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Modellsatz 03

Sie sind in der Universität und sitzen vor dem Sprechzimmer Ihrer Professorin. Sie hören ein Gespräch zwischen der
Professorin und einem Studierenden.
Sie hören dieses Gespräch einmal.

Lesen Sie jetzt die Aufgaben 1–8.

Hören Sie nun den Text. Schreiben Sie beim Hören die Antworten auf die Fragen 1–8.
Notieren Sie Stichwörter.

Sprechstunde bei der Professorin

Weshalb geht der Student zur Professorin in die


(0) (0) Möchte Information über Zwischenprüfung
Sprechstunde?

1 Welches Fach studiert der Student? 1

Weshalb möchte der Student die Zwischen-


2 2
prüfung etwas früher ablegen?

Was muss der Student für einen der vier Scheine


3 3
tun?

4 Wofür hat der Student bereits eine Anmeldung? 4

5 Welcher Sprachkurs fehlt dem Studenten noch? 5

6 Wie läuft die Zwischenprüfung ab? 6

Was ist der erste Schritt bei der Anmeldung zur


7 7
Prüfung?

Was muss der Student tun, wenn er die


8 8
Prüfungszulassung erhalten hat?
Modellsatz 03

Sie hören ein Interview mit drei Gesprächsteilnehmern über Auswahlverfahren von Studienbewerbern an der
Hochschule. Sie hören dieses Interview einmal.

Lesen Sie jetzt die Aufgaben 9–18.

Hören Sie nun den Text.


Entscheiden Sie beim Hören, welche Aussagen richtig oder falsch sind.
Markieren Sie die passende Antwort.

Auswahlverfahren an der Hochschule

Richtig Falsch

(0) Einige Hochschulen wählen schon jetzt ihre Studierenden selbst aus. X (0)

9 Jonas Hübner hat sein Medizinstudium vor Kurzem begonnen. 9

10 Jonas Hübner empfand die Atmosphäre im Auswahlgespräch als angenehm. 10

Herr Kolb berichtet, dass mehrere Kandidaten zusammen in einem


11 11
Gruppengespräch geprüft werden.

12 Bewerber werden zum Beispiel gefragt, wie sie sich ihr Studium vorstellen. 12

Es wird auch bewertet, wie gut ein Kandidat seine Gedanken formulieren
13 13
kann.

14 Jonas Hübner interessiert sich schon seit seiner Kindheit für den Arztberuf. 14

15 Jonas Hübner findet das Auswahlverfahren insgesamt sehr objektiv. 15

Jonas Hübner findet es schwierig, durch ein Auswahlgespräch einen


16 16
Studienplatz zu bekommen.
Herr Kolb glaubt, dass die Prüfer sich bei der Beurteilung eines Kandidaten
17 17
meistens einig sind.
Herr Kolb hält den Aufwand zur Durchführung der Auswahlgespräche für
18 18
relativ gering.
Modellsatz 03

Sie hören einen kurzen Vortrag von Frau Prof. Baumann über Energieversorgung in Island.
Sie hören diesen Vortrag zweimal.

Lesen Sie jetzt die Aufgaben 19–25.

Hören Sie nun den Text ein erstes Mal.


Beantworten Sie beim Hören die Fragen 19–25 in Stichworten.

Ein Leben nach dem Öl – Island als Modell für die Zukunft

Island will auf fossile Energie verzichten


(0) Welches Ziel verfolgt die Regierung Islands? (0) oder bis 2050 Verzicht auf Öl, Gas und
Kohle

Welche Vorteile hat Island nach Prof. Baumann


19 im Vergleich zu anderen Ländern? 19
Nennen Sie zwei.

Wie kann man nach Prof. Baumann von der


20 vulkanischen Aktivität im Inneren der Erde 20
profitieren?

Welche beiden Bereiche sind heute noch vom Öl


21 21
abhängig?

Was wurde im Versuchsprojekt 2003 mit dem


22 22
neuen Treibstoff getestet?

Was ist das Problem bei der Herstellung des


23 23
neuen Treibstoffes?

Was erhofft Prof. Baumann sich, wenn der


24 24
Modellversuch in Island erfolgreich ist?

Weshalb ist es schwierig, den neuen Treibstoff in


25 25
der Schifffahrt einzusetzen?

Ergänzen Sie jetzt Ihre Stichwörter. Sie hören jetzt den Text ein zweites Mal.
Sie haben nun 10 Minuten Zeit, um Ihre Lösungen auf das Antwortblatt zu übertragen.
Modellsatz 03

Veranstaltungen zum Thema Chemie


Verschiedene Personen suchen eine passende Veranstaltung zu Themen aus dem Bereich der Chemie.
Schreiben Sie den Buchstaben für die passende Veranstaltung in das Kästchen rechts. Jede Veranstaltung kann nur
einmal gewählt werden. Es gibt nicht für jede Person eine geeignete Veranstaltung. Gibt es für eine Person keine
passende Veranstaltung, schreiben Sie den Buchstaben I.
Die Veranstaltung im Beispiel kann nicht mehr gewählt werden.

Welche Veranstaltung passt zu ...

... einem Abiturienten, der eine Facharbeit über die Geschichte der Chemie
(01) A (01)
von 1850 bis 1900 schreibt?
... einem Chemieprofessor, der eine Ausstellung zur Geschichte der Chemie vom
(02) I (02)
Mittelalter bis zur Neuzeit vorbereitet?
... einem Grundschullehrer, der seine 3. Klasse für naturwissenschaftliche Fragen
1 1
interessieren möchte?
... einer Abiturientin, die sich über die Berufschancen von Chemikerinnen informieren
2 2
möchte?

3 ... einer Studentin, die über die Rolle der Frauen in den Naturwissenschaften forscht? 3

... einem Bekannten, der sich über die neuesten Entwicklungen in der Chemie
4 4
informieren möchte?

5 ... einer Naturwissenschaftlerin, die ein Forschungsstipendium braucht? 5

6 ... einem Informatiker, der neue Softwareprogramme für die Chemieindustrie entwickelt? 6

... einer Chemiestudentin, die sich für neue Materialien in der Produktion von Lastwagen
7 7
und Autos interessiert?
... einer Studentin, die Chemielehrerin werden will und Informationen über Schulpraktika
8 8
sucht?
... einer Biologielehrerin, die in ihrer Klasse das Thema Chemieindustrie und Natur
9 9
behandelt?
... einer Abiturientin, die eine Facharbeit über die Entwicklung von Reinigungsmitteln im
10 10
Haushalt schreibt?
Modellsatz 03

Veranstaltungen zum Thema Chemie


A E
Die Ausstellung „Liebig und seine Zeit“ stellt das Leben Das Theaterstück „Justus und Monika entdecken
des großen Naturwissenschaftlers (1803–1873) dar. die Chemie“ ist für Kinder zwischen 6 und 10
Die Bedeutung Liebigs für die Chemie nicht nur des Jahren. Das lustige Theaterstück informiert nicht nur
19. Jahrhunderts, sondern auch für unsere Gegenwart über chemische Prozesse in der Umwelt, sondern
wird mit vielen Beispielen verdeutlicht. Alle historisch berücksichtigt auch die Bedeutung der Chemie im
und naturwissenschaftlich Interessierten sollten diese Alltag der Kinder.
Ausstellung besuchen. 15.05.–22.06., täglich außer 19.–30. Juni, täglich außer samstags jeweils 15h–16h
montags von 10h bis 16h
F
B Können Sie einige Naturwissenschaftlerinnen
Die Stadt Bochum lädt alle interessierten Bürgerinnen nennen? Außer Marie Curie fällt vielen sicher
und Bürger zur Informationsveranstaltung „Aus niemand ein. Dabei gibt es mittlerweile viele Frauen
dem Labor in den Alltag“ ein. Wissenschaftlerinnen in den Naturwissenschaften. Allerdings sind ihre Ent-
und Wissenschaftler berichten über ihre aktuellsten deckungen eher unbekannt. Nur wenige wissen z. B.,
Forschungsergebnisse und deren Bedeutung für unser dass eine Frau das erste Kopierverfahren entwickelt
Leben und unsere Arbeit. Beispielsweise wird gezeigt, hat. Der Arbeitskreis „Frauen in der Chemie“ stellt in
wie Computer dank chemischer Prozesse immer einer Ausstellung bedeutende Chemikerinnen vor.
kleiner werden. Stadthalle, 7. August, 18h 23. Mai–15. Juli, 10h–12h

C G
Der Chemielastwagen des Bundesministeriums für „Waschen – gestern und heute“ lautet ein Vortrag über
Forschung fährt seit Januar durch Deutschland. Waschen und Waschmittel im Laufe der Jahrhunderte,
In dem Lastwagen können Interessierte chemische der sich an Verbraucher allgemein ebenso wie an
Experimente durchführen. Fachleute beantworten Schulklassen wendet. Wie funktionieren Seifen und
Fragen und diskutieren über Umweltschutz und Phosphate? Welchen Beitrag leistete und leistet
chemische Technologien. Schulen können den die Chemie in diesem Bereich? Und vor allem: Wie
Lastwagen unter folgender Nummer bestellen: umweltschädlich sind Waschmittel und wie kann man
Tel. 060/5873259 umweltschonend waschen?
7. April, 19h
D
Der Vortrag „Kunststoffe sind mehr als Plastik“ stellt H
die neuesten Kunststoff-Produkte vor. Viele Beispiele Nur wenige Mädchen und junge Frauen interessieren
aus dem Alltag zeigen die Bedeutung dieses modernen sich scheinbar für Chemie und Physik. Das möchte
Materials. So gibt es heutzutage Kunststoffe, die der „Mädchentag“ ändern. Schülerinnen der 13.
stabiler sind als Stahl. Durch sie kann z. B. das Gewicht Klasse besuchen naturwissenschaftliche Institute
von Fahrzeugen deutlich reduziert und Treibstoff der Universität und der Fraunhofer Gesellschaft.
eingespart werden. Der Vortrag richtet sich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler
Chemiestudierende aller Semester. unterstützen die Schülerinnen bei Experimenten und
14. August, 20h, Hörsaal 10 sprechen mit ihnen über Arbeitsmöglichkeiten im
naturwissenschaftlichen Bereich.
9. Juli, 8h–18h
Modellsatz 03

Lesen Sie den Text und lösen Sie die Aufgaben.

Lernen: Lust oder Last?

Manche Hirnforscher gehen heute davon aus, dass der Blick erscheinen. Und sie entsprechen im Wesentlichen
Mensch über eine Art „Kapiertrieb“ verfügt. Das würde den Vorschlägen, die Pädagogen seit Jahrzehnten machen.
bedeuten: Außer den angeborenen Trieben wie Essen Die geforderten Reformen an der Schule sollten folgende
oder Fortpflanzung hat die Natur den Menschen noch mit Aspekte betreffen:
dem Lerntrieb ausgestattet. Demnach wäre der Mensch
 Anstatt den Schülern möglichst viel Lernstoff einzu­
von Geburt an bestrebt, Einzelheiten zu einem Ganzen
trichtern, sollten sie zum eigenen Problemlösen ange­
zu fügen und neue Verknüpfungen zu erkennen – also
regt werden.
zu lernen. Beim Lernen werden im Gehirn sogenannte
Botenstoffe ausgeschüttet, die einen chemischen Ablauf  Ferner sollten Schüler im Selbstversuch die Grenzen
auslösen, an dessen Ende im Körper ein Glücksgefühl von Erfolg und Misserfolg ausprobieren können.
entsteht. Lernen kann demnach Vergnügen bereiten. Die
 Daneben sollte ganz besonderes Gewicht auf die
Lern- und Gehirnforschung hat herausgefunden, dass ein
Entwicklung von Lernstrategien gelegt werden. Denn
wichtiger Aspekt beim Lernen eben dieses Glücksgefühl
bereits in einer frühen Phase, das heißt im Vor- und
ist, das sich automatisch bei Lernerfolgen einstellt. Die
Grundschulalter, können Kinder lernen zu lernen.
Forschung konzentriert sich heute auf den Vorgang des
Lernens und auf den Antrieb, der zu Lernerfolgen führt.  Eine weitere Forderung ist, dass bereits in der
Viele Wissenschaftler vertreten inzwischen provokativ die Grundschule klare Leistungsstandards und Grenzen
These, dass jemand, der von der Arbeitsweise des Gehirns gesetzt werden.
nichts versteht, auch keine Ahnung davon haben kann, wie  Außerdem sollte bei der Vermittlung des Lernstoffes
Kinder am besten lernen. Sie fordern deshalb eine stärkere unbedingt darauf geachtet werden, dass die Gehirne
Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse der Schüler zwar angeregt, jedoch nicht mit zu vielen
aus der Hirnforschung bei den Lernprozessen und im Reizen überlastet werden. Auch wenn die Kinder aus
Lernalltag an den Schulen. ihrem Alltag genau an diese Reizflut durch Video,
Allerdings liefert die moderne Gehirn- und Lernforschung Fernsehen oder Computer gewöhnt sind, kann sich
in vielen Fällen oft nicht mehr als eine Bestätigung längst ein Zuviel an Eindrücken negativ auf das Lernen
bekannter pädagogischer Weisheiten. Das Ergebnis der auswirken.
Wissenschaftler, dass Lernen mit Lust verknüpft sein kann  Ganz besonders wichtig ist, dass Schüler individuell
und angenehme Erlebnisse besser als unangenehme gefördert werden sollten, da das Lernen von vielen
erinnert werden, erkannten Pädagogen schon vor über Faktoren – kultureller und sozialer Kontext, Motivation,
dreihundert Jahren. Eine weitere Erkenntnis der Forscher persönlicher Lernstil, Erfahrungen, Vorkenntnisse
ist, dass in den ersten Lebensjahren die Grundlagen für usw. — abhängt. Nur wer sich verstanden und betreut
spätere Lernerfolge gelegt werden. Diese Weisheit findet fühlt, arbeitet gerne mit.
sich zum Beispiel in dem altbekannten Spruch: „Was
Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Auch Wenn all diese Forderungen in der Schulrealität erfolgreich
eine andere wichtige Botschaft aus der Lernforschung umgesetzt werden, dann kann sich auch die Erkenntnis der
ist alt: Informationen werden dann am effektivsten Gehirn- und Lernforscher bestätigen, nämlich dass Lernen
verarbeitet, wenn sie auf möglichst vielfältige Weise – mit einem Glücksgefühl verbunden ist – und das sogar in
z. B. gesungen, gereimt, gemalt – alle Sinne anregen. Diese der Schule. Das wäre für alle Beteiligten, aber doch vor
Einsicht entspricht genau dem, was Lehrer bereits vor allem für die Kinder, ein großer Erfolg.
über zweihundert Jahren forderten, dass nämlich Lernen
mit Kopf, Herz und Hand erfolgen müsse. Die modernen
wissenschaftlichen Erkenntnisse in Bezug auf das Lernen
sind also nicht so neu, wie sie vielleicht auf den ersten
Modellsatz 03

Markieren Sie die richtige Antwort (A, B oder C).

(0) Der Anreiz zu lernen 16. Schülern soll vermittelt werden,


Lösung A A wie man erfolgreich vorhandenes Wissen
A besteht bei jedem Menschen. nutzen kann.
B entsteht kurz nach der Geburt. B wie man möglichst viel Lernstoff effektiv
C ist schwächer als der Anreiz zur Nahrungs- verarbeitet.
aufnahme. C wie man selbst Lösungswege findet.

11. Aus Untersuchungen weiß man, dass 17. Lehrer und Gehirnforscher fordern,
A Lernen zu Wohlbefinden führt. dass
B Lernerfolge automatisiert werden können. A die Lernphasen in der Grundschule zeitlich
C man besser lernt, wenn man sich wohl fühlt. begrenzt werden.
B in den weiterführenden Schulen Leistungs-
12. Die Wissenschaftler erforschen, standards gesetzt werden.
C möglichst früh vermittelt wird, wie man lernt.
A in welchem Alter man am besten lernt.
B wie Kinder lernen.
C wie und warum der Mensch lernt. 18. Beim Lernen sollte den Schülern
A der Alltag als Vorbild dienen.
13. Die neuen Untersuchungsergebnisse B nicht zuviel auf einmal präsentiert werden.
C moderne Technik zur Verfügung stehen.
A stimmen mit alten Thesen überein.
B verbinden alte und neue Erkenntnisse.
C widerlegen bekannte Erfahrungen. 19. Man sollte stärker darauf achten, dass
A die Schüler im Unterricht mitarbeiten.
14. Die Gehirn- und Lernforschung stellt B jeder einzelne Schüler unterstützt wird.
fest, dass positive Eindrücke C die Schüler motiviert werden.
A kürzer im Gedächtnis verankert werden als
negative. 20. Das Ziel der Reformen ist, dass
B länger im Gedächtnis gespeichert werden als A den Kindern das Lernen Spaß macht.
negative. B die Kinder mit Erfolg lernen.
C ungefähr gleich lang im Gedächtnis bleiben C Kinder bessere Noten bekommen.
wie negative.

15. Wissen prägt sich am besten ein, wenn


A den Schülern der Sinn des Lernens klar
gemacht wird.
B der Lernstoff auf unterschiedliche Art
präsentiert wird.
C der Lernstoff von Lehrern interessant
dargestellt wird.
Modellsatz 03

Lesen Sie den Text und lösen Sie die Aufgaben.

Zur Funktionsweise von Werbung

Wie funktioniert Werbung? Dieser Frage geht unter an- akzeptiert. Ähnlich können in der Werbung von einem
derem die Sozialpsychologie nach. Sie kommt dabei zu Experten oder Prominenten vorgebrachte Argumente für
interessanten Ergebnissen über die Voraussetzungen für den Erwerb eines Produkts sprechen, ohne dass wir über
erfolgreiche Werbestrategien. So belegen mehrere wis- die Argumente als solche, über ihre Stichhaltigkeit und
senschaftliche Studien, dass die Stimmung, in der man logische Einbindung nachdenken. Ohne diese Hinweise,
sich befindet und die Emotionen, die durch Werbebilder mentale Abkürzungen genannt, wäre man in vielen Situ-
und Texte vermittelt werden, die Wirkung von Werbung ationen aufgrund der Fülle an einströmenden Informa-
verstärken können. Auch das Bild einer bekannten Persön- tionen überfordert und unfähig, zu Entscheidungen zu
lichkeit oder Markennamen können Menschen zum Kauf gelangen. Mentale Abkürzungen erlauben daher schnelle
eines Produktes veranlassen. Doch warum ist das so? und in der Regel effektive Reaktionen. Würde man z. B. im
Supermarkt alle Vor- und Nachteile der unterschiedlichen
Ein Grund für den Erfolg von Werbung ist vermutlich, dass Marken abwägen, so nähme die für einen Einkauf aufge-
Menschen in Situationen, die ihnen unwichtig erscheinen, wendete Zeit erheblich zu.
Entscheidungen aufgrund einfacher Signale treffen, an-
statt nachzudenken und abzuwägen. Wie wenig sie dabei Im Gegensatz dazu prüfen wir Informationen, die für uns
auf den sachlichen Inhalt eines Überzeugungsversuchs besonders wichtig sind, in der Regel kritisch. Werbung
achten, veranschaulicht folgendes Experiment am Kopier- kann daher auf zwei Arten erfolgreich sein: Wenn Men-
gerät einer Universitätsbibliothek: Ein Forscher ging auf schen Fakten und Argumente aufmerksam prüfen, mit
Studierende zu, die gerade kopierten, und bat diese, ihn denen man sie von einer Sache zu überzeugen versucht,
vorzulassen. Die Bitte wurde in drei Testphasen unter- spricht man vom zentralen Weg der Überredung. Kon-
schiedlich formuliert. In der ersten Phase wurden die Per- zentrieren sich Menschen hingegen weniger auf die Fak-
sonen am Kopiergerät gefragt: „Entschuldigung. Ich habe ten und Sachargumente, sondern eher auf oberflächliche
fünf Seiten. Darf ich den Kopierer benutzen?“ In der zwei- Merkmale einer Botschaft (z. B. prominente Personen, die
ten Phase wurde die Bitte mit dem Zusatz „weil ich in Eile sie vorbringen), spricht man vom peripheren Weg der
bin“ begründet. Wie erwartet, willigten mehr Personen ein, Überredung. Auf welche Weise Konsumenten sich ent-
wenn die Bitte gerechtfertigt wurde (90 %), als wenn die scheiden, hängt also auch von ihrer Motivation ab, Infor-
Rechtfertigung ausblieb (60 %). In der dritten Testphase mationen wahrzunehmen.
wurden die Personen am Kopiergerät folgendermaßen an-
gesprochen: „Entschuldigen Sie. Ich habe fünf Seiten. Darf Geht man beispielsweise davon aus, dass sich Leser eines
ich den Kopierer benutzen, weil ich einige Kopien machen PC-Fachmagazins für die Computerprodukte in den Anzei-
muss?“ Bei aufmerksamer Lektüre fällt auf, dass hier gar gen interessieren, sind Anzeigen mit überzeugungsstarken
keine Begründung dafür gegeben wird, warum die Studie- Einzelinformationen wirkungsvoll. In einem Medium wie
renden den Forscher vorlassen sollten. Erstaunlicherweise dem Fernsehen aber, bei dem Werbung eher oberflächlich
gaben dieser Version der Bitte aber 93 % der angespro- wahrgenommen wird, sind Werbemaßnahmen effektiver,
chenen Personen statt! Die inhaltliche Begründung scheint die dem Konsumenten die Anwendung mentaler Abkür-
also nicht ausschlaggebend für den Erfolg zu sein. zungen erlauben, etwa durch das Bild eines bekannten
Sportlers.
Das Experiment verdeutlicht, dass Menschen, wenn sie
nicht an Details interessiert sind, oberflächliche Hinweise Kurzfristig betrachtet sind beide Werbestrategien gleicher-
nutzen, um rasch zu einer Beurteilung oder Entscheidung maßen erfolgreich. Doch zu Kaufentscheidungen, die nach
zu gelangen. Im geschilderten Experiment war es das sorgfältiger Analyse unterschiedlicher Argumente getrof-
Wort „weil“, das den Versuchsteilnehmern eine Begrün- fen wurden, steht der Konsument auch später noch, wäh-
dung signalisierte. Die Aussage nach diesem Signalwort rend beiläufig gewonnene Meinungen auch rasch revidiert
wurde somit ohne weitere Überprüfung als Begründung werden können.
Modellsatz 03

Markieren Sie die richtige Antwort.

Text
sagt
Ja Nein
dazu
nichts
Der Einfluss der Werbebotschaft auf unsere Gefühle ist noch weitgehend
(01) X (01)
unerforscht.
Je interessanter die Werbung gestaltet ist, desto mehr Produkte werden
(02) X (02)
verkauft.

21 Werbung hat das Denken und Handeln der Menschen verändert. 21

In der Untersuchung bittet ein Wissenschaftler Studierende, ihm beim


22 22
Kopieren zu helfen.
Die Studierenden reagierten auf die Formulierung, nicht auf den Inhalt
23 23
der Bitte.
Die Einschätzung von Informationen erfolgt in bestimmten Situationen
24 24
anhand von oberflächlichen Signalen.
Mentale Abkürzungen dienen dazu, mehr Informationen aufzunehmen
25 25
und genauer zu analysieren.

26 Die Menschen benötigen heute mehr Zeit für den Einkauf als früher. 26

Der zentrale Weg der Überredung spricht den Verstand des Menschen
27 27
an.
Je mehr der periphere Weg der Überredung in der Werbung eingesetzt
28 28
wird, desto mehr wird konsumiert.
In Fachzeitschriften ist Werbung mit prominenten Persönlichkeiten
29 29
besonders erfolgreich.
Je mehr Werbung wir wahrnehmen, desto schwerer fällt uns die
30 30
Kaufentscheidung.

Übertragen Sie jetzt Ihre Lösungen auf das Antwortblatt.