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Weiss

Coste
Turina
Assad
Monk Guitar
Vassiliev Roman V I A Z OV S K I Y
Z E I T E N WA N DE R E R

CLASSICclips
Z E I T E N WA N D E R E R | WA N D E R E R I N T I M E

S I LV I U S L E O P O L D W E I S S (1686 – 1750) S É R G I O A S S A D (*1952)


Sonata V in G-Dur. Arr. Roman Viazovskiy Aquarelle
[01] Prelude .......................................................................................01:32 [12] Divertimento ..............................................................................07:29
[02] Allemande ..................................................................................04:35 [13] Valseana .....................................................................................02:56
[03] Courante ....................................................................................02:24 [14] Preludio e toccatina .....................................................................02:54
[04] Bourrée.......................................................................................01:57
[05] Sarabande ..................................................................................04:57 T H E L O N I U S M O N K (1917 – 1982)
[06] Menuet.......................................................................................01:51 [15] Round Midnight. Arr. Roland Dyens .....................................06:44
[07] Gigue .........................................................................................02:37
K O N S TA N T I N V A S S I L I E V (*1970)
N A P O L É O N C O S T E (1805 – 1883) [16] Zeitenwanderer* ......................................................................03:12
[08] Introduction et Variations sur un motif de Rossini .......... 14:11
total 68:45
J O A Q U I N T U R I N A (1882 – 1949)
Sonata op. 61
[09] Allegro ........................................................................................03:56 Roman Viazovskiy | Gitarre / guitar
[10] Andante .....................................................................................04:15 *Ersteinspielung / World-première recording
[11] Allegro vivo.................................................................................03:10 www.viazovskiy.de
Z E I T E N WA N D E R E R | WA N D E R E R I N T I M E

S I LV I U S L E O P O L D W E I S S (1686 – 1750) S É R G I O A S S A D (*1952)


Sonata V in G-Dur. Arr. Roman Viazovskiy Aquarelle
[01] Prelude .......................................................................................01:32 [12] Divertimento ..............................................................................07:29
[02] Allemande ..................................................................................04:35 [13] Valseana .....................................................................................02:56
[03] Courante ....................................................................................02:24 [14] Preludio e toccatina .....................................................................02:54
[04] Bourrée.......................................................................................01:57
[05] Sarabande ..................................................................................04:57 T H E L O N I U S M O N K (1917 – 1982)
[06] Menuet.......................................................................................01:51 [15] Round Midnight. Arr. Roland Dyens .....................................06:44
[07] Gigue .........................................................................................02:37
K O N S TA N T I N V A S S I L I E V (*1970)
N A P O L É O N C O S T E (1805 – 1883) [16] Zeitenwanderer* ......................................................................03:12
[08] Introduction et Variations sur un motif de Rossini .......... 14:11
total 68:45
J O A Q U I N T U R I N A (1882 – 1949)
Sonata op. 61
[09] Allegro ........................................................................................03:56 Roman Viazovskiy | Gitarre / guitar
[10] Andante .....................................................................................04:15 *Ersteinspielung / World-première recording
[11] Allegro vivo.................................................................................03:10 www.viazovskiy.de
R O M A N V I A Z O V S K I Y wurde 1974 im le Claude-Champagne in Montreal und das
ukrainischen Donezk geboren. Von 1988 bis Concertgebouw in Brügge. Im März 2007
1992 studierte er am dortigen Musikkolleg gab er sein Debüt im Tschaikowsky Konzert-
bei Viktor Kriwenko. Am Sergey Prokofiev saal der Moskauer Philharmonie. „Und jetzt möchte ich Euch auf eine kleine
Konservatorium seiner Geburtsstadt setzte Reise durch die Zeiten mitnehmen, auf der
er seine Studien bei Walerij Iwko (Gitarre) Roman Viazovskiy erhielt zahlreiche inter- Zeit keine Rolle mehr spielt. Nehmt ein
und Ludmila Popova (Dirigieren) fort. Nach nationale Preise und nahm an diversen Ra- Glas Wein, setzt Euch in einen Sessel und
dem Diplom und seiner Übersiedlung nach dio und TV-Produktionen in der Ukraine, vergesst die Welt ...“
Deutschland begann er ein Aufbaustudium Deutschland, Spanien, Italien, Kroatien,
bei Reinbert Evers an der Hochschule für Ungarn und Japan teil. Die Debut-CD „Fa-
Musik Detmold, Abteilung Münster (heute: tum“ des Förderpreisträgers und Stipendia-
Musikhochschule Münster). An der Musik- ten der GWK, Münster, erschien 2001, sein
hochschule Köln, Abteilung Aachen, schloss Album „Sonatas“ 2006 bei CC ClassicClips.
er bei Tadashi Sasaki ab.
In den vergangenen Jahren hat Karl-Heinz
Konzertengagements führten ihn durch ganz Römmich für Roman Viazovskiy in engem
Europa, in den Nahen Osten, die USA, nach Erfahrungsaustausch mit ihm und mit Au-
China, Thailand und Japan. Regelmäßig ist genmerk auf seine gestalterischen Bedürf-
er bei den wichtigsten Gitarrenfestivals zu nisse mehrere Gitarren gebaut. Zwei von
hören. Zu den renommierten Spielstätten, ihnen kommen bei dieser CD zum Einsatz,
wo er als Solist auftrat, gehören die Natio- Instrumente, die gleichermaßen üppige
nale Philharmonie der Ukraine in Kiew, die Fülle, perkussive Prägnanz und feinnervige
Bunka kaikan Recital Hall in Tokio, der Sal- Transparenz zulassen.
R O M A N V I A Z O V S K I Y wurde 1974 im le Claude-Champagne in Montreal und das
ukrainischen Donezk geboren. Von 1988 bis Concertgebouw in Brügge. Im März 2007
1992 studierte er am dortigen Musikkolleg gab er sein Debüt im Tschaikowsky Konzert-
bei Viktor Kriwenko. Am Sergey Prokofiev saal der Moskauer Philharmonie. „Und jetzt möchte ich Euch auf eine kleine
Konservatorium seiner Geburtsstadt setzte Reise durch die Zeiten mitnehmen, auf der
er seine Studien bei Walerij Iwko (Gitarre) Roman Viazovskiy erhielt zahlreiche inter- Zeit keine Rolle mehr spielt. Nehmt ein
und Ludmila Popova (Dirigieren) fort. Nach nationale Preise und nahm an diversen Ra- Glas Wein, setzt Euch in einen Sessel und
dem Diplom und seiner Übersiedlung nach dio und TV-Produktionen in der Ukraine, vergesst die Welt ...“
Deutschland begann er ein Aufbaustudium Deutschland, Spanien, Italien, Kroatien,
bei Reinbert Evers an der Hochschule für Ungarn und Japan teil. Die Debut-CD „Fa-
Musik Detmold, Abteilung Münster (heute: tum“ des Förderpreisträgers und Stipendia-
Musikhochschule Münster). An der Musik- ten der GWK, Münster, erschien 2001, sein
hochschule Köln, Abteilung Aachen, schloss Album „Sonatas“ 2006 bei CC ClassicClips.
er bei Tadashi Sasaki ab.
In den vergangenen Jahren hat Karl-Heinz
Konzertengagements führten ihn durch ganz Römmich für Roman Viazovskiy in engem
Europa, in den Nahen Osten, die USA, nach Erfahrungsaustausch mit ihm und mit Au-
China, Thailand und Japan. Regelmäßig ist genmerk auf seine gestalterischen Bedürf-
er bei den wichtigsten Gitarrenfestivals zu nisse mehrere Gitarren gebaut. Zwei von
hören. Zu den renommierten Spielstätten, ihnen kommen bei dieser CD zum Einsatz,
wo er als Solist auftrat, gehören die Natio- Instrumente, die gleichermaßen üppige
nale Philharmonie der Ukraine in Kiew, die Fülle, perkussive Prägnanz und feinnervige
Bunka kaikan Recital Hall in Tokio, der Sal- Transparenz zulassen.
Zeitenwanderer ist Roman Viazovskiys Roman Viazovskiy, der bisher als Spezialist Tatsächlich ist „Zeitenwanderer“ ein Album einer denkwürdigen Fugenschlacht im Mu-
drittes und persönlichstes Album, eine Art für das 20. Jahrhundert gilt, will mit „Zei- für Liebhaber geworden, sowohl für den sikzimmer des Thomaskantors. Bis zu sei-
Zwischenstandsmeldung zu seiner biogra- tenwanderer“ sein Instrument in dem weit- Connaisseur als auch für neugierige Novi- nem Tod 1750 soll Weiss ausschließlich für
phischen wie künstlerischen Entwicklung, läufigen Ausdrucksraum präsentieren, der zen. Schon der Einstieg ist programmatisch: die Laute komponiert haben, als bräuchte
aber auch ein emotionales Statement für diesem „Orchester zwischen zwei Händen“ es für ihn kein anderes Instrument. – Die
sein ureigenes Instrument: die Gitarre als (Segovia) seit jeher eigen ist. „Ich wollte ein Silvius Leopold Weiss (1686 – 1750) Sonata V in G-Dur ist eine Sonate im vor-
eines der elaboriertesten, filigransten und Programm aufnehmen, das nicht nur für teilt nicht nur seine Lebenszeit mit Johann klassischen Verständnis, die mehrsätzig, in
vielseitigsten Werkzeuge musikalischer Ge- Gitarristen und das engere Fachpublikum Sebastian Bach. Geboren in Breslau als Gestalt einer kompletten französischen Sui-
staltung überhaupt. Denn das Instrument interessant ist, sondern auch für solche Mu- Sohn und mutmaßlich auch Schüler des te daherkommt. Makellos barocke Formen-
hat ein Wahrnehmungsproblem: Entweder sikliebhaber, die eine Konzertgitarre zum Düsseldorfer Hoflautenisten Johann Jakob sprache, wobei nicht nur der Orgelpunkt
verbindet man mit der Gitarre das konzer- ersten Mal hören. Packend, frisch, expressiv Weiss, suchte sich Silvius seinen Weg über im Prélude an den großen Leipziger Kolle-
tante Showing-Off, das Schneller-Höher- und bewegend sollte es sein. Und es sollte Italien und Hessen-Kassel in die Dresdner gen von Weiss erinnert. Transparente Tex-
Weiter des Virtuosenkults, zelebriert mit die Gitarre in ihrer ganzen Vielseitigkeit zei- Hofkapelle, der er bis zu seinem Tod ange- tur und eine reiche Harmonik, die sich der
den notorischen Bravourstücken des Stan- gen“, kommentiert er seine Auswahl. Und hörte, zu einer Zeit, in der die Laute kei- polyphonen Stimmführung verdankt. Die
dardrepertoires, oder aber ein mildes Lä- dankbar bemerkt er, dass er dieses Projekt nen wirklich guten Ruf mehr genoss. Selbst Melodik selbst ist jedoch bereits deutlich
cheln macht sich breit ob der Anmutung nach einem inspirierenden Gespräch über Mattheson galt sie als ausgesprochen min- galant. Und erst auf einer modernen Kon-
einer verstaubten Wandervogelseligkeit. die Zukunft der Gitarre, das Repertoire und derwertig, so attestierte er nicht nur dem zertgitarre entfaltet sich der ganze Facetten-
Wohlgemerkt ist hier nicht die Rede von die zeitgenössischen Komponisten für sein Instrument, sondern pauschal auch allen reichtum dieser meisterhaften Suite – und
den üppig blühenden oder in Sepiatöne Instrument in Angriff genommen habe, Lautenisten eine gewisse „Pauvreté“. Leo- stellt die entsprechenden gestalterischen
getauchten Landschaften der Folk-, Rock- das er mit Christopher McGuire geführt pold Weiss allerdings war vielen Zeitgenos- Anforderungen an den Interpreten. Roman
und Alternative-Szene; dort ist eine klas- hatte. Der künstlerische Leiter der „Allegro sen auf seinem Gebiet ein bewunderter So- Viazovskiy spielt die Sonata in einer eigenen
sische Konzertgitarre iberischer Prägung ja Guitar Series“ in Fort Worth, Texas, hatte litär. Auch im Hause Bach wurde er äußerst Transkription aus dem Manuskript und in
noch immer ein eher seltener Gast. Nein, ihn 2009 zu seinem US-Debut eingeladen. respektvoll empfangen. Es geht die Fama angeglichener Stimmung. Erst seit kurzem
Zeitenwanderer ist Roman Viazovskiys Roman Viazovskiy, der bisher als Spezialist Tatsächlich ist „Zeitenwanderer“ ein Album einer denkwürdigen Fugenschlacht im Mu-
drittes und persönlichstes Album, eine Art für das 20. Jahrhundert gilt, will mit „Zei- für Liebhaber geworden, sowohl für den sikzimmer des Thomaskantors. Bis zu sei-
Zwischenstandsmeldung zu seiner biogra- tenwanderer“ sein Instrument in dem weit- Connaisseur als auch für neugierige Novi- nem Tod 1750 soll Weiss ausschließlich für
phischen wie künstlerischen Entwicklung, läufigen Ausdrucksraum präsentieren, der zen. Schon der Einstieg ist programmatisch: die Laute komponiert haben, als bräuchte
aber auch ein emotionales Statement für diesem „Orchester zwischen zwei Händen“ es für ihn kein anderes Instrument. – Die
sein ureigenes Instrument: die Gitarre als (Segovia) seit jeher eigen ist. „Ich wollte ein Silvius Leopold Weiss (1686 – 1750) Sonata V in G-Dur ist eine Sonate im vor-
eines der elaboriertesten, filigransten und Programm aufnehmen, das nicht nur für teilt nicht nur seine Lebenszeit mit Johann klassischen Verständnis, die mehrsätzig, in
vielseitigsten Werkzeuge musikalischer Ge- Gitarristen und das engere Fachpublikum Sebastian Bach. Geboren in Breslau als Gestalt einer kompletten französischen Sui-
staltung überhaupt. Denn das Instrument interessant ist, sondern auch für solche Mu- Sohn und mutmaßlich auch Schüler des te daherkommt. Makellos barocke Formen-
hat ein Wahrnehmungsproblem: Entweder sikliebhaber, die eine Konzertgitarre zum Düsseldorfer Hoflautenisten Johann Jakob sprache, wobei nicht nur der Orgelpunkt
verbindet man mit der Gitarre das konzer- ersten Mal hören. Packend, frisch, expressiv Weiss, suchte sich Silvius seinen Weg über im Prélude an den großen Leipziger Kolle-
tante Showing-Off, das Schneller-Höher- und bewegend sollte es sein. Und es sollte Italien und Hessen-Kassel in die Dresdner gen von Weiss erinnert. Transparente Tex-
Weiter des Virtuosenkults, zelebriert mit die Gitarre in ihrer ganzen Vielseitigkeit zei- Hofkapelle, der er bis zu seinem Tod ange- tur und eine reiche Harmonik, die sich der
den notorischen Bravourstücken des Stan- gen“, kommentiert er seine Auswahl. Und hörte, zu einer Zeit, in der die Laute kei- polyphonen Stimmführung verdankt. Die
dardrepertoires, oder aber ein mildes Lä- dankbar bemerkt er, dass er dieses Projekt nen wirklich guten Ruf mehr genoss. Selbst Melodik selbst ist jedoch bereits deutlich
cheln macht sich breit ob der Anmutung nach einem inspirierenden Gespräch über Mattheson galt sie als ausgesprochen min- galant. Und erst auf einer modernen Kon-
einer verstaubten Wandervogelseligkeit. die Zukunft der Gitarre, das Repertoire und derwertig, so attestierte er nicht nur dem zertgitarre entfaltet sich der ganze Facetten-
Wohlgemerkt ist hier nicht die Rede von die zeitgenössischen Komponisten für sein Instrument, sondern pauschal auch allen reichtum dieser meisterhaften Suite – und
den üppig blühenden oder in Sepiatöne Instrument in Angriff genommen habe, Lautenisten eine gewisse „Pauvreté“. Leo- stellt die entsprechenden gestalterischen
getauchten Landschaften der Folk-, Rock- das er mit Christopher McGuire geführt pold Weiss allerdings war vielen Zeitgenos- Anforderungen an den Interpreten. Roman
und Alternative-Szene; dort ist eine klas- hatte. Der künstlerische Leiter der „Allegro sen auf seinem Gebiet ein bewunderter So- Viazovskiy spielt die Sonata in einer eigenen
sische Konzertgitarre iberischer Prägung ja Guitar Series“ in Fort Worth, Texas, hatte litär. Auch im Hause Bach wurde er äußerst Transkription aus dem Manuskript und in
noch immer ein eher seltener Gast. Nein, ihn 2009 zu seinem US-Debut eingeladen. respektvoll empfangen. Es geht die Fama angeglichener Stimmung. Erst seit kurzem
sind die Kompositionen von Weiss zum Teil nen zukünftigen Professor, Reinbert Evers. erweitert. Seinen Lebensunterhalt allerdings am Teatro Real, bis er 1931 als Professor für
auch in Druckausgaben zugänglich. In seiner umfangreichen Bibliothek konnte musste er sich zum Großteil als städtischer Komposition ans Konservatorium berufen
ich endlich finden, was ich so lange gesucht Verwaltungsangestellter verdienen. – Die wurde. Turina gilt neben Albéniz und de
Mit Napoléon Coste (1805 – 1883) hatte: Introduction et Variations sur un mo- Introduction et Variations sur un motif de Falla als einer der wichtigsten spanischen
machen wir einen kleinen Sprung in die tif de Rossini. Weil diese wunderschönen Rossini sind eine Folge klassischer Variati- Komponisten. Mit de Falla verband ihn
Romantik – und werfen einen Blick zurück Variationen sehr selten gespielt werden, onen, die das Thema mit großer Eleganz nicht nur eine lange Freundschaft, sondern
auf den 16-jährigen Roman Viazovskiy. habe ich mich entschieden, sie in mein quasi einmal durchs Lehrbuch deklinieren. vor allem auch das Bestreben, seiner Mu-
1989 fällt ihm eine Festivalaufnahme des Konzertrepertoire aufzunehmen.“ – Die Ein funkelndes Juwel ist dabei sicherlich die sik einen nationalen, spezifisch spanischen
jungen Carlo Marchione in die Hände, die Romantik gibt sich bei Coste recht konser- delikate Flageolett-Variation, aber auch die Charakter zu geben. Während de Falla die-
ihn so begeistert, dass er beschließt, alle vativ und gediegen klassisch. Coste erhielt übrigen Satzteile glänzen mit effektvollen sen Nationalcharakter jedoch eher artifiziell
Stücke seines Programms einzustudieren. den ersten Gitarrenunterricht früh durch Glissandi oder vertrackten Trillerfiguren. abstrahiert begriff, fand Turina ihn in der
„Die Konzerte in der Ukraine wurden und seine Mutter. 1830 zog er nach Paris, wo er Bis hin zu den furiosen Bassläufen der beständigen Rückbindung an die andalu-
werden immer noch von einem Conférenci- vor allem bei Fernando Sor sein Instrument Schlussvariation stellt Coste höchste An- sische Folklore. Sein Hauptinstrument war
er moderiert“, erzählt er. „Bei diesem Stück wie auch Komposition studierte. Seine rege sprüche an die Spielkultur. eigentlich das Klavier, aber als spanischer
von Coste konnte ich, weil der Konzert- Konzerttätigkeit musste er, nachdem er sich Komponist nicht auch für die Gitarre zu
mitschnitt technisch so schlecht war, nur 1863 den rechten Arm gebrochen hatte, Joaquin Turina (1882 – 1949) ist auf die- komponieren, kommt wohl einem Hoch-
den Namen des Komponisten verstehen, aufgeben. Coste verlegte sich auf ’s Unter- sem Album die Brücke ins 20. Jahrhundert. verrat gleich. – Die Sonata op. 61 stammt
nicht aber den Titel des Stücks. Ich war be- richten und Komponieren, beschäftigte sich Geboren in Sevilla, studierte er zunächst aus dem Jahr 1930 und wurde, wie so vieles,
geistert von Carlos Spiel und sofort verliebt aber auch intensiv mit Fragen des Instru- Klavier bei José Tragó in Madrid und dann was heute zum Standard der Gitarrenlitera-
in dieses Werk. Aber keiner in der Ukraine mentenbaus. Zusammen mit dem Pariser für acht Jahre bis 1913 Komposition bei tur gehört, 1932 von Andrés Segovia urauf-
konnte mir damals sagen, wie es heißt. Drei Gitarrenbauer Lacôte entwickelte er eine Vincent d’Indy an der Schola Cantorum in geführt. Zwei hochvirtuose Allegro-Sätze
Jahre später machte ich dann meine erste 7-saitige Gitarre, die den Klangraum um Paris. Nach seiner Rückkehr nach Madrid umrahmen ein fragiles Andante, und in
Konzertreise in Deutschland und traf mei- eine zusätzliche, frei schwingende Basssaite arbeitete er als Dirigent und Chorleiter u.a. der Klangsprache wird deutlich, was mit
sind die Kompositionen von Weiss zum Teil nen zukünftigen Professor, Reinbert Evers. erweitert. Seinen Lebensunterhalt allerdings am Teatro Real, bis er 1931 als Professor für
auch in Druckausgaben zugänglich. In seiner umfangreichen Bibliothek konnte musste er sich zum Großteil als städtischer Komposition ans Konservatorium berufen
ich endlich finden, was ich so lange gesucht Verwaltungsangestellter verdienen. – Die wurde. Turina gilt neben Albéniz und de
Mit Napoléon Coste (1805 – 1883) hatte: Introduction et Variations sur un mo- Introduction et Variations sur un motif de Falla als einer der wichtigsten spanischen
machen wir einen kleinen Sprung in die tif de Rossini. Weil diese wunderschönen Rossini sind eine Folge klassischer Variati- Komponisten. Mit de Falla verband ihn
Romantik – und werfen einen Blick zurück Variationen sehr selten gespielt werden, onen, die das Thema mit großer Eleganz nicht nur eine lange Freundschaft, sondern
auf den 16-jährigen Roman Viazovskiy. habe ich mich entschieden, sie in mein quasi einmal durchs Lehrbuch deklinieren. vor allem auch das Bestreben, seiner Mu-
1989 fällt ihm eine Festivalaufnahme des Konzertrepertoire aufzunehmen.“ – Die Ein funkelndes Juwel ist dabei sicherlich die sik einen nationalen, spezifisch spanischen
jungen Carlo Marchione in die Hände, die Romantik gibt sich bei Coste recht konser- delikate Flageolett-Variation, aber auch die Charakter zu geben. Während de Falla die-
ihn so begeistert, dass er beschließt, alle vativ und gediegen klassisch. Coste erhielt übrigen Satzteile glänzen mit effektvollen sen Nationalcharakter jedoch eher artifiziell
Stücke seines Programms einzustudieren. den ersten Gitarrenunterricht früh durch Glissandi oder vertrackten Trillerfiguren. abstrahiert begriff, fand Turina ihn in der
„Die Konzerte in der Ukraine wurden und seine Mutter. 1830 zog er nach Paris, wo er Bis hin zu den furiosen Bassläufen der beständigen Rückbindung an die andalu-
werden immer noch von einem Conférenci- vor allem bei Fernando Sor sein Instrument Schlussvariation stellt Coste höchste An- sische Folklore. Sein Hauptinstrument war
er moderiert“, erzählt er. „Bei diesem Stück wie auch Komposition studierte. Seine rege sprüche an die Spielkultur. eigentlich das Klavier, aber als spanischer
von Coste konnte ich, weil der Konzert- Konzerttätigkeit musste er, nachdem er sich Komponist nicht auch für die Gitarre zu
mitschnitt technisch so schlecht war, nur 1863 den rechten Arm gebrochen hatte, Joaquin Turina (1882 – 1949) ist auf die- komponieren, kommt wohl einem Hoch-
den Namen des Komponisten verstehen, aufgeben. Coste verlegte sich auf ’s Unter- sem Album die Brücke ins 20. Jahrhundert. verrat gleich. – Die Sonata op. 61 stammt
nicht aber den Titel des Stücks. Ich war be- richten und Komponieren, beschäftigte sich Geboren in Sevilla, studierte er zunächst aus dem Jahr 1930 und wurde, wie so vieles,
geistert von Carlos Spiel und sofort verliebt aber auch intensiv mit Fragen des Instru- Klavier bei José Tragó in Madrid und dann was heute zum Standard der Gitarrenlitera-
in dieses Werk. Aber keiner in der Ukraine mentenbaus. Zusammen mit dem Pariser für acht Jahre bis 1913 Komposition bei tur gehört, 1932 von Andrés Segovia urauf-
konnte mir damals sagen, wie es heißt. Drei Gitarrenbauer Lacôte entwickelte er eine Vincent d’Indy an der Schola Cantorum in geführt. Zwei hochvirtuose Allegro-Sätze
Jahre später machte ich dann meine erste 7-saitige Gitarre, die den Klangraum um Paris. Nach seiner Rückkehr nach Madrid umrahmen ein fragiles Andante, und in
Konzertreise in Deutschland und traf mei- eine zusätzliche, frei schwingende Basssaite arbeitete er als Dirigent und Chorleiter u.a. der Klangsprache wird deutlich, was mit
Rückbindung an die Folklore gemeint ist: Standardrepertoire geschafft haben. Ge- Einschlag wird vor allem harmonisch im damit in der unmittelbaren Peripherie, dem
Der Tonsatz ist bestimmt von Flamenco- meinsam mit seinem Bruder studierte er virtuosen dritten Satz, dem Präludium mit ersten Höllenkreis rund um den brodelnden
Elementen. Da sind die typischen Akkord- in Rio de Janeiro Gitarre bei der Segovia- einer „kleinen“ Toccata, deutlich, aber auch Schmelztiegel des modernen Jazz. Der Rest
rückungen, die rasanten Arpeggien und Schülerin Monina Tavora, später noch die Rhythmik mit ihren „sambaesken“ Ak- ist bekannt. Höhenflüge und – zumeist dro-
rollenden Rasgueado-Figuren und vor Komposition bei Esther Scliar. Die Grund- zentuierungen im Mittel- und Schlussteil geninduzierte – Abstürze. Anfeindung und
allem die enorme Farbigkeit andalusischer lagen seiner musikalischen Bildung jedoch des Divertimentos verleugnet kaum ihre Verehrung. Zwischendurch Auftritte und
Melodik. Aufgehoben ist dies aber in ei- wurden in brasilianischen Choro-Gruppen Herkunft. Im Ganzen jedoch ist der Klang Aufnahmen mit den Besten seiner Zeit und
ner dem Folkloristischen dann doch weit gelegt. Die Choros sind Folk-Ensembles mit seinen ständig wechselnden Valeurs einige der wirkungsmächtigsten Kompositi-
entrückten, kunstvoll verfeinerten Textur. zumeist mit Mandoline oder Flöte als soli- eher spätimpressionistisch. Besonders die onen des 20. Jahrhunderts, vor allem, weil
Roman Viazovskiy spielt diese Sonate nach stischem Instrument und diversen Gitarren, Valseana in ihrer scheinbaren Schlichtheit, er mit selbst im Jazz noch zementierten
dem Urtext, wodurch sich kleinere Abwei- die begleiten. Über seinen Vater gewann das wiegende Mit- und Gegeneinander der Konventionen brach. Hier finden sich
chungen von der zuerst gedruckten Segovia- Sérgio hier nach eigener Aussage sein er- kleinen schwebenden Plateaus darf sich Akkordschichtungen, für die andere wohl
Fassung ergeben. stes Verständnis von Harmonik und Me- gern auf Debussy berufen, während die eingewiesen worden wären, und das Para-
lodiebildung, weit vor jeder theoretischen behende Haken schlagende Harmonik sich dox der Polyrhythmie in einer Spieltechnik,
Sérgio Assad (*1952) ist vornehmlich Durchdringung. Der Einfluss nationaler von Ravel das Augenzwinkern leiht. die vom Stride-Piano herkommt, also im
als Konzertvirtuose im Duo Assad bekannt Folklore ist also für Assad selbstverständ- Grunde auf solide Regelmäßigkeit baut.
geworden. Seit den 1980er Jahren feiert er lich. Neuerdings orientiert er sich allerdings Thelonious Monk (1917 – 1982), der Monk starb, schwer depressiv, 1982 in New
zusammen mit seinem Bruder Odair große klanglich eher in Richtung des Mittleren große Individualist und einer der einfluss- Jersey. – Die es-Moll-Kadenz nach dem In-
Erfolge. Doch vom Beginn seiner Karriere Ostens. – Für Roman Viazovskiy gehören reichsten Musiker des Modern Jazz, na- tro von Round Midnight (1940) wurde bald
an hat der 1952 in São Paulo geborene Ser- die Aquarelle von 1986 „zu den spektaku- mentlich des Bebop, war Anfang der 20er zu einer akustischen Ikone des Modern Jazz.
gio immer auch für die Gitarre geschrieben. lärsten Stücken der Gitarrenliteratur der Jahre mit seiner Familie von North Carolina Die chromatisch absteigende Basslinie, aus
Annähernd 50 Kompositionen sind bisher Gegenwart; sie sind kontrastvoll, sensitiv nach New York, an den Westrand von Har- der sich von ganz tief unten in „giant steps“
entstanden, von denen es bereits einige ins und energisch zugleich“. Der brasilianische lem gezogen. Schon als Kleinkind war er die erzählende Melodiestimme entwickelt,
Rückbindung an die Folklore gemeint ist: Standardrepertoire geschafft haben. Ge- Einschlag wird vor allem harmonisch im damit in der unmittelbaren Peripherie, dem
Der Tonsatz ist bestimmt von Flamenco- meinsam mit seinem Bruder studierte er virtuosen dritten Satz, dem Präludium mit ersten Höllenkreis rund um den brodelnden
Elementen. Da sind die typischen Akkord- in Rio de Janeiro Gitarre bei der Segovia- einer „kleinen“ Toccata, deutlich, aber auch Schmelztiegel des modernen Jazz. Der Rest
rückungen, die rasanten Arpeggien und Schülerin Monina Tavora, später noch die Rhythmik mit ihren „sambaesken“ Ak- ist bekannt. Höhenflüge und – zumeist dro-
rollenden Rasgueado-Figuren und vor Komposition bei Esther Scliar. Die Grund- zentuierungen im Mittel- und Schlussteil geninduzierte – Abstürze. Anfeindung und
allem die enorme Farbigkeit andalusischer lagen seiner musikalischen Bildung jedoch des Divertimentos verleugnet kaum ihre Verehrung. Zwischendurch Auftritte und
Melodik. Aufgehoben ist dies aber in ei- wurden in brasilianischen Choro-Gruppen Herkunft. Im Ganzen jedoch ist der Klang Aufnahmen mit den Besten seiner Zeit und
ner dem Folkloristischen dann doch weit gelegt. Die Choros sind Folk-Ensembles mit seinen ständig wechselnden Valeurs einige der wirkungsmächtigsten Kompositi-
entrückten, kunstvoll verfeinerten Textur. zumeist mit Mandoline oder Flöte als soli- eher spätimpressionistisch. Besonders die onen des 20. Jahrhunderts, vor allem, weil
Roman Viazovskiy spielt diese Sonate nach stischem Instrument und diversen Gitarren, Valseana in ihrer scheinbaren Schlichtheit, er mit selbst im Jazz noch zementierten
dem Urtext, wodurch sich kleinere Abwei- die begleiten. Über seinen Vater gewann das wiegende Mit- und Gegeneinander der Konventionen brach. Hier finden sich
chungen von der zuerst gedruckten Segovia- Sérgio hier nach eigener Aussage sein er- kleinen schwebenden Plateaus darf sich Akkordschichtungen, für die andere wohl
Fassung ergeben. stes Verständnis von Harmonik und Me- gern auf Debussy berufen, während die eingewiesen worden wären, und das Para-
lodiebildung, weit vor jeder theoretischen behende Haken schlagende Harmonik sich dox der Polyrhythmie in einer Spieltechnik,
Sérgio Assad (*1952) ist vornehmlich Durchdringung. Der Einfluss nationaler von Ravel das Augenzwinkern leiht. die vom Stride-Piano herkommt, also im
als Konzertvirtuose im Duo Assad bekannt Folklore ist also für Assad selbstverständ- Grunde auf solide Regelmäßigkeit baut.
geworden. Seit den 1980er Jahren feiert er lich. Neuerdings orientiert er sich allerdings Thelonious Monk (1917 – 1982), der Monk starb, schwer depressiv, 1982 in New
zusammen mit seinem Bruder Odair große klanglich eher in Richtung des Mittleren große Individualist und einer der einfluss- Jersey. – Die es-Moll-Kadenz nach dem In-
Erfolge. Doch vom Beginn seiner Karriere Ostens. – Für Roman Viazovskiy gehören reichsten Musiker des Modern Jazz, na- tro von Round Midnight (1940) wurde bald
an hat der 1952 in São Paulo geborene Ser- die Aquarelle von 1986 „zu den spektaku- mentlich des Bebop, war Anfang der 20er zu einer akustischen Ikone des Modern Jazz.
gio immer auch für die Gitarre geschrieben. lärsten Stücken der Gitarrenliteratur der Jahre mit seiner Familie von North Carolina Die chromatisch absteigende Basslinie, aus
Annähernd 50 Kompositionen sind bisher Gegenwart; sie sind kontrastvoll, sensitiv nach New York, an den Westrand von Har- der sich von ganz tief unten in „giant steps“
entstanden, von denen es bereits einige ins und energisch zugleich“. Der brasilianische lem gezogen. Schon als Kleinkind war er die erzählende Melodiestimme entwickelt,
zählt zu den All-Time-Standards des Jazz- und gefeierter Konzertvirtuose. Einen nicht Man könnte es schon fast eine Tradition nen- und Komposition bei Sergei Tossin, bevor er
Repertoires. Unzählige Einspielungen, un- unwesentlichen Teil seines Rufs verdankt nen: Jedes Album von Roman Viazovskiy 1995 nach Deutschland zog und seine Stu-
zählige Interpretationen, von daher einem er den Einrichtungen bekannter Klassiker, wartet mit mindestens einer Ersteinspielung dien in Münster bei Reinbert Evers und Ge-
Stück des gängigen Klassik-Repertoires gern aus dem Jazz, für das 6-Saiten-Biotop einer Komposition des gebürtigen Sibiriers org Haidu fortsetzte. Er komponiert haupt-
nicht unähnlich. Auch Gitarristen, vor- der Konzertgitarre. Monks Original wird in Konstantin Vassiliev (*1970) auf. Beide sächlich Kammermusik für verschiedenste
nehmlich allerdings aus dem Jazz-Millieu, Dyens‘ Bearbeitung gewissermaßen dome- sind nicht nur musikalisch, sondern auch Besetzungen, ist in seiner Arbeit aber immer
haben sich immer wieder an diesem einzig- stiziert, das Sperrige und auch Subversive freundschaftlich verbunden: „Als ich nach wieder auf sein Hauptinstrument, die Gi-
artigen Material versucht. Als Referenzauf- des frühen Bebop Monkscher Prägung wird Deutschland kam, half mir Konstantin auf tarre, fokussiert. – Zeitenwanderer ist nicht
nahme kann bis heute die Einspielung von zurückgedrängt durch die Brillanz einer die Beine“, sagt Roman Viazovskiy. „Als nur das titelgebende Stück, sondern auch
Wes Montgomery aus dem Jahr 1965 gel- spieltechnisch ausgefuchsten Neuinterpre- Studenten haben wir gemeinsam musiziert, eine Art Resümee des gesamten Albums.
ten. „Das Arrangement, das ich hier spiele“, tation, die zwar mit einigen Blue-Notes in um Geld zu verdienen. Überall, wo wir ge- Eine vermeintliche Petitesse, eine kleine
sagt Roman Viazovskiy, „wurde von einem den schnellen Läufen und einem geschmei- spielt haben, waren seine Bearbeitungen von dreiminütige Phantasie, die in sich jedoch
Meister seines Fachs, von Roland Dyens, digen Swing in den Walking-Bass-Passagen Hits für zwei Gitarren der absolute Renner. einige Charakteristika des Vorangegangenen
gemacht. Ich habe es schon vor 15 Jahren aufwartet, letztlich das Ausgangsmaterial Schon damals hatte ich das Gefühl, dass er vereint. Die transparente Stimmführung
von ihm gehört. Meine Finger brannten aber doch in musikalisch reglementiertere als Komponist sehr interessant sein würde. des Barock, das klassische Understatement
vor Lust, es auch zu spielen, aber ich hatte Sphären transferiert. Sehr klar zutage tritt Konstantin hat eine ganz eigene musika- in der formalen Anlage bei gleichzeitig im-
nie die Zeit, es in mein Repertoire aufzu- in dieser Fassung allerdings, wie polyphon lische Sprache entwickelt, und ich spiele in pressionistischer Klangverliebtheit sowie in
nehmen. Jetzt habe ich mir die Zeit genom- Monk seine Harmoniefolgen gedacht hat; all meinen Konzertprogrammen mindestens der offenen Tonalität ein paar Passagen, die
men – und wenn ich es spiele, ist es Balsam der „Zeitenwanderer“ schaut nochmal kurz ein Stück von ihm.“ Roman Viazovskiy ist sich durchaus „jazzy“ nennen dürfen. Und
für meine Seele.“ Der gebürtige Tunesier bei Weiss vorbei und schließt so einen klei- der ideale Uraufführungsinterpret von Vas- was die spieltechnischen Möglichkeiten der
Roland Dyens (*1955) lebt seit früher nen Kreis. silievs Gitarrenkompositionen. Konstantin modernen Gitarre angeht, selbstredend auf
Kindheit in Paris, war Schüler von Alberto Vassiliev studierte an der Hochschule von der Höhe der Zeit.
Ponce und ist seit langem begehrter Lehrer Novosibirsk Gitarre bei Arkadii Burkhanov Nicolai Kobus
zählt zu den All-Time-Standards des Jazz- und gefeierter Konzertvirtuose. Einen nicht Man könnte es schon fast eine Tradition nen- und Komposition bei Sergei Tossin, bevor er
Repertoires. Unzählige Einspielungen, un- unwesentlichen Teil seines Rufs verdankt nen: Jedes Album von Roman Viazovskiy 1995 nach Deutschland zog und seine Stu-
zählige Interpretationen, von daher einem er den Einrichtungen bekannter Klassiker, wartet mit mindestens einer Ersteinspielung dien in Münster bei Reinbert Evers und Ge-
Stück des gängigen Klassik-Repertoires gern aus dem Jazz, für das 6-Saiten-Biotop einer Komposition des gebürtigen Sibiriers org Haidu fortsetzte. Er komponiert haupt-
nicht unähnlich. Auch Gitarristen, vor- der Konzertgitarre. Monks Original wird in Konstantin Vassiliev (*1970) auf. Beide sächlich Kammermusik für verschiedenste
nehmlich allerdings aus dem Jazz-Millieu, Dyens‘ Bearbeitung gewissermaßen dome- sind nicht nur musikalisch, sondern auch Besetzungen, ist in seiner Arbeit aber immer
haben sich immer wieder an diesem einzig- stiziert, das Sperrige und auch Subversive freundschaftlich verbunden: „Als ich nach wieder auf sein Hauptinstrument, die Gi-
artigen Material versucht. Als Referenzauf- des frühen Bebop Monkscher Prägung wird Deutschland kam, half mir Konstantin auf tarre, fokussiert. – Zeitenwanderer ist nicht
nahme kann bis heute die Einspielung von zurückgedrängt durch die Brillanz einer die Beine“, sagt Roman Viazovskiy. „Als nur das titelgebende Stück, sondern auch
Wes Montgomery aus dem Jahr 1965 gel- spieltechnisch ausgefuchsten Neuinterpre- Studenten haben wir gemeinsam musiziert, eine Art Resümee des gesamten Albums.
ten. „Das Arrangement, das ich hier spiele“, tation, die zwar mit einigen Blue-Notes in um Geld zu verdienen. Überall, wo wir ge- Eine vermeintliche Petitesse, eine kleine
sagt Roman Viazovskiy, „wurde von einem den schnellen Läufen und einem geschmei- spielt haben, waren seine Bearbeitungen von dreiminütige Phantasie, die in sich jedoch
Meister seines Fachs, von Roland Dyens, digen Swing in den Walking-Bass-Passagen Hits für zwei Gitarren der absolute Renner. einige Charakteristika des Vorangegangenen
gemacht. Ich habe es schon vor 15 Jahren aufwartet, letztlich das Ausgangsmaterial Schon damals hatte ich das Gefühl, dass er vereint. Die transparente Stimmführung
von ihm gehört. Meine Finger brannten aber doch in musikalisch reglementiertere als Komponist sehr interessant sein würde. des Barock, das klassische Understatement
vor Lust, es auch zu spielen, aber ich hatte Sphären transferiert. Sehr klar zutage tritt Konstantin hat eine ganz eigene musika- in der formalen Anlage bei gleichzeitig im-
nie die Zeit, es in mein Repertoire aufzu- in dieser Fassung allerdings, wie polyphon lische Sprache entwickelt, und ich spiele in pressionistischer Klangverliebtheit sowie in
nehmen. Jetzt habe ich mir die Zeit genom- Monk seine Harmoniefolgen gedacht hat; all meinen Konzertprogrammen mindestens der offenen Tonalität ein paar Passagen, die
men – und wenn ich es spiele, ist es Balsam der „Zeitenwanderer“ schaut nochmal kurz ein Stück von ihm.“ Roman Viazovskiy ist sich durchaus „jazzy“ nennen dürfen. Und
für meine Seele.“ Der gebürtige Tunesier bei Weiss vorbei und schließt so einen klei- der ideale Uraufführungsinterpret von Vas- was die spieltechnischen Möglichkeiten der
Roland Dyens (*1955) lebt seit früher nen Kreis. silievs Gitarrenkompositionen. Konstantin modernen Gitarre angeht, selbstredend auf
Kindheit in Paris, war Schüler von Alberto Vassiliev studierte an der Hochschule von der Höhe der Zeit.
Ponce und ist seit langem begehrter Lehrer Novosibirsk Gitarre bei Arkadii Burkhanov Nicolai Kobus
R O M A N V I A Z O V S K I Y was born in Do- He made his début in the Tchaikovsky Con- “And now I should like to take you with me
netsk in the Ukraine in 1974. From 1988 to cert Hall in Moscow’s Philharmonic Hall in on a journey in which time no longer has
1992 he studied with Victor Krivenko at his March 2007. any part to play. Pour yourself a glass of wine,
local College of Music, before continuing his sit back and forget the world…”
studies with Valery Ivko (guitar) and Ludmila Roman Viazovskiy has received many inter-
Popova (conducting) at the city’s Sergey Pro- national awards and he is fellow of the GWK,
kofiev Conservatory. On graduating, he mo- Münster/Westfalia. He has taken part in
ved to Germany to perfect his technique with numerous radio and television broadcasts in
Reinbert Evers on the Münster campus of the the Ukraine, Germany, Spain, Italy, Croatia,
Detmold Academy of Music. He completed Hungary and Japan. His début CD Fatum
his studies with Tadashi Sasaki at the Aachen appeared in 2001, while his second album
campus of the Cologne Academy of Music. Sonatas was released by CC ClassicClips
(CLCL 102) in 2006.
Concert engagements have taken Roman Vi-
azovskiy all over Europe and as far afield as In recent years Karl-Heinz Römmich has
the Middle East, the U.S.A., China, Thailand made several guitars for Roman Viazovskiy,
and Japan. He appears regularly at all the lea- his work inspired by a clear eye to the
ding guitar festivals. Among the international performer’s interpretative needs and by their
venues where he has performed as a soloist shared experiences. Two of these instruments
are the Ukrainian National Philharmonic are used in the present recording. Both are
Hall in Kiev, the Bunka kaikan Recital Hall notable for the luxuriant fullness of their
in Tokyo, the Salle Claude-Champagne in sound, their percussive attack and the subtle
Montreal and the Concertgebouw in Bruges. transparency of their sonorities.
R O M A N V I A Z O V S K I Y was born in Do- He made his début in the Tchaikovsky Con- “And now I should like to take you with me
netsk in the Ukraine in 1974. From 1988 to cert Hall in Moscow’s Philharmonic Hall in on a journey in which time no longer has
1992 he studied with Victor Krivenko at his March 2007. any part to play. Pour yourself a glass of wine,
local College of Music, before continuing his sit back and forget the world…”
studies with Valery Ivko (guitar) and Ludmila Roman Viazovskiy has received many inter-
Popova (conducting) at the city’s Sergey Pro- national awards and he is fellow of the GWK,
kofiev Conservatory. On graduating, he mo- Münster/Westfalia. He has taken part in
ved to Germany to perfect his technique with numerous radio and television broadcasts in
Reinbert Evers on the Münster campus of the the Ukraine, Germany, Spain, Italy, Croatia,
Detmold Academy of Music. He completed Hungary and Japan. His début CD Fatum
his studies with Tadashi Sasaki at the Aachen appeared in 2001, while his second album
campus of the Cologne Academy of Music. Sonatas was released by CC ClassicClips
(CLCL 102) in 2006.
Concert engagements have taken Roman Vi-
azovskiy all over Europe and as far afield as In recent years Karl-Heinz Römmich has
the Middle East, the U.S.A., China, Thailand made several guitars for Roman Viazovskiy,
and Japan. He appears regularly at all the lea- his work inspired by a clear eye to the
ding guitar festivals. Among the international performer’s interpretative needs and by their
venues where he has performed as a soloist shared experiences. Two of these instruments
are the Ukrainian National Philharmonic are used in the present recording. Both are
Hall in Kiev, the Bunka kaikan Recital Hall notable for the luxuriant fullness of their
in Tokyo, the Salle Claude-Champagne in sound, their percussive attack and the subtle
Montreal and the Concertgebouw in Bruges. transparency of their sonorities.
Zeitenwanderer (Wanderer in Time) scene, in which the classical concert guitar for it. McGuire is the artistic director of the buted a certain “pauvreté” to both the in-
is Roman Viazovskiy’s third and most per- of Iberian extraction is still a relatively rare Allegro Guitar Series in Forth Worth and strument itself and to lutenists in general.
sonal album, a kind of up-to-the-minute re- visitor. No, Roman Viazovskiy, who until it was he who invited Roman Viazovskiy But many of Weiss’ contemporaries admi-
port on his own development as both man now has been regarded as a 20th-century to give his United States début in 2009. red him and felt that he stood apart from his
and artist, but also a sentient statement con- specialist, hopes that with his new release he Indeed, Zeitenwanderer has become an al- colleagues. In the Bach household, too, he
cerning his own quintessential instrument, can reveal his instrument in all its expressive bum for music lovers in general – not just was accorded the greatest respect, and there
the guitar, which is one of the most com- range, a range that has always been typical for connoisseurs of the instrument but also is even a rumour that a famous battle took
plex, delicate and versatile tools that can be of an instrument that Segovia once called for inquisitive novices. Even the opening place in Bach’s music room in the course
used in interpreting music. But the guitar is an “orchestra between two hands”. “I wan- number is programmatical in character. of which the two composers vied with one
also a problematical instrument in terms of ted to record a programme that would be of another in a demonstration of their ability
the way in which we perceive it: either it is interest not only to guitarists and to a nar- Silvius Leopold Weiss (1686 – 1750) to handle fugal procedures. Until his death
associated with displays of empty showman- rower specialist audience but also to music has more in common with Johann Seba- in 1750 Weiss is said to have written only
ship, implying an attempt to outshine all lovers who are hearing a concert guitar for stian Bach than the almost identical dates of for the lute, as if he needed no other in-
rivals and suggesting a cult of the virtuoso the first time,” Roman Viazovskiy explains his birth and death. He was born in Breslau strument. His Sonata V in G major is a
performer celebrated in the notorious bra- his choice of pieces. “It should be gripping, as the son of the Düsseldorf court lutenist multi-movement pre-Classical work that
vura pieces of the standard repertory, or else fresh, expressive and moving. And it should Johann Jakob Weiss, with whom he is be- resembles nothing so much as a French sui-
it elicits a tired smile at the impression of reveal the guitar in all its versatility.” He lieved to have studied. After visiting Italy te. Its formal language is Baroque through
an outmoded “Wandervogel”-bliss (“Wan- also expresses his gratitude to Christopher and serving in Hesse-Cassel he joined the and through, the pedal point in the Prélude
dervogel”: German-Austrian youth move- McGuire for inspiring him to tackle the Dresden Court Orchestra, of which he re- being only one aspect among many that re-
ment around 1900). I should stress that I present project following a conversation on mained a member until his death. This was calls the composer’s great Leipzig colleague.
am not referring here to the green pastures the subject of the future of the guitar, on the a period when the lute was held in relatively The work is also notable for its translucent
or sepia-toned landscapes of the worlds of instrument’s repertory and on the contem- low esteem, even a writer such as Johann textures and for the rich harmonies that are
folk music, rock or some other alternative porary composers who have written works Mattheson regarded it as inferior and attri- the result of the polyphonic part-writing.
Zeitenwanderer (Wanderer in Time) scene, in which the classical concert guitar for it. McGuire is the artistic director of the buted a certain “pauvreté” to both the in-
is Roman Viazovskiy’s third and most per- of Iberian extraction is still a relatively rare Allegro Guitar Series in Forth Worth and strument itself and to lutenists in general.
sonal album, a kind of up-to-the-minute re- visitor. No, Roman Viazovskiy, who until it was he who invited Roman Viazovskiy But many of Weiss’ contemporaries admi-
port on his own development as both man now has been regarded as a 20th-century to give his United States début in 2009. red him and felt that he stood apart from his
and artist, but also a sentient statement con- specialist, hopes that with his new release he Indeed, Zeitenwanderer has become an al- colleagues. In the Bach household, too, he
cerning his own quintessential instrument, can reveal his instrument in all its expressive bum for music lovers in general – not just was accorded the greatest respect, and there
the guitar, which is one of the most com- range, a range that has always been typical for connoisseurs of the instrument but also is even a rumour that a famous battle took
plex, delicate and versatile tools that can be of an instrument that Segovia once called for inquisitive novices. Even the opening place in Bach’s music room in the course
used in interpreting music. But the guitar is an “orchestra between two hands”. “I wan- number is programmatical in character. of which the two composers vied with one
also a problematical instrument in terms of ted to record a programme that would be of another in a demonstration of their ability
the way in which we perceive it: either it is interest not only to guitarists and to a nar- Silvius Leopold Weiss (1686 – 1750) to handle fugal procedures. Until his death
associated with displays of empty showman- rower specialist audience but also to music has more in common with Johann Seba- in 1750 Weiss is said to have written only
ship, implying an attempt to outshine all lovers who are hearing a concert guitar for stian Bach than the almost identical dates of for the lute, as if he needed no other in-
rivals and suggesting a cult of the virtuoso the first time,” Roman Viazovskiy explains his birth and death. He was born in Breslau strument. His Sonata V in G major is a
performer celebrated in the notorious bra- his choice of pieces. “It should be gripping, as the son of the Düsseldorf court lutenist multi-movement pre-Classical work that
vura pieces of the standard repertory, or else fresh, expressive and moving. And it should Johann Jakob Weiss, with whom he is be- resembles nothing so much as a French sui-
it elicits a tired smile at the impression of reveal the guitar in all its versatility.” He lieved to have studied. After visiting Italy te. Its formal language is Baroque through
an outmoded “Wandervogel”-bliss (“Wan- also expresses his gratitude to Christopher and serving in Hesse-Cassel he joined the and through, the pedal point in the Prélude
dervogel”: German-Austrian youth move- McGuire for inspiring him to tackle the Dresden Court Orchestra, of which he re- being only one aspect among many that re-
ment around 1900). I should stress that I present project following a conversation on mained a member until his death. This was calls the composer’s great Leipzig colleague.
am not referring here to the green pastures the subject of the future of the guitar, on the a period when the lute was held in relatively The work is also notable for its translucent
or sepia-toned landscapes of the worlds of instrument’s repertory and on the contem- low esteem, even a writer such as Johann textures and for the rich harmonies that are
folk music, rock or some other alternative porary composers who have written works Mattheson regarded it as inferior and attri- the result of the polyphonic part-writing.
But the melodic writing is already clearly compère,” the guitarist recalls. “Because the a busy concert schedule until 1863, when a Joaquín Turina (1882 – 1949) provides a
indebted to the galant style. Only a modern live recording of this concert was of such broken arm forced him to retire from the bridge to the 20th century. He was born in
concert guitar can do full justice to all the poor quality, I was able to make out only concert platform and to concentrate instead Seville and initially studied the piano with
multi-faceted aspects of this masterly suite, the composer’s name but not the title of the on teaching and composition. But he also José Tragó in Madrid, then spent eight years
which, of course, places correspondingly piece. I was captivated by Carlo’s playing took an increasing interest in instrument as a composition student of Vincent d’Indy
high demands on the guitarist’s interpre- and immediately fell in love with the work. making. Together with the Parisian guitar at the Schola Cantorum in Paris, graduating
tative gifts. Roman Viazovskiy performs But no one in the Ukraine could tell me maker René-François Lacôte, he develo- in 1913. Following his return to Madrid he
this work in his own transcription, which what it was called. Three years later I under- ped a seven-string guitar that extended the worked as a conductor and chorus master
is based on the original manuscript. The took my first concert tour of Germany and instrument’s range by adding a “floating” at the Teatro Real and elsewhere before
instrument is tuned accordingly. Only very met my future teacher, Reinbert Evers. It bass string. But for the most part he was being appointed to a chair in composition
recently have some of Weiss’ compositions was in his extensive library that I was finally obliged to earn his living by working as a at the Madrid Conservatory in 1931. Joa-
become more widely available in the form able to find a copy of the work for which I municipal administrator. The Introduction quín Turina is regarded as one of the leading
of printed editions. had been looking for so long: the Introduc- et Variations sur un motif de Rossini is a Spanish composers alongside Isaac Albéniz
tion et Variations sur un motif de Rossini. set of classical variations that subjects the and Manuel de Falla. For many years he
With Napoléon Coste (1805 – 1883) Because these wonderful variations are very theme to a sequence of elegant textbook was friendly with de Falla, with whom he
we leap forward to the Age of Roman- rarely performed I decided to include them variations. The delicate variation using har- shared the desire to give music a national,
ticism and at the same time look back to in my concert repertory.” In Coste’s case the monics is without doubt a dazzling jewel of specifically Spanish character. But whereas
the sixteen-year-old Roman Viazovskiy. In Age of Romanticism emerges as highly con- the repertory, but the other variations, too, de Falla conceived of this character as some-
1989 he stumbled upon a festival recording servative and even stolidly Classical. Coste are no less remarkable for their highly ef- thing artificially abstract, Turina related to
of the young Carlo Marchione that inspi- received his earliest guitar lessons from his fective glissandos and tricky trills. Right up Andalusian folk music. His principal instru-
red him to want to study all the pieces in mother. He moved to Paris in 1830 and to and including the wild scalar passages in ment was in fact the piano, but for a Spa-
Marchione’s programme. “Concerts in the continued to study the guitar and composi- the bass in the final variation, the composer nish composer not to write for the guitar
Ukraine have always been introduced by a tion, chiefly with Fernando Sor. He pursued places huge demands on his performer. was certainly tantamount to high treason.
But the melodic writing is already clearly compère,” the guitarist recalls. “Because the a busy concert schedule until 1863, when a Joaquín Turina (1882 – 1949) provides a
indebted to the galant style. Only a modern live recording of this concert was of such broken arm forced him to retire from the bridge to the 20th century. He was born in
concert guitar can do full justice to all the poor quality, I was able to make out only concert platform and to concentrate instead Seville and initially studied the piano with
multi-faceted aspects of this masterly suite, the composer’s name but not the title of the on teaching and composition. But he also José Tragó in Madrid, then spent eight years
which, of course, places correspondingly piece. I was captivated by Carlo’s playing took an increasing interest in instrument as a composition student of Vincent d’Indy
high demands on the guitarist’s interpre- and immediately fell in love with the work. making. Together with the Parisian guitar at the Schola Cantorum in Paris, graduating
tative gifts. Roman Viazovskiy performs But no one in the Ukraine could tell me maker René-François Lacôte, he develo- in 1913. Following his return to Madrid he
this work in his own transcription, which what it was called. Three years later I under- ped a seven-string guitar that extended the worked as a conductor and chorus master
is based on the original manuscript. The took my first concert tour of Germany and instrument’s range by adding a “floating” at the Teatro Real and elsewhere before
instrument is tuned accordingly. Only very met my future teacher, Reinbert Evers. It bass string. But for the most part he was being appointed to a chair in composition
recently have some of Weiss’ compositions was in his extensive library that I was finally obliged to earn his living by working as a at the Madrid Conservatory in 1931. Joa-
become more widely available in the form able to find a copy of the work for which I municipal administrator. The Introduction quín Turina is regarded as one of the leading
of printed editions. had been looking for so long: the Introduc- et Variations sur un motif de Rossini is a Spanish composers alongside Isaac Albéniz
tion et Variations sur un motif de Rossini. set of classical variations that subjects the and Manuel de Falla. For many years he
With Napoléon Coste (1805 – 1883) Because these wonderful variations are very theme to a sequence of elegant textbook was friendly with de Falla, with whom he
we leap forward to the Age of Roman- rarely performed I decided to include them variations. The delicate variation using har- shared the desire to give music a national,
ticism and at the same time look back to in my concert repertory.” In Coste’s case the monics is without doubt a dazzling jewel of specifically Spanish character. But whereas
the sixteen-year-old Roman Viazovskiy. In Age of Romanticism emerges as highly con- the repertory, but the other variations, too, de Falla conceived of this character as some-
1989 he stumbled upon a festival recording servative and even stolidly Classical. Coste are no less remarkable for their highly ef- thing artificially abstract, Turina related to
of the young Carlo Marchione that inspi- received his earliest guitar lessons from his fective glissandos and tricky trills. Right up Andalusian folk music. His principal instru-
red him to want to study all the pieces in mother. He moved to Paris in 1830 and to and including the wild scalar passages in ment was in fact the piano, but for a Spa-
Marchione’s programme. “Concerts in the continued to study the guitar and composi- the bass in the final variation, the composer nish composer not to write for the guitar
Ukraine have always been introduced by a tion, chiefly with Fernando Sor. He pursued places huge demands on his performer. was certainly tantamount to high treason.
Composed in 1930, Turina’s Sonata op. 61 The Brazilian composer Sérgio Assad was sult, the influence of national folk music is Thelonious Monk (1917 – 1982), the
was first performed in 1932. Like so many born in São Paulo in 1952 and is known self-evident for him. More recently his style great individualist and one of the most in-
other works that are now a part of the stan- chiefly as a concert virtuoso, performing in has been more influenced by Middle Eas- fluential musicians working in the field of
dard repertory, it was premièred by Andrés the Duo Assad with his brother Odair. Since tern music. For Roman Viazovskiy, Aqua- modern jazz, especially bebop, had moved
Segovia. Two highly virtuoso Allegro move- the 1980s they have enjoyed considerable relle of 1986 is “one of the most spectacular with his family from North Carolina to
ments frame a delicate Andante. The musi- international acclaim. But he has written for pieces in the modern guitar repertory – full New York in the early 1920s. Living on the
cal language of all three movements makes the guitar from the very outset of his career of contrasts and both sensitive and energe- western fringes of Harlem he found himself
clear the composer’s debt to his country’s and has completed over fifty compositions, a tic”. Harmonically speaking, the Brazilian already as a small child on the edge of the
folk music, for the writing is dominated by number of which are now a part of the main- element is most apparent in the virtuosic seething cauldron of modern jazz, in the
flamenco elements. Note the typical chordal stream guitar repertory. He and his brother third movement, a Preludio e Toccatino (a first circle of hell. The rest is history. Ex-
shifts, the breakneck arpeggios, the rolling studied the guitar with Segovia’s pupil Mo- “little” Toccata), but the rhythms in the treme highs alternating with generally drug-
rasgueado figures and above all the tremen- nina Tavora in Rio de Janeiro. Although he central and final sections of the Divertimen- induced collapses, demonization and ado-
dous range of colour that is so characteristic later studied composition with Esther Scliar, to are no less Brazilian with their samba-like ration, public appearances and recordings
of Andalusian melodies. But these elements the foundations of his musical education accents. In general, however, the sonorities, with the leading jazz performers of his age,
are embedded in textures that are artful- were in fact laid in the Brazilian choro – with their constantly shifting values, may and some of the most influential composi-
ly refined and, as such, far removed from choros are folk music ensembles that gene- best be described as late Impressionist. In tions of the 20th century which were brea-
the world of folk music. In recording this rally comprise a mandolin or flute as a solo particular the apparently simple Valseana, king with conventions obtained even in the
sonata, Roman Viazovskiy has returned to instrument and various guitars that provide with its rocking motion, both simultaneous world of jazz. Here we find chords piled up
the original version, a version that diverges the accompaniment. According to Sérgio and working in opposite directions, may on one another in ways that would probably
on a number of minor points from the first Assad’s own testimony, it was his father who justly appeal to Debussy as its source of in- have caused other composers to be locked
printed edition that enshrines Segovia’s per- provided him with his earliest understan- spiration, while the swiftly darting harmo- up. No less remarkable is the paradoxical
formance of the piece. ding of harmony and melody well before he nic writing owes much of its artful slyness use of polyrhythms as part of a performance
acquired his theoretical knowledge. As a re- to the music of Ravel. technique derived from stride and essential-
Composed in 1930, Turina’s Sonata op. 61 The Brazilian composer Sérgio Assad was sult, the influence of national folk music is Thelonious Monk (1917 – 1982), the
was first performed in 1932. Like so many born in São Paulo in 1952 and is known self-evident for him. More recently his style great individualist and one of the most in-
other works that are now a part of the stan- chiefly as a concert virtuoso, performing in has been more influenced by Middle Eas- fluential musicians working in the field of
dard repertory, it was premièred by Andrés the Duo Assad with his brother Odair. Since tern music. For Roman Viazovskiy, Aqua- modern jazz, especially bebop, had moved
Segovia. Two highly virtuoso Allegro move- the 1980s they have enjoyed considerable relle of 1986 is “one of the most spectacular with his family from North Carolina to
ments frame a delicate Andante. The musi- international acclaim. But he has written for pieces in the modern guitar repertory – full New York in the early 1920s. Living on the
cal language of all three movements makes the guitar from the very outset of his career of contrasts and both sensitive and energe- western fringes of Harlem he found himself
clear the composer’s debt to his country’s and has completed over fifty compositions, a tic”. Harmonically speaking, the Brazilian already as a small child on the edge of the
folk music, for the writing is dominated by number of which are now a part of the main- element is most apparent in the virtuosic seething cauldron of modern jazz, in the
flamenco elements. Note the typical chordal stream guitar repertory. He and his brother third movement, a Preludio e Toccatino (a first circle of hell. The rest is history. Ex-
shifts, the breakneck arpeggios, the rolling studied the guitar with Segovia’s pupil Mo- “little” Toccata), but the rhythms in the treme highs alternating with generally drug-
rasgueado figures and above all the tremen- nina Tavora in Rio de Janeiro. Although he central and final sections of the Divertimen- induced collapses, demonization and ado-
dous range of colour that is so characteristic later studied composition with Esther Scliar, to are no less Brazilian with their samba-like ration, public appearances and recordings
of Andalusian melodies. But these elements the foundations of his musical education accents. In general, however, the sonorities, with the leading jazz performers of his age,
are embedded in textures that are artful- were in fact laid in the Brazilian choro – with their constantly shifting values, may and some of the most influential composi-
ly refined and, as such, far removed from choros are folk music ensembles that gene- best be described as late Impressionist. In tions of the 20th century which were brea-
the world of folk music. In recording this rally comprise a mandolin or flute as a solo particular the apparently simple Valseana, king with conventions obtained even in the
sonata, Roman Viazovskiy has returned to instrument and various guitars that provide with its rocking motion, both simultaneous world of jazz. Here we find chords piled up
the original version, a version that diverges the accompaniment. According to Sérgio and working in opposite directions, may on one another in ways that would probably
on a number of minor points from the first Assad’s own testimony, it was his father who justly appeal to Debussy as its source of in- have caused other composers to be locked
printed edition that enshrines Segovia’s per- provided him with his earliest understan- spiration, while the swiftly darting harmo- up. No less remarkable is the paradoxical
formance of the piece. ding of harmony and melody well before he nic writing owes much of its artful slyness use of polyrhythms as part of a performance
acquired his theoretical knowledge. As a re- to the music of Ravel. technique derived from stride and essential-
ly based on solidly regular structures. Suffe- I never had time to take it into my reperto- Wanderer in Time looks in briefly on Weiss, his teachers included Arkadii Burkhanov for
ring from serious depression, Monk died in ry. Now I have found the time – and when- thereby bringing his journey full circle. the guitar and Sergey Tossin for composi-
New Jersey in 1982. The E flat minor caden- ever I play it, it is balm to my soul.” Roland tion. He moved to Germany in 1995 and
za following the intro to Round Midnight Dyens was born in Tunisia in 1955 but has It is now something of a tradition for each continued his studies with Reinbert Evers
(1940) soon became one of the acoustic lived in Paris since his early childhood. He new release by Roman Viazovskiy to include and Georg Haidu in Münster. He writes
icons of modern jazz. The chromatically de- studied with Alberto Ponce and has long at least one world-première recording of a mostly chamber music for the most dispa-
scending bass line from which the narrative been a much sought-after teacher and an ac- work by the Siberian composer Konstantin rate forces, but time and again he focuses
melodic voice emerges in giant steps from claimed concert virtuoso. He owes much of Vassiliev (*1970). The two men are close on his principal instrument, the guitar. Zei-
the very depths is one of the all-time greats his fame to his arrangements of well-known not only as musicians but also as friends: tenwanderer (Wanderer in Time) is not only
of the jazz repertory. Countless recordings classics, generally jazz standards, for the six- “When I moved to Germany, Konstantin the title of the present album as a whole, it
and countless interpretations have turned string concert guitar. Monk’s original is to a helped me to get started,” says Roman Via- is also a kind of summation of it. Although
it into something not unlike a piece from certain extent domesticated in Dyens’ arran- zovskiy. “We performed together as students it seems a slight piece, taking the form of a
the established classical repertory. Guitarists, gement, which underplays the wayward and in order to earn some money. Wherever we three-minute fantasy, it combines a number
too, especially those from the world of jazz, subversive element in Monk’s early bebop played, it was always his two-guitar arrange- of characteristics from the preceding works,
have repeatedly turned their hand to this style in favour of a brilliant and technically ments of hits that were a runaway success. including the translucent part-writing of the
altogether unique material. The recording adept reinterpretation that adds a few blue Even at that date I had the feeling that as Baroque. Note also the Classical understate-
made by Wes Montgomery in 1965 may notes to the rapid passage-work and pro- a composer he would be a very interesting ment of its formal design, its fondness for
still be regarded as definitive. “The arrange- vides the walking bass with a supple swing figure. He has developed his own musical Impressionist sonorities and the open-ended
ment that I have recorded here”, says Ro- but which ultimately transposes the original language, and I play at least one of his works tonality of a number of passages that recall
man Viazovskiy, “was prepared by a master material to a world that is musically more at each of my concerts.” Roman Viazovskiy the world of jazz. In terms of the technical
in his field, Roland Dyens. I heard him play highly regimented. And yet this version is ideally placed to première Vassiliev’s guitar possibilities open to the modern guitar, it is,
it fifteen years ago. My fingers were almost also allows us to appreciate the polyphonic works. Konstantin Vassiliev studied at the of course, very much abreast of its times.
literally burning, so keen was I to play it, but complexity of Monk’s harmonic writing: the Academy of Music in Novosibirsk, where Nicolai Kobus
ly based on solidly regular structures. Suffe- I never had time to take it into my reperto- Wanderer in Time looks in briefly on Weiss, his teachers included Arkadii Burkhanov for
ring from serious depression, Monk died in ry. Now I have found the time – and when- thereby bringing his journey full circle. the guitar and Sergey Tossin for composi-
New Jersey in 1982. The E flat minor caden- ever I play it, it is balm to my soul.” Roland tion. He moved to Germany in 1995 and
za following the intro to Round Midnight Dyens was born in Tunisia in 1955 but has It is now something of a tradition for each continued his studies with Reinbert Evers
(1940) soon became one of the acoustic lived in Paris since his early childhood. He new release by Roman Viazovskiy to include and Georg Haidu in Münster. He writes
icons of modern jazz. The chromatically de- studied with Alberto Ponce and has long at least one world-première recording of a mostly chamber music for the most dispa-
scending bass line from which the narrative been a much sought-after teacher and an ac- work by the Siberian composer Konstantin rate forces, but time and again he focuses
melodic voice emerges in giant steps from claimed concert virtuoso. He owes much of Vassiliev (*1970). The two men are close on his principal instrument, the guitar. Zei-
the very depths is one of the all-time greats his fame to his arrangements of well-known not only as musicians but also as friends: tenwanderer (Wanderer in Time) is not only
of the jazz repertory. Countless recordings classics, generally jazz standards, for the six- “When I moved to Germany, Konstantin the title of the present album as a whole, it
and countless interpretations have turned string concert guitar. Monk’s original is to a helped me to get started,” says Roman Via- is also a kind of summation of it. Although
it into something not unlike a piece from certain extent domesticated in Dyens’ arran- zovskiy. “We performed together as students it seems a slight piece, taking the form of a
the established classical repertory. Guitarists, gement, which underplays the wayward and in order to earn some money. Wherever we three-minute fantasy, it combines a number
too, especially those from the world of jazz, subversive element in Monk’s early bebop played, it was always his two-guitar arrange- of characteristics from the preceding works,
have repeatedly turned their hand to this style in favour of a brilliant and technically ments of hits that were a runaway success. including the translucent part-writing of the
altogether unique material. The recording adept reinterpretation that adds a few blue Even at that date I had the feeling that as Baroque. Note also the Classical understate-
made by Wes Montgomery in 1965 may notes to the rapid passage-work and pro- a composer he would be a very interesting ment of its formal design, its fondness for
still be regarded as definitive. “The arrange- vides the walking bass with a supple swing figure. He has developed his own musical Impressionist sonorities and the open-ended
ment that I have recorded here”, says Ro- but which ultimately transposes the original language, and I play at least one of his works tonality of a number of passages that recall
man Viazovskiy, “was prepared by a master material to a world that is musically more at each of my concerts.” Roman Viazovskiy the world of jazz. In terms of the technical
in his field, Roland Dyens. I heard him play highly regimented. And yet this version is ideally placed to première Vassiliev’s guitar possibilities open to the modern guitar, it is,
it fifteen years ago. My fingers were almost also allows us to appreciate the polyphonic works. Konstantin Vassiliev studied at the of course, very much abreast of its times.
literally burning, so keen was I to play it, but complexity of Monk’s harmonic writing: the Academy of Music in Novosibirsk, where Nicolai Kobus
P +© 2011 GWK

www.gwk-online.de
Recorded: March 2011 Fürstenbergstraße 14 · D – 48147 Münster
Fattoria Musica, Osnabrück
Editorial: Nicolai Kobus
Recording, Editing, Mastering Translation: Stewart Spencer
Karsten Rentz Editing: Susanne Schulte
Photos: GWK
Artwork: Rainer Schultz, Cologne

Guitars
Karl-Heinz Römmich
„Exquisit“ 2009, „Exquisit“ 2010

Strings CLASSICclips
D’Addario EJ44C /Titanium T2 www.classic-clips.de

CC ClassicClips ist ein Label der GWK.


m CC ClassicClips is a GWK-Label.