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Technischer Bericht

Konstruktiver Wasserbau - Übung

Talsperre

Marta Dimova

Betreuer: DI Burkhard Rüdisser

26. September 2018


Inhaltsverzeichnis

1 Angabe 3

2 Projektbeschreibung mit technischen Daten 4


2.1 Projektbeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.1.1 Talsperre . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.1.2 Hochwasserentlastung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
2.1.3 Grundablass und Bauumleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.1.4 Triebwasserweg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.1.5 Krafthaus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.2 Baudurchführung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3 Technische Daten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3.1 Standort der Anlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3.2 Wasserwirtschaftliche Hauptdaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3.3 Energiewirtschaftliche Hauptdaten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.3.4 Bauwerksabmessungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7

3 Vordimensionierung der Talsperre 9


3.1 Dimensionierungsrichtwerte für die Gestaltung von Staudämmen . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.1.1 Staudamm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
3.1.2 Fangedamm . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11

4 Hydraulische Berechnungen 12
4.1 Nachweis der Hochwasserabfuhr BHQ und SHQ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
4.2 Nachweis der Abfuhrfähigkeit des Grundablasses . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
4.3 Nachweis der Leistungsfähigkeit der Bauumleitung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
4.4 Nachweis des Abusses in der Triebwasserleitung (hydraulische Verlustberechnung) . . . . . . 20
4.4.1 Verluste durch die Einlauftrompete . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20
4.4.2 Rechenverluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.4.3 Nischenverluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.4.4 Verluste durch den Einbau von Verschlussorganen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21
4.4.5 Krümmerverluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22
4.4.6 Verluste durch das Wasserschloss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
4.4.7 Verengungsverluste . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23

1
4.4.8 Rohrreibungsverluste im Druckstollen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
4.4.9 Rohrreibungsverluste im Druckschacht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24
4.4.10 Gesamtverlusthöhe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25
4.5 Abwehr lufteinziehender Wirbel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
4.6 Wasserschloss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

5 Wasser- und Energiewirtschaft 30


5.1 Wasserwirtschaftliche Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
5.1.1 Berechnung des Speicherinhalts . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
5.2 Energiewirtschaftliche Berechnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32

6 Bestimmung der Turbinenabmessungen 34


6.1 Auswahl der Turbinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 34
6.1.1 Abmessungen einer Francisturbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
6.1.2 Abmessungen der Spirale einer Francisturbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
6.1.3 Abmessungen des Saugrohres einer Francisturbine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41
6.2 Zulässige statische Saughöhe bei Kaplan- und Francisturbinen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

7 Planbeilagen 45

2
Kapitel 1

Angabe

Im vorliegenden Lageplan - LP1500-01 - soll an geeigneter Stelle, durch Errichtung einer Talsperre mit
den dazugehörigen Betriebseinrichtungen, ein Jahresspeicher geschaen werden. An der Sperrenstelle ist der
massive Fels in der Talmitte um ca. 8m und an den Sperrenanken um ca. 3m mit Bergschütt überlagert. Die
Talsperre ist als Steinschüttdamm und Ausleitungskraftwerk auszuführen, wobei das Stauziel bei 1610mN N
und das Absenkziel bei 1520mN N liegt.

Der Grundablass ist so zu bemessen, dass der auf Stauziel liegende Speicherwasserspiegel in 7 Tagen um 23m
abgesenkt werden kann.

Das Bemessungshochwasser (BHQ) ist mit 290m3 /s angegeben und das Sicherheitshochwasser (SHQ) mit
350m3 /s. Das Bauhochwasser hat einen Wert von 115m3 /s.

Der BHQ-Überstau und SHQ-Überstau beträgt entsprechend - 1, 7m und 2, 5m. Das Freibord - 1, 5m.

Die Triebwasserentnahme ist am orographisch rechten Ufer angeordnet. Die Energieerzeugung erfolgt täglich
während 7 Betriebsstunden. In den Monaten Oktober bis April ist die sekündliche Wasserabgabe aus dem
Speicher zweimal so groÿ wie jene in den Sommermonaten.

Das Einzugsgebiet hat eine Gröÿe von 110km2 .

3
Kapitel 2

Projektbeschreibung mit technischen

Daten

2.1 Projektbeschreibung
2.1.1 Talsperre

Die Talsperre wird als Steinschüttdamm ausgeführt. Damit der Damm auf massiven Fels gegründet werden
kann, muss der Bergschutt, der ihn in der Talmitte (um ca. 8m) und an den Sperrenanken (um ca. 3m)
überlagert, abgetragen werden.

Die notwendige Höhe des Dammes ergibt sich unter Berücksichtigung des zu erreichenden Stauziels, der
Überstauhöhe, sowie des Freibords. Schlussendlich weist der Damm eine Höhe von 114m auf. Die Kronenlänge
beträgt 456, 20m.

Der Damm besteht aus einer Kerndichtung, die sich im mittleren Bereich bendet. Auf deren beiden Seiten
sind Übergangszonen angeordnet. Es folgt ein Stützkörper sowohl auf der Wasserseite als auch auf der
Luftseite. Wasserseitig ist die Oberäche mit einem Steinsatz und luftseitig mit einer Begrünung abgedeckt.
Auÿerdem gibt es auf der Luftseite eine Drainageschicht und eine Fuÿdrainage. Luftseitig sind auch drei
Bermen mit einer Breite von jeweils 3,5m angeordnet. Der Damm wird mit einer Abdichtungsinjektion von
einem Drittel der Dammhöhe abgedichtet.

2.1.2 Hochwasserentlastung

Der Einlauf der Hochwasserentlastungsanlage wird als ein breitkroniges Wehr mit einer Fischbauchklappe
ausgeführt. Die anschlieÿende Schussrinne hat in dem ersten Abschnitt eine Breite von 15m und eine Neigung
von 5%. Nach 79,4 Metern erfolgt ein Neigungswechsel von 5% auf 30%. Ab diesem Neugungswechsel wird
die Breite der Schussrinne auf 7m verengt.

4
2.1.3 Grundablass und Bauumleitung

Die Bauumleitung muss auf das Bemessungshochwasser von 115m3 /s unter Freispiegelabuss ausgelegt wer-
den. Es wird ein Kreisquerschnitt für das Rohr mit einem Durchmesser von 5m ausgewählt. Nach Fertigstel-
lung der Talsperre wird die Bauumleitung in einen Grundablass transformiert. Der Abuss im Grundablass
erfolgt aber unter Druck. Daher muss das Rohr stahlgepanzert werden.

Der Grundablass ist so zu bemessen, dass der auf Stauziel liegende Speicherwasserspiegel in 7 Tagen um 23m
abgesenkt werden kann. Dies ergibt einen Durchuss von 124, 173m3 /s, der durch das Rohr in der gegebenen
Zeit abgelassen werden muss. An der Stelle der Schieberkaverne wird der Querschnitt des Rohrs verengt und
in einen Quadratquerschnitt mit Abmessungen 2 × 2m geändert.

Der Einlauf wird als eine gut ausgebildete Einlauftrompete ausgeführt. Im Einlaufbereich ist auch ein Gro-
brechen und eine Dammbalkennische eingebaut.

In der Schieberkaverne stehen zwei Schieber zur Verfügung  ein Betriebsschieber und ein Revisionsschieber.
Nach der Schieberkaverne erfolgt die Energieumwandlung über eine Sprungschanze.

2.1.4 Triebwasserweg

Das Kraftwerk wird als ein Ausleitungskraftwerk ausgeführt. Die Triebwasserentnahme ist am orographisch
rechten Speicherufer angeordnet. Der Einlauf wird als eine Einlauftrompete ausgeführt. Im Einlaufbereich
ist auch ein Feinrechen und eine Dammbalkennische eingebaut.

Der Triebwasserweg erfolgt über einen Druckstollen und einen Druckschacht. Der Druckstollen hat einen
Durchmesser von 4m und eine Länge von 6700m. Das Sohlgefälle beträgt 0,2%. Der Druckschacht hat eine
Länge von 410m und eine Neigung von 51◦ .

Am Beginn des Druckstollens bendet sich eine Schieberkammer, die mit einem Betriebs- und Revisionsschie-
ber ausgestattet ist. Die Kammer ist über einen unterirdischen Zugangsstollen erreichbar. Vor dem Krafthaus
werden zwei und vor den Turbinen ein Flachschieber angeordnet.

Bei dem Übergang zwischen dem Druckstollen und dem Druckschacht ist ein Wasserschloss errichtet. Es
dient dazu den Druckstoÿ, der beim Schlieÿen und Önen von Armaturen in der Leitung entsteht, in den
Druckstollen und Rohrleitungen zu vermeiden

2.1.5 Krafthaus

Die Energieerzeugung erfolgt täglich über 7 Betriebsstunden. In den Monaten Oktober bis April ist die
sekündliche Wasserabgabe aus dem Speicher zweimal so groÿ wie jene in den Sommermonaten. Deswegen
werden in den Wintermonaten zwei Turbinen und in den Sommermonaten (Mai bis September) eine Turbine
betrieben.

5
2.2 Baudurchführung
Im Bauzustand wird der Fluss über die Bauumleitung abgeleitet. Es werden zwei Fangedämme an jeder Seite
des zu errichtenden Dammes gebaut. Sie sind auf das Bauhochwasser ausgelegt und sollen verhindern, dass
im Falle eines eventuellen Bauhochwassers kein Wasser in die Baustelle gelangt.

2.3 Technische Daten


2.3.1 Standort der Anlage

• Anlagentyp: Ausleitungskraftwerk

• Speichertyp: Jahresspeicher

• Stauziel: Kote 1610mNN

• Absenkziel: Kote 1520mNN

• Speichernutzinhalt: 138,89 m3

2.3.2 Wasserwirtschaftliche Hauptdaten

• Einzugsgebiet: 110 km2

• Wasserfracht im Regeljahr (Jahreszuussganglinie)

• Abussspende: (bei Bächen im Hochgebirge zwischen 150 und 250 l/s km2 )

• Bemessungshochwasser BHQ: 290 m3 /s

• Sicherheitshochwasser SHQ: 350 m3 /s

• Bauhochwasser: 115 m3 /s

2.3.3 Energiewirtschaftliche Hauptdaten

Ausbaudurchuss: während 7 Betriebsstunden


• Im Sommer 19,72 m3 /s
Im Winter 39,45 m3 /s

Ausbaufallhöhe
• Fallhöhe bei Stauziel 434,03m (Brutto)
Fallhöhe bei Absenkziel 344,03m (Brutto)

• Ausbauleistung: 137,27 MW

Arbeitsvermögen
Im Sommer 70,70GWh

Im Winter 190,29GWh
Jahr 260,99GWh

6
2.3.4 Bauwerksabmessungen

Talsperre -
Steinschüttdamm mit Erddichtungskern
• Höhe 114m
Kronenlänge 456,20m
Breite 344,70m

Entnahmebauwerk
Einlaufönung trichterförmig
Überdeckungshöhe 8m

Einlaufrechen, vmax ≤1m/s
Spaltweite(Triebwassereinlauf) 5cm
Stabbreite 2cm

Druckstollen
Durchmesser 4m
Flieÿgeschwindigkeit Sommer 1,57m/s
Flieÿgeschwindigkeit Winter 3,14m/s

Länge 6700m
Ausbauart Betonauskleidung
Sohlgefälle 0,2%
Schieberkaverne 2 Verschlüsse, hydraulisch angetrieben

Druckschacht
Durchmesser 3m
Flieÿgeschwindigkeit Sommer 1,57m/s
• Flieÿgeschwindigkeit Winter 3,14m/s
Länge 410m
Ausbauart stahlgepanzertes Rohr
Sohlgefälle 51◦

Hochwasserentlastug
Überfall breitkroniges Wehr mit Fischbauchkalppe
Fischbauchklappe 4,72x15m
• Überfalllänge 33,5m
BHQ-Überstau 1,7m
BHQ-Überstau 2,5m
Energieumwandlung mit Sprungschanze

7
Grundablass
Einlaufönung trichterförmig
Spaltweite 25cm
Grobrechen
Stabbreite 2,5cm
Talsperrenschieber Betreiebs- und Revisionsschieber 
• hydraulisch angetrieben
Leitungsdurchmesser 5,0m
Querschnitt im Bereich der Schieberkaverne 2,0 x 2,0 m
Länge der Leitung 892m
Ausbauart stahlgepanzertes Rohr
Energieumwandlung mit Sprungschanze

Bauumleitung
Einlaufönung trichterförmig
Ausbauart Betonauskleidung
• Flieÿgeschwindigkeit 5,3m/s
Durchmesser 5m
Länge 892m
Rückgabebereich mit Blockwurf gesichert -

Krafthaus
• Unterirdisches Krafthaus -
Maschineneinsatz Francisturbinen

8
Kapitel 3

Vordimensionierung der Talsperre

3.1 Dimensionierungsrichtwerte für die Gestaltung von Staudäm-


men
3.1.1 Staudamm

Die Talsperre wird als Steinschüttdamm ausgeführt.


Neigung Wasserseite: 1:1,5
Neigung Luftseite: 1:1,3

Abmessungen des Dammes


• Höhe
Stauziel: 1610mNN
SHQ-Überstau: 2,5m
Freibord: 1,5m
Flusssohle: 1500mNN
h = 1610 + 25 + 1, 5 − 1500 = 114m

• Breite der Dammkrone


Die Breite der Dammkrone wird mithilfe des Diagramms, das in Abbildung
3.2 dargestellt wird, ermittelt.
Gewählte Brete:
b = 15m
Auf der Luftseite werden 3 Bermen angeordnet. Jede hat eine Breite von 3,5m.
Schlieÿlich ergibt sich, mit den oben ermittelten Werten, die Breite der Dammsohle zu:
bsohle = 15 + 3 ∗ 3, 5 + 114 ∗ 1, 3 + 114 ∗ 1, 5 = 344, 7m

9
Abbildung 3.1: Zonendamm - Vordimesionierung

Abbildung 3.2: Dammkronenbreite

10
3.1.2 Fangedamm

Der Fangeddamm wird nur im Bauzustand benötigt, deswegen ist er auf den Abuss des Bauhochwassers zu
bemessen.
Bauhochwasser=115m3 /s
Die Wassertiefe bei diesem Bauhochwasser wird anhand des Pegelschlüssels ermittelt.

Abbildung 3.3: Pegelschluessel

Interpolation zwischen den Werten aus der Abbildung 3.3 ergibt die Wassertiefe für Q=115m3 /s.

0−1
h=0+( ) ∗ (0 − 115) = 0, 821429m (3.1)
0 − 140
Mindesthöhe des Wasserspiegels hinter dem Fangedamm, damit die Bauumleitung das Wasser abführen kann:
hmin = 3, 75 + 1, 5 = 5, 25m
Es wird eine Höhe von 8m für den Fangedamm gewählt.
Die Breite der Dammkrone wird wieder mit dem Diagramm in Abbildung 3.2 ermittelt. Sie beträgt 5m.
Die Breite der Dammsohle errechnet sich zu:
hSohle = 8 ∗ 1, 3 + 8 ∗ 1, 5 + 5 = 27, 4m

11
Kapitel 4

Hydraulische Berechnungen

4.1 Nachweis der Hochwasserabfuhr BHQ und SHQ


Das Wehr wird mit einem vollständig abgerundeten breiten Überfall mit einer ganz umgelegten Fischbauch-
klappe ausgeführt.
Die Längsausdehnung ist groÿ, deswegen erfolgt die Berechnung für ein breitkroniges Wehr.
Unter der Annahme einer hydrostatischen Druckverteilung gilt beim Rechteckquerschnitt für die zugehörige
kritische Wassertiefe yk :
s
1  Q 2
yk = 3
∗ (4.1)
g b

wobei zugleich

2
yk = ∗ Hmin (4.2)
3
Mit Erdbeschleunigung g = 9, 81m/s2
Breite des Überfalls bgew = 15m
BHQ = 290m/s3
SHQ = 350m/s3
SHQ > BHQ ⇒ das Sicherheitshochwasser ist maÿgebend für die Berechnung.
s
1  350 2
yk = 3
∗ = 3, 81m (4.3)
9, 81 15

3
Hmin = ∗ 3, 81 = 5, 72m (4.4)
2
Aus (4.3) und (4.4) folgt hgew = 5, 72m
Höhe der Fischbauchklappe:

hF BK = hberf all − hSHQ−berstau + hF reibord = 5, 72 − 2, 5 + 1, 5 = 4, 72m (4.5)

Abuss über ein breitkroniges Wehr:

12
r r
2 p 1 3 2 p 1 3
Q= ∗ 2∗g∗ ∗ Hmin
2
= ∗ 2 ∗ 9, 81 ∗ ∗ 5, 72 2 = 349, 9m3 /s ≈ 350m3 /s (4.6)
3 3 3 3

Hydraulik der Schussrinne


Nach dem Wehr hat die Schussrinne eine Neigung von 5%. Nach 79,4 m ändert sich das Gefälle auf 30%. Auf
dem acheren Teil der Rinne ist der Abuss strömend. Nach dem Neigungswechsel wechselt er auf schieÿend
und die Breite der Rinne kann auf 7m verringert werden.
Berechnung der Grenztiefe , der Grenzgeschwindigkeit und der Froud-Zahl:
s s
Q2 3502
Für b=15m ⇒ hgr = 3
= 3
= 3, 81m < Hmin ⇒ Abuss ist strömend (4.7)
g ∗ b2 9, 81 ∗ 152
s s
Q2 3502
Für b=7m ⇒ hgr = 3
= 3
= 6, 34m > Hmin ⇒ Abuss ist schieÿend (4.8)
g ∗ b2 9, 81 ∗ 72

Für b=7m ⇒ vgr = (4.9)


p p
g ∗ hgr = 9, 81 ∗ 6, 34 = 7, 89m/s

Ab einer Länge x1 der Schussrinne mit schiÿendem Abuss stellt sich in steilen Rechteckgerinnen ein selbst-
belüfteter Abuss ein (Abbildung 4.1). Diese Länge x1 an der die Luftaufnahme an der Strahloberäche
beginnt wird mit dem Näherungsverfahren von WOOD berechnet.

Abbildung 4.1: Selbstbelüfteter Abuss in einem steilen Rechteckgerinne

Berechnung von x1
x1  q 0,713
= 13, 6 + sin β 0,0796 ∗ p (4.10)
k g ∗ sin β ∗ k 3

13
h(x1 )  q 0,634
= 0, 223 + sin β −0,04 ∗ p (4.11)
k g ∗ sin β ∗ k 3

Mit β = 16, 7◦ , k = 3 ∗ 10−3 m (Absolute Rauhigkeit bei Beton) und q = 350


7 = 50m2 /s folgt: x1 = 79, 7m.
x1 < L ⇒ Es kommt vor dem Schussrinnenende zur Selbstbelüftung des Schussstrahles.
h(x1 )
k = 1, 54m

Abbildung 4.2: Luftkonzentrationsverteilung nach Straub

Um die tiefengemittelte Luftkonzentration C0 zu ermitteln muss zwischen den Werten im 15◦ und 22, 5◦
interpoliert werden:

0, 302 − 0, 245
β = 16, 7◦ ⇒ C0 = 0, 245 + ∗ (16, 7 − 15) = 0, 25792 (4.12)
22, 5 − 15
Das Verhältnis λc
λa wird aus dem Diagramm in Abbildung 4.3 abgelesen ⇒ λc
λa = 0, 96.

Berechnung der ReynoldsZahl


Geschwindigkeit v = q
h(x1 ) = 32, 49m/s
Kinematische Viskosität ν = 1, 588 ∗ 10−6 m2 /s (TW
◦ ◦
asser = 4 )
Mit den oben stehenden Werten wird die Reynoldszahl berechnet:

4 ∗ v ∗ h(x1 ) 4 ∗ 32, 49 ∗ 1, 54
Re = = = 125, 94 ∗ 10−6 (4.13)
ν 1, 588 ∗ 10−6

k k
= = 0, 00048729 (4.14)
D 4 ∗ h(x1 )

Aus dem Moody-Diagramm (Abbildung 4.4) mit Re und k wird λa = 0, 017 ermittelt. Daraus folgt λc
λa =
0, 96 ⇒ λc = 0, 01632.
Somit kann die Klarwassertiefe h∗ berechnet werden:

14
Abbildung 4.3: Verhältnis-Widerstandsbeiwerte-Luftkonzentration

Abbildung 4.4: Moody-Diagramm

 q2 1/3
h∗ = λc ∗ ⇒ h∗ = 1, 2011m (4.15)
8 ∗ g ∗ tan β
Wasserspiegelhöhe im "Bereich 3":

h∗ 1, 2011
h= = = 1, 6186m. (4.16)
1 − C0 1 − 0, 25792

15
4.2 Nachweis der Abfuhrfähigkeit des Grundablasses
Laut der Angabe ist der Grundablass so zu bemessen, dass der auf Stauziel liegende Speicherwasserspiegel
in 7 Tagen um 23m abgesenkt werden kann.
Das Stauziel liegt bei 1610mNN und das Absenkziel bei 1520mNN.
In 7 Tagen muss der Wasserspiegel bei 1610 − 23 = 1587mN N liegen.
Im Kapitel 5 - "Wasserwirtschaftliche Berechnungen"wird ermittelt wie viel Kubikmeter Wasser sich bei wel-
chem Wasserspiegel im Speicher benden. Wenn sich der Wasserspiegel im Speicher beim Stauziel 1610mNN
bendet ist der Nutzbare Speicherinhalt 100% - es sind 127, 31 ∗ 106 m3 in Speicher. Nach der Absenkung um
23m liegt der Wasserspiegel bei 1587mNN mit einem Nutzbaren Speicherinhalt von 41,02% mit 52, 22∗106 m3
Wasser im Speicher. Der Nutzbare Speicherinhalt kann von der Sprecherinhaltslinie in Abbildung 4.5 abge-
lesen werden.

Abbildung 4.5: Speicherinhaltslinie

Das Wasservolumen, das durch den Grundablass in 7 Tagen abgelassen werden muss errechnet sich zu:

127, 31 ∗ 106 − 52, 22 ∗ 106 = 75, 10 ∗ 106 m3 (4.17)

Das entspricht eine Abuss von:

75, 10 ∗ 106
Q= = 124, 173m3 /s (4.18)
7 ∗ 24 ∗ 60 ∗ 60
Mittlerer Höhenunterschied

16
Absenkung 23
∆h = Stauziel − − F lussbett = 1610 − − 1500 = 98, 5m (4.19)
2 2

(4.20)
p
Q=µ∗A∗ 2 ∗ g ∗ ∆h

Mit der Aususszier mit µ = 0, 8 angenommen, errechnet sich die notwendige Fläche des Grundablasses zu:

(4.21)
p
124, 173 = 0, 8 ∗ A ∗ 2 ∗ 9, 81 ∗ 98, 5 ⇒ A = 3, 53m2

A = a ∗ b ⇒ 3, 53 = a2 ⇒ a = 1, 76m (4.22)

⇒ agew = 2m ⇒ A = 2 ∗ 2 = 4m2 (4.23)

2 ∗ g ∗ ∆h = 0, 8∗4∗ 2 ∗ 9, 81 ∗ 98, 5 = 140, 7m3 /s ⇒ Der Grundablass ist ausreichend (4.24)


p p
Q = µ∗A∗

17
4.3 Nachweis der Leistungsfähigkeit der Bauumleitung
Die Bauumleitung soll das Wasser des Flusses im Bauzustand ableiten. Maÿgebend dabei ist das Bauhochwasser=115n3 /s.
Die Bauumleitung wird als Kreisquerschnitt ausgeführt und wird später als Grundablass verwendet. Der
Durchmesser der Bauumleitung ist so zu wählen, dass sich einen Abuss ergibt, der gröÿer als BauHQ ist,
wenn das Rohr zu 75% gefüllt ist.

Abbildung 4.6: Abuss im Kreisquerschnitt

Der Durchmesser der Leitung wird iterativ errechnet. Schlieÿlich wird der Durchmesser des Rohres D=5,0m
ausgewählt.

D = 5, 0m ⇒ Wassertiefe t = 0, 75 ∗ D = 3, 75m (4.25)

  t − R 
⇒ ϕ = 2 ∗ 180 − arccos = 240◦ (4.26)
R

Abbildung 4.7: Kreisprol

D2  π ∗ ϕ  52  π ∗ 240 
Durchströmte Fläche F = ∗ − sin ϕ = ∗ − sin 240 = 15, 80m2 (4.27)
8 180 8 180

D∗π∗ϕ 5 ∗ π ∗ 240
Benetzter Umfang U= = = 10, 47m (4.28)
360 360
Aus der Manning-Strickler Formel und der Kontinuitätsgleichung folgt:

2/3
v = kSt ∗ rh ∗ I 1/2 und Q=A∗v (4.29)

2/3
⇒ Q = A ∗ kSt ∗ rh ∗ I 1/2 (4.30)

18
Mit dem Stricklerbeiwert kSt 065m1/3 /s, dem Gefälle der Leitung I = 0, 87% und dem hydraulischen Radius
rh = A
U = 15,80
10,47 = 1, 51m wird der Abuss berechnet:

2/3
Q = A ∗ kSt ∗ rh ∗ I 1/2 = 15, 80 ∗ 65 ∗ 1, 512/3 ∗ 0, 00871/2 = 126, 16m3 /s (4.31)

Daraus kann man die Geschwindigkeit berechnet:

Q 126, 16
v= = = 7, 99m/s (4.32)
A 15, 80
 3
π∗ϕ
180 − sin ϕgr 512 ∗ Q2
ϕgr = ϕgr = ⇒ ϕgr = 267, 1◦ (4.33)
sin 2
g ∗ D5

ϕgr
tgr = D ∗ sin2 = 4, 22m (4.34)
4
tgr = 4, 22m > hA = 3, 75m ⇒ schieÿender Abuss.

19
4.4 Nachweis des Abusses in der Triebwasserleitung (hydraulische
Verlustberechnung)
Um den Druckstollen und Druchschacht zu dimensionieren wird die sekündliche Wasserabgabe in den winter-
und sommermonatan gebraucht. Diese Werte können aus dem Kapitel "Wasser- und Energiewirtschaftënt-
nommen werden.

QSommer = 19, 72m3 /s und QW inter = 39, 45m3 /s (4.35)

Laut dem Leitfaden soll die Wassergeschwindigkeit im Druckstollen zwischen 2 und 4m/s betragen. Laut
der Tabelle in Abbildung 4.8 entspricht das einer Spritzbetonauskleidung. Für die Dimensionierung des
Druckstollens ist der Abuss im Winter maÿgebend. Für die Wassergeschwindigkeit wird vgew = 4m/s
gewählt.

Q 39, 45
Q=v∗a⇒A= = = 9, 86m2 (4.36)
v 4

d2 ∗ π
A= ⇒ d = 3, 54m ⇒ dgew = 4m (4.37)
4

Abbildung 4.8: Richtwerte für die Flieÿgeschwindigkeit in Triebwasserleitungen

Laut dem Leitfaden soll die Wassergeschwindigkeit im Druckschacht zwischen 4 und 7m/s betragen. Laut der
Tabelle in Abbildung 4.8 entspricht das einer Stahlpanzerung. Für die Dimensionierung des Druckstollens
ist der Abuss im Winter maÿgebend. Für die Wassergeschwindigkeit wird vgew = 7m/s gewählt.

Q 39, 45
Q=v∗a⇒A= = = 5, 64m2 (4.38)
v 7

d2 ∗ π
A= ⇒ d = 2, 68m ⇒ dgew = 3m (4.39)
4

4.4.1 Verluste durch die Einlauftrompete

Laut dem Leitfaden wird eine Einlauftrompete mit Rundung seitlich und oben ausgewählt.
Der Verlustbeiwert wird mit ξE = 0, 06 angenommen (lt. Leitfaden)
Die Verlusthöhe im Sommer beträgt somit:

20
ξE 0, 06
hE,Sommer = 2
∗ Q2Sommer = ∗ 19, 722 = 0, 007533m (4.40)
2∗g∗A 2 ∗ 9, 81 ∗ 12, 572
Und die Verlusthöhe im Winter:

ξE 0, 06
hE,W inter = ∗ Q2W inter = ∗ 39, 452 = 0, 03014m (4.41)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ 12, 572

4.4.2 Rechenverluste

Formbeiwert eines rechteckigen Rechenstabes: β = 2, 42


Stabstärke sgew = 2cm
Spaltweite agew = 5cm
Rechenneigung α = 75◦
Rechenäche A = 50, 84m2
Verlustbeiwert  s  34  0, 02  43
ξR = β ∗ ∗ sin α = 2, 42 ∗ ∗ sin 75 = 0, 689 (4.42)
b 0, 82
Verlusthöhe durch den Rechen im Sommer:

ξR 0, 689
hR,Sommer = ∗ Q2Sommer = ∗ 19, 722 = 0, 00528m (4.43)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ 50, 842
Verlusthöhe durch den Rechen im Winter:

ξR 0, 689
hR,W inter = ∗ Q2W inter = ∗ 39, 452 = 0, 02113m (4.44)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ 50, 842

4.4.3 Nischenverluste

Verlustbeiwert laut Leitfaden ξN = 0, 05bis0, 1 ⇒ ξN,gew = 0, 1.


D 2 ∗π 42 ∗π
Fläche der Dammbalkennische A = a = 4 = 12, 57m2 .
Verlusthöhe durch die Dammbalkennische im Sommer:

ξN 0, 1
hN,Sommer = ∗ Q2Sommer = ∗ 19, 722 = 0, 01225m (4.45)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ 12, 572
Verlusthöhe durch die Dammbalkennische im Winter:

ξN 0, 1
hN,Sommer = ∗ Q2W inter = ∗ 39, 452 = 0, 0502m (4.46)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ 12, 572

4.4.4 Verluste durch den Einbau von Verschlussorganen

Es benden sich zwei Schieber beim Einlauf, zwei vor dem Krafthaus und ein Schieber vor den Turbinen.
Verlustbeiwert ξgew,Schieber = 0, 2 (laut Leitfaden).
Verlusthöhe durch die Schieber im Sommer:

ξSchieber 0, 2
hSchieber−Einlauf,Sommer = 2 ∗ ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 42 ∗π 2
∗ 19, 722 = 0, 05219m (4.47)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 )

21
ξSchieber 0, 2
hSchieber−Kraf thaus,Sommer = 2 ∗ ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 2 ∗ 19, 722 = 0, 15872m (4.48)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2

ξSchieber 0, 2
hSchieber−T urbine,Sommer = ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 19, 722 = 0, 07936m (4.49)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2
Verlusthöhe durch die Schieber im Winter:

ξSchieber 0, 2
hSchieber−Einlauf,W inter = 2 ∗ ∗ Q2W inter = 2 ∗ 2 ∗ 39, 452 = 0, 0, 20088m (4.50)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 4∗π )2

ξSchieber 0, 2
hSchieber−Kraf thaus,W inter = 2 ∗ ∗ Q2W inter = 2 ∗ 2 ∗ 39, 452 = 0, 63487m (4.51)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2

ξSchieber 0, 2
hSchieber−T urbine,W inter = ∗ Q2W inter = 2 ∗ 39, 452 = 0, 31743m (4.52)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2

4.4.5 Krümmerverluste

Bei dem Übergang vom Druckstollen zum Druckschacht ändert sich das Gefälle und es muss ein Krümmer
eingebaut werden. Am Ende des Druckschachts endet sich das Gefälle wieder und es muss hier ein zweiter
Krümmer eingebaut werden.
Winkel des ersten Krümmers ϕ1 = 50, 885◦
Ausrundungsradius des ersten Krümmers R1 = 25m
Verlustbeiwert für den ersten Krümmer:

h  d 3,5 i ϕ h  3 3,5 i 50, 885


1
ξKrmmer1 = 0, 131 + 0, 163 ∗ ∗ = 0, 131 + 0, 163 ∗ ∗ = 0, 0741 (4.53)
R 90 25 90
Winkel des zweiten Krümmers ϕ2 = 51◦
Ausrundungsradius des zweiten Krümmers R2 = 25m
Verlustbeiwert für den ersten Krümmer:

h  d 3,5 i ϕ h  3 3,5 i 51
2
ξKrmmer2 = 0, 131 + 0, 163 ∗ ∗ = 0, 131 + 0, 163 ∗ ∗ = 0, 0743 (4.54)
R 90 25 90
Krümmungsverluste im Sommer:

ξKrmmer1 0, 0741
hKrmmer1−Sommer = ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 19, 722 = 0, 02941m (4.55)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 4∗π )2

ξKrmmer2 0, 0743
hKrmmer2−Sommer = ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 19, 722 = 0, 02948m (4.56)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 4∗π )2
Krümmungsverluste im Winter:

22
ξKrmmer1 0, 0741
hKrmmer1−W inter = ∗ Q2W inter = 2 ∗ 39, 452 = 0, 11764m (4.57)
2∗g∗A 2
2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 4∗π )2

ξKrmmer2 0, 0743
hKrmmer2−W inter = ∗ Q2W inter = 2 ∗ 39, 452 = 0, 11791m (4.58)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 4 4∗π )2

4.4.6 Verluste durch das Wasserschloss

Verlustbeiwert beim Wasserschloss ξW asserschloss = 0, 04


Verluste durch das Wasserschloss im Sommer:

ξW asserschloss 0, 04
hW asserschloss−Sommer = ∗ Q2Sommer = 2 ∗ 19, 722 = 0, 015872m (4.59)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2

Verluste durch das Wasserschloss im Winter:

ξW asserschloss 0, 04
hW asserschloss−W inter = ∗ Q2W inter = 2 ∗ 39, 452 = 0, 063487m (4.60)
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2

4.4.7 Verengungsverluste

Verlustbeiwert für eine allmähliche Verengung ξAllmhlicheV erengung = 0, 04


Verluste durch eine allmähliche Verengung im Sommer:

ξAllmhliche−V erengung 2 0, 04
hAllmhliche−V erengung−Sommer = ∗QSommer = 2 ∗19, 722 = 0, 015872m
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2
(4.61)
Verluste durch eine allmähliche Verengung im Winter:

ξAllmhliche−V erengung 0, 04
hAllmhliche−V erengung−W inter = ∗ Q2W inter = 2 ∗ 39, 452 = 0, 063487m
2 ∗ g ∗ A2 2 ∗ 9, 81 ∗ ( 3 4∗π )2
(4.62)

4.4.8 Rohrreibungsverluste im Druckstollen

Länge des Druckstollens L = 6700m


Gefälle des Druckstollens I = 0, 2%
Durchmesser des Druckstollens D = 4m
Wassergeschwindigkeit im Sommer:

QSommer 19, 72
vSommer = = = 1, 57m/s (4.63)
A 12, 57
Wassergeschwindigkeit im Winter:

23
QW inter 39, 45
vW inter = = = 3, 14m/s (4.64)
A 12, 57
Es wird angenommen, dass der Druckstollen mit einer Spritzbetonauskleidung ausgeführt wird. Die Ober-
äche hat die äquivalnte Sandrauhigkeit eines rohen Betonrohres ks = 2 ∗ 10−3 m.
Die kinematische Viskosität beträgt ν = 1, 588 ∗ 10−6 m2 /s (für T ◦ = 4◦ ).

Rohrreibungsverluste im Sommer
Reynoldszahl im Sommer:

vSommer ∗ dhyd 1, 57 ∗ 4
ReSommer = = = 3, 95 ∗ 106 (4.65)
ν 1, 588 ∗ 10−6
Der λ-Wert wird anhand des Moody-Diagramms (Abbildung 4.4) ermittelt.
2∗10−3
Mit ReSommer = 3, 95 ∗ 106 und k
d = 4 = 0, 0005 ergibt sich

λSommer = 0, 0168. (4.66)

Die Rohrreibungsverlusthöhe im Sommer beträgt somit:

λSommer ∗ 8 ∗ L 0, 0168 ∗ 8 ∗ 6700


hr,Sommer−Druckstollen = 5 2
∗ Q2Sommer = ∗ 19, 722 = 3, 532m (4.67)
g∗D ∗π 9, 81 ∗ 45 ∗ π 2

Rohrreibungsverluste im Winter
Reynoldszahl im Winter:

vW inter ∗ dhyd 3, 14 ∗ 4
ReW inter = = = 7, 91 ∗ 106 (4.68)
ν 1, 588 ∗ 10−6
Der λ-Wert wird anhand des Moody-Diagramms (Abbildung 4.4) ermittelt.
2∗10−3
Mit ReW inter = 7, 91 ∗ 106 und k
d = 4 = 0, 0005 ergibt sich

λW inter = 0, 0167. (4.69)

Die Rohrreibungsverlusthöhe im Winter beträgt somit:

λW inter ∗ 8 ∗ L 0, 0167 ∗ 8 ∗ 6700


hr,W inter = ∗ Q2W inter = ∗ 39, 452 = 14, 047m (4.70)
g ∗ D5 ∗ π2 9, 81 ∗ 45 ∗ π 2

4.4.9 Rohrreibungsverluste im Druckschacht

Länge des Druckschachts L = 410m


Neigung des Druckschachts - 51◦
Durchmesser des Druckschachts D = 3m
Wassergeschwindigkeit im Sommer:

QSommer 19, 72
vSommer = = = 2, 79m/s (4.71)
A 7, 07

24
Wassergeschwindigkeit im Winter:

QW inter 39, 45
vW inter = = = 5, 58m/s (4.72)
A 7, 07
Es wird angenommen, dass der Druckschacht mit einer Spritzbetonauskleidung ausgeführt wird. Die Ober-
äche hat die äquivalnte Sandrauhigkeit eines rohen Betonrohres ks = 0, 3 ∗ 10−3 m.
Die kinematische Viskosität beträgt ν = 1, 588 ∗ 10−6 m2 /s (für T ◦ = 4◦ ).

Rohrreibungsverluste im Sommer
Reynoldszahl im Sommer:

vSommer ∗ dhyd 2, 79 ∗ 3
ReSommer = = = 5, 2711 ∗ 106 (4.73)
ν 1, 588 ∗ 10−6
Der λ-Wert wird anhand des Moody-Diagramms (Abbildung 4.4) ermittelt.
0,3∗10−3
Mit ReSommer = 5, 2711 ∗ 106 und k
d = 4 = 0, 0001 ergibt sich

λSommer = 0, 0124. (4.74)

Die Rohrreibungsverlusthöhe im Sommer beträgt somit:

λSommer ∗ 8 ∗ L 0, 0, 124 ∗ 8 ∗ 410


hr,Sommer−Druckschacht = 5 2
∗ Q2Sommer = ∗ 19, 722 = 0, 6723m (4.75)
g∗D ∗π 9, 81 ∗ 35 ∗ π 2

Rohrreibungsverluste im Winter
Reynoldszahl im Winter:

vW inter ∗ dhyd 5, 58 ∗ 4
ReW inter = = = 10, 542 ∗ 106 (4.76)
ν 1, 588 ∗ 10−6
Der λ-Wert wird anhand des Moody-Diagramms (Abbildung 4.4) ermittelt.
0,3∗10−3
Mit ReW inter = 10, 542 ∗ 106 und k
d = 4 = 0, 0001 ergibt sich

λW inter = 0, 0122. (4.77)

Die Rohrreibungsverlusthöhe im Winter beträgt somit:

λW inter ∗ 8 ∗ L 0, 0122 ∗ 8 ∗ 410


hr,W inter = ∗ Q2W inter = ∗ 39, 452 = 2, 646m (4.78)
g ∗ D5 ∗ π2 9, 81 ∗ 35 ∗ π 2

4.4.10 Gesamtverlusthöhe

Mit den oben ermittelten Werten kann die Gesamtverlusthöhe für den Sommer- und Wintermonaten berech-
net werden.

25
Gesamtverlusthöhe im Sommer

hSommer−Gesamt =
hE,Sommer + hR,Sommer + hN,Sommer
+ hSchieber−Einlauf,Sommer + hSchieber−Kraf thaus,Sommer
+ hSchieber−T urbine,Sommer + hKrmmer1−Sommer + hKrmmer2−Sommer (4.79)
+ hW asserschloss−Sommer + hAllmhliche−V erengung−Sommer
+ hr,Sommer−Druckstollen + hr,Sommer−Druckschacht
= 4, 611m

Gesamtverlusthöhe im Winter

hW inter−Gesamt =hE,W inter + hR,W inter + hN,W inter


hSchieber−Einlauf,W inter + hSchieber−Kraf thaus,W inter +
hSchieber−T urbine,W inter + hKrmmer1−W inter + hKrmmer2−W inter + (4.80)
hW asserschloss−W inter + hAllmhliche−V erengung−W inter +
hr,W inter−Druckstollen + hr,W inter−Druckschacht
= 18, 317m (4.81)

26
4.5 Abwehr lufteinziehender Wirbel
Bei dem Entnahmebauwerk soll der Einzug von Luft (lufteinziehende Wirbel) vermieden werden. Deshalb
ist bei Absenkziel auf das Vorhandsein einer ausreichenden Wasserüberdeckung zu achten.

Abbildung 4.9: Abwehr lufteinziehender Wirbel

Der Zuuss in die Einlauftrompete erfolgt nicht symmetrisch, deswegen wird die erforderliche Überdeckungs-
tiefe herf bei unsymmetrischer Anströmung berechnet:


herf = k ∗ v ∗ d (4.82)

Dabei wird der Abuss im Winter betrachtet und damit die Geschwindigkeit berechnet:

QW inter 39, 45
v= = 42 ∗π = 3, 14m/s (4.83)
A 4

In Gleichung 4.82 werden kunsymm = 0, 725 und v = 3, 14m/s eingesetzt und damit ergibt sich:


herf = 0, 725 ∗ 3, 14 ∗ 4 = 4, 55m (4.84)

Es ergibt sich eine maximale Höhenkote der Sohle der Einlauftrompete von:

hmax = Höhenkote-Absenkziel − herf − Durchmesser der Leitung = 1520 − 4, 55 − 4 = 1511, 45m (4.85)

Im Bauzustand darf auch kein Wasser in die Leitung gelangen, damit die Bauarbeiten im Trockenen durch-
geführt werden können. Damit ergibt sich eine minimale Höhenkote der Sohle der Einlauftrompete von:

hmin = Höhenkote-Talsohle + Wassertiefet + Freibord = 1500 + 3, 75 + 1, 5 = 1505, 25m (4.86)

Somit wird die Höhenkote der Sohle des Druckstollens bei der Einlauftrompete mit 1508mNN gewählt.

27
4.6 Wasserschloss
Jeder Vorgang eines Anfahrens oder Abbremsens von hydraulischen Maschinen löst infolge der Durchuss-
änderung Druckwellen und damit Druckstöÿe aus. Zur Dämpfung dieser Druckstöÿe wird ein Wasserschloss
benötigt.
Für die Dimensionierung des Wasserschlosses wird der Thoma-Querschnitt verwendet.

Q2 ls
AT h = (4.87)
2gAs hv hf
Es muss folgendes Kriterium erfüllt sein:

AW > AT h (4.88)

AT h ...Thoma Querschnitt [m2 ]


Q...Durchuss [m3 /s]
lS ...Länge des Stollens [m]
AS ...Fläche des Stollenquerschnitts [m2 ]
hv ...Verlusthöhe im stationären Betrieb [m]
hf ...Fallhöhe im staionären Betrieb [m]

Berechnung des Thoma Querschnitts im Sommer


Q2s ls 19, 722 ∗ 6700
AT h,s = = = 8, 88m2 (4.89)
2gAs hv,s hf,s 2 ∗ 9, 81 ∗ 12, 56 ∗ 3, 62 ∗ 328, 41

Berechnung des Thoma Querschnitts im Winter


Q2W i .ls 39, 452 .6700
AT h,W i = = = 9, 23m2 (4.90)
2.g.A.hv,W i hf,W i 2.9, 81.12, 56.14, 41.317, 62

Maximeler Anstieg und minimale Absenkung


Für die Spezialfälle unendlich schnelles Schlieÿen bzw. unendlich schnelles Anfahren der Turbinen lassen sich
analytische Näherungslösungen für die höchste Aufschwingung bzw. die tiefste Abschwingung angeben.
Der höchste Spiegelausschlag max z bei plötzlichem Schlieÿen beträgt somit angenähert:
s
AS .lS
maxz = vS,o . − 0, 6.hv,s [m] (4.91)
g.AW

bzw. der tiefste Spiegelausschlag min z bei plötzlichem Anfahren der Turbinen:
s
AS .lS hv,s
minz = −vS,o . − [m]. (4.92)
g.AW 0, 8

Sommer
s r
AS .lS 12, 57.6700
maxz = vS,o . − 0, 6.hv,s = 1, 57. − 0, 6.3, 62 = 5, 28m (4.93)
g.AW 9, 81.380, 13

28
s r
AS .lS hv,s 12, 57.6700 3, 62
minz = −vS,o . − = 1, 57. − = 6, 27m (4.94)
g.AW 0, 8 9, 81.380.13 0, 8

Winter
s r
AS .lS 12, 57.6700
maxz = vW i,o . − 0, 6.hv,W i = 1, 57. − 0, 6.14, 4 = −7, 91m (4.95)
g.AW 9, 81.380, 13
s r
AS .lS hW i,s 12, 57.6700 14, 4
minz = vW i,o . − = 1, 57. − = −16, 72m (4.96)
g.AW 0, 8 9, 81.380.13 0, 8

Maÿgebend sind die Werte zmax = 6, 27m und zmin = −16, 72m.

Der höchste Spiegelanstieg beträgt also:


hmax = Stauziel + zmax = 1610 + 6, 27 = 1616, 27m.

Die maximale Absenkung des Wasserspiegels beträgt:


hmin = Absenkziel + zmin = 1520 − 16, 72 = 1503, 3m.

29
Kapitel 5

Wasser- und Energiewirtschaft

5.1 Wasserwirtschaftliche Berechnung


Abuss im Monatsmittel

Monat 1 2 3
[-] [l/skm2 ] [l/s] [m3 ]
Jänner 24 2640 2,64
Februar 25 2750 2,75
März 49 5390 5,39
April 69 7590 7,59
Mai 87 9570 9,57
Juni 145 15950 15,95
Juli 198 21780 21,78
August 172 18920 18,92
September 96 10560 10,56
Oktober 62 6820 6,82
November 38 4180 4,81
Dezember 22 2420 2,42

Einzugsgebietsäche = 110m2
Spalte 1 - laut Angabe
Spalte 2 = Spalte2 × EZG-Fläche
Spalte 3 = Spalte2
1000

5.1.1 Berechnung des Speicherinhalts

Sommertage = 153
Wintertage = 212

Annahmen:
7-Stunden Abarbeitung pro Tag.
Abgabe im Winter ist 2-mal so groÿ wie im Sommer.

30
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Nutzbarer
Speicher-
Monat Tage Speicher- Stauhöhe
P P
Qzu Qzu Qzu Qab Qab
inhalt
inhalt
[-] [d] [m3 /s] [106 m3 ] [106 m3 ] [106 m3 ] [106 m3 ] [106 m3 ] [%] [m.ü.A.]
Mai 31 9,57 25,63 25,63 15,41 15,41 10,22 8,03 1541,06
Sommer

Juni 30 15,95 41,34 66,97 14,91 30,32 36,65 28,8 1575,71


Juli 31 21,78 58,34 125,31 15,41 45,73 79,58 62,5 1599,65
August 31 18,92 50,68 175,99 15,41 61,14 114,85 90,2 1607,93
September 30 10,56 27,37 203,36 14,91 76,05 127,31 100,0 1610,0
Oktober 31 6,82 18,27 221,63 30,81 106,86 114,77 90,1 1607,84
November 30 4,18 10,83 232,46 29,82 136,68 95,78 75,2 1604,51
Winter

Dezember 31 2,42 6,48 238,94 30,81 167,49 71,45 56,1 1595,87


Jänner 31 2,64 7,07 246,01 30,81 198,3 47,70 37,5 1584,53
Februar 28 2,75 6,65 252,66 27,83 226,13 26,53 20,83 1565,81
März 31 5,39 14,44 267,1 30,81 256,94 10,15 8,00 1541,06
April 30 7,59 19,67 286,77 29,82 286,77 0,00 0,00 1520,0

Abgabe im Sommer:
P
Qzu 286, 77
QSo = = = 19, 72m3 /s (5.1)
3600 ∗ 7 ∗ (153 + 2 ∗ 212) 3600 ∗ 7 ∗ (153 + 2 ∗ 212)
Abgabe im Winter:

QW i = 2 ∗ QSo = 2 ∗ 19, 72 = 39, 45m3 /s (5.2)

Splate 3 = Abuss im Monatsmittel × Einzugsgebietsäche


Spalte 4 = Spalte 2 × Spalte 3 × 3600s × 24h
Spalte 5 = Summe Spalte 4
Spalte 6 = QSo (QW i ) × 3600 × a × Spalte 2
Spalte 7 = Summe Spalte 6
Spalte 8 = Spalte 5 − Spalte 7
Speicherinhalt im jeweiligen Monat ∗ 100
Spalte 9 = Maximaler Speicherinhalt
Spalte 10 = Abgelesen von der Speicherinhaltslinie in Abbildung 5.1:

31
Abbildung 5.1: Speicherinhaltslinie

5.2 Energiewirtschaftliche Berechnung


Leistungsberechnung

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Nutzbarer
V Staukote Brutto- Netto- Leistung Arbeit
Monat Tage Abuss Speicher-
Monatsmitte Monatsmitte fallhöhe fallhöhe P A
inhalt
[-] [d] [m3 /s] [hm3 ] [%] [m ü.A.] [m] [m] [MW] [GWh]
Mai 31 19,72 5,11 4,02 1531,81 355,84 351,23 58,1 12,61
Sommer

Juni 30 19,72 23,44 18,41 1562,40 386,43 381,82 63,16 13,26


Juli 31 19,72 58,12 45,65 1590,32 414,35 409,74 67,78 14,71
August 31 19,72 97,22 76,36 1604,72 428,75 424,14 70,16 15,23
September 30 19,72 121,08 95,11 1609,20 433,23 428,62 70,90 14,89
Oktober 31 39,45 121,04 95,07 1609,19 433,22 414,91 137,27 29,79
November 30 39,45 105,28 82,69 1606,57 430,60 412,28 136,40 28,64
Winter

Dezember 31 39,45 83,61 65,68 1600,89 424,92 406,60 134,52 29,19


Jänner 31 39,45 59,58 46,79 1591,14 415,17 396,85 131,30 28,49
Februar 28 39,45 37,11 29,15 1576,35 400,38 382,06 126,40 24,78
März 31 39,45 18,34 14,40 1555,80 379,83 361,52 119,61 25,95
April 30 39,45 5,08 3,99 1531,73 355,76 337,44 111,64 23,44

Kote der Turbinenachse: 1175,97mNN


Verlusthöhe im Sommer = 4, 611m
Verlusthöhe im Winter = 18, 371m

32
Wirkungsgrad des Generators ηG = 0, 95
Wirkungsgrad der Turbine ηT = 0, 9
Spalte 4 = Speicherinhalt des vorherigen Monats + Zuuss des aktuellen Monats/2
Spalte 6 = Spalte 5 − Kote der Turbinenachse
Spalte 7 = Spalte 6 − Verlusthöhe im Sommer bzw. Winter
ηG ∗ηT ∗%∗g∗Q∗hN etto
Spalte 8 - Leistung P = 106 [M W ]
Spalte 9: Arbeitsvermögen A = P ∗ Tage ∗ a[GW h]

33
Kapitel 6

Bestimmung der Turbinenabmessungen

6.1 Auswahl der Turbinen


Es wird einen Generator mit einem Polpaarzahl p = 4 ausgewählt. Dies entspricht laut der Tabelle in
Abbildung 6.1 einer Synchronendrehzahl von n = 750. Es werden somit Francisturbinen gewählt.

Abbildung 6.1: Synchronendrehzahl n [U/min]

Die maximalen und minimalen Werte für die spezische Drehzahl werden anhand der Nettofallhöhe und
der Turbinenleistung berechnet. Letztere werden den Berechnungen im Kapitel "Wasser- und Energiewirt-
schaftëntnommen werden.
s
n 1, 36 ∗ P
Spezische Drehzahlns = ∗ √ (6.1)
H H

H...maximale Nettofallhöhe[m]
P...maximale Turbinenleistung[kW ]

s
750 1, 36 ∗ 111, 64 ∗ 1000
⇒ ns,max = ∗ √ = 142, 88 (6.2)
337, 44 337, 44

Und für ns,min ergibt sich entsprechend:


s
750 1, 36 ∗ 70, 90 ∗ 1000
ns,min = ∗ √ = 119, 42 (6.3)
428, 62 428, 62

34
In der Abbildung 6.2 sieht man, dass sich die ermittelten Werte im zulässigen Wertebereich für Francistur-
binen benden.

Abbildung 6.2: Auswahl der Turbinen

Der modernere Begri für die spezische Drehzahl nq . Die Umrechnung ist in Gleichung 6.4 dargestellt.

nq ≈ (0, 33 bis 0, 34) ∗ ns , wenn ns aus P in [kW] ausgerechnet wird (6.4)

nq,max ≈ (0, 335 ∗ ns,max ) = (0, 335 ∗ 142, 88) = 47, 87 (6.5)

nq,min ≈ (0, 335 ∗ ns,min ) = (0, 335 ∗ 119, 42) = 40, 01 (6.6)

Laufraddurchmesser D

H
D = 84, 6 ∗ KU ∗ (6.7)
n
KU wird in Abhängigkeit von nq vom Diagramm in Abbildung 6.3 abgelesen.
Mit nq = 47, 87 ⇒ KU = 0, 7. Daraus wird der Laufraddurchmesser D berechnet:

428, 62
D = 84, 6 ∗ 0, 7 ∗ = 1, 635m (6.8)
750
Kennwert KU :

35
Abbildung 6.3: KU in Abhängigkeit vom nq

D∗π∗n 1, 635 ∗ π ∗ 750


KU = √ = √ = 0, 7000314 (6.9)
60 ∗ 2 ∗ g ∗ H 60 ∗ 2 ∗ 9, 81 ∗ 428, 62

36
6.1.1 Abmessungen einer Francisturbine

Abbildung 6.4: Abmessungen einer Francisturbine

Abmessungen D1 bis H2 :

D1 = C ∗ D = 1, 1 ∗ 1, 634 = 1, 798m (6.10)

D2 = C ∗ D = 1, 18 ∗ 1, 634 = 1, 929m (6.11)

H1 = C ∗ D = 0, 1 ∗ 1, 634 = 0, 163m (6.12)

H2 = C ∗ D = 0, 3 ∗ 1, 634 = 0, 490m (6.13)

37
6.1.2 Abmessungen der Spirale einer Francisturbine

Abbildung 6.5: Abmessungen der Spirale einer Francisturbine

Um die Abmessungen A bis M der Spirale zu erhalten, ist der Turbinenabmessungen D mit dem jeweiligen
von ns abhängigen Wert C aus den Diagrammen zu multiplizieren.

Abbildung 6.6: A, B und C

A = C ∗ D = 1, 08 ∗ 1, 634 = 1, 765m (6.14)

38
B = C ∗ D = 1, 5 ∗ 1, 634 = 2, 452m (6.15)

C = C ∗ D = 1, 7 ∗ 1, 634 = 2, 779m (6.16)

Abbildung 6.7: D und E

D = C ∗ D = 1, 85 ∗ 1, 634 = 3, 204m (6.17)

E = C ∗ D = 1, 42 ∗ 1, 634 = 2, 321m (6.18)

Abbildung 6.8: F, G, und H

F = C ∗ D = 1, 96 ∗ 1, 634 = 3, 204m (6.19)

G = C ∗ D = 1, 5 ∗ 1, 634 = 2, 452m (6.20)

39
H = C ∗ D = 1, 4 ∗ 1, 634 = 2, 288m (6.21)

Abbildung 6.9: L, M, und I

I = C ∗ D = 0, 2 ∗ 1, 634 = 0, 326m (6.22)

L = C ∗ D = 0, 95 ∗ 1, 634 = 1, 552m (6.23)

M = C ∗ D = 0, 6 ∗ 1, 634 = 0, 980m (6.24)

40
6.1.3 Abmessungen des Saugrohres einer Francisturbine

Abbildung 6.10: Abmessungen des Saugrohres einer Francisturbine

Analog zu den Abmessungen der Spirale, werden auch die Abmessungen des Saugrohres ermittelt.

Abbildung 6.11: N, O, und P

N = C ∗ D = 3, 0 ∗ 1, 634 = 4, 904m (6.25)

O = C ∗ D = 1, 8 ∗ 1, 634 = 2, 942m (6.26)

41
P = C ∗ D = 1, 3 ∗ 1, 634 = 2, 125m (6.27)

Abbildung 6.12: Q, R, und S

Q = C ∗ D = 0, 7 ∗ 1, 634 = 1, 144m (6.28)

R = C ∗ D = 1, 5 ∗ 1, 634 = 2, 452m (6.29)

S = C ∗ D = 5, 5 ∗ 1, 634 = 8, 990m (6.30)

Abbildung 6.13: T, U, V, und Z

T = C ∗ D = 1, 5 ∗ 1, 634 = 2, 452m (6.31)

U = C ∗ D = 0, 4 ∗ 1, 634 = 0, 653m (6.32)

42
V = C ∗ D = 1, 5 ∗ 1, 634 = 2, 452m (6.33)

Z = C ∗ D = 2, 8 ∗ 1, 634 = 4, 577m (6.34)

43
6.2 Zulässige statische Saughöhe bei Kaplan- und Francisturbinen

Abbildung 6.14: Statische Saughöhe

Um zu verhindern, dass Luft von der Unterwasserseite in das Saugrohr eintritt, muss das Saugrohr mit einem
höchsten Randpunkt ausreichend tief in das niedrigste Unterwasser einzutauchen. Diese Eintauchtiefe h soll
mindestens 20 bis 30 cm (nach Schocklitsch: h = 40 bis 60cm) betragen:
Gewählt h = 40cm
Liegt die Saugseite (Unterkante Laufrad) zu hoch über dem Unterwasserspiegel:
⇒ Abreiÿen der Wassersäule im Saugrohr,
⇒ Druck unterschreitet den Dampfdruck ⇒ Kavitation.
Zulässige statische Saughöhe: hs ≤ hB − hD − σ ∗ H , wobei:
hB [m WS].....barometrische Druckhöhe
hD [m WS].....Siededruckhöhe   
Näherung: hB − hD ∼= 0, 95 ∗ 10, 3 − 1,1∗s
1000 [m WS] ⇒ hB − hD = 0, 95 ∗ 10, 3 − 1,1∗1175,97
1000 = 8, 556 [m
WS].
σ .....Kavitationsbeiwert nach THOMA aus σ − ns -Diagramm
s.....Seehöhe in m Mh
H=Kote Oberwasser-Kote Unterwasser

Abbildung 6.15: σ − ns -Diagramm

44
Kapitel 7

Planbeilagen

45