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Elektrische Anlagen in der

Landwirtschaft
Richtlinien zur Schadenverhütung

Die vorliegende Publikation ist unverbindlich. Die Versicherer können im Einzelfall auch andere Sicherheitsvor-
kehrungen oder Installateur- oder Wartungsunternehmen zu nach eigenem Ermessen festgelegten Konditionen
akzeptieren, die diesen technischen Spezifikationen oder Richtlinien nicht entsprechen.

VdS 2067 : 2008-01 (05)


Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft VdS 2067 : 2008-01 (05)

1 Anwendungsbereich 3 Gefahren
Die Richtlinien gelten für Planung, Errichtung und Infolge der speziellen Art und Nutzung der Gebäu-
Betrieb elektrischer Anlagen in landwirtschaftli- de können gerade in landwirtschaftlichen Betrie-
chen als auch diesen gleichzusetzenden Betrie- ben in besonderem Maße ungünstige Umweltein-
ben wie Tieraufzucht-, Intensiv-Tierhaltungs- und flüsse wie Staub, Feuchtigkeit, chemische
Gartenbaubetrieben. Die Richtlinien enthalten Dämpfe, Säuren oder Salze und Blitzentladungen
Mindestanforderungen. Ihre Anwendung entbin- auf die elektrischen Betriebsmittel einwirken und
det nicht von der Beachtung der einschlägigen sie schädigen. Darüber hinaus ist besondere
Normen oder sonstiger technischer Regeln. Brandgefahr durch hohe Brandlasten und brenn-
bare Stoffe wie Heu und Stroh in Scheunen sowie
Anmerkung: Für Räume, die in dem Anwendungs- Ställen gegeben. Besondere Unfallgefahr entsteht
bereich dieser Richtlinien nicht erfasst werden, in für Tiere in den Standbereichen auf Grund von
denen aber betriebsdienliche Tätigkeiten durch- Spannungsverschleppung im Fehlerfall.
geführt werden, wird auf die Vorschriften für Sicher-
heit und Gesundheitsschutz (VSG) der Landwirt- 4 Allgemeines
schaftlichen Berufsgenossenschaften, hier VSG
1.4, hingewiesen. Ziel dieser Richtlinien, die in erster Linie für Elek-
trofachkräfte bestimmt sind, ist es eine Gefähr-
2 Begriffe dung von Menschen, Tieren sowie Sachwerten
durch elektrische Anlagen möglichst auszuschlie-
2.1 Landwirtschaftliche Betriebe ßen und letztlich Brände zu verhindern.

Als landwirtschaftliche Betriebsstätten gelten Räu- Elektrische Anlagen und Betriebsmittel sind
me, Orte oder Bereiche, in denen Nutztiere gehal- grundsätzlich nach den allgemein anerkannten
ten, Futter- und Düngemittel, pflanzliche oder tieri- Regeln der Elektrotechnik zu errichten und zu un-
sche Erzeugnisse gelagert, aufbereitet und terhalten. Als solche gelten nach dem Energiewirt-
weiterverarbeitet werden. Hierzu gehören auch schaftsgesetz (EnWG) zunächst die VDE-Bestim-
Wohngebäude, die mit landwirtschaftlichen Be- mungen. Weiterhin sind die
triebsstätten durch metallene Bauteile (z.B. Kon-
struktionsteile, Rohrleitungen) verbunden sind. ■ Vorschriften für Sicherheit und Gesundheits-
Typische Bereiche sind z.B. schutz der Landwirtschaftlichen Berufsgenos-
senschaft, hier besonders die VSG 1.4 Elektri-
■ Ställe für Rinder, Schweine, Pferde, Schafe, sche Anlagen und Betriebsmittel,
Ziegen, Geflügel samt Nebenräumen wie Fut- ■ gesetzlichen Verordnungen,
terküchen, Melkstände, Milchkammern usw., ■ behördlichen Bestimmungen sowie die
■ Scheunen, Lagerhäuser, Lager- und Vorrats- ■ Sicherheitsvorschriften der Schadenversicherer
räume und andere Lagerstätten für Heu, Stroh,
Silage, Futter- und Düngemittel, Getreide, Kar- zu beachten (s.a. Anhang A).
toffeln, Rüben, Gemüse und Obst,
■ Räume, in denen landwirtschaftliche Erzeugnis- In landwirtschaftlichen Betrieben besteht aus vor-
se aufbereitet und weiterverarbeitet werden genannten Gründen generell eine erhöhte Unfall-
(Trocknen, Dämpfen, Pressen, Gären, Schlach- und Brandgefahr. Elektrische Anlagen müssen
ten, Fleischverarbeitung usw.) sowie deshalb auch besonderen Anforderungen gerecht
■ Maschinenhallen, Werkstätten und Garagen. werden. Diese sind im Allgemeinen erfüllt, wenn

2.2 Intensiv-Tierhaltungsbetriebe ■ die Anlage unter Beachtung der DIN VDE 0100
durch eine Elektrofachkraft (beim Elektrizitäts-
Als Intensiv-Tierhaltung gilt die Aufzucht und Hal- versorgungsunternehmen (EVU) eingetrage-
tung von Tieren, wenn diese Nutztiere (z.B. Geflü- ner Elektroinstallateur) installiert wird,
gel oder Schweine) in geschlossenen Räumen ■ beim Betrieb DIN VDE 0105 (insbes. Teil 15
oder Gebäuden gehalten werden und die Versor- bzw. Teil 115) sowie VdS 2057 Sicherheitsvor-
gung der Tiere mit Luft, Licht und Futtermitteln schriften für elektrische Anlagen in landwirt-
durch technische Einrichtungen erfolgt. schaftlichen Betrieben, Intensivtierhaltungen -
Sicherheitsvorschriften gemäß Abschnitt B § 8
AFB 2008 eingehalten werden,
■ die verwendeten elektrischen Betriebsmittel
den DIN VDE-Bestimmungen entsprechen,

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VdS 2067 : 2008-01 (05) Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft

Anmerkung: Sind elektrische Betriebsmittel mit


einem Prüfzeichen, z.B. mit dem DVE - Zeichen I Dn=0,3A I Dn=0,03A
oder der Kombination von - und DVE - Zei-
geprüfte
Sicherheit FI FI
chen versehen oder existiert ein Gutachten mit
Fertigungsüberwachung1, sind sie von einer
unabhängigen und zugelassenen Stelle auf
Normenkonformität überprüft worden.
■ die folgenden Festlegungen berücksichtigt
werden.

5 Schutzmaßnahmen
5.1 Schutz bei Isolationsfehlern Bild 1: FI-Schutzeinrichtung
(Fehlerstromschutz)

In landwirtschaftlichen Betrieben sind zur Vermei- I Dn=0,3A I Dn=0,03A


dung von Bränden und Unfällen infolge von Isola- FI FI
tionsfehlern die elektrischen Anlagen im TN- oder
TT-System mit Fehlerstrom- (FI)-Schutzeinrichtun-
gen gemäß DIN VDE 0664 Teil 10 auszustatten
(Bild 1). Dies gilt auch für Gebäude, die über metal-
lene Rohrleitungen, Stahlkonstruktionen oder der-
gleichen in elektrisch leitender Verbindung mit dem
landwirtschaftlichen Betrieb stehen (Bild 2). Der
Bemessungsdifferenzstrom IΔn (früher Nennfehler-
strom) der Schutzeinrichtungen darf, damit der
Brandschutz gewährleistet wird, für Stromkreise Bild 2: Einrichtungen zum Fehlerstromschutz
höchstens 0,3 A betragen. Für Stromkreise mit
Steckdosen muss der Bemessungsdifferenzstrom ordnung von Einrichtungen zum Fehlerstrom-
IΔn < 0,03 A gemäß DIN VDE 0100 Teil 705 und schutz wird auf Abschnitt 6.4 verwiesen.
VSG 1.4 betragen.
5.2 Überstromschutz
Es wird empfohlen, in der Verbraucheranlage
mehrere Stromkreise mit Einrichtungen zum Feh- Die Überlastung von Kabeln und Leitungen kann
lerstromschutz zu installieren. Damit wird sicher- zu einer gefährlichen Erwärmung der Leiter führen
gestellt, dass, wenn eine dieser Einrichtungen und damit Brände verursachen. Kabel und Leitun-
auslöst, nicht zugleich alle anderen Betriebsberei- gen sind daher abweichend zu DIN VDE 0100
che mitabgeschaltet werden (s.a. Darstellung in Teil 430 an ihrem Anfang mit Überstrom-Schutz-
Abschnitt 6.4). einrichtungen zu versehen, die dem Leiterquer-
schnitt angepasst sein müssen. Sowohl für alle
Es sind netzspannungsunabhängige Schutzein- Stromkreise zur Versorgung von fest angeschlos-
richtungen einzusetzen, die auch Differenzströme senen Verbrauchsmitteln als auch für Steckdosen
(Fehlerströme) mit Gleichstrom-Komponenten er- bis zu einem Bemessungsstrom von 63 A dürfen
fassen. Diese Anforderungen erfüllen Fehler- nur
strom-(FI-)Schutzeinrichtungen (RCD) mit der
Kennzeichnung (Typ A) oder allstromsensiti- ■ Leitungsschutzschalter nach DIN VDE 0641,
ve (Typ B) nach DIN VDE 0664 und Leistungs- ■ Leistungsschalter nach DIN VDE 0660 Teil 101
schalter mit zugeordnetem Fehlerstromschutz und
(CBR) mit der Kennzeichnung (Bauart A) ■ kombinierte Schutzeinrichtungen wie FI/LS-
nach DIN VDE 0660 Teil 101 (Anhang B). Die Schutzeinrichtungen nach DIN EN 61009-1
Schutzeinrichtungen sind den zu erwartenden VDE 0664 Teil 20
Temperaturen entsprechend auszuwählen, z.B.
RCD mit der Kennzeichnung -25° bei Temperatu- verwendet werden.
ren unter -5 °C. Bei CBR sind die Herstelleranga-
ben zu beachten. Hinsichtlich der selektiven An- Beleuchtungsanlagen und Stromkreise mit zwei-
poligen Steckdosen dürfen nur mit Leitungs-
schutzschaltern bis 16 A geschützt werden. Über-
strom- und FI-Schutzeinrichtungen sind in Vertei-
lungen einzubauen.

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5.3 Überspannungsschutz Fußboden befindlichen fremden leitfähigen Teile,


wenn diese für den zusätzlichen Potenzialaus-
Durch z.B. Blitze (atmosphärische Entladungen) gleich genügen, oder durch Einbringen einer
oder durch Schaltvorgänge in elektrischen Anla- Stahlmatte in den Fußboden. Bei Spaltenböden ist
gen können Überspannungen entstehen, die die Bewehrung der Unterkonstruktion an den Po-
Schäden an elektrischen Einrichtungen verursa- tenzialausgleich anzuschließen.
chen. Es wird daher empfohlen, die Anforderun-
gen der folgenden Richtlinien zu berücksichtigen: Der Potenzialausgleich ist nur wirksam, wenn alle
fremden leitfähigen Teile dauerhaft niederohmig
■ VdS 2006 Blitzschutz durch Blitzableiter miteinander verbunden sind, z.B. durch Ver-
■ VdS 2017 Blitz-Überspannungsschutz für land- schweißen.
wirtschaftliche Betriebe
■ VdS 2031 Blitz- und Überspannungsschutz in 6 Auswahl und Errichtung
elektrischen Anlagen
■ VdS 2569 Überspannungsschutz für Elektroni- Bei der Auswahl elektrischer Betriebsmittel und
sche Datenverarbeitungsanlagen der Errichtung der elektrischen Anlagen ist darauf
zu achten, dass die weitergehenden Anforderun-
5.4 Tierschutz (Potenzialausgleich) gen für

Bei einem Fehler in der elektrischen Anlage kann ■ Feuergefährdete Betriebsstätten gemäß VdS
eine für Tiere gefährliche Spannung auf fremde 2033 und
leitfähige Teile übertragen werden, z.B. auf metal- ■ Feuchte und nasse Bereiche und Räume ge-
lene Gebäudekonstruktionen, Rohrleitungen, Be- mäß DIN VDE 0100-737
tonarmierungen und metallene Anbindevorrich-
tungen, Selbsttränken und Entmistungsanlagen. eingehalten werden müssen.
Zur Vermeidung von Tierunfällen sind alle fremden
leitfähigen Teile auf dem kürzesten Weg gutleitend 6.1 Stromversorgung
miteinander und mit dem Schutzleiter sowie der
zentral angeordneten Potenzialausgleichsschie- Die Stromversorgung aus dem öffentlichen Netz
ne zu verbinden – zusätzlicher Potenzialausgleich sollte mit Kabeln erfolgen, die im Erdreich verlegt
(Bild 3). sind. Freileitungen im Hofbereich sind unbedingt
zu vermeiden. Kabel, die oberirdisch Fahrwege
Es ist darauf zu achten, dass auch die Standfläche kreuzen, müssen mindestens 5 m oberhalb der
der Tiere in den Potenzialausgleich mit einbezo- Fahrbahn verlaufen.
gen wird. Dies geschieht durch Verbinden der im

1 4 3 2

9 8 7 6 5 10
1 Selbsttränke, 2 Selbsttränkezuleitung, 3 Anbindeeinrichtung aus Metall, 4 Milchleitungsrohr, 5 Armierungsnetz der Standflä-
che, 6 Schwemmkanalarmierung, 7 Kanalgitter, 8 Betonarmierung, 9 Fundameter, 10 Potenzialausgleichschiene
Bild 3: Potenzialausgleich im Stall

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VdS 2067 : 2008-01 (05) Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft

6.2 Hausanschlüsse

Zu beachten sind DIN VDE 0100 Teil 732 Hausan-


schlüsse und DIN VDE 0211 Bau von Stark- HAK
strom-Freileitungen (Bild 4). Hausanschlüsse dür-
SPD
fen sich nicht in feuer- und explosionsgefährdeten
ZT
Bereichen befinden und müssen darüber hinaus
gegen mechanische Beschädigungen geschützt
sein. Mit Hilfe geeigneter baulicher Maßnahmen
ist sicherzustellen, dass sich in der Nähe keine SPD
brennbaren Stäube und/oder Fasern in gefährli-
cher Menge ansammeln können. Es wird empfoh- PAS
len, Hausanschlusseinrichtungen in Gebäuden RA
gemäß DIN 18012 in einem abgetrennten Raum zu
installieren. Die Abtrennung sollte nach DIN 4102 HAK = Hausanschlusskasten, PAS = Potenzialausgleich-
schiene, RA = Erder (z.B. Fundamenterder), SPD = Über-
mindestens feuerhemmend ausgeführt sein und spannungsschutzgerät, ZT = Zählertafel
aus nicht brennbaren Baustoffen (F 30-A) beste-
hen. Der Raum muss darüber hinaus leicht zu- Bild 4: Stromversorgung
gänglich sein und darf nicht der Lagerung von Ern-
tegut dienen. Das Dachständerrohr einer Freileitung ist bei vor-
handener Gebäudeblitzschutzanlage über eine
Bei Hausanschlusskabeln und -leitungen muss si- allseitig geschlossene Schutzfunkenstrecke auf
chergestellt sein, dass sie bei einem Lichtbogen- dem kürzesten Wege mit der Gebäudeblitzschutz-
kurzschluss nicht die Brandausweitung fördern. anlage zu verbinden.
Wenn der Schutz bei Überlast und Kurzschluss in
Kabel- und Leitungsnetzen nicht erfüllt ist, müssen 6.3 Hauptleitungen
die Hausanschlusskabel oder -leitungen sowie
der Hausanschlusskasten gefahrlos ausbrennen Wenn Hauptleitungen auf brennbarer Unterlage
können. Zu diesem Zweck müssen die elektri- verlegt werden, sind sie mit Einrichtungen zum
schen Betriebsmittel auf nicht brennbarer Befesti- Fehlerstromschutz in die Schutzmaßnahme einzu-
gungsfläche installiert werden. Alternativ ist die beziehen. Alternativ sind sie kurz- und erdschluss-
Installation auf einer brennbaren Befestigungsflä- sicher gemäß VdS 2033 Feuergefährdete Be-
che nur dann zulässig, wenn eine lichtbogenfeste triebsstätten und diesen gleichzustellende Risiken
Zwischenlage (z.B. eine 20 mm dicke Fibersilikat- zu installieren. Hauptleitungen dürfen nur dann
platte, die allseitig 150 mm übersteht) unterlegt durch feuergefährdete Bereiche geführt werden,
wird. Zusätzlich ist ein Luftabstand von minde- wenn eine Überwachung durch Einrichtungen
stens 150 mm zu anderen brennbaren Bauteilen zum Fehlerstromschutz vorgesehen ist.
einzuhalten. Weiterhin sind geeignete Maßnah-
men zu treffen, die eine Brandausbreitung infolge 6.4 Verteilungen
herunterfallenden brennenden Materials verhin-
dern. Das ist gewährleistet z.B. bei nicht brennba- Verteilungen (Haupt- und Unterverteilungen) müs-
ren Fußböden sowie bei Auflagen aus Fibersilikat sen leicht zugänglich sein und dürfen nicht in feu-
oder aus Stahlblech. Die Verlegung von Hausan- ergefährdeten Räumen installiert werden. Sie sind
schlusskabeln im Erdreich gilt als gleichwertige in trockenen Räumen und auf Wänden aus nicht
Maßnahme. Weiterhin sollten Kabel und Leitun- brennbaren Baustoffen anzubringen. Ist dies nicht
gen auf dem kürzesten Wege zum Hausan- möglich, müssen die Verteilungen dem Schutz-
schlusskasten geführt werden. Es wird empfoh- grad IP 54 entsprechen. Bei größeren landwirt-
len, isolierstoffgekapselte Hausanschlusskästen schaftlichen Betrieben ist es aus betriebstechni-
zu verwenden. schen Gründen vorteilhaft, für einzelne Gebäude
oder Abschnitte von Gebäuden Unterverteilungen
Um eine gefährliche Spannungsverschleppung einzurichten (Bild 5). Jede Verteilung (Haupt- und
im Fehlerfall zu vermeiden, ist der Hauptpotenzial- Unterverteilung) ist mit einem Hauptschalter zu
ausgleich entsprechend DIN VDE 0100-410 versehen (Bild 6). Werden einer Hauptverteilung
Schutz gegen elektrischen Schlag und nach DIN eine oder mehrere Unterverteilungen zugeordnet,
VDE 0100-540 Erdung, Schutzleiter, Potenzialaus- so ist in der Hauptverteilung eine selektive Einrich-
gleichleiter durchzuführen. Im Falle eines TT-Sys- tung zum Fehlerstromschutz, Kennzeichnung S ,
tems darf der 4. Leiter (PEN-/N-Leiter) nicht in den bei CBR alternativ das Symbol Δt mit Angabe der
Potenzialausgleich mit einbezogen werden. Grenznichtauslösezeit in ms, mit einem IΔn < 0,3 A

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Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft VdS 2067 : 2008-01 (05)

WH

HV UV
FI FI
S

HAK

UV
FI FI
FI FI FI FI S
UV UV UV

WH = Wohnhaus, HV = Hauptverteilung, UV = Untervertei- LS = Leitungsschutzschalter, FI = Fehlerstromschutzeinrich-


lung, HAK = Hausanschlusskasten tung, HS = Hauptschalter, SI = Sicherung, = Schutziso-
lierung
Bild 5: Versorgung eines ausgedehnten landwirtschaft-
lichen Betriebes Bild 6: Verteilung

vorzusehen. Nachgeschaltete Einrichtungen mit 6.7 Kabel und Leitungen


Fehlerstromschutz müssen einen kleineren Be-
messungsdifferenzstrom haben, z.B. 0,1 A oder Um die Nebengebäude mit elektrischer Energie zu
0,03 A. Hauptschalter und Stromkreise sind dau- versorgen, sind die Kabel vorzugsweise im Erd-
erhaft zu kennzeichnen. Dies gilt auch für Einrich- reich (mindestens 0,6 m tief) zu verlegen. Werden
tungen zum Fehlerstromschutz, wenn diese zu- selbsttragende Luftkabel (nach DIN VDE 0250 Iso-
gleich als Hauptschalter verwendet werden. lierte Starkstromleitungen Teil 206 z.B. NYMZ oder
nach DIN VDE 0250 Teil 205 z.B. NYMT) oder an
6.5 Hauptschalter Seilen hängende Kabel verwendet, muss die
Durchfahrhöhe mindestens 5 m betragen.
Die elektrischen Anlagen müssen im Ganzen (ge-
bäude- oder gebäudeabschnittsweise) durch ei- In landwirtschaftlichen Betriebsräumen sind nur
nen Hauptschalter nach DIN VDE 0100 Teil 537 Kabel und Leitungen mit Kunststoffummantelung,
Geräte zum Trennen und Schalten von der elektri- z.B. NYY, NYM, zulässig. Es ist nicht statthaft, Ste-
schen Energiequelle und entsprechend DIN VDE gleitungen zu verlegen. Kabel und Leitungen sind
0100 Teil 460 Schutzmaßnahmen - Trennen und möglichst so zu führen, dass sie nicht mit leicht
Schalten - vom Netz getrennt werden können. Die entzündlichen Stoffen in Berührung kommen. Sie
Schalter sind an gut zugänglicher Stelle anzubrin- sind weiterhin nicht nur gegen mechanische Be-
gen und zu kennzeichnen. Als Hauptschalter kön- schädigungen zu schützen, sondern müssen in
nen auch Einrichtungen zum Fehlerstromschutz Ställen auch so geführt werden, dass die Tiere sie
mit der Kennzeichnung S , bei CBR alternativ das nicht erreichen und nicht beschädigen können.
Symbol Δt mit Angabe der Grenznichtauslösezeit
in ms, verwendet werden. Es wird empfohlen auch Durchbrüche in Decken und Wänden sind so zu
in bestehende Anlagen nachträglich Hauptschal- verschließen, dass die baulichen Anforderungen,
ter einzubauen. die an den Raumabschluss zu stellen sind, einge-
halten werden. Es wird empfohlen auch Durchbrü-
Stromkreise für nur gelegentlich benutzte Be- che in Decken und Wänden, an die keine bauli-
triebsmittel, z.B. Schrotmühlen, Misch- und Trock- chen Anforderungen gestellt werden, zu verschlie-
nungsanlagen, müssen einen eigenen, entspre- ßen. Auf VdS 2025 Kabel- und Leitungsanlagen
chend gekennzeichneten Schalter erhalten. wird hingewiesen. Um Schäden durch Nagetiere
möglichst zu verhindern, sollten Kabel und Leitun-
6.6 Not-Ausschaltung gen nicht an unübersichtlichen Stellen, wie in
Fehlböden, in Installationskanälen und -schäch-
Die Einrichtungen für Not-Ausschaltungen müs- ten oder in zu großen Schutzrohren, verlegt wer-
sen gut zugänglich und nicht in der Reichweite den. Bereits bei Planung der elektrischen Anlage
von Tieren installiert sein. Auch sollte der Installa- ist anzustreben, Kabel und Leitungen im bzw. un-
tionsort so gewählt werden, dass beim Bedienen ter Putz zu verlegen. Wenn bei beweglich geführ-
der Not-Ausschaltung die Tiere nicht in Panik ver- ten Leitungen mechanische Beanspruchungen
setzt werden. nicht auszuschließen sind, sind nach DIN VDE
0250 Teil 812 Gummischlauchleitungen der Bau-

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VdS 2067 : 2008-01 (05) Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft

art NSSHÖU zu verwenden. Sind auf dem Gestell 6.10 Steckvorrichtungen


einer Arbeitsmaschine Motor und Schalter ge-
meinsam angeordnet, müssen die Leitungen fest Es sind nur nach DIN VDE 0620 und DIN VDE 0623
verlegt werden. genormte Steckvorrichtungen zulässig (Bild 7).
Für gleiche Spannungen sind nur Steckvorrich-
6.8 Schutzarten tungen der gleichen Bauart zu verwenden, die in
jedem Fall isolierstoffgekapselt sein müssen.
In feuergefährdeten Betriebsstätten müssen elek-
trische Betriebsmittel mindestens dem Schutz- Drehstrom-Steckvorrichtungen müssen 5-polig
grad IP 4 X genügen. Ist mit der Ansammlung ge- sein. Bei ihrem Anschluss ist auf richtiges Drehfeld
fährlicher Mengen brennbarer Stäube oder Fasern zu achten. Sie sind so zu installieren, dass sie
zu rechnen, ist der Schutzgrad IP 5 X erforderlich. nicht mit brennbaren Stoffen in Berührung kom-
Bei Nässe und Feuchte muss der Schutzgrad der men können. Um mechanische Beschädigungen
elektrischen Betriebsmittel den örtlichen Gege- auszuschließen, sollten Steckvorrichtungen in Ni-
benheiten angepasst werden (s.a. Tabelle 1). schen platziert werden. Es empfiehlt sich, vor
Drehstrom-Steckvorrichtungen einen Schalter zu
6.9 Feuersichere Trennung elektrischer installieren.
Verbrauchs- und Betriebsmittel
Betriebsmittel Kennziffer des Schutzgrades Ergänzende
nach DIN VDE 0470 Anforde-
Grundsätzlich sollten nur geschlossene elektri-
rungen
sche Betriebsmittel ausgewählt werden. Wenn sie Feuergefährdete Betriebsstätte
zur Befestigungsfläche hin offen sind, müssen die Feuergefähr- Feuergefähr-
Betriebsmittel bei der Anbringung auf brennbaren dung durch dung durch
Bau- oder Werkstoffen von der Befestigungsfläche Staub oder/ andere leicht
und Fasern entzündliche
getrennt werden. Bis zu Bemessungsströmen von feste Stoffe als
63 A gilt eine Isolierstoffunterlage von mindestens Staub oder/
1,5 mm Dicke als ausreichende Trennung. Geeig- und Fasern
nete Werkstoffe in der angegebenen Dicke sind Installations-
nach DIN EN 60893-1/VDE 0318 Teil 1 schalter IP 5X IP 4X
Steckvor- abgedeckte
■ Hartpapier auf Phenolharz-Basis PF CP 204, richtungen IP 5X IP 4X Ausführung
■ Hartpapier auf Epoxidharz-Basis EP CP 201, Schaltanlagen IP 5X IP 4X
■ Hartglasgewebe auf Epoxidharz-Basis EP GC Verteiler IP 5X IP 4X
202 sowie Anlasser IP 5X IP 4X
■ Glashartmatte auf Polyester-Basis UP GM 201. Transfor-
matoren IP 5X IP 4X
1
Zur Befestigungsfläche offene Zählertafeln und Maschinen
Kleinverteiler, die auf brennbaren Baustoffen instal- (Motoren, IP 5X IP 4X
Generatoren)
liert werden, müssen mit Hilfe einer mindestens *)zugehöriger
1
12 mm dicken Fibersilikatplatte oder eines gleich- Maschinen
mit Käfigläufer IP 4X*) IP 4X Klemmkasten
wertigen Werkstoffes vollflächig von der Befesti- IP 5X
gungsfläche getrennt werden. Selbst wenn sie zur
Schaltgeräte
Befestigungsfläche hin geschlossen sind, müssen (Ausschalter,
alle Betriebsmittel (auch Kabel und Leitungen), so- IP 5X IP 4X
Motorschutz-
fern ein Schutz gegen die Auswirkungen von Kurz- schalter)
schlüssen nicht erfüllt werden kann, so installiert Stromschie-
bzw. verlegt werden, dass sie bei zu hoher Erwär- nensysteme
IP 5X IP 4X
mung ausbrennen können, ohne dass die Gefahr nach DIN VDE
einer Brandausweitung entsteht. Diese Anforde- 0100 T. 733
rung ist erfüllt, wenn die Betriebsmittel auf nicht Handleuchten IP 5X IP 4X
2
brennbaren Gebäudeteilen verlegt werden. Beste- Leuchten IP 5X IP 4X
hen die Gebäudeteile aus brennbaren Stoffen, z.B. Elektrowärme-
2
geräte IP 5X IP 2X
Holzwände (auch blechverkleidet), müssen die Be-
triebsmittel (nach DIN VDE 0100 Teil 420, DIN VDE Anmerkung:
0100 Teil 732 oder DIN VDE 0211) auf einer mindes- 1) Ausgenommen handgeführte Elektrowerkzeuge nach
DIN VDE 0740.
tens lichtbogenfesten Unterlage installiert und ver- 2) Der Hersteller kann auf einzuhaltende Abstände zu
legt werden. Als lichtbogenfest gilt z.B. eine 20 mm brennbaren Stoffen hinweisen.
dicke Fibersilikatplatte. Tabelle 1: Schutzarten

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Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft VdS 2067 : 2008-01 (05)

Bild 7: Steckvorrichtungen Bild 8: Leuchten

6.11 Leuchten und Beleuchtungsanlagen Maßnahmen zu schützen, z.B. Anbringen von


nichtbrennbaren Schutzgittern oder Einhalten von
Leuchten und Beleuchtungsanlagen müssen DIN Sicherheitsabständen. Ovalleuchten aus Kunst-
VDE 0710 bzw. DIN EN 60598/VDE 0711 entspre- stoff erfüllen nicht die Anforderungen an den
chen. Bei ihrer Installation sind außerdem DIN Brandschutz in feuergefährdeten Bereichen und
VDE 0100 Teil 482 und Teil 559 zu beachten. Auf sind deshalb unzulässig. Vorzugsweise sind Glüh-
VdS 2005 Elektrische Leuchten, VdS 2033 Feuer- lampen-Leuchten aus Keramik oder Glas zu ver-
gefährdete Betriebsstätten und diesen gleichzu- wenden. Die Herstellerangaben zur Montageart
stellende Risiken und VdS 2324 Niedervoltbe- sind unbedingt zu beachten.
leuchtungsanlagen und -systeme wird hingewie-
sen. Werden Leuchtstofflampen-Leuchten auf 6.12 Motoren
brennbaren Unterlagen installiert, so müssen sie
zusätzlich zu dem DIN VDE-Zeichen das Zeichen Motoren müssen so aufgestellt bzw. angebaut
F tragen (Bild 8). Leuchten mit der Kennzeich- oder mit Schutzabdeckungen versehen sein, dass
nung F F , D , F , M oder M M sind eben- sich weder Staub noch Fasern ablagern oder ein-
falls geeignet. dringen können, welche die Funktion beeinträchti-
gen. Erforderlich ist eine Schutzeinrichtung (Über-
In Bereichen, die durch brennbare Stäube lastschutz), die verhindert, dass die Motoren sich
und/oder Fasern feuergefährdet sind, dürfen nur im Fehlerfall unzulässig hoch erwärmen (Bild 9).
Leuchten mit begrenzter Oberflächentemperatur Motoren, die automatisch oder aus der Ferne ein-
installiert werden, die das Kennzeichen F F geschaltet oder nicht dauernd beaufsichtigt wer-
oder D nach DIN EN 60598-2-24/VDE 0711 Teil den, müssen mit einer entsprechenden, manuell
2-24 tragen. Für Leuchten, die mit dem Zeichen rückstellbaren Schutzeinrichtung, die in der Nähe
D gekennzeichnet sind, muss der Schutz ge- installiert ist, geschützt werden, z.B.
gen Ablagerungen von Staub und anderen
Fremdkörpern für die ganze Lampe erreicht wer- ■ Kaltleiter-Temperaturfühler und Auslösegerät
den. Dies ist gegeben, wenn die gesamte Lampe nach DIN VDE 0660 Teil 303 (Motorvollschutz);
in den Schutzgrad IP 5X eingeschlossen wird, z.B. ■ Motorstarter (Motorschutzschalter) nach DIN
mittels Schutzscheibe oder Wanne. Damit wird VDE 0660 Teil 102 mit thermischen, magneti-
auch ein höherer mechanischer Schutz gewähr- schen und phasenausfallempfindlichen Über-
leistet. last-Auslösern/Relais;
■ Überlastrelais (Bimetall-Relais) nach DIN VDE
Leuchten in der Landwirtschaft sollen außerdem 0660 Teil 102 mit thermischen Auslösern/Re-
schutzisoliert sein . lais.

Leuchten (z.B. auf Heu- und Strohböden), deren Motoren mit Stern-Dreieckschaltung ohne auto-
Betriebszustand vom Ort des Schalters nicht er- matische Umschaltung von der Stern- in die Drei-
kennbar ist, sind am Schalter oder gut sichtbar in eckstufe müssen auch in der Sternschaltung
dessen Nähe mit Kontrollleuchten zu versehen, durch eine Schutzeinrichtung gegen unzulässig
die den Betriebszustand anzeigen. hohe Temperaturen geschützt werden.

Besteht die Gefahr einer mechanischen Beschädi-


gung von Leuchten, sind diese durch geeignete

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VdS 2067 : 2008-01 (05) Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft

510). Die Anweisungen der Hersteller sind un-


bedingt zu beachten. Weiterhin wird auf VdS 2279
Elektrowärmegeräte und Elektroheizungsanlagen
hingewiesen. Werden Tauchheizgeräte einge-
setzt, auch solche für die Kälbermilch-Erwär-

g
jk
jg
gk

54
gjk
jk
jg
hk
jk
mung, müssen sie mit einem Schutz-Temperatur-

IP
begrenzer versehen sein.

7 Intensiv-Tierhaltung
Zusätzlich zu den Maßnahmen, die in landwirt-
schaftlichen Betrieben konkret gegen die Unfall-
und Brandgefahren zu treffen sind (Abschnitt 4-6),
Bild 9: Schutzart und Motorschutz elektrischer Maschi- müssen elektrische Anlagen in der Intensiv-Tier-
nen haltung so geplant und errichtet werden, dass die
lebenserhaltende Luftversorgung für die im Stall
6.13 Elektrozaunanlagen untergebrachten Tiere sichergestellt ist. Auf DIN
18910 Klima in geschlossenen Ställen wird hinge-
Elektrozaungeräte müssen DIN VDE 0667 ent- wiesen. Gegebenenfalls ist auch die Schweinehal-
sprechen. Für die Errichtung und Betrieb von Elek- tungsverordnung zu beachten.
trozaunanlagen sind nicht nur die Anweisungen
der Hersteller einzuhalten, sondern auch die DIN Für den Fall, dass die Luftversorgung beeinträch-
VDE 0131 zu beachten. tigt wird, müssen Einrichtungen vorhanden sein,
mit deren Hilfe selbsttätig oder manuell weiterbelüf-
Elektrozaunanlagen dürfen, um Brandgefahren tet werden kann (Bild 11). Bei Ausfall der Lüftungs-
insbesondere durch Gewitter zu vermeiden, nicht anlage oder eines Teils hiervon sowie bei zu hoher
in feuergefährdeten Räumen wie Scheunen, Ten- Temperatur im Stall muss eine Meldung erfolgen.
nen und Stallungen angeschlossen und betrieben Die Meldung muss durch optische und akustische
werden. Elektrozaunleitungen dürfen nicht in feu- Signalgeber erfolgen und an einer hilfeleistenden
ergefährdete Betriebsstätten eingeführt werden. Stelle wahrgenommen werden können. Die Melde-
anlage darf nicht von der Netzspannung abhängig
Elektrozaunleitungen sind an der Einführung in sein und muss sich selbst überwachen.
das Gebäude durch ein Überspannungsschutz-
gerät zu schützen, das an dem Fundamenterder, Es wird empfohlen, gleiche Maßnahmen für die
dem Erder einer Blitzschutzanlage oder an einem automatische Futterversorgung zu treffen. Die
eigenen Erder (Staberder) anzuschließen ist (Bild elektrischen Anlagen sind gemäß DIN VDE 0100
10). Auf VdS 2017 Blitz-Überspannungsschutz für Teil 560 Elektrische Anlagen für Sicherheitszwe-
landwirtschaftliche Betriebe wird hingewiesen. cke zu planen und zu errichten.

Die elektrische Anlage für einen Intensiv-Tierhal-


tungsstall muss durch einen Hauptschalter gemäß
Abschnitt 6.5 separat vom Netz getrennt werden
können. Lüftungsanlagen mit mehreren elektromo-
torischen Antrieben sind auf verschiedene
Stromkreise aufzuteilen. Weiterhin sind sie durch
mindestens eine selektive stoßstromfeste Einrich-
Stroman-
schluss
Elektro- Hüteseite tung zum Fehlerstromschutz mit dem Kennzeichen
zaun-
gerät S zu schützen. Betriebsmittel, z.B. Leuchten,
Steckvorrichtungen, die nicht zur Lüftungsanlage
gehören, sind dagegen mit ihren Stromkreisen
anderen Einrichtungen zum Fehlerstromschutz
Bild 10: Elektrozaunanlage zuzuordnen. Wird die Einrichtung zum Fehler-
stromschutz nicht im Hauptverteiler (HV) sondern
6.14 Elektrowärmegeräte im Unterverteiler (UV) angeordnet, muss das Kabel
(z.B. NYY) bzw. die Leitung (z.B. NYM) zwischen
Elektrowärmegeräte sind so zu betreiben, dass sie beiden Verteilern gemäß DIN VDE 0100 Teil 732
keinen Brand verursachen können (DIN VDE 0700 bzw. DIN VDE 0211 verlegt werden (s.a Ab-
Teil 216, DIN VDE 0100 Teil 420, Teil 482 und Teil

9
Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft VdS 2067 : 2008-01 (05)

S Wohngebäude

H
V V

UV HV
GMA t MS
L
FI FI FI S FI S MS
PH PH
B
Regler
SI
SPD FI S FI 0,03 A

SPD SI
PAS 1 0 2 U
VM G

HAK

RA

GMA = Gefahrenmeldeanlagen, B = Batterie, H = Hupe, S = Sirene, MS = Motorschutzschalter, PH = Phasenausfallrelais,


SPD = Überspannungsschutzgerät, U = Umschalter, VM = Verbrennungsmotor, G = Generator, V = Ventilator, L = Leuchte,
= Stufenthermostat für Drehzahl-Regulierung, t = Temperatur-Erfassung für GMA
Bild 11: Intensiv-Tierhaltung

schnitt 6.3). Sie müssen ohne Gefahr für die Um- 9 Schaltpläne
gebung ausbrennen können (s.a. Abschnitt 6.9).
Für die elektrischen Anlagen muss mindestens ein
Bei Unterbrechung der Stromversorgung sollte Übersichtsplan in einpoliger Darstellung und eine
die elektrische Anlage mit Hilfe einer eigenen Ver- Dokumentation nach DIN VDE 0100 Teil 510 Aus-
sorgung nach DIN VDE 0100 Teil 551 Niederspan- wahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel er-
nungs-Stromversorgungsanlagen weiterbetrie- stellt werden. Für einfache Anlagen kann auf den
ben werden können (Ersatzstromversorgung). Schaltplan verzichtet werden, wenn die Beschrif-
Diese muss so bemessen sein, dass alle lebenser- tung der Anlage die Übersicht über die Stromkrei-
haltenden Einrichtungen versorgt werden kön- se gewährleistet.
nen. Die kurzzeitig auftretenden hohen Anlaufströ-
me der Motoren sind hierbei zu berücksichtigen. 10 Betrieb elektrischer Anlagen
Auf die Ersatzstromversorgungsanlage sollte im
Störungsfall automatisch umgeschaltet werden, Unter Betrieb einer elektrischen Anlage ist deren
wobei eine zwangsläufige Trennung der Außenlei- Benutzung ebenso wie die Aufrechterhaltung des
ter und des Neutralleiters von EVU-Netzen sicher- ordnungsgemäßen Zustandes einschließlich der
gestellt sein muss. Dies gilt auch für handbetätigte wiederkehrenden Prüfungen zu verstehen. Es
Schalter. Besitzt das Aggregat zur Ersatzstromver- wird darauf hingewiesen, dass die Vorschriften
sorgung keine eigene Antriebsmaschine, kann VSG 1.4 sowie die Klausel SK 9609 (Anhang B),
der Generator z.B. über die Zapfwelle eines sofern im Versicherungsvertrag vereinbart, einzu-
Schleppers angetrieben werden. halten und die DIN VDE 0105 sowie die Anweisun-
gen der Hersteller zu beachten sind. Das Erhalten
Zum Schutz gegen Blitzschlag und Überspannun- des ordnungsgemäßen Zustandes bedingt, dass
gen sind bei allen elektrischen und elektronischen bestehende Anlagen dann zwingend an die gülti-
Einrichtungen entsprechende Maßnahmen vorzu- gen Sicherheitsvorschriften (gesetzliche und be-
sehen (s.a. Abschnitt 5.3). hördliche und die der Feuerversicherer) ange-
passt werden müssen, wenn sich aus dem
8 Elektrische Anlagen mit bisherigen Zustand Gefahren für Personen und
Fernwirktechnik Sachen ergeben.

Zur Verhütung von Schäden bei elektrischen Anla-


gen mit Fernwirktechnik wird auf VdS 2839 Fern-
wirktechnik in der Elektroinstallation hingewiesen.

10
VdS 2067 : 2008-01 (05) Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft

Anhang A – Teil 430: Schutzmaßnahmen; Schutz von Ka-


beln und Leitungen bei Überstrom
Literatur – Teil 460: Schutzmaßnahmen; Trennen und
Schalten
Gesetze, Verordnungen, behördliche – Teil 482: Schutzmaßnahmen; Auswahl von
Richtlinien, Regeln und Empfehlungen Schutzmaßnahmen als Funktion äußere Ein-
flüsse; Brandschutz bei besonderen Risiken
Gesetz über technische Arbeitsmittel (Gerätesi- und Gefahren
cherheitsgesetz) – Teil 510: Auswahl und Errichtung elektrischer
Betriebsmittel, Allgemeine Bestimmungen
Gesetz über die Elektrizitäts- und Gasversorgung – Teil 537: Auswahl und Errichtung elektrischer
(Energiewirtschaftsgesetz - EnWG) Betriebsmittel; Geräte zum Trennen und Schal-
ten
Verordnung zum Schutz von Schweinen bei Stall- – Teil 540: Auswahl und Errichtung elektrischer
haltung (Schweinehaltungsverordnung) Betriebsmittel; Erdung, Schutzleiter, Potenzial-
Bundesanzeiger, Verlagsgesellschaft mbH, ausgleichsleiter
Postfach 1320, 53003 Bonn
– Teil 551: Auswahl und Errichtung elektrischer
Internet: www.bundesanzeiger.de Betriebsmittel; Andere Betriebsmittel - Nieder-
spannungs-Stromversorgungsanlagen
Vorschriften für Sicherheit und Gesundheits-
– Teil 559: Leuchten und Beleuchtungsanlagen
schutz (VSG) der Landwirtschaftlichen Berufsge-
– Teil 560: Auswahl und Errichtung elektrischer
nossenschaften - VSG 1.4 Elektrische Anlagen Betriebsmittel; Elektrische Anlagen für Sicher-
und Betriebsmittel heitszwecke
– Teil 705: Landwirtschaftliche und gartenbauli-
Bundesverband der landwirtschaftlichen che Anwesen
Berufgenossenschaften, – Teil 732: Hausanschlüsse in öffentlichen Ka-
Postfach 410356, 34114 Kassel belnetzen
Internet: www.LSV-d.de – Teil 737: Feuchte und nasse Bereiche und Räu-
me, Anlagen im Freien
Verordnung über Allgemeine Bedingungen für die
Elektrizitätsversorgung von Tarifkunden (AVBEltV) EN 50110/VDE 0105
– Teil 100: Betrieb von elektrischen Anlagen
Verlag- und Wirtschaftsgesellschaft der – Teil 15: Betrieb von Starkstromanlagen. Beson-
Elektrizitätswerke m.b.H., VWEW, dere Festlegungen für landwirtschaftliche Be-
Rebstöcker Str. 59, 60326 Frankfurt/M. triebsstätten
Internet: www.vwew.de
DIN VDE 0106 Schutz gegen elektrischen Schlag,
Normen Klassifizierung von elektrischen und elektroni-
schen Betriebsmitteln
DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und DIN VDE 0131 Errichtung und Betrieb von Elektro-
Bauteilen zaunanlagen
DIN 18012 Haus-Anschlusseinrichtungen in Ge- DIN VDE 0211 Bau von Starkstrom-Freileitungen
bäuden, Raum- und Flächenbedarf, Planungs- mit Nennspannungen bis 1000 V
grundlagen DIN VDE 0250 Isolierte Starkstromleitungen
DIN 18910 Wärmeschutz geschlossener Ställe; – Teil 204: PVC-Mantelleitung
Wärmedämmung und Lüftung, Planungs- und Be- – Teil 205: PVC-Mantelleitungen mit zugfester
rechnungsgrundlagen Bewehrung
– Teil 206: PVC-Mantelleitung mit Tragseil
DIN–Normen: Beuth Verlag GmbH,
– Teil 812: Gummischlauchleitung NSSHÖU
10772 Berlin
Internet: www.beuth.de DIN VDE 0470 Teil 1 Schutzarten durch Gehäuse
DIN EN 60893/VDE 0318 Bestimmung für Tafeln
DIN VDE 0100 Errichten von Starkstromanlagen aus technischen Schichtpressstoffen auf Basis
mit Nennspannungen bis 1000V wärmehärtbarer Harze für elektrotechnische Zwe-
– Teil 410: Schutzmaßnahmen; Schutz gegen cke
elektrischen Schlag DIN VDE 0620 Steckvorrichtungen bis 400 V 25 A
– Teil 420: Schutzmaßnahmen; Schutz gegen
thermische Einflüsse DIN EN 60309/VDE 0623 Stecker, Steckdosen
und Kupplungen

11
Elektrische Anlagen in der Landwirtschaft VdS 2067 : 2008-01 (05)

DIN VDE 0641 Teil 3 Leitungsschutzschalter bis VdS 2017 Blitz-Überspannungsschutz für land-
63 A Nennstrom, bis 415 V Wechselspannung und wirtschaftliche Betriebe - Merkblatt zur Schaden-
bis 440 V Gleichspannung verhütung
DIN VDE 0660 Niederspannungsschaltgeräte VdS 2025 Kabel- und Leitungsanlagen - Richtli-
– Teil 101: Leistungsschalter nien zur Schadenverhütung
– Teil 102: Elektromagnetische Schütze und Mo- VdS 2031 Blitz- und Überspannungsschutz in
torstarter elektrischen Anlagen - Richtlinien zur Schadenver-
– Teil 303: Thermischer Maschinenschutz für um- hütung
laufende elektrische Maschinen VdS 2033 Feuergefährdete Betriebsstätten und
DIN VDE 0664 Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen diesen gleichzustellende Risiken - Richtlinien zur
– Teil 10: Fehlerstrom-/Differenzstrom-Schutz- Schadenverhütung
schalter ohne eingebauten Überstromschutz VdS 2057 Sicherheitsvorschriften für Starkstrom-
(RCCBs) für Hausinstallationen und für ähnli- anlagen in
che Anwendungen – Allgemeine Anforderun- - landwirtschaftlichen Betrieben
gen - Intensiv-Tierhaltungen
– Teil 20: Fehlerstrom-Schutzschalter mit einge- Sicherheitsvorschriften gemäß Abschnitt B § 8
bautem Überstromschutz (RCBOs) für Hausin- AFB 2008
stallationen und ähnliche Anwendungen – All- VdS 2279 Elektrowärmegeräte und Elektrohei-
gemeine Anforderungen zungsanlagen - Richtlinien zur Schadenverhütung
DIN EN 61011/VDE 0667 Elektrozaungeräte, Si- VdS 2324 Niedervoltbeleuchtungsanlagen und
cherheitsbestimmungen für Elektrozaungeräte -systeme - Richtlinien zur Schadenverhütung
mit Netzanschluss
VdS 2569 Überspannungsschutz für Elektroni-
DIN VDE 0700 Sicherheit elektrischer Geräte für sche Datenverarbeitungsanlagen - Richtlinien zur
den Hausgebrauch und ähnliche Zwecke Schadenverhütung
– Teil 216: Besondere Anforderungen für Elektro- VdS 2839 Fernwirktechnik in der Elektroinstallati-
wärmegeräte für Tieraufzucht und Tierhaltung on - Richtlinien zur Schadenverhütung
DIN VDE 0710 Leuchten mit Betriebsspannungen
VdS Schadenverhütung Verlag,
unter 1000 V
Amsterdamer Str. 174, 50735 Köln
DIN EN 50144/VDE 0740 Sicherheit handgeführ- Internet: www.vds.de
ter motorischer Elektrowerkzeuge
DIN EN 60598/VDE 0711 Leuchten
– Teil 1: Allgemeine Anforderungen und Prüfun-
gen Klausel SK 9609 Elektrische Anlagen in landwirt-
– Teil 2-24: Besondere Anforderungen – Leuch- schaftlichen Betrieben
ten mit begrenzter Oberflächentemperatur
1. Der Versicherungsnehmer hat die elektrischen
DIN VDE 0833 Gefahrenmeldeanlagen für Brand,
Anlagen regelmäßig durch eine Elektrofachkraft
Einbruch und Überfall
– Teil 1: Allgemeine Festlegungen
prüfen und Mängel innerhalb einer von dieser
Fachkraft bestimmten Frist beseitigen zu lassen.
VDE-Verlag GmbH: Berlin – Offenbach
Bismarckstr. 33, 10625 Berlin 2. Der Versicherungsnehmer hat auf Verlangen
Internet: www.vde-verlag.de des Versicherers nachzuweisen, dass die Prüfung
durchgeführt ist und die Mängel beseitigt sind.
VdS-Publikationen

VdS 2001 Regeln für die Ausrüstung von Arbeits-


stätten mit Feuerlöschern
Die Wiedergabe des Titelbildes erfolgt mit
VdS 2005 Elektrische Leuchten - Richtlinien zur freundlicher Genehmigung von:
Schadenverhütung Bayerischer Versicherungsverband
80530 München
VdS 2006 Blitzschutz durch Blitzableiter - Merk-
blatt zur Schadenverhütung

Herausgeber: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)

Verlag: VdS Schadenverhütung GmbH • Amsterdamer Str. 174 • 50735 Köln


Tel.: (0221) 77 66 - 0 • Fax: (0221) 77 66 - 341
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