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Baustatik 3 (Modul 3130)

Veranstaltungen WS 2018/2019

Vorlesung Mo. 08:15 – 09:45 Uhr, R 1.116, Beginn: 8.10.2018

Hörsaalübung Mo. 10:00 – 11:30 Uhr, R 1.116, Beginn: 8.10.2018

Ansprechpartner Prof. Dr.-Ing. Andreas Falk

Sprechstunde: Mittwoch, 10:00 – 11:00 Uhr, R.1.110


Tel.: 05231 / 769 6049
email: andreas.falk@hs-owl.de
Internet: http://www.hs-owl.de/fb3/labore/tm0.html
Baustatik 3
Prof. Dr.- Ing. Andreas Falk

Literaturangaben
[1] Ahlert, H.: FEM – Finite-Elemente-Methode im konstruktiven XBN 137
Ingenieurbau. 3. Auflage, 2002. Werner-Verlag.

[2] Barth, C.; Rustler, W.: Finite Elemente in der Baustatik-Praxis – Mit XBK 276
vielen Anwendungsbeispielen. 1. Auflage, 2010. Bauwerk Verlag.

[3] Bletzinger, K.-U. et. al.: Aufgabensammlung zur Baustatik. XBK 292
Übungsaufgaben zur Berechnung ebener Stabtragwerke. 1. Auflage,
2015, Hanser Fachbuchverlag.

[4] Dallmann, R.: Baustatik 2 - Berechnung statisch unbestimmter XBK 266


Tragwerke. 4. Auflage, 2015, Hanser Fachbuchverlag.

[5] Dallmann, R.: Baustatik 3 - Theorie II. Ordnung und computer- XBK 266
orientierte Methoden der Stabtragwerke. 2. Auflage 2015, Hanser
Fachbuchverlag.

[6] Dinkler, D.: Grundlagen der Baustatik - Modelle und XBK 278
Berechnungsmethoden für ebene Stabtragwerke. 4. Auflage 2016.
Springer Vieweg.

[7] Friedrich, M.: Das Kraft- und Weggrößenverfahren in Beispielen.


1. Auflage, 2013, Springer Vieweg.
[8] Hake, E.; Meskouris, K.: Statik der Flächentragwerke - Einführung XBK 206
mit vielen durchgerechneten Beispielen. 2. Auflage 2007, Springer-
Verlag.

[9] Hirschfeld, K.: Baustatik - Theorie und Beispiele. 4. Auflage 1998, XBK 186
Springer-Verlag.

[10] Homberg, H.; Ropers, W.: Fahrbahnplatten mit veränderlicher XDO 106
Dicke, Band 1 und 2, Springer-Verlag 1965 und 1968.

[11] Kirsch, W.: Statik im Bauwesen, Bd. 3, Statisch unbestimmte XBK 128
Systeme. 14. Auflage 2012, Beuth-Verlag.

[12] Knothe, K., Wessels, H.: Finite Elemente, 5. Auflage 2017, Springer- WCG137
Verlag.

[13] Krätzig, W.; Harte, R.; Meskouris, K.; Wittek, U..: Tragwerke 1 – XBN 174
Theorie und Berechnungsmethoden statisch bestimmter Tragwerke.
5. Auflage 2010, Springer-Verlag.

[14] Krätzig, W.: Tragwerke 2 - Theorie und Berechnungsmethoden XBN 174


statisch unbestimmter Tragwerke. 4. Auflage 2004, Springer-Verlag

[15] Krätzig, W.; Basar, Y.: Tragwerke 3 - Theorie und Anwendung der XBN 174
Methode der Finiten Elemente. 1. Auflage, 1997, Springer-Verlag.

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[16] Krüger, U.: Stahlbau, Teil 2 - Stabilitätslehre, Stahlhochbau und XCG 168
Industriebau. 3. Auflage 2004, Verlag Ernst & Sohn.

[17] Link; M.: Finite Elemente in der Statik und Dynamik. 4. Auflage, XBK 104
2014. Teubner-Verlag.

[18] Meskouris, K.; Hake, E.: Statik der Stabtragwerke - Einführung in die XBK 204
Tragwerkslehre. 2. Auflage 2009, Springer-Verlag.

[19] Nasdala, L.: FEM-Formelsammlung Statik und Dynamik – WCG 192


Hintergrundinformationen, Tipps und Tricks. 2. Auflage 2012,
Springer Vieweg.

[20] Petersen, C.: Statik und Stabilität der Baukonstruktionen. 3. Auflage XBK 129
2002, Vieweg Teubner.

[21] Pucher, A.: Einflussfelder elastischer Platten. 5. Auflage 1977. XCF 263
Springer-Verlag.

[22] Steinke, A.: Finite-Element-Methode: Rechnergestützte Einführung. WCG 180


4. Auflage 2012. Springer Vieweg.

[23] Werkle, H.: Finite Elemente in der Baustatik - Statik und Dynamik XBK 198
der Stab- und Flächentragwerke. 3. Aufl. 2008, Vieweg Teubner.

Internet-Hinweise

Literatur

www.hs-owl.de/skim
www.amazon.de
Bauwerke
www.structurae.de
www.brueckenweb.de
www.brueckenbau-links.de
Hochschulen
www.hs-owl.de/fb3
www.ki-smile.de
www.goettsche-web.de
http://www.ibnm.uni-hannover.de/Lehre/index.html.de
http://www.isd.uni-hannover.de/lehre.html
http://www.fembau.de

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Inhalt

1 EINFÜHRUNG IN DIE THEORIE 2. ORDNUNG FÜR STABWERKE 10

1.1 Einführendes Beispiel 10

1.2 Mögliche Nichtlinearitäten 11


1.2.1 Gleichgewicht am verformten System 11
1.2.2 Genaue Verschiebungsfigur 13
1.2.3 Nichtlineare Verzerrungs-Verschiebungs-Beziehungen 13
1.2.4 Nicht-lineares Materialverhalten 13

1.3 Kurze Wiederholung zum Biegeknicken 14


1.3.1 Die vier Euler´schen Knickfälle 14
1.3.2 Ermittlung der Knicklängenbeiwerte mit Rahmenformeln 15
1.3.3 Schlankheit λ und Eulersche Knickspannung 19

1.4 Möglichkeiten zur Ermittlung der Schnittgrößen nach Th. 2. O. 21


1.4.1 Iterative Ermittlung des Zusatzmomentes mit dem Arbeitssatz 22
1.4.2 Herleitung einer Überschlagsformel mithilfe der Biegelinie 24
1.4.3 DGL für Elastizitätstheorie 2. Ordnung (exaktes Verfahren) 28
1.4.4 Eingespannte Stütze mit Hilfe der DGL 29

1.5 Beispiel: Rahmentragwerk 35


1.5.1 System, Belastung, Schnittkräfte nach Th. I. Ordnung 35
1.5.2 Ermittlung der Schnittkräfte nach Th. 2. Ordnung mit Hilfe des Arbeitssatzes 37
1.5.3 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse 39
1.5.4 Computerunterstützte Berechnung 42

1.6 Zusammenfassung 43

2 VERSCHIEBLICHKEITSUNTERSUCHUNGEN MIT HILFE DES POLPLANS 44

2.1 Regeln für die Polplanerstellung 44

2.2 Kinematik 45
2.2.1 Allgemeines 45
2.2.2 Beispiele zur Ermittlung kinematischer Größen 45

2.3 Zusammenfassung 53

3 EINFLUSSLINIEN 54

3.1 Allgemeines 54

3.2 Statisch bestimmte Stabwerke 55


3.2.1 Gleichgewichtsmethode 55
3.2.2 Kinematische Methode basierend auf dem PdvV 56
3.2.3 Vorgehen und Merkregeln 59
3.2.4 Zusammenfassung 60

3.3 Einflusslinien bei statisch unbestimmten Stabtragwerken 61

3.4 Lastannahmen für Straßenbrücken und Eisenbahnüberführungen 62


3.4.1 Verkehrslasten auf Straßenbrücken nach DIN EN 1991 – 2NA/2012-08 62
3.4.2 Entwicklung der Lastannahmen für Straßenbrücken 64
3.4.3 Lastbild UIC 71 für Eisenbahnbrücken 65

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3.5 Beispielaufgaben 66
3.5.1 Gelenkträger 66
3.5.2 Gelenkträger 2 71
3.5.3 Gelenkträger 3 72
3.5.4 Ermittlung der Einflusslinien mit Hilfe STAB2D 73
3.5.5 Dreifeldträger 74
3.5.6 Fünffeldträger 77

3.6 Zusammenfassung Einflusslinien 80

3.7 Einflussflächen bei Plattentragwerken 82

4 DREHWINKELVERFAHREN 83

4.1 Einführung 83
4.1.1 Steifigkeit – Systemsteifigkeit 83
4.1.2 Einführendes Beispiel 84
4.1.3 Idee und grundlegende Annahmen für das DWV 85
4.1.4 Statische und geometrische Unbestimmtheit 86
4.1.5 Bezeichnungen, Vorzeichendefinitionen für das DWV 88

4.2 Herleitung der Grundgleichungen für Stabendmomente 89


4.2.1 Ausgangssituation und Lösungsansatz 89
4.2.2 Stabendmomente infolge von Knotenverdrehungen und -verschiebungen 90
4.2.3 Stabendmomente infolge äußerer Lasten (Festeinspannmomente) 96
4.2.4 Endgültige Stabendmomente 100

4.3 Aufstellen der Systemgleichungen 100

4.4 Rechengang beim DWV 101

4.5 Einführende Beispiele 102


4.5.1 Beispiel 1 102
4.5.2 Beispiel 2 103
4.5.3 Beispiel 3 104
4.5.4 Beispiel 4 105

4.6 Vorgegebene Auflagerverdrehung und -verschiebungen 107


4.6.1 Allgemeines 107
4.6.2 Vorgegebene Auflagerverschiebung im einführenden Beispiel 108

4.7 Temperaturlastfälle 110


4.7.1 Gleichmäßige Temperaturveränderung T 110
4.7.2 Ungleichmäßige Temperaturänderung ∆T über den Querschnitt 110
4.7.3 Gleichmäßige Temperaturänderung T im einführenden Beispiel 111
4.7.4 Ungleichmäßige Temperaturänderung ∆T im einführenden Beispiel 113

4.8 Weitere Beispiele 115


4.8.1 Beispiel mit Federn 115
4.8.2 Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten 119
4.8.3 Klausuraufgabe 1 124
4.8.4 Klausuraufgabe 2 125
4.8.5 Klausuraufgabe 3 128
4.8.6 Klausuraufgabe 4 129
4.8.7 Durchlaufträger 133

4.9 Vergleich KGV – WGV 136

5 GRUNDLAGEN MATRIZENRECHNUNG 137

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5.1 Motivation aus dem Kraftgrößenverfahren 137

5.2 Vektoren und Matrizen 137


5.2.1 Einführung 137
5.2.2 Rechenregeln für Matrizen 139
5.2.3 Übungsaufgaben 140

6 FINITE-ELEMENT-METHODEN (FEM) 141

6.1 Einführung 141


6.1.1 Geschichtliche Entwicklung 141
6.1.2 Grundsätzliche Zusammenhänge 144
6.1.3 Kontinuierliches Problem – Diskretes Problem 145
6.1.4 Grundlagen der Modellierung 146
6.1.5 Wichtige Begriffe 147
6.1.6 Die FEM als Näherungsverfahren (für Flächentragwerke) 148
6.1.7 Arten von Finiten Elementen 149

6.2 Fachwerkelement 151


6.2.1 Grundgleichungen 151
6.2.2 Modellbildung mit Feder 152
6.2.3 Beziehung zwischen Verschiebung und Kraft 153
6.2.4 Transformationen 154
6.2.5 Die Elementsteifigkeitsmatrix 156
6.2.6 Zusammenbau zur Gesamtsteifigkeitsmatrix 157
6.2.7 Lösung des Gleichungssystems 161
6.2.8 Rückrechnung 162

6.3 Ablauf einer FE-Berechnung 167

6.4 Weitere Beispiele 168


6.4.1 Beispiel 1 168
6.4.2 Beispiel 2 176

6.5 Balkenelement 184


6.5.1 Zusammenhang zwischen Verschiebungsgrößen und Kraftgrößen 184
6.5.2 Die Elementsteifigkeitsmatrix 185
6.5.3 Transformationen 186
6.5.4 Elementsteifigkeitsmatrix in globalen Koordinaten 188
6.5.5 Zusammenbau 188
6.5.6 Berücksichtigung von Elementlasten (Festeinspannmomente) 189
6.5.7 Beispiel: 2-Feld-Träger 189

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Abbildungsverzeichnis

Bild 1-1: Einführendes Beispiel zur Theorie 2. Ordnung 11


Bild 1-2: Rahmen nach Theorie 2. Ordnung 12
Bild 1-3: Theorie kleiner und großer Verformungen 13
Bild 1-4: Nichtlineare Werkstoffgesetze 13
Bild 1-5: Die vier Eulerfälle 14
Bild 1-6: Knicklängenbeiwerte für Gelenkrahmen nach DIN 4114 15
Bild 1-7: Knicklängenbeiwerte für eingespannte Rahmen nach DIN 4114 16
Bild 1-8: Knicklängenbeiwert für elastisch eingespannte Stütze mit angehängten Pendelstützen 17
Bild 1-9: Knicklängenbeiwert für einhüftige Rahmen 17
Bild 1-10: Knicklängenbeiwert für Zweigelenkrahmen mit angehängten Pendelstützen 18
Bild 1-11: Knicklängenbeiwert für eingespannte Rahmen mit angehängten Pendelstützen 18
Bild 1-12: Eulerhyperbel 19
Bild 1-13: Knickspannungskurven nach DIN EN 1993 (EC 3) 20
Bild 1-14: Einführendes Beispiel zur Th. 2. Ordnung – Eingespannte Stütze 22
Bild 1-15: Iterative Ermittlung der Zusatzverformungen mit dem Arbeitssatz 22
Bild 1-16: Schnittkraftdefinitionen bei Theorie 2. Ordnung 28
Bild 1-17: Eingespannte Stütze nach Th. 2. Ordnung (DGL) 29
Bild 1-18: Eingespannte Stütze nach Th. 2. Ordnung (DGL) 33
Bild 1-19: Rahmenbeispiel für Th. 2. Ordnung, [16] 35
Bild 1-20: Biegemomentenlinie nach Th. 1. O. 36
Bild 1-21: Momente und Verformungen nach Th. 1. Ordnung 37
Bild 1-22: Zusatzmomente für Theorie 2. Ordnung 38
Bild 1-23: Biegemomente und Verformung nach Th. 1. O. mit STAB2D 39
Bild 1-24: Biegemomente und Verformung nach Th. 2. O. mit STAB2D 39
Bild 1-25: Abtriebskraft 40
Bild 1-26: Verformungen nach Th. 2. O. mit STAB2D 40
Bild 1-27: Ergebnisse der Knickuntersuchung mit STAB2D 41
Bild 1-28: Rahmen mit EDV 42
Bild 1-29: Verzweigungsproblem - Spannungsproblem 43
Bild 2-1: Beispiel 1: Polplan und Verschiebungsfigur 46
Bild 2-2: Beispiel 2: Polplan und Verschiebungsfigur 47
Bild 2-3: Beispiel 2: Kinematik 48
Bild 2-4: Beispiel 3 49
Bild 2-5: Beispiel 4 49
Bild 2-6: Beispiel 5 50
Bild 2-7: Beispiel 6 50
Bild 2-8: Beispiel 7 51
Bild 2-9: Beispiel 8 51
Bild 2-10: Beispiel 9 52
Bild 2-11: Konstruktion des Mechanismus mit dem Polplan 53
Bild 3-1: Wanderlast 54
Bild 3-2: Einflusslinien für Auflagerkräfte, Querkraft und Biegemoment 55
Bild 3-3: Beispiele zum Prinzip der virtuellen Verrückungen 56
Bild 3-4: System und Lastbild für Einflusslinie 57
Bild 3-5: Kinematiken zu Einflusslinien an statisch bestimmten Systemen 57
Bild 3-6: Einflusslinien für Auflagerkräfte, Querkraft und Biegemoment 60
Bild 3-7: Einflusslinien für Auflagerkräfte und Biegemoment beim Zweifeldträger 61
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Bild 3-8: Verkehrslasten auf Brücken nach DIN EN 1991 – 2 (Lastmodell LMM) 62
Bild 3-9: Verkehrslasten auf Brücken nach DIN EN 1991 -2/NA für Fahrstreifen 1 63
Bild 3-10: Lastverteilung in Querrichtung bei Straßenbrücken (LMM) 63
Bild 3-11: Verkehrslasten auf Eisenbahnbrücken nach DIN-Fachbericht 101 65
Bild 3-12: Trägerrostmodell 65
Bild 3-13: Gelenkträger- System und Lastbild 66
Bild 3-14: Gelenkträger- Momentenlinie mit Stab2D 67
Bild 3-15: Gelenkträger 2 - System und Lastbild 71
Bild 3-16: Gelenkträger 3 - System und Lastbild 72
Bild 3-17: Einflusslinien Zweifeldträger mit STAB2D 73
Bild 3-18: Einflusslinien Dreifeldträger mit STAB2D 76
Bild 3-19: Einflusslinien Fünffeldträger mit STAB2D 79
Bild 3-20: Einflussfläche für ein Plattentragwerk 82
Bild 4-1: System-Dehnsteifigkeit 83
Bild 4-2: System-Biegesteifigkeit 83
Bild 4-3: Eingespannter Rahmen 84
Bild 4-4: Eingespannter Rahmen – qualitative Biegelinie und Momentenlinie 84
Bild 4-5: Skizze zum Drehwinkelverfahren 85
Bild 4-6: Beispiele zur geometrischen Unbestimmtheit 87
Bild 4-7: Vorzeichendefinition für Biegemomente beim DWV 88
Bild 4-8: Geometrische Größen beim DWV 88
Bild 4-9: Zum DWV 89
Bild 4-10: Einheitsverformungszustände am beidseitig eingespannten Stab und Stabendmomente
95
Bild 4-11: Vorzeichen der Festeinspannmomente bei Stützensenkung 97
Bild 4-12: Beispiel 1 zum DWV 102
Bild 4-13: Beispiel 1 zum DWV – Ergebnisse Stab2D 102
Bild 4-14: Beispiel 2 zum DWV 103
Bild 4-15: Beispiel 3 zum DWV 104
Bild 4-16: Beispiel 4 zum DWV 105
Bild 4-17: Ergebnisse zum einführenden Beispiel 106
Bild 4-18: Festeinspannmomente für Auflagerbewegungen 107
Bild 4-19: Rahmenbeispiel mit Knotenverformung 108
Bild 4-20: Ergebnisse zum Rahmen mit Knotenverformung 109
Bild 4-21: Temperaturlastfälle 110
Bild 4-22: Rahmenbeispiel mit Temperatur Ts 111
Bild 4-23: Ergebnisse zum Rahmen mit Temperatur Ts 112
Bild 4-24: Rahmenbeispiel mit Temperaturgradient 113
Bild 4-25: Ergebnisse zum Rahmen mit Temperaturgradient 114
Bild 4-26: Beispiel mit Federn 115
Bild 4-27: Federbeispiel - Kinematik 116
Bild 4-28: Kinematik und virtuelle Arbeit 117
Bild 4-29: Ergebnisse zum Beispiel mit Federn 118
Bild 4-30: Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten 119
Bild 4-31: Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten: Momentenlinie und Verformungen 123
Bild 4-32: Klausuraufgabe 1: System, Belastung, Momentenlinie 124
Bild 4-33: Klausuraufgabe 2: System und Belastung 125
Bild 4-34: Klausuraufgabe 2: Momentenlinie und Verformungen 127
Bild 4-35: Klausuraufgabe 3: System und Belastung 128

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Bild 4-36: Klausuraufgabe 4: System und Belastung 129


Bild 4-37: Klausuraufgabe 4: Momentenlinie und Verformungen 132
Bild 4-38: Durchlaufträger: System und Belastung 133
Bild 4-39: Durchlaufträger: Biegemomente und Verformungen 135
Bild 6-1: Die Finite-Element-Welt 146
Bild 6-2: Die Finite-Element-Methode als Näherungsverfahren 148
Bild 6-3: Finite Stab- und Flächenelemente 149
Bild 6-4: Finite Faltwerk-, Schalen- und 3D-Elemente 150
Bild 6-5: Verformungen am Fachwerkstab 153
Bild 6-6: Verformungen am schrägen Fachwerkstab - Transformation 154
Bild 6-7: Kräfte am Fachwerkstab - Transformation 155
Bild 6-8: Einführendes Beispiel 157
Bild 6-9: Schema der Gesamt-Steifigkeitsmatrix 158
Bild 6-10: Ergebnisse des einführenden Beispiels 165
Bild 6-11: Ablauf einer FE-Berechnung 167
Bild 6-12: Beispiel 1 168
Bild 6-13: Beispiel 2 176
Bild 6-14: Verformungen und Freiheitsgrade am Balkenelement 184
Bild 6-15: Freiheitsgrade am Balkenelement 184
Bild 6-16: Transformation der Verformungen am Balkenelement 186
Bild 6-17: Lokale und globale Verformungen am Balkenelement 186
Bild 6-18: Transformation der Kraftgrößen am Balkenelement 187
Bild 6-19: Lokale und globale Kraftgrößen am Balkenelement 187
Bild 6-20: Einführendes Beispiel zum Balkenelement 189
Bild 6-21: Aufbau des Lastvektors Element 1 190
Bild 6-22: Aufbau des Lastvektors Element 2 191

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1 Einführung in die Theorie 2. Ordnung für Stabwerke


1.1 Einführendes Beispiel
Querschnitt im Schnitt A-A
V =50 kN

H = 5 kN
d = 20 mm

120°

300 mm

15 m

A
A

2m

Gesucht:
a) LF 1: fH(H)
b) LF 2: fH(V)
|𝑆𝑆|∙𝑙𝑙 2
c) Stabkennzahl (für LFK 1: LF 1 + 2) 𝜀𝜀 = �
𝐸𝐸∙𝐼𝐼

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1.2 Mögliche Nichtlinearitäten


Mögliche Nicht-Linearitäten
 Gleichgewicht am verformten System
 Genaue Verschiebungsgeometrie (bei großen Verformungen)
 Nicht-lineare Verzerrungsverschiebungsbeziehungen (bei großen Verformungen,
Verdrehungen)
 Nicht-lineares Materialverhalten
1.2.1 Gleichgewicht am verformten System

Beispiel: Brückenpfeiler
V
wo

Bild 1-1: Einführendes Beispiel zur Theorie 2. Ordnung

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Beispiel: Hallenrahmen

wo

BH
AH

A
B

Bild 1-2: Rahmen nach Theorie 2. Ordnung

Die Anwendung von Theorie 2. Ordnung, kann entfallen, wenn


∆M0 = N ⋅ w0 ≤ 0,1 M0
Im Stahlbau kann gem DIN EN 1993-1-1 ein Nachweis nach Theorie 2. Ordnung
entfallen, wenn eine der nachfolgenden Bedingungen eingehalten ist.

Fcr
• α cr = ≥ 10 ⇔ N d ≤ 0,1 N Cr ; Ncr : Ideale Systemknicklast
Fd

N cr = ≈
A
• λ ≤ 0,3 ⋅ f y ,d ⋅ , bezogener Schlankheitsgrad des Systems
N
L cr
• β ⋅ ε s ≤ 1; β= (Knicklängenbeiwert )
L

S s l s2
εs = ± (Stabkennzahl)
EI

Die Knicklänge ist vorher zu schätzen (s. Eulerfälle, Überschlagsformeln Stahlbau).

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1.2.2 Genaue Verschiebungsfigur


Bei großen Verschiebungen und großen Rotationen:

Theorie kleiner Verformungen Theorie großer Verformungen


Tangente; sin ϕ ≈ tan ϕ ≈ ϕ Kreisbogen !

Bild 1-3: Theorie kleiner und großer Verformungen

1.2.3 Nichtlineare Verzerrungs-Verschiebungs-Beziehungen


Genaue Beziehungen linearisierte Beziehungen
bei kleinen Verformungen

ε= (1 + u′) 2
+ w′2 − 1 ε ≈ u′
 w′  N = EA ε w′
ϕ = arctan   ϕ≈ ≈ w′
 1 + u′  M = -EΙ ϕ′ 1 + u′
w′′ ⋅ (1 + u ′) − u ′′ ⋅ w′ w′′
ϕ′ = ϕ′ ≈ ≈ w′′
(1 + u ′) 2 + w′2 1 + 2u ′

1.2.4 Nicht-lineares Materialverhalten


linear elastisch
σ nichtlinear σ σ
elastisch ideal plastisch

nichtlinear
linear elastoplastisch
elastisch

ε ε ε

Bild 1-4: Nichtlineare Werkstoffgesetze

Weitere Materialeigenschaften bei Kriech- und Relaxationsvorgängen


(zeitabhängig; z.B. Beton, Salz)
 viskoelastisch
 viskoplastisch

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1.3 Kurze Wiederholung zum Biegeknicken


1.3.1 Die vier Euler´schen Knickfälle

π 2 ⋅ EI
Allgemein gilt: N cr = "Euler´sche Knicklast"
L2cr
Leonhard Euler, Schweizer Mathematiker 1707 - 1783

mit Lcr =β ⋅ L: Knicklänge (sk)


β: Knicklängenbeiwert
und NKi, Ncr : ideelle kritische Last

Eulerfall 1 2 3 4
F
F F

WP
Lcr
L Lcr Lcr
WP WP
Lcr
WP: Wendepunkt

Lcr = 2 ⋅ L Lcr = L Lcr ≈ 0,7 ⋅ L Lcr = 0,5 ⋅ L

β =2 β =1 β = 0,6992 β = 0,5

π 2 ⋅ EI π 2 ⋅ EI 2 ⋅ π 2 ⋅ EI 4 ⋅ π 2 ⋅ EI
N cr = N cr = N cr ≈ N cr =
4 ⋅ L2 L2 L2 L2

Bild 1-5: Die vier Eulerfälle

Bei Rahmentragwerken wird β > 2 (s. folgenden Abschnitt und Bautabellen).

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1.3.2 Ermittlung der Knicklängenbeiwerte mit Rahmenformeln


Knicklängenbeiwerte mit Krüger Bd. 2, S. 41

Is ⋅b
Für alle Rahmen: c= ≤ 10
IR ⋅ h
Zweigelenkrahmen

N N1

ΙR

⋅ (1 + n ) ⋅ 4 + 1,4 ⋅ c + 0,02 ⋅ c 2
1
h
ΙS 0≤n=
N1
≤1 β=
N 2

Dreigelenkrahmen

ΙR
h
ΙS
β = 4 + 1,4 ⋅ c + 0,02 ⋅ c 2

b/2

N1
N

ΙR
h ΙS
N β = 1 + 0,96 ⋅ n ⋅ 4 + 1,4 ⋅ c + 0,02 ⋅ c 2
0≤n= 1 ≤2
N

b/2

Bild 1-6: Knicklängenbeiwerte für Gelenkrahmen nach DIN 4114

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Für alle Rahmen: Is ⋅b


c= ≤ 10
Eingespannte Rahmen IR ⋅ h

N N1

ΙR

⋅ (1 + n ) ⋅ 1 + 0,35 ⋅ c − 0,017 ⋅ c 2
1
h
ΙS 0≤n=
N1
≤1 β=
N 2

Dreigelenkrahmen

ΙR
h
ΙS β = 1 + 0,35 ⋅ c − 0,017 ⋅ c 2

b/2

N1
N

ΙR
h ΙS
N
0≤n= 1 ≤2
β = 1 + 0,86 ⋅ n ⋅ 1 + 0,35 ⋅ c − 0,017 ⋅ c 2
N

b/2

Bild 1-7: Knicklängenbeiwerte für eingespannte Rahmen nach DIN 4114

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Ermittlung der Knicklänge mit Holschemacher S. 2.53


𝑙𝑙 𝐹𝐹
𝜅𝜅 = 𝐹𝐹 ∙ ∑ 𝑙𝑙 𝑖𝑖 ; ohne Pendelstützen: κ=0
𝑖𝑖
Elastisch eingespannte Stütze mit angehängten Pendelstützen

F F1 Fi
Fn

ℓ EΙS ℓi

ℓR

5 + 4κ (1 + κ ) ⋅ EI S
β =π ⋅ +
12 cϕ ⋅ l

Bild 1-8: Knicklängenbeiwert für elastisch eingespannte Stütze mit angehängten


Pendelstützen

Einhüftiger Rahmen

F F1

EΙR

5 + 4κ (1 + κ ) ⋅ EI S ⋅ lR

ℓ1 β =π ⋅ +
EΙS 12 3 ⋅ EI R ⋅ l

ℓR

Bild 1-9: Knicklängenbeiwert für einhüftige Rahmen

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Zweigelenkrahmen mit/ohne angehängten Pendelstützen


mF F1 Fi
F
Fn

EΙR

ℓ EΙS ℓi

ℓR

1+ m  5 1   1 1  κ
β =π ⋅ ⋅ +  +  + 
2  12 γ   3 γ  2
1 1 ⋅ EI S ⋅ lR
=
γ 6 ⋅ EI R ⋅ l
Bild 1-10: Knicklängenbeiwert für Zweigelenkrahmen mit angehängten
Pendelstützen

Eingespannter Rahmen mit/ohne angehängten Pendelstützen

F mF F1 Fi
Fn

EΙR

ℓi
ℓ EΙS

ℓR

1+ m + κ
1  1  1 + m
β =π ⋅ ⋅  ⋅ φ 2 +  φ 2 − φ +  +
2 γ  3  96
1 1 ⋅ EI S ⋅ lR 1
= ; φ=
γ 6 ⋅ EI R ⋅ l  1
2 ⋅ 1 + 
 γ
Bild 1-11: Knicklängenbeiwert für eingespannte Rahmen mit angehängten
Pendelstützen
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1.3.3 Schlankheit λ und Eulersche Knickspannung


Lcr
λ=
min i
Lcr : Knicklänge
i: Trägheitsradius

Iy Iy Iz Iz
iz = → iz =
2
iy = → iy =
2
;
A A A A
Maßgebend ist der minimale Trägheitsradius.
π 2 ⋅ EI
N cr =
L2cr

π2 ⋅E I I L2cr
σ cr = ⋅ mit i = = 2
2
folgt:
L2cr A A λ

π2 ⋅E
σ cr = "ideelle Eulersche Knickspannung" (Hyperbel)
λ2

Bild 1-12: Eulerhyperbel

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Nachweis im Stahlbau
Nd N pl , d
≤ 1 mit N b , Rd = χ ⋅ und N pl , d = f y ⋅ A
N b , Rd γ M1
Den Abminderungsfaktor χ erhält man aus den Knickspannungslinien der DIN EN 1993.
Sie sind aus Versuchen für unterschiedliche Profile unter Berücksichtigung von
Imperfektionen ermittelt worden.

1,02
Eulerhyperbel

Kurve für Biegedrillknicken


0,8
a
b
0,6
c

d
0,4

0,2

𝜆𝜆̅
0,4 0,8 1,2 1,6 2,0 2,4 2,8

Bild 1-13: Knickspannungskurven nach DIN EN 1993 (EC 3)

π2 ⋅E
Aus σ cr = folgt mit Einsetzen der maximal zulässigen Spannung max σ cr = f y , k
λ2
E 21000 kN / cm 2
die Bezugsschlankheit bei S 235: λa = π ⋅ =π ⋅ = 93,9
fy 23,5 kN / cm 2

λk =
Lcr λk
Mit wird der bezogene Schlankheitsgrad λk = berechnet.
min i λa
Hiermit erhält man aus den Knickspannungslinien den Abminderungsfaktor χ.
Weiteres siehe
• Schneider Bautabellen, 22. Auflage, S. 8.24 ff
• Holschemacher, 7. Auflage, S. 5.12 ff

f y ⋅ A ⋅ L2cr A ⋅ L2cr λ2k λk N pl ,d


N pl , d
= = 2
L2cr 2 λ
= 2 2 = 2 = λk ergibt sich: k λ =
=
Mit N cr
N cr π 2 ⋅ EI λa ⋅ I λa ⋅ i λa a

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1.4 Möglichkeiten zur Ermittlung der Schnittgrößen nach Th. 2. O.

M ( x)
1. Arbeitssatz: w0 = ∫ M ( x)
(l )
EI
dx

Verformung w0  Zusatzmoment ∆M0  Zusatzverformung ∆w0  . . .

2. Biegelinie für unbelasteten Stab

EIw′′′′( x) = 0
EIw′′′( x) = C1 = −V ( x)
EIw' ' ( x) = C1 ⋅ x + C1
x2
EIw' ( x) = C1 ⋅ + C2 ⋅ x + C3
2
x3 x2
EIw( x) = C1 ⋅ + C2 ⋅ + C3 ⋅ x + C4
6 2
Biegelinie w0 (x) Zusatzmoment ∆M0  Zusatzbiegelinie ∆w0  . . .

Ergebnis aus 1 und 2: Überschlagsformel („Dischinger-Formel“)

N ⋅w
M =M +II 0
0
∆w
1− 0

w 0

3. Aufstellen der DGL und exakte Lösung der DGL

Gleichgewicht am verformten System unter Berücksichtigung des Zusatzmomentes


infolge Normalkraft * Verformung  Differenzialgleichung

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1.4.1 Iterative Ermittlung des Zusatzmomentes mit dem Arbeitssatz

Beispiel: V = 200 KN

HEA 260: Ιy = 10450 cm4


H = 15 KN
E = 210.000 MN/m2
EΙ = 2,1 ⋅ 108 kN/m2 ⋅ 10450 ⋅ 10-8 m4
EΙ = 21945 kNm2
10 m

Bild 1-14: Einführendes Beispiel zur Th. 2. Ordnung – Eingespannte Stütze

1. Schritt: Verformung w0 mit dem Arbeitssatz ausrechnen

2. Schritt: Verformung ∆w0 infolge Zusatzmoment ∆M0 (N⋅w0) mit dem Arbeitssatz

Bild 1-15: Iterative Ermittlung der Zusatzverformungen mit dem Arbeitssatz

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3. Schritt: Verformung ∆w1(0) infolge ∆M1 = N ⋅ ∆w0(0)


∆M1 = -V ⋅ ∆w0(0) = - 200 KN ⋅ 0,0830 m = -
1
∆w1(0) ≈ 0,4 ⋅ ⋅ ℓ ⋅ [ -V ⋅ ∆w0(0)] [-1 ⋅ℓ] =

≈ 0,3645 ⋅ ∆w0(0) = 0,3645 ⋅ 0,0830 m =

4. Schritt: Verformung ∆w2(0) infolge ∆M2 = N ∆w1(0)


∆w2(0) ≈ 0,3645 ⋅ ∆w1(0) = 0,3645 ⋅ m=

5. Schritt: Verformung ∆w3(0) infolge ∆M3 = N ∆w2(0)


∆w3(0) ≈ 0,3645 ⋅ ∆w2(0) = 0,3645 ⋅ m=

6. Schritt: Verformung ∆w4(0) infolge ∆M4 = N ∆w3(0)


∆w4(0) ≈ 0,3645 ⋅ ∆w3(0) = 0,3645 ⋅ m=

7. Schritt: Verformung ∆w5(0) infolge ∆M5 = N ∆w4(0)


∆w5(0) ≈ 0,3645 ⋅ ∆w4(0) = 0,3645 ⋅ m=

Addition:
w(0) = w0(0) + Fehler! Textmarke nicht definiert.Σ ∆wi(0)
= 0,2278 m + = 0,3581 m

MII = MI + S w(0)
= -15 kN ⋅ 10 m – 200 kN ⋅ 0,3581 m =

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1.4.2 Herleitung einer Überschlagsformel mithilfe der Biegelinie

Ausgang: M(x) = -EI w0´´(x)

M ( x)
w′′ = −
EI
1
w °°
= − ⋅ l ⋅ M (ξ ); M (ξ ) = − H ⋅ l ⋅ ξ
2

EI
1
w °°
= ⋅ l ⋅ H ⋅ l ⋅ξ
2

EI
H ⋅l ξ
3 2

w °
= ⋅( + C ) 1
EI 2
H ⋅l ξ
3 3

w = ⋅ ( + C ⋅ξ + C ) 1 2
EI 6
w°(1) = 0 ⇒ C1 =

w(1) = 0 ⇒ C2 =
H ⋅l ξ ξ 1 3 3

w = ⋅( − + )
EI 6 2 3
H ⋅l H ⋅l ξ ξ 1
3 3 3

Hebelarm: e0 (ξ) = w0(0) – w0(ξ) = − ⋅( − + )


3EI EI 6 2 3
H ⋅l ξ ξ
3 3

e0 (ξ) = ⋅ (− + )
EI 6 2
Zusatzmoment
∆M0(ξ) = -N ⋅ e0 (ξ)

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Berechnung von ∆w0 infolge ∆M0


1 2
∆w0°° = - ℓ ∆M0 (ξ);

l2
ε 2

= − ⋅ (− H ⋅ l ) ⋅ ⋅ (3ξ − ξ ) 3

EI 6

Hl ε  ξ 3
ξ 5ξ 4
2 5 3

∆w0(ξ) = − ⋅ ⋅ − + − 
EI 6  20 2 4 5
∆e0 (ξ) = ∆w0(0) – ∆w0(ξ)
Hl ε  ξ
3
ξ 5ξ 
2 5 3

∆e0 (ξ) = ⋅ ⋅ − + 
EI 6  20 2 4 
Zusatzmoment
∆M1(ξ) = -N ⋅ ∆e0 (ξ)

= - N ⋅ Hl ⋅ ε ξ ξ 5ξ 
3 2 5 3

⋅ − + 
EI 6  20 2 4 
2 ε 2

= - ε Hl ⋅ ⋅ (ξ − 10ξ + 25ξ )
5 3

5!
=

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Berechnung der Zusatzmomente durch Auswertung der Biegelinien


s.a Krüger, Stahlbau II

M 0 = −H ⋅ l = − 15kN ⋅ 10 m = −150,0000 kNm ∆M


0
= 0,30379
ε3 M0
∆M 0 = ⋅ M0 = 0,30379 ⋅ M 0 = −45,5685 kNm
3 ∆M 1
= 0,36355
2 ⋅ε 4 ∆M 0
∆M 1 = ⋅ M 0 = 0,11075 ⋅ M 0 = −16,6119 kNm
3 ∆M 2
= 0,36889
17 ⋅ ε 4 ∆M 1
∆M 2 = ⋅ M 0 = 0,04085 ⋅ M 0 = − 6,1279 kNm
315 ∆M 3
= 0,36931
62 ⋅ ε 6 ∆M 2
∆M 3 = ⋅ M 0 = 0,01509 ⋅ M 0 = − 2,2631 kNm
2835 ∆M 4
= 0,36936
1382 ⋅ ε 8 ∆M 3
∆M 4 = ⋅ M 0 = 0,00557 ⋅ M 0 = − 0,8359 kNm
155925
∆M 4
∆M 5 = ⋅ ∆M 4 = 0,36936 ⋅ ∆M 4 = − 0,3087 kNm
∆M 3
∆M 6 = = −0,1140 kNm
∆M 7 = = −0,0421kNm
∆M 8 = = −0,0156 kNm
∆M 9 = = −0,0057 kNm
∆M 10 = = −0,0021 kNm
∆M 11 = = −0,0008 kNm
∆M 12 = = −0,0003 kNm
11
M II
ges = M 0 + ∑ ∆M i = = −221,8966 kNm
i =1

Das exakte Ergebnis lautet MII = 221,8969 kNm

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Zusammenfassend ergibt sich:


∆M ∆M ∆M
M = M + ∆M +
II
∆M +1
∆M + ∆M + .... 2 3

∆M ∆M ∆M
0 0 0 1 2
0 1 2

∆M 1 ∆M 2 ∆M 3 ∆M 4
≈ ≈ ≈ ≈ ...
∆M 0 ∆M 1 ∆M 2 ∆M 3

∆M ∆M ∆M
M = M + ∆M +
II
∆M +1
∆M + ∆M + .... 1 1

∆M ∆M ∆M
0 0 0 1 2
0 0 0

M = M + ∆M ⋅ (1 + α + α + α + α + α + ...)
II
0 0
2 3 4 5

∆M ∆M
M =M + II
; M = M +
0 II 0
0
1−α ∆M 0

1− 1

∆M 0

∆M0 = N ⋅ w0; ∆M1 = N ⋅ ∆w0


N ⋅w w
M =M + II
=M + N
0 0
= M + N ⋅w II
0
∆w ∆w 0 0

1− 1− 0 0

w 0
w 0

w
w =
II 0

∆w
1− 0

w 0

Für unser Beispiel:

H ⋅l 3

w =
0
= ;
3EI
1
∆w = 0
⋅ 0,4 ⋅ l ⋅ (− N ⋅ w ) ⋅ (−1 ⋅ l ) = 0,0831m 0
EI
w 0,2278
w =
II
= 0
=
∆w 0,0831
1− 1− 0

w 0
0,2278
M = M + N ⋅ w = 150 + 200 ⋅ 0,3586 =
II
0
II

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1.4.3 DGL für Elastizitätstheorie 2. Ordnung (exaktes Verfahren)


Gleichgewicht am verformten System bei kleinen Verformungen

q(x)
S
M+ dM
T T+dT
M dw
S+dS
dx
Bild 1-16: Schnittkraftdefinitionen bei Theorie 2. Ordnung

∑F x = 0 : S + dS − S = 0
S′ = 0

∑F z = 0 : T + dT − T + q ( x) ⋅ dx = 0
T ′ = −q( x)

dx 2
∑ M = 0 : M + dM − M + q ⋅ 2
+ S ⋅ dw − T ⋅ dx = 0

dM + S ⋅ dw − T ⋅ dx = 0
M ′ + S ⋅ w′ = T

M ′′ + ( S ⋅ w′)′ = T ′
M ′′ + S ′ ⋅ w′ + S ⋅ w′′ = −q ( x); S ′ = 0
M ′′ + S ⋅ w′′ = −q ( x)
M = − EI ⋅ w′′
(− EI ⋅ w′′)′′ + S ⋅ w′′ = −q ( x)
S q S
w′′′′ − ⋅ w′′ = ; ω2 = ; S = − F ; q = 0 bei Knicken
EI EI EI

w′′′′ + ω 2 ⋅ w′′ = 0
Lösung: w( x) = A ⋅ cos(ω ⋅ x) + B ⋅ sin(ω ⋅ x) + C ⋅ ω ⋅ x + D
A,B,C,D mit Randbedingungen
 charakteristische Gleichungen für unterschiedliche Eulerfälle
 Eigenwerte, Eigenformen
 Knicklasten, Knicklängen

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w′′′′ + ω 2 ⋅ w′′ = 0
w( x) = A ⋅ cos(ω ⋅ x) + B ⋅ sin(ω ⋅ x) + C ⋅ ω ⋅ x + D
w′( x) = − A ⋅ ω ⋅ sin(ω ⋅ x) + B ⋅ ω ⋅ cos(ω ⋅ x) + C ⋅ ω
w′′( x) = − A ⋅ ω 2 ⋅ cos(ω ⋅ x) − B ⋅ ω 2 ⋅ sin(ω ⋅ x)
w′′′( x) = A ⋅ ω 3 ⋅ sin(ω ⋅ x) − B ⋅ ω 3 ⋅ cos(ω ⋅ x)
w′′′′( x) = A ⋅ ω 4 ⋅ cos(ω ⋅ x) + B ⋅ ω 4 ⋅ sin(ω ⋅ x)
1.4.4 Eingespannte Stütze mit Hilfe der DGL
V = 200 KN
H = 15 KN

HEA 260: Ιy = 10450 cm4


E = 210.000 MN/m2
10 m
EΙ = 2,1 ⋅ 108 kN/m2 ⋅ 10450 ⋅ 10-8 m4
EΙ = 21945 kNm2

Bild 1-17: Eingespannte Stütze nach Th. 2. Ordnung (DGL)

Lösung nach Theorie 1. Ordnung

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Lösung nach Theorie 2. Ordnung

w( x) = A ⋅ cos(ω ⋅ x) + B ⋅ sin(ω ⋅ x) + C ⋅ ω ⋅ x + D
RB 1: w(0) = 0

w(0) = A ⋅ cos(ω ⋅ 0) + B ⋅ sin(ω ⋅ 0) + C ⋅ ω ⋅ 0 + D


A + D = 0; D = − A

RB 2: w´(0) = 0

w′(0) = − A ⋅ ω ⋅ sin(ω ⋅ 0) + B ⋅ ω ⋅ cos(ω ⋅ 0) + C ⋅ ω


B + C = 0; C = − B
RB 3: w´´(ℓ) = 0

w′′(l ) = − A ⋅ ω 2 ⋅ cos(ω ⋅ l ) − B ⋅ ω 2 ⋅ sin(ω ⋅ l ) = 0


A = − tan(ω ⋅ l ) ⋅ B
RB 4:

T (0) = H = M ′(0) + S ⋅ w′(0)


[
− E ⋅ I ⋅ A ⋅ ω 3 ⋅ sin(ω ⋅ 0) − B ⋅ ω 3 ⋅ cos(ω ⋅ 0) ]
+ S ⋅ [− A ⋅ ω ⋅ sin(ω ⋅ 0) + B ⋅ ω ⋅ cos(ω ⋅ 0) + C ⋅ ω ] = H

[− A ⋅ ω 3
⋅ sin(ω ⋅ 0) + B ⋅ ω 3 ⋅ cos(ω ⋅ 0) ]
[− A ⋅ ω 3
⋅ sin(ω ⋅ 0) + B ⋅ ω 3 ⋅ cos(ω ⋅ 0) + C ⋅ ω 3 = ] H
E⋅I
H
2⋅ B + C =
E ⋅ I ⋅ω3

H
Mit C = -B folgt B=
E ⋅ I ⋅ω3
H
und A = − tan(ω ⋅ l ) ⋅ B = − tan(ω ⋅ l ) ⋅
E ⋅ I ⋅ω3
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Damit für dieses Beispiel

𝐻𝐻 𝐻𝐻
𝑤𝑤(𝑥𝑥 ) = − tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙 ) ∙ ∙ cos ( 𝜔𝜔 ∙ 𝑥𝑥 ) + ∙ sin(𝜔𝜔 ∙ 𝑥𝑥 )
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3
𝐻𝐻 𝐻𝐻
− ∙ 𝜔𝜔 ∙ 𝑥𝑥 + ∙ tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙)
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3
𝐻𝐻 𝐻𝐻
𝑤𝑤(0) = − tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙 ) ∙ ∙ cos (𝜔𝜔 ∙ 0 ) + ∙ sin(𝜔𝜔 ∙ 0)
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3
𝐻𝐻 𝐻𝐻
− ∙ 𝜔𝜔 ∙ 0 + ∙ tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙)
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3
𝐻𝐻 𝐻𝐻
𝑤𝑤(𝑙𝑙 ) = − tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙) ∙ ∙ cos (𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙 ) + ∙ sin(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙)
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3
𝐻𝐻 𝐻𝐻
− ∙ 𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙 + ∙ tan(𝜔𝜔 ∙ 𝑙𝑙)
𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3 𝐸𝐸𝐸𝐸 ∙ 𝜔𝜔 3

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Lösung mit normierten Koordinaten

x 1 dw dw
ξ = ; ⇒ w′ = ⋅ ; w° =
l l dξ dξ
1 1 S q
4
⋅ w°°°° − ⋅ w°° = 2
l l EI EI
4
S ql
w°°°° − l ⋅ w°° = 2

EI EI
Bei Druck ist S < 0

S ql 4

w°°°° + l ⋅ w°° = 2

EI EI
w°°°° + ε ⋅ w°° = q 2 *

S S ⋅l 2

ε =l ⋅ ; ε = ε =
2 2
S
2
S
; Stabkennzahl
EI EI
4
ql
q = *

EI

Homogene DGL

w°°°° + ε 2 ⋅ w°° = 0
wH = A ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ sin(ε ⋅ ξ ) + C ⋅ ξ + D

Probe:

w° = − A ⋅ ε ⋅ sin(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ ε ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + C
w°° = A ⋅ ε 2 ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ ε 2 ⋅ sin(ε ⋅ ξ )
w°°° = A ⋅ ε 3 ⋅ sin(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ ε 3 ⋅ cos(ε ⋅ ξ )
w°°°° = − A ⋅ ε 4 ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ ε 4 ⋅ sin(ε ⋅ ξ )
1qξ
* 2

Partikularlösung für konstante Querlast: wp = ±


2 ε 2
s

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Beispiel mit normierter DGL

V = 200 KN
HEA 260: Ιy = 10450 cm4
H = 15 KN E = 210.000 MN/m2
EΙ = 2,1 ⋅ 108 kN/m2 ⋅ 10450 ⋅ 10-8 m4
EΙ = 21945 kNm2

10 m
Lösung nach Th.I.O.

Bild 1-18: Eingespannte Stütze nach Th. 2. Ordnung (DGL)

w = A ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ sin(ε ⋅ ξ ) + C ⋅ ξ + D
Lösung für Th. II. O auf Basis der DGL durch Einsetzen der RB:

RB1 : w(0) = 0 = A ⋅ cos(ε ⋅ 0) + B ⋅ sin(ε ⋅ 0) + C ⋅ 0 + D = 0 ⇒ D = − A


RB 2 : w°(0) = 0 = − A ⋅ ε ⋅ sin(ε ⋅ 0) + B ⋅ ε ⋅ cos(ε ⋅ 0) + C ⇒ C = − B ⋅ ε
RB3 : w°°(1) = 0 = A ⋅ ε 2 cos(ε ⋅ 1) + B ⋅ ε 2 ⋅ sin ε ⋅ 1) ⇒ A = − B ⋅ tan ε
RB 4 : T (0) = M ′(0) + S ⋅ w′(0) = H
w°°°(0) w°(0)
− EI ⋅ 3
+S⋅ =H
l l
w°°°(o) w°(0) H ⋅ l
− EI ⋅ +S⋅ =
l 3
l E⋅I

l
1
2
[ ]
⋅ A ⋅ ε 3 ⋅ sin(ε ⋅ 0) + B ⋅ ε 3 ⋅ cos(ε ⋅ 0)

H ⋅l
⋅ [− A ⋅ ε ⋅ sin(ε ⋅ 0) + B ⋅ ε ⋅ cos(ε ⋅ 0) + C ] =
S
+
E⋅I E⋅I
ε3 S ⋅ε S H ⋅l
B⋅ 2 + B⋅ +C⋅ =
l E⋅I E⋅I E⋅I

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Damit ergibt sich für dieses Beispiel:

l ⋅ T ( 0) T ( 0) T (0) tan ε
w =− II
⋅ sin(εξ ) + l ⋅ξ + l ( − 1)
S ⋅ ε ⋅ cos ε S S ε
T (1)  tan ε 
max w II = w(ξ = 1) = l  − 1
S  ε 
T(0) = ; S=
2
S l
ε = ε =
s
2
s
s s
=
EI

tan ε =
tan ε
=
ε
max w = II

M = M + S ⋅ w(0)
II I

T (0)  tan ε 
= -H ⋅l + S ⋅l ⋅  − 1
S  ε 
 tan ε 
= -H ⋅ l ⋅ 1 + − 1
 ε 

=−
 tan ε  =
Hl ⋅  
 ε 

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1.5 Beispiel: Rahmentragwerk


1.5.1 System, Belastung, Schnittkräfte nach Th. I. Ordnung

F = 200 kN
F = 200 kN q = 12 kN/m

H = 18 kN

IPE 500
HEA 160 3,50 m
5,00 m
IPE 400

15,00 m

Bild 1-19: Rahmenbeispiel für Th. 2. Ordnung, [16]

Stiel: ΙPE 400, ΙS = 23130 cm4


EΙS = 2,1 ⋅ 108 kN/m2 ⋅ 23130 ⋅ 10-8 m4 = 48573 kNm2

Riegel: ΙPE 500, ΙR = 48200 cm4; I 23130


=
S
= 0,480
I R
48200
Auflagerkräfte

F = 200 kN F = 200 kN
q = 12 kN/m

H = 18 kN

3,50 m
5,00 m

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Momentenlinie M0

Bild 1-20: Biegemomentenlinie nach Th. 1. O.

Erfordernis von Theorie 2. Ordnung


Kriterium 1

π 2 ⋅ EI
N > 0,1 N Ki ,d ? N Ki ,d = ; Ideelle Knicklast
sk2
sk = β ⋅ l mit Tabellenwerken, s.u.
Oder: Kriterium 2:
β ⋅ εs > 1 ?; β = Lcr/ (Knicklängenbeiwert , mit Tabellenwerken, s.u.)
S s ls2
εs = ± =
EI
Mit Rahmenformel Holschemacher Mit Rahmenformel Krüger

κ=
N1
5 + 4κ (1 + κ ) ⋅ I S ⋅ l R n= =
β =π ⋅ + N
12 3⋅ IR ⋅ h I ⋅b
= c= S =
IR ⋅ h
β = 1 + 0,96n ⋅ 4 + 1,4c + 0,02c 2 =
sK = β ⋅ l =
π 2 ⋅ EI ε ⋅β =
N Ki ,d = =
sk2

Kriterium 1 Kriterium 2

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1.5.2 Ermittlung der Schnittkräfte nach Th. 2. Ordnung mit Hilfe des
Arbeitssatzes

Momentenlinie M0

Berechnung von w0

H=1

Bild 1-21: Momente und Verformungen nach Th. 1. Ordnung

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Zusatzmomente ∆M0 infolge w0

Bild 1-22: Zusatzmomente für Theorie 2. Ordnung

Berechnung von ∆w0

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1.5.3 Zusammenfassende Darstellung der Ergebnisse

Theorie I. Ordnung

Bild 1-23: Biegemomente und Verformung nach Th. 1. O. mit STAB2D

Theorie 2. Ordnung

Bild 1-24: Biegemomente und Verformung nach Th. 2. O. mit STAB2D


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Abtriebskraft

Bild 1-25: Abtriebskraft

*
Bild 1-26: Verformungen nach Th. 2. O. mit STAB2D

Unterschiede Theorie 1. Ordnung – Theorie 2. Ordnung


Aspekt Th. I. Ordnung Th. II. Ordnung
Eckverformung w0 = 0,121 m ∆w0= 0,037 m
(Arbeitssatz) (2. Mal Arbeitssatz)
w0 0,121
w II = = = 0,174
∆w 0,037
1− 0 1−
w0 0,121
Auflagerkräfte BH = 0 kN, BH = 15 kN (Abtriebskraft !!)
A = 284 kN, B = 296 kN A = 276 kN, B = 304 kN
Eckmoment Meck = AH·5 = 18·5 = 90 kNm Meck = AH ·5
+ ∆AH ·5 (Abtriebskraft)
+ A ·wΙΙ (N*Hebelarm)
= 213 kNm

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Knickuntersuchung

Bild 1-27: Ergebnisse der Knickuntersuchung mit STAB2D

Ergebnis:

Ncr =
Lcr=

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1.5.4 Computerunterstützte Berechnung

X F = 200 kN
F = 200 kN q = 12 kN/m
2 (0 / 0)
3 (15 / 0)
Z H = 18 kN

IPE 500
HEA 160 3,50 m
5,00 m
IPE 400
4 (15 / 3,50)

1 (0 / 5)
15,00 m
Bild 1-28: Rahmen mit EDV

Programmsystem DTE von PCAE: Wesentliche Arbeitsschritte (2D-Rahmen)


 Programm DTE aufrufen
 Schreibtisch (Rechnername, z.B. Hiddesen) wählen
 Projekt wählen, ggfs. erzeugen (z.B. KGrossmann)
 Projekt wählen, ggfs. erzeugen (z.B. Statik-Übung)
 Bauteil wählen, ggfs. erzeugen (z.B. Stahlrahmen)
o Problemklasse zuordnen (Platte oder Scheibe oder 2D-Rahmen ...)
 Systemdefinition
o Rechenmodus (Material, lineare und/oder nichtlineare Berechnung)
o Punkte, Linien erzeugen
o Ggfs. Punkttabelle anpassen (genaue Koordinateneingabe)
o Lagerungsbedingungen
o Gelenksituation an den Stäben
o den Stäben Querschnitte zuordnen
o Lastfälle definieren
 LF1: Gleichlast
 LF2: Einzellasten
o Einwirkungen definieren
o Extremierung / Lastkollektive definieren
 Berechnung
 Visualisierung und drucken

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1.6 Zusammenfassung
DGL / Arbeitsintegral Lösung
Th. 1. O. EIw′′′′( x) = q ( x) x4 x3 x2
EIw( x) = q ⋅ + C1 ⋅ + C2 ⋅ + C3 ⋅ x + C 4
24 6 2
(Polynom !)

M ( x) F ⋅l3 5⋅ q ⋅l4
w0 = ∫ M ( x) dx z.B.: w0 = ; max w =
(l )
EI 3 ⋅ EI 384 ⋅ EI

Th. 2.0 S q
w′′′′ − ⋅ w′′ =
EI EI wH = A ⋅ sin(ε ⋅ ξ ) + B ⋅ cos(ε ⋅ ξ ) + C1 ⋅ ξ + C2
w°°°° + ε ⋅ w°° = 0
2
w
w = II 0

∆M i ( x) ∆w
∆wi = ∫ M ( x) dx 1− 0

(l )
EI w („Dischinger-Formel“)
0

Stabilität
w′′ + λ2 w = 0 w = A ⋅ cos λx + B ⋅ sin λx
Kein q
vorh. ! N Lösung: Eigenform ( z.B. Sinushalbwelle)
λ2 =
EI n2 ⋅π 2
N K ,id
Eigenwert: λ = 2
=

n
Eigenwertproblem l2
EI ⋅ π 2
N k ,id =
l2

F
Stabilitätsproblem

Fcr
Spannungsproblem
Verzweigungspunkt

Bild 1-29: Verzweigungsproblem - Spannungsproblem

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2 Verschieblichkeitsuntersuchungen mit Hilfe des


Polplans
2.1 Regeln für die Polplanerstellung
1. Jedes Tragwerksteil i dreht sich um seinen Hauptpol (i).
2. Feste (zweiwertige) Lager sind Hauptpole.

(1)

3. Der Hauptpol eines durch ein bewegliches (einwertiges) Lager gestützten


Tragwerkteils liegt auf der im Lagerpunkt errichteten Senkrechten zur möglichen
Bewegungsrichtung.

(1)

4. Der Hauptpol eines Tragwerksteils, das nur Translationsbewegungen erfährt,


liegt im Unendlichen.
(1) (1)
∞ ∞

5. Der Nebenpol (ij) liegt stets auf der Verbindungslinie der beiden Hauptpole (i)
und (j). Fallen zwei dieser Pole zusammen, dann liegt der dritte am selben Ort.
(2)
(1,2)

(1)

6. Zwei Tragwerksteile i und j drehen sich gegeneinander in ihrem Nebenpol (ij).


Liegt dieser Nebenpol im Unendlichen, so bewegen sich beide Tragwerksteile
parallel mit dem gleichen Drehwinkel.

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7. Das Verbindungsgelenk zweier Tragwerksteile ist deren gemeinsamer Nebenpol.


8. Nebenpole bei V- und N-Mechanismen liegen im Unendlichen senkrecht zur
möglichen Bewegungsrichtung.
9. Die drei Nebenpole (ij), (jk) und (ik) liegen stets auf einer Geraden. Fallen zwei
dieser Nebenpole zusammen, dann liegt der dritte am selben Ort.
10. Tritt im Polplan bei einem Tragwerksteil ein Widerspruch auf, dann ist dieses
Tragwerksteil entweder fest oder Teil eines in sich unverschieblichen
Tragwerkverbandes, der als ein Tragwerksteil betrachtet werden kann.
Regeln aus [18] Meskouris/ Hake: Statik der Stabtragwerke

2.2 Kinematik
2.2.1 Allgemeines
Der Polplan ist ein Hilfsmittel
 für Verschieblichkeitsuntersuchungen (z.B. Ausnahmefall der Statik),
 bei der Anwendung des Prinzips der virtuellen Verrückungen (PdvV)
o zur alternativen Bestimmung von Auflagerreaktionen und Schnittgrößen,
o im Rahmen des Drehwinkelverfahrens,
o für die Ermittlung von Einflusslinien.
Bei der Anwendung des PdvV ist zu beachten: Die Verschiebungen sind gedacht und
sehr klein.
Zur Ermittlung von Zustandsgrößen mithilfe des PdvV ist die Ermittlung der
geometrischen Zusammenhänge (Kinematik) bei der Verschiebung erforderlich.

2.2.2 Beispiele zur Ermittlung kinematischer Größen


Für die im Folgenden dargestellten verschieblichen Systeme sind
a) der Polplan zu zeichnen (Regeln in Kap 1.1 beachten !),
b) die Verschiebungsfiguren zu zeichnen
(Jeder Punkt bewegt sich senkrecht zu seinem eigenen Polstrahl.
Ein Polstrahl ist die Verbindungslinie vom betrachteten Punkt zum zugehörigen
Pol.)
c) sowie die kinematischen Zusammenhänge zu ermitteln (Abhängigkeit der
Stabdrehwinkel untereinander sowie ausgewählter Verschiebungsgrößen).
(GK/AK = Winkel ψ = Differenzwinkel zwischen Ursprungspolstrahl und
„ausgelenktem Polstrahl“ für jeden betrachteten Punkt.

I.d.R. ist ψ1 gegeben. Gesucht sind dann beispielsweise:

ψ2 (ψ1) ; ∆g(ψ1);

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Beispiel 1
a) Polplan

b) Verschiebungsfigur

Bild 2-1: Beispiel 1: Polplan und Verschiebungsfigur

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Beispiel 2 (Video)
a) Polplan

2 6

b) Verschiebungsfigur

Bild 2-2: Beispiel 2: Polplan und Verschiebungsfigur

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c) Kinematik

Bild 2-3: Beispiel 2: Kinematik

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Beispiel 3

4
5

Bild 2-4: Beispiel 3

Beispiel 4
6

3 3 3

Bild 2-5: Beispiel 4

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Beispiel 5

6
2

6
6 2

Bild 2-6: Beispiel 5

Beispiel 6
Geg.: ℓ, x, x´; ψ1 + ψ2 = 1
ℓ Ges.: ∆g (ℓ, x, x‘)
x x‘

Bild 2-7: Beispiel 6

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Beispiel 7

3 2 5 4

Bild 2-8: Beispiel 7

Beispiel 8

Bild 2-9: Beispiel 8

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Beispiel 9

∆sA = 2 cm

3m
3
4

1 2
4m

3m 3m 2m

Bild 2-10: Beispiel 9


Gesucht:
a) Polplan
b) Verschiebungsfigur
c) Nachvollziehbare Ermittlung mit Zahlen und Einheiten von
ψ1, ψ2, ∆s1v, ∆s1h, ∆s1, ∆s2v, ∆s2h, ∆s2, ∆s3v, ∆s3h, ∆s3, ∆s4v, ∆s4h, ∆s4

infolge ∆sA = 2 cm

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2.3 Zusammenfassung

• Statisch unterbestimmte Systeme sind verschieblich.


• Die Verschiebungsfigur nennt man Mechanismus oder
kinematische Kette.
• Die formelmäßige Beschreibung des Mechanismus nennt man
Kinematik.
• Bei der Verschiebung hat jedes Tragwerksteil einen festen
Drehpunkt (Pol).
• Regeln zur Polplanerstellung: s. Abschn. 1.1.
• Bei der Beschreibung des Mechanismus wird sich auf sehr kleine
Verschiebungen bezogen, die dann vergrößert dargestellt werden.
• Tangente, nicht Kreisbogen!

• Es ergibt sich: Winkel = Gegenkathete zu Ankathete


• Die Verbindung von einem Punkt zum zugehörigen Pol nennt man
Polstrahl.
• Ein Punkt eines verschieblichen Tragwerksteils bewegt sich immer
senkrecht zum zugehörigen Polstrahl.
• Zur Berechnung von Horizontal- oder Vertikalanteilen von schrägen
Verschiebungen  „Projizierte Polpläne“

Bild 2-11: Konstruktion des Mechanismus mit dem Polplan

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3 Einflusslinien
3.1 Allgemeines
Zur Ermittlung der Einflusslinie
für eine Auflagerkraft / Schnittgröße oder für eine Verformung
an einer ausgewählten Stelle m
lässt man eine Last F = 1 kN über das Tragwerk wandern
und trägt die sich ergebenden Werte der gesuchten statischen Größe
unter der jeweiligen Laststellung xL als Ordinate auf.

F = 1 kN

m
Bild 3-1: Wanderlast

Die Einflussordinate ηSm (xL) gibt die statische Größe Sm


an der Stelle m im Tragwerk
infolge der äußeren Einheitsbelastung an der Stelle xL an.
Die statische Größe Sm infolge wirklicher Einzellasten und / oder Streckenlasten
in gewählten Laststellungen xL ergibt sich zu

Sm = ∑ Fi ⋅ηSm ,i ( xi ) + ∫ q( x ) ⋅ηSm ( x )dx .

Die Maßeinheit der Einflussordinate wird sowohl durch die Art der statischen
Größe Sm als auch durch die Art der Lastgröße bestimmt.

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3.2 Statisch bestimmte Stabwerke


3.2.1 Gleichgewichtsmethode
Beispiel: Balken auf 2 Stützen
Gesucht: Einflusslinien für die Auflagerkräfte A und B : ηA und ηB
sowie die Einflusslinien für das Biegemoment und die Querkraft bei x1 : ηM1 und ηV1

xL F = 1 kN xL F = 1 kN

x x
ηA = 1 − ηB =
l l
F = 1 kN
xL xL
F = 1 kN

x1 x´1 = -x1 x1 x´1 = -x1

Bild 3-2: Einflusslinien für Auflagerkräfte, Querkraft und Biegemoment

Anschauliches Excel-Programm von


Prof. Dr.-Ing. Jens Göttsche, FH Buxtehude:
http://extra.hs21.de/seiten/goettsche/index.htm

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3.2.2 Kinematische Methode basierend auf dem PdvV


Das Prinzip der virtuellen Verrückungen

Zur Bestimmung einer Auflagergröße oder Schnittgröße wird an der entsprechenden


Stelle die gesuchte Größe durch Entfernen der Auflagerbindung oder Einführung eines
Gelenkes gelöst. Danach wird durch Aufbringen einer virtuellen Verrückung (sehr klein,
gedacht ) eine Verschiebungsfigur erzeugt. Mit Hilfe der kinematischen
Zusammenhänge lassen sich aus der Formulierung des Arbeitssatzes

* *
A =W
die gesuchten Schnittgrößen oder Auflagerkräfte ermitteln.
Beispiele

Bild 3-3: Beispiele zum Prinzip der virtuellen Verrückungen

Ohne weitere Herleitung:


Erzeugt man eine Verschiebungsfigur (Biegelinie) durch Aufbringen der Verformung
(Verschiebung oder Verdrehung) von der Größe 1 entgegen gesetzt zur gesuchten
statischen Größe, so stellt die Verschiebungsfigur (Biegelinie) die Einflusslinie dar.
Bei statisch bestimmten Systemen verlaufen die Einflusslinien geradlinig.
Bei statisch unbestimmten Systemen verlaufen die Einflusslinien gekrümmt.

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Beispiel zur Ermittlung von Einflusslinien mithilfe der kinematischen Methode

3*100 kN

1,5 1,5
2,4 3,6 3,0
Bild 3-4: System und Lastbild für Einflusslinie

Gegeben: System und Lastenzug gem. Zeichnung


Gesucht: 1) ηA, ηB , ηM1 und ηV1
2) Auswertung der ELn für Laststellungen, die extremale Schnittgrößen
hervorrufen

Kinematik für ηV1

Kinematik für ηM1

Bild 3-5: Kinematiken zu Einflusslinien an statisch bestimmten Systemen

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Auswertung: Sm = ∑ F ⋅η
i Sm , i ( xi ) + ∫ q( x ) ⋅ηSm ( x )dx
max A min A

max A = min A =

max B min B

max B = min B =

max M1 min M1

max M1 = min M1 =

max V1 min V1

max V1 = min V1 =

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3.2.3 Vorgehen und Merkregeln

Die Ermittlung von Einflusslinien für Kraftgrößen erfolgt an statisch bestimmten


Systemen in vier Schritten:
1. Man erzeugt die zugehörige zwangläufige kinematische Kette, indem man die
gesuchte statische Größe - die Lagerreaktion oder Schnittgröße - freisetzt.
2. Im Polplan werden die Haupt- und Nebenpole aller Scheiben ermittelt.
3. Die Verschiebungsfigur der kinematischen Kette entsteht infolge der Verschie-
bungsgröße 1, die entgegen der Richtung der gesuchten statischen Größe
angesetzt wird.
4. Je nach Art der Lastgröße sind als Einflusslinie die vertikalen - oder die
horizontalen - Verschiebungen oder die Neigungen derjenigen Scheiben auf-
zutragen, über die die Last wandert.
Diese Einflusslinien haben folgende Eigenschaften:
1. Geradliniger Verlauf im Bereich eines Tragwerkteiles.
2. Nullstellen unter den Hauptpolen von Tragwerksteilen.
3. Knicke unter den Nebenpolen benachbarter Tragwerksteile.
4. Sprünge in Richtung der Verschiebungsmöglichkeiten bei Querkraft- und
Normalkraftgelenken.
Für die Darstellung einer Einflusslinie gelten dieselben Regeln wie für Darstellungen
von Zustandslinien:
1. Positive Einflussordinaten werden in positiver z-Richtung aufgetragen.
2. Die Funktionen werden aus Gründen der Übersichtlichkeit schraffiert und mit
Vorzeichen versehen.
3. Es genügt die Angabe einer Ordinate oder eines charakteristischen Winkels, da
sich alle übrigen Ordinaten nach dem Strahlensatz berechnen lassen.
4. Die Angabe der Maßeinheit der Einflussordinaten ist der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen.

Tabelle 3-1: Dimensionen für Einflusslinien ηSm (x )


Einflusslinien für
Belastung Schnittgrößen Auflagerkräfte
N V M A ME
FV = 1 - - L - L
FH = 1 - - L - L
M=1 1/L 1/L - 1/L -

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3.2.4 Zusammenfassung

Aus Gleichgewicht Kinematische Methode

x
F = 1 kN

x
ηA = 1 − 1
l

x
ηB =
l
1

x1 ⋅ x1′
ηM1 =
l

x1 1

x1

Bild 3-6: Einflusslinien für Auflagerkräfte, Querkraft und Biegemoment

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3.3 Einflusslinien bei statisch unbestimmten Stabtragwerken

Satz von Land


Die Einflusslinie für eine Kraftgröße
entspricht der Biegelinie am (n-1)-fachen statisch unbestimmten System,
wenn entgegen der Kraftgröße
die zugehörige Verschiebungsgröße 1 erzeugt wird.

1
1

EL für A: ηA EL für M1 : ηM1


Bild 3-7: Einflusslinien für Auflagerkräfte und Biegemoment beim Zweifeldträger

Positive Schnittgröße an der Stelle m Zugehörige entgegen gestezte


Einheitsverschiebung

Vm
wr=-1

Nm

ur=-1

Mm

ϕ r=-1

MTm

ϑr=-1

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3.4 Lastannahmen für Straßenbrücken und


Eisenbahnüberführungen
3.4.1 Verkehrslasten auf Straßenbrücken nach DIN EN 1991 – 2NA/2012-08

3 kN/m2

12 kN/m2 3m 3 Doppelachse
2

Restfläche
6 kN/m2 3m
Fahrstreifen 1
1,20
3 kN/m2 3m
Fahrstreifen 2

3 kN/m2
Fahrstreifen 3
Die Fahrstreifen 1 bis 3 sind unmittelbar nebeneinander ohne Restfläche zwischen diesen
Fahrstreifen anzuordnen. Die Doppelachsen in diesen Fahrstreifen sind in Querrichtung als
nebeneinander stehend anzusehen.

Bild 3-8: Verkehrslasten auf Brücken nach DIN EN 1991 – 2 (Lastmodell LMM)

Tabelle 3-2: Belastung auf Straßenbrücken nach DIN EN 1991 – 2/NA2012-08

Doppelachse Gleichmäßig verteilte Last

Grundwert Angepasster Grundwert Angepasster


Stellung Grundwert Grundwert

Achslast αQi Achslast qik (oder qrk) αqi αQi ∙qik in


Qik in kN in kN/m2 kN/m
αQi ∙Qik in kN

Fahrstreifen 1 300 1,0 300 9,0 1,33 12

Fahrstreifen 2 200 1,0 200 2,5 2,4 6

Fahrstreifen 3 100 1,0 100 2,5 1,2 3

Andere 0 - 0 2,5 1,2 3


Fahrstreifen

Restfläche 0 - 0 2,5 1,2 3

Charakteristischer Wert der Achslast: Q =α ⋅Q


k Qi ik

mit Qik :charakteristischer Wert (Grundwert) der Achslast im Fahrstreifen i


und αQi: Abminderungsfaktor

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Für den Fahrstreifen 1 ergibt sich folgendes Lastbild bezogen auf einen gedachten
Balken von 3 m Breite:

300 kN 300 kN

p = 36 kN/m

1,20

Bild 3-9: Verkehrslasten auf Brücken nach DIN EN 1991 -2/NA für Fahrstreifen 1

Betrachtung der Querrichtung


2m 2m 2m

150 kN 150 kN
100 kN 100 kN
50 kN 50 kN

p =12 kN/m2 p =6 kN/m2 p = 3 kN/m2 p = 3 kN/m2

Geländer

Belag Kappen

Überbau

Bild 3-10: Lastverteilung in Querrichtung bei Straßenbrücken (LMM)

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3.4.2 Entwicklung der Lastannahmen für Straßenbrücken


DIN 1072 (1985) DIN Fachbericht 101 DIN EN 1991-2/NA2012-10
(2003/2009)
BKL 60/30 Modifiziertes Lastmodell
Lastmodell 1 (LM1)
(LMM)

3 m 3 m 3 m 3 m 3 m
3 m 3 m 3 m
Nebenfahrstreifen 2
Hauptfahrstreifen 1

Fahrstreifen 3
Fahrstreifen 3

Fahrstreifen 1
Fahrstreifen 1

Fahrstreifen 2
Fahrstreifen 2
1,5 m

1,5 m 1,2 m 1,2 m

1,5 m

1,5 m

2m 2m 2m 2m 2m 2m 2m
2m
ϕ100 kN ϕ100 kN 120 kN 120 kN 150 kN 150 kN
50 kN 50 kN 100 kN 100 kN
80 kN 80 kN
50 kN 50 kN

p =ϕ⋅5 kN/m2 p =3 kN/m


2 p = 3 kN/m2 2
p =12 kN/m2 p =6 kN/m2 p = 3 kN/m p = 3 kN/m
2
p =9 kN/m2 p = 2,5 kN/m2 p = 2,5 kN/m2

SLW 60: 3 Achsen á ϕ⋅200 kN TS 1: 2 Achsen á 240 kN TS 1: 2 Achsen á 300 kN

SLW 30: 3 Achsen à 100 kN TS 2: 2 Achsen á 160 kN TS 2: 2 Achsen á 200 kN

TS 3: 2 Achsen á 100 kN

Hauptfahrstreifen: ϕ⋅5 kN/m2 Fahrstreifen 1: 9 kN/m2 Fahrstreifen 1: 12 kN/m2

Nebenfahrstreifen: 3 kN/m2 Fahrstreifen 2: 2,5 kN/m2 Fahrstreifen 2: 6 kN/m2

Fahrstreifen 2: 3 kN/m2

Restfläche: 3 kN/m2 Restfläche: 2,5 kN/m2 Restfläche: 3 kN/m2

SLW: Schwerlastwagen TS: Tandemsystem TS: Tandemsystem

ϕ: Schwingbeiwert

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3.4.3 Lastbild UIC 71 für Eisenbahnbrücken


(Union international chemin de fer, internationaler Eisenbahnverband)

Streckenlast Radsatzlasten Streckenlast

250 kN 250 kN 250 kN 250 kN

80 kN/m 80 kN/m

0,80 1,60 1,60 1,60 0,80


Beliebige Beliebige
Länge 6,40 Länge

Bild 3-11: Verkehrslasten auf Eisenbahnbrücken nach DIN-Fachbericht 101

Computerunterstützte Berechnung mit Trägerrostprogramm

Hauptträger (HT)
Querträger (QT)
Endquerträger (EQT)

Bild 3-12: Trägerrostmodell

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3.5 Beispielaufgaben
3.5.1 Gelenkträger
3*200 kN
p = 15 kN/m p = 15 kN/m

1 1,5 1,5 1,5 1,5

4 4 2 6 3

Bild 3-13: Gelenkträger- System und Lastbild

Gegeben: System und Lastbild gem. Zeichnung

Gesucht: ηM1, ηV1, ηA , ηB , ηc , ηMB , ηMC


Verkehrslaststellung zur Erzeugung extremaler Schnittgrößen
Auswertung der ELn für die gefundenen Laststellungen

a) Einflusslinie für das Biegemoment M1 (ηM1 )


Polplan

Einflusslinie

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Verkehrslaststellung für maximales Moment

Auswertung ( Sm = ∑ F ⋅η
i Sm , i ( xi ) + ∫ q( x ) ⋅ηSm ( x )dx )

max M1 =

Berechnung von max M1 mit Stab2D

Bild 3-14: Gelenkträger- Momentenlinie mit Stab2D


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Verkehrslaststellung für minimales Moment

minM1 =

b) Einflusslinie für die Querkraft V1 (ηV1 )


Polplan

Einflusslinie

Verkehrslaststellung für maximale Querkraft

max V1 =

Verkehrslaststellung für minimale Querkraft

min V1 =

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c) Einflusslinie für die Auflagerkraft A ( ηA )

Verkehrslaststellung für maximale Auflagerkraft A

max A =

Verkehrslaststellung für minimale Auflagerkraft A

min A =

d) Einflusslinie für die Auflagerkraft B ( ηB )

Verkehrslaststellung für maximale Auflagerkraft B

max B=

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Verkehrslaststellung für minimale Auflagerkraft B

min B =

e) Einflusslinie für die Auflagerkraft C ( ηC )

Verkehrslaststellung für maximale Auflagerkraft

max C=

f) Einflusslinie für das Stützmoment MB (ηMB )


Polplan

Einflusslinie

Verkehrslaststellung für minimales Stützmoment min MB

min MB =

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3.5.2 Gelenkträger 2
zum Selberrechnen

3*200 kN
p = 15 kN/m p = 15 kN/m

1,5 1,5 1,5 1,5

1 2 3

6 2 4 2 3 2
1 1,5
Bild 3-15: Gelenkträger 2 - System und Lastbild

Gegeben: System und Lastbild gem. Zeichnung

Gesucht: ηA , ηB , ηc , ηD, ηMB , ηMC, ηM1, ηV1, ηM2, ηV2, ηM3, ηV3
Verkehrslaststellung zur Erzeugung extremaler Schnittgrößen
Auswertung der ELn für die gefundenen Laststellungen

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3.5.3 Gelenkträger 3
zum Selberrechnen 2*300 kN

q = 36 kN/m
1,2 m
1

7 2 4 3 5

Bild 3-16: Gelenkträger 3 - System und Lastbild

Gegeben: System und Lastbild gem. Zeichnung

Gesucht: ηA , ηB , ηc , ηD, ηMB , ηMC, ηM1, ηV1


Verkehrslaststellung zur Erzeugung extremaler Schnittgrößen
Auswertung der ELn für die gefundenen Laststellungen

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3.5.4 Ermittlung der Einflusslinien mit Hilfe STAB2D

ηA

ηM1

ηMB

Bild 3-17: Einflusslinien Zweifeldträger mit STAB2D

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3.5.5 Dreifeldträger
Für den dargestellten Dreifeldträger sind folgende Einflusslinien gesucht:
ELn für die Auflagerkräfte A und B,
ELn für die Feldmomente M1 und M2 jeweils in Feldmitte
sowie die ELn für die Stützmomente MB und Mc
Es sind zunächst die qualitativen Verläufe der ELn sowie die zugehörigen
Laststellungen mit dem vereinfachten Lastbild aus der DIN 1072 gesucht.
Die genauen Ordinaten sind computerunterstützt zu ermitteln.
Auf der Basis der ermittelten Ordinaten sind mit dem vereinfachten Lastbild die
Extremwerte der gesuchten Auflagerkräfte zu ermitteln.

200 kN 200 KN 200 KN


p = 15 kN/m p = 15 KN/m

1,5 1,5 1,5 1,5


EI = const

6 8 5

ηA

ηB

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ηM1

ηM2

ηMB

ηMc

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Computerunterstützte Ermittlung der Einflusslinien


ηA

ηM1

ηMb

Bild 3-18: Einflusslinien Dreifeldträger mit STAB2D

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3.5.6 Fünffeldträger
Für den dargestellten Fünffeldträger sind folgende Einflusslinien gesucht:
ELn für die Auflagerkräfte B und C,
ELn für die Feldmomente M2 und M3 jeweils in Feldmitte
sowie die ELn für die Stützmomente MB und Mc
Es sind zunächst die qualitativen Verläufe der ELn sowie die zugehörigen
Laststellungen mit dem vereinfachten Lastbild aus der DIN 1072 gesucht.
Die genauen Ordinaten sind computerunterstützt zu ermitteln.
Auf der Basis der ermittelten Ordinaten sind mit dem vereinfachten Lastbild die
Extremwerte der gesuchten Auflagerkräfte zu ermitteln.

3 * ϕ 200 KN

p = ϕ 15 KN/m
p = ϕ 15 kN/m

EI = const

15 25 25 20 15

ηB

ηC

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ηM2

ηM3

ηMB

ηMC

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Computerunterstützte Ermittlung der Einflusslininen


ηB

ηC

ηM2

ηMC

Bild 3-19: Einflusslinien Fünffeldträger mit STAB2D

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3.6 Zusammenfassung Einflusslinien

ηSm (xL)

1) Methoden zur Ermittlung von Einflusslinien


a) Gleichgewichtsmethode
• „Messuhr“ und Tabelle
• Excel-Programm von Prof. Dr. Göttsche, Hochschule Buxtehude

b) Kinematische Methode nach dem PdvV


Verformungsgröße „1“ entgegengesetzt zur betrachteten Kraftgröße aufbringen.
• Auflagerkräfte: Stützensenkung „1“ am betrachteten Auflager

• Querkräfte: Sprung von „1“ am eingefügten Querkraftgelenk

• Biegemomente: Knick von “1“ am eingefügten Momentengelenk

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2) Zweck von Einflusslinien


Einfaches Erkennen von maßgebenden Verkehrslaststellungen zum Erhalt
extremaler (maximaler oder minimaler) Werte von vorgegebenen Kraftgrößen an
einer vorgegebenen Stelle („Messuhr“-Stelle).

3) Auswertung von Einflusslinien


Rasche Ermittlung der vorgegebenen extremalen Kraftgröße an der vorgegebenen
Stelle für die maßgebende Verkehrslaststellung.

S m = ∑ Fi ⋅η Sm ,i ( xi ) + ∫ q ( x) ⋅η Sm ( x)dx

Alternativ kann für die gefundene maßgebende Verkehrslaststellung eine


Schnittkraftermittlung durchgeführt werden.
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3.7 Einflussflächen bei Plattentragwerken


Literatur [10], [21]

[10] Homberg, H.; Ropers, W.: Fahrbahnplatten mit veränderlicher XDO 106
Dicke, Band 1 und 2, Springer-Verlag 1965 und 1968.

[21] Pucher, A.: Einflussfelder elastischer Platten. 5. Auflage 1977. XCF 263
Springer-Verlag.

http://public.beuth-hochschule.de/~herrmann/fem_baukasten/ueberblick/bilder/platte_einflusslinie.gif

Bild 3-20: Einflussfläche für ein Plattentragwerk

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4 Drehwinkelverfahren
4.1 Einführung
4.1.1 Steifigkeit – Systemsteifigkeit
Querschnitts-Dehnsteifigkeit: EA
System-Dehnsteifigkeit: cF
Stütze
F
F

∆ ∆

cF=?

Bild 4-1: System-Dehnsteifigkeit

Querschnitts-Biegesteifigkeit: EI
System-Biegesteifigkeit: cM
Wirkliches System Ersatzsystem

cM=?

ϕ
ϕ

Bild 4-2: System-Biegesteifigkeit

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4.1.2 Einführendes Beispiel

EA = ∞

Bild 4-3: Eingespannter Rahmen

Gesucht sind:
a) Grad der statischen Unbestimmtheit
b) Qualitative Biegelinie
c) Qualitative Biegemomentenlinie
d) Anzahl der geometrischen Systemfreiheitsgrade

Bild 4-4: Eingespannter Rahmen – qualitative Biegelinie und Momentenlinie

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4.1.3 Idee und grundlegende Annahmen für das DWV


Idee
 Schaffen eines geometrisch bestimmten Hauptsystems, das durch zusätzliche
Bindungen starr gemacht wird.
 Gleichungen für Stabendmomente infolge der gesuchten wirklichen
Verformungen aufstellen und Volleinspannmomente infolge der Belastungen am
geometrisch bestimmten Hauptsystem berechnen.
 Knotengleichgewicht und weitere Gleichgewichtsbedingungen liefern
Gleichungssystem für unbekannte Stabendverformungen.
 Einsetzen der Stabendverformungen in Gleichungen für Stabendmomente
zusammen mit Festeinspannmomenten liefern Schnittgrößenverlauf.

2 3
ϕ3
ϕ2

ψS

1 4

Bild 4-5: Skizze zum Drehwinkelverfahren

Entwicklung von Weggrößenverfahren durch


 F. Engesser (1848 – 1931)
 O. Mohr (1835 – 1918)
 L. Mann (1871 – 1959)
 A.S. Ostenfeld (1866 – 1931)

Annahmen für das Drehwinkelverfahren nach Mann


 Vernachlässigung von Schubverformungen
 Vernachlässigung der Normalkraftverformungen ⇒ Stab ist dehnstarr
 Temperatur, Schwinden und Kriechen werden berücksichtigt

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4.1.4 Statische und geometrische Unbestimmtheit


Abzählkriterium zur Ermittlung der statischen Unbestimmtheit n=a+z–3p

a: Summe aller Auflagerreaktionen

z: Summe aller Zwischenreaktionen

p: Anzahl der Systemteile

Abzählkriterium zur Ermittlung der geometrischen Unbestimmtheit m = m1 + m2

m1 = Anzahl (innerer) Knotendrehwinkel (keine Endauflager)

m2 = Anzahl unabhängiger Stabdrehwinkel

Vorgehen zur Ermittlung der Stabdrehwinkel und der Kinematik (s.a. Kap. 1)
1. An jedem Knoten ein Gelenk einführen
2. Falls das System verschieblich ist, die Verschiebungsfigur zeichnen. Polplan zur
Hilfe nehmen!
3. Stabdrehwinkel an jedem Stab bezeichnen.
4. Kinematische Zusammenhänge zwischen den Stabdrehwinkeln herstellen.
Gemeinsame Verschiebung im Gelenk (Nebenpol) verwenden.
5. Abhängigkeiten (Kinematik) ermitteln.

Beispiele zur Ermittlung der statischen bzw. geometrischen Unbestimmtheit

a)

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b)

c)

d)

Bild 4-6: Beispiele zur geometrischen Unbestimmtheit

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4.1.5 Bezeichnungen, Vorzeichendefinitionen für das DWV

i Mki k
Mik

Bild 4-7: Vorzeichendefinition für Biegemomente beim DWV

 Knotenmomente sind linksdrehend positiv


 Stabendmomente sind rechtsdrehend positiv

Mik = M (x=0) Mki = - M (x=ℓ)

Grundbeziehungen am dehnstarren Stab für das DWV

i k
EΙS i k
EΙS
ℓS ℓS
wi
wk
ui ψ ϕk

ϕi ϕi
uk

ψS ui = u k
wk − wi
ψs =
ls

ϕk

Bild 4-8: Geometrische Größen beim DWV

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4.2 Herleitung der Grundgleichungen für Stabendmomente


4.2.1 Ausgangssituation und Lösungsansatz

Ausgangssituation:
Belastete Stäbe (beidseitig oder einseitig
i k eingespannt) in statisch unbestimmten
EIS
Systemen

lS

Gesucht:
Schnittgrößen und Biegelinie

ψs
Unbekannte beim DWV sind:
 Knotendrehwinkel ϕ
ϕi ϕk  Stabdrehwinkel ψ

Geometrisch bestimmtes Hauptsystem

Bild 4-9: Zum DWV

Lösungsansatz (an jedem Stab):


a) Starreinspannmomente / Festeinspannmomente infolge äußerer Belastung
b) Beziehungen für die Momente infolge der unbekannten Verformungsgrößen
c) Gleichgewichtsbedingungen:
an jedem Knoten Σ M = 0
Σ H = 0, Σ V = 0, bzw. Prinzip der virtuellen Arbeiten (PdvA)
(Verschiebungsfigur)
d) Lösungen für die unbekannten Knotendrehwinkel und Stabdrehwinkel
e) Einsetzen liefert endgültige Momente
f) Gleichgewichtskontrollen durchführen

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4.2.2 Stabendmomente infolge von Knotenverdrehungen und -


verschiebungen
Zusammenhang zwischen Kraftgrößen (M,V) und Verformungsgrößen (w, β)
V ′( x) = −q ( x)
M ′( x) = V ( x)
M ′′( x) = V ′( x) = −q ( x)
M ( x) = ∫ σ ( x, z ) ⋅ z ⋅ dA

σ ( x, z ) = E ⋅ ε ( x, z )
ε ( x, z ) = u ' ( x, z )
u ( x, z ) = β ( x) ⋅ z = − w' ( x) ⋅ z
u ' ( x, z ) = − w' ' ( x) ⋅ z
ε ( x, z ) = − w' ' ( x) ⋅ z
σ ( x, z ) = E ⋅ [− w' ' ( x) ⋅ z ]
M ( x) = ∫ E ⋅ [− w' ' ( x) ⋅ z ] ⋅ z ⋅ dA

M ( x) = − E ⋅ w' ' ( x) ∫ z 2 ⋅ dA = − EI ⋅ w' ' ( x)


M ( x) = − EI ⋅ w' ' ( x)
M ′( x) = − EI ⋅ w′′′( x)
M ′′( x) = − EI ⋅ w′′′′( x) = −q ( x)
EIw′′′′( x) = q ( x)
Für q(x) = 0 :
EIw′′′′( x) = 0
EIw′′′( x) = C1 = −V ( x)
EIw' ' ( x) = C1 ⋅ x + C2 = − M ( x)
x2
EIw' ( x) = C1 ⋅ + C2 ⋅ x + C3
2
x3 x2
EIw( x) = C1 ⋅ + C2 ⋅ + C3 ⋅ x + C4
6 2

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Für die Betrachtung von wA ergibt sich: wA


RB 1 : EI ⋅ w′(0) = 0 ⇒ C3 = 0
RB 2 : EI ⋅ w(0) = EI ⋅ wA ⇒ C 4 = EI ⋅ wA
l2 C
RB 3 : EI ⋅ w′(l ) = 0 = C1 ⋅ + C 2 ⋅ l = 0 ⇒ C 2 = − 1 ⋅ l
2 2
l3 l2
RB 4 : EI ⋅ w(l ) = 0 = C1 ⋅ + C 2 ⋅ + EI ⋅ wA = 0
6 2
 C  l
3 2
l
C1 ⋅ +  − 1 ⋅ l  ⋅ + EI ⋅ wA = 0
6  2  2

C1 ⋅

C2

Für die Biegemomente ergibt sich:

M ( x) = − EI ⋅ w′′( x) = −C1 ⋅ x − C 2 =

M (0) =

M (l ) =

M A = M (0) =

M E = − M (l ) =

Für die Querkräfte ergibt sich:

V ( x) = − EI ⋅ w′′′( x) = −C1 =

f zA = −V (0) =
f zE = V (l ) =

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Für die Betrachtung von wE ergibt sich:

RB 1 : EI ⋅ w′(0) = 0 ⇒ C3 = 0 wE
RB 2 : EI ⋅ w(0) = 0 ⇒ C4 = 0
l2 C
RB 3 : EI ⋅ w′(l ) = 0 = C1 ⋅ + C 2 ⋅ l = 0 ⇒ C 2 = − 1 ⋅ l
2 2
l3 l2
RB 4 : EI ⋅ w(l ) = EI ⋅ wE = C1 ⋅ + C 2 ⋅
6 2
 C  l
3 2
l
C1 ⋅ +  − 1 ⋅ l  ⋅ = EI ⋅ wE
6  2  2
1 1 12 ⋅ EI
C1 ⋅ l 3  −  = EI ⋅ wE ⇒ C1 = − ⋅ wE
 
3
6 4 l
C 6 ⋅ EI
C 2 = − 1 ⋅ l = 2 ⋅ wE
2 l
Für die Biegemomente ergibt sich:
12 ⋅ EI 6 ⋅ EI
M ( x) = − EI ⋅ w′′( x) = −C1 ⋅ x − C 2 = ⋅ wE ⋅ x − ⋅ wE
l3 l2
6 ⋅ EI
M (0) = − ⋅ wE
l2
12 ⋅ EI 6 ⋅ EI 6 ⋅ EI
M (l ) = ⋅ w E ⋅ l − ⋅ wE = ⋅ wE
l3 l2 l2
6 ⋅ EI
M A = M (0) = − 2 ⋅ wE
l
6 ⋅ EI
M E = − M (l ) = − 2 ⋅ wE
l
Für die Querkräfte ergibt sich:
12 ⋅ EI
V ( x) = − EI ⋅ w′′′( x) = −C1 = ⋅ wE
l3
12 ⋅ EI
f zA = −V (0) = − ⋅ wE
l3
12 ⋅ EI
f zE = V (l ) = ⋅ wE
l3

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Für die Betrachtung von ϕA ergibt sich:

RB 1 : EI ⋅ w′(0) = EI ⋅ ϕ A ⇒ C3 = EI ⋅ ϕ A
ϕA
RB 2 : EI ⋅ w(0) = 0 ⇒ C4 = 0
l2 C EI
RB 3 : EI ⋅ w′(l ) = 0 = C1 ⋅ + C 2 ⋅ l + EI ⋅ ϕ A = 0 ⇒ C 2 = − 1 ⋅ l − ⋅ϕA
2 2 l
l3 l2
RB 4 : EI ⋅ w(l ) = 0 = C1 ⋅ + C 2 ⋅ + EI ⋅ ϕ A ⋅ l = 0
6 2
l 3  C1 EI  l
2
C1 ⋅ +  − ⋅l − ⋅ ϕ A  ⋅ + EI ⋅ ϕ A ⋅ l = 0
6  2 l  2
1 1 l 6 ⋅ EI
C1 ⋅ l 3  −  − EI ⋅ ϕ A ⋅ + EI ⋅ ϕ A ⋅ l ⇒ C1 = 2 ⋅ ϕ A
6 4 2 l
6 ⋅ EI l EI 4 ⋅ EI
C2 = − 2 ⋅ ϕ A ⋅ − ⋅ϕA = − ⋅ϕA
l 2 l l

Für die Biegemomente ergibt sich:


6 ⋅ EI 4 ⋅ EI
M ( x) = − EI ⋅ w′′( x) = −C1 ⋅ x − C 2 = − ⋅ ϕ A ⋅ x + ⋅ϕA
l2 l
4 ⋅ EI
M (0) = ⋅ϕA
l
6 ⋅ EI 4 ⋅ EI 2 ⋅ EI
M (l ) = − 2 ⋅ ϕ A ⋅ l + ⋅ϕA = − ⋅ϕA
l l l
4 ⋅ EI
M A = M (0) = ⋅ϕA
l
2 ⋅ EI
M E = − M (l ) = ⋅ϕA
l
Für die Querkräfte ergibt sich:
6 ⋅ EI
V ( x) = − EI ⋅ w′′′( x) = −C1 = − ⋅ϕA
l2
6 ⋅ EI
f zA = −V (0) = ⋅ϕA
l2
6 ⋅ EI
f zE = V (l ) = − 2 ⋅ ϕ A
l

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Für die Betrachtung von ϕE ergibt sich:

RB 1 : EI ⋅ w′(0) = 0 ⇒ C3 = 0
RB 2 : EI ⋅ w(0) = 0 ⇒ C4 = 0 ϕE

l2 C EI
RB 3 : EI ⋅ w′(l ) = EI ⋅ ϕ E = C1 ⋅ + C2 ⋅ l ⇒ C2 = − 1 ⋅ l + ⋅ϕE
2 2 l
l3 l2
RB 4 : EI ⋅ w(l ) = 0 = C1 ⋅ + C2 ⋅ = 0
6 2
l 3  C1  l
2
EI
C1 ⋅ +  − ⋅l + ⋅ϕE  ⋅ = 0
6  2 l  2
1 1 l 6 ⋅ EI
C1 ⋅ l 3  −  + EI ⋅ ϕ E ⋅ ⇒ C1 = 2 ⋅ ϕ E
6 4 2 l
6 ⋅ EI l EI 2 ⋅ EI
C2 = − 2 ⋅ ϕ E ⋅ + ⋅ϕE = − ⋅ϕE
l 2 l l

Für die Biegemomente ergibt sich:


6 ⋅ EI 2 ⋅ EI
M ( x) = − EI ⋅ w′′( x) = −C1 ⋅ x − C 2 = − 2
⋅ϕE ⋅ x + ⋅ϕE
l l
2 ⋅ EI
M (0) = ⋅ϕE
l
6 ⋅ EI 2 ⋅ EI 4 ⋅ EI
M (l ) = − 2 ⋅ ϕ E ⋅ l + ⋅ϕE = − ⋅ϕE
l l l
2 ⋅ EI
M A = M (0) = ⋅ϕE
l
4 ⋅ EI
M E = − M (l ) = ⋅ϕE
l
Für die Querkräfte ergibt sich:
6 ⋅ EI
V ( x) = − EI ⋅ w′′′( x) = −C1 = − ⋅ϕE
l2
6 ⋅ EI
f zA = −V (0) = ⋅ϕE
l2
6 ⋅ EI
f zE = V (l ) = − 2 ⋅ ϕ E
l

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Zusammenfassend infolge von Knotensenkungen und –verdrehungen

ϕk = 1
ϕi = 1

4 EI
M ik = ⋅ ϕi M ki =
2 EI
⋅ ϕi M ik =
2 EI
⋅ ϕk M ki =
4 EI
⋅ ϕk
l l l l

wi = 1 wk = 1

6 EI 6 EI 6 EI 6 EI
M ik = ⋅ wi M ki = ⋅ wi M ik = − ⋅ wk M ki = − ⋅ wk
l2 l2 l2 l2

Bild 4-10: Einheitsverformungszustände am beidseitig eingespannten Stab und


Stabendmomente

Zusammenfassung:

4 EI
M ik = ⋅
l


⋅ (ϕ i + 0,5 ⋅ ϕ k − 1,5 ⋅ψ s )
4 EI
M ik =
l 

⋅ (ϕ k + 0,5 ⋅ ϕ i − 1,5 ⋅ψ s )
4 EI
M ki =
l 

⋅ (ϕ i −ψ s )
3EI
M ik =
l

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4.2.3 Stabendmomente infolge äußerer Lasten (Festeinspannmomente)


Tafel der Festeinspannmomente (Vorzeichen DWV)

Lastbild EIS EIS

lS lS

M ik0 M ki0

q 1 2 1 2 1
− ql S + ql S − ql S2
12 12 8

qi 1 1 1
− qi l S2 + q i l S2 − qi l S2
20 30 15

1 1 7
qk − qk l S2 + qk l S2 − qk l S2
30 20 120

F α 2 β Fl S 1
− α β (1 + β ) Fl S
α lS β lS − αβ 2 Fl S
2

− ( 2 β − 3β 2 )M L − ( 2α − 3α 2 )M L 1
ML
− (1 − 3β 2 ) M L
α lS β lS 2

α T ∆T α T ∆T α T ∆T
d − EI S ⋅ EI S ⋅ − 1,5 ⋅ EI S ⋅
d d d
∆T

ϕic EI S c EI S c EI S c
+4 ϕi +2 ϕi +3 ϕi
lS lS lS

W kc EI S c EI S c EI S c
−6 wk −6 wk −3 wk
l S2 l S2 l S2

α lS β lS EI S EI S EI S
( −6 β + 2 ) (6α − 2) ( −3 β )
1 lS lS lS

α lS β lS EI S EI S EI S
6 6 3
l S2 l S2 l S2
1

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Vorzeichen der Festeinspannmomente

Vz Statik: rot / Vz DWV: blau

w
w

EI S
Vz DWV ⋅ 6 ⋅ ⋅w
lS2
w w

w w

w
w

EI S
Vz DWV ⋅ 3 ⋅ 2
⋅w
lS

w w

Bild 4-11: Vorzeichen der Festeinspannmomente bei Stützensenkung


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4.2.4 Endgültige Stabendmomente

 ´s = Ιc / ΙS * S
⋅ (ϕi + 0,5 ⋅ ϕ k − 1,5 ⋅ψ s ) + M ik0 
4 EI c
M ik =
l′ 

⋅ (ϕ k + 0,5 ⋅ ϕi − 1,5 ⋅ψ s ) + M ki
4 EI c 0
M ki =
l′ 

⋅ (ϕi −ψ s ) + M ik0
3EI c
M ik =
l′
4.3 Aufstellen der Systemgleichungen
Systemgleichungen = Gleichgewichtsbedingungen
 m1 Knotengleichungen
an jedem Knoten i = 1 .. m1 : Σ Mik = 0

 m2 Netzgleichungen
für m2 unabhängige Stabdrehwinkel:
Gleichgewichtsbedingungen durch Prinzip der virtuellen Arbeiten (PdvA)
Arbeit der äußeren Lasten und der Stabendmomente

Ψ2

F1
f1 Ψ1

A * = 0 = Σ(M ik ⋅ Ψi ( Ψ1 ) ) + Σ(Fi ⋅ f i ( Ψ1 ) )
Virtuelle Arbeiten der Stabendmomente
+ virtuelle Arbeiten der Einzelkräfte oder Teilresultierenden
_______________________________________________________________________________________________________

 m = m1 + m2 Gleichungen für m unbekannte Verformungsgrößen

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4.4 Rechengang beim DWV

1. Systemvereinfachungen durchführen (statisch bestimmte


Teilsysteme „abtrennen“), falls möglich.
EI c
l
2. Einführung reduzierter Stablängen S ′ = l
EI S ,
S

falls unterschiedliche Steifigkeiten gegeben sind.


3. Bestimmung des Grades der geometrischen Unbestimmtheit m als
Summe der m1 unbestimmten Knotendrehwinkel ϕi und der m2
unabhängigen Stabdrehwinkel ψ.
 Falls m2 > 0: Kinematische Beziehungen zwischen den
Stabdrehwinkeln aufstellen.
4. Ermittlung der Starreinspannmomente (Festeinspannmomente)= Mik°
und Mki° infolge der gegebenen Einwirkungen mit den Tabellen in
Abschnitt 3. Vorzeichenregelung: DWV!
5. Stabendmomente durch die geometrisch Unbekannten und
Festeinspannmomente ausdrücken:

M ik = 4
EI c
(ϕi + 0,5ϕ k − 1,5ψ S ) + M ik0
ls′

M ik = 3
EI c
(ϕi −ψ S ) + M ik0
ls′
6. Aufstellen der Knotengleichungen für jeden verdrehbaren Knoten.
Falls vorhanden. Mk nicht vergessen!
7. Fall m2>0: Den Mechanismus (Kinematische Kette) zeichnen und
Netzgleichung mit Hilfe des Prinzips der virtuellen Verrückungen
(PdvV) aufstellen. Krag- und Lastmomente verrichten keine
Arbeit; Krag-Querkräfte verrichten Arbeit!
8. Lösung des linearen Gleichungssystems aus Knoten- und
Netzgleichungen.
9. Ermittlung der endgültigen Stabendmomente aus den
Stabendmomentenbeziehungen (5.) und den in (8.) errechneten ϕi
und ψS.
10. Rückübersetzen der in der DWV-Vorzeichenkonvention gewonnenen
Stabendmomente in die klassische Vorzeichenkonvention (Statik).
11. Gleichgewichtskontrollen an charakteristischen Tragwerksteilen und
am Gesamtsystem.
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4.5 Einführende Beispiele


4.5.1 Beispiel 1

2 3

F = 20 kN 2

HEB 400 h= 4 m
1 3

1 4

ℓ=8 m

Bild 4-12: Beispiel 1 zum DWV

Bild 4-13: Beispiel 1 zum DWV – Ergebnisse Stab2D

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 102


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4.5.2 Beispiel 2

q = 12 kN/m
2 3
MLast = 15 kNm
F = 20 kN 2 HEA 500

1 3 h= 6 m

1 IPE 500 4

ℓ=10 m

Bild 4-14: Beispiel 2 zum DWV

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4.5.3 Beispiel 3

F1 = 10 kN F2 = 10 kN
w = 4 kN/m
w = 4 kN/m 2
1m
2 HEA 500 3

5m
1 3 6m

IPE 500
1 4

∆sv = 1cm
2m 6m 2m 2m

Bild 4-15: Beispiel 3 zum DWV

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 104


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4.5.4 Beispiel 4

q=1,125 kN/m

System, Abmessungen
2 2 3
EΙc = EΙ1 = 800 kNm2
EΙ2 = 4800 kNm2
1 3
h=8 h = 8 m;  = 12 m
1 ´ = Ιc / ΙS ⋅  =  ⋅ (Ι1 / Ι2 )
4
h´ = Ιc / ΙS ⋅ h = h ⋅ (Ι1 / Ι1 ) = h
ℓ=12 q = 1,125 KN/m
m=2+1

Festeinspannmomente
Ψ2 = Ψ1 q
M340 =
M430 =
Ψ1

Bild 4-16: Beispiel 4 zum DWV

Stabendmomente

M12 =

M21 =

M23 =

M32 =

M34 =

M43 =

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Gleichungssystem
EΙc ϕ2 EΙc ϕ3 EΙc ψ RS

Lösung
EIc ϕ2 = - 3,92 ; EIc ϕ3 = 0,08 ; EIc ψ = - 12,96
ϕ2 = - 0,49 ⋅ 10-2 ; ϕ3 = 0,01 ⋅ 10-2 , ψ = - 1,62 ⋅ 10-2

M12 = = 8,74 kNm

M21 = = 7,76 kNm; M21Statik = - 7,76 kNm

M23 = = -7,76 kNm;

M32 = = -3,76 kNm; M21Statik = + 3,76 kNm

M34 = = 3,76 kNm

M43 = = 15,74 kNm; M21Statik = - 15,74 kNm

7,76
3,76

8,74 15,74

Bild 4-17: Ergebnisse zum einführenden Beispiel

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4.6 Vorgegebene Auflagerverdrehung und -verschiebungen


4.6.1 Allgemeines
Die vorgegebenen Auflagerverformungen ϕ10, c1v, c1h erzeugen
Festeinspannmomente infolge von Knotendrehwinkeln ϕ0 und Stabdrehwinkeln ψ0 .

2 3

Auflagerverdrehung ϕ10
2

h 1

ϕ10

ψ20
Vertikale Auflagerverschiebung c1v
c1v

c1v

Horizontale Auflagerverschiebung c1h

ψ10

c1h

Bild 4-18: Festeinspannmomente für Auflagerbewegungen


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4.6.2 Vorgegebene Auflagerverschiebung im einführenden Beispiel

2 2
3

h =8
1 3

1
4

ℓ c4h = 4 cm

Bild 4-19: Rahmenbeispiel mit Knotenverformung

Festeinspannmomente infolge c4h

Knotengleichungen

Netzgleichung

Ψ1 Ψ2 = Ψ1

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Gleichungssystem (Auflagerverschiebung c4h = 4cm)

EΙc ϕ2 EΙc ϕ3 EΙc ψ EΙc RS


0

Lösung
ϕ2 = 0,125 ⋅ 10-2 ; ϕ3 = - 0,125 ⋅ 10-2 , ψ = 0,250 ⋅ 10-2
EΙc ϕ2 = 1,00 ; EΙc ϕ3 = -1,00 ; EΙc ψ = 2,00

M12 = = -1,25 kNm

M21 = = -1,00 kNm; M21Statik = 1,00 kNm

M23 = = 1,00 kNm

M32 = = -1,00 kNm; M32 Statik = 1,00 kNm

M34 = = 1,00 kNm

M43 = = 1,25 kNm; M43 Statik = -1,25 kNm

1,00 1,00

1,25 1,25
4 cm

Bild 4-20: Ergebnisse zum Rahmen mit Knotenverformung

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 109


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4.7 Temperaturlastfälle

To
TS
= + d

TA Tu TS ∆T= Tu – To
Bild 4-21: Temperaturlastfälle

TA : Aufstelltemperatur (manchmal: T0)


TS : gleichmäßige Temperaturänderung (konstant über den Querschnitt, gemessen in
der Schwerpunktachse)  erzeugt Dehnung / Normalkraft bei Dehnbehinderung
∆ℓT = αT ⋅ Ts ⋅ ℓ
To : gemessene Temperatur an der Konstruktionsoberseite αT ⋅ ∆T
κ∆T =
Tu : gemessene Temperatur an der Konstruktionsunterseite d
∆T = Tu – To; Temperaturgradient  erzeugt Krümmungen und Biegemomente
4.7.1 Gleichmäßige Temperaturveränderung T
Behandlung wie Stützensenkung

2 3
Ts = const.
ψ10

4.7.2 Ungleichmäßige Temperaturänderung ∆T über den Querschnitt

∆T = const.

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4.7.3 Gleichmäßige Temperaturänderung T im einführenden Beispiel

∆h =

2 2
3

Ts = 125° C h
1 3
αT = 10-5 1/K
1
4

Bild 4-22: Rahmenbeispiel mit Temperatur Ts

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 111


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Gleichungssystem (T=const.)

EΙc ϕ2 EΙc ϕ3 EΙc ψ EΙc RS

Lösung
ϕ2 = -0,08 ⋅ 10-2 ; ϕ3 = - 0,08 ⋅ 10-2 , ψ = - 0,04 ⋅ 10-2

M12 = = 0,08 kNm

M21 = = - 0,08 kNm; M21Statik = 0,08 kNm

M23 = = 0,08 kNm

M32 = = 0,08 kNm; M32 Statik = -0,08 kNm

M34 = = - 0,08 kNm

M43 = = 0,08 kNm; M43 Statik = -0,08 kNm

0,32 cm -0,08
1cm

0,08

0,08
- 0,08

Bild 4-23: Ergebnisse zum Rahmen mit Temperatur Ts

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4.7.4 Ungleichmäßige Temperaturänderung ∆T im einführenden Beispiel

d2 = 1,6 m

h=8m
∆T = 60 K

d1 = 0,8 m d3 = 0,8 m
ℓ = 12 m

Bild 4-24: Rahmenbeispiel mit Temperaturgradient

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 113


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Gleichungssystem (∆T = const.)

EΙc ϕ2 EΙc ϕ3 EΙc ψ EΙc RS

Lösung
ϕ2 = 0,1 ⋅ 10-2 ; ϕ3 = - 0,1 ⋅ 10-2 , ψ=0

M12 = = - 0,40 kNm

M21 = = 1,00 kNm; M21Statik = -1,00 kNm

M23 = = -1,00 kNm

M32 = = 1,00 kNm; M32 Statik = -1,00 kNm

M34 = = - 1,00 kNm

M43 = = 0,40 kNm; M43 Statik = -0,40 kNm

-1,00 -1,00

-0,40 - 0,40

Bild 4-25: Ergebnisse zum Rahmen mit Temperaturgradient

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 114


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4.8 Weitere Beispiele


4.8.1 Beispiel mit Federn

3 3 3

F 3

EI
cM =
6

45°
F
EI
F/2 cF =
3⋅F 216

2

cM = EΙ
6 6
cF =
216

Bild 4-26: Beispiel mit Federn

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 115


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Kinematik
6/ 2
6m

ψ1 = ψ
ψ2 = - 2 ψ

Bild 4-27: Federbeispiel - Kinematik

Festeinspannmomente
F l F 6
M 120 = − ⋅ = − ⋅ = −0,375 F
2 8 2 8
F l F 6
M 210 = ⋅ = ⋅ = 0,375 F
2 8 2 8

Stabendmomente
EI
M 12 = 4 ⋅ (ϕ1 + 0,5ϕ 2 − 1,5ψ ) − 0,375 F
l
EI
M 21 = 4 ⋅ (ϕ 2 + 0,5ϕ1 − 1,5ψ ) + 0,375 F
l

M 23 = 3
EI
l
[ (
⋅ ϕ 2 − − 2 ⋅ψ )]

Knotengleichungen
Knoten 1


cM =
6m

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Knoten 2

Netzgleichung

Ψ1
Ψ2 =

Bild 4-28: Kinematik und virtuelle Arbeit

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Gleichungssystem
EΙ ϕ2 EΙ ϕ3 EΙ ψ RS
5 1 -1 0,375 F
6 3
1 7 2 2,625 F
3 6 2 -1
1 2 19 -7,5 F
1- 2 - 6

Lösung
EΙ ϕ1 = 4,376 F; EΙ ϕ2 = 1,987 F; EΙ ψ = 3,934 F

Stabendmomente
4
M12 = 6 (4,376 F + 0,5 ⋅1,987 ⋅F – 1,5 ⋅3,934⋅ F) – 0,375 F = - 0,729 F

4
M21 = 6 (1,987 F + 0,5 ⋅ 4,376 ⋅ F – 1,5 ⋅3,934⋅ F) + 0,375 F = - 0,776 F

3
M23 = 6 [1,987 F – (Fehler! Textmarke nicht definiert.- 2 ⋅ 3,934 ⋅ F) ] = 3,776 F
E A

ψ1 = ψ
ψ2 = - 2 ψ

Bild 4-29: Ergebnisse zum Beispiel mit Federn

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4.8.2 Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten

6m 6m

q = 3 KN/m

Bezogene Längen
3 EΙc 3 EΙc
ℓ´ = (EΙc / EΙS )⋅ ℓ

6m ℓ1´ = (EΙc / 3 EΙc )⋅ 6 m = 2 m = ℓ2´


ℓ3´ = (EΙc / 2 EΙc )⋅ 6 m = 3 m
2 EΙc
ℓ4´ = (EΙc / 2 EΙc ) ⋅ 2 ⋅6 m = 6 m

m=2+0
2 EΙc
6m
2 EΙc

Bild 4-30: Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten

Festeinspannmomente
ql 2
M =−
0
12 =
12
ql 2
M =0
21 =
12

ql 2
M 230 = − =
8

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Stabendmomente
4 EI c
M12 = ( ϕ1 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ1 ) + M120 = EΙc ϕ2 – 9 kNm
2
4 EI c
M21 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ1 – 1,5 ψ1 ) + M210 = 2 EΙc ϕ2 + 9 kNm
2
3EI c
M23 = ( ϕ2 - 1,0 ψ2 ) + M230 = 1,5 EΙc ϕ2 – 13,5 kNm
2
4 EI c 4 2
M24 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ4 – 1,5 ψ3 ) + M240 = 3 EΙc ϕ2 + 3 EΙc ϕ4
3
4 EI c 4 2
M42 = ( ϕ4 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ3 ) + M420 = 3 EΙc ϕ4 + 3 EIc ϕ2
3
4 EI c 2
M45 = ( ϕ4 + 0,5 ϕ5 – 1,5 ψ4 ) + M450 = 3 EΙc ϕ4
6
4 EI c 1
M54 = ( ϕ5 + 0,5 ϕ4 – 1,5 ψ4 ) + M540 = 3 EΙc ϕ4
6
3EI c 1
M46 = ( ϕ4 – ψ5 ) + M460 = 2 EΙc ϕ4
6
Knotengleichgewicht

M21 M21 + M23 + M24 = 0


M23

M24 29 2
6 EΙc ϕ2 + 3 EΙc ϕ4 = 4,5

M42 M42 + M45 + M46 = 0

M46 2 5
c ϕ2 +
M45 3 EΙ 2 EΙc ϕ4 = 0

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Stabendmomente
M12 =

M21 =

M23 =

M24 =

M42 =

M45 =

M54 =

M46 =

Knotengleichgewicht

M21 M21 + M23 + M24 = 0


M23

M24

M42 M42 + M45 + M46 = 0

M46
M45

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Gleichungssystem
EΙc ϕ2 EΙc ϕ4 RS
29 2 4,5
6 3
2 5 0
3 2

Lösung
EΙc ϕ2 = 0,967 ; EIc ϕ4 = - 0,258

Stabendmomente
M12 = EΙc ϕ2 – 9 kNm = 0,967 – 9 =

M21 = 2 EΙc ϕ2 + 9 kNm =2⋅

M23 = 1,5 EΙc ϕ2 – 13,5 kNm =


4 2
c ϕ2 +
M24 = 3 EI 3 EΙc ϕ4 =

4 2
c ϕ4 +
M42 = 3 EΙ 3 EΙc ϕ2 =

2
M45 = 3 EΙc ϕ4 =

1
M54 = 3 EΙc ϕ4 =

1
M46 = 2 EΙc ϕ4 =

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Weitere Verformungen
Biegelinie

EIc ϕ2 = 0,967
EIc ϕ4 = - 0,258

EIc ϕ3 = - 4,984
EIc ϕ5 = 0,129

-10,934 -12,05
-8,033

1,117

-0,300

-0,13

0,17
-0,09

Bild 4-31: Beispiel mit unterschiedlichen Steifigkeiten: Momentenlinie und


Verformungen
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4.8.3 Klausuraufgabe 1
Für das nachfolgend dargestellte statische System sind die Biegemomente nach dem
Drehwinkelverfahren zu ermitteln und unter Angabe aller Extremwerte zeichnerisch
darzustellen. Material für alle Stäbe: Stahl S 235.

w= 1 kN/m

6m
Ι1 = 14320 cm4
0,5 m

F = 6 KN

2m
4m

Ι2 = 91428 cm4
2m 1m

Vorgegebene
Fundamentverdrehung:
ϕc = 0,0001 (rad)

Bild 4-32: Klausuraufgabe 1: System, Belastung, Momentenlinie

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 124


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4.8.4 Klausuraufgabe 2

5m 2m
F = 100 kN

T = -20 K 4m
EΙ =
const.

Bild 4-33: Klausuraufgabe 2: System und Belastung

Wärmedehnzahl: αt = 1,2 ∙10-5 1/K


E-Modul: E = 210000 MN/m2
Trägheitsmoment: Ι = 57680 cm4
Steifigkeiten: EΙ = konst.; EA = ∞

EΙ =

Festeinspannmomente
 infolge der Einzellast:
M120 = - α ⋅β2 ⋅F ⋅ℓ =
M210 = α2 ⋅β⋅ F ⋅ℓ =

 infolge der Verkürzung

 Gesamt
M120 = -40,81 kNm – 14,23 kNm = -55,04 kNm

M210 = 102,04 kNm - 14,23 kNm = 87,80 kNm

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Stabendmomente
4EI 2EI
M12 = ( ϕ1 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ1 ) + M120 = ϕ2 – 55,04 kNm
7 7
4EI 4EI
M21 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ1 – 1,5 ψ1 ) + M210 = ϕ2 + 87,80 kNm
7 7
4EI EI
M23 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ3 – 1,5 ψ2 ) = EΙ ϕ2 + ϕ3
4 2
4EI EI
M32 = ( ϕ3 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ2 ) = EΙ ϕ3 + ϕ2
7 2
3EI 3
M34 = ( ϕ3 – ψ3 ) = 7 EΙ ϕ3
7

Knotengleichungen

M21 + M23 = 0
M21

M23
11 1
7 EΙ ϕ2 + 2 EΙ ϕ3 = -87,80

M32
M32 + M34 = 0

M34 1 10
2 EΙ ϕ2 + 7 EΙ ϕ3 = 0

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 126


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Gleichungssystem
EΙ ϕ2 EΙ ϕ3 RS Lösung:
11 1 -87,80 EΙ ϕ2 = - 62,87
7 2 EΙ ϕ3 = 22,00
1 10 0 ϕ2 = - 5,19 * 10-4
2 7
ϕ3 = 1,817 * 10-4

Stabendmomente
2EI 2
M12 = ϕ2 – 55,04 kNm = 7 (- 62,87) – 55,04 = -73,00 kNm
7
4EI 4
M21 = ϕ2 + 87,80 kNm = 7 (-62,87) + 87,80 = 51,87 kNm = -
7
EI
M23 = EΙ ϕ2 + 2 ϕ3 = -62,87 + 0,5 * 22 = -51,87 kNm

EI
M32 = EΙ ϕ3 + 2 ϕ2 = 22 +0,5 * (-62,87) = - 9,43 kNm = +

3 3
M34 = 7 EΙ ϕ3 = 7 22 = 9,43 kNm

Bild 4-34: Klausuraufgabe 2: Momentenlinie und Verformungen

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 127


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4.8.5 Klausuraufgabe 3
Für das nachfolgend dargestellte statische System sind die Biegemomente infolge der beiden
Einzellasten und der Temperaturlastfälle mit Hilfe des Drehwinkelverfahrens zu ermitteln. Der
Verlauf der Biegemomente ist zeichnerisch darzustellen.

To Für sämtliche Stäbe:


E = 33.000 MN/m2
d/b = 60 cm / 100 cm
To
3m Tu
Aufstelltemp.: T0 = 10° C
Tu = 20° C, To = 50° C
αT = 1,0 ⋅ 10-5 1/K
Tu
F=100 kN F=100 kN

1m 2m 1m 2m

Bild 4-35: Klausuraufgabe 3: System und Belastung

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 128


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4.8.6 Klausuraufgabe 4

EΙ = const.
EA = ∞

F = 20 kN 4m

2m 2m
4m

q = 5 kN/m

Bild 4-36: Klausuraufgabe 4: System und Belastung

Festeinspannmomente
ql 2
M 120 = − =
12
ql 2
M 0
23 =− =
12
ql 2
M 0
32 = =
12

Fl
M 240 = − =
8

Fl
M 420 = =
8

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 129


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Kinematik

Stabendmomente
4EI 1 3 20
M12 = ( ϕ1 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ1 ) + M120 = 2 EΙ ϕ2 - 2 EΙ ψ1 – 3 kNm
4
4EI 3 20
M21 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ1 – 1,5 ψ1 ) + M210 = EΙ ϕ2 - 2 EI ψ1 + 3 kNm
4
4EI 3 20
M23 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ3 – 1,5 ψ2 ) + M230 = EΙ ϕ2 + 2 EΙ ψ1 – 3 kNm
4
4EI 1 3 20
M32 = ( ϕ3 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ2 ) + M320 = 2 EΙ ϕ2 + 2 EΙ ψ1 + 3 kNm
4
4EI
M24 = ( ϕ2 + 0,5 ϕ4 – 1,5 ψ3 ) + M240 = EΙ ϕ2 - 10 kNm
4
4EI 1
M42 = ( ϕ4 + 0,5 ϕ2 – 1,5 ψ3 ) + M540 = 2 EΙ ϕ2 + 10 KNm
4

M23
M21 + M23 + M24 = 0

M24

10
EΙ ϕ2 = 3
M21

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Netzgleichung

(M12+M21)⋅ Ψ1- (M23 + M32) ⋅ Ψ1 + 2 ⋅ R ⋅ ∆h = 0


Ψ2 = − Ψ1 ∆h = 2m ⋅ Ψ1 ; R = R1 = R2 = 5 ⋅ 4 = 20 kN

F = 20KN

2m 2m
Ψ1

q = 5 kN/m

Lösung
10 40
EΙ ϕ2 = 3 ; EI ψ1 = 3 ; EΙ h = EI ψ1 * 4 = 53,33 KNm3

Stabendmomente
1 3 20 1 10 3 40 20
M12 = 2 EΙ ϕ2 - 2 EΙ ψ1 – 3 kNm =2 3 - 2 3 – 3 = -25 kNm

3 20 10 3 40 20
M21 = EΙ ϕ2 - 2 EΙ ψ1 + 3 kNm = 3 - 2 3 + 3 = - 10 kNm = +

3 20 10 3 40 20
M23 = EΙ ϕ2 + 2 EΙ ψ1 – 3 kNm = 3 + 2 3 – 3 = 16,67 kNm

1 3 20 1 10 3 40 20
M32 = 2 EΙ ϕ2 + 2 EΙ ψ1 + 3 kNm =2 3 +2 3 + 3 = 28,33 kNm = -

10
M24 = EΙ ϕ2 - 10 kNm = 3 - 10 = - 6,67 kNm

1 1 10
M42 = 2 EΙ ϕ2 + 10 kNm = 2 3 + 10 = 11,67 kNm = -

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 131


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Momentenlinie

Qualitative Biegelinie

Bild 4-37: Klausuraufgabe 4: Momentenlinie und Verformungen

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 132


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4.8.7 Durchlaufträger
ML = 6 kNm q2 = 4 kN/m F = 2 kN
q1 = 3 kN/m

2,5 2,5 2m
4m 5m

Bild 4-38: Durchlaufträger: System und Belastung

Festeinspannmomente
0
M 21 =

M230 =

M320 =

M340 =

Stabendmomente

M21 =

M23 =

M32 =

M34 =

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 133


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Knotengleichungen

M21 + M23 = 0

M32 + M34 = 0

Gleichungssystem
EΙ ϕ2 EΙ ϕ3 RS
Lösung
31 2 -4,5
EΙc ϕ2 = - 5,522
20 5
EΙc ϕ3 = 10,149
2 7 12
5 5

Stabendmomente
3EI 3
M21 = ϕ2 + 6 kNm = 4 (-5,522) + 6 kNm = 1,86 kNm = -1,86 kNm
4
4EI 2EI 3 4 2 3
M23 = ϕ2 + ϕ3 – 2 kNm = 5 (-5,522) + 5 (10,149) – 2 kNm = -1,86 KNm
5 5
2EI 4EI 3 4 2 3
M32 = ϕ2 + ϕ3 – 2 kNm = 5 (10,149) + 5 (-5,522) – 2 kNm = 4,41 kNm =
5 5
3EI 21 3 21
M34 = ϕ3 - kNm = 5 (10,149) - kNm = -4,41 kNm
5 2 2

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Momentenlinie
6,14
4,41 4,0
1,86
0,135

12,5
6,0

5,07

8,3

Qualitative Biegelinie

Bild 4-39: Durchlaufträger: Biegemomente und Verformungen

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 135


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4.9 Vergleich KGV – WGV

Kraftgrößenverfahren Weggrößenverfahren

Ausgangssystem Ausgangssystem

m c m d

a b

Grad der statischen Unbestimmtheit: Grad der geom. Unbestimmtheit:


n= a + z – 3p = 3 + 3 – 3 ⋅ 1 = 3 m= m1 + m2 = 2 + 1 = 3

Hauptsystem Hauptsystem
H

δm
Mc Md

δb
δa

Gleichgewicht am HS ist erfüllt.


Verformungsbedingungen sind verletzt. Gleichgew.-bedingungen sind verletzt

Unbekannte Unbekannte

Mm ϕd
ϕc

ψS
Ma Mb

Statisch unbestimmte Schnittgrößen Geometrisch unbestimmte FÄ-Größen

Lösung: Kompatibilitätsbedingungen Lösung: Gleichgewichtsbedingungen


δa = 0 Σ Mc = 0
δb = 0 ⇒ Statisch Unbestimmte Σ Md = 0 ⇒ Geom. Unbestimmte
δm = 0 ΣH =0

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 136


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5 Grundlagen Matrizenrechnung
5.1 Motivation aus dem Kraftgrößenverfahren
Lineares, inhomogenes Gleichungssystem

X1 ⋅ δ11 + X2 ⋅ δ12 + ... Xn ⋅ δ1n = - δ10


X1 ⋅ δ21 + X2 ⋅ δ22 + ... Xn ⋅ δ2n = - δ20
.

X1 ⋅ δn1 + X2 ⋅ δn2+ ... Xn ⋅ δnn = - δn0

Matrizenschreibweise

δ 11 δ 12 δ ki δ n1   X 1  δ 10 
δ
 21 δ 22 δ n 2   X 2  δ 20 
 = - 
δ ik δ ii   X i  δ i 0 
 
δ n1 δ n 2 δ nk δ nn   X n  δ n 0 
δ ⋅ X = - δ0
Delta-Matrix * Unbekanntenvektor = - Lastverschiebungsvektor (rechte Seite)
Lösung: X = [ δ-1] ⋅ [- δ0]

5.2 Vektoren und Matrizen


5.2.1 Einführung
Beispiele für Vektoren

 X1   u1   N1   F1 
X  w  V   F 
 2  1  1   2 
 X3   ϕ1  M1   ql1 
       
X=  ..  ; u(e) =  u2  ; S(e) =  N2  F(e) = M
 L1 
 .   w2   V2  M L 2 
       
 X m  ϕ 2   M 2   F3 
Element- Element- Element-
Unbekanntenvektor Verschiebungsvektor Schnittkraftvektor Lastvektor

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 137


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Definition einer Matrix


Ein (n*m)Matrix ist eine Anordnung von Zahlen in n Spalten und m Zeilen.
n Spalten
 a11 a12 . . a1n 
a a2 n 
 21 a22 a23
m Zeilen  . aki 
  = A(n,m)
 aik . 
 
 
am1 am 2 amn  ( n,m )

Arten von Matrizen

Bezeichnung Eigenschaften

Rechteckmatrix Anzahl der Spalten n ≠ Anzahl der Zeilen m


Quadratmatrix Anzahl der Spalten n = Anzahl der Zeilen m

Symmetrische Quadratmatrix, bei der die Elemente an der Diagonalen


Matrix gespiegelt werden, so dass gilt: aik = aki und A = AT

Diagonalmatrix a11 0 0 0 Quadratmatrix, bei der nur die


 0 a 0
Diagonalterme besetzt sind:
 22 0
aik = 0 für i ≠ k
 0 0 a33 0
 
 0 0 0 ann 

Einheitsmatrix 1 0 0 0 Diagonalmatrix, bei der alle


0 1 0 0
Diagonalelemente 1 sind:
 =1 aik = 1 für i = k
0 0 1 0
  aik = 0 für i ≠ k
0 0 0 1

Nullmatrix Alle Elemente sind Null: aik = 0 für alle i, k.

Transponierte AT entsteht durch Vertauschen der Spalten und Zeilen der


Matrix Ausgangsmatrix A.
Es gilt: (A ⋅ B )T = BT ⋅ AT und (AT)T = A

Tabelle aus [16] H. Werkle: Finite Elemente in der Baustatik

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 138


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5.2.2 Rechenregeln für Matrizen


Addition und Subtraktion (nur bei Matrizen gleicher Ordnung)
A + B = C, mit cij = aij + bij
A + B = B + A (Kommutativgesetz)
A + (B + C) = (A + B) + C (Assoziativgesetz)
Multiplikation mit einer Konstanten
c ⋅ A = B, mit bij = c ⋅ aij
Multiplikation mit einem Vektor
m
A(n*m) ⋅ vm = wm, mit wi = ∑a
k =1
ik ⋅vk

Die Multiplikation einer Matrix mit einem Vektor ist nur möglich, wenn die Spaltenanzahl
der Matrix gleich der Zeilenanzahl des Vektors ist.

v 1 
v 
 2
v 3 

a11 a12 a13 


a a22 a23 
 21
a31 a32 a33 

Multiplikation von 2 Matrizen

A(n,m) ⋅ B(l,n) ≠ B ⋅ A (Kommutativgesetz gilt nicht !)


Die Multiplikation zweier Matrizen ist nur möglich, wenn die Spaltenanzahl der ersten
Matrix gleich der Zeilenanzahl der zweiten Matrix ist.
m
A(n*m) ⋅ B(l*n) = Cm*l, mit cij = ∑ak =1
ik ⋅ bkj

 b11 b12 
b b22 
 21
b31 b32 
 
b41 b42 

a11 a12 a13 a14 


a a24 
 21 a22 a23

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5.2.3 Übungsaufgaben
Es ist das Produkt w = A ⋅ v zu berechnen

2 5 3 10
A = 8 3 4  v = 12
  ;
 
6 7 1  5 

Gesucht sind AT und BT


3 5 10 2 3 2 2 
A = ; B = 
8 2 3 5 3 4 5

Es sind die Produkte (A ⋅ B)T sowie BT ⋅ AT zu bilden.


 3 − 2
3 − 2 4 1   −1 4 
A = 4 5 7 − 3 ; B =  
  6 5
6 − 1 4 8   
− 2 2

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 140


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6 Finite-Element-Methoden (FEM)
6.1 Einführung
6.1.1 Geschichtliche Entwicklung
Mathematische Grundlagen (Infinitesimalrechnung)
• Isaac Newton (1642 – 1727)

• Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

• Leonard Euler (1707 – 1783)

Mechanische Grundlagen
• Galileo Galilei (1564 – 1642)

• Jakob Bernoulli (1655 - 1705)

• Leonard Euler (1707 – 1783)

• Pierre-Simon Laplace (1749 – 1827)


• Sophie Germain (1776 – 1831)

• Gustav Robert Kirchhoff (1824 – 1887)

• Stepan Tymoschenko (1878 – 197

• Raymond David Mindlin (1906 – 1987)

• Eric Reissner (1913 – 1996)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 141


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Grafische Statik
• Pierre Varignon (1654 – 1722)

• Karl Culmann (1821 – 1881)

• Antonio Luigi Gaudenzio Giuseppe Cremona (1830 – 1903)

• Christian Otto Mohr (1835 – 1918)

• Karl Wilhelm Ritter (1847 – 1906)

Entwicklung von Variationsrechnung und Näherungsverfahren zur numerischen


Lösung kontinuierlicher Probleme
• Leonard Euler (1707 – 1783)

• Joseph Louis Lagrange (1736 – 1813)

• John William Strutt, 3. Baron Rayleigh (1842 – 1919)

• Boris Galerkin ( 1871 - 1945)

• Walter Ritz ( 1878 – 1909 )

Computerentwicklung
• Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 - 1716)

• Konrad Zuse (1910 – 1995)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 142


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Baustatische Verfahren
• Claude Louis Marie Henri Navier (1785 – 1836)

• Benoit Paul Emile Clapeyron (1799 – 1864)

• James Clerk Maxwell (1831 – 1879)

• Carlo Alberto Castigliano (1847 – 1884)

• Heinrich Franz Bernhard Müller-Breslau (1851 – 1925)

• Asker Skovgaard Ostenfeld (1866 – 1931)

Finite Elemente
• Richard Courant (1888 – 1972)

• Ray William Clough (geb. 1920)


• M. Jonatan Turner

• John Argyris (1913 – 2004)

• Olgierd Zienkiewicz (1921 – 2009)

• J. Tinsley Oden (geb 1936)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 143


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6.1.2 Grundsätzliche Zusammenhänge

Kraftgrößen Weggrößen

Äußere Kraftgrößen Äußere Weggrößen


 Verschiebungen
u, v, w
kN kN βx,β y,βz
 Lasten F (kN), q ( ),p ( 2 )  Verdrehungen
m m
 Lastmomente ML

Kinematik (Verzerrungs-
Gleichgewicht Verschiebungs-Beziehung)

N ′( x) = − n x ( x)
du
ε ( x) = = u′
dx
V ′( x) = − q z ( x)
ε ( x, z ) = z ⋅ β ′ = − z ⋅ w′′
M ′( x) = V ( x)

Innere Kraftgrößen Innere Weggrößen


 Normalkräfte N  Verzerrungen ε ( x) = u ′
 Querkräfte Vy, Vz  Gleitungen γ ( x) = wV′
 Biegemomente My, Mz
 Krümmungen κ ( x) = − β ′( x) = w′′
 Torsionsmoment MT
 Verdrillungen χ ( x) = ϑ ′( x)

Spannungen
N
N = ∫ σ ⋅ dA ⇒ σ = Werkstoffgesetz
A
M σ ( x, z ) = E ⋅ ε ( x, z )
M = ∫ σ ⋅ z ⋅ dA ⇒ σ = ⋅z
I τ ( x) = G ⋅ γ ( x)

Zusammenfassung

N = EA ⋅ u ′ und N ′ = −n x = EA ⋅ u ′′
M = − EI ⋅ w′′ und M ′′ = −q = − EI ⋅ w′′′′

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 144


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6.1.3 Kontinuierliches Problem – Diskretes Problem

Fachwerk Biegebalken

EA ⋅ u ′′( x) = −n( x) EI ⋅ w′′′′( x) = q ( x)

N ( x) = EA ⋅ u ′( x) M ( x) = EI ⋅ β ′( x)
N ( x) = EA ⋅ ε ( x) M ( x) = EI ⋅ κ ( x)
Kraftgröße = Steifigkeit * Verformungsgröße

Diskretisierung = Finite Element Methode


 Einführung diskreter Verformungen am Anfang/ am Ende eines Elementes oder
in den Eckknoten
 Dazwischen: Annahme einer Interpolationsfunktion (linear oder quadratisch)

u −u β ( xel ) = β ( xel , xel 2 )


u ( xel ) = ua + e a ⋅ xel
l κ ( xel ) = κ ( xel )
u −u
ε ( xel ) = e a
l
Die Lasten werden ausschließlich in den FE-Knoten eingeleitet
Es gilt:

F = K ⋅U

U = K −1 ⋅ F

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 145


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6.1.4 Grundlagen der Modellierung

Geometrie

Diskretisierung

Technologie

Bild 6-1: Die Finite-Element-Welt

Die Geometrie einer Struktur ist gekennzeichnet durch


 Koordinaten von Punkten,
 Parametrische Linien mit Hilfe von Punkten und „Stützpunkten“,
 Parametrische Flächen mit Hilfe von Punkten, Randlinien, weiteren Stützpunkten.
Technologiedaten
Den geometrischen Bestandteilen des Stabwerkmodelles werden zugeordnet
 Materialparameter,
 Querschnittswerte,
 Belastung und
 Lagerbedingungen.
Diskretisierung
 Unterteilung von Linienzügen in gerade Stabelemente mit Anfangs- und Endknoten
 Unterteilung von Flächen in Dreiecks- oder Viereckelemente mit Randlinien und
Eckknoten
 Topologie (Zusammenhangsinformation, Koinzidenz)
 Belastung in den Knoten (Lastvektor)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 146


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6.1.5 Wichtige Begriffe

• Formänderungsgrößenmethode (deformation method)

• Diskretisierung (discretization)

• Netzdichte (mesh density)

• Ansatzfunktionen (shape functions)

• Topologie

• Freiheitsgrad(e) (degree(s) of freedom)

• Lastvektor (load vector)

• Steifigkeitsmatrix (stiffness matrix)

• Gleichungssystemlöser (solver)

• Approximation

• Konvergenz

• Singularität

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 147


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6.1.6 Die FEM als Näherungsverfahren (für Flächentragwerke)


Verformungsgröße

Exakte Verformungsfunktion

Koordinate

Verformungsgröße

Angenäherte Verformungsfunktion
mit linearen Ansätzen (FEM)

Koordinate

Abgeleitete Verformungsgröße
(Verzerrungsmaß)

Tatsächlicher Spannungsverlauf

Koordinate

Bild 6-2: Die Finite-Element-Methode als Näherungsverfahren

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 148


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6.1.7 Arten von Finiten Elementen


2
u
Fachwerkelement
1

ϕy
2D-Balkenelement 1 2
u
Träger
Durchlaufträger w
Rahmentragwerke
u
3D-Balkenelement
2 ϕx
Raumfachwerke
Trägerroste
ϕy
senkrecht zur Ebene ϕz
1 v
belastete Systeme

w
v
Scheibenelement 4 3
Wandscheiben
u
Wandartige Träger

Plattenelement 1 2
Deckenplatten
Fahrbahnplatten 4

1
3 ϕx

ϕy

2 w

Bild 6-3: Finite Stab- und Flächenelemente


27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 149
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Faltwerkelement (Scheibe + Platte) 4 u


Widerlager
Faltwerke 3 ϕx
1

ϕy
w
v
2
ϕz

Schalenelemente
Gekrümmte Flächentragwerke

1 3

u
ϕx
2

3D-Kontinuums-Element ϕz ϕy
Erfassung dreidimensionaler Spannungszustände ϕ
wz v
z.B. Salzstöcke w
u

Bild 6-4: Finite Faltwerk-, Schalen- und 3D-Elemente

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 150


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6.2 Fachwerkelement
6.2.1 Grundgleichungen

Gleichgewicht
N ′( x) = −n( x)

Spannung N ( x)
σ x ( x) =
A
Werkstoffgesetz σ x ( x) = E ⋅ ε x ( x)

du ( x)
Verzerrungs-Verschiebungsbeziehung ε x ( x) = = u ′( x)
dx

σ x ( x) =
N ( x)
= E ⋅ ε x ( x) F ⋅l
∆l =
A E⋅A
N ( x) = EA ⋅ u′( x) N ( x) N ( x)
u′( x) = ⇒ u (l ) = ∫ dx
EA ⋅ u′′( x) = −n( x) EA (l )
EA
u (l ) =

du ( x)
u ( x) = c −1 ⋅ F → ε x ( x) = = u′( x) → σ x ( x) = E ⋅ ε x ( x) → N ( x) = EA ⋅ u′( x)
dx

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 151


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6.2.2 Modellbildung mit Feder (1) Verformungen infolge der


Belastung berechnen
EA
F ⋅l
F ∆l = u (l ) =
E⋅A

ℓ oder mit dem linearen


Federgesetz
u(ℓ) =∆ℓ
c F = c ⋅u
u = c −1 ⋅ F
F
Bei mehreren Freiheitsgraden

Ausgangslage F = K ⋅U
U = K −1 ⋅ F
Verformte Situation (2) Dehnung
uA uE
∆u uE − u A
ε FEM = =
∆x xE − x A
(3) Spannung

σ FEM = E ⋅ ε FEM
(4) Schnittkraft

N FEM = EA ⋅ ε FEM
N N
u − uA
= EA ⋅ E
xE − x A
EA
= (u E − u A )
l

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 152


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6.2.3 Beziehung zwischen Verschiebung und Kraft

∆ℓ

A E

ue
fa
fe
uA

Bild 6-5: Verformungen am Fachwerkstab

 f A  EA  1 − 1  u a  1 − 1
 f  = l ⋅ − 1 1 ⋅ u  ; k = EA ⋅ 
 E    E l − 1 1
(Elementsteifigkeitsmatrix im lokalen KOS)
f=k⋅u

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 153


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6.2.4 Transformationen

Lokales KOS
x,y auf Stabachse bezogen
Verschiebungen: u,v
lokale Kräfte f (Schnittkräfte)
lokale Steifigkeitsmatrix k
In diesem KOS werden am Ende der Berechnung die Schnittkräfte ausgerechnet
Globales KOS
Festes Koordinatensystem X,Y
Verschiebungen: U,V am Element Ue und als Gesamtverschiebungsvektor U
Elementsteifigkeitsmatrix Ke und Gesamtsteifigkeitsmatrix K

uE
E
VE
UE

Y
uA uA = UA ⋅ cos α + VA ⋅ sin α
A
x VA uE = UE ⋅ cos α + VE ⋅ sin α

UA
X
Bild 6-6: Verformungen am schrägen Fachwerkstab - Transformation

U  cosα sin α 0 0 
T =
sin α 
A

V   0 0 cos α
 A

U  Transformationsmatrix
 
E

U 
V E  (e)
V
A


cosα sin α U = 
u 
A
0 0 
U 
e
A
=
u  cos α sin α   
E

   0 0
E (e)
V E  (e)

ue = T ⋅ Ue Elementverschiebungsvektor

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 154


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Transformation der Kräfte am Element


fE
E
FEy

FEx

FAx = fA ⋅ cos α
FAy = fA ⋅ sin α
A
FEx = fE ⋅ cos α
Y fA x
FEy = fE ⋅ sin α
FAy

FAx
X

Bild 6-7: Kräfte am Fachwerkstab - Transformation

 fA cos α 0 
f   sin α 0 
 E  (e ) T =
T 
 0 cos α 
F  cosα 0   0
 sin α 
 sin α 0 ⋅
Ax

F 
 Ay
 =   Transformationsmatrix, transpon.
F   0 cosα  F 
 
Ex
 
Ax

sin α  F 
F   0
F = 
Ey (e) Ay

Fe = TT ⋅ fe
e
F 

Ex

F Ey  (e)

Elementlastvektor

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 155


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6.2.5 Die Elementsteifigkeitsmatrix

Transformation der Steifigkeitsbeziehung


Fe = TT ⋅ f; f = k ⋅ ue
Fe = TT ⋅ ( k ⋅ ue ); ue = T ⋅ Ue
Fe = TT ⋅ { k ⋅ ( T ⋅ Ue) }
Fe = TT⋅ k ⋅ T ⋅ Ue
Fe = Ke ⋅ Ue ; Ke = TT⋅ k ⋅ T ( Elementsteifigkeitsmatrix)

Berechnung der Elementsteifigkeitsmatrix im globalen KOS

cosα sin α 0 0 
T=  ;
 0 0 cosα sin α 
EA  1 − 1
k ⋅T = ⋅
l − 1 1

cosα 0 
 sin α 0 
T ⋅k ⋅T = 
T

 0 cosα 
 
 0 sin α 

 FAx   c2 sc − c 2 − sc  U A 
F   2 V 
 Ay  = E( el ) A(l )  sc s 2
− sc − s   A
 FEx  l − c 2 − sc c2 sc  U E 
   2  
 FEy  ( el ) − sc − s s  ( el )  VE  ( el )
2
sc

Fe = Ke ⋅ Ue
c2 = cos2 α; s2 = sin2 α; sc = sin α ⋅ cos α

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6.2.6 Zusammenbau zur Gesamtsteifigkeitsmatrix

Einführendes Beispiel V = 20 KN
E = 10.000 MN/m2
A = 100 cm2
1
H = 10 kN
EA =

2
1
4
Y
2
3
X
4 4

Bild 6-8: Einführendes Beispiel

Für einen möglichst einfachen Berechnungsablauf:


(1) Der freie Knoten erhält die Nr. 1.
(2)
(3)

Koinzidenztabelle
Stab Nr. 1 2

Lokal

Global

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 157


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Gewünschte Form am Gesamtsystem mit allen Kräften und Verschiebungen:

 F1x   K11 K12 K13 K14 K15 K16  U1 


F  K
 1y   21 K 22 K 23 K 24 K 25 K 26  V 
 1
 F2 x   K 31 K 32 K 33 K 34 K 35 K 36  U 2 
  =   ⋅  
 F2 y   K 41 K 42 K 43 K 44 K 45 K 46   V2 
 F3 x   K 51 K 52 K 53 K 54 K 55 K 56  U 3 
     
 F3 y   K 61 K 62 K 63 K 64 K 65 K 66   V3 

Lastvektor = Gesamtsteifigkeitsmatrix * Verschiebungsvektor


F = K⋅U

F : Lastvektor
K: Gesamt-Steifigkeitsmatrix im globalen System
U: Globaler Verschiebungsvektor

Bild 6-9: Schema der Gesamt-Steifigkeitsmatrix

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 158


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Elementsteifigkeitsmatrizen im globalen System


Stab 1

 FAx   F1x  c 2 sc − c 2 − sc  U A 
F  F     
  = = EA  s 2 − sc − s 2   V A 
; K1 =
Ay 1 y 1
 FEx   F2 x  l1  c2 sc  U E 
       
 FEy  ( e1)  F2 y   s 2  ( e1)  VE  ( e1)

..... ..... ..... ..... ..... ..... U  1

..... ..... ..... .....  V 


    1

~ ..... ..... ..... .....  U 


K ⋅U = 
1 ⋅ 
2

..... ..... ..... .....  V  2

  U 
   
3

  V  3

Stab 2

 FAx   F1x  c 2 sc − c 2 − sc  U A 
F  F     
 Ay   1y  EA2  s 2 − sc − s 2   V A 
= = ; K2 =
 FEx   F3 x  l2  c2 sc  U E 
       
 FEy  ( e 2 )  F3 y   s 2  ( e 2 )  VE  ( e 2 )

..... ..... ..... ..... U 1 


..... ..... ..... ..... ..... .....  V 
   1

~   U 
K ⋅U=   ⋅ V
2
2 
   2

..... ..... ..... ..... U 
   
3

..... ..... ..... .....  V 3 

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 159


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Zusammenbau zur Gesamtsteifigkeitsmatrix


~ ~
K = K1 + K 2

F 1x  K 11
K 12
K 13
K 14
K 15
K 16  U 1 
F  K K K K K K  V 
 1y
  21 22 23 24 25 26
 1

F  K K K K K K  U 
= ⋅
2x
 
31 32 33 34 35 36 2
 
F 2y
 K 41
K 42
K 43
K 44
K 45
K 46
 V
2

F  K K K K K K  U 
     
3x 51 52 53 54 55 56 3

F 3y  K 61
K 62
K 63
K 64
K 65
K 66  V
3 

Zahlen

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 160


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6.2.7 Lösung des Gleichungssystems


Fa = Kaa ⋅ Ua + Kab ⋅ Ub
Ub: vorgegebene Lagerbewegungen, meistens Null (Festhaltungen)
Dann gilt: Fa = Kaa ⋅ Ua
Lineares Gleichungssystem mit den Unbekannten Ua
Lösung
 Einsetzmethode
 Kramersche Regel
 Gauß-Algorithmus

Ua = Kaa-1 ⋅ [ Fa – Kab ⋅ Ub ]

1  K −K 
K = −1
⋅ 22 12

K 
Für 2 Unbekannte gilt:
det K − K
aa
aa 21 11

Zahlen

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 161


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6.2.8 Rückrechnung
a) Lagerreaktionen

Fb = K ab ⋅ U a + K bb ⋅ U b
T

⇒F =K ⋅U
T
wenn Ub = 0 b ab a

 F2 x   AH  − ......... − ......... 
F      0,000565
A − ..... − ..........⋅ 
Fb =  = =
2 y

 F3 x   B H  − ......... ..........  − 0,00113


     
 3 y   B   .......... − ......... 
F

 .................... + ....................   5 
.................... + .....................  5 
= = 
.................... + ..................... − 15
   
.......... .......... + .......... ...........  15 

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 162


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b) Stabkräfte

f(e) = k ⋅ u(e); u(e) = T ⋅ U(e) ⇒ f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e)

cosα sin α 0 0 
u(e) = T ⋅ U(e) ; T=
 0 0 cosα sin α 

Element 1: α = °;
Verschiebungen bezogen auf das lokale Element-KOS: u(e) = T ⋅ U(e)

 2 2   0,000565 
u  − − 0 0  − 0,00113
u1 =  1  = 2 2 ⋅ 
u2  (1)  0 2 2  0 
0 − −  
 2  
2 0 
...................................... 0,0004
= = 0 
......................................  

Elementschnittkräfte: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e)

f  EA  1 − 1 u 
A

f  = ⋅  ⋅  A

 E
l − 1 1 u 
(e) E (e)

f  EA  1 − 1 0,0004  ...........................   5 ⋅ 2 
f1 =  1  = − 1 1 ⋅  0  = ............................ =  
 2  (1)
f l       − 5 ⋅ 2 

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 163


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Element 2: α = 315°;
Verschiebungen bezogen auf das lokale Element-KOS: u(e) = T ⋅ U(e)

 2 2  ..................
u   − 0 0   ................. 
u =  = 2
1 2
⋅ 
2
u   0 2 2   ................. 
3
0 −
2   ................. 
(2)

 2

...................................... 0,0012
= = 0 
 .......... .......... .......... .......   

Elementschnittkräfte: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e)

f   .......... − .......... 0,0012


f2 =  1  =  ⋅ 0 
 3  ( 2) 
f − .......... ..........  

 ..............................   15 ⋅ 2 
= = 
.......... .......... ........... − 15 ⋅ 2 

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 164


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Zusammenfassung

V = 20 kN

1
H = 10 kN

1
2
4

Y
2

X
3
4 4
Bild 6-10: Ergebnisse des einführenden Beispiels

1. Regeln für die Knotenummerierung und Stabdefinition beachten!


a)
b)
c)

2. Elementsteifigkeitsmatrizen aufstellen

 FAx   F1x  c 2 sc − c 2 − sc  U A 
F  F     
  = = 1 
Ay 1 y EA s 2 − sc − s 2   VA 
 FEx   F2 x  l1  c2 sc  U E 
       
 Ey  ( e1)  2 y 
F F  s 2  ( e1)  VE  ( e1)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 165


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3. Zusammenbau

 8839 8839 − 8839 − 8839   8839 − 8839 − 8839 8839 


 8839 8839 − 8839 − 8839  − 8839 8839 8839 − 8839 
   
− 8839 − 8839 8839 8839  − 8839 8839 8839 − 8839
   
− 8839 − 8839 8839 8839   8839 − 8839 − 8839 8839 

 F1x   17678 0 − 8839 − 8839 − 8839 8839  U 1 


F  
 1y   0 17678 − 8839 − 8839 8839 − 8839  V1 
 F2 x  − 8839 − 8839 8839 8839 0 0  U 2 
 =  ⋅ 
 F2 y  − 8839 − 8839 8839 8839 0 0   V2 
 F3 x  − 8839 8839 0 0 8839 − 8839 U 3 
     
 F3 y   8839 − 8839 0 0 − 8839 8839   V3 

4. Berechnung von Ua (Lösung des Gleichungssystems Kaa⋅Ua = Fa)

Fa = Kaa ⋅ Ua + Kab ⋅ Ub

 F2 x   10  17668 0  U1 
F   = =
  0  ⋅ V 
 2y   − 20   17668  1

5. Berechnung der Auflagerkräfte


Fb = K ab ⋅ U a + K bb ⋅ U b
T

 F2 x  − 8839 − 8839
F   
 2 y  = − 8839 − 8839 ⋅  0,000565 
 F3 x  − 8839 8839  − 0,00113
   
 F3 y   8839 − 8839
6. Berechnung der Stabkräfte
f(e) = k ⋅ u(e); u(e) = T ⋅ U(e) ⇒ f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 166


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6.3 Ablauf einer FE-Berechnung

Schritt 1: Eingabe

Geometrie des Tragwerks;


Werkstoffe, Querschnittswerte
und Koinzidenztabelle der
Elemente; Randbedingungen

Schritt 2: Elementsteifigkeitsmatrizen

a) Aufstellen der Elementsteifigkeitsmatrizen (6.2.3)


b) Transformation auf globale Koordinaten (6.2.5)

Schritt 3
„Aufbohren“ und
Zusammenbau zur Gesamtsteifigkeitsmatrix (6.2.6)

Schritt 4: Berücksichtigung der Randbedingungen


Ua: unbekannte Verschiebungen / Fa : äußere Lasten
Ub: bekannte Verschiebungen (Lager) / Fb : unb.Lagerkräfte

Schritt 5: Lösung des Gleichungssystems


Ua = Kaa-1 ⋅ [ Fa – Kab ⋅ Ub ]

Schritt 6: Rückrechnung
a) Lagerreaktionen: Fb = KabT ⋅ Ua + Kbb ⋅ Ub
b) Schnittgrößen: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e)

Bild 6-11: Ablauf einer FE-Berechnung

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 167


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6.4 Weitere Beispiele


V2
6.4.1 Beispiel 1
U2
2

(2)
2
F = 1kN
Y

U1 45° U3
X
(1)
1 V1 V3 3
2

Bild 6-12: Beispiel 1

N kN
Baustoff: Stahl: E = 210000 = .......... .......... ...
mm 2 m2
Rohr: ø 60,3 / 2,9
A=5,23 cm2 = m²

Stab(1) :ℓ1= 2 m , α1 = 0°, E1 = E , A1 = A


Stab(2): ℓ2= 2 ∙ 2 m, α2 = 45°, E2 = E , A2 = A

Koinzidenztabelle der Elemente

Element - Nr. (1) (2)

Lokal

Global

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 168


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Randbedingungen
Klasse a

U 
unbekannte Verschiebungen : Ua =  1 
V1 
 F  ....
F = = 
1x
bekannte Kräfte :
 F  ....
a
1y

Klasse b
U 2  0
V  0
bekannte Verschiebungen : Ub =  2  =  
U 3  0
   
V3  0
F2 x 
F 
Fb =  
2y
unbekannte Kräfte :
F3 x 
 
F3 y 

Schritt 2: Berechnung der Elementsteifigkeitsmatrizen im globalen


Koordinatensystem
c
2
sc −c − sc 
2

EA  s 2
− sc − s  2

[K ] = (e)

l  sc 
(e) 2
c
 
(e)

 s 2
(e)

kN
Element (1): E1 = 2,1⋅ 10 8 2
; A1= 5,23 ∙10-4 m² ; 1 = 2 m ; α1 = 0°
m
⇒ s = 0 ; s² = 0 ; c = 1 ; c² = 1 ; sc = 0

EA kN
Vorwert : = 1
= 5,49 ⋅ 10 4

l1
m

...... ....... ........ ......


...... ....... ........ .......
[K ](1) = 
...... ...... ... 0
 
...... 0 0 0 ( e1)

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 169


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; A2 = 5,23 ∙10-4 m² ; l2 = 2 ⋅ 2 m ; α2 = 45°


kN
Element (2): E 2 = 2,1⋅ 10 8
m2
2 2
⇒ s= ; s2=0,5 ; c = m ; c² = 0,5 ; sc = 0,5
2 2

EA2 2,1 ⋅ 10 8 ⋅ 5,23 ⋅ 10 −4


Vorwert : = =
l2 2⋅ 2

 .......... ......... − ......... − .........


 ......... ......... − ......... − .........
[K ]( 2) = 
− ......... − ......... ......... ......... 
 
 − ......... − ......... ......... .........  (e 2)
Schritt 3 : Zusammenbau der Gesamtsteifigkeitsmatrix

~
K AB (e) = K ij (e) ⇒ siehe Koinzidenztabelle

 ........ 0 .......... 0

 0 0 0 0
~  
K1 =  
 
.......... 0 .......... 0
 
 0 0 0 0

........... .......... .......... .......... 


 .......... .......... .......... .......... 
 
~  .......... .......... .......... .......... 
K2 =  
 .......... .......... .......... .......... 
 
 
 

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Gesamtsteifigkeitsmatrix

~ ~
K = K1 + K 2
.......... .......... .......... .......... .......... 0
.......... .......... .......... .......... 0 0

.......... .......... .......... .......... 0 0
K= 
.......... .......... .......... .......... 0 0
.......... 0 0 0 .......... 0
 
 0 0 0 0 0 0

Schritt 4 : Einführung der Randbedingungen

    
F 

U1 V1 U2 V2 U3 V3

 F   K  K   U 1 
  V 
aa ab

F =    
1x

 F      
a
1

   U
1y

F  =  
 ⋅ 
2

F   
2x
 
   K  K   V
T 2

F =
2y

b
F     ab
  U bb

F       
3
3x

       V 3 
  
3y

.......... .......... .......... .......... − ..........2 2 0


K aa =   K ab =  
.......... .......... .......... .......... 0 0 

.......... .......... .......... .......... 0 0


.......... .......... .......... .......... 0 0 
K ab
T
=  K bb = 
.......... 0  0 0 .......... 0
   
 0 0  0 0 0 0

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Schritt 5: Lösung des Gleichungssystems

F = K ⋅U + K ⋅U
a aa a ab b
; Ub=0

⋅ F ; F =  
0
U =K
−1

− 1
a aa a a

U 1 == 1,8215 ⋅10 −5 m
V1 = −6,993 ⋅10 −5 m

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Schritt 6: Rückrechnung
6a) Lagerreaktionen

Fb = K ab ⋅ U a + K bb ⋅ U b
T

 ............ 
Ua =  
− ............

− ........... − ...........
− ........... − ...........
= 
T
K ab
− ........... 0 
 
 0 0 

 F2 x 
F2 x == 1
− ...........
F  − ........... F2 y = 1
Fb =   = K ⋅U =  
2 y T
 F3 x  ab a
− ........... F3 x = −1
   
 F3 y   0  F3 y = 0

Kontrolle :

∑V ↑ = 0 : F + F + F = 0
2y 3y 1y

1+ 0 −1 = 0

∑H = 0: F + F + F = 0
1x 2x 3x

0 +1−1 = 0

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6b) Berechnung der Schnittgrößen: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e ) ; c s 0 0


T(e) =  
0 0 c s 
Element 1: α1 = 0°
U 1   ......... 
 V  − .............
U (1) = 1= 
U 3   0 
   
 3 
V 0 

1 0 0 0 
T = 
0 0 1 0 
(1)

 
.......... ...........
T(1) ⋅ U 1 = 
 
 ........ 

 .......... − ........... ................


f(1) = k (1) ⋅ u1 =  ⋅ 
 − ........... ..........   0 

 f1   .......... 
f  = − ........... =
 2  ( e1)  

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Element 2 : α1 = 45° c s 0 0
Berechnung der Schnittgrößen: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e ) ; T(e) =  
0 0 c s 

U 1   ........... 
 V  − .............
U (2) = 1= 
U 2   0 
   
 V2   0 

 2 2 
 0 0  2 1 1 0 0
T = 2 2
 =
2 0 0 1 1
(2)

 0 2 2
0
 2 2 

u = T ⋅U
(2) (2) (2)

 ........... − ...........  − ..........


f (2) = k (2) ⋅ u 2 =   ⋅ .............
 − .......... . .......... .   

 f   .................  f1 = − 2 = −1,41 kN
 f  = ...................
1

f 2 = 2 = 1,41 kN
  
2 

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6.4.2 Beispiel 2

F = 20 kN
3
U1 U3

V1 (2)
V3
3,0
(1) 1
U2

2
V2

3,0 4,0

Bild 6-13: Beispiel 2

N kN
Baustoff: Holz: E = 10000 2
= .......... ........ 2
mm m

b/h = 10 / 20 cm

A= m2

Stab(1) : ℓ1= …….. m , α1 = ……. , E1 = E , A1 = A


Stab(2): ℓ2= ……… m, α2 = ……., E2 = E , A2 = A

Koinzidenztabelle der Elemente

Element - Nr. (1) (2)


Lokal
Global

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Randbedingungen
Klasse a
U 
unbekannte Verschiebungen : Ua =  1 
V1 
F1x   0 
bekannte Kräfte : Fa =   = − 20
F1y   

Klasse b
U 2  0
V  0
bekannte Verschiebungen : Ub =  2  =  
U 3  0
   
V3  0
F2 x 
F 
unbekannte Kräfte : Fb =  2y 

F3 x 
 
F3 y 

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Schritt 2: Berechnung der Elementsteifigkeitsmatrizen im globalen


Koordinatensystem

c
2
sc −c − sc 
2

EA  s 2
− sc − s  2

[K ] = (e)
 
 sc 
(e) 2
l c
 
(e)

 s  2
(e)

kN
Element (1): E1 = 1,0 ⋅ 10 ; α1 =
7
; A1 = m² ; 1 = °
m2
⇒s= ; s² = ;c= ; c² = ; sc =
EA1
Vorwert : = β1 =
l1

......... ......... ......... .........


......... ......... ......... .........
[K ](1) =
......... ......... ......... .........
 
......... ......... ......... ......... (1)

kN
Element (2): E2 = 1⋅ 107 ; A2 = m² ; l2 = m ; α2 = °
m2
⇒ s= ; s2= ; c= ; c² = ; sc =
EA2
Vorwert : = β2 =
l2

......... ......... ......... .........


......... ......... ......... .........
[K ]( 2) =
......... ......... ......... .........
 
......... ......... ......... ......... ( 2 )

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Schritt 3 : Zusammenbau der Gesamtsteifigkeitsmatrix

K AB (e) = K ij (e) ⇒ siehe Koinzidenztabelle

......... ......... ......... ......... ......... .........


.........
 ......... ......... ......... ......... .........
~ ......... ......... ......... ......... ......... .........
K1 =  
......... ......... ......... ......... ......... .........
......... ......... ......... ......... ......... .........
 
......... ......... ......... ......... ......... .........

......... ......... ......... ......... ......... .........


.........
 ......... ......... ......... ......... .........
~ ......... ......... ......... ......... ......... .........
K2 =  
......... ......... ......... ......... ......... .........
......... ......... ......... ......... ......... .........
 
......... ......... ......... ......... ......... .........

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Gesamtsteifigkeitsmatrix

~ ~
K = K1 + K 2
.............. .............. .............. .............. .............. ..............
..............
 .............. .............. .............. .............. ..............
.............. .............. .............. .............. .............. ..............
K= 
.............. .............. .............. .............. .............. ..............
.............. .............. .............. .............. .............. ..............
 
.............. .............. .............. .............. .............. ..............

Schritt 4 : Einführung der Randbedingungen

     


U1 V1 U 2 V2 U 3 V3
 F
   K ab 
 F1x    K aa 
Fa =     
  
 F1 y     
 F2 x  =  
F       
   
Fb =    K ab 
2 y T
  K bb 
 F3 x   
       
 F3 y     
  

K aa = K ab =

K ab =
T
K bb =

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Schritt 5 : Lösung des Gleichungssystems

F = K ⋅U +K ⋅U
a aa a ab b
U =0b

F = K ⋅U
a aa a

............. ............... ............... .................


 ............  = ............... ............... ⋅  ................ 
     

oder als 2 Gleichungen mit 2 Unbekannten geschrieben:

Lösung:
U1 =
V1 =

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Schritt 6 : Rückrechnung
6a) Lagerreaktionen

F =K ⋅U +K ⋅U
T

b ab a bb b

 0,0004 
U = 
− 0,00125
a

 − 0,5 − 0,5
 − 0,5 − 0,5 ;
K
T
=β  β1 = 47.137,46
− 1,06066 0 
ab 1

 
 0 0 

F = 20
F 2x  ............................. 2x

F  ............................. F = 20
F = =K ⋅U = β  ;
2y
2y T

b
F 3x
 ab a
.............................
1
F = −20
3x
   
F 3y  ............................. F =0
3y

∑V ↑ = 0 : F + F + F = 0 2y 3y 1y
Kontrolle :
20 + 0 − 20 = 0

∑H = 0: F + F + F = 0 1x 2x 3x

0 + 20 − 20 = 0

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6b) Berechnung der Schnittgrößen: f(e) = k ⋅ T ⋅ U(e )


U 1   0,0004 
V  − 0,00125
Element 1: α1 = 225° ; U = 1
= 
U   
(1)
0
  
2

V 2   0 
c s 0 0
T = 
0 0 c s 
(e)

2 − 1 − 1 0 0
T =
2  0 0 − 1 − 1
(1)
;

2  ........................ 
T ⋅U =
2 ...............................
(1) 1
=

 1 − 1 ........ .............
f (1) = k (1) ⋅ u1 = β1   ⋅ ........ = .............
 − 1 1     

 f  .............
 f  = ............. (β1 = 47.137,46)
1

   2 

U 1   0,0004 
V  − 0,00125
Element 2 : α2 = 0° U = 1
= 
U   
(2)
3
0
   
V 3   0 

1 0 0 0 ...........
T =  T ⋅U =  
0 0 1 0  ...........
(2) (2) 2

 1 − 1 ............ .............
f (2) = k (2) ⋅ u 2 = β 2   ⋅ ............ = .............
 − 1 1     
(β2 = 50.000)

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6.5 Balkenelement
6.5.1 Zusammenhang zwischen Verschiebungsgrößen und Kraftgrößen

MA ME
A E
fxA EΙS fxE
fzA ℓS
Z fzE
wA

wE
uA ϕA

ϕE

uE
Bild 6-14: Verformungen und Freiheitsgrade am Balkenelement

Der Einfluss infolge u ist beim Fachwerkelement abgehandelt worden.


Betrachtung der Biegeverformungen (s.a. Kap 3.5)
Durchbiegung w

wA

wE

Verdrehung ϕ

ϕE
ϕA

Bild 6-15: Freiheitsgrade am Balkenelement

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6.5.2 Die Elementsteifigkeitsmatrix


Mit den Seiten in Kapitel 3.5.2. ergibt sich:

 12 6 12 6
 l2 −
l l2 l w
 zA 
f  6 6   A
M   4 − 2 ϕ 
 A  = EI ⋅  l l ⋅ A
 f zE  l  − 12 −
6 12
−   wE 
6
M   l2 l l2 l  ϕ 
 E  6 6   E
2 − 4
 l l 
fbe = k be ⋅ ube

Für die Rückrechnung ergibt sich mit VA = −f zA , VE = f zE , M A = M A , M E = − M E

 12 6 12 6
− l 2 −
l l2
− 
l
 VA   6 6   wA 
M   4 − 2 ϕ 
 A  = EI ⋅  l l ⋅ A 
 VE  l  12 6  
−   wE 
6 12
  − l 2 −
l l2 l ϕ E 
 E
M  6 6 
 − −2 − 4
 l l 
S = S be ⋅ ube
( lok ) ( lok )
; Sbe(lok) : Spannungsmatrix

Erweiterung der Steifigkeitsmatrix um den Normalkraftanteil

 EA EA 
 0 0 − 0 0
l l
 12 EI 6 EI 12 EI 6 EI   u 
 f xA   0 0 −  A
f   l3 l2 l3 l 2  w 
 zA   6 EI 4 EI 6 EI 2 EI   A 
− 2
l  ⋅ ϕ A 
M A   0 0
l2 l l
 = EA EA   uE 
 f xE   − 0 0 0 0  
 f zE   l l w 
   12 EI 6 EI 12 EI 6 EI   E 
 E 
M 0 − − 0 − 2  ϕ E 
l3 l2 l3 l 
 0
6 EI 2 EI
0
6 EI
− 2
4 EI 
 l2 l l l 

fe = k e ⋅ ue

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6.5.3 Transformationen

Transformation der Verschiebungen


X
E wE
UE
WE
Z ϕE

uA = UA ⋅ cos α - WA ⋅ sin α
uA
A wA wA = UA ⋅ sin α + WA ⋅ cos α
x uE = UE ⋅ cos α - WE ⋅ sin α
UA ϕA wE = UE ⋅ sin α + WE ⋅ cos α
WA ϕA = ΦA; ϕE = Φ E

Bild 6-16: Transformation der Verformungen am Balkenelement

 u A  cos α − sin α 0 0 0 0 U A 
 w   sin α cos α 0 0 0 0 WA 
 A 
ϕ A   0 0 1 0 0 0 Φ A 
 = ⋅ 
 uE   0 0 0 cos α − sin α 0 U E 
 wE   0 0 0 sin α cos α 0 WE 
     
ϕ E   0 0 0 0 0 1 Φ E 

ue = T ⋅ Ue

Knotenverschiebungen
ϕE ΦE
UE
uE
uA
wE
ϕA WA UA WE
wA ΦA

Bild 6-17: Lokale und globale Verformungen am Balkenelement

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Transformation der Kräfte am Element


ME fzE
fxE
X E

FXE FZE

Z A
MA

FXA = fxA ⋅ cos α + fzA ⋅ sin α


fxA x FZA = - fxA ⋅ sin α + fzA ⋅ cos α
fzA FXE = fxE ⋅ cos α + fzE ⋅ sin α
FZE = - fxE ⋅ sin α + fzE ⋅ cos α
FXA FZA MA = MA; ME = ME

Bild 6-18: Transformation der Kraftgrößen am Balkenelement

F xA   cosα sin α 0 0 0 0  f xA 
F  − sin α cosα 0 0 0 0  f 
 zA
    zA

M   0 0 1 0 0 0  M 
= ⋅ 
A A

F xE
  0 0 0 cosα sin α 0  f xE

F   0 0 0 − sin α cosα 0  f 
     
zE zE

M E   0 0 0 0 0 1  M E 
F (e) = T T ⋅ fe

f xE FxE
f xA ME

MA fzE FxA ME
FzE
fzA MA
FzA

Bild 6-19: Lokale und globale Kraftgrößen am Balkenelement

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6.5.4 Elementsteifigkeitsmatrix in globalen Koordinaten

ue = T ⋅ U e
Fe = T T ⋅ f e
cos α − sin α 0 0 0 0 U A   FxA 
 sin α cos α 0 0 0 0 W  F 
   A
 zA 
 0 0 1 0 0 0 Φ 
T= Ue =  A  M A 
 ; Fe =  
 0 0 0 cos α − sin α 0 ;
U E 
WE   FxE 
 0 0 0 sin α cos α 0    FzE 
  Φ E   
 0 0 0 0 0 1 M E 

Fe = T T ⋅ fe = T T ⋅ k e ⋅ ue = T T ⋅ k e ⋅ T ⋅ Ue

K e ⋅ Ue = Fe wobei Ke = TT ⋅ ke ⋅ T

 c 2 − sc 0 − c2 0
sc
 
 − sc s − s 2 0
2
0 sc
EA  0 0 0 0 0 0
KN =  
l − c 2 sc 0 c 2 − sc 0
 sc − s 2 0 − sc s 2 0
 
 0 0 0 0 0 0

 12 s 12 sc2
6ls − 12 s − 12 sc 6ls  2

 12 sc 12c 6lc − 12 sc − 12c


2
6lc  2

 
EI  6ls 6lc 4l − 6ls − 6lc 2l  2 2

K =  
l  − 12 s − 12 sc − 6ls 12 s 12 sc − 6ls 
b 3 2 2

− 12 sc − 12c − 6lc 12 sc 12c2


− 6lc  2

 
 6ls 6lc 2l − 6 ls − 6lc 4l 
2 2

6.5.5 Zusammenbau
wie Fachwerk: Klasse a: unbekannte Verformungen / Bekannte Knotenkraftgrößen

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6.5.6 Berücksichtigung von Elementlasten (Festeinspannmomente)

 12 6 12 6

 l 2
l l 2
l w
 6 6   A  f zA  f
zAL 
− 2 ϕ  M  M 
EI  l 4
= − 
⋅ l ⋅ A A AL

l − 12 −
6 12

6  w  f  f 

E zE
 
zEL

 l 2
l l 2
l  ϕ  
 6 6  E  M E  M EL 
 2 − 4
 l l 
geg. Knotenlasten

Knotenlasten infolge Stabbelastung


k ⋅u = f − f
be be be bL
(= negative Auflagerkräfte / -momente;
aus Tabellenwerken am beidseitig
eingespannten Stab, Vz. FEM)

Die Festeinspannmomente und die Querkräfte am beidseitig eingespannten Träger


findet man z.B. in Schneider-Bautabellen S. 4.8.
6.5.7 Beispiel: 2-Feld-Träger

q = 4 kN/m

10 m 5m

1 2 3

Bild 6-20: Einführendes Beispiel zum Balkenelement

Material: Holz: E = 10.000 N/mm2

Feld 1: b/h = 15 cm / 45 cm; Ι1 = ; EΙ1 =

Feld 2: b/h = 15 cm / 30 cm; Ι2 = ; EΙ2 =

EI 1
β1 = =
l1
EI 2
β2 = =
l2

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Element 1  12 6 12 6

Lokale Stema  l 2
l l 2
l
 1 1 1
 w
1
 f  f 
 6 4 −
6
2 
1

 M
z1 z1L

 M 
EI  l l  ϕ = − 
⋅ 1 1 1
⋅ 1 1 1L

l − 12 6 12 6  w  f  f 
 − − 

2 z2
 
z2L

l  ϕ  
1
2 2

 l 1
l
1
l 1 1
 2  M 2  M 2L 
 6 2 −
6
4 
 l 1
l 1


Knotenkräfte infolge der Belastung am beidseitig eingespannten Träger

ℓ=10m

Bild 6-21: Aufbau des Lastvektors Element 1

Aus Tabellen (gemessen im FEM KOS):


q⋅l q⋅l
− A = f z1L = − = − B = f z2L = − =
2 2
q ⋅ l2  q ⋅ l2 
M li = M 1L =− = − M re = M 2 L = − −  =
12  12 
Keine äußeren Knotenlasten vorhanden

 0,12 0,6 − 0,12 0,6  w  0  − 20 


1

 0,6 4 − 0,6 2 ϕ  0 − 33,33


1140 ⋅  ⋅  =   −
1

− 0,12 − 0,6 0,12 − 0,6  w  0  − 20 
2
       
 0,6 2 − 0,6 4 ϕ  0  33,33 
2

 136,8 684 − 136,8 684  w   20 


1

 684 4560 − 684 2280 ϕ   33,33 


 ⋅  =  1

− 136,8 − 684 136,8 − 684  w   20 
   
2
 
 684 2280 − 684 4560 ϕ  − 33,33
2

k b1 ⋅ u b1 = f b1 − f bL1

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Element 2  12 6 12 6

Lokale Stema  l 2
l l 2
l 
 2 2 2 2
 w   f  f 
 6 4 −
6
2   
2 z2

 M
z2L


EI  l l  ϕ   M − 
⋅ 2 2 2

2
= 2 2L

l − 12 6 12 6  w   f  f 
 − −  3 z3 z3L

l  ϕ   M   
2
2 2

 l 2
l2
l 2 2
3    3  M 3L 
 6 2 −
6
4 
 l 2
l 2


Knotenkräfte infolge der Belastung am beidseitig eingespannten Träger

ℓ=5m

Bild 6-22: Aufbau des Lastvektors Element 2

Aus Tabellen (gemessen im FEM KOS):


q⋅l q⋅l
− A = f z2L = − = − B = f z 3L = − =
2 2
q ⋅ l2  q ⋅ l2 
M li = M 2 L =− = − M re = M 3 L = − −  =
12  12 
Keine äußeren Knotenlasten vorhanden

 0,48 1,2 − 0,48 1,2  w  0  − 10 2

 1,2 4 − 1,2 2 ϕ  0 − 8,33


675 ⋅  ⋅  =   −  2

− 0,48 − 1,2 0,48 − 1,2  w  0  − 10 


     
3
 
 1,2 2 − 1,2 4 ϕ  0  8,33  3

 324 810 − 324 810  w 2   10 


 810 2700 − 810 1350 ϕ   8,33 
 ⋅ 2
= 
− 324 − 810 324 − 810  w   10 
 
3
   
 810 1350 − 810 2700 ϕ 3  − 8,33
k b 2 ⋅ u b 2 = f b 2 − f bL2

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Zusammenbau

........... ............ ............ ............ ............ ............


........... ............ ............ ............ ............ ............
 
~ ........... ............ ............ ............ ............ ............
K =
1 
........... ............ ............ ............ ............ ............
........... ............ ............ ............ ............ ............
 
........... ............ ............ ......... ............ ............

........... ............ ............ ............ ............ ............


........... ............ ............ ............ ............ ............
 
~ ........... ............ ............ ............ ............ ............
K =
2 
........... ............ ............ ............ ............ ............
........... ............ ............ ............ ............ ............
 
........... ............ ............ ......... ............ ............

........... ............ ............ ............ ............ ............


........... ............ ............ ............ ............ ............
 
~ ........... ............ ............ ............ ............ ............
K= 
........... ............ ............ ............ ............ ............
........... ............ ............ ............ ............ ............
 
........... ............ ............ ......... ............ ............

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Umordnen in Klasse a und Klasse b

........... ............ ............ ............ ............ ............


........... ............ ............ ............ ............ ............
 
~ ........... ............ ............ ............ ............ ............
K= 
........... ............ ............ ............ ............ ............
........... ............ ............ ............ ............ ............
 
........... ............ ............ ......... ............ ............

Für die Rückrechnung am Element ergibt sich


mit VA = −f zA , VE = f zE , M A = M FEM
A , M E = −M FEM
E

 12 6 12 6
− l 2 −
l l2
− 
l
 VA   6 6   wA   − f zAL 
M   4 − 2 ϕ   M 
 = EI  ⋅  A  +  AL 
A
⋅ l l
 VE  l  12 6    
−   wE   f zEL 
6 12
  − l 2 −
l2
 ϕ E  − M EL 
l l
M E   6 6
 − −2 − 4
 l l 

S=S ⋅u
(lok) (lok)

be be
; Sbe(lok) : Spannungsmatrix

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Element 1

 V1   − 136,8 − 684 + 136,8 − 684  0   − (−20) 


 M   684 4560 − 684 2280  0   − 33,33 
 1 =  ⋅ + 
 V2   − 136,8 − 684 136,8 − 684  0   − 20 
       
 M 2   − 684 − 2280 + 684 − 4560 − 0,00316 − (33,33)

 V1   2,16   20   22,16 
 M  − 7,2 − 33,33 − 40,53
 1 =  + = 
 V2   2,16   − 20   − 17,84 
       
 M 2   14,4  − 33,33  − 18,93 

Element 2

 V2   − 324 − 810 + 324 − 810  0   − (−10) 


 M   810 2700 − 810 1350  − 0,00316   − 8,33 
 2 =  ⋅ +
 V3   − 324 − 810 324 − 810  0   − 10 
       
 M 3   − 810 − 1350 + 810 − 2700 − 0,001505 − (8,33)

 V2   3,78   10   13,78 
 M  − 10,56 − 8,33 − 18,89
 2 =  + = 
 V3   3,78   − 10   − 6,22 
       
 M 3   8,33  − 8,33  0 

27.08.2018 Baustatik_3_2018.docx 194