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Hörverstehenskompetenz

Ziele:
Funktion im Alltag (z.B.) im Englischunterricht (z.B.)
Informationsaufnahme Durchsagen, Vortrag, Anweisungen, Lehrervortrag
Radionachrichten
soziale Beziehungen Gespräche führen, Telefonieren (Smalltalk)
pflegen
Meinungen Kommentar, Talkshow, Gespräch Diskussion, Debatte, Klassengespräch
kennenlernen
Sprachmodell - Hörtexte zielgerichtet aufnehmen
wahrnehmen
Sprache und Text Musik, Theater, Hörbücher, Popsongs, Geschichten, Reime
genießen Lesungen

 möglichst exaktes Verstehen der Texte (accuracy)


 rasches und problemloses Entschlüsseln (fluency)

Tipp für Lehrer: Gefühl der Lernerperspektive wiedererlagen, indem man selbst eine neue
Sprache erlernt
Verstehensprozesse:
- Frage: Was ist die wichtigste Fertigkeit für Kommunikation? Sprechen –
Kommunikation wird gleichgesetzt mit Miteinander-Sprechen
 Hören ist viel wichtiger: Zeit, die wir mit Kommunikation verbringen: 45% Hören, 30%
Sprechen, 16% Lesen, 9% Schreiben.
 Rezeptive Fertigkeiten (aufnehmende): knapp 2/3 der Kommunikation
 Rolle, die Verstehen für die Kommunikation hat, spielt sich bislang kaum in Lehrplänen
und Lehrwerken

- Lesen und Hören schließen mehrere rasch und simultan ablaufende mentale Prozesse
ein: zwei gegenläufige, aber miteinander interagierende Prozesse:
Bottom-up processing

- Entschlüsseln von Lauten, Wörtern und Ausdrücken auf Grundlage vorhandenen sprachlichen
Wissens
- ausgehend von der kleinsten Einheit
- Automatisierung setzt Verarbeitungskapazität frei, wodurch Hörer ihre Aufmerksamkeit auf
anderes lenken können (Kontext, Informationsziel…)
- vor allem im Anfangsunterricht einer Fremdsprache: ein geringer Wortschatz führt dazu, dass
die Worterkennung noch nicht reibungslos läuft und sich in den Vordergrund drängt
 Fixierung auf das Verstehen von Einzelwörtern
 vom Einzelnen zum Ganzen

Eine Strategie, wenn einzelne Wörter nicht verstanden erkannt oder verstanden werden, ist das
teilnehmende Zuhören: das heißt, den Sprecher beobachten. Dies ist Teil des…
Top-down processing

- Weltwissen und Lebenserfahrung werden aktiviert


- Informationen aus dem situativen Kontext helfen bei Verstehenslücken
- schwieriger für jüngere Schüler: Lebenserfahrung und differenziertes Vorwissen fehlt
 vom Ganzen ins Einzelne
- Lehrertipp: Bei Hörverstehenstexten mögliche Verstehenshilfe gezielt besprechen:
Was ist bisher passiert? Was weißt du über dieses Thema? Was kann dort passieren? –
am besten VOR Textkonfrontation  Erfolgserlebnisse
Prinzipien und Verfahren
Drei Grundsätze:

1. Was Schülerinnen und Schüler im Englischunterricht hören, muss relevant sein.


- Themen und Textsorten mit Relevanz
- Relevanz: Hörtechniken trainieren für Besuch im englischen Theater
- muss daher nicht automatisch authentische Hörsituation sein
2. Was Schülerinnen und Schüler im Englischunterricht hören, muss übertragbar sein.
- auf neue Lernsituationen
- Was ist Kern der Entschlüsselungstechnik, welches sprachliche Phänomen wurde
gelernt
3. Übungen müssen sinnvoll sein und das Gebot der Passung erfüllen.
- Passung zw. Hör- und Lesetext, daran durchzuführenden Aufgaben und
Gegebenheiten der Lerngruppe
- Frage/Aufgabe sollt Lernenden bspw. veranlassen, bei Textstelle nochmals genau zu
zuhören, um Antwort zu finden, oder Verknüpfung zw. Verschiedenen Informationen
herstellen müssen

Drei Phasen der Arbeit mit Hörtexten


1. pre-listening-Phase: textexternes Wissen und themenbezogene Erwartungen aktivieren
2. while-listening-Phase: führt mentale Operationen auf, die auf textexternen Informationen
basieren
3. post-listening-Phase: führt sprachlich und thematisch weiter, ist jedoch nicht mehr Teil des
Hörtrainings

Aufgaben und Aktivitäten


a) Hörtraining allgemein
o Differenzieren: Gehörtraining – Finde das richtige Geräusch. (Aufnahme: Schiff, Schaf;
Bild eines Schafes)
o Segmentierung: Lehrer liest (oder spielt authentisch gesprochenen) Text mit
Schmelzwörtern, Lautangleichungen, Auslassungen etc., der den Schülern ebenfalls
vorliegt. Die Schüler hören den Text und markieren gleichzeitig die Schmelzwörter etc.
o Antizipation: Lehrer liest (oder spielt) einen halben Satz oder Phrase vor, die Schüler
beenden diese.
b) Pre-Listening-Phase
o Visuelle Hilfe: Welche Bilder findest du bei dem Text? Welche Gefühle wecken diese?
o Thematischer Fokus: Was weißt du über das Thema? Was sagt dir der Titel über das
Thema?
o Zielsetzung und Planung: Denk an die genauen Informationen, die du in dem Text
herausfinden möchtest. Was war die Aufgabe?
o erster sprachlicher Eindruck: Mit welchen Worten wirst du wahrscheinlich
Schwierigkeiten haben?
o sprachliche Vorbereitung: Hier sind ein paar wichtige Wörter aus dem Text! (Lehrer
erklärt wichtige Wörter im Voraus)
c) While-Listening-Phase
o Word attack skills: Was könnte dieses Wort im Kontext bedeuten? Verknüpfe es mit
ähnlichen Wörtern, die du schon kennst. Was ist die grammatikalische Funktion des
Wortes?
o Extrahieren textueller Informationen – gesamter Text: Höre einmal den Text –
worüber handelt er? Wie ist die Gesamtstruktur? Unterteile den Text in Abschnitte.
o Extrahieren textueller Informationen – Textelemente: Überfliege den Text und finde
folgende Informationen: Welche Beispiele sind gegeben für…? Welche dieser
Aussagen sind richtig oder falsch?
o Textanalyse: Finde Hinweise…
o Beurteilung des Textes und inhaltlicher Aussagen: Welche Argumente werden
gebracht? Sind sie plausibel?
o Beurteilung des Textes als Zuhörer: In welcher Art und Weise überzeugt dich der
Sprecher?
- Lehrertipp: Falsch gehörte Liedtexte
- SuS erkennen, dass auch Muttersprachler Schwierigkeiten mit der engl. Sprache haben
können
- schärfen das Sprachgefühl: wie stark Erwartungen das eigene Hören beeinflussen und
wie hartnäckig sich Missverständnisse halten
- Bspw: One Republic – It’s too late to order fries
- Survivor: Eye of the Tiger – And the last know survivor stocks his bread in the night
- REM: Losing my religion – Let’s pee in the corner, Let’s pee in the spotlight
Hörverstehen überprüfen
- Formen der Überprüfung so auswählen, die nicht gleichzeitig andere Fertigkeiten zur
Bewältigung verlangen (discrete-point testing)
- Meist wird fremdsprachliche Leistung aber im Verbund mehrerer Fertigkeiten und
Leistungsbereiche geprüft (integrative testing)
- Für das Hörverstehen ist Kombination mit Sprechen sinnvoll.
 Wer gut zuhören kann, kann sich auch gut am Gespräch beteiligen, weil er weiß,
wie Gesprächsbeiträge auf Zuhörer wirken