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Es gehen immer mehr Menschen in Seniorenheime. Dies ist grob auf 2 Faktoren zurückzuführen.

Der erste, und auch offensichtlichste, Faktor wäre, dass die Menschen durch das stetige altern
immer weniger selber machen können. Die meisten leben dazu noch allein und haben niemanden
der sich sonst um sie kümmern könnte. Der 2 Faktor, der steigend dazu führt dass Menschen in
Seniorenheimen untergebracht werde, ist der demographische Wandel. Durch diesen ziehen viele
Menschen zunehmend mit ihren Familien in große Städte, da sie dort zum Beispiel bessere
Arbeitsplätze finden. Die alten Menschen bleiben dann meist allein zurück. Da sich nun niemand
mehr um sie kümmern kann, kommen sie in solche Heime. Auch auf dem demographischen Wandel
zurückzuführen ist, dass immer weniger Menschen große Familien haben beziehungsweise wollen.
Dadurch haben viele Menschen keinen Nachwuchs, der sie im Alter pflegen könnte. Das habe ich
persönlich an meinen Praktikumsplatz auch erlebt. Viele alte Menschen dort hatten weder Kinder
noch einen Partner vor ihrer Unterbringung im Heim gehabt. Manche bekommen nie Besuch,
manche nur von Nichten,Neffen oder Geschwistern. Durch die sich stetig weiter entwickelnde
Medizin werden die Menschen auch immer älter. Dadurch gibt es viel mehr alte Menschen in
Seniorenheimen als noch vor 50 Jahren. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, dass fast alle
Bewohner des Heims Tabletten und Tropfen zu jeder Mahlzeit einnehmen mussten. Manche
mussten nur eine, manche aber auch bis zu 5 Tabletten nehmen. Das Altenheim stellt den
Bewohnern aber auch Angebote für die Gestaltung ihres Aufenthalts im Heim bereit. So findet zum
Beispiel einmal im Jahr eine Stadtrundfahrt durch Heiligenstadt statt. Daran können die Bewohner,
denen es möglich ist, teilnehmen. Zusätzlich sind auch Besuche auf dem Friedhof möglich. Diese
sind den meisten Bewohnern sehr wichtig, da sie dort die Gräber ihrer Angehörigen und Eltern
besuchen und eine Blume hinstellen können. Außerdem haben alle Bewohner des Hauses täglich
vor dem Mittagessen die sogenannte „Beschäftigungszeit“. In dieser Zeit können sie Bewohner auf
anderen Etagen besuchen, mit den anderen singen, basteln oder spiele spielen. Sie können sich aber
auch den ganzen Tag allein beschäftigen, wie es eine Frau mit der ich mich unterhalten habe
meistens getan hat. Manchmal hat sie ihre Nachbarin zum Romme-spielen besucht, die meiste Zeit
jedoch hat sie in ihrem Zimmer verbracht und Rätsel in Zeitungen gelöst. Wenn jemand im Heim
Besuch von Angehörigen oder Freunden bekommt besteht für sie die Möglichkeit mit ihnen
Spazieren zu gehen oder die diversen Tiere auf dem Gelände zu beobachten. Zusätzlich ist
mehrmals in der Woche Gottesdienst für alle Bewohner des Hauses, wofür immer ein Pfarrer
kommt und mit den Menschen in der hauseigenen Kapelle feiert. Der Job als Altenpfleger kann sehr
anstrengend sein. Daher brauchen sie verschiedene Motivationen. Zum Beispiel müssen sie gerne
mit alten Menschen zu tun haben und sie täglich, in jeder Lebenssituation und Lage, betreuen. Sie
müssen in ihrer Arbeitszeit viele Aufgaben erfüllen, so müssen sie sich beispielsweise um die
Hygiene vieler Bewohner eines Heims kümmern, da diese nicht mehr selbst für ihre Körperpflege
sorgen können. Die Pfleger müssen viel Verständnis aufbringen können, da die meisten Menschen
die in einem Heim sind auf ihre Hilfe angewiesen sind. Viel Geduld müssen sie auch haben, da
manche Menschen durchaus etwas komplizierter als andere sind, viele Menschen sind altersbedingt
aber auch einfach sehr langsam, wollen aber möglichst das, was sie noch können alleine machen.
Das ist auch gut so, weil wenn sie alles machen lassen, dann werden sie nur zu immer abhängigeren
Menschen und das wollen die meisten selber nicht. Die Pfleger versuchen mit den Menschen,
welche das noch können, so viel wie möglich zu laufen, damit sie vielleicht irgendwann wieder von
alleine Laufen können und nicht mehr an den Rollstuhl gebunden sind.Außerdem müssen viele
Menschen Tag für Tag bedienen, da sehr viele nicht mehr in der Lage sind zu laufen oder zu stehen,
weil sie krank sind oder Rückenprobleme haben. In meiner Zeit im Johanniterhaus sind mir viele
Menschen begegnet, die sich nicht mehr von allein bewegen konnten. Diese mussten dann jeden
Morgen gewaschen und angezogen werden. Ich denke dass viele froh darüber sind, dass es
Altenheime und Pfleger gibt, die ihnen gerne bei den verschiedensten Dingen helfen. Ohne diese
wären viele alte Menschen völlig hilflos. Aber das ist nicht bei allen so. Manche haben Alzheimer in
einem sehr fortgeschrittenen Stadium, was sie zu teils sehr anstrengenden Bewohnern macht. Auf
meiner Station hatten viele Menschen diese Krankheit. Das interessante war daran, dass es möglich
war verschiedene Stadien der Krankheit an verschiedenen Personen zu beobachten. So waren
manche sehr vergesslich und teils inkontinent, dafür aber Geistig noch relativ in Form. Mit diesen
Menschen konnte man sich mal mehr mal weniger gut unterhalten. Es gab aber auch deutlich
komplizieretere Menschen. So waren manche Menschen schon sehr erkrankt, was bei ihnen dazu
führte, dass sie nicht mehr redeten und auch wahrscheinlich nicht mehr all zu viel verstehen.
Während meines Praktikums ist mir eine Bewohnerin besonders aufgefallen, da sie eine relativ
große Herausforderung für die Pfleger und Pflegerinnen war. Sie konnte allein weder stehen noch
laufen und saß lag jeden Tag nur im Rollstuhl oder Bett. Sie hat die ganze Zeit nur geschrien, weil
sie wahrscheinlich nicht mehr in der Lage war sich durch reden zu verständigen. Das belastende an
ihr war das setzen in den Rollstuhl, auf die Toilette und das legen ins Bett. Da sie die ganze Zeit nur
die Arme verschränkt und ihren ganzen Körper steif gemacht hatte, war es nicht einfach sie zu
bewegen. Dieses nicht kooperieren ist aber keinesfalls auf Bösartigkeit (zumindest nicht in diesem
Fall) zurückzuführen, sondern auf die Krankheit. Solche schwierigen und anstrengenden Leute sind
die wahrscheinlich größte Belastung für Altenpfleger. Mit den meisten Bewohnern im Heim ist der
Kontakt aber deutlich besser, da nicht alle so krank sind. Die meisten sind sehr freundlich und
lustig. Die Pfleger sind immer nett zu den Menschen und immer kooperativ. Sie haben ein sehr
gutes Verhältnis zu den meisten, da viele Bewohner den Pflegern gegenüber sehr dankbar sind.
Der Kontakt zu Familienangehörigen der Bewohner ist ähnlich gut, da die Pfleger die meisten
Besucher kennen, weil sie ihre Angehörigen ja Tag für Tag betreuen.
Begegnungen zwischen jung und alt gibt es laut Aussage der Bewohner nicht. Die einzigen
Begegnungen zwischen jungen und alten Menschen im Seniorenheim bestehen wahrscheinlich
meist bloß aus Besuchen von Enkeln, Urenkeln, oder aus jungen Leuten, die ein Praktikum in
solchen Heimen machen. Ich denke dass es durchaus mehr Begegnungen zwischen jung und alt
geben sollte, erst recht in Altenheimen, wo der Alltag der meisten Bewohner nur aus Mahlzeiten
und sonst meist nur sitzen im Rollstuhl oder Zimmer besteht. Seelsorglich-menschliche Begleitung
im Heim für die Menschen gibt es dafür durchaus. Ersteinmal wären da natürlich die Pfleger und
Pfelgerinnen, denen die Senioren alles anvertrauen können. Außerdem kommt mehrmals die Woche
der Pfarrer, welcher mit den Menschen Gottesdienst abhält. Laut Aussage der Bewohner ist dieser
aber die einzige Seelsorgliche Begleitung für sie. Von alten und pflegebedürftigen Menschen kann
man viel lernen. Beispielsweise kann man bei vielen diverse Krankheiten beobachten, und mehr
über deren Verlauf und Auswirkungen dieser auf den Alltag der Menschen in Erfahrung bringen.
Man kann außerdem lernen mit hilflosen Menschen umzugehen, welche sich selber kaum noch
Bewegen können. Jeder der Bewohner eines Seniorenheimes hat eine eigene Geschichte zu
erzählen. Man kann viel über bereits vergangene Zeiten und Ereignisse von ihnen in Erfahrung
bringen. Die meisten sind auch durchaus bereit sehr viel über ihre Vergangenheit zu erzählen, da sie
sich sonst nie so viel mit anderen Menschen unterhalten und deshalb zum größten Teil sehr
erzählfreudig sind. Aber nicht alle Bewohner eines Heimes sind gleich. Ich habe in meiner Zeit im
Praktikum viele verschiedene Menschen mit sehr verschiedenen Gemütern kennengelernt. So waren
die meisten immer breit irgendetwas zu erzählen. Manche haben von sich aus nicht viel gesagt, aber
wenn man sie in ein Gespräch verwickelt hat, dann haben sie sich immer viel daran beteiligt. Mit
ein paar von den Menschen konnte man aber überhaupt nicht reden, da sie nicht mehr in der Lage
dazu waren überhaupt richtig zu verstehen was man zu ihnen gesagt hat. Von diesen konnte man
natürlich auch leider keine Antwort erwarten. Eine Bewohnerin habe ich kennengelernt, mit der
konnte man sich noch unterhalten. Das Problem bei ihre jedoch war, dass sie meistens nicht wollte.
Sie hatte mal gute und mal schlechte Tage, welche auch leider überwiegten. An den guten Tagen
war sie immer relativ gut drauf und hat alles mitgemacht und auch gut gegessen. An den schlechten
jedoch war sie ungefähr das genaue Gegenteil. Sie hat nichts gegessen und auch nichts gesagt.
Wenn man versucht hat mit ihr zu reden, dann hat sie nur geschrien dass sie hie weg will, dass sie
nach Hause will, oder dass sie zurück in den Heiligen Geist will (zur Erklärung: sie war erst seit
kurzem im Johanniterhaus untergebracht) um die Leute dort zu ärgern. Außerdem hat sie ständig
alle beleidigt und beschimpft. Somit kann man in einem solchen Heim auch sehr gut lernen mit den
verschiedensten Arten und Typen von Mensch umzugehen, was einem auch außerhalb eines
Altenheims durchaus zugute kommen kann. Hat sich meine Sicht vom „Alt sein“ und der
Bedeutung eines Seniorenheims im Laufe meines Praktikums verändert? Ja, meine Sich des Alt
seins und der Notwendigkeit der Heimunterbringung hat sich im laufe des Praktikums geändert. Ich
hatte mich bisher nicht wirklich mit alten Menschen und dem Leben im Alten auseinandergesetzt.
So habe ich zum Beispiel bisher nie über die Notwendigkeit der Unterbringung im Heim
nachgedacht. In meinen Gedanken waren alte Menschen im Heim, nur aufgrund einer überforderten
Familie, oder weil sie keine Familie hatten. Dass es auch daran liegen könnte, dass die
Familienangehörigen ohne die Senioren in andere Städte ziehen habe ich nicht in Betracht gezogen.
Meine Sicht auf das Alt sein hat sich auch verändert. Mir ist klar geworden dass ich im Alter
vielleicht und demenzkrank werde und in ein Heim muss und nicht für immer auf eingenen Füßen
stehen kann und eventuell später Hilfe brauche. Ich finde es sehr gut dass es solche Institutionen
wie das Johanniterhaus gibt, da wahrscheinlich jeder ein potentieller Bewohner eines Altenheims
ist. Dank dieser Heime haben viele Menschen aufgrund der gegebenen Gesellschaft, Beschäftigung
und Interaktion mit vielen anderen Menschen ein erfüllteres Leben. Ich hoffe dass aufgrund der
steigenden Zahl von alten Menschen in Deutschland mehr Seniorenheime öffnen und sich um die
kranken, hilflosen und isoliert lebenden Senioren kümmern und sie aufnehmen.