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Rescue Diver

Course

Instructor
Guide
Ausgabe 2002

I
Rescue Diver Course Instructor Guide
Ausgabe 2000

Dieses Dokument ist ein wichtiger Teil des PADI Rescue Diver
Ausbildungssystems. Verwende diesen Instructor Guide bei der
Durchführung von Rescue Diver Kursen zusammen mit dem Rescue
Diver Manual, den Rescue Diver Modular Lesson Guides, dem
Rescue Diver Video, der Rescue Diver Abschlussprüfung und den
Cue Cards

Übersetzt durch PADI EUROPE


© International PADI, Inc. 2000

Alle Rechte vorbehalten.


Teile des Anhangs dürfen von PADI-Mitgliedern für den Gebrauch in
PADI-Kursen vervielfältigt werden, nicht aber für den Verkauf oder
persönlichen Vorteil. Ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmi-
gung von PADI dürfen keine anderen Vervielfältigungen angefertigt
werden.

Veröffentlicht von PADI Europe


Postfach 45
CH-8442 Hettlingen
unter Genehmigung von PADI International
PADI, INC
30151 Thomas Street,
Rancho Santa Margarita, CA 92688-2125, USA

Printed in Germany
Produkt-Nummer 79120G Version 2.0

II
Inhalt
Eins
Kursstandards und -Überblick . . . . . 1-1
Kursstandards . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-2
Brevetierungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . 1-4
Kursüberblick . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1-5
Überweisungsverfahren . . . . . . . . . . . . . . 1-6

Zwei
Entwicklung der theoretischen
Kenntnisse . . . . . . . . . . . . . . 2-1
Eins
Thema: Kursüberblick, Selbstrettung und Taucherstress
2-2
Präsentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-2
Zwei
Thema: Erste Hilfe beim Tauchen . . . . . . . . . 2-12
Präsentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-13
Drei
Thema: Notfall-Management . . . . . . . . . . . . 2-40
Präsentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-40
Vier
Thema: Ausrüstung . . . . . . . . . . . . . . . . 2-47
Präsentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-47
Fünf
Thema: Wiederholung und Abschlussprüfung . . . . 2-60
Präsentation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 2-60

Drei
Freiwasser-Training . . . . . . . . . . 3-1
Rescue Übung 1
Ermüdeter Taucher . . . . . . . . . . . . . . . . 3-2
Rescue Übung 2
Taucher in Panik . . . . . . . . . . . . . . . . . 3-5
Rescue Übung 3
Hilfsaktion von Land/ Boot aus -
Opfer bei Bewusstsein . . . . . . . . . . . . . . 3-7
Rescue Übung 4
Taucher in Notsituation unter Wasser . . . . . . . 3-9
Rescue Übung 5
Vermisster Taucher . . . . . . . . . . . . . . . . 3-10
Rescue Übung 6
Zur Oberfläche bringen eines bewusstlosen Tauchers 3-12
Rescue Übung 7
Bewusstloser Taucher an der Oberfläche . . . . . . 3-14
Rescue Übung 8
Ausstieg mit bewusstlosem Taucher . . . . . . . . 3-16
Rescue Übung 9
Erste-Hilfe bei druckbedingten Verletzungen . . . . 3-18

III
Rescue Übung 10
Hilfsaktion von Land/ Boot aus - bewusstloses Opfer 3-19
Rescue Übung 11
Tauchunfall-Simulation Eins (Unterwassersuche) . . 3-20
Rescue Übung 12
Tauchunfall-Simulation Zwei (Hilfeleistungen,
Ausstieg und Unfall-Management) . . . . . . . . . 3-21

Anhang . . . . . . . . . . . . . . . . A-1

IV
Zum Gebrauch
dieses Leitfadens
Dieser Leitfaden enthält drei Teile, von denen jeder sich auf einen
anderen Aspekt des PADI Rescue Diver Kurses bezieht. Damit sich
der Leitfaden wirksam einsetzten lässt, ist es wichtig zu wissen,
welche Aufgabe jeder der Teile hat. Die folgende Zusammenfassung
liefert Hinweise, wo du spezifische Standards, Hinweise zur Rei-
henfolge, Empfehlungen und weitere Informationen finden kannst,
die du für die Durchführung der Ausbildung zum Rescue Diver
benötigst.
Alle für den Rescue Diver Kurs erforderlichen Standards, Aktivitäten
und Leistungsanforderungen erscheinen in Fettdruck , um es dir zu
erleichtern, jene Anforderungen zu erkennen, die bei der Durchfüh-
rung des Rescue Diver Kurses erfüllt werden müssen. Bei den nicht
in Fett gedruckten Punkten handelt es sich um Empfehlungen, die
deiner Information dienen und die du bedenken solltest. Dadurch
sind Kursanforderungen von Hintergrundinformationen, allgemeinen
Empfehlungen und Informationen dazu, wie man es in der Praxis
machen sollte, deutlich getrennt.
Dieser Leitfaden ist für dich als PADI Instructor gedacht. Obschon
auch PADI Divemaster und Assistant Instructoren diesen Leitfaden
verwenden, wird das Pronomen „du“ generell dann gebraucht, wenn
der Text den qualifizierten PADI Instructor anspricht.
Wenn es das erste Mal ist, dass du diesen Text verwendest,
beginne bitte damit, gründlich den ersten Teil „Kursstandards und
Überblick“ zu lesen.

Teil Eins
Kursstandards und Überblick
Dieser erste Teil listet die Anforderungen für den PADI Rescue Diver
Kurs auf und befasst sich mit allgemeinen Überlegungen, im Bezug
auf die Durchführung des Kurses. Hier wirst du folgendes finden:

l Kursvoraussetzungen und -anforderungen


l Überlegungen zur Ausbildung und zur Ausrüstung
l Kursstruktur
l Verfahren zur Überweisung
l eine Zusammenfassung der Kursstandards („Übersicht „)

V
Teil Zwei
Entwicklung der theoretischen Kenntnisse
Dieser Teil zeigt detailliert, wie du die Tauchschüler durch den von
ihnen selbst gestalteten Lernprozess führst und das Lernen durch
vom Instructor durchgeführte Theorie-Präsentationen verstärkst.
Er enthält einzelne Abschnitte, in denen die Themengebiete der
Entwicklung der theoretischen Kenntnisse sowie die Lernziele der
Lektionen aufgeführt sind. Die Vortrags-Ausarbeitungen, welche den
grössten Teil jedes Abschnittes ausmachen, dienen als Manuskript
für deinen Vortrag und unterstützen die Rescue Diver Lesson
Guides.
Der Stoff dieses Kapitels steht in Beziehung zu den Informationen,
die im PADI Rescue Diver Manual besprochen werden und soll
verwendet werden, um das Verständnis der Tauchschüler zu unter-
stützen.

Teil Drei
Freiwasser-Training
Die 12 Übungen, die in diesem Teil beschrieben werden, stellen
die Grundlage für das Notfall-Management beim Tauchen dar. Beim
Training im Freiwasser werden die Tauchschüler die Rettungsfertig-
keiten zuerst lernen und dann beherrschen (obschon du dich viel-
leicht dazu entscheidest, einige Übungen zuerst im Schwimmbad/
begrenzten Freiwasser vorzustellen).
Da es dabei viele wichtige Zusammenhänge gibt, die zu berücksich-
tigen sind, gibt dir dieser Teil Schritt für Schritt Anleitungen, Ziele
und Hinweise zu Durchführung jeder Fertigkeit. Aus praktischen
Gründen findest du viele der wichtigsten Informationen dieses Kapi-
tels auch auf den PADI Rescue Diver Cue Cards wieder.

VI
Eins
Kursstandards und
-Überblick
Der PADI Rescue Diver Kurs ist ein wichtiger und entscheidender
Schritt in der Ausbildung eines Tauchers, der seine Kenntnisse und
Erfahrungen über den Grad des reinen Freizeit- und Sporttauchens
hinaus ausdehnen möchte. Rescue Diver lernen, über die eigenen
Grenzen hinaus zu sehen und die Sicherheit und das Wohlbefinden
anderer Taucher in ihre Überlegungen einzubeziehen. Aus diesem
Grunde ist diese Ausbildungsstufe Voraussetzung für alle Weiterbil-
dungskurse zum PADI Profi (Divemaster, Assistant Instructor und
Open Water Scuba Instructor).
Die Ausbildung zum Rescue Diver bereitet die Tauchschüler darauf
vor, dabei zu helfen, Probleme zu vermeiden und, falls erforderlich,
Notfällen beim Tauchen mit einer Vielzahl von Techniken zu begeg-
nen. Der Kurs ist so gestaltet, dass er hohe Anforderungen stellt,
dabei aber in Durchführung, Inhalt und Methode dennoch realistisch
bleibt. Obwohl die Umstände und der Zusammenhang, bei dem
dieses Training einmal eingesetzt werden könnte, ernsthafter Natur
sind, soll der Kurs Spass machen und das Selbstvertrauen des
Tauchers stärken.
Kursziele
l Erweiterung der Kenntnisse als Vorbereitung auf die Ausbil-
dung zum PADI Profi.
l Vermittlung effektiver Fertigkeiten in Tauchrettung und Erster
Hilfe.
l Vorbereitung des Tauchers, mit realen Rettungssituationen
umzugehen
l Verstärkung des Bewusstseins für die Sicherheit beim Tau-
chen.
l Ermutigung der Taucher, Probleme vorherzusehen und zu ver-
hindern.

Kursphilosophie
Die Philosophie des Rescue Diver Kurses ist, dass es selten nur
einen Weg gibt, eine Aufgabe zu bewältigen. Es gibt nicht „einen
richtigen Weg“, um eine Rettung durchzuführen, sondern es steht
immer eine Reihe von Möglichkeiten zu Verfügung, zwischen denen
der Retter sich unter Berücksichtigung der äusseren Umstände
entscheidet. Der Kurs verwendet einen flexiblen und greifbaren
Ansatz bei der Durchführung von Rettungen - so können zum
Beispiel relative Kraft und Grösse des Retters ebenso wie örtliche
Gegebenheiten den Ausschlag darüber geben, welche Rettungs-
techniken in dieser Situation am effektivsten sind. Die Übungen
des Rescue Diver Kurses berücksichtigen individuelle Unterschiede
und Fähigkeiten und ermutigen dabei die Taucher, mit alternativen
Techniken zu experimentieren. Die Tauchschüler lernen, zuerst die
verschiedenen Möglichkeiten zu durchdenken, die ihnen bei einem
Notfall zur Verfügung stehen und dann zu handeln, indem sie die
der Situation beste Möglichkeit wählen.

1-1
Kursstandards
Kursvoraussetzungen
Um an der Ausbildung zum PADI Rescue Diver teilnehmen zu
können, muss man:

1. Als PADI (Junior) Advanced Open Water Diver brevetiert sein


oder über ein äquivalentes Brevet verfügen. Der Begriff Äqui-
valenz ist definiert als Nachweis eines Brevets oberhalb der
Beginner-Stufe (mit insgesamt mindestens zwei Brevetierun-
gen) und einem Minimum von 20 im Logbuch eingetragenen
Tauchgängen, die Erfahrung in den Gebieten Navigation und
Tieftauchen dokumentieren.
2. Mindestens 12 Jahre alt sein.

Anmerkung: Taucher von 12 bis 15 Jahren können ein PADI


Junior Rescue Diver Brevet erhalten. Das Junior Rescue
Diver Brevet ist mit der Anforderung versehen, dass dieser Taucher
nur mit einem brevetierten Erwachsenen tauchen darf.

Erste Hilfe Anforderungen


Um als PADI Rescue Diver brevetiert werden zu können, muss der
Tauchschüler einen anerkannten Herz-Lungen-Wiederbelebungs-
Kurs (HLW) innerhalb der letzten zwei Jahre (24 Monate) absol-
viert haben. Der PADI Medic First Aid Kurs erfüllt diese Anforderung
und wird nachdrücklich empfohlen. Der Medic First Aid Kurs beinhal-
tet eine grundlegende Ausbildung in Herz-Lungen-Wiederbelebung
und Erster Hilfe.

Bei der Ausbildung zu berücksichtigen


Die Tauchschüler müssen alle Leistungsanforderungen des
Rescue Diver Kurses an einem Freiwasser-Tauchplatz erfüllen, der
für die lokalen Tauchbedingungen repräsentativ ist. Sie müssen
alle 12 Übungen mit einem Minimum von fünf Freiwasser-Trai-
ningseinheiten absolvieren, verteilt über mindestens zwei Tage.
Verwende, wenn möglich, verschiedene Tauchplätze um dadurch
verschiedene in der Region anzutreffende Tauchumgebungen vorzu-
stellen. Wenn zum Beispiel das Tauchen vom Boot aus verbreitet
ist führe mindestens eine Freiwasser-Trainingseinheit vom Boot
aus durch. Es wird empfohlen, dass du komplexere Fertigkeiten
im Schwimmbad/ begrenzten Freiwasser vorstellst und die Tauch-
schüler diese üben lässt, bevor sie ins Freiwasser gehen. Das
maximale Verhältnis Tauchschüler/ Instructor für Freiwasser-
Aktivitäten beträgt 8:1, mit je vier zusätzlichen Tauchschülern
pro zertifiziertem Assistenten. Setze Assistenten als notwendige
Unterstützung ein, um angemessene Supervision der Tauchschüler
und realistische Rettungs-Szenarien zu gewährleisten.

1-2
Ausrüstung
Für Trainingsübungen im Freiwasser müssen eine Erste Hilfe Aus-
rüstung und Sauerstoff zur Verfügung stehen (falls dies in der
betreffenden Region gesetzlich erlaubt ist) so, wie in Teil Zwei des
PADI Rescue Diver Manual beschrieben. Darüber hinaus muss die
erforderliche Ausrüstung vorhanden sein, die notwendig ist, jede
einzelne Trainingsübung durchzuführen wie zum Beispiel Taschen-
masken zur Beatmung, Seile, Schwimmkörper, Markierungsbojen
sowie diverse andere Ausrüstungsgegenstände wie in Teil Drei
des PADI Rescue Diver Manuals beschrieben. Jeder Taucher
muss geeignete Tauchausrüstung für die entsprechende Tauch-
umgebung verwenden. Dies beinhaltet, ohne darauf beschränkt
zu sein: Maske, Schnorchel, Flossen, Pressluftflasche, Lungen-
automat, alternative Luftversorgung, Tarierjacket mit Niederdruck-
Inflator, Gewichtssystem, einen der Umgebung angemessenen
Tauchanzug, Zeitmessinstrument und Tiefenmesser (oder Tauch-
computer), Kompass, Tauchermesser oder ähnliches (falls nicht
durch örtliche Gesetze oder Vorschriften untersagt) und ein Notsi-
gnal (Signalpfeife, Leuchtfackel oder eine aufblasbare Strömungs-
boje).

Lehrmaterialien
Folgende Materialien sind bei der Durchführung des PADI Rescue
Diver Kurses vorgeschrieben:

1. PADI Rescue Diver Kurs Instructor Guide


2. PADI Rescue Diver Manual und Unfall-Mangement-Arbeitsta-
fel (falls in einer Sprache erhältlich, die der Taucher versteht).
3. PADI Rescue Diver Abschlussprüfung

Folgende Materialien werden nachdrücklich empfohlen:

l PADI Rescue Diver Video


l Rescue Diver Lesson Guides (digitale Version, Dias oder
Papierversion)
l Rescue Diver Cue Cards
l MEDIC FIRST AID Visual Workbook and Medical Emergency
Manual
l Die Encyclopedia of Recreational Diving als Multimedia oder
Papierversion
l Recreational Dive Planner in der Tabellen-Version oder als
„Wheel“, mit der entsprechenden Bedienungsanleitung

Wiederholungsfragen
Jedes Kapitel im PADI Rescue Diver Manual endet mit Wiederho-
lungsfragen. Die Tauchschüler müssen diese Wiederholungsfragen
ausfüllen und mitbringen. Du musst alle falsch oder unvollständig
beantworteten Fragen mit dem Tauchschüler besprechen bis er
sie versteht. Lasse die Tauchschüler nach einer sorgfältigen
Besprechung dieser Fragen bestätigen, dass sie sie verstanden
haben, indem sie die entsprechende Erklärung zu jedem Teil mit

1-3
Wiederholungsfragen dieses datieren und unterzeichnen. Es wird
empfohlen, dass der Tauchschüler zusätzlich zur Unterschrift der
oben genannten Erklärung, jede einzelne falsche Antwort signiert.
Eine Aufzeichnung über die ausgefüllten und unterzeichneten Wie-
derholungsfragen muss bei den Unterlagen der Tauchschüler aufbe-
wahrt werden.

Beurteilung der Kenntnisse


Vor der Brevetierung muss der Tauchschüler zeigen, dass er den
Stoff beherrscht, indem er akzeptable Leistungen in der PADI
Rescue Diver Abschlussprüfung erbringt. Mit „akzeptable Lei-
stungen“ ist gemeint, dass der Tauchschüler in der Abschlussprü-
fung mindestens 75 % erreichen muss. Sollte der Tauchschüler
weniger als 75 % erreichen, muss er die Prüfung wiederholen.
Zusätzlich zum Erreichen dieser 75 % muss der Taucher alle
Prüfungsfragen der Abschlussprüfung verstehen. Um dies zu
gewährleisten, besprich jede falsch beantwortete Frage mit dem
Tauchschüler so lange, bis er den Stoff beherrscht. Lasse den
Tauchschüler die Erklärung auf dem Prüfungsbogen unterzeichnen
und datieren, um damit zu bestätigen, dass du die falsch
beantworteten Fragen mit ihm besprochen hast und er die kor-
rekten Antworten nun versteht. Es wird empfohlen, jedoch nicht
verlangt, dass der Tauchschüler zusätzlich zur Unterschrift der oben
genannten Erklärung, jede einzelne falsche Antwort signiert. Eine
schriftliche Aufzeichnung über den Prüfungsbogen muss bei den
Unterlagen des Tauchschülers aufbewahrt werden.

Hinweis: „Junior“ Taucher unter 15 Jahren müssen Quizzes


und Abschlussprüfungen selbständig beantworten, und
zwar schriftlich — mündliche Prüfungen sind nicht zulässig. (Eine
Ausnahme hierfür besteht dann, wenn fachlich attestiert wurde,
dass der betreffende „Junior“ eine Lernschwäche besitzt, die sein
Lesevermögen beeinträchtigt.) (TB 4/2000)

Brevetierungsverfahren
Jeder PADI Instructor im Lehrstatus kann den PADI Rescue Diver
Kurs durchführen und PADI (Junior) Rescue Diver brevetieren. Der
brevetierende Instructor beantragt die Brevets für den (Junior)
Rescue Diver, indem er die Brevet-Anträge („PIC „) ausgefüllt und
unterschrieben an PADI EUROPE schickt. Der Instructor, der das
abschliessende Freiwasser-Training des Tauchschülers durchführt,
ist der brevetierende Instructor. Er muss sicherstellen, dass alle
Brevetierungsanforderungen erfüllt wurden.

1-4
Übersicht der Kursstandards
Brevetvoraussetzung: PADI (Junior)Advanced Open Water
Diver oder Äquivalenz
Mindestalter: 12 Jahre
Empfohlene Kursdauer: 25 Stunden
Minimum Freiwas- 5 Trainingseinheiten verteilt über 2
sertraining: Tage
Anzahl Tauchschüler je 8:1 (Mit je 4 zusätzlichen Tauchschü-
Tauchlehrer: lern je zertifiziertem Assistenten)

Tauchlehrerstufe: PADI Instructor im Lehrstatus

Kursüberblick
Kursstruktur
Der Lehrplan des PADI Rescue Diver Kurses ist leistungsbezogen.
Die erforderliche Zeit, um das verlangte Programm durchzuführen,
ist von der Kursgrösse, von logistischen Überlegungen, der Eignung
der Tauchschüler und deren Leistungen abhängig. Der Kurs besteht
aus zwei Hauptteilen - der Entwicklung der theoretischen Kennt-
nisse und dem Training im Freiwasser. Die Entwicklung der theoreti-
schen Kenntnisse kann durch Selbststudium erfolgen, durch vom
Instructor durchgeführte Präsentationen oder durch eine Kombina-
tion aus beiden. Diese Flexibilität erlaubt es dir, dich bezüglich
der Terminplanung an verschiedene Bedürfnisse deiner Tauchschü-
ler anzupassen. Die Freiwasser-Trainingseinheiten bestehen aus
den 12 verlangten Kursübungen. Die nachfolgend empfohlene Rei-
henfolge beinhaltet Empfehlungen zur Gruppierung der einzelnen
Übungen zu Freiwasser-Einheiten. Es sind jedoch auch andere
Anordnungen möglich und unter Umständen, in Abhängigkeit von
der Leistung der Tauchschüler und logistischen Überlegungen,
sogar erforderlich.

Kursabfolge
Teil Eins
Themen der Entwicklung der Einführung und Kursüberblick,
theoretischen Kenntnisse: Selbstrettung, Taucherstress und der
Umgang mit Taucherstress (PADI
Rescue Diver Manual - Teil Eins)
Besprechung der Freiwasser PADI Rescue Diver Manual - Teil Fünf
Übungen: und PADI Rescue Diver Video - Übun-
gen 1-4
Freiwasser Übungen 1, 2, 3 Hilfe für einen ermüdeten Taucher,
und 4: Hilfe für einen Taucher in Panik, Hil-
feleistung vom Ufer/ Boot für einen
Taucher bei Bewusstsein, Taucher
mit Problemen unter Wasser (Überan-
strengung und Aufstieg mit alternati-
ver Luftversorgung)

1-5
Teil Zwei
Themen der Entwicklung der Erste Hilfe Ausrüstung und -Verfahren
theoretischen Kenntnisse: (PADI Rescue Diver Manual - Teil Zwei)
Besprechung der Freiwasser PADI Rescue Diver Manual - Teil Sechs
Übungen: und PADI Rescue Diver Video - Übun-
gen 5-6
Freiwasser Übungen 5 und Massnahmen bei Vermissen eines
6: Tauchers und Bergen eines bewusstlo-
sen Tauchers - Übung 5 und 6

Teil Drei
Themen der Entwicklung der Notfall-Management (PADI Rescue
theoretischen Kenntnisse: Diver Manual - Teil Drei)
Besprechung der Freiwasser PADI Rescue Diver Video - Übung 7
Übungen:
Freiwasser Übung 7: Bewusstloser Taucher an der Oberflä-
che

Teil Vier
Themen der Entwicklung der Übliche Ausrüstungsprobleme, Funkti-
theoretischen Kenntnisse: onsweise der Tauchausrüstung sowie
Funktion und Probleme bei Verschlüs-
sen (PADI Rescue Diver Manual - Teil
Vier)
Besprechung der Freiwasser PADI Rescue Diver Video - Übungen
Übungen: 8-10
Freiwasser Übungen 8, 9 Ausstieg mit einem bewusstlosen Tau-
und 10: cher, Erste Hilfe bei druckbedingten
Unfällen, Hilfeleistung vom Ufer/ Boot
für einen bewusstlosen Taucher

Teil Fünf
Wiederholung und Rescue
Diver Abschlussprüfung:
Freiwasser Übungen 11 und Tauch-Unfall Szenarien
12:

Überweisungsverfahren
Der Zweck dieses Verfahrens ist es, einem Teilnehmer am PADI
Rescue Diver Kurs die Möglichkeit zu bieten, sein Training bei
mehr als einem PADI Instructor zu absolvieren. Ein Teilnehmer am
PADI Rescue Diver Kurs kann nach jedem Teil der Entwicklung
der theoretischen Kenntnisse und/oder jeder Freiwasser-Übung an
einen anderen Instructor überwiesen werden. Der Teilnehmer muss
den gesamten Teil bzw. die gesamte Übung abgeschlossen haben,
um dies bei einer Überweisung angerechnet zu bekommen.

1-6
Um einen Teilnehmer zu überweisen, verwende das Formular „PADI
Rescue Diver Kurs Training Dokumentationsbogen“ (Überweisungs-
formular) im Anhang dieses Guides. Dieses Formular kann, zusam-
men mit der ausgefüllten „Erklärung zum Gesundheitszustand“,
direkt dem Teilnehmer ausgehändigt werden, der damit bei einem
anderen PADI Instructor seine PADI Rescue Diver Ausbildung
fortsetzt. Ein „PADI Rescue Diver Kurs Training Dokumentati-
onsbogen“ ist für ein Jahr gültig, gerechnet vom Datum des
letzten abgeschlossenen Kursbestandteils. Bevor mit einem über-
wiesenen Kursteilnehmer Rescue Übungen durchgeführt werden,
müssen eine Eingangsbeurteilung sowie die administrativen
Anforderungen, wie im Teil „Allgemeine Standards und Verfahren
„ im PADI Instructor Manual beschrieben, abgeschlossen werden.
(z. B. „Erklärung zum Gesundheitszustand“, Einverständnis-
erklärung „Standardverfahren für sicheres Tauchen“, „Haf-
tungsauschluss- und Risikoübernahme-Erklärung“. Alle PADI
Instructoren, die an einem Überweisungsverfahren, Eingangstrai-
ning oder Freiwasser Training beteiligt sind, müssen Kopien
der oben genannten administrativen Unterlagen sowie des PADI
Rescue Diver Kurs Training Dokumentationsbogens aufbewahren.

Wichtige Information vom 25.10.1998 - Gültig für:


Belgien, Deutschland, Frankreich, Holland, Italien, Luxem-
burg, Österreich, Portugal, Schweiz und Spanien. Mit sofortiger
Wirkung bitten wir alle Mitglieder in Europa, alle Haftungs-Aus-
schluss-Formulare nicht mehr zu verwenden. Diese Regelung gilt
vom „Discover Snorkeling“ Programm bis hin zur „Instructor
Examination“. Bis die kombinierten Formulare wie z.B. das DSD-
Pamphlet revidiert sind, bitten wir dich, den haftungsbezogenen
Teil durchzustreichen und von den Kunden NICHT unterschreiben
zu lassen.

Ehe du einen überwiesenen Rescue Tauchschüler annimmst,


kannst du den Status der PADI Instructoren überprüfen, die auf dem
Formular „PADI Rescue Diver Kurs Training Dokumentationsbogen „
unterschrieben haben, indem du deine zuständige PADI Zweigstelle
kontaktierst.

Zusammenfassung des Brevetierungsverfahrens in


Einzelschritten
1. Der Instructor, mit dem der überwiesene Tauchschüler das
letzte Freiwasser-Training absolviert hat, stellt sicher, dass
dieser alle Brevetierungsanforderungen erfüllt hat und breveti-
ert den Taucher.
2. Verwende das Formular „PADI Rescue Diver Kurs Training Doku-
mentationsbogen „als Nachweis, dass der Teilnehmer alle
Kursanforderungen erfüllt hat und bewahre es bei den Unterla-
gen des Tauchschülers auf.
3. Fülle einen PADI PIC-Umschlag aus und schicke ihn an deine
zuständige PADI-Zweigstelle, damit dein Kursteilnehmer sein
Rescue Diver Brevet erhält.

1-7
Anrechnung der Rescue Übungen 1 und 2
Als Teil des PADI Adventures in Diving Programms hat ein Tauch-
schüler vielleicht an einer Einführung in die Rescue Diver Fertigkei-
ten teilgenommen. Diese Einführung besteht aus den Rescue Diver
Übungen 1 und 2 (Hilfe für einen ermüdeten Taucher, Hilfe für einen
Taucher in Panik). Der Instructor, der diese Übungen durchführt,
stellt für den Tauchschüler einen „PADI Rescue Diver Kurs Training
Dokumentationsbogen“ aus und unterzeichnet die Übungen 1 und
2. Um eine Anrechnung auf die Anforderungen des Rescue Diver
Kurses zu ermöglichen, musst du sicherstellen, dass der Tauch-
schüler diese beiden Übungen erfolgreich abgeschlossen hat,
indem du den Dokumentationsbogen des Tauchers überprüfst.
Es obliegt jedoch deinem Ermessen, ob du die Erfahrung des
Tauchers anrechnest und mit ihm nur die verbleibenden Kursteile
absolvierst. Verfahre so, wie du dies bei jeder anderen Überweisung
tun würdest.
Vielleicht integrierst du eine Wiederholung der Rescue Übungen 1
und 2 in Übung 3 (Hilfeleistung vom Ufer/ Boot für einen Taucher
bei Bewusstsein), um die Fähigkeiten des Tauchers zu beurteilen.
Wiederhole und übe mit ihm die Fertigkeiten, falls erforderlich.

1-8
Zwei
Entwicklung der theore-
tischen Kenntnisse
Die Entwicklung der theoretischen Kenntnisse im PADI Rescue Diver
Kurs schafft die Basis, um Tauchnotfälle zu verhindern und mit
ihnen umzugehen. Die Tauchschüler erlernen ebenso Techniken zur
Selbstrettung, als auch Hilfe für andere Taucher mit kleinen und
grossen Problemen.

Durchführungsoptionen
Die Entwicklung der theoretischen Kenntnisse im PADI Rescue
Diver Kurs kann erfolgen, indem der Tauchschüler mit Hilfe des
PADI Rescue Diver Manuals und des PADI Rescue Diver Videos
selbständig lernt oder sie kann vom Instructor unter Verwendung
dieses Instructor Guides und der Rescue Diver Lesson Guides
durchgeführte Theoriepräsentationen beinhalten. Die empfohlene
Methode zu beurteilen, ob die Tauchschüler den Stoff beherrschen
besteht in „korrigierendem“ Lehren. Lasse die Tauchschüler damit
anfangen, dass sie mit dem PADI Rescue Diver Manual und Video
selbständig arbeiten und die Wiederholungsfragen im Manual aus-
füllen. Setze Termine zur Besprechung der Wiederholungsfragen
an. Falls die Tauchschüler Fragen falsch beantwortet haben oder
ersichtlich ist, dass sie zusätzliche Erklärungen benötigen, ver-
wende den entsprechenden Rescue Diver Lesson Guide und die
Vortragsausarbeitung für den Instructor um sicherzustellen, dass
sie den Stoff verstehen.

Vortragsausarbeitung und Lesson Guides


Dieser Teil ist in fünf Abschnitte unterteilt. Jeder Abschnitt beinhal-
tet die als Fragen formulierten Lernziele für das entsprechende
Thema, eine Vortrags-Ausarbeitung, die verwendet werden kann, um
das Thema zu behandeln und kleine Abbildungen der Rescue Diver
Lesson Guides, die sich auf das Thema beziehen. Die Ausarbeitun-
gen wurden so geschrieben, dass du sie deinen Tauchschülern
direkt vortragen kannst. Trotzdem wirst du diese Ausarbeitungen
eventuell anpassen wollen, um den Bedürfnissen deiner Tauch-
schüler entgegenzukommen und Informationen über das örtliche
Tauchen zu berücksichtigen. Anmerkungen, die ausschliesslich für
dich gedacht sind, stehen in eckigen Klammern. Anmerkungen,
die du den Tauchschülern gegenüber betonen sollst, sind vom
Text abgesetzt und durch die Überschrift „Anmerkung für die Tauch-
schüler“ gekennzeichnet.

2-1
Eins
Thema: Kursüberblick,
Selbstrettung und Taucherstress
Dieser erste Teil bestimmt den Ton des Kurses und erlaubt es dir,
den Kontakt mit den Tauchschülern herzustellen. Es ist wichtig,
dass du auf die erste Lektion gut vorbereitet bist, so dass du die
Anforderungen des Kurses deutlich erklären kannst. Wecke Begei-
sterung während dieses Teils, indem Du erklärst, dass das Rescue
Diver Programm sich von der Tauchausbildung unterscheidet, die
die Taucher vorher erfahren haben, da es ihre Aufmerksamkeit
über die eigenen Grenzen hinaus auf die Hilfeleistung für andere
Taucher ausdehnt. Betone, dass der Kurs eine Herausforderung
darstellt und sich mit einer durchaus ernsten Sache beschäftigt,
aber gleichzeitig ein echtes Erlebnis ist und viel Spass macht.
Der erste Teil des PADI Rescue Diver Manuals bezieht sich auf
dieses Thema. Falls möglich lasse die Tauchschüler die Einleitung
und Teil Eins lesen sowie die Wiederholungsfragen ausfüllen, bevor
sie zu deiner Präsentation erscheinen.

Präsentation

Überblick und Lernziele

I. Willkommen zum Kurs und Einführung


II. Kursüberblick
III. Selbstrettung

1. Welche drei Bereiche der Vorbereitung vor dem


Tauchen verbessern deine Fähigkeit zur Selbs-
trettung?
2. Welche drei Vorgehensweisen helfen dabei, Pro-
bleme beim Tauchen zu vermeiden?
3. Was solltest du tun, wenn während des Tau-
chens ein Problem auftritt?
4. Welches sind vier Fertigkeiten, die deine Fähig-
keit zur Selbstrettung steigern?

IV. Taucherstress

5. Welches sind sieben mögliche Ursachen und


Beispiele für physischen Stress?
6. Was sind fünf Ursachen für psychischen Stress?

2-2
7. Welche Auswirkungen kann Stress bei einem
Taucher hervorrufen?
8. Was bedeutet „eingeschränktes Wahrnehmungs-
vermögen“?
9. Welche beiden Schritte wendest du an, um
Stress bei einem Taucher zu erkennen?
10. Was solltest du tun, wenn du Stress bei einem
Taucher wahrnimmst?

Ausarbeitung

I. Willkommen zum Kurs und Einführung

A. Einführung (Stelle dich selbst und deine Assi-


stenten vor. Lasse auch die Tauchschüler sich
vorstellen. Halte die Stimmung gelöst und ent-
spannt)
B. Papierkram (Erledige die administrativen Anforde-
rungen und zusätzliche Aufzeichnungen, die für
den Kurs erforderlich sind.)

II. Kursüberblick

A. Kursstruktur - Wie schon bei anderen PADI


Kursen erlaubt auch die Struktur beim Rescue
Diver Kurs ein Maximum an Flexibilität.

1. Selbststudium - Dies ist der flexibelste Weg


zur Entwicklung der theoretischen Kennt-
nisse. Indem du das PADI Rescue Diver
Manual und das Rescue Diver Video stu-
dierst, wirst du dir die Grundlage aneignen,
um im Kurs Fortschritte zu machen. Der
Text enthält Übungsfragen, die deine Kennt-
nisse bestätigen und Wiederholungsfragen
am Ende jedes Kapitels, die zeigen, dass du
den Stoff beherrschst.
(Bestimme die Themen des Selbststudiums.
Falls diese Materialien nicht in einer Sprache
zur Verfügung stehen, die die Taucher ver-
stehen, erkläre ihnen, wie sie ihr Wissen
erwerben können)
2. Theoriepräsentationen (Erkläre, wie du Theo-
riepräsentationen oder -besprechungen orga-
nisieren wirst und gib die Termine bekannt.)

2-3
a. Abschlussprüfung - vor der Brevetierung
werdet ihr an der Rescue Diver Abschlus-
sprüfung teilnehmen. Diese Prüfung
liefert den Nachweis, dass ihr die Grund-
begriffe verstanden habt, die nötig sind
um PADI Rescue Diver zu werden. Die
Abschlussprüfung umfasst ausschlies-
slich Themen, die ihr entweder während
des Selbststudiums behandelt habt oder
die hier im Kurs besprochen wurden,
so dass ihr darauf gut vorbereitet sein
werdet.

3. Freiwasser-Einheiten (Erkläre, wie du die Frei-


wasser Trainingseinheiten organisieren wirst
und gib die Termine bekannt.)

a. Die praktische Anwendung der Fertigkei-


ten und deren Entwicklung finden in der
Freiwasserumgebung statt. (Falls Einhei-
ten im Schwimmbad/ begrenzten Frei-
wasser geplant sind, erkläre, wie das
Üben der Fertigkeiten im Schwimmbad
zur praktischen Anwendung im Freiwas-
ser hinführt.)
b. Es gibt 12 Übungen, die im Lauf von
mindestens fünf Einheiten im Freiwasser
abgeschlossen werden. Diese Übungen
stellen die Fertigkeiten in einer logischen
Abfolge dar, wobei nachfolgende Übun-
gen auf vorhergehenden aufbauen. Die
Übungen 11 und 12 sind Rettungs-Sze-
narien, die es erfordern, auf frühere Trai-
ningseinheiten zurückzugreifen und die
Fertigkeiten auf eine realistische Situa-
tion anzuwenden.
B. Leistungsanforderungen

1. Die Philosophie des PADI Rescue Diver


Kurses besagt, dass es nicht nur „einen ein-
zigen richtigen“ Weg gibt, um eine Rettung
durchzuführen. Weil Personen sich in ihren
körperlichen Fähigkeiten und Merkmalen
unterscheiden und weil auch Tauchumgebun-
gen individuelle Herausforderungen bieten
können, müssen Rescue Diver ihre Techniken
so anpassen, dass sie der jeweiligen Situa-
tion entsprechen.

2-4
a. Jeder Teil des Kurses hat spezifische
Leistunganforderungen, die erfüllt werden
müssen. Wie ihr jedoch diese Lei-
stungsanforderungen erfüllt, kann sich
durchaus von der Methode eurer Kurska-
meraden unterscheiden. Das Endergeb-
nis aber ist immer das gleiche - jeder
ist in der Lage eine effektive Rettung
durchzuführen.
b. Die Lernziele und der Überblick über die
Fertigkeiten in den Teilen Fünf und Sechs
im PADI Rescue Diver Manual definieren,
was ihr im Freiwasser ausführen werdet.
Das Rescue Diver Video zeigt verschie-
dene Techniken, die verwendet werden
können, um die Leistungsanforderungen
des Kurses zu erreichen. Indem du vor
einer Freiwasser Einheit beides nochmals
durchgehst, wirst du auf das Üben der
Fertigkeiten besser vorbereitet sein.
2. Vor der Brevetierung musst du innerhalb der
letzten zwei Jahre an einem PADI Medic First
Aid Kurs oder einem entsprechenden Erste-
Hilfe-Kurs teilgenommen haben. (Falls du in
Verbindung mit diesem Rescue Diver Kurs
einen Medic First Aid Kurs durchführst, gib
die Termine bekannt. Falls nicht, erkläre den
Tauchschülern die verschiedenen Möglichkei-
ten, die ihnen zur Erfüllung dieser Anforde-
rung zur Verfügung stehen.)

C. Benötigte Ausrüstung (Erkläre die Anforderungen


bezüglich der Tauchausrüstung und gib logi-
stische Informationen. Beantworte Fragen der
Tauchschüler zum Kurs.)

III. Selbstrettung

A. Welche drei Bereiche der Vorbereitung vor dem


Tauchen verbessern deine Fähigkeit zur Selbs-
trettung?

1. Physische Vorbereitung umfasst Gesundheit,


Fitness und richtige Ernährung. Gut in Form
zu sein erlaubt dir, auch mit erhöhten körper-
lichen Anforderungen fertig zu werden, falls
erforderlich.

2-5
2. Geistige Vorbereitung beinhaltet Selbstsi-
cherheit und ein positives Gefühl gegenüber
dem Tauchgang.
3. Vorbereitung der Ausrüstung umfasst die Ver-
trautheit mit ihrem Gebrauch, ihrer Überprü-
fung, der empfohlenen Wartung sowie das
Vorhandensein spezieller Notfallausrüstung.

a. Wenn du weisst, welche Ausrüstung du


zur Verfügung hast und wie sie funktio-
niert, bist du in der Lage, schnell zu rea-
gieren, falls ein Problem auftreten sollte.
b. Zu den nützlichen Hilfsmitteln, die
dir helfen, dich bei einem Notfall bemerk-
bar zu machen, gehören Signalpfeifen,
kleine Notblitze, Leuchtfackeln, Färbemit-
tel und aufblasbare Signalbojen. Auf-
blasbare Bojen in Röhrenform sind
besonders nützlich, wenn du von einem
Boot abgetrieben wirst. Die Höhe der auf-
geblasenen Röhre über der Wasserober-
fläche macht es viel leichter, dich zu
sehen. Alle diese Gegenstände passen
leicht in die Jackettasche und sind somit
immer griffbereit.

B. Welche drei Vorgehensweisen helfen dabei,


Probleme beim Tauchen zu vermeiden?

1. Regelmässige Pflege der Ausrüstung verrin-


gert die Möglichkeit von Fehlfunktionen und
eine gewissenhafte Überprüfung vor dem
Tauchgang ermöglicht es dir, potentielle Pro-
bleme früh genug zu bemerken.
2. Oft reicht es schon aus, sich darüber im
Klaren zu sein, dass ein bestimmtes Problem
auftreten könnte, um es zu vermeiden.
Durchdenke mögliche Probleme im Voraus
und überlege dir bei deiner Tauchgangspla-
nung, wie du sie verhindern kannst.
3. Wenn du in der Lage bist zu erkennen, dass
ein Problem auftritt oder gleich auftreten
wird, kannst du frühzeitig reagieren. Proble-
merkennung ist für deine Selbstrettungsfä-
higkeit wesentlich.

2-6
C. Durchführung - um eine Selbstrettung durchzufüh-
ren, musst du in der Lage sein, das richtige zu
tun.

1. Was solltest du tun, wenn während des


Tauchens ein Problem auftritt?

a. Stoppe alle Aktivitäten.


b. Überlege dir mögliche Vorgehensweisen.
c. Stelle die normale Atmung wieder her.
d. Handle logisch anstatt unüberlegt zu rea-
gieren.

2. Vergegenwärtige dir Probleme und die ent-


sprechenden Reaktionen, um schnell die rich-
tige Entscheidung treffen zu können.
3. Übe solche Notfallverfahren oft, um deine
Fertigkeiten frisch zu halten.

D. Welche Fertigkeiten steigern deine Fähigkeit


zur Selbstrettung (nenne mindestens vier
davon)?

1. Eine gute Tarierungskontrolle hilft dir zu ver-


meiden, dass du unter Wasser oder an der
Oberfläche kämpfen musst, um deine Posi-
tion aufrecht zu erhalten. Sie ermöglicht dir
auch, vom Grund wegzubleiben und damit
dich selbst und die Unterwasserumgebung zu
schützen.
2. Eine korrekte Kontrolle der Atemwege erlaubt
es dir, trotz kleiner Wassermengen im
Schnorchel oder Lungenautomaten normal
weiter zu atmen und somit ein Verschlucken
oder Husten zu vermeiden.
3. Sich mit dem Lösen von Wadenkrämpfen
auszukennen bedeutet, dass diese kleine
Unannehmlichkeit schnell behoben ist, bevor
sie zu einem grösseren Problem werden
kann.
4. Den Umgang mit Ohne-Luft-Situationen hast
du bereits in deinem Anfängerkurs geübt.
Um eine Ohne-Luft-Situation ohne Hilfe
des Tauchpartners zu bewältigen, solltest
du erwägen, eine unabhängige alternative

2-7
Luftversorgung, wie zum Beispiel eine
sogenannte „Pony-Flasche“ oder eine unab-
hängige Aufstiegs-Flasche zu verwenden.
5. Vertigo (Drehschwindel) ist eine sehr unan-
genehme Erfahrung. Zu wissen, wie du die
Orientierung wiedererlangen kannst indem du
dich an einem stationären Objekt festhältst,
ist eine wichtige Selbstrettungs-Fertigkeit.
6. Vertigo oder starke Wasserbewegungen
können unter Wasser bei manchen Tauchern
Übelkeit hervorrufen. Wenn du darauf vorbe-
reitet bist, deine Handlungen zu kontrollieren
und dich ruhig aus dieser Situation zu brin-
gen, ermöglicht dir dies, mit Übelkeitsanfäl-
len umzugehen.
IV. Taucherstress

A. Die wesentlichen Bestandteile von


Taucherstress

1. Stress ist definiert als physische oder men-


tale Anspannung, die im Körper physische,
chemische oder emotionale Veränderungen
bewirkt. Stress kann positive oder negative
Reaktionen hervorrufen. Der Stress ist es,
der das schnelle Schalten von einem Gang
in den anderen während eines Autorennens
ermöglicht und er ist es auch, der dich
bei einem furchterregenden Anblick erstarren
lässt.
2. Die wesentlichen Bestandteile, oder die Ent-
stehung von Stress, beinhalten:
a. Eine anfängliche Ursache - einen Vorfall,
einen Gedanken, eine Vorstellung usw.
b. Die Veranlagung des Tauchers - ob er
diese Ursache als positiv, negativ oder
unwichtig empfindet.
c. Wie er mit dem Stress fertig wird.
B. Welches sind sieben mögliche Ursachen und
Beispiele für physischen Stress?
1. Taucher können oftmals die Wirkungen kör-
perlichen Unwohlseins nicht richtig ein-
schätzen. Selbst kleinere Beeinträchtigungen
können Stress erzeugen und, wenn sie nicht
behoben werden, zu ernsteren Problemen
führen.
2-8
2. Ursachen und Beispiele für körperlichen
Stress sind:

a. Erkältung
b. Seekrankheit
c. Stickstoffnarkose
d. Müdigkeit
e. Krankheit
f. Verletzungen
g. Alkohol oder Drogen
h. Unwohlsein oder Beeinträchtigungen, her-
vorgerufen durch schlecht passende oder
nicht richtig funktionierende Ausrüstung

C. Was sind fünf Ursachen für psychischen Stress?

1. Psychischer Stress entsteht, wenn Taucher


eine „Bedrohung“ ihrer Sicherheit oder ihres
Wohlbefindens wahrnehmen.
2. Mögliche Ursachen für psychischen Stress
sind:

a. Physischer Stress
b. Persönliche Vorstellungen und Einstellun-
gen
c. Überlastung mit Aufgaben
d. Gruppendruck
e. Die Vermutung, ein Risiko sei grösser als
normal

3. Der Auslöser für psychischen Stress kann


entweder real oder eingebildet sein. Unge-
achtet dessen ist der Stress für den Taucher,
der ihn erlebt, sehr real.

D. Welche Wirkungen kann Stress bei einem


Taucher hervorrufen? (Lasse die Tauchschüler
das Ablaufschema Stress-Management in ihren
Rescue Diver Manuals aufschlagen.)

2-9
1. Wenn ein Problem auftritt entsteht Stress
beim Taucher.
2. Stress ruft eine physische und psychische
Reaktion hervor.
3. Abhängig von der Veranlagung des Tauchers
kann dieser Stress Angst hervorrufen oder
den Taucher dazu veranlassen, das Problem
zu erkennen und einen Plan für dessen
Lösung zu erstellen.
4. Wenn die Angst des Tauchers steigt und er
keine Gegenmassnahmen ergreift, wird auch
der Stress steigen. Falls dies nicht bemerkt
würde, könnte es zu einer impulsiven Reak-
tion des Tauchers führen.
5. Wenn diese Reaktion das Problem nicht
lösen kann, könnte das zu Panik und führen
und eine Rettungsmassnahme erfordern.
6. Wenn der Taucher aber stoppt, nachdenkt,
kontrolliert atmet und dann die richtige
Gegenmassnahme ergreift, ist das Problem
behoben.

E. Was bedeutet „eingeschränktes


Wahrnehmungsvermögen“?

1. Wenn der Körper sich auf eine Not-Reaktion


vorbereitet setzt er Adrenalin frei. Dies ver-
ursacht eine gesteigerte Atemfrequenz, die
zu verringerter Atmungseffizienz führt. Das
kann sich für den Taucher als Atemnot
(Erstickungsgefühl) bemerkbar machen und
zu Panik führen.
2. Ein Taucher in Panik kann unter einem
„eingeschränkten Wahrnehmungsvermögen“
leiden - einem Abnehmen der Aufmerksam-
keit. Dabei kann der Taucher sowohl aktiv als
auch passiv reagieren:

a. Aktiv - Maske ab, Lungenautomat/


Schnorchel aus dem Mund, Herumgreifen
mit den Händen, Herumrudern mit den
Flossen, kräftiges Wassertreten

2-10
b. Passiv - wie gelähmt, wie in Trance, desin-
teressiert oder nicht reagierend

F. Erkennen von Stress und Angst - Welche zwei


Schritte unternimmst du, um bei einem Taucher
Stress zu erkennen?

1. Als Rescue Diver wirst du sicher deine Fertig-


keiten im Beobachten schärfen wollen. Dies
beinhaltet, dass du in der Lage bist, Stress
sowohl bei dir selbst als auch bei anderen
Tauchern zu erkennen.
2. Anzeichen für Stress können subtil oder
offen erkennbar sein. Sei wachsam für Verän-
derungen im Verhalten, insbesondere dann,
wenn die Reaktionen eines Tauchers unange-
messen oder abnormal erscheinen.
3. Da du vielleicht die anderen Taucher nicht
kennst (zum Beispiel auf einem Tauchboot)
oder da die Veränderungen im Verhalten nicht
zwangsläufig durch Stress verursacht sein
müssen, solltest du die Bedeutung des beob-
achteten Verhaltens immer verifizieren.

a. Frage dazu den Taucher einfach nach


dem Grund für das beobachtete Verhal-
ten.
b. Achte darauf, keinen übermässigen
Druck auf den Taucher auszuüben und
vermeide, dass er sich unwohl fühlt. Dies
könnte Stress hervorrufen oder erhöhen.

G. Stress-Management Was solltest du tun, wenn


du Taucherstress wahrnimmst?

1. Wenn Stress beginnt Angst zu erzeugen, ist


es wichtig , den Teufelskreis der Stressreak-
tionen zu durchbrechen, bevor er zu ernsten
Problemen führt.
2. Dies kannst du erreichen, indem du den
Taucher zu Problemlösungsdenken ermutigst.
Das beinhaltet vier Schritte:

a. Problem erkennen - durch Beobachtung


und fragen kannst du dem Taucher
helfen, die Ursache von Stress zu erken-
nen.

2-11
b. Handlungsplan ausarbeiten - ermutige
den Taucher, analytisch zu denken und
einen Plan auszuarbeiten, indem du das
Problem mit ihm besprichst.
c. Plan erfolgreich durchführen - ermögliche
dem Taucher, seinen Plan durchzuführen
und biete falls nötig deine Hilfe an.
d. Problem eliminieren oder minimieren -
effektives Vorgehen führt zu einer Lösung
und verhindert ernstere Probleme.

3. Es ist von Bedeutung, dass du als Rescue


Diver vermeidest, belehrend zu klingen oder
Gruppendruck auszuüben.

Zusammenfassung
(Beantworte Fragen der Tauchschüler. Besprich die Wiederholungs-
fragen (wenn nicht bereits geschehen). Weise auf das Selbststu-
dium zur nächsten Theorie-Präsentation hin.)

Zwei
Thema: Erste Hilfe beim Tauchen
Dieser Teil behandelt die Verhinderung von Problemen, die Erste-
Hilfe-Verfahren und die Erste-Hilfe-Ausrüstung für das Sporttauchen.
Wenn du in Verbindung mit dem Rescue Diver Kurs auch ein Medic
First Aid Programm durchführst, wird empfohlen, dass du dies
entweder unmittelbar vor oder unmittelbar nach diesem Teil tust.
Erkläre den Tauchschülern, dass die Besprechung der Herz-Lungen-
Wiederbelebung (HLW) im Rahmen des Rescue Diver Kurses nicht
an die Stelle einer formalen Ausbildung treten kann, wenngleich
die Grundlagen der Notfallhilfe den selben medizinischen Standards
folgen, nach denen auch der Medic First Aid Kurs entwickelt wurde.
Da dieser Teil eine ganze Menge an Stoff enthält, wird nachdrück-
lich empfohlen, dass die Tauchschüler Teil Zwei des PADI Rescue
Diver Manuals lesen und die Wiederholungsfragen ausfüllen, bevor
sie zu deiner Präsentation erscheinen.
Wenn möglich solltest du Erste Hilfe Ausrüstung, ein Sauerstoff-
gerät, eine Beatmungspuppe und weitere Notfallausrüstung zur
Verfügung haben, um sie während des Vortrages als Beispiele zu
zeigen. Fordere die Tauchschüler auf, ein Erste-Hilfe-Kit gemäss
der Liste im PADI Rescue Diver Manual zusammenzustellen. Halte
sie auch dazu an, ihre Ausbildung in diesem Bereich fortzusetzen,
indem sie weiterführende Tauchkurse und Erste-Hilfe-Kurse besu-
chen.

2-12
Präsentation

Überblick und Lernziele

I. Erste Hilfe Ausrüstung

1. Was gehört in ein gut bestücktes Erste-Hilfe-Kit


und wie wird der Inhalt benützt?
2. Welches sind die drei Vorteile im Gebrauch
einer Taschenmaske?
3. Welche Typen von Notfall-Sauerstoff-Systemen
gibt es, und welches wird für den Gebrauch
durch Rescue Diver empfohlen?
4. Auf welche beiden Arten lassen sich Tragen/
Liegebretter verwenden?

II. Erste Hilfe Verfahren

5. Welches sind die acht Schritte der Erstuntersu-


chung?
6. Was sind „lebensrettende Sofortmassnahmen“?
7. Welche Rolle spielt der Faktor Zeit bei lebens-
rettenden Sofortmassnahmen?
8. Welches sind die beiden Methoden, die verwen-
det werden, um die Atemwege zu öffnen?
9. Wie überprüfst du bei geöffneten Atemwegen
die Atmung?
10. Welches sind die richtigen Schritte und Verfah-
ren, die bei der Atemspende mittels Mund-zu-
Taschenmaske und Mund-zu-Mund angewendet
werden?
11. Wie findest du den Carotispuls?
12. Wo plazierst du deine Hände und welche Körper-
haltung nimmst du bei der Herz-Lungen-Wieder-
belebung ein?
13. Mit welcher Rate erfolgen bei HLW die Kom-
pressionen und in welchem Verhältnis erfolgen
Kompressionen und Beatmungen?

Blockierte Atemwege

2-13
14. Wie entfernst du eine Blockierung aus den
Atemwegen eines bewusstlosen Patienten
und eines Patienten bei Bewusstsein, durch
Druckstösse in den Bauch?

Blutungen

15. Wie beschreibst du den Unterschied zwischen


einer arteriellen und einer venösen Blutung?
16. Welches ist der erste Schritt, den du ergreifen
solltest, um eine starke Blutung unter Kontrolle
zu bringen?
17. Was ist eine Abdrückstelle?
18. Wie beeinflusst die Tiefe die scheinbare Farbe
des Blutes?

Schock

19. Welches sind die sieben Anzeichen und Sym-


ptome eines Schocks?
20. Wie ist das Vorgehen bei der Behandlung von
Schock?

Zweituntersuchung

21. Wie ist das Vorgehen bei der Durchführung


einer Zweituntersuchung bei einem reagieren-
den, kranken oder verletztem Patienten?
22. Wie immobilisierst du eine vermutete Genick-
oder Rückgratverletzung?

Probleme mit Wärme und Kälte

23. Was sind die Unterschiede zwischen Hitzeer-


schöpfung und Hitzschlag und wie werden beide
behandelt?
24. Welches sind sieben Anzeichen und Symptome
von Unterkühlung?
25. Wie ist das geeignete Vorgehen für das Aufwär-
men eines Patienten mit einer Unterkühlung?

Verletzungen durch aquatische Lebewesen

2-14
26. Was sind drei Arten von Verletzungen durch
aquatische Lebewesen?
27. Welche fünf Anzeichen und Symptome weisen
auf eine Verletzung durch giftige aquatische
Lebewesen hin?
28. Welches sind in der Region gebräuchliche
Behandlungen für Verletzungen durch aquati-
sche Lebewesen?

Beinahe Ertrinken

29. Was ist der Unterschied zwischen „Ertrinken“


und „Beinahe Ertrinken“?
30. Was ist die primäre Erste Hilfe bei Beinahe-
Ertrinken?

Dekompressions-Erkrankung

31. Was versteht man unter Dekompressions-


Erkrankung?
32. Welches ist die häufigste Ursache von
Lungenüberdehnungsverletzungen?
33. Welches sind die Unterschiede zwischen
Luftembolie, Mediastinal-Emphysem, Unterhau-
temphysem (Subcutan-Emphysem) und Pneumo-
thorax?
34. Was sind die typischen Unterschiede zwischen
Luftembolie und Dekompressions-Krankheit?
35. Was ist die erste Hilfe bei einer Dekompressi-
ons-Erkrankung?
36. Wie verabreichst du einem reagierendem bzw.
einem nicht reagierenden Patienten Sauerstoff?
37. Warum sollte ein Patient mit einer Dekompres-
sions-Erkrankung eine liegende Position einneh-
men?

2-15
Ausarbeitung

I. Erste Hilfe Ausrüstung

A. Was gehört in ein gut bestücktes Erste-Hilfe-Kit


und wie wird der Inhalt benützt? (Wenn möglich
solltest du ein Erste-Hilfe-Kit für die Tauchschüler
zur Anschauung zur Verfügung haben. Besprich
die Liste der empfohlenen Bestandteile aus dem
Rescue Diver Manual.)
B. Welches sind die drei Vorteile im Gebrauch
einer Taschenmaske?

1. Taschenmasken sind so konstruiert, dass


sie die Wiederbelebung einfacher und effek-
tiver gestalten. Der weiche, luftgefüllte Mas-
kenwulst ermöglicht eine Abdichtung auf
verschiedensten Gesichtern und das Einweg-
Atemventil vermindert die Bedenken gegen-
über einer Übertragung von Krankheiten.
2. Eine Taschenmaske ist vorteilhaft bei einer
Rettungssituation, weil sie:

a. Mund und Nase des Patienten abdichtet


und es somit bei einer Rettung im
Wasser erleichtert, die Atemwege des
Patienten frei zu halten.
b. Den direkten Kontakt zwischen Patient
und Retter verhindert.
c. An ein Sauerstoff-System angeschlossen
werden kann. Für einen atmenden Pati-
enten fungiert sie als Sauerstoff-Atem-
maske. Ein nicht atmender Patient erhält
während der Beatmung Sauerstoff-ange-
reicherte Luft.

(Erkläre den Tauchschülern, dass sie während


der Freiwasser-Übungen die Möglichkeit haben
werden, eine Taschenmaske zu verwenden. Ermu-
tige sie dazu, sich eine Taschenmaske für ihr
persönliches Erste-Hilfe-Kit anzuschaffen)
C. Forschungen und Fallstudien haben ergeben,
dass die Verabreichung von Sauerstoff als eine
der wichtigsten Einzelmassnahmen anzusehen
ist, um einem Taucher mit Verdacht auf Dekom-
pressions-Krankheit, Lungenüberdehnungsverlet-

2-16
zungen oder Beinahe-Ertrinken, Erste-Hilfe zu
leisten. Der sofortige Einsatz von Sauerstoff
kann einen signifikanten Unterschied ausma-
chen. Das ist der Grund, warum die Verfügbarkeit
von Sauerstoff an Tauchplätzen oder auf Tauch-
booten so nachdrücklich empfohlen wird.

D. Welche Typen von Notfall-Sauerstoff-Systemen


gibt es, und welches wird für den Gebrauch
durch Rescue Diver empfohlen?

1. Die drei Haupttypen von Sauerstoff-Systemen


sind Überdruckgeräte, konstant strömende
Geräte und atmungsabhängige Geräte.
2. Um ein Überdruckgerät zu verwenden, musst
du über eine professionelle Ausbildung mit
Zertifikat verfügen, da bei falschem Gebrauch
der Patient verletzt werden könnte. Dies ist
der Grund, warum ihr Einsatz auf professio-
nelles Rettungspersonal beschränkt ist.
3. Konstant strömende Geräte liefern unun-
terbrochen Sauerstoff, indem sie einen
gleichmässigen Strom freisetzen. Wenngleich
diese Geräte bei der Behandlung von Tauch-
Notfällen hilfreich sind, sind sie nicht ideal.

a. Ihr Hauptnachteil ist, dass sie dem Pati-


enten nicht 100 % Sauerstoff liefern, da
sich der Sauerstoff mit Luft (zum Bei-
spiel der Ausatemluft des Patienten in
der Maske) mischt, bevor der Patient
ihn einatmet. Daher erhält der Patient
eine geringere Menge Sauerstoff. Auch
ist dieses System ziemlich verschwende-
risch.
b. Gleichwohl können kontinuierlich strö-
mende Systeme zusammen mit einer
Taschenmaske bei der künstlichen Beat-
mung eingesetzt werden, um dem Patien-
ten zusätzlichen Sauerstoff zu liefern.
4. Atmungsabhängige Geräte stellen für Rescue
Diver die beste Wahl zum Einsatz bei Tauch-
Notfällen dar.

2-17
a. Diese Geräte arbeiten mit einer atmungs-
abhängigen Vorrichtung, die ähnlich der
zweiten Stufe eines Lungenautomaten
funktioniert. Dies bedeutet, dass der
Patient bei jedem Atemzug nahezu 100 %
Sauerstoff atmet.
b. Die meisten atmungsabhängigen Geräte
verfügen über multifunktionale Druckmin-
derer, die auch so eingestellt werden
können, dass sie einen konstanten Sau-
erstoffstrom liefern. Dies ermöglicht es,
das Gerät bei einem nicht atmenden
Patienten zusammen mit einer Taschen-
maske zur künstlichen Beatmung zu ver-
wenden.
c. Aufgrund ihrer Effizienz und der flexiblen
Einsatzmöglichkeiten werden atmungsab-
hängige Geräte nachdrücklich für den Ein-
satz bei Tauch-Notfällen empfohlen.
E. Wie bestimmst du, wieviel Sauerstoff du mitneh-
men solltest?

1. Du solltest eine ausreichende Menge Sauer-


stoff mitführen, um den Patienten bis zum
Eintreffen des Rettungspersonals mit reinem
Sauerstoff versorgen zu können.
2. Wenn an entlegenen Plätzen getaucht wird,
mag das nicht immer möglich sein, jedoch
solltest du soviel Sauerstoff wie möglich
mitführen. (Besprich verschiedene Möglich-
keiten, wie zum Beispiel das REMO 2, Wenoll-
System oder Gerät von DAN, falls dies für
Situationen sinnvoll ist, denen deine Tauch-
schüler vielleicht ausgesetzt sein könnten.)
3. Erkundige dich auf Reisen nach den örtlichen
Vorschriften im Bezug auf das Mitführen und
Verabreichen von Sauerstoff an Patienten.

F. Auf welche beiden Arten lassen sich Tragen/


Liegebretter verwenden?

1. Tragen oder Liegebretter haben die nötige


feste Unterlage für Patienten mit Verdacht
auf Rückgratverletzungen. Wir werden in
ein paar Minuten, wenn wir über Erste-
Hilfe-Verfahren reden, die Wichtigkeit der

2-18
Immobilisierung von Patienten mit möglichen
Rückgratverletzungen besprechen.
2. So eine Trage kann für jeden Patienten, der
geschwächt ist oder liegen muss, verwendet
werden und erleichtert das Bewegen oder
Transportieren des Patienten.
3. Wenngleich es solche Tragen oder Liegebret-
ter auch zu kaufen gibt, können, falls nötig,
auch andere Objekte verwendet werden. Surf-
bretter, Türblätter, Tische usw. können bei
einem Notfall als behelfsmässige Tragen
dienen.

II. Erste-Hilfe-Verfahren

A. Welches sind die acht Schritte


der Erstuntersuchung?

1. Bei einem Unfall oder einer plötzlichen


Erkrankung ist es wichtig, zu wissen, was zu
tun ist, schnell zu handeln und den Patienten
zu versorgen, wobei die korrekte Reihenfolge
der Massnahmen zu beachten ist.
2. Die Durchführung einer Erstuntersuchung
ist bei allen lebensbedrohlichen Situationen
empfohlen. Die Erstuntersuchung ist eine
erste Abklärung zur Feststellung von ernsten
Zuständen, die bei einer verletzten oder kran-
ken Person eingetreten sein könnten.
3. Die einzelnen Schritte sind:

a. Beurteile die Situation - achte auf Gefah-


ren, die dich und den Patienten schädi-
gen könnten.
b. Bestimme die Bewusstseinsstufe des
Patienten
c. Wenn der Patient nicht reagiert, alar-
miere den Rettungsdienst
d. Öffne die Atemwege
e. Überprüfe die Atmung - wenn der Patient
nicht atmet, beginne mit der Atemspende
f. Überprüfe den Puls - falls der Patient
keinen Puls hat beginne mit
Herz-Lungen-Wiederbelebung

2-19
g. Untersuchung auf Blutungen - Wenn der
Patient atmet und Puls hat, stelle fest
ob eine ernste Blutung vorliegt, die unter
Kontrolle gebracht werden muss.
h. Schock-Behandlung - Die vorherigen
Schritte waren bereits ein Teil der
Schock-Behandlung.

4. Setze den Erste-Hilfe-Kreislauf fort, bis pro-


fessionelles medizinisches Notfallpersonal
den Patienten übernimmt.

B. Was sind „lebensrettende Sofortmassnahmen“?

1. Lebensrettende Sofortmassnahmen beinhal-


ten Notfallmassnahmen bei Aussetzen der
Atmung oder Versagen der Herztätigkeit. Aus-
setzen der Atmung oder Herzstillstand bedeu-
tet, dass dem Körper kein Sauerstoff mehr
zugeführt wird.

a. Lebensrettende Sofortmassnahmen
beinhalten die Atemspende mittels
Mund-zu-Taschenmaske, Mund-zu-Mund
oder anderer Methoden für einen nicht
atmenden Patienten.
b. Bei einem Patienten ohne Puls muss
eine künstliche Blutzirkulation mittels
äusserer Herzdruckmassage aufrechter-
halten werden.
c. Falls Atemspende und Herzdruckmas-
sage erforderlich sind, nennt man diese
kombinierte Technik Herz-Lungen-Wieder-
belebung (HLW).

2. Welche Rolle spielt der Faktor Zeit bei


lebensrettenden Sofortmassnahmen?

a. Da die Zeit bei lebensrettenden


Sofortmassnahmen einen entscheiden-
den Faktor darstellt, sollte mit ihnen
begonnen werden, sobald die Notwendig-
keit festgestellt wird. Ohne Sauerstoff
können Gehirnschäden bereits nach vier
bis sechs Minuten auftreten. Nach 6
Minuten ist eine Schädigung wahrschein-
lich und nach 10 Minuten nahezu sicher.

2-20
3. Wann immer lebensrettende Sofortmassnah-
men in dieser Art benötigt werden, muss der
Rettungsdienst verständigt werden.

C. Atemspende
(Falls möglich demonstriere die Techniken an
einer Beatmungspuppe.)

1. Welches sind die beiden Methoden, die


verwendet werden, um die Atemwege zu
öffnen?

a. Wenn der Patient während der Erstunter-


suchung nicht ansprechbar ist, müssen
die Atemwege geöffnet werden.
b. Der Kieferwinkelgriff wird durchgeführt,
indem der Unterkiefer des Patienten
angehoben wird, so dass die Zunge den
hinteren Bereich des Rachenraumes frei-
gibt. Diese Technik ist vorzuziehen, wenn
Hals oder Rückgratverletzungen vermutet
werden.
c. Die Methode durch Neigen des Kopfes
nach hinten und Anheben des Kinns wird
angewandt, indem der Kopf des Patien-
ten nach hinten geneigt wird, so dass
das Kinn direkt nach oben zeigt. Durch
ein leichtes Anheben des Kinns bewegt
sich die Zunge und gibt die Atemwege
frei. Diese Technik lässt sich sowohl an
Land als auch im Wasser anwenden und
wird daher gewöhnlich bei Tauch-Szena-
rien verwendet.

2. Wie überprüfst du bei geöffneten


Atemwegen die Atmung?

a. Generell sollte man einen atmenden


Patienten nicht beatmen, daher ist
es wichtig, die Atmung gewissenhaft
zu überprüfen. Nachdem die Atemwege
geöffnet sind wendet man die „Sehen,
Hören und Fühlen“ Methode an.
b. Schaue, ob sich die Brust des Patienten
hebt und senkt.

2-21
c. Höre, ob er atmet, indem du dein Ohr
dicht am Mund des Patienten hältst.
d. Fühle, ob du seine Ausatemluft an
deinem Ohr oder deinem Gesicht spürst.

3. Welches sind die richtigen Schritte und


Verfahren, die bei der Atemspende mittels
Mund-zu-Taschenmaske und Mund-zu-Mund
angewendet werden?

a. Wenn du feststellst, dass der Patient


nicht atmet, beginne unverzüglich mit
der Atemspende. Beginne mit zwei vollen
Beatmungen und danach fahre fort alle 5
Sekunden eine Beatmung zu geben.
b. Falls du eine Taschenmaske verwendest,
positioniere sie über Mund und Nase des
Patienten und halte sie an Ort und Stelle,
während du in das Röhrchen bläst.
c. Wenn du Mund-zu-Mund Beatmungen
durchführst, halte die Nase des Patien-
ten zu während du mit deinem Mund den
Mund des Patienten abdichtest und ihn
beatmest.

D. Herz-Lungen-Wiederbelebung
(Falls möglich demonstriere die Techniken an
einer Beatmungspuppe.)

1. Wie bereits besprochen, können lebens-


rettende Sofortmassnahmen, nämlich bei
einem Patienten ohne Puls, auch Herzdruck-
massagen beinhalten. Da es sehr schwierig
ist, im Wasser den Puls zu fühlen und
nahezu unmöglich, effektive Kompressionen
ohne feste Unterlage durchzuführen, kann
die Herz-Lungen-Wiederbelebung nicht begin-
nen, solange der Patient sich noch im
Wasser befindet.
2. Wie findest du den Carotispuls?

a. Die Überprüfung des Pulses erfolgt bei


der Erstuntersuchung nach der Überprü-
fung der Atmung. Gewöhnlich ist es am
besten, den Puls an den Carotis-Arterien
(den Halsschlagadern), den beiden gros-
sen Arterien, in denen das Blut vom
Herzen zum Gehirn fliesst, zu überprüfen.
2-22
b. Nachdem du zwei volle Beatmungen ver-
abreicht hast, lege drei Finger an den
Kehlkopf des Patienten und lasse sie auf
eine Seite des Halses gleiten. Mit ein
wenig Druck solltest du den Puls in der
Vertiefung zwischen Kehlkopf und Hals-
muskulatur fühlen können.
c. Ist dies nicht der Fall, so versuche es
auf der anderen Seite des Halses. Fühle
für einige Sekunden, um sicher sein zu
können.
d. Falls du keinen Puls finden kannst, ist
Herzdruckmassage erforderlich.

Anmerkung für die Tauchschüler - Wende an einer


Person mit Puls niemals Herzdruckmassage an, da dies
die normale Funktion des Herzens beeinträchtigt.

3. Wo plazierst du deine Hände und welche


Körperhaltung nimmst du bei der
Herz-Lungen-Wiederbelebung ein?

a. Um die Herzdruckmassage effektiv durch-


führen zu können, ist es wichtig, deine
Hände richtig zu positionieren und eine
korrekte Körperhaltung einzunehmen. Da
du zwischen Beatmungen und Kompres-
sionen wechseln wirst, musst du üben,
dich immer wieder richtig zu positionie-
ren.
b. Um die richtige Position zu finden:

1. Knie dich neben den Patienten, deine


Knie befinden sich dabei nahe an
seinem Brustkorb.
2. Fahre mit deinen Fingern an seinem
Brustkasten entlang nach oben bis
zum Brustbein.
3. Lege oberhalb dieses Punktes, in
Richtung Kopf des Patienten, zwei
Finger auf das Brustbein und plat-
ziere den Handballen deiner anderen
Hand daneben auf dem Brustbein.

2-23
4. Plaziere nun die erste Hand auf
der anderen Hand und lehne dich
über den Patienten, so dass sich
deine Schultern direkt über dem
Brustbein befinden. Die Arme sind
dabei getreckt.
5. Wende nun Kompressionen an,
indem du nach unten drückst. Dabei
bleiben die Arme gestreckt und die
Bewegung kommt aus der Hüfte.

4. Mit welcher Rate erfolgen bei HLW die Kom-


pressionen und in welchem Verhältnis erfol-
gen Kompressionen und Beatmungen?

a. Die korrekte Rate für die Kompressionen


liegt bei 80 bis 100 pro Minute.
b. Das Verhältnis Kompressionen zu Beat-
mungen ist 15:2

5. Fahre mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung


so lange fort, bis:

a. Der Puls des Patienten wieder einsetzt


b. Du von einer anderen qualifizierten
Person abgelöst wirst
c. Du physisch nicht mehr in der Lage bist,
weiterzumachen

6. Falls der Patient wieder zu sich kommt, setzt


die Erstuntersuchung fort, behandle ihn auf
Schock und bringe ihn zu einer medizinischen
Einrichtung.

E. Blockierte Atemwege

1. Wie entfernst du eine Blockierung aus den


Atemwegen eines bewusstlosen Patienten
und eines Patienten bei Bewusstsein, durch
Druckstösse in den Bauch?

a. Bei einem Patienten ohne Bewusstsein


wirst du eine Blockierung der Atemwege
wahrscheinlich dann entdecken, wenn du
versuchst, ihn zu beatmen. Ein Patient
bei Bewusstsein wird durch den Versuch
zu Husten auf eine Blockierung aufmerk-
sam machen.
2-24
b. In beiden Fällen sind Druckstösse in den
Bauch die bevorzugte Methode, um die
Atemwege zu öffnen. Druckstösse in den
Bauch komprimieren die in den Lungen
befindliche Luft und dies übt Druck auf
das steckengebliebene Objekt aus und
setzt es frei.
c. Bei einem Patienten ohne Bewusstsein:

1. Wenn bei der Atemspende keine Luft


eindringen kann, bringe den Kopf des
Patienten nochmals in die richtige
Lage und versuche eine weitere Beat-
mung. Wenn immer noch keine Luft
eindringen kann, gehe von blockier-
ten Atemwegen aus.
2. Setze dich rittlings knapp unterhalb
der Hüften auf den Patienten und
plaziere den Handballen einer Hand
auf dem Bauch, unterhalb der Rippen
und etwas oberhalb des Nabels.
3. Lege deine andere Hand auf die
erste und verabreiche dem Patienten
5 nach innen und oben gerichtete
Druckstösse.
4. Wird die Blockierung ausgestossen,
stoppe die Druckstösse. Falls nicht
ergreife Zunge und Unterkiefer des
Patienten und räume Mund und
Rachen des Patienten mittels einer
Hakenbewegung mit den Fingern
deiner anderen Hand aus, um die
Blockierung zu entfernen.
5. Wiederhole Beatmungen,
Druckstösse und das Ausräumen
des Mundes so oft wie nötig.

d. Bei einem Patienten, der bei Bewusst-


sein ist und würgt (keine Luft bekommt):

1. Stelle dich hinter den Patienten und


lege deine Arme um seine Taille.

2-25
2. Mache mit einer Hand eine Faust und
lege sie mit dem Daumen nach innen
auf den Bauch des Patienten - unter-
halb der Rippen und etwas oberhalb
des Nabels.
3. Lege deine andere Hand auf die
Faust und drücke schnell nach innen
und oben.
4. Wiederhole dies so oft wie nötig um
die Blockierung zu lösen.

Anmerkung für die Tauchschüler: Praktiziere niemals


Druckstösse an einer Person, die nicht tatsächlich blok-
kierte Atemwege hat (tatsächlich überhaupt keine Luft
mehr bekommt).

F. Blutungen

1. Der menschliche Körper kann zwar einen


gewissen Blutverlust kompensieren aber
übermässiges Bluten verringert die Sauer-
stoffmenge, die in die Körpergewebe trans-
portiert wird. Die Kontrolle starker Blutungen
ist ein kritischer Faktor für den Erhalt des
Lebens. Daher kommt dieser Schritt unmittel-
bar nach der Überprüfung von Atmung und
Puls.
2. Wie beschreibst du den Unterschied zwi-
schen einer arteriellen und einer venösen
Blutung?

a. Eine arterielle Blutung erfolgt bei der


Verletzung eines Blutgefässes, das vom
Herzen zu den Geweben führt. Sie ist
charakterisiert durch hellrotes Blut, das
ruckweise aus der Wunde schiesst.
b. Eine venöse Blutung erfolgt bei der Ver-
letzung eines Blutgefässes, das von den
Geweben zum Herzen führt. Sie ist cha-
rakterisiert durch dunkelrotes Blut, das
stetig und gleichmässig aus der Wunde
fliesst.

2-26
Anmerkung für die Tauchschüler: VORSICHT - Der Kon-
takt oder Umgang mit Blut oder Körperflüssigkeit kann
gefährlich für deine Gesundheit sein. Trage Latexhand-
schuhe und verwende Schutzmaterialien.

3. Welches ist der erste Schritt, den du ergrei-


fen solltest, um eine starke Blutung unter
Kontrolle zu bringen?

a. Nachdem du die Erstuntersuchung durch-


geführt und eine starke Blutung entdeckt
hast, besteht der erste Schritt darin,
direkten Druck auf die Wunde auszu-
üben.
b. Verwende eine sterile Wundauflage, falls
verfügbar - falls nicht, zögere nicht - nimm
was immer dir zur Verfügung steht.
c. Wenn du eine Wundauflage angebracht
hast, entferne sie nicht mehr. Lege wei-
tere Abdeckungen auf durchgeblutete,
falls erforderlich.

4. Was ist eine Abdrückstelle?

a. Wenn direkter Druck die Blutung aus


einer Wunde an einem Arm oder Bein
nicht aufhalten kann, verwende eine
Abdrückstelle.
b. Abdrückstellen sind Stellen, wo eine Arte-
rie dicht unter der Haut über einem
Knochen liegt. Dies ermöglicht es dir,
den Blutfluss zu unterbrechen, indem du
Druck auf die Arterie ausübst. (Zeige die
verschiedenen Abdrückstellen)

5. Wie beeinflusst die Tiefe die scheinbare


Farbe des Blutes?

a. Blutungen sind unter Wasser nicht immer


leicht zu erkennen, da Blut im flachen
Wasser bräunlich und in Tiefen unter 9
Metern grün erscheint.

G. Schock

2-27
1. Schock ist ein Zustand, bei dem eine
akute Störung lebenswichtiger Prozesse im
Körper eingetreten ist. Schwerer, anhaltender
Schock ist ein kritischer Zustand, der blei-
bende Auswirkungen haben und sogar zum
Tod führen kann.
2. Welches sind die sieben Anzeichen und
Symptome eines Schocks?

a. Ein Anzeichen: Etwas, das du durch


Sehen, Hören und Fühlen an einem Pati-
enten beobachten kannst. Ein Symptom:
Etwas, was dir der Patient beschreibt.
b. Anzeichen und Symptome von Schock
können beinhalten:

1. Flache Atmung, angestrengtes nach-Luft-


Ringen, geräuschvolles Ein- und Ausatmen.
2. Blasse Gewebefarbe
3. Feuchtkalte, klebrige Haut
4. Rascher, schwacher Puls
5. Unruhe und Angstgefühle
6. Übelkeit, Erbrechen und Durst
7. Verwirrung.
3. Wie ist das Vorgehen bei der Behandlung
von Schock?

a. Schockbehandlung beginnt mit den


Schritten der Erstuntersuchung
b. Halte die Körpertemperatur aufrecht
c. Sorge dafür, dass der Patient liegen
bleibt
d. Hebe die Beine 20 bis 30 Zentimeter
an, ausser bei Kopf- und/ oder Brust-
verletzungen, Herzproblemen, Schlagan-
fall oder Knochenbrüchen
e. Gib nichts zu Essen oder zu Trinken

f. Rufe medizinische Notfallhilfe


g. Halte den Versorgungskreislauf aufrecht
H. Führe die Zweituntersuchung durch

2-28
1. Wie ist das Vorgehen bei der Durchführung
einer Zweituntersuchung bei einem reagie-
renden, kranken oder verletztem Patienten?

a. Die Zweituntersuchung wird an einem


Patienten durchgeführt, der bei Bewusst-
sein ist und bei dem die Erstun-
tersuchung ergeben hat, dass keine
lebensbedrohenden Zustände
vorherrschen.
(Erkläre, dass man im Medic First Aid
Kurs lernt, wie eine Zweituntersuchung
durchgeführt wird.)
b. Folge bei der Zweituntersuchung diesen
Richtlinien:
1. Gib Personen, die sich in der Nähe
aufhalten, falls nötig, Anweisungen,
um den örtlichen Rettungsdienst zu
alarmieren.
2. Belasse den Patienten in der Posi-
tion, in der er vorgefunden wurde
und fordere ihn auf, sich nicht zu
bewegen solange dies nicht unbe-
dingt erforderlich ist.
3. Untersuche den Patienten von Kopf
bis Fuss. Fordere den Patienten auf,
dir die Stellen anzuzeigen, die bei
Berührung schmerzen. Achte auch
auf Deformierung, Flüssigkeitsaus-
tritt, Feuchtigkeit oder Reaktion auf
Schmerz.
4. Beginne mit der Versorgung aller Ver-
letzungen, die du während der Zweit-
untersuchung festgestellt hast.
5. Überwache nach der Zweituntersu-
chung den Patienten aufmerksam,
fahre mit der Behandlung gegen
Schock fort, bis medizinisch geschul-
tes Personal eintrifft.

2-29
2. Wie immobilisierst du eine vermutete
Genick- oder Rückgratverletzung?

a. Wenn du eine Genickverletzung ent-


deckst, beende die Zweituntersuchung
und fixiere Kopf und Nacken.

1. Verwende eine Trage/ ein Liegebrett,


falls vorhanden oder improvisiere
eine Trage, um den Kopf des Pati-
enten zu fixieren und den Patienten
ruhig zu halten.
2. Wenn keine Hilfsmittel zur Verfügung
stehen halte den Kopf des Patienten
in seiner Position bis Hilfe eintrifft.

b. Wenn der Patient bewegt werden muss,


achte darauf, dass Kopf und Körper als
eine Einheit gedreht werden.
c. Obwohl Genick- und Rückgratverlet-
zungen beim Tauchen zwar selten
sind, können aufgrund von Brandung,
schlingernden Schiffen oder schlüpfrigen
Felsen vorkommen.

I. Probleme mit Wärme und Kälte

1. Was sind die Unterschiede zwischen Hit-


zeerschöpfung und Hitzschlag und wie
werden beide behandelt?

a. Hitzeerschöpfung tritt auf, wenn die Auf-


nahme von Flüssigkeit nicht ausreicht
um den Flüssigkeitsverlust durch
Schwitzen auszugleichen.
(Besprich, was in der örtlichen Gegend zu
Hitzeerschöpfung führen könnte)
b. Anzeichen und Symptome beinhalten:

1. Kalte und feuchte Haut, dabei kann


die Körpertemperatur jedoch normal
sein
2. Übelkeit, Verwirrung, Schwäche oder
Ohnmacht

2-30
3. Schneller Puls

c. Die Behandlung für Hitzeerschöpfung


umfasst:

1. Erstuntersuchung
2. Bringe den Patienten an einen kühlen
Ort und nimm ihm den Tauchanzug
ab
3. Fordere ihn auf, sich hinzulegen
4. Wenn er ansprechbar ist, lasse ihn
Wasser trinken
5. Falls die Körpertemperatur erhöht
ist, bringe ihn zu einer medizinischen
Einrichtung

2. Ein Hitzschlag tritt auf, wenn der Körper


einer grösseren Hitze ausgesetzt ist, als
er verkraften kann und der normale
Mechanismus, sich der überschüssigen
Wärme zu entledigen, unterbrochen ist.
Dies ist ein lebensbedrohender Notfall.
(Besprich, wodurch in der örtlichen Gegend
Hitzschlag verursacht werden könnte.)

a. Anzeichen und Symptome beinhalten:

1. Heisse, trockene, gerötete Haut


2. Kein Schwitzen mehr, obwohl auf
der Haut noch Schweiss vom frühe-
ren Schwitzen zurückgeblieben sein
könnte.
3. Die Körpertemperatur kann auf 39
Grad oder höher ansteigen.
4. Der Puls ist erst stark und schnell,
fällt aber ab wenn der Patient das
Bewusstsein verliert.
5. Plötzliche Krämpfe oder Bewusstlo-
sigkeit können auftreten

b. Die Behandlung für Hitzschlag umfasst:

1. Erstuntersuchung

2-31
2. Senke sofort und schnell die Kör-
pertemperatur des Patienten - bringe
ihn an einen kühlen Ort, ziehe ihm
den Tauchanzug aus, decke ihn mit
nassen Tüchern ab oder lege ihn in
kühles Wasser
3. Fahre mit dem Erste-Hilfe-Kreislauf
fort. Überwache die Körpertempera-
tur und sorge für ärztliche Hilfe.

3. Welches sind sieben Anzeichen und Sym-


ptome von Unterkühlung (Hypothermie)?

a. Unterkühlung tritt ein, wenn die


Körperkerntemperatur durch
ungenügenden Kälteschutz (z.B. durch
ungeeineten Tauchanzug) absinkt.
(Besprich, wodurch in der örtlichen
Gegend Hypothermie verursacht werden
könnte.)
b. Anzeichen und Symptome beinhalten:

1. Leichtes Zittern, taubes Gefühl,


Blaufärbung
2. Mittel bis schwer - Verlust der Koor-
dinationsfähigkeit, Schwäche, Verwir-
rung, Bewusstlosigkeit

c. Wie ist das geeignete Vorgehen für das


Aufwärmen eines Patienten mit einer
Unterkühlung?

1. Erstuntersuchung
2. Wenn der Patient bei Bewusstsein
ist, bringe ihn aus der kalten Umge-
bung, ziehe ihm den Tauchanzug aus
und reibe ihn trocken. Umhülle den
Kopf des Patienten und erwärme
Nacken, Achselhöhlen und Leistenge-
gend.
3. Patienten mit starken Unterkühlungs-
anzeichen müssen im Krankenhaus
behandelt werden. Verhindere weite-
ren Wärmeverlust und behandle den
Patienten vorsichtig, bis er vom Not-
fallpersonal übernommen wird.

2-32
J. Ernste Verletzungen durch aquatische Lebewe-
sen
1. Was sind drei Arten von Verletzungen durch
aquatische Lebewesen?

a. Bisse
b. Abschürfungen, Schnitte, Einstiche
c. Stiche und Giftwunden

2. Welche fünf Anzeichen und Symptome


weisen auf eine Verletzung durch giftige
aquatische Lebewesen hin?

a. Wenngleich schwere Fälle selten sind,


so können giftige aquatische Lebewesen
für Taucher eine ganze Reihe von Pro-
blemen verursachen. Die Anzeichen und
Symptome der Verletzungen sind spezi-
fisch für das beteiligte Lebewesen, im
allgemeinen jedoch beinhalten sie:

1. Qualvolle Schmerzen
2. Örtliche Schwellung, Entzündung
oder Striemen
3. Schwäche, Übelkeit, Verwirrung und
Schock
4. Sich ausbreitendes Taubheitsgefühl,
Lähmungserscheinungen und
Krämpfe
5. Bewusstlosigkeit, Atem- oder Herz-
stillstand
3. Welches sind in der Region gebräuchliche
Behandlungen für Verletzungen durch aqua-
tische Lebewesen? (Besprich spezifische
Behandlungsmethoden für die örtliche
Gegend)

a. Erstuntersuchung
b. Entferne alle Fremdkörper aus der Wunde
- Stacheln, Tentakel etc.
c. Tauche die betroffene Stelle für 30 bis
90 Minuten in heisses Wasser (43°C bis
49°C)

2-33
d. Falls sich die Verletzung an einem Arm
oder einem Bein befindet, sollte die
betroffene Stelle unterhalb Herzniveau
gelagert werden.
e. Behandle auf Schock.
f. Fahre mit dem Erste-Hilfe-Kreislauf fort
und bringe den Patienten schnellstmög-
lich in ärztliche Versorgung.

Anmerkung für die Tauchschüler - Verwende zum Entfer-


nen von Tentakeln oder Stacheln nicht die ungeschützten
Hände. Verwenden eine Pinzette, Zange oder ähnliches
oder spüle die Wunde mit Wasser.

K. Beinahe Ertrinken

1. Was ist der Unterschied zwischen „Ertrin-


ken“ und „Beinahe-Ertrinken“?

a. Ein ertrunkenes Opfer ist eine Person,


die unter Wasser erstickt und nicht wie-
derbelebt werden kann. Beinahe-Ertrin-
ken tritt auf, wenn ein Taucher unter
Wasser erstickt, dann aber wiederbelebt
wird.
b. Ein Beinahe-ertrunkenes Opfer kann
kann Husten, Kurzatmigkeit, rasches
Atmen, Blaufärbung der Lippen (Cya-
nose), Krämpfe, Bewusstlosigkeit, schau-
migen Auswurf sowie Herzstillstand
aufweisen.
c. Beginne, unabhängig von der Zeit, die
das Opfer schon untergetaucht war,
sofort mit den Erste-Hilfe-Massnahmen.
2. Was ist die primäre Erste Hilfe bei
Beinahe-Ertrinken?

a. Erstuntersuchung
b. Wenn der Patient nicht atmet, beginne
mit der Atemspende
c. Wenn der Patient atmet, verabreiche ihm
Sauerstoff

2-34
d. Behandle auf Schock und führe den
Erste-Hilfe-Kreislauf fort
e. Transportiere den Patienten sobald als
möglich zur nächsten medizinischen Ein-
richtung - auch dann, wenn er wiederbe-
lebt werden konnte.

Anmerkung für die Tauchschüler - Medizinische Behand-


lung nach einem Beinahe-Ertrinken-Unfall ist erforderlich,
da Wasser in die Lungen des Patienten eingedrungen
sein könnte. Ohne Behandlung kann dies Schäden verur-
sachen und die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen,
Sauerstoff aufzunehmen. Die daraus entstehenden Kom-
plikationen können zum Tode führen.

L. Barotrauma (Druckverletzungen)

1. Wenn es ein Taucher nicht schafft, den


Druck in einem luftgefüllten Hohlraum seines
Körpers auszugleichen, können unabhängig
davon, ob dies beim Aufstieg oder beim
Abstieg passiert, Komplikationen und Druck-
verletzungen (Barotraumata) auftreten.
2. Wenn man vergisst oder nicht dazu in der
Lage ist, beim Abstieg den Hohlräumen
der Ohren und der Maske sowie dem Trok-
kentauchanzug Luft hinzuzufügen, kann dies
ein Barotrauma respektive Squeeze verursa-
chen.
a. Ein Barotrauma respektive Squeeze
kann vom Taucher vermieden werden,
indem er kontrolliert abtaucht und die
korrekten Druckausgleichstechniken ver-
wendet, um seinen luftgefüllten Hohlräu-
men Luft hinzuzufügen.
(Besprich kurz Druckausgleich für Ohren,
Nebenhöhlen, Maske und Trocken-
tauchanzug, falls angebracht.)
b. Taucher sollten es vermeiden zu tauchen,
wenn die Atemwege aufgrund einer Erkäl-
tung oder einer Allergie nicht frei sind.
Bei Verwendung eines Trockentauchan-
zuges sollte ein Ausrüstungs-Check vor
dem Tauchen durchgeführt werden, um
sicher zu sein, dass der Lufteinlass des
Anzuges funktioniert.

2-35
c. Wenn du einen Taucher bemerkst,
der beim Druckausgleich Schwierigkeiten
hat, solltest du ihn dazu bringen zu stop-
pen oder wieder etwas aufzutauchen, bis
er den Druck ausgleichen kann, ehe er
weiter abtaucht.
d. Wenn du einen Taucher bemerkst, der
eine Verletzung durch ein Druckaus-
gleichsproblem erlitten hat, solltest du
ihm anraten, seine Tauchaktivitäten zu
stoppen, ihn mit den notwendigen Erste-
Hilfe Massnahmen versorgen und ihn zu
einem Arzt schicken.

3. Wenn sich während des Aufstiegs der Druck


in luftgefüllten Hohlräumen des Körpers, wie
Ohren oder Nebenhöhlen, nicht dem Umge-
bungsdruck anpasst, kann eine Umkehrblok-
kierung entstehen.

a. Die Ausdehnung der eingeschlossenen


Luft kann zu Überdruckverletzungen
führen, die sehr ernst sein können.
(Erkläre, dass du Lungenüberdehnungs-
verletzungen im nächsten Abschnitt
besprechen wirst.)
b. Um eine Druckverletzung während des
Aufstiegs zu vermeiden, sollten Taucher
langsam auftauchen, dabei normal
atmen und es vermeiden zu tauchen,
wenn die Atemwege nicht frei sind.
c. Wenn du einen Taucher bemerkst, der
an einer Umkehrblockierung leidet, halte
ihn dazu an, zu stoppen oder wieder ein
wenig abzutauchen, um den Druck zu ver-
ringern und danach langsamer zur Ober-
fläche aufzutauchen.

M. Dekompressions-Erkrankung

1. Was versteht man unter


Dekompressions-Erkrankung?

a. Als Rescue Diver ist es notwendig, dass


du die Unterschiede zwischen Dekom-
pressions-Krankheit und Lungenüberdeh-
nungsverletzungen verstehst. Jedoch ist

2-36
es bei einem Unfall oft schwierig, zwi-
schen beiden zu unterscheiden, da sich
die Anzeichen und Symptome sehr ähn-
lich sind.
b. Man verwendet den Begriff „Dekom-
pressions-Erkrankung“, um damit sowohl
Dekompressions-Krankheit als auch
Lungenüberdehnungsverletzungen zu
umschreiben. Da die Notfallverfahren in
beiden Fällen identisch sind, ist keine
spezielle Diagnose nötig.

2. Welches ist die häufigste Ursache von


Lungenüberdehnungsverletzungen?

a. Lungenüberdehnungsverletzungen treten
auf, wenn man beim Gerätetauchen wäh-
rend des Auftauchens den Atem anhält
oder wenn Luft in einem Teil der Lunge
während des Auftauchens eingeschlos-
sen bleibt.
b. Die richtige Atemtechnik und eine gute
körperliche Verfassung sind der Schlüs-
sel zur Vermeidung von Problemen.
Ebenso ist die Kontrolle des Luftvorrates
wichtig, um panikartige ohne-Luft-Auf-
stiege zu vermeiden.

3. Welches sind die Unterschiede zwischen


Luftembolie, Mediastinal-Emphysem, Unter-
hautemphysem (Subcutan-Emphysem) und
Pneumothorax?

a. Die Luftembolie ist die schwerste Lun-


genüberdehnungsverletzung. Sie tritt ein,
wenn die sich ausdehnende Luft in
die Blutgefässe eindringt, welche die
Lunge umgeben, und Blasen im Blut-
strom bildet. Diese Blasen können sich
in den Körpergeweben festsetzen und
den Blutfluss blockieren. Blasen, die den
Blutfluss zum Gehirn behindern, rufen
Symptome ähnlich denen eines Schlag-
anfalls hervor.

2-37
b. Ein Mediastinal-Emphysem tritt ein, wenn
die sich ausdehnende Luft innerhalb der
Brusthöhle zwischen den Lungenflügeln
eingeschlossen wird und dort Schmerzen
und Atemprobleme verursacht.
c. Ein Unterhaut-Emphysem tritt ein, wenn
die sich ausdehnende Luft nach oben
wandert und unter der Haut in der
Gegend um Hals und Schlüsselbein ein-
geschlossen wird.
d. Pneumothorax ist ein teilweise oder voll-
ständiges Zusammenfallen der Lunge. Er
wird hervorgerufen durch Luft, die in die
Brusthöhle eingedrungen ist, sich aus-
dehnt und Druck auf die Lungen ausübt.

4. Was sind die typischen Unterschiede zwi-


schen Luftembolie und Dekompressions-
Krankheit? (Besprich die Tabelle „Vergleich
der Symptome“ im PADI Rescue Diver
Manual und auf dem entsprechenden Lesson
Guide)
5. Was ist die erste Hilfe bei
einer Dekompressions-Erkrankung?

a. Beginne immer mit der Erstuntersu-


chung.
b. Ermutige einen reagierenden Patienten,
sich hinzulegen und sich zu entspannen.
c. Wenn möglich, stelle dem Patienten
Fragen, und notiere die Antworten mittels
der PADI Unfall-Management-Arbeitstafel.
(Besprich die Tafel mit den Tauchschü-
lern.)
d. Lasse einen atmenden Patienten Sauer-
stoff atmen. Wie verabreichst du einem
reagierendem bzw. einem nicht-reagie-
renden Patienten Sauerstoff?

1. Wenn du ein Sauerstoffgerät mit


atmungsabhängigem Ventil verwen-
dest, setze dem Patienten die Maske
auf das Gesicht und halte ihn dazu
an, normal zu atmen.

2-38
2. Falls du einen nicht atmenden Pati-
enten mittels einer Taschenmaske
beatmest, verbinde die Sauerstofflei-
tung mit dem Einlassventil und stelle
den Druckminderer des Sauerstoff-
gerätes auf einen kontinuierlichen
Strom ein.

e. Schütze den Patienten vor übermässiger


Hitze oder Kälte - behandle auf Schock.
f. Bereite alles für einen unmittelbaren
Abtransport und medizinische Hilfe vor.

6. Warum sollte ein Patient mit einer Dekom-


pressions-Erkrankung eine liegende Position
einnehmen?

a. Vergangene Erfahrungen haben gezeigt,


dass sich bei manchen Patienten die
Symptome verschlechtert haben, nach-
dem sie sich aufgesetzt hatten.

Anmerkung für die Tauchschüler - Rekompression bei


Tauchern mit Dekompressionskranheit sollte niemals im
Wasser versucht werden. Dies kann die Situation wesent-
lich verschlimmern, medizinische Hilfe verzögern und die
Sicherheit anderer Taucher gefährden.

Zusammenfassung
(Beantworte Fragen der Tauchschüler - besprich die Wiederholungs-
fragen (wenn nicht bereits geschehen). Weise auf das Selbsstu-
dium zur nächsten Theorie-Präsentation hin)

2-39
Drei
Thema: Notfall-Management
Dieser Teil behandelt Verhinderung von Problemen, Erkennung von
Problemen sowie Rettungs-Management Fertigkeiten für Situatio-
nen, denen die Taucher an den örtlichen Tauchplätzen vielleicht
begegnen könnten. Betone die Wichtigkeit der Bereitschaft des Ret-
ters, was auch die Ausarbeitung eines Notfallplans beinhaltet. Falls
möglich zeige den Tauchschülern fertige Notfallpläne als Beispiele.
Erkläre den Tauchschülern, dass sie die praktische Anwendung
dieser Informationen während der Freiwasser-Trainings-Einheiten
üben werden. Halte die Tauchschüler auch dazu an, ihre Fertigkei-
ten nach der Brevetierung frisch zu halten, indem sie an Rescue
Workshops oder praktischen Übungseinheiten teilnehmen.
Es wird empfohlen, dass die Tauchschüler Teil Drei des PADI
Rescue Diver Manuals lesen und die Wiederholungsfragen beant-
worten, bevor sie zu deiner Präsentation erscheinen.

Präsentation

Überblick und Lernziele

I. Bereitschaft

1. Was kannst du tun, um bereit zu sein, einen


Notfall zu managen?
2. Welche Überlegungen und Vorgänge hängen mit
der Erstellung eines Notfallplans für einen Unfall
in der örtlichen Umgebung zusammen?

II. Managen eines Notfalls

3. Welches sind die beiden möglichen Rollen, die


ein Rescue Diver am Unfallort übernehmen
kann?
4. Was sind die grundlegenden Schritte beim Not-
fall-Management?

Ausarbeitung

I. Bereitschaft

A. Was kannst du tun, um bereit zu sein, einen


Notfall zu managen?

1. Vorbereitung, oder Bereitschaft, ist der


Schlüssel zu rascher und effektiver Handha-
bung eines Notfalls. Als Rescue Diver soll-
test du bedenken, dass deine persönliche

2-40
Bereitschaft einer ganzen Reihe von Heraus-
forderungen gegenüber stehen kann. Dies
kann beinhalten:

a. Halte deine körperliche Fitness aufrecht.


In Form zu bleiben stellt sicher, dass
du die Ausdauer und Kraft haben wirst,
um anderen helfen zu können, falls dies
nötig ist.
b. Nimm regelmässig an Ausbildung und
Training teil. Wenn du deine Fertigkeiten
up-to-date hältst, wirst du sie schnell und
sicher ausführen können, falls du sie
brauchst.
c. Habe die richtige Einstellung. Wenn du
dich darauf einstellst, den Verfahren für
sicheres Tauchen zu folgen und auf
andere Taucher zu achten, wirst du
besser auf die Handhabung von Notfäl-
len vorbereitet sein, wenn sie auftreten.
Gedankliches Durchspielen und Visuali-
sierung helfen dabei, dich auf rasches
und sicheres Handeln vorzubereiten.

B. Bereitschaft der Ausrüstung

1. Zusätzlich zu Erste-Hilfe-Ausrüstung und Sau-


erstoff gibt es weitere Ausrüstungsgegen-
stände, die dir helfen können, einen Notfall
zu managen. (Besprich die Liste in Teil Drei
des PADI Rescue Diver Manuals.)

a. In Abhängigkeit von der Örtlichkeit, der


Anzahl der Taucher und der Erreichbar-
keit des Rettungssystems, kann es dir
dabei helfen, in einer Rettungssituation
effizienter zu handeln, wenn du einige
oder alle dieser Ausrüstungsgegenstände
bereit hast.
b. Du wirst sehen, dass du improvisieren
oder bestimmte Ausrüstungsteile erset-
zen kannst, falls es nötig ist. Zum Bei-
spiel kannst du ein Surfbrett als Trage
verwenden. Sei einfallsreich.

2-41
c. Die Handhabung der vorhandenen Ausrü-
stung zu kennen ist ebenso wichtig, wie
dass man sie dabei hat. Falls du dir
unsicher bist, lasse dir die Handhabung
zeigen, bevor du sie brauchst.
C. Informationsbereitschaft
1. Welche Überlegungen und Vorgänge hängen
mit der Erstellung eines Notfallplans für
einen Unfall in der örtlichen Umgebung
zusammen?
a. In Gegenden, wo ein Rettungsdienst
verfügbar ist, sind die meisten Leute
mit den Notfall-Telefonnummern vertraut,
zum Beispiel 911 (In den USA Koor-
dinationsnummer für Notarzt, Feuerwehr
und Polizei; in Deutschland ist dies
die Nummer 112, in Österreich die
Nummer 144 und in der Schweiz die
Nummer 117). Trotzdem ist es eine gute
Idee, die örtlichen Notfall-Kontaktinfor-
mationen aufzuschreiben und am Tauch-
platz leicht zugänglich zur Verfügung
zu haben. Deine PADI Unfall-Manage-
ment-Arbeitstafel kann hierfür als fertige
Referenz dienen. (Besprich die örtlichen
Kontaktinformationen.)
b. Falls Divers Alert Network (DAN) oder
Diving Emergency Services (DES) in
deiner Region ihren Service anbieten,
solltest du auch diese Telefonnummern
parat haben (Siehe auch Tabelle im PADI
Rescue Diver Manual)
1. Die DAN Zentrale befindet sich
im Duke University Medical Center.
Die Rufnummer für Tauchnotfälle
ist: ++1-919-8111, die allgemeine
Rufnummer ist: ++1-919-2948.
++41-1-1414 REGA Schweiz - Zentral-
nummer für DAN Europe.
2. Diving Emergency Services (DES) -
Rufnummer in Australien: ++61-3-
9563-1151 oder ++1-800-088-200;
die Faxnummer ist:
++61-3-9563-1139; die Rufnummer
für ausserhalb von Australien ist:
++61-8-373-5312.
2-42
c. Insbesondere bei neuen Tauchplätzen
oder beim Tauchen in abgelegenen
Gegenden ist ein Notfallplan besonders
wichtig.
(Erkläre den Tauchschülern, dass von
Divemaster-Kandidaten im Rahmen ihres
Kurses erwartet wird, dass sie Notfall-
pläne von örtlichen Tauchplätzen anferti-
gen. Als Vorbereitung auf den Divemaster
Kurs können sie schon jetzt Erfahrung
darin sammeln, solche Pläne anzuferti-
gen.)

II. Managen eines Notfalls

A. Welches sind die beiden möglichen Rollen, die


ein Rescue Diver am Unfallort übernehmen
kann?

1. Man kann niemals wissen, wann und wo ein


Tauchnotfall passieren wird. Insofern kann
deine Rolle als Rescue Diver beträchtlich
variieren - je nach dem wer sonst noch anwe-
send ist und welche Hilfsmittel zur Verfügung
stehen.

a. Wenn eine qualifiziertere Person anwe-


send ist, wie zum Beispiel ein Instructor
oder ein Divemaster, wird deine Rolle
mehr die eines qualifizierten Rettungs-
Assistenten sein.
b. Bist du der am besten qualifizierte anwe-
sende Taucher, wirst du vielleicht die
Rettung als Notfall-Manager am Unfallort
koordinieren.
B. Was sind die grundlegenden Schritte beim Not-
fall-Management?
1. Wie bereits besprochen, ist Bereitschaft der
Schlüssel zum Umgang mit Notfällen. Dies
beinhaltet auch, zu antizipieren (vorauszuah-
nen), welche Probleme wann und wo am
wahrscheinlichsten auftreten könnten und
dann Pläne zu entwickeln, wie diese Situatio-
nen gehandhabt werden können. Gefahren
zu identifizieren kann dabei helfen, Proble-
men vorzubeugen (Prävention) oder besser
auf den Umgang mit jenen Problemen vorbe-
reitet zu sein, die trotzdem auftreten.

2-43
vorzubeugen (Prävention) oder besser auf
den Umgang mit jenen Problemen vorbereitet
zu sein, die trotzdem auftreten.
2. Wenn du mit einem Notfall konfrontiert bist,
ist der erste Schritt, die Situation zu beurtei-
len.

a. Folge dem Muster Stoppen - Atmen


- Nachdenken - Handeln. Stoppe und
betrachte die Situation - wer ist beteiligt,
wo passiert es, welche Hilfen stehen
dir zur Verfügung? Überlege dir dann die
beste Lösung und beginne mit der Aus-
führung deines Plans.
b. Da jeder Notfall anders ist, musst du
flexibel handeln und dich an ändernde
Faktoren anpassen.

3. Der nächste Schritt besteht darin, deinen


Plan auszuführen.

a. Wenn du die Rolle des Notfall-Managers


einnimmst, musst du die Verantwortung
übernehmen und umgehend deinen
Handlungsplan in die Tat umsetzen.
b. Wenn du einem besser qualifizierten Tau-
cher assistierst, führe die entsprechen-
den Aufgaben aus.

4. Es gibt viele Aufgaben, die nicht deine


persönliche Aufmerksamkeit erfordern. Falls
möglich, delegiere Aufgaben oder übertrage
Verantwortungen auf andere Taucher oder
unbeteiligte Personen, die sich in der Nähe
aufhalten. Dies kann beinhalten:

a. Den Rettungsdienst zu verständigen


b. Anderen Rettern zu assistieren
c. Das Opfer zu beobachten oder Retter
zu dirigieren, die sich bereits im Wasser
befinden
d. Notizen zu machen
e. Alle Taucher zu erfassen, die nicht an der
Rettung beteiligt sind

2-44
f. Schaulustige unter Kontrolle zu halten

5. Die Versorgung der Verletzungen ist der näch-


ste Schritt, nachdem der Patient aus dem
Wasser gebracht wurde.

a. Wie bereits besprochen, beginnt die


Erste Hilfe mit der Erstuntersuchung und
wird, sofern keine lebensbedrohenden
Zustände entdeckt wurden, mit der Zweit-
untersuchung fortgesetzt.
b. Bei ernsteren Unfällen musst du viel-
leicht lebensrettende Sofortmassnah-
men ergreifen und weitere Erste-Hilfe
leisten, bis du von medizinischem Notfall-
personal abgelöst wirst.

6. Falls genügend Personen für die Hilfeleistun-


gen vorhanden sind, ist die wichtigste Auf-
gabe des Rescue Divers, die Aktivitäten zu
koordinieren oder Leitung und Kontrolle am
Unfallort zu übernehmen. Dies kann beinhal-
ten:
a. Das Sanitätspersonal mit allen wichtigen
Informationen über den Patienten und
den Unfall zu versorgen. Die Unfall-Man-
gement-Arbeitstafel ist für diesen Zweck
gedacht.
b. Kontaktinformationen aller Personen zu
notieren, die bei der Rettung mitgewirkt
oder den Unfall beobachtet haben.
c. Zu organisieren, dass die Familie des
Patienten benachrichtigt wird.
d. Den örtlichen Behörden einen Bericht
über den Vorfall zu liefern, falls erforder-
lich.

7. Bei ernsteren Tauchunfällen musst du viel-


leicht die Evakuierung des Patienten vorberei-
ten.

a. Selbst wenn du vermutest, dass der Pati-


ent eine Behandlung in einer Rekom-
pressionskammer benötigen wird, ist
es wichtig, ihn zur nächsten medizini-
schen Einrichtung zu transportieren. Tau-
chunfallpatienten brauchen medizinische

2-45
Stabilisierung und Versorgung vor und
während der Druckkammerbehandlung.
b. Informiere, falls nötig, das Rettungsper-
sonal, wie bei einem Tauchunfall zu ver-
fahren ist, so dass die Umstände der
Verletzung/ Erkrankung und die Anfor-
derungen der Versorgung verstanden
werden.

8. Es gibt spezielle Verfahren, die bei einer Eva-


kuierung mittels eines Helikopters zu beach-
ten sind. (Lasse die Tauchschüler in ihren
Rescue Diver Manuals mitlesen, während du
diese Verfahren besprichst.)

a. Direkte Kommunikation zwischen Boden-


personal und Helikopter ist erforderlich.
b. Der Pilot des Helikopters wird den
Bootsführer bzw. das Personal am
Boden bezüglich Richtung, Geschwindig-
keit, Räumung des Landeplatzes usw.
dirigieren.
c. Verstaue oder sichere Objekte, die den
Helikopter behindern könnten.
d. Bereite den Patienten nach Anweisung
vor - mit einer Auftriebshilfe, dem Sauer-
stoffgerät, usw.
e. Berühre oder ergreife die Leine/ die
Korbtrage nicht, bevor sie den Boden
berührt hat.
f. Lege den Patienten so rasch wie möglich
in die Trage.
g. Nähere dich einem Helikopter niemals
von hinten. Warte grundsätzlich die
Anweisungen des Piloten oder der Crew
ab.

Zusammenfassung
(Beantworte Fragen der Tauchschüler - besprich die Wiederholungs-
fragen (wenn nicht bereits geschehen). Weise auf das Selbsstu-
dium für die nächste Theorie-Präsentation hin)

2-46
Vier
Thema: Ausrüstung
Dieser Ausbildungsabschnitt soll die Tauchschüler mit den grund-
legenden Funktionsprinzipien und Konstruktionsweisen der ver-
schiedenen Typen von Tauchausrüstung vertraut machen. Die
Ausführungen behandeln mögliche Probleme, die als Resultat von
Fehlfunktionen oder unsachgemässem Gebrauch der Ausrüstung
auftreten können. Falls möglich solltest du eine Auswahl an
Tauchausrüstung für die Tauchschüler zur Anschauung bereit haben,
wenn du Probleme und Lösungen besprichst. Betone, dass es
für die Tauchschüler wichtig ist, ein möglichst grosses Spektrum
verschiedener Ausrüstungsteile zu kennen. Ermutige die Tauchschü-
ler, die Unterstützung von professionellen Tauchsporthändlern zu
nutzen, wenn sie sich selbst mit neuem Material vertraut machen
möchten.
Es ist empfohlen, dass die Tauchschüler Teil Vier des PADI Rescue
Diver Manuals lesen, bevor sie zu deiner Präsentation erscheinen.

Präsentation

Überblick und Lernziele

I. Gewöhnliche Ausrüstungsprobleme

1. Welches sind sechs häufige Ursachen für ausrü-


stungsbezogene Probleme?
2. Welches sind Ursachen und Wirkungen von
Problemen mit Maske, Schnorchel, Flossen,
Tauchanzügen, Jackets, Gewichtssystemen und
Tauchgeräten und wie lassen sie sich verhin-
dern?

II. Funktionsweise der Ausrüstung

3. Wie funktionieren Lungenautomaten, Pressluft-


flasche, Ventil, alternative Luftversorgung, Fini-
meter und der Niederdruck-Inflator des Jackets?
4. In welcher Beziehung steht der Gebrauch jedes
Teils der Ausrüstung zu den damit verbundenen
Problemen?

III. Verschlüsse

5. Welches sind sechs Typen von Verschlüssen,


die man häufig bei der Gerätetauchausrüstung
findet und welche Probleme könnten damit auf-
treten?

2-47
Ausarbeitung

I. Gewöhnliche Ausrüstungsprobleme

A. Welches sind sechs häufige Ursachen


für ausrüstungsbezogene Probleme?

1. Die Probleme, die Taucher mit der Ausrü-


stung haben, werden üblicherweise durch
eine der folgenden Situationen verursacht:
(Gib örtliche Beispiele, wo es angebracht ist)

a. Der Taucher verwendet ihm nicht ver-


traute oder spezialisierte Ausrüstung
ohne die nötige Anleitung und ausrei-
chende Übung.
b. Der Taucher verwendet zu grosse oder
zu kleine Ausrüstungsteile oder Ausrü-
stung, die nicht richtig passt. Oder der
Taucher verwendet Ausrüstung, die für
diese Umgebung oder diese Art des
Tauchganges ungeeignet ist.
c. Der Taucher versucht, Standard-Aus-
rüstung durch behelfsmässige oder
selbsthergestellte Ausrüstungsteile zu
ersetzen.
d. Dem Taucher fehlen unverzichtbare Aus-
rüstungsteile und er beschliesst, trotz-
dem zu tauchen.
e. Der Taucher modifiziert Ausrüstungsteile
beträchtlich, so dass sie nicht länger
funktionieren wie gedacht.
f. Der Taucher ist nachlässig bei der korrek-
ten Kontrolle, Einstellung und Pflege der
Ausrüstung.

B. Welches sind Ursachen und Wirkungen von


Problemen mit Maske, Schnorchel, Flossen,
Tauchanzügen, Jackets, Gewichtssystemen und
Tauchgeräten und wie lassen sie sich verhin-
dern?

(Lasse die Tauchschüler die Liste „Gewöhnliche


Ausrüstungsprobleme“ im PADI Rescue Diver
Manual nachschlagen. Ergänze die Liste durch
örtliche Beispiele und zeige entsprechende Aus-
rüstung. Ermutige die Taucher, zusätzliche Bei-

2-48
spiele aus ihren eigenen Erfahrungen oder
Beobachtungen beizusteuern)

1. Maske
2. Schnorchel
3. Flossen
4. Tauchanzüge
5. Jackets
6. Gewichtssysteme
7. Tauchgerät

II. Funktionsweise der Ausrüstung

A. Wie funktionieren Lungenautomaten, Pressluft-


flasche, Ventil, alternative Luftversorgung, Fini-
meter und der Niederdruck-Inflator des Jackets?
UND in welcher Beziehung steht der Gebrauch
jedes Teils der Ausrüstung zu den damit verbun-
denen Problemen?

1. Vertraut zu sein, wie die verschiedenen Aus-


rüstungsgegenstände funktionieren, hilft dir
dabei, Fehlfunktionen oder Verminderungen
der Funktionstüchtigkeit leichter zu erkennen.
Dies erlaubt dir, schnell zu reagieren, wenn
kleinere Aurüstungsprobleme auftreten und
damit gleichzeitig ernstere Probleme zu ver-
hindern. Wir werden uns hier speziell mit
der grundlegenden Funktionsweise der Aus-
rüstung und mit potentiellen Problemen in
ihrem Gebrauch befassen.
2. Um zusätzliche Informationen zur Tauchaus-
rüstung zu bekommen kannst du an einem
PADI Ausrüstungs-Spezialkurs teilnehmen,
das Kapitel zur Tauchausrüstung in der Enzy-
clopedia of Recreational Diving lesen, Kata-
loge von Ausrüstungsherstellern anschauen
und dir Rat bei den Profis eines PADI Dive
Centers oder Resorts holen.

B. Wie funktioniert ein Lungenautomat?

2-49
1. Das Tauchgerät besteht aus der Pressluftfla-
sche und dem Lungenautomaten. In ein paar
Minuten werden wir über Pressluftflaschen
und verschiedene Anschlüsse von Lungenau-
tomaten reden. Für den Moment wollen wir
uns auf die erste und zweite Stufe konzen-
trieren.
a. Die erste Stufe eines Lungenautomaten
wird am Flaschenventil angeschlossen
und reduziert den Hochdruck aus der
Pressluftflasche auf einen Mitteldruck.
Mit diesem Druck fliesst die Luft durch
die Schläuche zur zweiten Stufe, zum
Inflator am Jacket und zur alternativen
Luftversorgung. Von der ersten Stufe
führt jedoch ein Schlauch mit Hochdruck
zum Finimeter.
b. Die zweite Stufe des Automaten ist der
Teil, aus dem du atmest. Dadurch, dass
du durch das Mundstück einatmest, wird
eine Membrane nach innen gezogen und
betätigt einen kleinen Hebel, der das
Einlassventil öffnet und dadurch Luft
aus dem Schlauch in die zweite Stufe
fliessen lässt. Wenn du ausatmest,
schliesst sich das Ventil und die
Ausatemluft entweicht durch das Aus-
lassventil ins Wasser.
(Erkläre die Funktion der zweiten Stufe
mit Hilfe des Diagramms.)

2. Um die Funktionsweise des Lungenautoma-


ten vollständig zu begreifen, musst du auch
folgende Begriffe kennen:
a. Balanciert bezieht sich auf eine
bestimmte Konstruktionsweise, bei wel-
cher der Atemwiderstand unabhängig
vom Flaschendruck ist.
b. Fail-safe bedeutet, dass ein Lungenau-
tomat bei einer Funktionsstörung eher
abblasen wird, als die Luftzufuhr abzu-
schneiden.
c. Downstream bezieht sich auf eine
bestimmte Bauweise der Ventile, bei der
sich das Ventil in Richtung des Luft-
stroms öffnet. Dies ist Bestandteil der
fail-safe Bauweise.
2-50
C. Was kann die Funktion der Pressluftflasche und
ihres Ventils beeinträchtigen?

1. Du weisst bereits, dass Pressluftflaschen


entweder aus Stahl oder aus Aluminium
gefertigt sind und komprimierte Luft enthal-
ten.
2. Bestimmt erinnerst du dich auch an die
beiden verschiedenen Ventiltypen - mit und
ohne Reserve (engl. “j-valve” bzw. „k-valve“)
- und daran, dass Lungenautomaten entwe-
der mittels INT- oder DIN-Anschluss am Ventil
angeschlossen werden.
3. Die häufigsten Probleme mit Flaschen bein-
halten:
a. Korrosion aufgrund von Wasser oder
Fremdpartikeln, die in die Flasche ein-
gedrungen sind. Korrosion kann eine
Schwäche des Materials verursachen
und übermässiger Rost in der Flasche
kann Ventil und Lungenautomaten ver-
stopfen.
b. Verunreinigte Luft tritt auf, wenn ungefil-
terte oder schlecht gefilterte Luft in die
Flasche gefüllt wird. Obwohl dies selten
vorkommt solltest du wachsam sein, da
verunreinigte Luft beim Tauchen sehr
gefährliche Auswirkungen haben kann.
c. Falsche Position oder Befestigung der
Pressluftflasche kann sowohl im als auch
ausserhalb des Wassers Probleme verur-
sachen. Flaschen, die nicht fest genug
am Jacket befestigt sind, können durch-
rutschen und solche, die zu hoch mon-
tiert sind, können gegen den Kopf des
Tauchers schlagen.
4. Die häufigsten Probleme mit Flaschenventi-
len beinhalten:
a. Das Ventil ist nicht geöffnet - Gelegent-
lich wird ein Taucher sein Flaschenventil
öffnen, um den Flaschendruck zu prüfen,
und es danach wieder ganz oder teil-
weise schliessen. Wenn er nun vergisst,
es wieder (vollständig) zu öffnen, wird
er den Tauchgang beginnen und sofort

2-51
„keine Luft mehr“ haben oder nur unter
Schwierigkeiten ausreichend Luft einat-
men können.
b. Ventile mit Reserve (engl. „J-valve“) - der
Schalthebel der Reserve muss sich in
der oberen Position befinden, wenn die
Reservefunktion verwendet werden soll,
und der Taucher muss in der Lage sein,
den Hebel nach unten zu ziehen, um
die Reserve nutzen zu können. Wenn
der Reserveschalthebel sich nicht in
der korrekten Position befindet oder wäh-
rend des Tauchgangs versehentlich in die
untere Position geraten ist, wird der Tau-
cher nicht die erwartete Reserve zur Ver-
fügung haben. Korrekter Gebrauch sowie
regelmässige Überprüfung eines Finime-
ters helfen dabei, Probleme mit Reserve-
schaltungen zu vermeiden.
c. Defekte O-Ringe - Abgenutzte, schmut-
zige oder falsch sitzende O-Ringe können
Luft aus dem Flaschenventil entweichen
lassen. Ein kleineres Leck ist eine
Unanehmlichkeit während ein grösseres
den Luftfluss zum Lungenautomaten ein-
schränken oder zu rapidem Abnehmen
der Luftreserve führen kann. Gewissen-
hafte Überprüfung vor dem Tauchgang
und regelmässige Wartung des Ventils
helfen dabei, Probleme mit O-Ringen zu
vermeiden.

(Frage die Tauchschüler, ob sie noch andere


Probleme mit Pressluftflaschen oder Ventilen
beobachtet haben und besprich diese, falls ange-
bracht.)

D. Was kann die Funktion des Lungenautomaten


beeinträchtigen?

1. Alle Schläuche des Lungenautomaten


müssen, insbesondere an den Verschraubun-
gen, häufig auf Abnützung überprüft werden.
Am besten ist es, Schläuche zu ersetzen,
wenn sie die ersten Abnützungserscheinun-
gen zeigen.

2-52
a. Schläuche können brechen, wenn sie
beschädigt oder dünn geworden sind.

1. Das Brechen eines Niederdruck-


schlauches an der Oberfläche führt
meist zu wildem Hin- und Herschla-
gen des Schlauches. Dies tritt unter
Wasser kaum auf, jedoch weist hier
starkes Abströmen der Luft auf einen
möglichen Bruch hin.
2. Bei einem gebrochenem Hochdruck-
schlauch tritt dieses Schlagen, auf-
grund der sehr kleinen Bohrung an
der ersten Stufe, nicht auf, wohl aber
kann das Brechen einen lauten Knall
verursachen.

b. Wenn du andere Taucher beobachtest,


achte auf mögliche Schlauch-Konfigu-
rationen, die Probleme verursachen
könnten. Lose herumbaumelnde Schläu-
che können leicht irgendwo hängen-
bleiben. Automatenkonfigurationen, bei
denen Schläuche gedehnt oder geknickt
werden, können das Wohlbefinden des
Tauchers vermindern oder die Effizienz
der Ausrüstung verringern.

2. Probleme im Zusammenhang mit Lungen-


automaten sind meistens das Ergebnis
von unsachgemässer Pflege und Wartung.
Salz und mineralische Ablagerungen verrin-
gern die Effizienz des Lungenautomaten und
können sogar bewirken, dass er nicht mehr
richtig funktioniert. Spüle deinen Lungenauto-
maten immer gründlich mit Süsswasser und
lasse ihn mindestens einmal pro Jahr warten
oder öfter, falls nötig.

a. Probleme mit der zweiten Stufe des Lun-


genautomaten können sein:

1. Abblasen, verursacht durch Sand


oder Sedimentpartikel, die bewirken
dass das Ventil nicht korrekt
schliesst.

2-53
2. Aufgrund von Ablagerungen festge-
klebtes oder durch Sedimentpartikel
verstopftes Ablassventil.
3. Eindringen von Wasser durch ein
Loch im Mundstück oder in der Mem-
brane der zweiten Stufe.

b. Probleme mit der ersten Stufe des Lun-


genautomaten können sein:

1. Abblasen verursacht durch unvoll-


ständiges Schliessen des Ventiles
aufgrund unzureichender Wartung.
2. Fehlfunktion durch Vereisen im kalten
Wasser verursacht durch nicht vor-
handenen oder nicht ausreichenden
Vereisungsschutz.

(Frage die Tauchschüler, ob sie noch andere Pro-


bleme mit Lungenautomaten beobachtet haben
und besprich diese, falls angebracht.)
E. Wie funktionieren verschiedene alternative
Luftversorgungen?

1. Eine alternative Luftversorgung wird inzwi-


schen von den meisten Tauchern als Stan-
dard-Ausrüstungsteil betrachtet. Da jedoch
eine Vielzahl an verschiedenen alternativen
Luftversorgungen erhältlich ist, sind ihre
Merkmale und Konfigurationen noch nicht
standardisiert. Die beiden grundlegenden
Typen sind:

a. Solche, die an eine unabhängige Pres-


sluftflasche angeschlossen sind.
b. Solche, die an die Haupt-Pressluftflasche
angeschlossen sind.

2. Alternative Luftversorgungen, die an eine


unabhängige Pressluftflasche angeschlossen
sind, haben den Vorteil, dass sie dem Tau-
cher erlauben, sie selbst auch zu verwenden.
Dies können sein:

a. Eine kleine Pressluftflasche, die oft als


Pony-Flasche bezeichnet wird. Diese Fla-
sche wird seitlich an der eigentlichen
Pressluftflasche des Tauchers befestigt

2-54
und verfügt über einen separaten Lun-
genautomaten (erste und zweite Stufe).

b. Eine unabhängige Aufstiegs-Flasche, eine


kleine Pressluftflasche mit eingebautem
Lungenautomaten. Sie versorgt einen
Taucher mit der geringen Luftmenge, die
erforderlich ist, um die Oberfläche zu
erreichen.

3. Alternative Luftversorgungen, die an die


Haupt-Pressluftflasche angeschlossen sind,
entsprechen dem von Tauchern am häufig-
sten verwendeten Typ.

a. Eine zusätzliche zweite Stufe (oft auch


„Octopus“ genannt) ermöglicht einem
Taucher, der keine Luft mehr hat,
rasch den Reserve-Automaten seines
Tauchpartners zu finden. Ein längerer
Niederdruckschlauch, der den meisten
zusätzlichen zweiten Stufen eigen ist,
erleichtert den Aufstieg, da er den Tau-
chern mehr Bewegungsfreiheit erlaubt.
b. Eine zweite Stufe, die mit dem Inflator
des Jackets kombiniert ist (auch
„Westenautomat“ genannt) stellt gleich-
falls sicher, dass beide Taucher einen
Automaten zur Verfügung haben, obwohl
hier üblicherweise der Luftspender zu
seiner alternativen Luftversorgung wech-
selt und seinem Partner den eigenen,
primären Automaten überlässt.

F. Wo befestigst du die alternative Luftversorgung?

1. Obwohl Typen der alternativen Luftversorgung


und Techniken in ihrer Verwendung von
Taucher zu Taucher unterschiedlich sind,
herrscht doch grundsätzliche Übereinstim-
mung in bei folgenden drei Punkten:

a. Die zweite Stufe, die dem Taucher ohne


Luft zur Verfügung stehen soll, sollte klar
gekennzeichnet sein.

2-55
b. Die zusätzliche zweite Stufe sollte nicht
frei herumbaumeln, wenn sie nicht in
Gebrauch ist.
c. Die alternative Luftversorgung sollte gut
sichtbar im Dreieck zwischen Mund und
dem unteren Ende des Brustkorbes gesi-
chert sein.

(Frage die Tauchschüler, welche alternativen Luft-


versorgungen sie verwenden und besprich diese,
falls angebracht.)
G. Was kann die Funktion des Finimeters beein-
trächtigen?

1. Es gibt mehrere Typen von Finimetern, zwi-


schen denen die Taucher wählen können.
Darunter sind:

a. Mechanische Geräte, die es bereits am


längsten gibt, messen den Druck, indem
Luft in ein flexibles, gebogenes Metall-
röhrchen geleitet wird, welches mit der
Nadel des Finimeters verbunden ist.
Dieses Röhrchen rollt sich aus und
bewegt die Nadel. Somit kann man den
Druck ablesen.
b. Elektronische Finimeter sind gewöhnlich
in einen Tauchcomputer integriert. Sie
verwenden einen Druckwandler, der den
elektrischen Widerstand misst, der sich
durch den zu- bzw. abnehmenden Druck
verändert.
c. Schlauchlose Finimeter sind die Kom-
bination eines elektronischen Druck-
wandlers und eines Senders, der die
gewonnenen Informationen an einen
Tauchcomputer am Handgelenk des Tau-
chers übermittelt und daher einen
Schlauch überflüssig macht.

2. Probleme, auf die man bei einem Finimeter


achten sollte, sind:

a. Abnützung am Anschluss zur ersten


Stufe und am Schlauch.

2-56
b. Undichte O-Ringe an der Verschraubung
mit der ersten Stufe oder dort, wo der
Schlauch am Instrument befestigt ist.
c. Bei integrierten und schlauchlosen Fini-
metern wird der Ausfall des Computers
oder seiner Batterie zum Verlust deiner
gesamten Tauchgangsdaten führen - ein-
schliesslich des momentanen Luftvorra-
tes.
d. Das häufigste Problem ist jedoch, dass
der Taucher einfach vergisst, das Finime-
ter regelmässig abzulesen.
3. Dein Finimeter regelmässig warten zu lassen
und es vor jedem Tauchgang sorgfältig
zu überprüfen kann dabei helfen, Funkti-
onsprobleme zu vermeiden. Hingegen erfor-
dert es lediglich die richtige Einstellung
und die Beachtung der Verfahren für
sicheres Tauchen, um das häufigste Problem
zu vermeiden.
(Frage die Tauchschüler, welche Art Finimeter
sie verwenden und ob sie bereits Probleme
beobachtet haben. Besprich dies falls ange-
bracht.)
H. Was kann die Funktion des Jackets beeinträchti-
gen?
1. Tarierjackets sind robust und langlebig kon-
struiert und fungieren als Halterung für die
Pressluftflasche sowie als Auftriebshilfe. Weil
sie weniger komplex sind, als andere Teile
der Tauchausrüstung, bergen sie auch relativ
wenig Probleme. Einige, die trotzdem auftre-
ten können, sind:
a. Probleme beim Aufblasen können sein,
dass übermässig viel Luft ins Jacket
gefüllt wird oder dass überhaupt keine
Luft eingefüllt werden kann.

1. Übermässiges Aufblasen kann


dadurch verursacht werden, dass der
Lufteinlassknopf des Inflators in der
gedrückten Position steckenbleibt.
An der Oberfläche ist ein Jacket, das
sich schnell aufbläst, lediglich unan-
genehm aber unter Wasser könnte es
einen unkontrollierten Aufstieg verur-
2-57
sachen. Es ist sinnvoll, das Lösen
eines Inflatorschlauches im Wasser
zu üben, um schnell auf dieses Pro-
blem reagieren zu können, wenn es
auftreten sollte.
2. Die Unfähigkeit eines Tauchers, Luft
ins Jacket zu füllen, kann entstehen,
wenn der Taucher Schwierigkeiten
hat, den Inflatormechanismus zu
finden oder er aufgrund von Kälte
oder dem Tragen von Handschuhen
nicht mehr ausreichend Gefühl in den
Händen hat.
3. Gelegentlich kann es vorkommen,
dass der Schnellablass des Jackets
undicht ist und die Luft ablässt, die
der Taucher braucht, um positiven
Auftrieb beizubehalten. In diesem Fall
muss der Taucher vielleicht seine
Gewichte abwerfen.

b. Probleme beim Ablassen der Luft mögen


beinhalten, dass der Taucher den
Luftablassknopf nicht findet oder nicht
die richtige Körperhaltung einnimmt.
c. Ebenso ist wichtig, dass das Jacket
über eine gute Passform verfügt und
genügend Auftrieb erzeugen kann. Ein
schlecht sitzendes Tarierjacket kann es
für einen Taucher schwierig machen, um
eine angemessene Position an der Ober-
fläche einzunehmen.

(Frage die Tauchschüler, welche Jackets sie ver-


wenden und ob sie Probleme beobachtet haben.
Besprich diese falls angebracht.)

III. Verschlüsse

A. Welches sind sechs Typen von Verschlüssen,


die man häufig bei der Gerätetauchausrüstung
findet und welche Probleme könnten damit auf-
treten?

2-58
1. Schnellabwurfschnallen werden gewöhnlich
bei Bleigurten verwendet. Wenn beim
Schliessen der Schnalle ein Teil des Gurtban-
des seitlich in die Schnalle gerät oder diese
nicht vollständig geschlossen wird, kann dies
zu einem unerwarteten Öffnen führen.
2. Bei Jackets sind Clip-Schnellverschlüsse weit
verbreitet. Sie können sich öffnen, wenn ein
zu starker Zug auf ihnen lastet.
3. Klettverschlüsse halten in der Regel textile
Teile zusammen - eines der bekanntesten
Fabrikate ist Velcro™. Sand, Fussel oder
andere Partikel können bewirken, dass Klett-
bänder nicht mehr so gut halten.
4. Die Verschlüsse von Flaschenhalterungen
straffen die Gurtbänder, welche die Flaschen
an Ort und Stelle halten. Falsche Führung
des Gurtbandes durch die Schnalle oder ein
Ausdehnen des Bandes, wenn es nass wird,
kann hier zu Problemen führen.
5. Der Inflatorschlauch ist mittels eines
Schnellanschlusses am Jacket angeschlos-
sen. Diese Anschlüsse werden ebenso
bei Trockentauchanzügen und aufblasbarer
Zusatzausrüstung verwendet. Wie bereits
besprochen, ist es wichtig zu wissen, wie
diese Anschlüsse schnell gelöst werden
können, um Probleme bei zu starkem Aufbla-
sen des Jackets handhaben zu können.
6. Integrierte Gewichtsabwurfvorrichtungen
ermöglichen es einem Taucher, Gewichte
schnell abzuwerfen, die sich in den Bleita-
schen des Jackets oder in einem Gewichts-
system mit Hosenträgergurten befinden. Um
Probleme mit diesen Schnallen vermeiden zu
können, ist das Wissen über die Korrekte
Handhabung wichtig.

(Frage die Taucher, ob sie bereits Probleme


mit den verschiedenen Verschlüssen beobachten
konnten und besprich diese, falls angebracht.)

2-59
Zusammenfassung
(Beantworte Fragen der Tauchschüler - besprich die Wiederholungs-
fragen (wenn nicht bereits geschehen). Weise auf das Selbststu-
dium und die Wiederholungen für die nächste Theorie-Präsentation
hin)

Fünf
Thema: Wiederholung und Abschlussprüfung
Dieser letzte Ausbildungsabschnitt bietet die Möglichkeit, den
gesamten Stoff des Kurses zu wiederholen und die verbleibenden
Fragen der Tauchschüler zu beantworten bevor die Rescue Diver
Abschlussprüfung durchgeführt wird. Falls du die Wiederholungsfra-
gen der Teile Vier und Fünf des PADI Rescue Diver Manuals nicht
bereits besprochen hast, so tue es während dieses Abschnitts. Ein
effektiver Weg, den Stoff zu wiederholen und die Diskussion zu
entfachen, ist es, die Tauchschüler zu den Szenarien am Beginn
jedes Teils des PADI Rescue Diver Manuals zu befragen. Du kannst
auch entsprechende, realistische Szenarien aus der örtlichen Tau-
chumgebung vorstellen, die es erfordern, dass die Tauchschüler
das Gelernte anwenden. Du solltest auch einen Überblick über alle
verbleibenden Rescue Übungen geben, die die Tauchschüler noch
abschliessen müssen.
Nochmals - halte die Tauchschüler dazu an, das was sie gelernt
haben, auf tatsächliche Tauchbedingungen anzuwenden. Verwenden
das PADI Rescue Diver Video um den Tauchschülern die Fertigkei-
ten zu zeigen, die sie im Freiwasser üben werden.
Es ist empfohlen, dass die Tauchschüler Teil Fünf und Sechs des
PADI Rescue Diver Manuals lesen (wenn sie dies nicht zu einem
früheren Zeitpunkt getan haben) und alle ausgefüllten Wiederho-
lungsfragen zu dieser Präsentation mitbringen.

Präsentation

Überblick und Lernziele


I. Beantworte Fragen der Tauchschüler
II. Besprich die Wiederholungsfragen
III. Besprich die Rescue Diver Übungen
IV. Führe die Rescue Diver Abschlussprüfung durch
V. Besprich die Prüfung

Lernziel
Die Tauchschüler müssen zeigen, dass sie den Stoff beherrschen,
indem sie akzeptable Leistungen in der PADI Rescue Diver
Abschlussprüfung erbringen. Jede falsch beantwortete Frage
muss so lange besprochen werden, bis der Tauchschüler den
Stoff beherrscht. (Siehe auch die Richtlinien zur Beurteilung der
Kenntnisse in Teil Eins dieses Leitfadens.)

2-60
Drei
Freiwasser-Training
Im Freiwasser wenden die Tauchschüler die Notfall-Management
Fertigkeiten und Erste-Hilfe Techniken an, die sie während der
Entwicklung der theoretischen Kenntnisse gelernt haben. Die 12
Rescue Übungen, die in diesem Teil beschrieben werden, ermögli-
chen es den Tauchschülern von einfachen Rettungs-Fertigkeiten
dazu, wie Schieben/ schleppen eines ermüdeten oder bewusstlo-
sen Tauchers zu komplexeren Fertigkeiten, wie der Beatmung eines
bewusstlosen Opfers im Wasser, fortzuschreiten. Die Übungen sind
gedacht, den Tauchschülern die Fertigkeiten und verschiedenen
Techniken zuerst vorzustellen und ihnen dann zu ermöglichen, diese
Techniken zu üben. Während sie üben, finden die Taucherschüler
heraus, welche Technik in welcher Situation für sie am besten
funktioniert. Vergiss nicht, dass die Philosophie des Rescue Diver
Kurses besagt, dass es nicht „einen richtigen Weg“ zur Durchfüh-
rung einer Rettung gibt, dafür aber viele verschiedene Optionen.
Die Taucher fahren mit dem Üben der Fertigkeiten in jeder Rescue
Übung so lange fort, bis sie die Leistungsanforderung erfüllt haben.

Bei der Ausbildung zu berücksichtigen


Die Rescue Übungen sind so gestaltet, dass sie für die Tauchschü-
ler eine Herausforderung darstellen sollen, dabei aber realistische
Szenarien präsentieren, denen die Tauchschüler an Tauchplätzen
der Umgebung begegnen könnten. Obwohl die Natur der Sache und
der Zusammenhang ernsthaft sind, soll der Kurs Spass machen
und das Selbstvertrauen der Taucher stärken.
Führe, wenn möglich, Rescue Übungen zwischen den einzelnen
Teilen der Entwicklung der theoretischen Kenntnisse durch. (Siehe
auch den Absatz zur Kursabfolge in Teil Eins dieses Leitfadens.)
Dies ermöglicht es den Tauchschülern, das, was sie gelernt haben,
schneller beim Üben der Fertigkeiten anzuwenden sowie Erfahrun-
gen, die sie im Freiwasser gemacht haben, mit nachfolgenden
Teilen der Entwicklung der theoretischen Kenntnisse in Beziehung
zu setzen.
Verwende, wenn möglich, verschiedene Freiwasser Tauchplätze,
um den Tauchschülern Erfahrung im Umgang mit verschiedenen
Umweltbedingungen und logistischen Herausforderungen zu vermit-
teln. In Gebieten, wo man gewöhnlich vom Boot aus taucht, ist es
sinnvoll, wenigstens eine Freiwasser-Trainings-Einheit vom Boot aus
durchzuführen.
Du wirst dich vielleicht dazu entscheiden, einige der komplexeren
Übungen zuerst im Schwimmbad/ begrenzten Freiwasser vorzustel-
len und die Tauchschüler dort üben zu lassen. Dies trägt dazu
bei, dass die Freiwasser-Trainings-Einheiten effizienter ablaufen und
die Tauchschüler sich wohler fühlen, insbesondere dann, wenn die
Tauchbedingungen die Zeit im Wasser begrenzen.
Wenn die Übungen es erfordern, dass die Tauchschüler verschie-
dene Teile der Rettungs-Ausrüstung verwenden - Taschenmasken,
Erste-Hilfe-Kits, Sauerstoff-Systeme, usw. - organisiere die Übungen
so, dass allen Tauchern die angemessene Zeit zum Üben zur Verfü-
gung steht. Falls nötig, musst du die betreffenden Ausrüstungsteile
mehrfach zur Verfügung haben.

3-1
Supervision
Das maximale Verhältnis Tauchschüler/ Instructor für Freiwasser-
Aktivitäten beträgt 8:1, mit je vier zusätzlichen Tauchschülern
pro zertifiziertem Assistenten. Setze Assistenten als notwendige
Unterstützung ein, um zusätzliche Kontrolle und Realitätsnähe zu
gewährleisten. Zum Beispiel können Assistenten bei grösseren
Kursen Teams von drei oder vier Tauchern beaufsichtigen, während
du gerade mit einem anderen Team arbeitest. Bei kleineren Kursen
können Assistenten als Opfer oder als Rettungs-Assistenten einge-
setzt werden, je nach Erfordernis, um die Leistungsanforderungen
zu erreichen.

Anmerkung: Die nachfolgenden Leistungsanforderungen,


Verfahren und Informationen zum Üben der Fertigkeiten und
Techniken finden sich auch auf den PADI Rescue Diver Cue Cards.
Die Verwendung deiner Cue Cards während der Freiwasser-Trainings-
Einheiten wird dir dabei helfen, die Fertigkeiten vorzustellen und
gewährleisten, dass die Tauchschüler die Leistungsanforderungen
erfüllt haben.

Rescue Übung 1
Ermüdeter Taucher
Überblick
Diese Übung vermittelt den Tauchschülern das korrekte Vorgehen
bei der Hilfeleistung für einen erschöpften Taucher, der, obschon
noch ansprechbar, Hilfe benötigt. Lege den Tauchschülern nahe,
sich zuerst auf die Erkennung und Beurteilung des Problems zu
konzentrieren, danach auf die nötige Hilfeleistung.

Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:
Das korrekte Vorgehen in den folgenden Phasen der Hilfeleistung
bei einem ermüdeten Taucher, der nicht in Panik ist, demonstrie-
ren.

l Annäherung
l Beurteilung der Situation
l Kontakt herstellen
l Opfer beruhigen
l Hilfeleistung und Transport
l Ablegen der Ausrüstung

3-2
Vorgehen
1. Positioniere die Tauchschüler in voller Tauchausrüstung im
Wasser, wo das Stehen nicht mehr möglich ist.
2. Teile die Tauchschüler in zwei Gruppen (Opfer und Retter); nach
Abschluss jeder Ausbildungsphase sollen die Rollen getauscht
werden.
3. Zeige und lasse anschliessend die Tauchschüler jede genannte
Phase der Hilfsaktion trainieren.
4. Bei dieser Übung soll der Tauchschüler lernen. Eine Beurtei-
lung der Leistung erfolgt erst in zweiter Linie. Das Erkennen
und Bewältigen häufiger Probleme ist wichtiger als das Entwik-
keln von Perfektion.

Übung der Fertigkeit und Techniken


Verwende die folgende Ausarbeitung, um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Annäherung

a. Korrektes Schwimmen an der Oberfläche: Kopf bleibt aus


dem Wasser, Opfer im Auge behalten.
b. Richtige Schwimmgeschwindigkeit wählen, damit der
Retter, wenn er beim Opfer ankommt, nicht selbst
erschöpft ist.

2. Beurteilung der Situation

a. Annäherung an das Opfer, jedoch immer ausserhalb


dessen Reichweite bleiben und prüfen, ob das Opfer
ansprechbar ist oder nicht.
b. Nach dem Typ des Inflators und dessen Anbringung
schauen.
c. Versuche, das Opfer durch Anweisungen zum Handeln zu
bringen; knappe, klare und präzise Anweisungen geben.
(„Blase mit deinem Inflator das Jacket auf!“).

3. Kontakt herstellen

a. Eigenen Auftrieb sicherstellen.


b. Weitere Annäherung direkt von vorne. Dem Opfer erklären,
was unternommen wird oder das Opfer selbst zum Han-
deln anhalten.
c. Die „Stützposition „verwenden, um das Opfer in einer
sicheren Lage zu halten und um es zu beruhigen.
d. Beim Opfer mit Hilfe des Inflators positiven Auftrieb her-
stellen.

4. Opfer beruhigen

3-3
a. Das Opfer ständig durch Augenkontakt und Zureden beru-
higen.
b. Wenn es die Bedingungen an der Oberfläche zulassen,
dem Opfer erlauben die Maske, den Lungenautomaten
oder Schnorchel abzunehmen und sich zu erholen, bevor
weitere Aktionen unternommen werden.

5. Hilfeleistungen und Transport

a. Erlaube dem Opfer, so viel wie möglich selbst zu tun.


b. Kriterien für einen wirkungsvollen Transport:

l Gesicht des Opfers bleibt über der Wasseroberfläche


l Opfer und Retter haben positiven Auftrieb und sind in
horizontaler Lage
l Opfer ständig unter Kontrolle behalten
l Retter muss frei schwimmen können
l Entsprechende Kommunikation und Blickkontakt
müssen gewährleistet sein

c. Krampflösen im Wasser
d. Folgendes wiederholen und diskutieren:

l Vorwärtsschieben mit unter die Arme greifen (ein


oder zwei Retter)
l Verschiedene Möglichkeiten des Transports eines
ermüdeten, erschöpften Tauchers
l Gebrauch der Jackets als Schwimmhilfen
l Schleppen am Flaschenventil

6. Ablegen der Ausrüstung

a. Das Opfer wirft oft seine Ausrüstung nicht ab, da die


Denkabläufe durch Stress gestört sind.
b. Abnehmen der Pressluftflasche üben, um dem Opfer das
Schwimmen zu erleichtern.
c. Verwendung des Jackets des Retters als Möglichkeit für
das Opfer sich festzuhalten.
d. Ablegen der Gewichte üben, soweit zweckmässig.

3-4
Rescue Übung 2
Taucher in Panik
Überblick
In dieser Übung lernen die Tauchschüler, einen Taucher in Panik
einzuschätzen und auf ihn zu reagieren. Während sie Techniken
verwenden, die sie bei der letzten Übung gelernt haben, sollten
sie sich nun darauf konzentrieren, auf eine sichere Weise den
Kontakt zu einem nicht mehr ansprechbaren Taucher herzustellen
und ihm die nötige Hilfe zu leisten. Ermutige die Taucher zum
Realismus, warne sie aber davor, physische Panik allzu realistisch
zu demonstrieren.

Leistungsanforderungen:
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:
Die korrekte Hilfeleistung bei einem Taucher in Panik (nicht mehr
ansprechbar) in den folgenden Phasen demonstrieren:

l Beurteilung der Situation


l Kontakt herstellen
l Befreiungstechniken

Vorgehen:
1. Positioniere die Tauchschüler in voller Tauchausrüstung im
Wasser, wo das Stehen nicht mehr möglich ist.
2. Teile die Tauchschüler in zwei Gruppen („Opfer“ und „Retter“);
nach Abschluss jeder Ausbildungsphase sollen die Rollen
getauscht werden.
3. Zeige und lasse anschliessend die Tauchschüler jede genannte
Phase der Hilfsaktion trainieren.
4. Bei dieser Übung sollten die Tauchschüler lernen und begrei-
fen. Eine Bewertung der Leistung erfolgt erst in zweiter Linie.
Das Erkennen und Bewältigen häufiger Probleme ist wichtiger
als das Entwickeln von Perfektion.
5. Es ist wichtig, dass hier mit grösster Vorsicht vorgegangen
wird. Der Umgang mit einem Opfer in Panik stellt für den
Retter die gefährlichste Situation dar, in die man während einer
Rettungsaktion geraten kann.

Übung der Fertigkeit und der Techniken


Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Beurteilung der Situation

3-5
a. Annäherung an das Opfer, jedoch ohne in dessen Reich-
weite zu gelangen, überprüfen, ob das Opfer ansprechbar
ist oder nicht.
b. Nach dem Typ des Inflators und dessen Anbringung
schauen.
c. Versuchen das Opfer durch Anweisungen zum Handeln
zubringen; knappe, klare und präzise Anweisungen geben
(„Blase dein Jacket mit dem Inflator auf!“).
d. Erfolgt keine Anwort oder Reaktion muss Panik vermutet
und dementsprechend vorgegangen werden.

2. Kontakt herstellen

a. Annäherung unter Wasser

l Annäherung etwa in Knie- bis Knöchelhöhe (Bleigurt


kann hier bereits entfernt werden).
l Das Opfer drehen oder um das Opfer herumschwim-
men, um hinter das Opfer zu gelangen.
l Aufsteigen, ständig Kontakt halten, Flaschenventil
ergreifen und Flasche zwischen die Beine klemmen.
l Jacket des Opfers aufblasen.

b. Annäherung an der Oberfläche

l Eigenen Auftrieb sicherstellen.


l Versuchen um das Opfer herum zu schwimmen, um
sich von hinten annähern zu können, ohne in dessen
Reichweite zu gelangen.
l Flaschenventil ergreifen und Flaschen zwischen die
Beine klemmen.
l Jacket des Opfers aufblasen.

3. Befreiungstechniken

a. Befreiungsversuch aus der Umklammerung durch Weg-


schieben des Opfers nach oben und hinten. (Bemerke,
dass sich die entsprechende Massnahme nach den Grös-
senverhältnissen von Opfer und Retter richtet).

3-6
Rescue Übung 3
Hilfsaktion von Land/
Boot aus - Opfer bei Bewusstsein
Überblick
Diese Übung leitet die Tauchschüler durch die Durchführung einer
Hilfeleistung für einen Taucher in Schwierigkeiten vom Land bzw.
Boot und vom Wasser aus. Demonstriere und besprich die effektiv-
sten Methoden für eine Hilfeleistung vom Land oder von einem
Boot aus. Betone Effizienz und baue auf den Fertigkeiten aus den
vorangegangenen Übungen auf.

Leistungsanforderungen:
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Verschiedene Vorgehensweisen zur Hilfeleistung bei einem


Taucher in Not demonstrieren, einschliesslich:

l Hilfeleistungen von Land aus


l Überlegungen zum Einstieg
l Ausstieg mit einem Opfer bei Bewusstsein
l Betreuung nach der Rettung

2. Die Anwendung der Informationen und Fertigkeiten, die in


den Übungen 1 und 2 enthalten sind demonstrieren.

Vorgehen
1. Wiederhole die Informationen über Einstieg, Ausstieg, Hilfelei-
stungen vom Land aus und weitere Betreuung aus Teil 5 des
PADI Rescue Diver Manuals.
2. Teile die Tauchschüler in zwei Gruppen (Opfer und Retter)
3. Postiere die „Opfer“ ca. 50-100m vom Ufer/ Boot entfernt
(Retter sind am Ufer/ an Bord).
4. Verteile die Rollen „ermüdeter Taucher„/ „Taucher in Panik“.
5. Die Retter müssen dem Opfer zu Hilfe kommen (ohne Tauchge-
rät) und die entsprechenden Massnahmen ergreifen.
6. Beende die Übung, sobald das Opfer zum Ufer/Boot gebracht
worden ist.

3-7
Übung der Fertigkeit und der Techniken
Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Hilfeleistung von ausserhalb des Wassers

a. Demonstriere und lasse die richtigen Leinenwurftechniken


und das Zurückholen eines sich in Stress befindenden
Tauchers, der ca. 10 Meter vom Land bzw. Boot entfernt
ist.
b. Die Verwendung einer Heck- oder Strömungsleine, die
hinter einem geankerten Boot ausgeworfen wird, als Ret-
tungs- und Hilfsmittel besprechen.
c. Vorführen und üben wie Schwimmkörper, z. B. Rettungs-
brett, Rettungsring usw., bei der Hilfeleistung verwendet
werden können, ohne direkten, körperlichen Kontakt her-
stellen zu müssen.
d. Vorführen und üben wie „zweckentfremdete „Hilfsmittel,
zum Beispiel: Rettungsweste, Fender, andere Schwimm-
körper, dazu verwendet werden können, einem Taucher in
einer Notsituation Hilfe zu leisten.

2. Überlegungen zum Einstieg

a. Bei jeder Hilfsaktion mindestens Maske, Schnorchel und


Flossen sowie irgendeine Art von Schwimmkörper einset-
zen.
b. Wann und wo eine komplette Tauchausrüstung angelegt
werden sollte, hängt von den jeweiligen Umständen ab
(Wiederhole die Überlegungen bezüglich der Trainingsört-
lichkeiten).
c. Um die Schwimmstrecke so kurz als möglich zu halten,
wird immer von einer dem Opfer am nächsten gelegenen
Stelle des Ufers ins Wasser gegangen.
d. Beim Einstieg in das Wasser, Opfer nicht aus den Augen
verlieren.

3. Ausstieg mit einem Taucher bei Bewusstsein

a. Bei einem schwierigen Ausstieg sollte dem Opfer erlaubt


werden sich auszuruhen, um Kraft für den entsprechenden
Moment zu sammeln.
b. Wenn das Opfer nicht in der Lage ist beim Ausstieg selbst
mitzuwirken, sollte wie mit einem bewusstlosen Opfer
vorgegangen werden (wird in Übung 8 behandelt).
c. Wiederholen der entsprechenden Techniken für das jewei-
lige Tauch- bzw. Trainingsgebiet.

4. Betreuung nach der Rettung

3-8
a. Besprich die Überlegungen wie das Opfer, nachdem es
aus dem Wasser ist, behandelt werden soll.

Rescue Übung 4
Taucher in Notsituation unter Wasser
Überblick
Diese Übung lenkt die Aufmerksamkeit der Tauchschüler von Ret-
tungen an der Oberfläche auf die Hilfeleistung für einen Taucher, der
unter Wasser Probleme hat. Während der Übung der Fertigkeiten
befassen sich die Tauchschüler mit Überanstrengung und ohne-Luft-
Situationen. Für die meisten Taucher wird dies eine Wiederholung
von Fertigkeiten sein, die sie bereits in ihrem Anfängerkurs gelernt
haben. Betone, dass sie als Rescue Diver in der Lage sein müssen,
solche Probleme schnell zu erkennen und angemessen darauf zu
reagieren

Leistungsanforderungen
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Die Fähigkeit demonstrieren, Probleme zu erkennen und rich-


tig zu reagieren, wenn ein Taucher unter Wasser Anzeichen
von Erschöpfung und Überanstrengung zeigt.
2. Die Fähigkeit demonstrieren, mit einem Taucher der „Habe
keine Luft„ simuliert, mit Hilfe der alternativen Luftversor-
gung (als Spender) einen Notaufstieg durchzuführen.

Vorgehen
1. Die empfohlene Tiefe beträgt 9 bis 10 Meter.
2. Dem einen Teampartner die Rolle „Opfer„, dem anderen die
Rolle „Retter„ zuweisen.
3. Die „Opfer“ simulieren die Notsituation „Überanstrengung“
durch schnelles Atmen und beinahe Erschöpfung.
4. Aus einer bestimmten Entfernung, die den lokalen Verhältnis-
sen und der Sichtweite angepasst ist, muss der „Retter“
reagieren und die richtigen Massnahmen ergreifen, um dem
„Opfer“ zu helfen sich und die Situation wieder unter Kontrolle
zu bringen und einen korrekten Atemrhythmus wiederherzustel-
len.
5. Sobald das Opfer wieder ruhig und kontrolliert ist, muss es
„keine Luft mehr“ signalisieren.
6. Der Retter muss nun mit dem Opfer einen Aufstieg unter
Verwendung der alternativen Luftversorgung durchführen.

3-9
Übung der Fertigkeit und der Techniken
Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Verhalten bei einer Notsituation (Überanstrengung) unter


Wasser.

a. Mit dem Handzeichen „Stopp„ das Opfer veranlassen alle


Aktivitäten einzustellen.
b. Opfer halten, um Unterstützung zu geben und durch die
Berührung Vertrauen aufzubauen und direkten Kontakt zu
haben.
c. Opfer veranlassen, normalen Atemrhythmus wiederzuer-
langen.
d. Falls vorhanden, soll sich das Opfer an einem stationären
Gegenstand festhalten, um sich besser ausruhen zu
können.

2. Simulation der Notfallsituation „keine Luft mehr“.

a. Richtiges Vorgehen und Möglichkeiten besprechen bezüg-


lich:

l Welcher Lungenautomat wird dem Partner gegeben


l Wo befindet sich der Ersatz-Lungenautomat
l Annäherung an den Luftspender

b. Der Retter muss sich vergewissern, dass der Partner sich


beruhigt hat und einen normalen Atemrhythmus hat, bevor
er den Aufstieg beginnt.

Rescue Übung 5
Vermisster Taucher
Überblick
Während dieser Übung organisieren die Tauchschüler eine Suche
nach einem vermissten Taucher und führen sie durch. In diesem
Fall ist es besser, die Taucher nach einem Objekt suchen zu lassen,
anstatt nach einem richtigen Taucher, da dessen Luftblasen zu
leicht zu entdecken sein könnten. Besprich die Grundlagen der
Navigation mit den Tauchern, die eine Auffrischung brauchen und
gib denen einen eingehenden Überblick über Suchtechniken, die
damit wenig oder keine Erfahrung haben.

3-10
Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:
Demonstrieren, wie eine schnelle und effektive Suche und das
Finden eines vermissten Tauchers durchgeführt wird, indem ein
vom Instructor vorgegebenes Suchmuster angewendet wird.

Vorgehen
1. Wiederhole das Vorgehen der Übung „vermisster Taucher„.
2. Suchmuster und Suchtechniken für das jeweilige Tauchgebiet
wiederholen.
3. Eine Trockenübung von Suchmustern an Land durchführen.
4. Teamweise eine Unterwasser-Suche nach einem vermissten
Taucher (simuliert) durchführen.

Übung der Fertigkeit und der Techniken


Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Vorgehen bei Vermissen eines Tauchers.

a. Abklären, wo der Taucher zuletzt gesehen wurde.


b. Beobachter aufstellen, die nach Luftblasen Ausschau
halten und die Rettungstaucher anweisen.
c. Unverzüglich zwei Schnorcheltaucher losschicken, die die
letzte bekannte Position markieren und die eine Sofort-
Suche beginnen (Markierungsbojen bereithalten)
d. Abklären, ob der vermisste Taucher eventuell das Gebiet
verlassen hat, ohne jemanden zu informieren.
e. Sobald bereit, Tauchteams mit Geräteausrüstung losschik-
ken, um die Unterwassersuche zu beginnen.

2. Suchtechniken unter Wasser

a. Rückruf-System einrichten, damit, wenn der Taucher gefun-


den wird, eine Verzögerung vermieden werden kann.
b. Die Suchmannschaften dürfen niemals unzulässigen
Gefahren wie etwa dem Risiko eines Deko-Unfalls aus-
gesetzt werden; es dürfen keine Suchaktionen von einzel-
nen Tauchern erlaubt oder unerfahrene Taucher eingesetzt
werden.
c. Nicht abtauchen, sondern langsam zum Grund sinken
lassen, um zu simulieren, wie ein bewusstloser Taucher
von Strömungen beeinflusst wird.
d. Sind nur unerfahrene oder nicht genügend qualifizierte
Taucher anwesend, die Suche eher selbst - zusammen
mit einem Partner - durchführen, als die Aktivitäten zu
koordinieren.

3-11
e. Die Suche nach 30 Minuten abbrechen, falls das Opfer bis
dahin nicht gefunden werden kann. Suchaktion an speziell
ausgebildete Kräfte übergeben.

Rescue Übung 6
Zur Oberfläche bringen
eines bewusstlosen Tauchers
Überblick
Diese Übung erlaubt es den Tauchschülern, den Einsatz kontrollier-
ten, positiven Auftriebes während eines Aufstieges zu wiederholen
und zu üben - zuerst alleine und dann mit einem Taucher, der
Bewusstlosigkeit simuliert. Betone die richtige Position und die
Kontrolle. Halte die Tauchschüler dazu an, bereits während des Auf-
stieges damit zu beginnen, über den nächsten Schritt der Rettung
bei Erreichen der Oberfläche nachzudenken.

Leistungsanforderungen
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Zeigen, wie man positiven Auftrieb als Hilfsmittel beim Auf-


stieg kontrolliert einsetzt.
2. Zeigen, wie man einen bewusstlosen Taucher an die Ober-
fläche bringt, indem man kontrolliert positiven Auftrieb her-
stellt, sowohl beim Opfer als auch beim Retter.

Vorgehen
1. Die empfohlene Tiefe beträgt 8 bis 10 Meter.
2. Zeige den Einsatz von positivem Auftrieb als Hilfsmittel zum
Aufstieg und lasse die Tauchschüler üben.
3. Zeige Vorgehen und Möglichkeiten wie man einen bewusstlo-
sen Taucher zur Oberfläche bringen kann.
4. Die Tauchschüler üben mehrmals den Aufstieg, wobei verschie-
dene Möglichkeiten angewendet werden, um die individuell
beste Methode herauszufinden.
5. Erinnere die „Opfer“ daran, die die bewusstlosen Taucher simu-
lieren, dass sie die ganze Zeit normal atmen müssen.

Übung der Fertigkeit und der Techniken


Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Aufstieg mit positivem Auftrieb (ohne Opfer)

3-12
a. Füllen des Jackets vorführen, sowohl mit Inflator als auch
mit dem Mund.
b. Bereit sein, die überschüssige Luft jederzeit ablassen zu
können.
c. Vorführen wie ein Aufstieg - falls notwendig - durch
„zurücklehnen“ verlangsamt werden kann.

2. Zur Oberfläche bringen eines bewusstlosen Tauchers.

a. Wenn das Opfer entdeckt wird, sich die Situation gut


einprägen, jedoch keine Zeit verlieren.

l Erkennbarer Grund des Unfalls?


l Gesamte Ausrüstung am richtigen Platz?
l Position des Opfers in Bezug zum Grund (Gesicht
nach unten, über dem Grund schwebend?)

b. Falls sich der Lungenautomat noch im Mund des Opfers


befindet, muss dieser während des gesamten Aufstiegs
fixiert werden.
c. Befindet sich der Lungenautomat nicht mehr im Mund des
Opfers, keine Zeit verschwenden beim Versuch ihn wieder
hineinzugeben.
d. Opfer von hinten oder am Flaschenventil fassen, den Kopf
in normaler Position halten.
e. Positiven Auftrieb herstellen (Opfer oder Retter); in diesem
Moment können auch die Gewichte entfernt werden.
f. Den Kopf des Opfers nicht überstrecken (zurücklegen)
oder den Brustkorb zusammenpressen.
g. Während des Aufstiegs überlegen, was beim Erreichen der
Oberfläche zu unternehmen ist.

3. Während die Tauchschüler üben:

a. Achte auf korrekte und effektive Position.


b. Erlaube den Tauchschüler die verschiedenen Varianten
durchzuführen, wann und wie sie die Gewichte entfernen
und wann und wie sie das Jacket füllen.
c. Diskutiere, wie die Techniken sich ändern können, wenn
das Opfer andere Ausrüstungsteile und Gegenstände
trägt.

3-13
Rescue Übung 7
Bewusstloser Taucher an der Oberfläche
Überblick
Diese Übung lehrt die Tauchschüler, Taucher mit Atemstillstand auf
die Wiederbelebung vorzubereiten und verschiedene Methoden der
Wiederbelebung im Wasser anzuwenden. Die korrekte Behandlung
eines bewusstlosen Tauchers an der Oberfläche ist eine grundle-
gende Fertigkeit für alle Rescue Diver. Von Tauchern, die bis zu den
Kursen zum PADI Profi fortschreiten, wird verlangt, dass sie ihre
Vertrautheit mit dieser Fertigkeit demonstrieren.
Ziehe in Erwägung, diese Technik im Schwimmbad/ begrenzten
Freiwasser vorzustellen und dann zum Üben im Freiwasser überzu-
gehen. Organisiere die Übung, um das Abwerfen oder den Verlust
von Ausrüstung zu vermeiden. Halte die Taucher dazu an, mit
verschiedenen Techniken zu experimentieren und, falls möglich, mit
Opfern zu üben, die unterschiedliche Ausrüstungskonfigurationen
verwenden.

Leistungsanforderungen
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Die vier Schritte der Vorbereitung zur Wiederbelebung eines


Opfers, das sich an der Wasseroberfläche befindet, demon-
strieren.
2. Wiederbelebung im Wasser, wo das Stehen nicht mehr mög-
lich ist, demonstrieren.

l Mund-zu-Mund
l Mund-zu-Nase
l Mund-zu-Schnorchel
l Taschenmaske

3. In einer Wassertiefe, wo das Stehen nicht mehr möglich ist,


demonstrieren, wie sowohl vom Retter als auch vom Opfer
die Maske, Gewichte, Jacket und Flasche abgelegt werden,
ohne eine effektive Beatmung zu unterbrechen.

Vorgehen
1. Erste Demonstration und Üben in flachem Wasser durchführen.
2. Die Tauchschüler in zwei Gruppen „Opfer“ und „Retter“ teilen.
3. Künstliche Beatmung (vier Methoden) in voller Tauchausrü-
stung und in tiefem Wasser durchführen.
4. Unter Anwendung der persönlich besten Technik sollen die
Retter die Ausrüstung, soweit für ein an-Land-bringen notwen-
dig, ablegen, während weiterhin eine effektive künstliche Beat-
mung durchgeführt wird.

3-14
Übung der Fertigkeit und der Techniken
Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Bewusstloser Taucher an der Oberfläche (Prioritäten)

a. Feststellen, dass das Opfer keine Reaktionen zeigt.


b. Gesicht des Opfers aus dem Wasser bringen.
c. Auftrieb herstellen.
d. Atmung kontrollieren.

2. Beatmung im Wasser

a. Prioritäten

l Beachten, dass kein Wasser in die Luftwege gelangen


kann.
l Effektive und angemessene Beatmung durchführen.
l Körperliche Anstrengung unterlassen, um Erschöp-
fung zu vermeiden.

b. Auftrieb nur soweit herstellen, dass die Beatmungstechnik


effektiv und ohne Anstrengung durchgeführt werden kann.

l Achte darauf, dass das Jacket nicht zu stark gefüllt


wird.
l Meist genügt der Auftrieb des Tauchanzugs.
l Das Abwerfen der Gewichte des Opfers, gewöhnlich
auch des Retters wird angeraten.
l Zusätzlicher Auftrieb (Schwimmkörper, Jacket usw. )
ist häufig nützlich, wenn er zwischen Opfer und Retter
plaziert wird.

c. Richtige Positionen bei:

l Achsel-Stütze
l Nacken-Stütze
l Mund-zu-Nase

d. Beatmung

l Um ein Untertauchen des Opfers zu vermeiden, sollte


es in Richtung des Retters angehoben werden.
l Zwei kräftige Beatmungen geben.
l Entsprechend den Umgebungsbedingungen (Wellen-
gang usw. ), Mund bedecken, wenn nicht beatmet
wird.

3-15
e. Mund-zu-Schnorchel

l Diverse Schnorcheltypen wiederholen und bespre-


chen, welche für eine effektive Beatmung akzeptabel
sind.
l Die Haltung des Schnorchels, Handhaltung und Posi-
tion des Opfers besprechen.
l Immer mit der Mund-zu-Mund Beatmung beginnen
und dann auf Mund-zu-Schnorchel umstellen.

f. Gebrauch der Taschenmaske besprechen (Anleitung des


Herstellers beachten).

3. Ablegen der Ausrüstung

a. Effektive Beatmung hat stets Vorrang vor dem Ablegen der


Ausrüstung.
b. Welche Ausrüstung und wann diese abgelegt wird, hängt
ab von:

l Entfernung zum Ufer


l Art der Ausstiegsmöglichkeiten
l Körpergrösse des Opfers
l Körpergrösse und Fähigkeit des Retters
l Art der verwendeten Ausrüstung

c. Ausrüstung schrittweise oder in einzelnen kleinen Schrit-


ten ablegen, damit die Beatmung nicht unterbrochen wird.

Rescue Übung 8
Ausstieg mit bewusstlosem Taucher
Überblick
Diese Übung erlaubt es den Tauchschülern, verschiedene Aus-
stiegstechniken zu versuchen, die der örtlichen Freiwasserumge-
bung angepasst sind. Betone, dass die Körpergrösse des Retters
im Vergleich zu der des Opfers bei der Auswahl einer angemesse-
nen Technik einen wichtigen Gesichtspunkt darstellt. Wenn möglich,
führe diese Übung an einem Tauchplatz durch, der über verschie-
dene Uferstrukturen verfügt, um breitere Übungsmöglichkeiten für
Ausstiege zu bieten - zum Beispiel einen Sandstrand, an dem es
auch einen niedrigen Steg gibt.

3-16
Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Zeigen, wie man einen bewusstlosen Taucher, alleine und mit


Hilfe einer anderen Person, aus dem Wasser bringen kann, an
einem Platz, der für die lokalen Verhältnisse typisch ist.

Vorgehen
1. Staff demonstriert Ausstiegstechniken ohne Hilfe, die den örtli-
chen Gegebenheiten entsprechen.
2. Tauchschüler üben in Gruppen
3. Staff demonstriert Ausstiegstechniken mit Hilfe, die den örtli-
chen Gegebenheiten entsprechen.
4. Tauchschüler üben in Gruppen.

Übung der Fertigkeit und Techniken


Verwende die folgende Ausarbeitung um die Tauchschüler anzulei-
ten, während sie diese Fertigkeiten üben.

1. Allgemeine Überlegungen:

a. Für ein Opfer ohne Eigenatmung, ist die Aufrechterhaltung


einer kontinuierlichen Beatmung oberste Priorität.
b. Für ein Opfer mit Eigenatmung, ist der wichtigste Punkt
die ständige Beobachtung, um sicher zu sein, dass die
Atmung nicht plötzlich aussetzt.
c. Wenn die Beatmung unterbrochen werden muss:

l Niemals länger als 30 Sekunden unterbrechen


l Falls möglich, vor der Unterbrechung zwei volle, kräf-
tige Beatmungen geben und danach die Beatmung
wieder mit zwei vollen, langsamen Beatmungen begin-
nen.

d. Sobald als möglich Hilfe rufen.

2. Techniken für Ausstieg ans Ufer

a. Hinterherziehen (vielleicht günstigste Möglichkeit für


kleine Retter)
b. Feuerwehr-Tragegriff
c. Hüft-Tragegriff
d. Rücken-Tragegriff

3-17
e. Brandungsausstieg (falls in der Gegend vorhanden) mit
und ohne Hilfe
f. Ausstieg an Felsen (Falls in der Gegend vorhanden) mit
und ohne Hilfe
g. Zwei-Mann-Tragegriff
h. Alle anderen Trage-und Ausstiegstechniken entsprechend
den örtlichen Gegebenheiten

3. Techniken für Ausstieg aus dem Wasser in ein Boot, auf einen
Steg oder steiles Ufer

a. Hinaufrollen
b. Einsatz einer Trage (falls vorhanden)
c. Standardisierte Rettungsschwimmer-Methode
d. Mit dem Opfer eine Leiter hochklettern (falls vorhanden)
e. Alle anderen Trage- und Ausstiegstechniken entsprechend
den örtlichen Gegebenheiten

Rescue Übung 9
Erste-Hilfe bei druckbedingten Verletzungen
Überblick
In dieser Übung leisten die Tauchschüler einem Taucher mit einer
Dekompressions-Erkrankung Erste-Hilfe. Lasse die Taucher ein Sau-
erstoff-System aufbauen und betone nachdrücklich die Bedeutung
von Sauerstoff bei Tauchunfällen. Halte, falls möglich, verschiedene
Sauerstoff-Systeme und Taschenmasken für zusätzliches Üben
bereit.

Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Die empfohlenen Erste-Hilfe-Massnahmen bei Verdacht auf


Verletzungen durch Lungenüberdehnung oder bei Dekompres-
sions-Unfällen demonstrieren.

Vorgehen
1. PADI Arbeitstafel für Tauchunfälle wiederholen.
2. Die korrekte Lagerung des Opfers demonstrieren und üben.
Den Gebrauch einer Trage und anderer behelfsmässiger Gegen-
stände zur Bequemlichkeit des Patienten besprechen.
3. Vorgehen und Regeln für den Gebrauch eines atmungsabhängi-
gen Sauerstoff-Systems und/ oder eines konstant strömenden
Gerätes wiederholen.

3-18
4. Gebrauch der Taschenmaske beim Einsatz mit Sauerstoff bei
der künstlichen Beatmung besprechen.
5. Thema Notfall-Management aus Teil 3 des Rescue Diver Manu-
als wiederholen.

Rescue Übung 10
Hilfsaktion von Land/
Boot aus - bewusstloses Opfer
Überblick
Diese Übung kombiniert die meisten der Fertigkeiten, welche die
Tauchschüler bei vorangegangenen Übungen gelernt haben. Sie
bezieht die Beurteilung einer Notsituation, die Organisation eines
Plans und die Hilfeleistung für einen bewusstlosen, nicht mehr
atmenden Taucher von einem Boot oder vom Ufer aus, mit ein.
Das Ziel ist es, den Tauchschülern eine Möglichkeit zu geben, in
einem realistischen Szenario all die Fertigkeiten und das Wissen
anzuwenden, welches sie bisher im Kurs erworben haben.

Leistungsanforderungen
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Zeigen, wie man im Wasser beatmet, wie man mit dem


Opfer einen Ausstieg aus dem Wasser macht und wie die
weiteren Erste-Hilfe-Massnahmen unter realistischen Bedin-
gungen angewendet werden, der Retter darf von weiteren
Helfern ein wenig unterstützt werden.

Vorgehen
1. Die Tauchschüler in 4-Mann-Teams aufteilen (Opfer, Retter,
Hilfspersonal und eine Person, die die Ausrüstung übernimmt).
2. Opfer und Ausrüstungs-Assistenten gehen etwa 50-100 Meter
vom Ufer entfernt in Position. Opfer simuliert Bewusstlosigkeit
an der Oberfläche.
3. Der Retter (ohne Pressluftgerät) geht ins Wasser, leitet die
Hilfsaktion ein und beginnt im Wasser mit der Beatmung.
4. Der Retter transportiert das Opfer in Richtung Ufer/ Boot, legt
dabei die Ausrüstung, die nicht mehr erforderlich ist, ab.
5. In Ufer-/Bootsnähe ruft der Retter die Hilfsperson herbei. Mit
Hilfe dieses Assistenten wird das Opfer, während die Beat-
mung ständig weitergeführt wird, aus dem Wasser geborgen
und die entsprechenden Erste-Hilfe-Massnahmen werden ein-
geleitet. (Nehme an, dass das Opfer nicht mehr atmet, der
Kreislauf jedoch funktioniert)

3-19
6. Die Rollen werden getauscht und die Übung wiederholt.

Rescue Übung 11
Tauchunfall-Simulation Eins (Unterwassersuche)

Überblick
In dieser Übung wird von den Tauchschülern erwartet, in einer
Situation, in der ein Taucher vermisst wird, mit wenig oder ganz
ohne Anleitung des Ausbildungsteams korrekt zu reagieren. Dieses
Szenario ermöglicht es ihnen, die in den vorangegangenen Übungen
entwickelten Techniken des Notfall-Managements und der Unterwas-
sersuche auf realistische Weise anzuwenden. Betone, dass es sich
hierbei nicht um eine Prüfung handelt, sondern um eine Gelegen-
heit, die Fertigkeiten zu üben und zu verstärken. Wiederhole das
Szenario so oft wie nötig, um das Selbstvertrauen der Tauchschüler
aufzubauen, ihre Leistung zu verbessern und allen zu ermöglichen,
dabei verschiedene Rollen zu übernehmen.

Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:

1. Durch Teilnahme an einem simulierten Unfall die Massnah-


men zur Auffindung eines vermissten Tauchers demonstrie-
ren. Das Vorgehen muss folgendes beinhalten:

a. Befragen des Tauchpartners und logische Schlüsse aus


den erhaltenen Informationen ziehen.
b. Organisation und Durchführung einer raschen, effektiven
Suche nach dem vermissten Taucher (über und unter
Wasser).

Vorgehen
1. Ein Taucher (Mitglied des Ausbildungsteams) erscheint an der
Wasseroberfläche und gibt an, dass er den Kontakt zu seinem
Tauchpartner verloren hat.
2. Es gibt keine exakten Angaben zu Zeit und Tiefe.
3. In der Vorbesprechung der Übung sollten nur wenig zusätzliche
Anweisungen gegeben werden (welche darüber hinausgehen,
zu bestimmen, wer bei der Suche der Verantwortliche sein
soll); bei dieser Übung soll der Grad der Bereitschaft und
der Reaktion des Tauchschüler bewertet werden. Das Aus-
bildungsteam soll, sobald die Übung angelaufen ist, ausser
Hinweisen bezüglich der Sicherheit keine zusätzlichen Kom-
mentare geben.

3-20
4. Der „vermisste Taucher „ sollte keine Person sein, sondern
eher ein grosser Gegenstand, da die aufsteigenden Luftblasen
eines Tauchers seine Position verraten würden. Dies muss den
Tauchschülern in der Vorbesprechung mitgeteilt werden.

Beurteilungskriterien
Beantworte folgende Fragen, um die Leistung der Tauchschüler zu
beurteilen:

1. Wurden Aufgaben und Tätigkeiten rasch zugewiesen?


2. Wurden alle notwendigen Aufgaben verteilt? (Beobachtungspo-
sten und Schnorchler, die die Suche einleiten und das Gebiet
markieren; Taucher mit Gerät und Suchausrüstung, usw.).
3. War die Suchtechnik dem entsprechenden Tauchgebiet ange-
passt? Wenn nicht, warum?
4. Wurde die Suche effektiv und erfolgreich durchgeführt? Wenn
nicht, warum?
5. Wurde das „Opfer“ gefunden? Wenn ja, wie lange hat es
gedauert, seit der Benachrichtigung des Verantwortlichen?
Wenn nicht, wie lange wurde die Suche durchgeführt, bis der
Verantwortliche die „zuständigen Stellen„ alarmiert hat?
6. Wie war die Gesamtbeurteilung der Übung?

Rescue Übung 12
Tauchunfall-Simulation Zwei (Hilfeleistungen,
Ausstieg und Unfall-Management)
Überblick
Diese Übung verlangt von den Tauchschülern, all die Fertigkeiten
und das Wissen anzuwenden, welches sie sich im Lauf des Kurses
angeeignet haben, um eine Tauch-Unfall-Situation zu managen.
Das Ziel ist es, die Fähigkeit der Tauchschüler zu entwickeln und
zu beurteilen, als Gruppe von Tauchern zusammenzuarbeiten, um
einen verletzten Taucher auf effektive Weise zu retten. Betone,
dass es sich hierbei nicht um eine Prüfung handelt, sondern um
eine Gelegenheit, die Fertigkeiten zu üben und zu verstärken. Wie-
derhole das Szenario so oft wie nötig, um das Selbstvertrauen der
Tauchschüler aufzubauen, ihre Leistung zu verbessern und allen zu
ermöglichen, dabei verschiedene Rollen zu übernehmen.

3-21
Leistungsanforderung
Am Ende dieser Lektion wird der Tauchschüler folgendes können:
Durch Teilnahme an einem simulierten Unfall demonstrieren, wie
man eine Gruppe von Tauchern koordiniert, um einen bewusstlo-
sen, nicht mehr atmenden Taucher zu finden, an die Oberfläche
zu bringen, zu transportieren und an Land bzw. auf ein Boot
zu bringen, durch Anwendng geeigneter Erste-Hilfe-Massnahmen,
überlegter Auswahl der Ausstiegsstelle und Anforderung medizini-
scher Hilfe.

Vorgehen
1. Ein Taucher (Mitglied des Ausbildungsteams) taucht an der
Wasseroberfläche auf, gibt Zeichen oder ruft um Hilfe und
verschwindet dann ganz plötzlich wieder von der Oberfläche.
2. Das „Opfer“ sinkt auf den Grund und liegt dort bewegungslos;
es wird hierbei Bewusstlosigkeit simuliert (das „Opfer“ atmet
dabei normal). Instruiere die Tauchschüler, sie sollen anneh-
men, dass das Opfer nicht mehr atmet.
3. Bei der Vorbesprechung der Übung sollten darüber hinaus
wenig weitere Anweisungen gegeben werden (welche darüber
hinausgehen, zu bestimmen, wer bei der Rettungsaktion der
Verantwortliche sein soll). Bei dieser Übung soll der Grad
der Bereitschaft und der Reaktion bewertet werden. Das Aus-
bildungsteam soll, sobald die Übung angelaufen ist, ausser
Hinweisen bezüglich der Sicherheit keine zusätzlichen Kom-
mentare geben.
4. Die Tauchschüler müssen die entsprechenden Massnahmen
einleiten, um die folgenden Punkte erfolgreich durchzuführen:

a. Opfer vom Grund zur Oberfläche bringen.


b. Opfer künstlich beatmen.
c. Opfer transportieren und Ausrüstung ablegen.
d. Opfer aus dem Wasser bringen.
e. Die notwendigen Erste-Hilfe-Massnahmen durchführen.
f. Das gesamte Geschehen an der Unfallstelle kontrollieren
und entsprechend nötige Hilfe anfordern.

Beurteilungskriterien
Beantworte folgende Fragen, um die Leistung der Tauchschüler zu
beurteilen:

1. Wurde die Art der Notsituation richtig erkannt?


2. Wurden Aufgaben und Tätigkeiten rasch zugewiesen?

3-22
3. Wurden alle notwendigen Aufgaben verteilt?
4. Waren die Techniken, das Opfer zur Oberfläche zu bringen,
richtig und korrekt angewandt? Wenn nicht, warum?
5. Wurde die Beatmung sofort eingeleitet und effektiv, mit der
richtigen Frequenz, durchgeführt? Wenn nicht, Probleme ver-
merken.
6. Wurde das Ablegen der Ausrüstung in sinnvoller Weise durch-
geführt? Wenn nicht, Probleme vermerken.
7. War die verwendete Ausstiegstechnik effektiv und der jeweili-
gen Situation/ Örtlichkeit angepasst? Wenn nicht, warum?
8. Wurde richtige und effektive Erste-Hilfe geleistet? Wenn nicht,
was hätte getan werden müssen?
9. War die Gesamtsituation an der Unglücksstelle unter Kon-
trolle? Wenn nicht, was hätte getan werden können?
10. Wurden die zuständigen Stellen alarmiert?
11. Wie lange hat die gesamte Übung von Anfang bis Ende
gedauert?
12. Wie war die Gesamtbeurteilung der Übung?

3-23
ANHANG RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Anhang
Divers Alert Network A-3

Rescue Diver Final Exam - Antwortschlüssel A-6

Rescue Diver Final Exam - Antwortblatt A-7

Rescue Diver Manual Wiederholungsfragen - Antwortschlüssel A-9

Rescue Diver Kurs Training Dokumentationsbogen A-21

Die Formulare dieses Anhangs dürfen von PADI-Mitgliedern für den Gebrauch in
PADI-Kursen kopiert werden, nicht aber für den Verkauf oder zur
Gewinnerzielung. Ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung durch PADI
dürfen keine anderen Reproduktionen angefertigt werden.

A-1
ANHANG RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

A-2
ANHANG RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Name Datum

ANTWORTBLATT - RESCUE DIVER SCHLUSSTEST


ANLEITUNG: Fülle nach Auswahl deiner Antwort das Feld unter dem richtigen Buchstaben komplett aus. Wenn ein Fehler
gemacht wurde, radiere ihn aus oder durchkreuze ihn mittels eines schwarzen X. Datiere jeden Test.

A B C D A B C D
1. q q q n 31. q Richtig n Falsch
2. q q q n 32. q Richtig n Falsch
3. q q n q 33. q n q q
4. q Richtig n Falsch 34. q n q q
5. n q q q 35. q n q q
6. q n q q 36. q Richtig n Falsch
7. n Richtig q Falsch 37. q q q n
8. n q q q 38. n q q q
9. q n q q 39. q n q q
10. q q n q 40. q n q q
11. q q q n 41. q q q n
12. q n q q 42. q Richtig n Falsch
13. q q n q 43. q Richtig n Falsch
14. 4 2 1 3 44. n q q q
15. q q q n 45. q q n q
16. n q q q 46. q q q n
17. q q q n 47. q n q q
18. n q q q 48. n q q q
19. q n q q 49. q q q n
20. q q n q 50. n Richtig q Falsch
21. q n q q 51. q q n q
22. 2 3 1 52. q q n q
23. q q q n 53. q q q n
24. q q n q 54. q q n q
25. q n q q 55. q q q n
26. q q n q 56. q q n q
27. q q q n 57. q n q q
28. q n q q 58. q n q q
29. q q q n 59. q q q n
30. q n q q 60. q q n q

A-6
ANHANG RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Name Datum

ANTWORTBLATT - RESCUE DIVER SCHLUSSTEST


ANLEITUNG: Fülle nach Auswahl deiner Antwort das Feld unter dem richtigen Buchstaben komplett aus. Wenn ein Fehler
gemacht wurde, radiere ihn aus oder durchkreuze ihn mittels eines schwarzen X. Datiere jeden Test.

A B C D A B C D
1. q q q q 31. q Richtig q Falsch
2. q q q q 32. q Richtig q Falsch
3. q q q q 33. q q q q
4. q Richtig q Falsch 34. q q q q
5. q q q q 35. q q q q
6. q q q q 36. q Richtig q Falsch
7. q Richtig q Falsch 37. q q q q
8. q q q q 38. q q q q
9. q q q q 39. q q q q
10. q q q q 40. q q q q
11. q q q q 41. q q q q
12. q q q q 42. q Richtig q Falsch
13. q q q q 43. q Richtig q Falsch
14. _ _ _ _ 44. q q q q
15. q q q q 45. q q q q
16. q q q q 46. q q q q
17. q q q q 47. q q q q
18. q q q q 48. q q q q
19. q q q q 49. q q q q
20. q q q q 50. q Richtig q Falsch
21. q q q q 51. q q q q
22. _ _ _ 52. q q q q
23. q q q q 53. q q q q
24. q q q q 54. q q q q
25. q q q q 55. q q q q
26. q q q q 56. q q q q
27. q q q q 57. q q q q
28. q q q q 58. q q q q
29. q q q q 59. q q q q
30. q q q q 60. q q q q

Erklärung des Tauchschülers: Die nicht korrekt beantworteten Fragen wurden mit mir besprochen und ich habe diese
verstanden.

Unterschrift Tauchschüler Datum

A-7
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 1
— Antwortschlüssel —

Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.

1. Liste drei Bereiche der Vorbereitung auf, die deine Selbstrettungsfähigkeit erhöhen.
1. Physische Vorbereitung
2. Mentale Vorbereitung
3. Ausrüstungsvorbereitung

2. Liste drei Verfahrensweisen beim Tauchen auf, die beim Tauchen Probleme verhindern
helfen.
1. Kontrolle deiner Ausrüstung
2. Antizipation von Problemen
3. Frühzeitiges Erkennen von Problemen

3. Erkläre, welche Schritte du unternehmen solltest, wenn du beim Tauchen mit einem
Problem konfrontiert wirst.
1. Stoppen
2. Atmen
3. Nachdenken
4. Handeln

4. Liste vier spezifische Fertigkeiten auf, die deine Selbstrettungsfähigkeit erhöhen.


1. Krampf lösen
2. An der Oberfläche Auftrieb herstellen
3. Gebrauch einer alternativen Luftversorgung
4. Verfahren zur Wiederherstellung deiner Orientierung

5. Liste sieben Ursachen und Symptome von physischem Stress auf.


1. Erkältung
2. Seekrankheit
3. Stickstoff-Narkose
4. Ermüdung
5. Krankheit / Verletzung
6. Medikamente (Drogen) / Alkohol
7. Schlecht sitzende oder angepasste Ausrüstung

6. Liste drei Beispiele von psychischem Stress auf, der durch physischen Stress verursacht
wurde.
1. Schlecht sitzende Ausrüstung
2. Überanstrengung
3. Erschöpfung

A-9
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

7. Liste vier Beispiele psychischer Stressursachen auf, die kein physischer Stress sind.
1. Überfrachtung mit Aufgaben
2. Gruppendruck
3. Vorstellung, dieser Tauchgang liege ausserhalb der Fähigkeiten
4. Eingebildete Gefahren

8. Definiere den Begriff „vermindertes Wahrnehmungsvermögen“.


Zustand, in dem der gestresste Taucher Dinge übersieht, die er normalerweise
klar erkennt

9. Beschreibe die psychologischen und physiologischen Effekte, die hoher Stress beim
Taucher bewirken kann.
Angst, Ablenkung / Übelkeit, Durchfall, Harndrang /
grosse Anspannung, Muskelzittern, Kopfschmerzen /
erhöhte Herz- und Atemfrequenz / Hyperventilation

10. Liste die zwei Schritte auf, die man anwendet, um Stress bei einem Taucher zu erkennen.
1. Den Stress beobachten
2. Den Stress verifizieren

11. Erkläre, was du tun solltest, wenn du bei einem Taucher Stress erkennst.
Zu analytischem Problemlösungsdenken ermutigen, d.h. zum Stoppen, Atmen,
Nachdenken und Handeln veranlassen.

Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-10
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 2
— Antwortschlüssel —

Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.

1. Beschreibe die Unterschiede zwischen Sauerstoffgeräten mit atmungsabhängigem


Ventil und solchen mit konstant strömendem Sauerstoff.
1. O2 strömt nur, wenn der Patient einatmet — Verschwendung von O2
minimal
2. O2 strömt ununterbrochen — verschwenderischer Umgang mit O2

2. Liste die Schritte der Erstuntersuchung in der Reihenfolge ihrer Priorität auf.
1. Beurteile die Situation 5. Überprüfe die Atmung
2. Stelle die Reaktion fest 6. Überprüfe den Puls (Kreislauf)
3. Verständige den Rettungsdienst 7. Untersuche auf Blutungen
4. Öffne die Atemwege 8. Schock-Management
3. Beschreibe, wie man die Atemwege öffnet, und erkläre die Verfahrensweise bei der
Atemspende.
a. Kieferwinkelgriff b. Neigen des Kopfs / Anheben des Kinns
• Atemspende Mund-zu-Taschenmaske bzw. Mund-zu-Mund
• Schaue, ob sich die Brust hebt und senkt; höre, ob Patient atmet;
fühle, ob du seine Ausatemluft an deinem/r Ohr / Wange spüren kannst
• Beatme alle 5 Sekunden
4. Beschreibe die Verfahrensweisen, die Positionierung und das Verhältnis
Kompressionen zu Beatmungen bei HLW.
1. Schwertfortsatz suchen, 2 Finger daneben Handballen auf Brustbein
2. Andere Hand darauf, Schultern direkt darüber, Arme gestreckt
3. Brustbein 3-4 cm eindrücken
4. 15:2 bei 80-100 pro Minute
5. Beschreibe die primäre Methode zur Kontrolle einer starken Blutung.
Direkter Druck auf die Wunde
6. Erkläre was zu tun ist, wenn bei einem Patienten Verdacht auf Genick- oder
Rückgratsverletzung besteht.
1. Patient nicht bewegen und ihn auffordern, sich nicht zu bewegen
2. Drehen: Kopf und Körper als eine Einheit drehen
3. Öffnen der Atemwege: Kieferwinkelgriff
4. Zweituntersuchung: bei Schmerzen Untersuchung abbrechen,
Kopf und Hals immobilisieren
5. Schock: Beine nicht anheben

A-11
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

7. Nenne die Unterschiede zwischen Hitzschlag und Hitzeerschöpfung, und


beschreibe die Erste Hilfe für beide.
Hitzschlag: Unmittelbar lebensbedrohender Notfall! Temperatur stark erhöht;
Schwitzen nicht unbedingt; Haut heiss, trocken errötet; Puls erst schnell
und stark, dann abfallend; Krämpfe; Bewusstlosigkeit
Hitzeerschöpfung: Temperatur nahezu normal; starkes Schwitzen; Haut
feuchtkalt; Puls erhöht; Übelkeit; schwindlig, schwach; Ohnmacht
Erste Hilfe: kühler Ort; Anzug ausziehen; viel trinken; kühlen
8. Beschreibe die Symptome von Hypothermie und erkläre, welche Schritte als Erste
Hilfe zu ergreifen sind.
Symptome: zittern; taubes Gefühl in Fingern, Lippen, Zehen sowie deren
Blaufärbung; Taucher verliert Koordinationsfähigkeit, wird schwach und
verwirrt; Puls schwach oder nicht feststellbar; Bewusstlosigkeit
Erste Hilfe: warmer Platz; Anzug ausziehen, abtrocknen; Nacken,
Achselhöhlen, Leistengegend: Wärme zufügen
9. Nenne fünf Anzeichen und Symptome, die auf eine Verletzung durch ein giftiges
aquatisches Lebewesen hinweisen können.
Unerträgliche Schmerzen, örtliche Schwellungen / Striemen, Entzündungen,
Schwäche, Übelkeit, Gefühllosigkeit, Krämpfe, Lähmung, Verwirrung,
Bewusstlosigkeit, Atem- / Herzstillstand
10. Benenne die häufigste Ursache von Lungenüberdehnungsverletzungen.
Taucher geht die Luft aus — hält beim Aufstieg den Atem an
11. Beschreibe die Anzeichen und Symptome von DCI und die Erste-Hilfe-Verfahren,
die du bei Verdacht auf DCI befolgen solltest.
Luftembolie: Anzeichen: blutiger Schaum vor dem Mund, Atemlosigkeit,
Husten, Persönlichkeitsveränderungen; Atem- /Herzstillstand
Symptome wie bei Gehirnschlag: verschwommenes Sehen; Schwindel;
Verlust der Koordinationsfähigkeit; plötzliche Bewusstlosigkeit;
Mediastinales Emphysem: Schmerzen unter dem Brustbein; Kurzatmigkeit
und andere Atembeschwerden; Ohnmacht, Schock und Cyanose
Subkutanes (Unterhaut-) Emphysem: Völlegefühl in der Halsgegend;
Klangveränderungen der Stimme; ein Anschwellen um den Hals;
Schwierigkeiten beim Schlucken; knisterndes Gefühl, wenn die Haut
bewegt wird
Pneumothorax: starke Brustschmerzen; extreme Atemschwierigkeiten;
unregelmässiger Puls
Erste Hilfe: liegende Position, Sauerstoff (möglichst 100%),
ggf. Atemspende / HLW

Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-12
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 3
— Antwortschlüssel —
Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.
1. Nenne drei Bereiche, die du vorbereiten kannst um bereit zu sein, einen Notfall zu
managen, und erläutere jeden der Bereiche.
1. Dich selbst, als Retter: 1. physisch — Ausdauer und Kraft durch gesunde
Ernährung und regelmässigen Sport; 2. theoretische Kenntnisse und
praktische Fertigkeiten — MEDIC FIRST AID Kurs und Rescue Diver
Kurs, Weiterbildung durch Workshops und Literatur; 3. mentale
Vorbereitung — in neuen Umgebungen gedanklich durchspielen, was zu
tun wäre, wenn ...
2. Die Rettungsausrüstung: Erste Hilfe Kit und Sauerstoffausrüstung
bereithalten, anderes vor Ort improvisieren (z.B. Tisch als Trage);
Ausrüstung nicht nur haben, sondern auch damit umgehen können
3. Informationen: Notfall-Kontaktinformationen über den betreffenden
Tauchplatz vorab im Notfallplan notieren, damit klar ist, wer und wo „für
den Fall dass“ anzurufen ist. Informationen über Taucher (Brevetstufe,
Taucherfahrung) durch Gespräche in Erfahrung bringen und merken.
Potentiell sicherheitsgefährdende Informationen ggf. an zuständigen
Divemaster weitergeben, betr. Taucher im Auge behalten
2. Nenne acht spezielle Ausrüstungsteile, die in einer Rettungssituaton von Nutzen
sein können, und erläutere ihren Verwendungszweck.
1. Fernglas — um Taucher an der Oberfläche auszumachen und die Suche
nach einem vermissten Taucher zu koordinieren
2. Klemmbrett mit Schreibstift und Papier — um zu notieren, was wem, wann
und wo passiert ist
3. Surfbrett, Brett zum Wellenreiten, Rettungsschwimmkörper o.ä. — um
jemandem schwimmend zu Hilfe zu kommen
4. Leine — um sie Tauchern an der Oberfläche zuzuwerfen, um Opfer aus
dem Wasser zu ziehen, für eine Unterwassersuche und für andere Zwecke
5. Grundverankerung — zur Markierung des Ausgangspunktes für ein
kreisförmiges Unterwassersuchmuster
6. Taucherkompass — zum Navigieren bei einer Unterwassersuche mittels
viereckigem Spiralmuster oder „U“-Muster
7. Markierungsbojen — um den Ausgangspunkt für die Suche nach einem
vermissten Taucher zu markieren
8. Signalmittel — für die Hilfeanforderung von Boot zu Boot
9. Signalpfeife — zur Alarmierung über eine grössere Entfernung
10. Megaphon — um eine Rettungsaktion in einem grösseren Gebiet zu
koordinieren
11. Funkgerät — zur Benachrichtigung des Rettungsdienstes
12. Tragbares / öffentliches Telefon — zur Benachrichtigung des
Rettungsdienstes
13. U/W-Rückrufsystem — um in einem Notfall oder am Ende der Suche nach
einem vermissten Taucher alle Taucher zum Boot oder an das Ufer
zurückzurufen

A-13
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

3. Beschreibe einen Notfallplan, einschliesslich der Informationen, die er enthalten


sollte und der Stelle, wo du diese Informationen vorzugsweise aufbewahren solltest.
Notfallplan enthält Kontaktinformationen für örtlichen Rettungsdienst und
eine Druckkammerbehandlung sowie Funk-Notruffrequenzen — im Erste
Hilfe Kit aufbewahren; PADIs wasserfeste Arbeitstafel „Tauchunfall-
Management“ verwenden
4. Erläutere zwei mögliche Rollen, die von einem Rescue Diver im Falle eines
Tauchunfalls möglicherweise zu übernehmen sind.
1. Qualifizierter Rettungsassistent (wenn höher qualifizierte Person
anwesend)
2. Manager am Unfallort (wenn keine Person wie unter a) anwesend)
5. Lege die sechs grundlegenden Schritte für das Managen eines Tauchnotfalls dar.
1. Die Situation beurteilen
2. Gemäss Notfallplan handeln
3. Aufgaben delegieren
4. Lebensrettende Sofortmassnahmen ergreifen oder Erste Hilfe leisten
5. Den Unfallort kontrollieren
6. Den Patienten evakuieren
6. Beschreibe die Verfahrensweise für die Evakuierung eines Patienten von einem
Boot.
Boot und Helikopter müssen miteinander kommunizieren (Funk, Hand- /
Leuchtsignale); Pilot dirigiert das Boot (welchen Kurs, wie schnell); Bootsdeck
leerräumen / Objekte befestigen bzw. unter Deck bringen; Patient Auftriebs-
mittel anlegen, Sauerstoff ggf. mitgeben; vom Helikopter herabhängende
Leine bzw. Korbtrage auf keinen Fall anfassen, bevor diese Kontakt zum Boot
haben (elektrische Entladung) — lebensgefährlich (!); zum Positionieren der
Trage ggf. Verbindung zwischen Trage und Helikopter lösen; Abstand halten,
wenn Helikopter mit Patient steigt und sich entfernt; Pilot bitten, so niedrig
wie möglich zu fliegen

Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-14
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 4
— Antwortschlüssel —
Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.

1. Was ist die gewöhnlichste Ursache von Ausrüstungs-bezogenen Problemen?


Fehlerhafter Gebrauch der Ausrüstung — Fehler des Tauchers, nicht Versagen
der Ausrüstung
2. Nenne und erkläre sechs allgemeine Ursachen für Ausrüstungsproleme.
1. Der Taucher verwendet ihm nicht vertraute, spezielle Ausrüstung, ohne zuvor
deren richtigen Gebrauch zu erlernen.
2. Der Taucher benutzt Ausrüstung, die ihm nicht richtig passt.
3. Der Taucher verwendet statt akzeptierter Standardausrüstung
selbsthergestellte, behelfsmässige oder veraltete Ausrüstung.
4. Dem Taucher fehlt Ausrüstung, die für die betreffende Tauchumgebung
unabdingbar ist, oder er verwendet die falsche Ausrüstung.
5. Der Taucher modifiziert in beträchtlichem Ausmass die Ausrüstung.
6. Der Taucher sorgt nicht für die richtige Pflege und Wartung seiner
Ausrüstung.
3. Benenne jeweils zwei Ursachen, die zu Problemen mit folgender Ausrüstung führen
können: Maske, Schnorchel, Flossen, Tauchanzug, Jacket, Gewichtssystem,
Tauchgerät.
Maske: schlechter Sitz, Haare oder Bart unter dem Rand, brüchiger Maskenrand
Verlust: wenn schlechte Positionierung oder fallengelassen
Schnorchel: leckendes Ausblasventil, falsche Positionierung im Mund / am Kopf
Verlust: wenn nicht an Maske befestigt oder kein Schnorchelhalter
Flossen: zu gross oder zu steif, Band gerissen / abgerutscht / lose / zu straff
Verlust: in Brandung
Tauchanzug: schlechter / zu enger Sitz, Riss oder Loch, Reissverschluss defekt,
undichte Naht, neuer Anzug, zu wenig Blei, ungewohnter Gebrauch in
Salzwasser
Jacket: Loch in Luftkammer, ausgerissener Faltenschlauch, fehlendes / defektes /
leckendes / verstopftes Ventil, Schlauch eingeklemmt
Gewichtssystem: Gurt zu lang / Ende eingeklemmt bzw. verknotet, Verschluss
klemmt, Gurt nicht richtig in Schnalle
Verlust: Anpassungsversuch U/W, Verschluss verhakt und aufgesprungen
Tauchgerät: schlechte Wartung, kein / ungenauer Finimeter, Ventil nicht / nicht
ganz geöffnet, Reserve nicht aktiviert, abblasender Automat, geplatzter
Schlauch, O-Ringe / Verbindungen undicht, Fremdkörper im Automat,
Einfrieren, Mundstück defekt / lose, Membran lose / beschädigt, Ausblasventil
hängt, Flaschenhalterung nicht richtig eingestellt / in trockenem Zustand
geschlossen, Doppelflaschenhalterung locker
4. Erläutere, wie die in Frage 2 angesprochenen Probleme vermieden werden können.
Merksatz: Die Kontrolle der Ausrüstung vor dem Tauchgang und eine
angemessene Wartung spielen Hauptrollen bei der Vermeidung von Unfällen
und sollten daher nicht vernachlässigt werden.

A-15
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

5. Beschreibe kurz, wie folgende Ausrüstung funktioniert, und wie Probleme damit
vermieden werden können:
Lungenautomat:
Die Luft aus der Pressluftflasche strömt in die erste Stufe des Lungenautomaten.
Die erste Stufe reduziert den Flaschendruck auf einen Mitteldruck, den sie an die
zweite Stufe des Automaten, die zweite Stufe der alternativen Luftversorgung und
Inflatoren weitergibt. Ebenso versorgt der Hochdruck aus der Flasche den
Finimeter. Wenn man aus der 2. Stufe einatmet, „saugt“ man die Membran (siehe
Darstellung) ein wenig nach innen, wodurch sich das „Downstream“-Ventil öffnet
und Luft zum Atmen freigibt. Wird ausgeatmet, kehrt die Membran in ihre
normale Position zurück, wodurch das Ventil sich wieder schliesst. Die
ausgeatmete Luft verlässt die 2. Stufe durch Einweg-Ausblasventile.
Problemvermeidung: Nach dem Tauchgang spülen — regelmässige Wartung.
Finimeter:
Der Hochdruckschlauch von deiner ersten Stufe leitet den hohen Druck aus
deiner Pressluftflasche direkt zum Finimeter. Bei einem konventionellen
Finimeter strömt die Luft in ein flexibles Metallröhrchen, das eine Spiralform,
eine C-Form oder eine ähnlich gebogene Form aufweist; dieses Metallröhrchen
wird als Bourdon-Röhre bezeichnet. Der Druck versucht das Röhrchen gerade zu
biegen, so wie sich eine Karnevals-Papiertröte aufrollt, wenn man hineinbläst. Die
Biegung der Röhre ändert sich, und als Reaktion bewegt sich die Nadel deiner
Finimeteranzeige. Je mehr Druck, desto mehr begradigt sich die Bourdon-Röhre,
und auf der Anzeige wird ein höherer Druck angezeigt. Der Finimeterteil des
Tauchcomputers verwendet keine Bourdon-Röhre, sondern einen elektronischen
Druckwandler. Druckänderungen bewirken eine Veränderung des elektrischen
Widerstandes im Druckwandler, den der Computer misst, um den Druck zu
bestimmen und auf dem Display anzuzeigen.
Problemvermeidung: Finimeter nicht herumbaumeln lassen; Hochdruckschlauch,
Verschraubungen und O-Ringe bei der Wartung des Lungenautomaten mit
inspizieren lassen.
6. Erläutere die Vor- und Nachteile, wenn in einem ohne-Luft-Notfall der Luftspender
dem Empfänger die alternative zweite Stufe bzw. seine primäre zweite Stufe
überlässt.
alternative Stufe wird gegeben:
Vorteil: Luftspender behält immer seine Luftversorgung
Nachteil: ggf. Zeitverzögerung, bis Stufe gefunden ist, wenn nicht gut sichtbar
befestigt
primäre Stufe wird gegeben:
Vorteil: kein Zweifel, dass diese Stufe funktioniert; Empfänger findet sie schnell
Nachteil: beide sind kurzzeitig ohne Luftversorgung; längerer Schlauch an
alternativer zweiter Stufe ist unpraktisch
7. Liste sechs Typen von Verschlüssen auf, die gewöhnlich bei Tauchausrüstung
anzutreffen ist.
Schnellabwurfschnalle, Clip-Scnellverschluss, Klettverschluss (Velcro),
Flaschenhalterung, Inflator-Schnellanschluss, Integrierte Gewichtsabwurf-
einrichtungen
Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-16
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 5
— Antwortschlüssel —
Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.

1. Nenne und beschreibe die Anzeichen und Symptome, die darauf hinweisen können,
dass ein Taucher an der Oberfläche ein Problem hat.
Gegen Strömung ankämpfen, schwere Ausrüstung schleppen, auf Signale nicht
reagieren, Änderungen im Flossenschlag, „Radfahren“, Schwimmen mithilfe der
Hände, Zurückbleiben hinter dem Buddy, Festhalten an Seil oder Leiter, Husten,
Würgen, Hochwerfen der Arme, starkes Wassertreten, „Hundeschwimmstil“, Maske
vom Gesicht, Lungenautomat aus dem Mund, Versuch auf irgendetwas oder
irgendjemanden draufzuklettern

2. Nenne und beschreibe die Anzeichen und Symptome, die darauf hinweisen können,
dass ein Taucher unter Wasser ein Problem hat.
Schnelles Atmen, unbeholfenes Flossenschlagen, weit geöffnete Augen, schnelles
Atmen, vertikale Position, ruckartige Bewegungen, Gebrauch der Hände zum
Schwimmen, Sinken beim Schwimmen zur Oberfläche, Maske vom Gesicht,
Lungenautomat aus dem Mund, Schiessen zur Oberfläche

3. Erkläre, weshalb bei einer Rettung die Sicherheit des Retters Priorität vor der
Sicherheit des Opfers hat.
1. Wenn du dich selbst in Schwierigkeiten befindest, bist du nicht mehr in der Lage,
jemandem anderen zu helfen.
2. Wenn keine weiteren Personen anwesend sind, gibt es niemanden, um die Rettung
durchzuführen — weder die des Opfers noch deine, und es ist dann auch niemand
mehr da, der weitere Hilfe herbeirufen könnte.
3. Sind weitere Taucher anwesend, müssen sie sich vielleicht auch um deine Rettung
kümmern. Dies verringert die Chancen des ursprünglichen Opfers, weil die für die
Rettung vorhanden Kräfte nun aufgeteilt werden müssen.
4. Gleichermassen muss eintreffendes professionelles Rettungspersonal seine Kräfte
vielleicht zwischen dir und dem ursprünglichen Opfer aufteilen.

4. Nenne drei Formen der Hilfeleistung, die von ausserhalb des Wassers erfolgen, um
einem reagierenden Taucher an der Oberfläche zu helfen.
1. Bootshaken, Paddel oder Kleidung
2. Einen deiner Arme — Vorsicht vor hineingezogen werden!
3. Wasserfahrzeug
5. Beschreibe wie man sich an der Oberfläche einem reagierenden, ermüdeten
Taucher annähert, seine Verfassung beurteilt und ihm hilft.
Ausser Reichweite stoppen, Erste-Hilfe-Erklärung abgeben, zum Aufblasen des
Jackets / Abwerfen des Bleigurts auffordern, dem Opfer Auftrieb verschaffen,
Blickkontakt halten, auf Rücken legen lassen, Maske / Automat entfernen, ggf.
Bauchgurt des Jackets lockern / Reissverschluss des Anzugs öffnen, zum Boot bzw.
Ufer schleppen / schieben, beim Ausstieg helfen
6. Beschreibe wie man sich an der Oberfläche einem reagierenden, in Panik geratenen
Taucher annähert, seine Verfassung beurteilt und ihm hilft.
Ausser Reichweite bleiben, Auftriebskörper reichen, bei direktem Kontakt
vorzugsweise unter Wasser nähern, „Knieklemmen“-Position, Auftrieb verschaffen,

A-17
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

ggf. Blei abwerfen, evtl. „Oberarmgriff“, falls das Opfer dich packt - unter Wasser
flüchten, Opfer Gelegenheit zum „Austoben“ und dir selbst zum Ausruhen geben
7. Erkläre, wie einem Taucher bei folgenden Problemen unter Wasser zu helfen ist:
Überanstrengung, unkontrollierter Abstieg, übermässiger Auftrieb, Krämpfe,
Verfangen / Hängenbleiben, eingeklemmt sein, passive Panik, aktive Panik.
Überanstrengung: alle Aktivitäten stoppen, an stationärem Objekt festhalten lassen,
sich entspannen lassen, normale Atmung wieder aufnehmen lassen
Unkontrollierter Abstieg: Signal zum Aufblasen des Jackets un zum Austarieren
geben, ggf. dich selbst an Opfer hängen um Abstieg zu stoppen, dein Jacket
aufblasen, ggf. Blei des Opfers abwerfen
Übermässiger Auftrieb: Kontakt herstellen, Schnellablassventil am Jacket des Opfers
betätigen, an Opfer hängen mit „flaring“, an Oberfläche auf Verletzung
kontrollieren
Krämpfe: mit Handzeichen „Krampf“ betroffene Stelle abfragen, Muskel strecken
und massieren, an Oberfläche ggf. schleppen / schieben
Verfangen / Hängenbleiben: „Stop“ signalisieren, Opfer stillhalten lassen, beruhigen,
Vorsicht falls die Leine o.ä. weggeschnitten werden muss
Eingeklemmt sein: oberste Priorität: ausreichend Luft für Opfer und dich, ggf. von
Oberfläche rechtzeitig zusätzliche Pressluft besorgen, als Retter in keine
„overhead“-Umgebung begeben wenn dafür nicht ausgebildet und ausgerüstet
Passive Panik: von vorn „OK?“ abfragen, wenn keine Reaktion von hinten ergreifen,
Automat im Mund festhalten, an Oberfläche positiven Auftrieb herstellen
Aktive Panik: höchste Vorsicht!, Gefahr für Opfer liegt in schnellem Aufstieg mit
angehaltenem Atem - Aufstieg bremsen durch dranhängen / „flaring“, Opfer muss
atmen - ggf. Automatenmundstück in den Mund „zwingen“, an Oberfläche
positiven Auftrieb herstellen
8. Nenne die Faktoren, die beim Entfernen von Ausrüstung von einem reagierenden
Opfer zu berücksichtigen sind.
Die zu überwindende Distanz, die Umgebungsbedingungen / die beim Ausstieg benötigte
Ausrüstung, die körperliche Verfassung des Opfers

9. Lege die allgemeinen Kriterien für das Schleppen / Schieben eines reagierenden
Opfers im Wasser dar.
Gesicht des Opfers muss aus dem Wasser bleiben; horizontale Bewegung durch das
Wasser; das Schleppen / Schieben gibt dir die Kontrolle, behindert dich nicht beim
Schwimmen und gestattet dir die Kommunikation mit dem Opfer; ggf. durch Leine
von anderen Helfern ziehen lassen

10. Erkläre was zu beachten ist, wenn man einem reagierenden Opfer beim Ausstieg aus
dem Wasser hilft.
Ruhepause vor Ausstieg einlegen, sämtliche nicht benötigte Ausrüstung entfernen
lassen, bei Brandung: komplette Ausrüstung anbehalten oder aus deiner alternativen
zweiten Stufe atmen lassen, bei ruhigem Wasser: Opfer unterstützen und ggf. auf
allen Vieren aus dem Wasser kriechen lassen, auf Boot: ggf. Plattform benutzen,
Ausrüstung ablegen und an Leine an Bord ziehen, Taucher so viel wie möglich selbst
tun lassen ist für dessen Selbstwertgefühl wichtig, Retter soll nicht auf Kosten des
Opfers den „Helden“ spielen
Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-18
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Wiederholungsfragen — Kapitel 6
— Antwortschlüssel —
Beantworte diese Wiederholungsfragen, und händige sie deinem Instructor aus.
1. Nenne und beschreibe die zu ergreifenden Schritte, wenn du feststellst, dass ein
Taucher unter Wasser vermisst wird.
Rettungsdienst verständigen; herausfinden, wo der Taucher zuletzt gesehen
wurde; Beobachter einteilen, die nach Luftblasen schauen; herausfinden, ob der
Taucher den Ort vielleicht verlassen hat; wenn verfügbar, Schnorcheltaucher zur
Markierung der Stelle ins Wasser schicken; qualifizierte Taucher in Teams mit
Tauchausrüstung ins Wasser schicken und mit der Suche beginnen lassen

2. Schreibe vier Suchmuster auf, die zum Finden eines vermissten Tauchers nützlich
sein können.
1. U-Muster
2. Viereckiges Spiralmuster
3. Kreismuster
4. von der Oberfläche geleitete Suche

3. Erkläre was zu beachten ist, wenn mit der Suche nach einem vermissten Taucher
begonnen wird.
Für Rückrufmöglichkeit der Retter sorgen; ausschliesslich in Buddy-Teams
suchen lassen — Sicherheit der Retter hat Priorität; bei Strömung die Retter sich
von der Strömung bewegungslos hinabtragen lassen; falls keine qualifizierten
Taucher vorhanden, musst du selbst mit einem Buddy die Suche durchführen;
Suche fortsetzen, bis Taucher gefunden, bis Luft oder NZG der Retter erreicht
oder bis von professioneller Suchmannschaft abgelöst

4. Beschreibe die Verfahrensweise, um einen nicht-reagierenden Taucher an die


Oberfläche zu bringen.
Wenn LA des Opfers im Mund, drin lassen, wenn nicht im Mund, draussen
lassen; dein Jacket für Auftrieb verwenden, ggf. Blei des Opfers entfernen;
Aufstieg ggf. mittels „flaring“ bremsen; Kopf des Opfers in normaler Position
halten, Brust nicht zusammenpressen (Luft entweicht über die Atemwege von
selbst); während Aufstieg über die Schritte an der Oberfläche nachdenken; Blei
des Opfers ggf. knapp unter der Oberfläche entfernen

5. Beschreibe die Verfahren, um an der Oberfläche mit der Rettung eines nicht-
reagierenden Tauchers zu beginnen.
Nach Hilfe signalisieren, Auftrieb herstellen, Opfer mit dem Gesicht nach oben
drehen, Atemwege öffnen, Opfer 10 Sekunden auf Atmung kontrollieren (sehen,
hören, fühlen), mit 2 langsamen, vollen Beatmungen beginnen — dannn alle
5 Sekunden

6. Beschreibe die Techniken für folgende Atemspenden im Wasser: Mund-zu-


Taschenmaske, Mund-zu-Mund, Mund-zu-Schnorchel.
Taschenmaske: von hinter dem Kopf arbeiten, Maske mit Kopfband befestigen,
mit Daumen Lufteinlass gegen Wassereintritt verschliessen

A-19
Anhang RESCUE DIVER COURSE INSTRUCTOR GUIDE

Mund: „do-si-do“ oder „head cadle“ Position, ggf. Mund-zu-Nase, bei


Handschuhen: vor dem Zuhalten der Nase das Wasser aus Handschuh laufen
lassen
Schnorchel: als Mund-zu-Mund beginnen, wenn Ausrüstung entfernt wird; nur
Schnorchel ohne Drainageventil verwendbar, Opfer zwischen den
Beatmungen durch den Schnorchel ausatmen lassen

7. Erkläre was zu tun ist, wenn die vermutest, dass ein im Wasser befindliches Opfer
keinen Puls hat.
Leiste Atemspende im Wasser (ausser du bist sehr nahe am Boot bzw. Ufer), im
Wasser ist es fast ausgeschlossen festzustellen, ob jemand einen Puls hat oder
nicht; im Wasser HLW praktisch nicht möglich — Opfer hierzu zum Ufer oder
Boot bringen

8. Erkläre was bei der Entscheidung zu bedenken ist, ob von einem nicht-reagierenden
Taucher an der Oberfläche Ausrüstung zu entfernen ist.
Entfernung vom Boot oder Ufer; ob Retter / Opfer Auftrieb erzeugende
Tauchanzüge tragen; die von dir angewandte Methode zur Beatmung im Wasser;
die Ausstiegsbedingungen

9. Beschreibe die empfohlenen Verfahren und Techniken für das Entfernen von
Ausrüstung von einem nicht-reagierenden Taucher, während er im Wasser beatmet
wird.
Offenhalten und Schutz der Atemwege und regelmässiges Beatmen haben
Priorität; Reihenfolge beim Entfernen von Ausrüstung ist unwichtig — jedoch
logisch vorgehen (Blei vor Jacket ablegen); nicht zu viel Ausrüstung auf einmal
entfernen — in Schritten arbeiten und dazwischen immer wieder beatmen; mit
einer Hand arbeiten, mit der anderen Atemwege offenhalten und schützen; Retter
soll mit beiden Händen arbeiten können; bei Mund-zu-Mund abwechselnd von
beiden Seiten arbeiten

10. Nenne und beschreibe Techniken für den Ausstieg mit einem nicht-reagierenden
Taucher an das Ufer, in ein Boot oder auf ein Dock.
Priorität: Offenhalten und Schutz der Atemwege und regelmässiges Beatmen; ggf.
vor Unterbrechung 2x beatmen, max. 30 Sekunden unterbrechen, 2x beatmen
Ufer: Hüft-Tragegriff, Schulter-Tragegriff, Rücken-Tragegriff; schweres Opfer
ggf. einfach an Hüften packen und ans Ufer ziehen; bei Brandung:
hinauskriechen; bei Felsen: durch Wellen hochtragen lassen — ggf. im Wasser
auf andere Helfer warten
Boot / niedriges Dock: „lifeguard exit“, „roll up“ Technik; besser zwei oder mehr
Helfer
Dock: „roll up“ Technik; „ladder carry“ — Achtung: Verletzungsgefahr
(Hinunterfallen, Rückenschädigung); ggf. Trage oder improvisiertes Liegebrett
und mehrere Helfer verwenden

Die von mir nicht oder falsch beantworteten Fragen wurden mir erklärt, und ich
verstehe sie jetzt.

Unterschrift Datum

A-20
* „Ich bestätige, dass dieser Tauchschüler dieses Modul / Training gem. PADI
Rescue Diver Kurs Rescue Diver Standards zufriedenstellend absolviert hat, wie im PADI Instructor
Manual festgelegt. Ich bin PADI Instructor im Lehrstatus.“
Training Dokumentaionsbogen
Name Tauchschüler/in _________________ Geb. Datum _______________
MEDIC FIRST AID
Strasse / P.O. Box ________________________________________________
PLZ - Stadt _________________________ Land ___________________ Name Tauchlehrer/in ____________________ Unterschrift ______________
Tel. Privat ___________ Tel. Geschäft _____________ Fax ___________ PADI-Nr. ________ Dive Center/Resort-Nr. _________ Datum ________
Tel.Nr. ( ) __________________ Fax ( ) _________________
I. THEORIE-AUSBILDUNG Abschluss- Kürzel
datum Schüler / Insturctor*
PADI-Nr.
Mod. 1, Kursüberblick, Selbstrettung und
Taucherstress _______ _____ / ______ _______ AM TRAINING BETEILIGTE PADI TAUCHLEHRER/INNEN
Mod. 2, Erste Hilfe für _______ _____ / ______ _______
Mod. 3, Notfall-Management _______ _____ / ______ _______
Name Tauchlehrer/in ____________________ Unterschrif ______________
Mod. 4, Überlegungen zur Ausrüstung _______ _____ / ______ _______
Mod. 5, Wiederholung und PADI-Nr. ________ Dive Center/Resort-Nr. _________ Datum ________
schriftliche Prüfung _______ _____ / ______ _______ Tel.Nr. ( ) __________________ Fax ( ) _________________
II. FREIWASSER-TRAINING Abschluss- Kürzel
datum Schüler / Instr* PADI-Nr.
Training 1, Ermüdeter Taucher _______ _____ / ______ _______ Name Tauchlehrer/in ____________________ Unterschrif ______________
Training 2, Taucher in Panik _______ _____ / ______ _______ PADI-Nr. ________ Dive Center/Resort-Nr. _________ Datum ________
Training 3, Hilfsaktion vom Land/Boot
- Opfer bei Bewusstsein _______ _____ / ______ _______
Tel.Nr. ( ) __________________ Fax ( ) _________________
Training 4, Taucher in Notsituation unter Wasser _______ _____ / ______ _______
Training 5, Vermisster Taucher _______ _____ / ______ _______
Training 6, Zur Oberfläche bringen eines
Name Tauchlehrer/in ____________________ Unterschrif ______________
bewusstlosen Tauchers _______ _____ / ______ _______
Training 7, Bewusstloser Taucher an der Oberfläche _______ _____ / ______ _______ PADI-Nr. ________ Dive Center/Resort-Nr. _________ Datum ________
Training 8, Ausstieg mit bewusstlosem Taucher _______ _____ / ______ _______ Tel.Nr. ( ) __________________ Fax ( ) _________________
Training 9, Erste-Hilfe bei druckbedingten Verletzungen ____ _____ / _____ _______
Training 10, Hilfsaktion vom Land/Boot
– bewusstloses Opfer _______ _____ / ______ _______
Training 11, Tauch-Unfall Simulation 1 _______ _____ / ______ _______
Training 12, Tauch-Unfall Simulation 2 _______ _____ / ______ _______

Produkt-Nr. 10055D  International PADI, Inc. 1996/PADI EUROPE, 1996