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KG Rep VI.1. KG Rep VI.3.

VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

> Welche trinitätstheologischen Ansätze finden sich bereits im Neuen Erste Klärungsversuche des trinitarischen Problems um 200
Testament?
> Worin besteht der trinitätstheologische Beitrag der Apologeten?

KG Rep VI.2. KG Rep VI.4.

VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

Erste Klärungsversuche des trinitarischen Problems um 200 Erste Klärungsversuche des trinitarischen Problems um 200

> Geben Sie einen Überblick über die Entwicklung der Trinitätstheologie > Welche Bewegung erhob sich als Reaktion auf die Überlegungen der
im vorkonstantinischen Christentum! Apologeten?
subordinatianische Präexistenzchristologie VI.3. Trinitätstheologie wurzelt im NT (↔ Platonismus-/Parsismus-These) VI.1.
● Kritik an der Trinitätslehre durchzieht KG (vgl. Antitrinitarier)
Verbindung der griech. Logosvorstellung (Weltvernunft) mit Logos Joh 1: → Grundproblem: die Gottheit Jesu
● der christliche Glaube = vernünftig
● Verlagerung des christologischen Denkens in den Raum der Präexistenz 1) in der ältesten Überlieferung adoptianische Vorstellungen:
→ Problem des »pluralistischen Monotheismus« (Friedrich Loofs): Jesus bei Taufe zum »Sohn« adoptiert (Mk 1,11)
Vielheit von Gottwesen, die doch Einheit nicht gefährden soll 2) Ausbau der Christus- + Hl.-Geist-Vorstellungen:
(vgl. Justin: Christus = deuteros theos) ● Christus: Präexistenz (Joh 1,1–14; Phil 2,5–11) + Gottesebenbildlichkeit
(Röm 8,29; 2Kor 4,4; Kol 1,15)
● Hl. Geist: mit Gott + Christus verbunden, aber auch von ihnen unterschieden
(Joh 14,17.26)
3) triadische Formeln: 2Kor 13,13; Mt 28,19
4) frühe Glaubensbekenntnisse + regula fidei: Dreigliederung (vgl. Symbolum Romanum)

Monarchianismus: Betonung der Einheit + Ablehnung der Spekulation VI.4. 1) trinitätstheologische Ansätze im NT VI.2.
→ 2 Richtungen: ● adoptianische Vorstellungen
● Präexistenz/Gottesebenbildlichkeit
1) dynamistischer Monarchianismus (Adoptianismus) ● Paraklet
● Jesus = M., der bei Taufe zum Sohn Gottes adoptiert + mit bes. göttlicher Kraft 2) Logos-Christologie der Apologeten
begabt wurde → Gott = einer: dynamische Vater-Sohn-Beziehung ● griech. Logosvorstellung mit Logosgedanken von Joh 1 verbunden
● Vertreter: Theodot der »Gerber« (um 190 in Rom), Theodot der »Wechsler«, mit → Problem: »pluralistischer Monotheismus« (Vielheit in Gott)
Einschränkung: Paul von Samosata 3) Gegenbewegung: Monarchianismus (Einheit Gottes)
2) modalistischer Monarchianismus a) dynamistischer Monarchianismus (Adoptianismus)
● Vater + Sohn/Christus = 2 Erscheinungsformen ein + desselben Gottes ● Jesus = Mensch, der bei Taufe zum Sohn Gottes adoptiert + mit bes. göttlicher
→ Konsequenz: der Sohn = der Vater → Patripassianismus Kraft begabt wurde
a) Noët von Smyrna: Vater + Sohn = nicht personal verschieden b) modalistischer Monarchianismus
● Grund: Leiden Christi nur erlösungswirksam, wenn Christus Gott ist ● Jesus = eine besondere irdische Erscheinungsform Gottes
(vgl. später: Athanasius) 4) Reaktionen der frühen Kirchenväter
b) Praxeas versuchte Patripassianismus zu vermeiden (↔ Tertullian) ● Wiederaufnahme der Logos-Christologie
● nur das Fleisch (der sog. Sohn Gottes) hat gelitten, nicht der Vater – Irenäus/Tertullian: Gottes heilsgeschichtliche Offenbarung als Trinität
● das Göttliche im Erlöser = personhaft identisch mit dem Vater – Origenes: immanente Trinität
c) Sabellius: das eine Gottwesen offenbart sich in drei Masken/Rollen (prosopa) in der
Heilsgeschichte = ökonomische Trinität
↔ immanente Trinität (innere Ausdifferenzierung im Wesen Gottes)
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VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

Erste Klärungsversuche des trinitarischen Problems um 200 Der arianische Streit (318–381)

> Wie reagierte die kirchliche Theologie auf den Monarchianismus? > Geben Sie einen Überblick über die theologischen Hauptlinien des
> Welchen Beitrag leisteten die frühkatholischen Kirchenväter zur arianischen Streites nach 325!
Entwicklung der Trinitätslehre?

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VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

Der arianische Streit (318–381) Der arianische Streit (318–381)

> Charakterisieren Sie die erste Phase des arianischen Streites! > Welche Bedeutung kommt Athanasius und den drei Kappadokiern bei der
Ausbildung des trinitarischen Dogmas zu?
> Welche wichtigen Entscheidungen wurden auf dem Konzil von
Konstantinopel getroffen?
1) Nizäa: homousios begriffen als »gezeugt, nicht geschaffen«: VI.7. > ● Dynamismus: Jesus = weder wirklich Mensch noch wirklich Gott VI.5.
meinte die Gottheit des Sohnes → ungelöste Probleme: → ki. Theologie: Lehre von der Wesenseinheit des Sohnes mit dem Vater
● Wie verhalten sich die diversen göttl. Personen zueinander? ● Modalismus: ungeschichtliches Jesusbild
● Wie ist die Gottheit Christi mit d. irdischen Jesus zusammenzudenken? (Jesus wußte sich als Gegenüber zum Vater)
2) viele Bischöfe im Osten (von Origenes geprägt) neigten Arius zu → ki. Theologie: Lehre von den drei Personen der Gottheit
● ab 325: Arianismus von kaiserlicher Politik begünstigt
3) Athanasius (seit 328 Bi. v. Alexandrien; † 373)
● verstand homousios zunächst i.S. der Gottheit des Sohnes, dann i.S. der > 1) Irenäus: ● knüpft an Logos-Christologie an
Wesenseinheit Gottes ● fortschreitende Offenbarung Gottes in der Heilsgeschichte
● lernte durch seine Exile (Trier; Rom) westl. Trinitätslehre kennen 2) Tertullian: ● klare Begriffe: tres personae – una substantia:
(Tertullians Substantia-Begriff) eine Substanz als dreifache Person
4) seit 350: Konstantius verhalf Arianismus zum Durchbruch → 4 Parteien: ● in d. Heilsgeschichte differenziert sich d. Einheit in die Dreiheit
a) Arianer/Anhomöer: anomoios = [wesens]ungleich 3) Origenes: ● erstmals immanente Trinitätslehre: Gott bringt den Sohn in einem
b) Homöusianer (origenist. Mittelpartei): homoiusios = wesensgleich/-ähnlich ewigen Akt hervor
c) Homöer: homoios kata tas graphas: Gottheit des Sohnes biblizistisch begründet ● wie der Sohn aus dem Vater, so der Geist aus dem Sohn:
→ homöisches Bekenntnis wurde 359 in Konstantinopel zum Dogma erklärt Subordinatianismus
d) Homousianer/Altnizäner: homousios = wesenseins ● Bezeichnung für die einzelnen Personen: »Hypostase«
● heidnische Reaktion unter Julian 361–363: entschärfte Gegensätze → Sohn + Geist = der Hypostase nach vom Vater unterschieden,
→ Synode von Alexandrien 362: Gott = mia usia – treis hypostaseis aber dem Willen nach mit ihm eins

> 1) Athanasius: soteriologische Bestimmung der Trinitätslehre VI.8. Frage: Ist Christus ein göttlich inspirierter Mensch oder wahrhaft Gott? VI.6.
● Wesenseinheit = notwendig: nur als Gott (nicht als Geschöpf) kann Christus 1) Arius (Presbyter in Alexandrien)
wirkliche Gotteserkenntnis bringen ● kam theologisch von Lucian von Antiochien her: betonte Subordination
● Grund: ohne wahre Gotteserkenntnis keine Erlösung ● philosophisch orientiertes Gottesverständnis: Einzigkeit + Transzendenz Gottes
● Formel: »Das Wort ward Fleisch, damit wir vergöttlicht würden.« → Christus = Geschöpf Gottes: aus dem Nichts, vor der Zeit erschaffen
● Vergottung = Wiederherstellung der m. Natur in ihrer Unverweslichkeit: = Hypostase (vgl. Origenes), aber nicht wesenseins mit dem Vater
»physische« Erlösungslehre (↔ eher ethische Erlösungslehre im Westen) 2) vornizänischer Streitverlauf
2) drei Kappadokier Basilius v. Caesarea, Gregor v. Nyssa, Gregor v. Nazianz ● Bi. Alexander von Alexandrien: Gottgleichheit Christi (gg. Spekulation)
● schaffen nach Tod Julians präzise Begriffssprache: ● Synode v. Alexandrien 318/19: Verurteilung des Arius → floh zu Euseb von
– usia = das gemeinsame Gottsein (Wesen) Nikomedien: Unterstützung origenistischer Bischöfe → Ausweitung des Streites
– hypostasis = die Vereinzelung des Gottseins (urspr. d. »Daruntergestellte«) 3) Konstantin berief 325 Reichssynode nach Nizäa = das 1. Ök. Konzil
= Basis für die Bekenntnisformulierung ● Annahme eines älteren Bekenntnisses: Sohn = »aus dem Wesen des Vaters gezeugt,
nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater«
● Stichwort »homousios« vom Kaiser bzw. Hosius v. Corduba (≈ »unius substantiae«
> 2. Ök. Konzil von Konstantinopel 381 Tertullians): schillerte zwischen »wesenseins« + »wesensgleich«
● übernahm i.w. die Bestimmungen von 325 (Nizäno-Constantinopolitanum) → vereinigte Synodenparteien: – Arianer
● 3. Artikel erweitert: Geist geht v. Vater aus + wird mit Vater/Sohn zusammen verehrt – gemäßigte Origenisten
↔ Pneumatomachen um Bi. Macedonius von Konstantinopel – Gruppe um Bi. Alexander, Markell, Hosius
– vgl. schon Betonung der Gottheit des Geistes bei Athanasius ● Arianer verweigerten Unterschrift → Verurteilung + Verbannung
KG Rep VI.9. KG Rep VI.11.

VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

Die christologische Frage in der Alten Kirche Die christologische Frage in der Alten Kirche

> Geben Sie einen Überblick über die Entwicklung der Christologie im > Nennen Sie die wichtigsten theologischen Positionen im christologischen
vorkonstantinischen Christentum! Streit zu Beginn des 5. Jahrhunderts!

KG Rep VI.10. KG Rep VI.12.

VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte VI. Überblick über die altkirchliche Dogmengeschichte

Die christologische Frage in der Alten Kirche Die christologische Frage in der Alten Kirche

> Warum kam es gegen Ende des 4. Jahrhunderts zu heftigen > Welche Wendung nahmen die christologischen Streitigkeiten in der Mitte
Auseinandersetzungen um die Christologie? des 5. Jahrhunderts?
1) Alexandrien VI.11. Problem: Verhältnis von Göttlichem + Menschlichem in Jesus VI.9.
● Verbindung von Gott + M. im physischen Sinne (henosis physike)
● Vertreter: Kyrill, Dioskur 1) Ebionitismus
● Logos-Sarx-Christologie ● Ebioniten = separatistische judenchristliche Gruppe unter speziell jüd. + gnost.
Einfluß + in betontem Gegensatz zu Paulus
2) Antiochien ● Jesus = natürl. Sohn Josefs + Marias: ein bloßer M. mit bes. Geistesgaben (vgl.
● Verbindung von Gott + M. als Entwicklung, in Auferstehung/Himmelfahrt Adoptianismus), zum Messias bestimmt, eines Tages wiederkommend
kumulierend (henosis schetike) 2) Doketismus: Gottessohn = nur scheinbar Mensch geworden
● Vertreter: Diodor von Tarsus, Theodor von Mopsuestia, Theodoret von Kyros 3) wichtig für weitere Entwicklung: Paulus + Joh (Röm 1,3ff.; Phil 2,5–11; Joh 1,1–14)
● Logos-Anthropos-Christologie (nicht nur Leib, sd. einen M. angenommen) 4) Apologeten: Logos-Christologie (durch Präexistenz Gottheit Jesu betont)
5) Tertullian
3) nestorianischer Streit (428–433) um das mariologische Theotokos-Prädikat ● Inkarnation = keine Metamorphose, sd. Annahme des m. Fleisches
a) Nestorius von Konstantinopel: Maria = christotokos (Christusgebärerin) → in Jesus: 2 substantiae/status, jede(r) hat besondere Eigenheit + Aktivität:
b) Kyrill: Maria = theotokos (Gottesgebärerin) doppelter Status, »unvermischt, aber verbunden in einer Person«
● Kaiser Theodosius II. berief 431 Konzil nach Ephesus: ● volle Menschheit Jesu: Fleisch + Seele
Tumulte → gegenseitige Verdammung der Parteien 6) Origenes
● Kaiser ließ Kyrill + Nestor festsetzen: Kyrill konnte entkommen; Nestor blieb ● Logos ∞ präexistente m. Seele
verbannt → Seele Jesu = sündenfrei (↔ andere präexistente Seelen von Gott abgefallen)
● Teilsynode Kyrills wurde später als 3. Ök. Konzil anerkannt: → Logos zog mit Seele in Maria bzw. den Leib Jesu ein
Maria = theotokos ● Seele = Mittelglied zwischen Logos + Leib

1) eutychianischer Streit (448–451) VI.12. christologische Streitigkeiten im 4./5. Jh. VI.10.


● benannt nach Alexandriner Eutyches
● 449 berief Dioskur Synode nach Ephesus: 1) theologischer Gegensatz + kirchenpolitische Rivalität zweier Patriarchate
in Christus herrschte die eine göttliche Natur a) Alexandrien
● Einheit von Gott + M. in Jesus Christus betont
2) Lehrbrief Leos d.Gr. (440–461) von 449 (Tomus Leonis) ● Hintergrund: Soteriologie (Athanasius)
● christologisches Denken des Westens: b) Antiochien
– Christus = eine Person in zwei Naturen ● Unterschied von Gott + M. in Jesus Christus betont
– Gottheit + Menschheit = unverändert, doch gemeinsam wirkend ● Hintergrund: ethisches Vorbild des M. Jesus (»Leben-Jesu«-Theologie)
= Basis für die Bekenntnisformulierung 2) Streitbeginn mit Apollinaris von Laodicea (Syrien) im 4. Jh.
● Apollinaris: in Jesus m. Seele durch Logos ersetzt (so lehrten auch die Arianer)
3) 4. Ök. Konzil zu Chalcedon 451 ↔ Antiochien/Alexandrien: vollkommene m. Natur in Christus damit geleugnet
● die sog. Zwei-Naturen-Lehre wurde Dogma: → Verurteilung des Apollinaris in Konstantinopel 381
die eine Person Christi in 2 Naturen, wahrer Gott + wahrer Mensch, weder vermischt ● Antiochien:
noch getrennt – Festhalten an der Gottheit Christi gg. Arianer
● 4 Begriffe: – Festhalten an der m. Seele: sonst wäre Christus nicht wahrhaft M. gewesen
– »unvermischt«/»unverwandelt« (Anliegen Antiochiens) → Eustathius von Antiochien: Logos habe dem M. Jesus eingewohnt
– »ungeschieden«/»ungetrennt« (Anliegen Alexandriens) ≈ Vorwegnahme der späteren antiochenischen Christologie des 5. Jh.s
● allerdings: nach 451 Fortsetzung der Kontroverse (sog. monophysit. Kämpfe)