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Christine Lagarde

Christine Lagarde

Christine Madeleine Odette Lagarde (* 1. Januar 1956 in Paris als Christine Madeleine

Odette Lallouette) ist eine französische Politikerin (LR) und Juristin. Seit dem 1.

November 2019 ist sie Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB).

und beim IWF als auch in der französischen Regierung ist bzw. war sie die erste Frau in

der jeweiligen Position.

Im Dezember 2016 wurde Lagarde vom Gerichtshof der Republik in einem Strafprozess

wegen fahrlässigen Umgangs mit öffentlichen Geldern verurteilt, jedoch wurde keinerlei

Strafe verhängt. [3]

Inhaltsverzeichnis

Christine Lagarde (2009)
Christine Lagarde (2009)

Leben Kindheit und Ausbildung Arbeit als Rechtsanwältin und Wechsel in die Politik Rechtsstreit um Millionenzahlung an Bernard Tapie und Verurteilung Lagardes Direktorin des IWF Privat

Lagarde-Liste

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

Leben

Kindheit und Ausbildung

Christine Lagarde (geb. Lallouette) wurde 1956 als erstes von vier Kindern von Robert Lallouette († 1973) und dessen Frau

Nicole (geb. Carre) in Paris geboren. Zusammen mit ihren drei Geschwistern Luc, Rémy und Olivier wuchs sie in Le Havre in

der Normandie auf. Ihr Vater war Dozent für Literatur an der Universität Rouen, ihre Mutter Lehrerin. In ihrer Jugend gehörte sie

der französischen Nationalmannschaft der Synchronschwimmer an; sie gewann eine Bronzemedaille bei den französischen

Meisterschaften. [4][5][6] Kurze Zeit nach dem Abitur am Lycée Claude Monet in Le Havre und dem Tod ihres Vaters ging

Lagarde 1974 mit einem AFS-Stipendium [6] an die Holton-Arms School, eine Mädchenschule in Bethesda, Maryland.

auf das Studium an der École nationale d’administration (ENA) besuchte sie anschließend

machte sie einen MA in Englisch, einen Master of Business Law (LL.M.) und ein Diplom

in Arbeitsrecht an der Universität Paris X-Nanterre. [8] Zwischendurch hospitierte sie im

Arbeit als Rechtsanwältin und Wechsel in die Politik

Nach ihrem Studium trat Lagarde 1981 als Rechtsanwältin in das Pariser Büro der US-

Kanzlei Baker & McKenzie ein. Von 1999 bis 2004 war sie Präsidentin der

Geschäftsführung und ab 2004 Vorsitzende des Global Strategy Committee von Baker &

McKenzie in Chicago (USA), einer der größten internationalen Wirtschaftskanzleien mit

seinerzeit rund 3.400 Anwälten in 70 Ländern und etwa einer Milliarde US-Dollar

das Aktionskomitee USA-EU-Polen anführte und sich speziell in der Arbeitsgruppe

Rüstungsindustrie USA-Polen (1995–2002) engagierte, die Fragen im Zusammenhang

mit der Liberalisierung des Handels mit Polen behandelte. Im Jahr 2003 war sie auch

Mitglied der Euro-Atlantic Action Commission in Washington. [9]

Von Juni 2005 bis Mai 2007 war Lagarde beigeordnete Ministerin für Außenhandel in der

Regierung de Villepin. Vom 18. Mai bis zum 19. Juni 2007 war sie Ministerin für

Landwirtschaft und Fischerei im Kabinett Fillon II. Nach einer Regierungsumbildung am

19. Juni 2007 war sie bis zum 29. Juni 2011 Ministerin für Wirtschaft und Finanzen. Ihr

Nachfolger war François Baroin.

Rechtsstreit um Millionenzahlung an Bernard Tapie und Verurteilung Lagardes

Lagarde soll sich im Jahr 2008 als Wirtschaftsministerin in einem

Schiedsgerichtsverfahren vorschnell auf einen Vergleich mit dem französischen

Geschäftsmann Bernard Tapie eingelassen haben. [10] Dabei ging es um eine umstrittene

Entschädigungszahlung in Höhe von 403 Millionen Euro an den früheren Adidas-

Besitzer, die ein privates Schiedsgericht ihm 2008 zugesprochen hatte. Tapie erhielt die

Summe im Zusammenhang mit dem Verkauf von Adidas-Aktien. Offiziell sprach das

Gericht ihm das Geld zu, weil er bei dem Verkauf in den 1990er Jahren an Crédit

Lyonnais offenbar zu wenig bekommen hatte. Durch das Akzeptieren des

Schiedsgerichtsspruches wollte Lagarde nach eigenen Angaben weiteren Rechtsstreit

zwischen Tapie und der staatlichen Bank Crédit Lyonnais verhindern, die den

Steuerzahler zuvor jährlich mehrere Millionen kosteten. [11] Auf Antrag der

Staatsanwaltschaft ließ der Gerichtshof der Republik 2011 ein Ermittlungsverfahren

wegen Amtsmissbrauchs gegen Lagarde zu. [12][13][14]

Christine Lagarde bei einem Treffen der UMP (2010)
Christine Lagarde bei einem
Treffen der UMP (2010)
Lagarde während des Weltwirtschaftsforums 2013
Lagarde während des
Weltwirtschaftsforums 2013
Lagarde während der 54. MSC 2018
Lagarde während der 54.
MSC 2018

Zwei Wochen darauf eröffnete die französische Justiz formell ein Ermittlungsverfahren, [15] in dessen Folge im März 2013 auch

eine ihrer Wohnungen in Paris durchsucht wurde. Im Mai 2013 wurde sie zwei Tage von einem Gericht vernommen. [16][17] 2014

wurde ein Anklageverfahren gegen sie eingeleitet, 2016 wies das Kassationsgericht ihren Einspruch ab. Sie musste sich danach

vor dem Gerichtshof der Republik verantworten. Im Dezember 2016 wurde Lagarde durch das Gericht des fahrlässigen Umgangs

mit öffentlichen Geldern schuldig gesprochen. Verteidigung und Staatsanwaltschaft hatten sich zuvor für einen Freispruch

ausgesprochen. Eine Strafe verhängte das Gericht allerdings nicht. [18]

Direktorin des IWF

Vom 5. Juli 2011 bis zum 12. September 2019 war Christine Lagarde geschäftsführende Direktorin des IWF.

Als Chefin des IWF bekam sie ein Jahresgehalt von 467.940 Dollar plus eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von

83.760 Dollar. Ihre Einkünfte musste sie nicht versteuern. [19]

Privat

Christine Lagarde ist von dem Finanzanalysten Wilfried Lagarde geschieden, mit dem sie zwei Söhne (* 1986 und 1988) hat. Seit

2006 ist der Unternehmer Xavier Giocanti aus Marseille ihr Lebensgefährte. [20][21][22]

Lagarde-Liste

Die Lagarde-Liste (griechisch λίστα Λαγκάρντ) enthält eine Liste mit Namen mutmaßlicher griechischer Steuerflüchtlinge, die in

Griechenland mehrere politische Skandale auslöste. Die Liste enthält Kontodaten von über 2.000 griechischen Kunden des

Schweizer Ablegers der britischen Privatbank HSBC in Genf. Die Daten wurden von Hervé Falciani den Behörden übergeben.

Ein Datenträger mit den Aufzeichnungen wurde 2010 von der damaligen französischen Finanzministerin Christine Lagarde ihrem

griechischen Kollegen Giorgos Papakonstantinou ausgehändigt. [23]

Auszeichnungen

Lagarde wurde vom Forbes Magazin im Jahr 2015 auf Platz 6 der mächtigsten Frauen der Welt eingestuft [24] und von der

Financial Times als bester Finanzminister des Euro-Währungsgebiets 2009 geehrt. [25] 2000 wurde sie zum Ritter (chevalier) und

2012

zum Offizier der französischen Ehrenlegion ernannt. [26]

2007

wurde sie von der Académie de la Carpette anglaise dafür gerügt, mit ihrem Stab zeitweise Englisch statt Französisch zu

sprechen.

Weblinks

zeitweise Englisch statt Französisch zu sprechen. Weblinks Commons: Christine Lagarde

Einzelnachweise

1.

28.

Juni 2011, abgerufen am 14. Februar 2015.

2.

3.

 

4.

26.

März 2010, abgerufen am 14. Februar 2015.

5.

6.

 

7.

8.

9.

10.

11.

12.

13.

14.

15.

16.

17.

18.

19.

Dezember 2016.

19.

20.

21.

22.

23. Arte: Falciani und der Bankenskandal

forbes.com. 26. Mai 2015, abgerufen am 31. August 2015 (englisch).

am 21. Mai 2013; abgerufen am 14. Februar 2015. Abgerufen von „

Diese Seite wurde zuletzt am 2. November 2019 um 14:41 Uhr bearbeitet.

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