Sie sind auf Seite 1von 12

Literatursteckbrief

Biophotonen – Neue Horizonte in der Medizin

Biophotonen sind Lichtquanten, die physika-


lisch kleinsten Elemente von Licht, die von
lebenden Zellen abgegeben werden. Sie koor-
dinieren alle biochemischen Prozesse in den
Zellen und steuern die Kommunikation zwi-
schen ihnen. Zweifelsfrei nachgewiesen hat
sie der Autor vor über 30 Jahren. Für seine
Entdeckungen erhielt er dafür 1987 den al-
ternativen Nobelpreis. Aus dem Buch von
Prof. Fritz-Albert Popp. Eine Leseprobe.

Licht als Informationsträger


und Ordnungskraft
Das vorliegende Buch führt gut struk-
turiert in die Geschichte und Theorie der Bio-
photonen ein und zeigt ihre Bedeutung für
Komplementärmedizin, Onkologie und Er-
nährung auf. Hinweise auf eine praktische
Anwendung der Biophotonik in der Lebens-
mittelanalyse und der Regulationsdiagnostik
ergänzen das Werk. Darüber hinaus liefert die
Biophotonentheorie auf biophysikalischer
Ebene ein Erklärungsmodell für die Wir- Fritz-Albert Popp: Biophotonen – Neue Horizonte in
kungsweise der Naturheilverfahren. Prof. der Medizin – Von den Grundlagen zur Biophotonik.
Popp ist theoretischer Physiker und war lang- Eine einzigartige, zusammenfassende und leicht ver-
ständliche Darstellung des Themas Biophotonen und
jähriger Leiter des von ihm gegründeten In- Medizin vom ausgewiesenen Experten. 3. Auflage,
ternationalen Instituts für Biophysik in Neuss. 2006, Karl F. Haug Verlag, MVS Medizinverlage,
Stuttgart. 246 S., ISBN 978-3-8304-7267-4, Fr. 67.90
(Abdruck mit freundlicher Genehmigung - Haug Verlag)
Aus dem Vorwort
Die seit Jahrzehnten immens steigen- fragwürdiger Techniken und Arzneimittel,
den Kosten im Gesundheitswesen, die von der Preistreiberei, lähmende Bürokratie und nicht
Solidargemeinschaft irgendwann nicht mehr zuletzt unerfüllbare Ansprüche an die Versor-
zu bezahlen sind, haben "ganzheitliche" Ursa- gung. Das Kurieren an Symptomen kann und
chen. Sie dringen in alle Bereiche unseres Ge- wird trotz glaubhaften Reformeifers zu keinen
meinwesens ein, als anhaltende Verteuerung nennenswerten Erfolgen führen. Notwendig
der Behandlungen, als Überalterung der Ge- und hinreichend erscheint es, das Problem an
sellschaft, Erweiterung und Erhöhung der Er- der Wurzel zu packen, nämlich an der Krank-
krankungsrisiken, steigende Umweltbelastun- heit selbst. So ist es sicherlich richtig, der
gen, Überforderung des Medizinalpersonals, Vorsorge einen höheren Stellenwert einzuräu-
unausgereifte Nutzung neuer und teilweise men, damit die Kosten für notwendig zuneh-
mende Vorsorgemassnahmen durch die aus schen Ansätzen einer „Medizin der Ganzheit-
einer Gesundung resultierenden Gewinne weit heitlichkeit“ über die mittelalterlichen Auf-
übertroffen werden können. fassungen von der „Krankheit als Strafe Got-
tes“ bis zum Wechselspiel zwischen Ganzheit
Zu einer effektiven Vorsorge gehört und Teilsichtigkeit, zwischen Okkultismus,
vor allem zunächst das Wachrütteln des Be- Religiosität und Rationalismus, zwischen Ma-
wusstseins über Art, Wesen, Ursachen und gie und Wissen, Dogmatismus und prakti-
Überwindung von Krankheiten. Jedem sollte scher Vernunft, bis zur abstrakten Reduktion
klar werden, dass - bis auf unvermeidliche der bakteriellen Immunologie und isolierten
Ausnahmen - jeder Mensch selbst erheblich, Gentechnik als medizinische Strömungen der
wenn nicht nahezu vollständig dazu beitragen modernen Neuzeit. Gegenüber den naturphi-
kann, seine Krankheiten zu verhindern und zu losophischen Erkenntnismodellen, verkörpert
heilen. Der Arzt kann vermutlich nur diese Paracelsus den letzten grossen und entschei-
Fähigkeiten zur "Selbstorganisation" mit Hil- denden geistigen Kampf zwischen einer
fe technischer Errungenschaften und beson- „Ganzheitsmedizin“ und der ihrer Auffächer-
ders durch fachkundiges Einfühlungsvermö- ung in spezielle, unter „wissenschaftlich“
gen aktivieren, aber nicht unbedingt ersetzen. fundierten Kriterien operierenden Einzeldiszi-
plinen.
Es geht also letzten Endes um die Mo-
bilisierung dieser Potenziale, die - neben der Nach den Randerscheinungen der „ro-
notwendigen modernen Technik - in den mantischen Medizin“ beim Übergang vom 18.
Brennpunkt ärztlicher Versorgung gerückt zum 19. Jahrhundert, zeugte der „Vitalismus“
werden sollten, um jene extrem ernsthaften von weiteren, jedoch vergeblichen Bemühun-
Gefahren zu überwinden, die durch den blin- gen, die Medizin als Ganzheit zu erhalten.
den Fleck einer "evidence-based" Medizin Demgegenüber setzt sich die „strenge“ Na-
entstanden sind und sich auszuweiten drohen. turbeobachtung durch. Stellvertretend dafür
mag Andreas Vesalius in der Mitte des 16.
Neuere Erkenntnisse zur Akupunktur; Jahrhunderts stehen, der bei sorgfältiger Ana-
deren Wirksamkeit nun wenigstens teilweise lyse des Wissens über den Bau des menschli-
anerkannt ist, völlig neue Deutungen des so- chen Körpers nachweisen konnte, dass der
genannten "Placeboeffekts", die trotz pausen- Medizinpapst der damaligen Zeit, Galen, un-
loser Gegenkampagnen unerschütterliche Zu- vollständig und darüber hinaus auch unkor-
neigung der Bevölkerung für eine "Ganzheits- rekt war.
medizin", neue medizinische Strömungen zur
Förderung der "Kohärenz" des Patienten, wie Die Medizin verästelt sich nun aber
zum Beispiel die "Salutogenese", veranlassten mit den wachsenden Erkenntnissen der Phy-
und rechtfertigen diese Neuauflage der "Neu- sik, Chemie, Physiologie, Anatomie in Spezi-
en Horizonte" in der Medizin. Es wird ge- algebiete. Im Einflussbereich bedeutender
zeigt, dass die "Ganzheitsmedizin" wesentlich Wissenschaftler wie Galilei, Kepler, Boyle,
besser "wissenschaftlich" begründbar ist als Descarte, Pascal, Newton vollzieht ich der
bislang angenommen wurde. unumkehrbare Wandel von der Ganzheitsme-
dizin des Altertums in eine wissenschaftliche
Medizin der Neuzeit. Wichtige Erkenntnisse
Historischer Abriss der Medizin über komplexe Vorgänge der Organismen bis
in die Zellularpathologie werden hinzuge-
Popp beschreibt die Wandlung der wonnen. Die Entdeckung des Mikroskops, die
„westlichen“ Medizin vom klassischen, grie- Einführung der Desinfektion und Hygiene, die
chischen Altertum, ausgehend von Aeskulap, Identifizierung und Isolierung von Bazillen
dem „Gott der Heilkunst“, den hippokrati- sind Meilensteine auf diesem Weg. Nur allzu
verständlich erscheint die Überzeugung des auch die Erkenntnis gewichen, dass perfekte
berühmten Chirurgen Rudolf Virchow um Darstellungen von Blumenkohlköpfen nicht
1858, man müsse letztlich nur die Vorgänge die physikalischen Kenntnisse über das
in der menschlichen Zelle verstehen, um die Wachstum der Zellen ersetzen können. Es gibt
Ursachen aller Krankheiten aufzudecken. Die- unendlich viele mathematische Lösungen und
se Forderung mündet in den modernen Vor- keine Begrenzungen bei der visuellen Be-
stellungen der Molekularbiologie und Bioche- schreibung der Realität. Aber nur eine davon
mie, dass Krankheit immer auf kranke Mole- trifft zu. Die Unmöglichkeit, die Wirklichkeit
küle zurückzuführen sei und nur mithilfe der ohne das Wissen ihrer Mechanismen zu er-
im molekularen Bereich angreifenden Instru- fassen, hat der verwirrenden Vielfalt un-
mente bekämpft werden könne. Schon sind endlicher Wege ihrer Beschreibung Platz ge-
wir mitten in der Gentechnik, die sich an- macht. Der vermeintlichen Sicherheit über die
schickt, kranke Zellen in ihren kleinsten wirk- Monokausalität der Ereignisse folgten die
samen Elementen, den Genen, zu reparieren. Attraktoren der Verworrenheit über ihre Ge-
staltungsvielfalt.
Nach dem „zweiten Schöpfungstag“,
der Aufdeckung des menschlichen Erbgutes,
schickt sich diese moderne Medizin an, jedes Die Gretchenfrage
beliebige Lebewesen beliebig lange am Leben
zu erhalten und es überdies nicht bloss zu re- Erwin Schrödinger, einer der be-
parieren sondern auch zu reproduzieren. deutendsten Pioniere der Quantentheorie und
Nobelpreisträger 1933 in Physik, soll gesagt
haben, dass ein Biologe die Biologie nur dann
Dogmatisierung der Medizin verstanden hat, wenn er eine einfache Frage
zur Zellteilung beantworten kann, und dass er
Die Wissenschaft, die ursprünglich an- die Biologie eben nicht versteht, wenn er auf
trat, um falsche Dogmen zu überwinden, hat diese Frage keine Antwort weiss. Die Frage
nach jungfräulichen Phasen des Staunens und ergibt sich aus den bei der Zellteilung ent-
Forschens mit zunehmendem Machtbewusst- stehenden sogenannten miotischen Figuren.
sein einen strengen Dogmatismus eingeführt, (Siehe: Titelbild vom Buchumschlag) Das
ohne sich dabei noch ihrer ursprünglichen sind die Muster, die vorwiegend von den
Aufgabe zu widmen. Einige der Dogmen der Chromosomen, und dabei vor allem von röh-
Erfahrungswissenschaft Medizin untersucht renförmigen Spindelfasern, den Mikrotubuli
Popp etwas genauer und belegt damit, dass ausgebildet werden. Die spektakulären For-
sie in ihrer Ausschliesslichkeit falsch sind: men prägen sich immer dann aus, wenn sich
Das Dogma der Lokalisierbarkeit, das Dogma der Zellkern teilt. Alle Chromosomen, die im
der Zufälligkeit, das Dogma der Reproduzier- Wesentlichen aus DNA bestehen, verteilen
barkeit, das Dogma eines falsch verstandenen sich als die Erbmerkmalträger auf die beiden
Darwinismus, das Dogma von der Monokau- Tochterzellen so gleichhälftig, dass jede Zelle
salität sowie der weit verbreitete Glaube, bio- wieder eine eigenständige und gleichartige
logische Systeme seien in einem thermischen Lebenseinheit wie die Ausgangszelle bildet.
Gleichgewicht.
Der Vorgang kann wenige Minuten
Noch ist keine Ende der theoretischen bis zu mehreren Stunden dauern. Den ein-
Forschung auf dem Gebiet der Chaostheorie drucksvollen Verdopplungsvorgang bei wech-
abzusehen. Aber man weiss sicher, dass die selnder Verdichtung, Auflösung und Be-
Biologie und Medizin der Zukunft ohne die wegung der im Mikroskop sichtbaren Mole-
Kenntnisse dieser neuen Forschungsrichtung- külaggregate unterteilt der Biologe in fünf
en nicht auskommen wird. Der Euphorie ist Phasen. In der letzten Phase verschwindet die
Teilungsspindel wieder, die Chromosomen tromagnetische Wellen in der Zelle, die sich
entspiralisieren sich zu unsichtbaren Fäden, in idealer Weise den Randbedingungen anpas-
die erneut ihren eigentlichen Aufgaben nach- sen, die wir nur in Form der „Biophotonen“
zukommen beginnen. Auf die Kernteilung messen können, sind des Rätsels Lösung.
folgt gewöhnlich die Plasmateilung durch
einfache Durchschnürung. Ziel ist es schliess- Die Antwort kann nur lauten: Es treten
lich, das Erbmaterial in gleicher Weise exakt keine Fehler in der Zelle auf, weil die Mole-
auf die beiden Tochterzellen zu verteilen. küle von den elektromagnetischen Feldern
dieser Hohlraumresonatorwellen in der Zelle
Schrödingers Anliegen galt aber nicht geführt, also organisiert werden.
der morphologischen Beschreibung. Die ent-
scheidende Frage, die er stellte, lautet: Wes- Die Ladungen der Moleküle folgen
halb entsteht bei dieser eigenartigen, bis zwangsläufig den elektrischen Kräften, die
heute unverstandenen exakten Verdoppelung durch die verschiedenen Moden der gespei-
der Zelle in zwei identische Tochterzellen kein cherten Photonen in der Zelle auf die Mole-
einziger Fehler? küle einwirken. Sobald ein Molekül an der
richtigen Stelle, nämlich einem „Knoten-
Bei etwa zehn Milliarden Molekülen, punkt“ des elektromagnetischen Feldmusters
die sich hier mit höchster Präzision auf zwei verharrt, wirkt keine Kraft mehr auf das Teil-
gleiche Hälften verteilen, müssen – rein statis- chen ein. Sobald es aber von dieser Position
tisch gesehen – zirka 100'000 Moleküle in die abweicht, führt die rücktreibende Kraft der
falsche Richtung marschieren. Vergleichswei- elektromagnetischen stabilen Mode das fehl-
se hätte sich eine grosse Menge Erbsen, die geleitete Molekül in seine stabile Lage zu-
etwa einen Güterwagen füllen könnte, so ex- rück.
akt in zwei gleiche Haufen zu teilen, dass kei-
ne der beiden Hälften auch nur eine einzige
Erbse zu viel hätte.
Zellen sind „Lichtspeicher“
Woher wissen die Moleküle einer le-
benden Zelle, wo und wann ihnen welche Zusammen mit Walter Nagl, ehemals
Aktivitäten zugedacht sind, wann sie sich auf- Harvard-Professor, konnten wir uns anhand
teilen oder zusammenschliessen müssen, in von Filmmaterial überzeugen, dass alle sicht-
welche Richtung sie laufen sollen, wo sie sich baren molekularen Bewegungen in den ver-
anzusiedeln, welche molekularen Partner sie schiedenen Phasen der Kernteilung ein-
wann abzustossen, zu verdichten oder un- schliesslich der Einschnürung des Zyto-
sichtbar zu machen haben, um dieses an plasmas durch Überlagerung solcher Felder
Wunder grenzende, einzigartige, fundamenta- qualitativ und auch quantitativ erklärt werden
le Überlebensprogramm aller Organismen zu können.
gestalten?
Das Phänomen ist im wahrsten Sinne
des Wortes „ganzheitlich“. Sobald sich an
Die Antwort den Randbedingungen eine Kleinigkeit än-
dert, hat das über das verbindende Feld Aus-
Deshalb sehe ich mich veranlasst, die- wirkungen auf die Gesamtheit der Moleküle.
se Antwort (die meine Mitarbeiter und ich vor Sobald ein Molekül an irgendeiner Stelle eine
knapp 30 Jahren an der Universität Marburg chemische oder physikalische Änderung er-
vorgeschlagen haben) erneut und immer wie- fährt, koppelt das Ereignis über das Feld zu-
der zu verkünden. Es sind Biophotonen, die rück auf alle anderen Materieteilchen – ein-
dieses Geschehen organisieren. Stehende elek- schliesslich der Membranen.
Über die Messbarkeit DNA als „Strahlenquelle“

Es gibt keine Möglichkeit, die Felder Selbst dann, wenn kein Zweifel mehr
direkt zu messen. Kein technisches Messin- daran bestehen sollte, dass die Biophotonen
strument könnte in eine Zelle passen. Die ge- aus der DNA kommen, dass das Licht kohä-
läufigen Sonden zur Messung elektromagneti- rent ist und dass sich dieses Phänomen nütz-
scher Felder sind mit Volumina in der Grös- lich und vielseitig anwenden lässt, sind wir
senordnung von Kubikzentimetern milliarden- noch solange unzufrieden, wie wir den Me-
mal grösser als das Volumen einer Zelle. Die chanismus der ultraschwachen Zellstrahlung
Biologie ist der Technik milliardenfach über- nicht kennen. Bestrahlt man Zellverbände,
legen. Die Zelle selbst und ihre Bestandteile die beispielsweise durch hohe toxische Dosen
wird so zum perfekten Detektor, der gleich- von Röntgenstrahlen nahezu vollständig in-
zeitig sendet und empfängt, dessen Sprache aktiviert werden, kurz danach mit einer sehr
und dessen Handeln im Resonanz-Dialog mit schwachen Dosis UV-Photonen, dann tritt der
allen aktiv anregbaren Strukturen weit über eigentümliche, in seiner Bedeutung meines
die Grenzen der eigenen Hüllen hinaus be- Erachtens bisher weit unterschätzte Effekt
steht. Der Wissenschaftler steht teilweise vor auf, dass die Schäden innerhalb weniger Stun-
verschlossenen Türen. Selbst dann, wenn es den fast komplett behoben sind. Diese Photo-
durch technische Fortschritte eines Tages mö- reaktivierung funktioniert, wie man heute
glich sein sollte, eine passende Sonde in die weiss, bei allen Organismen einschliesslich
Zelle einzuführen, würde sie sofort das Feld- menschlicher Zellverbände.
muster zerstören, das es zu messen gilt.
Bevor wir uns den medizinischen Pro-
Bei Berücksichtigung der Frequenzen blemen zuwenden, ist es konsequent und not-
oder Wellenlängen, die für eine einzige Zelle wendig zugleich, jenen Fragen der Biologie
durchweg im optischen Bereich des Spek- nachzugehen, die sich unmittelbar mit Hilfe
trums liegen, besteht die einzige Messmög- der ultraschwachen Zellstrahlung überhaupt
lichkeit darin, Photonenmessgeräte vor die erst erklären lassen. Die enzymatische Aktivi-
Zelle zu stellen und jene Lichtteilchen zu re- tät, ja alle biochemischen Reaktionen, können
gistrieren, die immer dann aus der Zelle her- von Biophotonen gesteuert werden, vorausge-
austreten, wenn das gespeicherte Feld der setzt, wir beschränken uns nun nicht mehr al-
Zelle seine Wellen nach aussen abgibt, ge- lein auf das optische Fenster, sondern lassen
zwungenermassen, aber auch aus dem Be- das gesamte elektromagnetische Spektrum
dürfnis der Kommunikation. vom UV-Bereich bis hinunter in den lang-
welligen Radiobereich zu. Wann und wo wel-
che Anregungszustände biologischer Materie
besetzt und damit aktiviert werden, entschei-
det das raum-zeitliche Biophotonenfeld. Es
bestimmt so den Weg und Verlauf chemischer
Reaktionen.

Wissenschaftliche Grundlagen
einer „ganzheitlichen“ Medizin

Der Diplombiologe Michael Galle


Kirlianphotogaphie von Fingerkuppen. Durch Anlegen
eines starken elektrischen Feldes entsteht eine Art Funk-
wies 1993 die Existenz und Bedeutung eines
enentladung mit räumlicher Musterung, die in der Kirli- „morphogenetischen“ Feldes nach, das der
anphotographie festgehalten wird. berühmte Alexander Gurwitsch um 1923 po-
stuliert, bis zum Tode 1954 sorgfältig erfor- stoffen ect. thermodynamische Aspekte der
scht und vehement gegen alle Einwände und Entropie und Information, quantentheoreti-
Verketzerungen verteidigt hatte. Es war eine sche Kohärenzkriterien der Felder, Frequenz-
letzte Kampfansage an die Mechanisten der und Phasenkorrelationen einbezogen werden.
damaligen Zeit um 1930, die sich in der Folge
mit Hilfe der expanierenden Biochemie und Die Feldvorstellung ist es, die hinrei-
Molekularbiologie das Deutungsmonopol in chende Antworten auf ungeklärte Fragen der
den Lebenswissenschaften und der „wissen- Biologie und Medizin zu finden erlaubt. Das
schaftlich anerkannten“ Medizin bis zum heu- Kohärenzkonzept elektromagnetischer Felder
tigen Tag sicherten. erweitert uns den Blick und bricht sich Bahn
bis hinein in den Aufbau, die Struktur und die
Mit Galles Ergebnissen wurde vermut- Entfaltungsprozesse des Bewusstseins.
lich ein wichtiger Baustein für die zukünftige
Geschichte der Lebenswissenschaften gelie-
fert. Die Existenz eines Regulationsfeldes in Die physikalisch Basis
und zwischen den Organismen konnte nach
der Anerkennung von Galles Dissertation Man kann nichts falsch machen, wenn
nicht mehr als reines Wunschdenken abgetan man sich unermüdlich und immer wieder
werden. Zellen erwiesen sich eben nicht nur nach weiteren Begründungen vermutbarer
in der Phantasie, sondern auch im seriösen Gesetzmässigkeiten umsieht, denn nur so las-
Experiment als echte Lebewesen, die sich sen sich richtige Hypothesen wirklich verste-
nicht mit der Rolle manipulierbarer Enzym- hen, und nur so kann sich ein Paradigmen-
päckchen oder genetisch verwaltbarer Bioma- wechsel durchsetzen.
schinen begnügen.
Dieser Aufwand in einem Buch nieder-
Die Zellen selbst sind es, die sich or- zuschreiben lohnt sich allemal, wenngleich es
ganisieren und ihrem Operator die Instrumen- immer beschwerlich ist, sich nicht nur zur
te aus der Hand nehmen. Die Erkenntnisse der Unterhaltung sondern für ein tieferes Ver-
Biochemie reichen bei weitem nicht aus, um ständnis mit der gegenwärtigen Literatur aus-
das Zellgeschehen vollständig zu beschreiben einander zu setzen. Glücklicherweise sind ri-
oder auch nur annähernd korrekt zu verstehen. chtige Erklärungen im Allgemeinen sehr ein-
Galle bestätigt die weitreichende Einsicht, fach, und man irrt selten, wenn man kompli-
dass nicht die Materie an sich, sondern die zierte Erklärungen für unbedeutend hält.
raum-zeitlich strukturierte Energieverteilung
über der Materie es ist, die alle wahrnehmba- Elektromagnetische Kommunikation
ren Eigenschaften der Systeme, insbesondere in Lebewesen ist im Prinzip schon mit ge-
auch die der Lebewesen, kreiert. wöhnlicher Schulphysik zu verstehen.

Bei der Überlagerung elektromagneti-


Die Konsequenz scher Felder kommt es darauf an, ob die elek-
trische Feldkomponente gleichgerichtet oder
In ihren eigentlichen Merkmalen ist entgegengerichtet ist, um konstruktive oder
die Materie nicht durch ihre Bestandteile – destruktive Interferenz zu erzielen. Dieser al-
Atome und Moleküle – sondern durch die We- lein nur für kohärente Photonenfelder mögli-
chselwirkung dieser Teilchen mit Photonen che Interferenzeffekt ist für biologische Syste-
charakterisiert. Um dem „energetischen As- me von fundamentaler Bedeutung. Man denke
pekt“ Rechnung zu tragen, müssen in den zu- an eine Schaukel, die zu keiner regelmässigen
künftigen Lebenswissenschaften ergänzend zu Schwingung fähig ist, wenn sie völlig stocha-
den Rezeptoren, Enzymen, Hormonen, Boten- stisch angestossen wird, die sich aber umge-
kehrt zu hohen Amplituden auch mit schwäch- Akupunkturnadeln zum Stechen in die
sten Kraftstössen aufschwingt, wenn sie im- Meridiane, Nadelkissen zum Verletzen der
mer in der richtigen Phasenlage gleichge- Haut oder Injektionen unter die Haut mögen
richtet angeschubst wird. Die Kommunikation Vernunftgründen noch relativ zugänglich sein
in und zwischen biologischen Systemen be- im Vergleich zu Verfahren wie zum Beispiel
ruht also letztlich auf der raum-zeitlichen In- der Einnahme von „Hochpotenzen“, das Arz-
terferenzmusterbildung kohärenter elektroma- neimittel, in denen die Wirksubstanz so stark
gnetischer Wellen. verdünnt ist, dass nach Adam Riese kein ein-
ziges Molekül des Wirkstoffes mehr in der
Diese „Bilder“ im wahrsten Sinne des verabreichten Flüssigkeit, einem Alkohol-
Wortes sind Signal und Regulatoren zugleich, Wasser-Gemisch, vorhanden sein kann).
nämlich raum-zeitlich sich ändernde elektri-
sche und magnetische Kräfte, die selbst wie- Die „Verdünnungen“ entstehen aller-
der strukturieren, regulieren, organisieren dings nach einem besonderen Herstellungs-
und informieren, empfänglich für entsprech- verfahren, dem Verschütteln oder – bei festen
ende Wellenzüge von beliebigen Subeinheiten Stoffen – dem Verreiben aus der „Urtinktur“,
biologischer Systeme. dem konzentrierten Wirkstoff. Hierzu möchte
ich auf eine aktuelle Arbeit von Professor
Die Kommunikation beruht also immer Klimek und Kollegen verweisen, die nahe ge-
auf der Nutzung von Frequenzinformation zur legt hat, dass damit tatsächlich die physikali-
Ansteuerung der passenden Prozesse und Pha- sche Basis einer Informationsübertragung
seninformationen kohärenter elektromagneti- möglich ist.
scher Wellen zur Adressierung der passenden
Zeit am passenden Ort. Die raum-zeitliche So erscheint der Einwand, dass die
Erzeugung und Vernichtung von Interferenz- teilweise ja unbestreitbaren Erfolge der Natur-
mustern etabliert das gesamte Zellgeschehen, heiler nur auf der Einbildung ihrer Patienten
vernetzt die Zellen zu grösseren Einheiten, or- beruhten, als ein wohlgemeinter und notwen-
ganisiert das Wachstum und die Differenzier- diger Appell an den gesunden Menschen-
ung ebenso konsequent wie die mit dieser In- verstand. Dass der „Aussenseitermedizin“ je-
formation gesteuerte Produktion aller Enzy- doch in Wirklichkeit naturwissenschaftlich
me, Botenstoffe. Die Interferenz der elektro- begründbare Konzepte zugrunde liegen, wis-
magnetischen Felder steuert alle Arbeits- und sen die meisten, an Tradition und Empirie
Transportfunktionen des Organismus, immer orientierten Naturheiler oft selbst nicht.
in der gleichen ganzheitlichen Rückkoppelung
zwischen Feld und Materie.
System der „Gegenregulation“

Naturheilverfahren Das Grundregulationssysteme wie ei-


nen guten Garten zu hegen und zu pflegen,
Unter Naturheilverfahren versteht man auf diese Weise auch (bisher nicht erklärbare)
heute eine kaum noch übersehbare Palette von Selbstheilungsvorgänge anzustossen, liegt
Behandlungsmethoden mit zwei Gemeinsam- dem Naturheiler mehr am Herzen als die Ver-
keiten: dem bedingungslosen hippokratischen schreibung „chemischer Prothesen“ allopathi-
Vorsatz „niemals schaden“ (primum nihil scher Arzneimittel, von denen vielfach anzu-
nocere) und möglichst natürliche Hilfsmittel nehmen ist, dass sie biochemisch erfassbare
einzusetzen. Nur noch wenige Leidende las- Ausfallerscheinungen in Organzellen zwar
sen sich dabei abschrecken von dem eigen- substituieren können, keinesfalls aber dauer-
tümlichen, ja oft obskur erscheinenden Instru- haft beheben. Mit dem Grundregulations-
mentarium der „Alternativmethoden“. system hat Pischinger eine ganzeitliches, ob-
jektiv analysierbares Substrat gefunden, an Homöopathie aus
dem auch der an biochemischen Indikatoren Physikalischer Optik
orientierte Schulmediziner auf Dauer nicht
vorbeikommt. Die Beobachtung des Extrazel-
lulärraumes erfolgen nämlich mit den übli- Seltsamerweise fürchten einige Ho-
chen Methoden der klinischen Mikroanalyse. möopathen den Vergleich mit den Psycho-
Man muss sie nur ernst nehmen. therapeuten. Dabei gibt es jedoch Anlass zur
Vermutung, dass homöopathische Arzneimit-
tel eine „Umstimmung“ verursachen: eine ge-
Ins Gesichtsfeld rücken nun aber vor- wisse Veränderung der Persönlichkeit, die
wiegend dynamische, anstelle von statischen sich nicht selten „psychisch“ äussert. Auch
Besonderheiten, strukturelle, raum-zeitliche die „Arzneimittelbilder“, die in Kents Reper-
Ordnungen des „Zelle-Milieu-Systems“ an- torium beschrieben sind, legen den Schluss
stelle von biochemisch definierten Störungen nahe, dass die Homöopathie im Gegensatz zur
der Organzellen. Das Beispiel des Grundregu- Allopathie stark mit psychischen Faktoren des
lationssystems, eine der tragenden Säulen der Patienten wechselwirkt.
Naturheilkunde, zeigt uns in aller Deutlichkeit
die neuen Akzente: Ganzheitliche Bezüge,
Selbst dann, wenn man einmal von der
Regulation und Ordnung, Verlagerung des
(vermutlich falschen) Vorstellung einiger Ho-
Krankheitsgeschehens in das Vorfeld des aku-
möopathiegegner ausgeht, die Homöopathie
ten Syndroms.
sei die beste Placebotherapie, dann bleibt die
wichtige Frage offen, weshalb eben dies der
In letzter Konsequenz wird die Natur-
Fall ist.
heilkunde damit keine Alternative zur Schul-
medizin, wie dies oft fälschlicherweise ver-
mutet wird. Naturheilverfahren bieten eine Der Gedanke liegt nahe, dass die Pa-
bereichernde, ja notwendige Ergänzung zu lette möglicher Einwirkungen auf ein Indivi-
dem streng lokalistischen Konzept der Schul- duum sinnvoll nach ihrer Lokalisierbarkeit im
medizin, das wiederum naturwissenschaftli- lebenden System zu ordnen ist mit folgenden
cher Überprüfbarkeit zugänglicher ist. Die in Regeln:
einzelnen Zellen nachweisbaren Schäden ma-
chen aber logischerweise nur einen Bruchteil 1. Lokale Effekte verlaufen nach dem
der biologischen Erscheinungsvielfalt aus. Rezeptormodell und bedürfen einer
Relativ zur Aussenseitermedizin erscheint der Substantiierung, im Gegensatz zu
von der Schule in Anspruch genommene Be-
reich manifester und lokaler Schäden als aku- 2. nichtlokalen Effekten, die im
te Notfallmedizin. Der Einsatz radikaler Mit- Extremfall die gesamte Persönlichkeit
tel ist dort auch eben diesem Umstand zuzu- einschliessen und so per definitionem
schreiben. Kein entschiedener Widerspruch nicht substantiiert werden können.
gegen die Schulmedizin wird deshalb auch
gerade von den so genannten Aussenseitern 1. und 2. sind Grenzfälle möglicher Wechsel-
laut. Ernsthafte Bedenken melden sie aber im- wirkungen. Dazwischen bewegt sich vermut-
mer dann an, wenn ohne dringende Notwen- lich der Wirkungsbereich der Homöopathie.
digkeit Nebenwirkungen in Kauf genommen Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass
werden, die ganzheitliche Störungen des Sy- sich so die „anerkannten“ Gebiete der (1.)
stems erzeugen, die unterschwellig über Jahre Allopathie und (2.) Psychotherapie als Spe-
hin neue Krankheiten verursachen und die Le- zialfälle der „nicht anerkannten“ Homöopa-
bensqualität „subjektiv“ einschränken. thie erweisen könnten.
Interferenz als Wechselwirkung vermuten, dass auch die übrigen Homöopa-
then, also die „Tiefpotenzler“, dem gleichen
Um diese Vermutung wissenschaftlich oder einem ähnlichen Irrtum aufsitzen.
zu klären, muss die zentrale Frage beantwor-
tet werden: Was eigentlich spielt sich ab, Das Schicksal der Homöopathie steht
wenn ein Mensch eine Nachricht, zum Bei- und fällt so mit dem Wirkungsnachweis von
spiel in Form einer Zeitungsnotiz, erhält, auf- Hochpotenzen. Überhaupt gehen viele der
nimmt und verarbeitet? gerade in den letzten Jahren als „Pro“ und
„Contra“ ausgetauschten Argumente weit-
Kein Biochemiker wird ernsthaft be- gehend an der naturwissenschaftlichen Pro-
haupten, dass die Zeitung Moleküle aussen- blematik vorbei.
det, die auf Rezeptoren des Auges gelangen
und dort eine Reaktion, beispielsweise die Soweit das der Abklärung von Begrif-
Ausschüttung von Adrenalin, triggern. Ander- fen, der empirischen „Beweisbarkeit der Ho-
erseits bezweifelt auch niemand, dass manche möopathie“, ja auch dem Verständnis der hi-
Zeitungsnotizen eine vermehrte Adrenalinpro- storischen Entwicklung dieses eigentümlichen
duktion tatsächlich auslösen. Obwohl auf Therapieverfahrens dient, erscheint es not-
Biophotonen eingeschworen, verzichte ich wendig und sinnvoll. Neben der streng natur-
hier auf den Hinweis, dass die Vorgänge der wissenschaftlichen Fragestellung werden ja
Informationsübertragung natürlich nicht über wesentliche und tiefgreifende Probleme der
die Buchstaben der Zeitung, sondern über die gesamten Medizin berührt, beginnend bei
„vereinbarte“ Signalwirkung der optischen Fragen der Indikation bis hin zum ärztlichen
Kommunikation zwischen dem Streulicht der Verantwortungsbewusstsein.
Zeitung und den Resonanzwirkungen auf die
Antennensysteme des Lebewesens erfolgen. Beginnen wir die Diskussion mit einer
Hauptsächlich kommt es ja darauf an, dass einfachen Betrachtung: Heisses Wasser wirkt
der Empfänger nicht nur lesen kann, sondern auf die Haut anders als eiskaltes Wasser, das
mit der physikalischen Wechselwirkung einen ist unbestritten. Die Substanz ist in beiden
„Sinn“ verbindet, was immer man auch darun- Fällen die gleiche, geändert hat sich lediglich
ter verstehen mag. die Verteilung der Energie auf die einzelnen
Moleküle. Die Wirkung beruht ja auch tat-
sächlich im Wesentlichen auf dem Energie-
fluss, der vom heissen Wasser Wärme auf die
Der empirische Wirkungsnachweis Haut überträgt und umgekehrt Wärme von der
von Hochpotenzen Haut auf das kalte Wasser transportiert.
Viele Biochemiker und Biophysiker
glauben, dass eine Substanz nicht mehr wirk- „Sensitivität“ biologischer Systeme
sam sein kann, wenn kein einziges Molekül
des Wirkstoffes mehr in dieser Substanz Infolge der thermischen Bewegung än-
nachweisbar ist. Lange Zeit hatte ich mir die- dern Wassermoleküle bereits nach kurzen
se Meinung zu eigen gemacht und die Ho- Zeiten in der Grössenordnung von hundert-
möopathie, soweit sie überhaupt meine Auf- milliardstel Sekunden ihre Position. Für Kop-
merksamkeit erweckte, insgeheim als Irrlehre plungen, die in wesentlich kürzeren Zeit-
verworfen. Wenn nämlich nicht gerade weni- räumen als dieser charakteristischer Über-
ge Homöopathen auf die Wirksamkeit von gangszeit ablaufen, erscheint die Flüssigkeit
Hochpotenzen – also von Substanzen, in de- als Kristall, für Langzeitwechselwirkungen
nen nach Adam Riese kein Molekül des Wirk- dagegen eher als Gas. Aus molekularer Sicht
stoffes mehr vorhanden ist – schwören, dann reduziert sich unser Problem, eine mögliche
sollte man für den Fall, dass sie sich irren, Wirkung von Hochpotenzen zu untersuchen,
zunächst auf die Frage: Gibt es Struktur- Die Aussage, Substanzen könnten
änderungen in der Flüssigkeit, die nach „Ver- nicht (stoffspezifisch) wirken, wenn kein Mo-
schütteln“ mit der eingebrachten Wirksub- lekül des Wirkstoffes mehr nachweisbar ist,
stanz entstehen und lange Zeit erhalten blei- lässt sich wissenschaftlich nicht begründen.
ben? Eine theoretisch einfache, experimentell Es muss aber eingeräumt werden, dass sie na-
aber eher komplizierte Methode, dies zu prü- turwissenschaftlich vermutlich bisher auch
fen, besteht in der Messung der Energiebilanz nicht widerlegt ist.
aus zugeführter „Verschüttelungsenergie“ und
dabei aufgenommener Wärmeenergie. Die
Differenzenergie, die nicht „thermalisiert“ Hochpotenzen
wird, dient dem Aufbau von (dissipativen)
Strukturen, die von Ilya Prigogine in die Da das Problem der Hochpotenzen
Phsik eingeführt wurden. Konsequenterweise noch ungelöst ist, bleibt uns die Überlegung,
muss sich der anschliessende Zerfall dieser welche Voraussetzungen ein naturwissen-
Nichtgleichgewichtszustände zu einer vom schaftlich fundiertes Modell erfüllen muss,
ideal schwarzen Körper abweichenden elek- um die Effekte, von denen der Homöopath aus
tromagnetischen Abstrahlung äussern. Erfahrung überzeugt ist, zu deuten. Zunächst
ist klar, dass biologische Systeme extrem
empfindliche Detektorsysteme sein müssen,
Ein weiterer theoretisch gangbarer um auf jene schwächsten, in der Homöopathie
Weg läuft folglich darauf hinaus, signifikante verabreichten Impulse noch anzusprechen.
Unterschiede in der Strahlenemission zwi- Die Biologie lehrt uns, dass Lebewesen auch
schen „Verschüttelungen“ und entsprechen- tatsächlich hochsensible Informationsempfän-
den „Verdünnungen“ gleicher Substanzen ger darstellen. Um nur wenige Beispiele zu
nachzuweisen. Die geforderten langen Le- nennen: Die Klapperschlange registriert über
benszeiten der dissipativen Strukturen verbie- Dezimeterdistanzen noch Temperaturunter-
ten aber gerade hohe Photonenintensitäten – schiede ihrer Beutetiere, die nur Zehntelgrad
die bekanntlich mit der Zerfallsrate ansteigen ausmachen. Ihr Empfangssystem tastet dabei
– so dass der experimentelle Nachweis auch die Infrarotwellen des Opfers ab.
hierfür schwierig sein dürfte. Eine hervorra-
gende Idee hatte die französische Pharma- Schmetterlinge können sich gegensei-
zeutin C. Luu. Wenn der „gelöste“ Stoff die tig sogar über mehrere Kilometer Entfernung
Flüssigkeitsstruktur beeinflusst, dann muss er wahrnehmen, ohne dass dabei die Windrich-
auch das Absorptionsspektrum des Lösungs- tung eine Rolle spielt. Es sind experimentelle
mittels charakteristisch ändern. Sie beobach- Belege erbracht worden, dass für die Insek-
tete das Schwingungsspektrum einer Äthanol- tenkommunikation elektromagnetische Wellen
linie nach Verschütteln mit Bryonia. Die mit „laserähnlichen“ Infrarotkomponenten
Anregung erfolgte im optischen Bereich mit verantwortlich sind. Die von Biochemikern
einem Laser. als Botenstoffe verdächtigten Duftmoleküle
spielen nach seinen Untersuchungen lediglich
Nach den Befunden lässt sich eine Ein- die Rolle von Modulatoren der gesendeten
fluss des Wirkstoffes noch bis zur D60 – also Wellen. Angesichts dieser unbestrittenen ho-
bis weit unterhalb der Avogadro-Grenze – hen Empfindlichkeit biologischer System
erkennen. Wenn heute auch gelegentlich die muss ernsthaft erwogen werden, ob der natur-
Auffassung geäussert wird, die Ergebnisse wissenschaftliche Nachweis „homöopathi-
seien nicht reproduzierbar, so kann doch nur scher Effekte“ bisher allein deshalb nicht ge-
dringend empfohlen werden, diesen Weg wie- lingen konnte, weil unsere technischen Detek-
ter zu verfolgen. Belassen wir es zunächst bei toren für diesen Nachweis nicht ausreichend
der Feststellung. sensitiv sein könnten?
Das „Simile-Prinzip“ Im Organismus wirken „pathologi-
als Resonanzphänomen sche“ dissipative Strukturen als Störfaktoren
mit relativ geringer Ordnung. Sonst würden
sie keine „Krankheit“ verursachen. Nicht un-
Gerade die Homöopathie lehrt uns ja
möglich erscheint es deshalb, dass die ange-
auch, dass sich Organismen offensichtlich da-
botenen hypothetischen dissipativen Struktu-
durch stabilisieren, dass sie immer wieder in
ren die vorhandenen störenden dadurch ab-
der Lage sind, Gegensätze zu integrieren, dar-
bauen, dass sie in Katalyse deren nichtthermi-
aus neue symbiotische Einheit aufzubauen, in
sche Energie aufsaugen, sich dadurch selbst
der sich die Bipolarität in einer Entität mit
autokatalytisch stabilisieren – falls das „Simi-
völlig neuen Eigenschaften vereinigt, sich da-
le-Prinzip“ als Voraussetzung für die „Ver-
bei aber nicht etwa „neutralisiert“.
wandtschaft“ dieser Strukturen erfüllt ist.
Neben der extrem hohen Sensitivität, Im Modell muss hier angenommen
die für homöopathische Effekte vorausgesetzt werden, dass der Ordnungszustand dissipati-
werden muss, verlangt die Erfahrung auch die ver Strukturen in „Hochpotenzen“ grösser ist
Gültigkeit des „Simile-Prinzips“: Bei einem als in „Tiefpotenzen“, eine Spekulation, die
Patienten wirkt in niedriger Konzentration nicht unbegründet erscheint. In elementarer
jene Substanz, die mit hoher Konzentration Physik braucht man ein solches Modell noch
eben die (oder „ähnliche“) Symptome hervor- nicht einmal auf bestimmte Materie zu bauen.
rufen vermag, wie sie der Krankheitsbefund „Dissipative“ Strukturen beruhen auf einem
auszeichnet. noch grundsätzlicheren physikalischen Vor-
gang. Im Prozess der „Bose-Kondensation“ –
Ein einfaches physikalisches Modell, eine zum Beispiel in der Supraleitung bekan-
das diesen Vorgang analog beschreibt, ist die nte Akkumulation von Bosonen in gleichen
Schaukel oder das Pendel. Wir stellen uns Zellen des Phasenraums – werden elektro-
vor, wir sollten die schwingende Schaukel magnetische Wellen umso stärker in bestimmt
ohne Bremsbacken (also ohne Entropiepro- Zustände „kondensiert“, je mehr davon sich
duktion) zum Stillstand bringen. Das gelingt, dort bereits aufhalten.
indem wir sie an eine zweite, ruhende Schau-
kel beliebig schwach ankoppeln. Sie überträgt Das homöopathische Angebot be-
einen Teil ihrer Schwingungsenergie auf die schränkt sich in diesem Bild allein darauf, den
zweite Schaukel. Im statistischen Mittel über- im Organismus gespeicherten „falschen“
trägt das schwingende auf das ruhende Sys- elektromagnetischen Wellen bestimmter Fre-
tem umso mehr Energie, je besser die Eigen- quenzkompositionen – die zu Fehlsteuerun-
schwingungsfrequenzen der beiden Schaukeln gen veranlassen – das gleiche Frequenzge-
übereinstimmen. misch mit stärkerer Kondensationswahr-
scheinlichkeit (sprich: höherer Verdichtung
Im Resonanzfall wird so jeweils die bzw. Kohärenz gespeicherter Photonen) nahe
Hälfte der Schwingungsenergie abgegeben. zu bringen. Rein wahrscheinlichkeitstheoreti-
Da der Vorgang beliebig oft wiederholt wer- sche Gründe sorgen dann für die Umspeicher-
den kann, lässt sich die Oszillation entropie- ung vom Organismus in den homöopathi-
frei abregen. Betrachten wir den gleichen schen Pool.
Vorgang durch einen Wellenfilter, dann lässt
er sich als Umspeicherung von Wellen be- Mit dieser Vorstellung befinden wir
stimmter Frequenz, die von einem System ab- uns offenbar auch im Einklang zum „Simile-
gegeben und von einem anderen aufgenom- Prinzip“ der Psychotherapie, das im letzten
men werden, auffassen. Abschnitt erwähnt wurde.
Die wesentlichen Ergebnisse Beweislage der Wirksamkeit

Wenn die Homöopathie nicht auf der In eigener Sache kann aktuell aller-
Einbildung ihrer Behandler (und möglicher- dings ein neuer Hinweis auf die Wirkungs-
weise der Patienten) beruht, dann kann vom weise homöopathischer Arzneien hinzugefügt
Standpunkt der Physik aus dein Modell Gül- werden. In einem Beitrag fasst ich die bis-
tigkeit erlangen, das herigen theoretischen Vorstellungen, die ich
über den Wirkmechanismus der Homöopathie
- den homöopathischen Arzneimitteln entwickelte, zu einem konkret überprüfbaren
eine Informationsspeicherung über Modell zusammen. In jüngster Zeit begann
„dissipative Strukturen“ zugesteht, die ernsthafte experimentelle Arbeit an die-
sem Vorschlag mit Hilfe von Bioindikatoren.
- die Wirksamkeit elementar auf die Es erwies sich, dass das Verschütteln homöo-
Bose-Kondensation zurückführt. pathischer Flüssigkeiten tatsächlich einen Ge-
dächtniseffekt auslöst, der es wahrscheinlich
macht, dass die Informationsübertragung im
Die wesentlichen Ergebnisse unserer Falle homöopathischer Substanzen Verschüt-
mehrjährigen Forschungsarbeiten zum Wirk- teln (Verreiben) der Medikamente voraus-
samkeitsnachweis der Homöopathie, die im setzt. Dabei könnten Solitonen (kohärente Zu-
Auftrag der Bundesregierung durchgeführt stände) die Schlüsselrolle der Trägerwellen in
wurden, lassen sich kurz wie folgt zusam- der Resonanzabsorption disregulierender Os-
menfassen: zillationen im Organismus des Patienten über-
nehmen.

1. Es ist nicht gelungen, das Simile-Prinzip Mehr über die geschichtliche Entwicklung der
und die Potenzierungsregel nachzuwei- Medizin, neue Impulse zu einer ganzheitlichen
sen. Therapie maligner Tumoren, zur Lebensmit-
telqualität, zu Regelkreisen von „Ordnung“
2. Sicher gibt es aber Synergismen bei nie- und „Chaos“, zur Biologie des Lichts, zu Re-
drigen Wirkstoffkonzentrationen, die das gulationsdiagnostik, zu weiteren Naturheil-
Rezeptormodell in diesem Bereich wider- verfahren, zur Evolution von Krankheit sowie
legen. neuen Horizonten in der Medizin und weiter-
en Elementen medizinischer Analytik bis hin
3. In Übereinstimmung mit Resultaten zum Bewusstsein, dessen Evolution über die
H. Wagners lässt sich die Gültigkeit der Freiheit der Möglichkeiten und dem Zwang
Arndt-Schulz’schen Regel belegen: Es gibt der Fakten sind auf den spannenden 236 Sei-
relevante biologische Effekte, die mit ab- ten im Buch „Biophotonen – Neue Horizonte
nehmender Wirkstoffkonzentration deut- in der Medizin – Von den Grundlagen zur
licher werden. Biophotonik – Licht als Informationsträger
und Ordnungskraft“ von Prof. Dr. rer. nat.
Fritz-Albert Popp, International Institute of
Inzwischen hat sich an der Beweislage Biophysics, Neuss, Deutschland, nachzulesen.
wenig geändert, wenngleich durch spektaku- Eine einzigartige zusammenfassende, leicht
läre Arbeiten in der Schweiz (Louis Rey) und verständliche Darstellung des Themas Bio-
an der Universität Leipzig (Karen Nieber) die photonen und Medizin vom ausgewiesenen
Homöopathen wieder einmal Hoffnung schö- Experten. 3. Auflage, 2006, Karl F. Haug
pften. Da in beiden Fällen bisher keine end- Verlag, MVS Medizinverlage, Stuttgart.
gültige Anerkennung erfolgt ist, bedarf mein ISBN 978-3-8304-7267-4, Direktbezug über:
Beitrag zu diesem Buch keiner Korrektur. www.medizinverlage.de Fr. 67.90