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Thüringer Kultusministerium

Abiturprüfung 1999
Physik

als Grundfach
(Haupttermin)

Nicht für den Prüfungsteilnehmer bestimmt

1 Hinweise zur Korrektur

Die Korrekturhinweise enthalten keine vollständigen Lösungen, sondern nur


kurze Angaben zur erwarteten Schülerleistung.
Nicht genannte, aber gleichwertige Lösungswege und Begründungsansätze sind
gleichberechtigt.
Für richtig vollzogene Teilschritte, in die falsche Zwischenergebnisse
eingegangen sind, wird im allgemeinen die vorgegebene Anzahl der
Bewertungseinheiten vergeben, jedoch ist bei sinnlosem Ergebnis eine
Bewertungseinheit abzuziehen.
Die den einzelnen Aufgabenabschnitten zugeordneten Bewertungseinheiten
bringen das relative Gewicht der einzelnen Aufgabenabschnitte innerhalb einer
Aufgabe zum Ausdruck.
Die Einschätzung der erbrachten Schülerleistung hat sich an der jeweils
festgelegten maximal erreichbaren Zahl an Bewertungseinheiten zu orientieren.
Bei jeder Aufgabe sind maximal 60 Bewertungseinheiten (BE) erreichbar.
2
2 Hinweise zur Bewertung

Aufgabe 1

1.1 z.B.: 7 BE
Mindestinhalt der Schülerantwort:
- Metallkörper wird hinreichend lange in
siedendes Wasser eingetaucht (zur Festle-
gung einer definierten Anfangstemperatur)
- Einbringen des erwärmten Metallkörpers
in das wassergefüllte Kalorimeter (zur
Bestimmung der Mischtemperatur nach
dem Wärmeaustausch)
1.2 z.B.: 6 BE
(C + cW ⋅ mW ) ⋅ ( ϑ Misch − ϑ Kal )
c MK = Kal
− mMK ⋅ ( ϑ Misch − ϑ MK )
zu messende Größen:
- Masse des Metallkörpers mMK
- Masse der Kalorimeterflüssigkeit mW
- Temperatur des Metallkörpers (des sie-
denden Wassers) ϑ MK
- Anfangstemperatur der Kalorimeterflüs-
sigkeit ϑ Kal
- Mischungstemperatur ϑ Misch
2.1 Qges = Q Erw / Eis + QS + Q Erw / Wasser + Q V Qges = 1,13 MJ 7 BE
2.2 Qges ⋅ R 5 BE
t= t = 133 min
η ⋅ U2
3.1 p ⋅V 3 BE
m= A A
RS ⋅ TA m = 7,5 g
3.2 Berechnungen (6 BE) VB = VC = 4, 5 dm3 11 BE
TC = TD = 260 K
p B ≈ 1, 7 bar
pC ≈ 1, 2 bar
p D ≈ 3, 7 bar
V-T-Diagramm (2 BE)
p-T-Diagramm (3 BE)
3
3.3 WNutz = WAB + WCD 4 BE
z.B.:
V V
WNutz = − m ⋅ RS ⋅ TA ⋅ ln B − m ⋅ RS ⋅ TC ⋅ ln D WNutz ≈ − 210 J
VA VC

3.4 Q zu = − WAB η ≈ 0, 26 3 BE
3.5.1 Prinzipielle Wirkungsweise: 3 BE
Wärmetransport von einem System nied-
riger Temperatur zu einem System höherer
Temperatur unter Aufwendung von mecha-
nischer Arbeit
3.5.2 Nennen des zweiten Hauptsatzes 2 BE
Der Prozess läuft nicht von selbst ab,
sondern nur durch Energiezufuhr von
außen.
4.1 E kin = 3 ⋅ k ⋅ T
2 E kin = 4,1 ⋅ 10−16 J 3 BE

4.2
p=
2 N
⋅ ⋅ E kin p = 2, 2 ⋅ 1016 Pa 3 BE
3 V
4.3 E kin << 0,14 MeV 3 BE
ausreichende Erklärung:
Maxwellverteilung

Aufgabe 2

1.1 Fgrav = Frad 6 BE


M Erde ⋅ γ
v= v = 7, 8 km
R Erde + h s

2 π ⋅ ( R Erde + h)
T= T = 88 min
v
1.2 Hohlzylinder: J = 21 ⋅ m ⋅ ( ra 2 + ri2 ) J = 9, 2 ⋅ 106 kg ⋅ m2 3 BE
1.3 b ≈ f , da g >> f G1 = 9, 6 km 6 BE
B⋅ g G 2 = 14, 4 km
G=
b
A = 138 km2
2.1 1 3 BE
f=
2π ⋅ L ⋅ C f = 110 MHz
2.2 Antenne, Abstimmkreis, Demodulator, 4 BE
Verstärker, Lautsprecher
4
2.3 Erklärung 4 BE
2.4 (Parallel-)Schwingkreis mit 6 BE
Reihenschaltung und Parallelschaltung
beider Kondensatoren
Entscheidung:
(Parallel-)Schwingkreis mit Cges = 7, 0 pF
Reihenschaltung
Begründung: z.B.
1 C ⋅C
Cges = 2 2 = 1 2
4 π ⋅ f ⋅ L C1 + C2
3.1 A-B und C-D: 10 BE
- geradlinig gleichmäßig beschleunigte
Bewegung
- Proton wird entlang einer Feldlinie des
elektrischen Feldes beschleunigt (konstante
Feldkraft)
- entsprechende Polung der Duanten
B-C und D-E:
- gleichförmige Kreisbewegung
- Ablenkung durch Lorentzkraft, Drei-
Finger- Regel der rechten Hand

Diagramm
3.2 m 2 6 BE
Frad = FL mit E kin = ⋅v
2
2 ⋅ E kin ⋅ mP
r= BC = 2 ⋅ r = 2, 2 cm
e2 ⋅ B2
3.3 2π ⋅ m 5 BE
Frad = FL ⇒ T=
e⋅B
⇒ T unabhängig von r und v
210 4 206
84 Po → 2 α + 82 Pb + Energie
4.1 3 BE
4.2 ln 0, 08 4 BE
t=− ⋅ T1
ln 2 2 t = 510 d

Aufgabe 3

1.1 Exp. 1:(gekoppelte gleichlange Pendel) 6 BE


- Auslenkung eines Pendels
- vollständige Übertragung des Schwin-
gungszustandes an das zweite Pendel und
5
zurück
Exp. 2: (ungekoppelte gleichlange Pendel)
- Auslenkung eines Pendels
- keine Übertragung des Schwingungszu-
standes
Exp. 3: (gekoppelte ungleichlange Pendel)
- Auslenkung eines Pendels
- unvollständige Übertragung des Schwin-
gungszustandes an das zweite Pendel und
zurück
1.2 Exp. 1: 6 BE
- Energieübertragung durch Kopplung
- da Resonanzbedingung erfüllt, voll-
ständige Energieübertragung
Exp. 2:
- keine Kopplung, keine Energieübertra-
gung
Exp. 3:
- Energieübertragung durch Kopplung
- da Resonanzbedingung nicht erfüllt, keine
vollständige Energieübertragung
1.3.1 λ = 24 cm 6 BE
c = 14 cm
s
T = 1,7 s
f = 0,59 Hz
1.3.2 g ⋅ T2 4 BE
l= l = 72 cm
4π 2
2.1 - vom Lautsprecher ausgesandte Schall- 3 BE
welle wird am geschlossenen Ende reflek-
tiert (Phasensprung von 180°)
- ausgesandte Welle und reflektierte Welle
überlagern sich zu einer stehenden Welle
- die Abfolge von hohen und niedrigen
Flammen spiegelt die Abfolge von
Schwingungsknoten und Schwingungsbäu-
chen wider
Eine differenziertere Betrachtung (Druck-
bzw. Schnelleknoten) ist nicht zu erwarten-
der Bestandteil der Schülerantwort.
6

2.2 Ein stabiles Flammenbild entsteht erst nach 2 BE


Ausbildung der stehenden Welle.
Begründung durch die
λ
Formel l = (2 ⋅ k − 1) ⋅ oder
4
verbale Erläuterungen
2.3 c = 2⋅l⋅f c = 460 m 4 BE
s
3.1 z.B.: Beugung, Interferenz, Polarisation, 3 BE
Dispersion
3.2 Beschreibung: 3 BE
z.B. Nachweis der Polarisierbarkeit
3.3.1 n λ W = 476 nm 4 BE
λW = λ L ⋅ L
nW
3.3.2 Farbe bleibt erhalten, da die Frequenz 2 BE
konstant bleibt
3.4 s 5 BE
tan α1 = 1
e
λ
b= b = 1, 6 µm
sin α1
4.1 U = U 2 − U 2 USp = 220 V 4 BE
Sp ges La
4.2 USp ⋅ U La 4 BE
L=
2π ⋅ f ⋅ PLa L = 0,71 H
4.3 Spannungszeigerdiagramm ϕ = 75° 4 BE
7
3 Tabelle zur Ermittlung der Gesamtnote

Bewertungseinheiten Notenpunkte Note


58 - 60 15 1+
54 - 57 14 1
51 - 53 13 1-
48 - 50 12 2+
44 - 47 11 2
41 - 43 10 2-
38 - 40 9 3+
34 - 37 8 3
31 - 33 7 3-
28 - 30 6 4+
25 - 27 5 4
22 - 24 4 4-
19 - 21 3 5+
15 - 18 2 5
11 -14 1 5-
0 - 10 0 6