinsäure aus Masern-Viren mit ben, wie die Auslobung dies gefordert hat, so dass
ren handelt, hätten diese isoliert, fotografiert und Auch hier wird lediglich vermutet und unterstellt, Standardtechniken zu isolieren, um diese daraus die Voraussetzungen der Auslobung nicht erfüllt
biochemisch charakterisiert werden müssen. dass ein Virus vorhanden sei, ohne dessen tatsächli- zu gewinnen und danach deren Länge und Zusam- sind, so dass die Voraussetzungen der Auslobung
Das ist für das Masern-Virus oder ein anderes che Existenz nachweisen zu können. Somit wird auch mensetzung mit Standardtechniken zu bestim- nicht erfüllt sind.
krankmachendes Virus weder in dieser Studie in dieser Studie kein Masern-Virus beschrieben, wie men, wählen sie hierfür eine Kombination aus zwei
noch bis heute in irgendeiner anderen Studie de- die Auslobung dies gefordert hat, so dass die Voraus- hierfür ungeeigneten Methoden. Ihre Quelle für >> Teil 2 der Berufungsschrift folgt
monstriert worden. setzungen der Auslobung nicht erfüllt sind. Moleküle, die sie als Bestandteil des vermuteten in der nächsten Ausgabe von Wissenschafftplus.
30 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 6/2015 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 6/2015 31

Masern-Virus-Prozess: 1.2.5. Horikami/Moyer unveröffentlichten Beobachtungen zusammenge-


fasst und gedeutet, in die die Autoren ihre eigenen

Die Vorzeichen sind gut. Das Buch, in dem ein Kapitel der Autoren Horikami/
Moyer enthalten ist, das der Kläger, der Gutachter
Ergebnisse einfließen lassen und sie darin zitieren.
Die darin zitierten Arbeiten umfassen im wesent-
und das Gericht als wissenschaftliche Publikation lichen Arbeiten wie die Publikationen 1 bis 4 und
bezeichnen, befasst sich mit derzeitigen Themen die Arbeiten der weiteren Konsensfindung, welche
Autor: Der Anwalt von Dr. Stefan Lanka der Mikrobiologie und der Immunology. Länge und Zusammensetzung das Genom des be-
Vorwort von Dr. Stefan Lanka haupteten Masern-Virus haben soll.
Es kann aus mehreren Gründen sicher nicht als
wissenschaftliche Publikation bezeichnet werden, Abbildungen von Viren sind darin nicht enthalten,
die sich mit dem Beweis der Existenz des Ma- ebenso wenig eine Durchmesserangabe eines Ma-
Hier drucken wir den zweiten Teil der Berufungsschrift die Berichterstatterin des Verfahrens ist, wahrheitsge- sern-Virus befasst, denn es werden lediglich frü- sern-Virus, weder ein Beweis für die Existenz eines
vom 7.7.2015 ab. Die Berufungsverhandlung am Ober- mäß ausgesagt, dass die sechs vorgelegten Publikati- here Studien zusammengestellt in der Annahme, Masern-Virus und schon gar nicht für die Existenz
landesgericht Stuttgart wurde nun auf den 16.2.2016 onen des Masern-Prozesses „in der Tat“ keine Nega- dass ein Masern-Virus existiert. Jedoch wird auf der einer Nukleinsäure aus einem Virus, die als Erb-
verschoben. Im bisherigen Verfahren sind die Verlet- tivkontrollen enthalten. Diese Aussage des Gutachters vorgelegten Seite 48 ausdrücklich erklärt: substanz oder Genom des Masern-Virus ausgege-
zungen des Grundrechts auf rechtliches Gehör, die zu Protokoll hat das Gericht in der Urteilsbegründung „Da die Beschreibung des Masern-Virus ungenau ben werden könnte.
formalen Fehler, das Ignorieren der inhaltlichen Argu- übersehen oder unterdrückt. Damit ist aber bewiesen, erscheint, weil dort eine Synthese von polycistronic
mente, die wissenschaftliche Haltlosigkeit und Wider- dass in den sechs vorgelegten Publikationen kein Ma- RNAs vorhanden ist, bringt eine Virusinfektion un- Der Gutachter behauptet, dass in dieser Über-
legung der Argumentation von Gericht und Gutachter sern-Virus, sondern nur zelleigene Bestandteile und gewöhnliche nachgebildete Produkte hervor“. sichtsarbeit der Beweis für die Existenz eines Ma-
so eindeutig und offensichtlich, dass wir uns sicher Eigenschaften von sehr fragilen und sterbenden Zellen sern-Virus-Genoms enthalten sei. Diese Aussage
sind, dass das Urteil spätestens vom Bundesgerichts- im Reagenzglas nachgewiesen wurden. Es erscheint schon höchst ungewöhnlich, eine ist falsch.
hof (BHG) aufgehoben werden wird. solche Literatursammlung als „wissenschaftliche
Zum Beispiel wurden meine Stellungnahme vom Diese zentrale Aussage, dass keine Kontrollexperimen- Publikation“ zu behandeln. Besonders schränken Abgesehen davon, dass diese Arbeit keine eigene
2.2.2015 und deren Inhalt vom Gericht und dem Gut- te durchgeführt wurden, hat Prof. Dr. Dr. Walach von diese Autoren auf Seite 38 ein, dass detaillierte Stu- Forschung enthält, ist dieser Beweis in der Über-
achter mit der falschen Behauptung unterdrückt, dass der Europa-Universität Viadrina Frankfurt-Oder in ei- dien des Masern-Virus nicht so fortgeschritten sind sichtsarbeit nicht enthalten, auch nicht in den
der Gutachter in seinem Schreiben vom 3.3.2015 dar- ner eigenständigen Stellungnahme bestätigt, die er am und deswegen die Synthese zweier anderer Viren Zitaten der darin zitierten Studien. Was in den
auf eingegangen und die Argumente widerlegt hätte. 1.11.2015 veröffentlicht hat (http://intrag.info/aktuell/). als Modelle für die Diskussion verwendet werden, Publikationen enthalten ist, die in dieser Über-
Da die Dokumente des Gerichtsverfahrens auf unse- Mit dieser Stellungnahme, die auch wissenschaftsthe- weil spezifische Daten für das Masern-Virus nicht sichtsarbeit zusammengefasst werden, sind u.a.
rer Internetseite (www.wissenschafftplus.de) veröffent- oretisch erklärt, wie es zu Fehlannahmen kommt und verfügbar sind. Auch auf Seite 42 wird dargestellt, Aussagen unterschiedlicher Autoren, die verschie-
licht sind, kann jeder sehr schnell erkennen, dass der warum diese aufrecht erhalten bleiben, sind wir bestä- dass die Beschreibung des Masern-Virus nicht ex- denen Nukleinsäuren unterschiedlicher Quellen
Gutachter auf keines der Argumente meiner Stellung- tigt worden und sagen Dank nach Frankfurt/Oder für akt ist. vom Affen, Mensch und Rind gedanklich zu einer
nahme eingegangen ist. die Aufrichtigkeit und Wissenschaftlichkeit. Auf Seite 46 wird gefordert, dass die Konstruktion gemeinsamen Nukleinsäure vereinigen, die als
Anhand der Fragen meiner Anwälte in deren Schrei- Bitte überlegen Sie sich, ob Sie Ärzte und Wissenschaft- eines ansteckenden Masern-Virus das nächste grö- Ganzes nicht existiert. Diese typischen zelleigenen
ben vom 3.2.2015 ist erkennbar, dass der Gutachter in ler kennen, die diese Stellungnahme bestätigen. Falls ja, ßere Forschungsziel sein müsse. Nukleinsäuren unterschiedlicher Herkunft werden
seinem Schreiben vom 3.3.2015 offensichtlich leicht er- lassen Sie uns die Bestätigungen bitte zukommen. Das mangels Kontrollexperimenten als Erbgut des Ma-
kennbare falsche Antworten getätigt hat. Unglaublich stärkt unsere Position vor Gericht, in der Öffentlichkeit Mit diesen und anderen Aussagen aus dieser Pu- sern-Virus fehlgedeutet.
aber wahr: Die für das Verfahren zentrale Frage, ob und macht auch Ihren Arzt nachdenklich. blikation und den darin zitierten Studien sind die
durch Kontrollexperimente ausgeschlossen ist, dass Wer bereit ist unser Vorhaben zu unterstützen, mit dem Behauptungen des Gutachters widerlegt, dass in Kontrollexperimente die ausschließen könnten,
Bestandteile und Eigenschaften von sehr fragilen und wir mit den „offiziellen Masern-Tests“ gleichzeitig viele dieser oder den vorangegangenen Publikationen • dass das Zellsterben das dem vermuteten Ma-
sterbenden Zellen im Reagenzglas als Bestandteile Menschen positiv und negativ auf das Masern-Virus tes- 1 bis 4 ein Masern-Virus identifiziert und dessen sern-Virus zugeschrieben wird durch das Expe-
und Eigenschaften eines Masern-Virus fehlgedeutet ten, möchte sich bitte bei uns melden. Mit der Durch- Bestandteile und dessen Durchmesser bestimmt riment ausgelöst wird,
wurden, beantwortet der Gutachter in seinem Schrei- führung und Veröffentlichung dieser Tests werden wir worden sei. • dass zelleigene Strukturen als Masern-Virus
ben vom 3.3.2015 mit Ja. praktisch beweisen, dass die bisherige Masern-Politik fehlgedeutet werden,
Im Protokoll der Verhandlung aber hat der Gutachter auf Fehlannahmen beruht und die Masern-Impfungen In diesem Buch-Kapitel werden die Resultate aus • dass zelleigene Eiweiße als Bestandteil eines
auf S. 7, oben, auf die Frage der Richterin Dr. Brutscher, wissenschaftlich nicht zu rechtfertigen sind. 98 früheren Publikationen, Übersichtsarbeiten und Masern-Virus fehlgedeutet werden,
32 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 6/2015 WISSENSCHAFFTPLUS – Das Magazin 6/2015 33

• dass zelleigene Nukleinsäuren als Masern-Ge- jeweils ganz anders aufgebaut sind als die Struk-
nom fehlgedeutet werden, finden sich weder in turen, die bis dahin als Masern-Viren ausgegeben
dieser Publikation, noch in den darin zitierten wurden.
Publikationen. Richter Marcus Percic (links) vom
Sie werden, was extrem unwissenschaftlich und un- Um zu beweisen, dass es sich bei den innerhalb Landgericht Ravensburg war der
redlich ist, nicht erwähnt und nicht dokumentiert. von Zellen gesehenen Strukturen dennoch um Ma- Ersatzmann für einen erkrankten
sern-Viren handelt, führen sie zwei Experimente oder sonstwie verhinderten Kolle-
Somit wird auch in dieser Studie kein Masern-Virus durch. Ihre Quelle für Zellbruchstücke, die sie zu gen und fiel dadurch auf, dass er
beschrieben, wie die Auslobung dies gefordert hat, Aggregaten pelletieren und pressen, um diese als absolut teilnahmslos und ohne et-
so dass die Voraussetzungen der Auslobung nicht Masern-Viren fehl zu deuten, ist die in der 1. Publi- was von sich zu geben an der Ver-
erfüllt sind. kation entwickelte Technik, deren Einschränkungen handlung am 12.3.2015 teilnahm.
durch die damaligen Autoren sie ignorieren. Auch
die Widerlegung dieser Technik durch die Autoren
1.2.6. Daikoku/Morita u.a. der 2. Publikation wird von ihnen nicht erörtert. linge wurden nicht fotografiert und ebenso wenig wur- senschaftlich korrekt durchgeführte Experimente“
Kontrollexperimente werden in dieser Publikation de auf unerklärliche und unentschuldbare Weise deren seien. Das Gegenteil ist nachweislich formal und
Diese Studie beschäftigt sich ausdrücklich mit der mit keinem Wort erwähnt. biochemische Zusammensetzung bestimmt. inhaltlich der Fall.
Frage, wie die Größe eines Masern-Virus dessen
Ansteckungsgefährdung bestimmt. Somit unter- Die Autoren erzeugen durch Zentrifugation aus Weil diese nicht-untersuchten Presslinge der Somit wird auch in dieser Studie kein Masern-Virus
sucht auch diese Studie hier wiederum nicht die Zellbruchstücken Pellets, die sie ohne haltbare Be- Größenordnung von 50 bis 1000 nm im „Infek- beschrieben, wie die Auslobung dies gefordert hat,
Frage nach der evtl. Existenz oder Nichtexistenz gründung als Masern-Virus ausgeben. Anhand der tionsexperiment“ Zellen im Reagenzglas töten, so dass die Voraussetzungen der Auslobung nicht
eines Masern-Virus, sondern stellt diese in der Ein- Fotos dieser Pellets kann festgestellt werden, dass wird behauptet, dass auch die nichtuntersuchten, erfüllt sind.
leitung als vorgegeben dar. In der Studie wird auch es sich dabei um Agglomerate aus Zellbruchstü- nicht aus den Zellen isolierten Strukturen der Grö-
nicht von einem Masern-Virus gesprochen, son- cken handelt. Die biochemische Charakterisierung ßenordnung von 50 – 1000 nm, die in einer Quer- 2. Grundlage dieses Rechtsstreits ist die Auslobung
dern von „Masern-Virus-ähnlichen Teilen“. Gleich- der Zusammensetzung dieser Pellets, mit der hätte schnittsaufnahme dargestellt sind, in Wirklichkeit des Klägers. Das Preisgeld wird ausgezahlt, wenn
zeitig wird darauf hingewiesen, dass mit dieser Stu- bewiesen werden müssen, ob sich diese Agglome- aber Villi und andere Zellbestandteile sind, Ma- eine wissenschaftliche Publikation vorgelegt wird,
die virologische und biologische Bedeutungen der rate aus Zellbruchstücken oder aus einer viralen sern-Viren seien. Diese Schlussfolgerung geschieht in der die Existenz des Masern-Virus nicht nur
verschiedenen großen Masern-Virus- Partikel nicht Nukleinsäure und den viralen Eiweißen zusammen- ohne Beweisgrundlage, ist falsch und durch nichts behauptet, sondern auch bewiesen und darin u.a.
geklärt werden konnten“. (Seite 112). setzen, wurde nicht durchgeführt. Dies ist ein un- zu rechtfertigen. dessen Durchmesser bestimmt ist, bzw. das Preis-
wissenschaftliches Vorgehen. geld nicht ausgezahlt wird, wenn es sich bei der
Ausdrücklich weisen diese Forscher darauf hin, Neben den Faktoren der Heruntersetzung der Bestimmung des Durchmessers des Masern-Virus
dass fast keine Studie der Morphologie des Ma- Trotzdem behaupten die Autoren, dass es sich bei Nährlösung auf 20% und der Gabe zelltötender nur um Modelle oder Zeichnungen wie die im Ori-
sern-Virus durchgeführt worden ist, weil die Im- den Pellets um Masern-Viren handelt, ohne eine Chemikalien im sog. Infektionsexperiment, sind ginal als Beispiel abgedruckte lustige Grafik.
munoelectron -Mikroskopie für Viren ursprünglich wissenschaftlich qualifizierte Bestätigung dafür vor- es nachgewiesener Maßen auch die freigesetz-
nicht für die Morphologie von Viren ausgerichtet zulegen. ten Verdauungssekrete gestorbener Zellen, die im Diese 5 Studien und die Literaturübersicht zeigen,
war (Seite 112). „Infektionsexperiment“ in Form von Pellets oder dass bis heute keine exakte Morphologie des an-
Ebenso wenig wurde die Durchmesserbestimmung Presslingen abgestorbener Zellen das beobachtete geblichen Masern-Virus vorliegt, sondern diese
Die Autoren stellen fest, dass die in Zellen gezeig- dieser Pellets durchgeführt, die als einzelne, isolier- Zellsterben erklären, das aber mit der Anwesenheit Forscher jeweils die Existenz des Masern-Virus als
ten Strukturen, die durch Querschnittsaufnahmen te Masern-Viren ausgegeben werden, obwohl die des vermuteten Masern-Virus gleichgesetzt wird. gegeben voraussetzen und dann jeweils prüfen,
durch Zellen dargestellt werden, durchaus typisch Auf-nahmetechnik speziell hierfür geeignet war. wie mit den Folgen der Masern-Infektion umgegan-
zelleigene Strukturen wie z.B. Villi sein könnten, Die Aussage des Gutachters, dass durch die Kom- gen werden kann.
obwohl Masern-Virologen diese Strukturen als Ma- In einem zweiten Experiment werden Zellbruchstücke bination zweier unterschiedlicher Techniken in die-
sern-Viren interpretieren. Sie schlussfolgern das durch Poren unterschiedlicher Größen gepresst und ser Publikation die Existenz des Masern-Virus be- Gerade in den Publikationen 3, 4 und 6 sind Par-
daraus, weil die Teilchen in den Querschnittsauf- mit den so erzeugten Presslingen unterschiedlicher wiesen sei, ist falsch. Ebenso ist es falsch, wenn er tikel abgebildet, die das Masern-Virus darstellen
nahmen, die größer und kleiner sind als die früher Größenordnungen, in einem „Infektionsexperiment“, behauptet, dass die in dieser Publikation getätig- sollen. Dabei handelt es sich aber nur um künst-
angenommene Größenordnung der Masern-Viren, ein beschleunigtes Zellsterben ausgelöst. Diese Press- ten Experimente „hinreichend adäquate und wis- lich durch Pressen und Pelletieren von Zell-
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bruchstücken im Reagenzglas hergestellte Modelle f. Durchmesserangaben behauptet, obwohl die rakterisiert worden ist. Die nur durch Pressen oder
des Masern-Virus. Die in den Zellen gezeigten Teil- Durchmesser nur anhand von Modellen bestimmt Pelletieren aus Zellbruchstücken hergestellten Mo-
chen sind typische Zellbestandteile, wie auch die und nicht an isolierten und nachgewiesenen Viren delle oder die typischen Zellbestandteile innerhalb
Autoren der 6. Publikation selbst feststellen. Die vorgenommen wurden. von Zellen wurden und werden als Masern-Virus
Publikationen 1, 2 und 5 zeigen überhaupt keine ausgegeben. Sie werden in den verschiedenen Stu-
Abbildungen, die Masern-Virus darstellen sollen. Bedauerlich ist, dass der Vorsitzende trotz Nach- dien als Beschreibung von Masern-Viren unterstellt,
fragens und Insistierens der Berichterstatterin bringen aber nicht den vom Beklagten geforderten
Keine der Publikationen beweist in wissenschaftlich nach konkreten, zitierbaren Beweisen es unterlas- wissenschaftlichen Beweis.
haltbarer Form die Existenz des Masern-Virus, son- sen hat, den Gutachter aufzufordern, seine Aussa-
dern sie setzen ihn als existent voraus. Damit ist der gen mit konkreten Beweisen in Form von Zitaten zu Beweis: Sachverständigengutachten.
wesentliche Punkt der Auslobung nicht erfüllt. belegen und damit seine Konglomerat-Bildung zu
rechtfertigen. Daher sind die vom Beklagten vorgegebenen Krite-
Beweis: Sachverständigengutachten. rien für die Erfüllung der Auslobung nicht erfüllt,
Offenbar nicht beachtet hat das Gericht aber die nämlich
Für diese Begutachtung wird jedoch ein anderer Feststellung des Gutachters, dass die allgemeinen a. An SIE (also das Robert-Koch-Institut und die na-
Sachverständiger beantragt, der die 6 vorgeleg- Regeln wissenschaftlicher Tätigkeit in der Biologie mentlich erwähnt Frau PD Dr Mankertz) muss die
ten Publikationen darauf prüfen soll, ob sie nach nicht gelten würden. Abgesehen davon, dass dies Frage nach dem Durchmesser gestellt werden, da
geltendem wissenschaftlichen Regeln die Existenz falsch ist, würde dies jedoch bedeuten, dass die der Durchmesser von zentraler Bedeutung ist.
des Masern-Virus nicht nur behaupten und unter- Auslobung nicht erfüllt werden könnte, weil eine wis-
stellen, sondern in ihren Publikationen auch be- Der Vorsitzende Richter Matthias Schneider am senschaftliche Arbeit in diesem Forschungsbereich b. Das Preisgeld wird ausbezahlt, wenn EINE wissen-
weisen, wie dies von der Auslobung gefordert wird. Landgericht Ravensburg hat sich intensiv in die Ma- ausgeschlossen wäre. Wenn die wissenschaftlichen schaftliche Publikation vorgelegt wird, in DER (also
sern-Virus-Literatur eingelesen, kannte viele Details Regeln in der Biologie nicht gelten, sind solcherart EINE)
Ein anderer Sachverständiger ist schon deswegen und glaubt offensichtlich an die widerlegte antike wissenschaftliche Aussagen auch nicht einklagbar.
angezeigt, weil der Gutachter behauptet und dem Idee der Krankheitsgifte, lat. Virus. Obwohl er am c. in der BEHAUPTET UND BEWIESEN ist ..... (es
Gericht dargelegt hat, dass eine Kombination der 14.4.2014 beschlossen hat, dass der Gutachter zu Diese und andere Kritik an dem Vorgehen des ge- sich also um eine ORIGINALARBEIT und nicht um
Aussagen der sechs Publikationen die geforderten untersuchen hat, ob die sechs vorgelegten Publi- richtlichen Sachverständigen kann nur durch einen eine Zusammenfassung handelt)
Beweise ergebe, obwohl keine der vorgelegten Publi- kationen auf dem heutigen Stand der Wissenschaft neuen Sachverständigen vermieden werden, der be-
kationen einzeln diesen Beweis erbracht hat. wissenschaftlich sind, duldete er, dass der Gutachter reit ist, die vorgelegten Publikationen genau mit der d. durch eine „WISSENSCHAFTLICHE“ Publikation
Er behauptet entgegen dem Ergebnis der Einzelun- am 12.3.2015 wahrheitswidrig aussagte, dass in der Fragestellung der Auslobung zu prüfen: (FORMAL UND INHALTLICH wissenschaftlich)
tersuchung dieser Publikationen, dass die einzelnen Biologie die strengen Regeln der Wissenschaft nicht „Ist in diesen Publikationen die Existenz eines Ma-
Aussagen durch „hinreichend adäquate und wissen- gelten würden. sern-Virus wissenschaftlich exakt unter Nachweis e. in der die EXISTENZ des Masern-Virus bewiesen
schaftlich korrekt durchgeführte Experimente“ be- des Durchmessers nachgewiesen worden, wobei ist (was nur durch die Dokumentation einer ISOLA-
legt seien, was in sich falsch ist. Was in den einzelnen nicht nur Modelle oder Zeichnungen verwendet TION und BIOCHEMISCHEN BESTIMMUNG DES
Arbeiten fehlt, nämlich der wissenschaftliche Nach- b. diese entnommenen Aussagen entgegen der Aus- werden dürfen“. ISOLATS möglich ist)
weis der Existenz eines Masern-Virus, kann nicht sagen und Intention der Autoren auslegt und deutet;
durch eine Zusammenschau und Kombination der c. zusätzliche Aussagen erfindet, die in den Publika- Hier wird nochmals ausdrücklich behauptet, dass kei- f. und in der der DURCHMESSER bestimmt ist (was
Aussagen in den sechs Publikationen ersetzt werden. tionen nicht getätigt wurden; ne der Publikationen die Existenz des Masern-Virus nur durch „NEGATIVE STAINING“ möglich wäre,
beweist. Dabei ist anzumerken, dass diese Frage nach was nie gemacht wurde)
Diese Erkenntnis hätte das Gericht auch ohne den d. daraus ein Konglomerat der Aussagen der Auto- der Existenz des Masern-Virus auch nicht das Ziel der
Gutachter haben können, doch hat es akzeptiert, ren auf nicht nachvollziehbare und überprüfbare einzelnen publizierenden Forscher gewesen ist. g. jedoch die Bestimmung des Durchmessers nicht
dass der Gutachter Weise konstruiert; aufgrund von MODELLEN UND ZEICHNUNGEN
Alle 6 Publikationen widerlegen auch nicht die Be- vorgenommen werden darf (was aber getan wurde
a. aus den sechs Publikationen und den darin zitier- e. dieses Konglomerat aus 6 Publikationen als eine Tat- hauptung des Beklagten, dass ein Masern-Virus anhand von Presslingen der 6. Publikation, die nicht
ten Veröffentlichungen auf willkürliche Weise Aus- sache ausgibt, mit der der wissenschaftliche Beweis für niemals in einem Menschen oder einer Körperflüs- einmal fotografiert und deren Zusammensetzung
sagen und Argumente entnimmt; die Existenz des Masern-Virus erbracht sein soll. sigkeit gesehen, fotografiert oder biochemisch cha- biochemisch bestimmt wurde).
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3. Soweit sich das Gericht mit der Frage auseinan- liche und wissenschaftliche Legitimation zielt und
dersetzt, ob die Auslobung des Klägers ernst ge- nicht auf Publikationen außerhalb des RKIs oder
meint war, kann dies als selbstverständlich bestä- solchen die durch das RKI nicht explizit als verifi-
tigt werden. ziert angegeben werden. Richterin Dr. Brutscher
(rechts) war für das Gericht
4. Bei der Auslobung des „klein-klein-Verlages“ hat Daher war die Forderung des Beklagten, die zum die Berichterstatterin im Ver-
es sich nicht um eine öffentliche Bekanntmachung Wirksamwerden der Auslobung erfüllt sein muss- fahren und brachte den Vor-
gehandelt. Denn diese war ausdrücklich nur an die te: Die Existenz des Masern-Virus müsse bewiesen sitzenden Richter Schneider
Empfänger des Newsletters des klein-klein-Verlags werden durch eine Publikation seitens des Ro- und den Gutachter mit ihren
gerichtet, die sich hierfür eingetragen haben, also bert-Koch-Instituts (i.F.: RKI), welches hierfür nach Fragen nach konkreten wis-
der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Der Newsletter § 4 IfSG zuständig sei. Dies ergebe sich schon dar- senschaftlichen Beweisen für
wurde im Newsletter-Archiv auf der klein-klein-ver- aus, dass hinsichtlich der in Deutschland erfolgten die Existenz des behaupteten
lags-Internetseite abgelegt. Auslobung auf die hier für die Beweisführung im Masern-Virus aus dem Kon-
Bereich von Infektionskrankheiten eigens geschaf- zept und ins Schwitzen.
5. Dadurch, dass sich der Beklagte in der Ausschrei- fenen Regeln des IfSG abzustellen sei. Da entspre-
bung und in der Antwort an den Kläger explizit auf chend der Bestimmung des § 4 IfSG die Forschung
das IfSG berufen hat, ist ausgeschlossen, dass eine nach der Ursache von Infektionskrankheiten Auf- Ribosomen (typische Zellbestandteile) in sich trägt. Auf diese nicht definierten und nicht publizierten
Publikation des Robert-Koch-Instituts vor dem In- gabe des RKI sei, sei die in § 7 Nr. 31 IfSG erfolg- Vergleicht man dies mit der oben zitierten Proto- Postulate bauen aber der Gutachter und das Ge-
krafttreten des IfSG am 01.01.2001 als Beweis für te Nennung des Masernvirus nur zulässig, wenn kollerklärung des gerichtlichen Gutachters, mit richt explizit die Argumentation auf, dass ein Ma-
die Existenz des Masern-Virus herangezogen wer- diesem Institut aufgrund eigener, entsprechend § den Ausführungen im Gutachten und mit dem Par- sern-Virus existiert, obwohl die Autoren der sechs
den darf. Das Gericht musste bei der Auslegung 1 IfSG dem jeweiligen Stand von Wissenschaft und teienvortrag, wird die Behauptung des Beklagten Veröffentlichungen diese Postulate nicht bemühen
des Textes nicht nur den durch die Internetseite, Technik genügenden Recherchen der wissenschaft- bestätigt, das Masern-Virus sei widerlegt und des- und nicht erwähnen.
die zahlreichen Publikationen und Aktivitäten des liche Beweis vorliege, dass die in das Gesetz aufge- wegen bisher nicht nachgewiesen worden.
klein-klein-verlags gegebenen Kontext der Aus- nommene Behauptung zutreffend sei. Beweis: Sachverständigengutachten
schreibung berücksichtigen, den das Gericht igno- Deswegen ist wiederum festzustellen, dass die Aus-
rierte, sondern auch die Geschichte und Intention 6. Der Gutachter hat bei seiner Anhörung zu Pro- lobung nicht erfüllt ist. Der Beklagte geht davon aus, dass zu allen Punkten
des IfSG und der Festschreibung der internatio- tokoll erklärt, dass das Masern-Virus widerlegt sei, und speziell zu diesem Punkt der Ribosomen-Wi-
nalen und für alle Disziplinen geltenden wissen- wenn Ribosomen im Masern-Virus enthalten sind. Aus dem Kontext der Auslobung ergibt sich deren derlegung des Masern-Virus, Frau Dr. Mankertz,
schaftlichen Regeln im Jahr 1998, die mit dem IfSG Denn Viren – auch das Masern-Virus – sind defi- Zweck eindeutig dahingehend, dass geklärt werden die als ausgewiesene Masern-Virologin und Leite-
explizit für das gesamte Gebiet der Infektionstheo- niert durch die Abwesenheit von zelleigenen Be- sollte, ob über den erfolgreichen wissenschaftlichen rin des Nationalen Referenzzentrums für Masern
rien und des Impfens verbindlich gemacht wurden. standteilen. Diese zu Protokoll gegebene Aussage Nachweis des Erregers eine entsprechende Doku- am RKI arbeitet, auch die ideale Gutachterin, zu-
des Gutachters, seine Ausführungen hierzu unter mentation des RKI vorliegt. mindest aber geeignete sachverständige Zeugin
Das RKI hat seine ausdrückliche Verpflichtung zur Punkt 6. auf Seite 34 des Gutachtens und der Par- ist, so dass der Beklagte deren Ladung beantragt.
Einhaltung der durch die DFG 1998 erstmals zu- teienvortrag des Beklagen hierzu, nämlich die Wi- Aus den Formulierungen und dem Kontext ergibt
sammenfassend formulierten internationalen wis- derlegung des Masern-Virus, hat das Landgericht sich, dass die sog. Koch’schen Postulate nicht Be- 7. In der Auslobung ist zum Beweis für die Vorga-
sen-schaftlichen Regeln im Jahr 2002 veröffentlicht in der Urteilsbegründung nicht berücksichtigt, standteil der Auslobung sind und sein können. Ro- ben des Beklagten unter der Überschrift „Ursache,
und begründet. obwohl genau dies beweist, dass die Auslobung bert Koch hat diese Postulate selbst nie publiziert. Vermeidung und Therapie von Masern“ das Buch
durch die vorgelegten Arbeiten nicht erfüllt ist. Diese Postulate sind für den Nachweis von Bakte- „Der Masern-Betrug“ zitiert, in dem aufgeführt
Der Beklagte hat in der Auslobung und zusätzlich rien und nicht für Viren formuliert wurden, sie sind wird, wie Masern – ohne Masern-Virus – entstehen.
in seinem Schreiben an den Kläger auf die Arbeiten Frau Prof. Dr. Mankertz (RKI) hat nach Anfragen also nicht geeignet, die Existenz von Viren nachzu- Auch dieses Beweisangebot wurde aber von dem
des RKI hingewiesen und die dort tätige Dr. Annet- und Beschwerden, die durch die Auslobung ausge- weisen. Gericht nicht beachtet.
te Mankertz zitiert. löst wurden, eingeräumt, dass die vom RKI veröf-
fentlichten Bilder des Masern-Virus aus internen, Darüber hinaus sind sie unwissenschaftlich, da sie Das Urteil des Landgerichts ist daher abzuändern.
Damit war nach außen verdeutlicht und erkennbar, nicht-veröffentlichten Studien stammen und dass nicht definiert und exakt sind, sondern in vielfäl- Die Klage ist abzuweisen.
dass die Auslobung auf das RKI und dessen gesetz- das Masern-Virus nach ihren Ermittlungen öfters tigster Form in der Sekundärliteratur auftauchen.