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Hermann Günther Graßmann (1809–1877)

Ein vielseitiger Innovator


Gert Schubring

Hermann Graßmann wurde vor 200 Jahren, am 15. über Ebbe und Flut entwickelt habe [1: 161]. Gibbs ent-
April 1809, in Stettin geboren. Er stammte aus einer wickelte eine große Energie und Beharrlichkeit, um die-
schon seit Jahrhunderten in Pommern ansässigen Fami- ses Erstlingswerk zu finden und zu publizieren. Die Söhne
lie; viele seiner Vorfahren und Verwandten waren pro- Graßmanns hatten aber nicht nur Probleme, den Text der
testantische Pastoren (K. Scheibert 1937; H. Scheibert 1840er Arbeit zu finden, sie waren auch abgeneigt, sie zu
1962). Sein Vater, Justus Günther Graßmann (1779– publizieren: Sie sahen darin nur ein historisches Interesse
1852), hatte zwar auch zunächst Theologie studiert, wur- und für historische Unternehmungen sei es noch zu früh.
de dann aber Mathematiklehrer („Professor“) am ange- Hermann (Ernst) Graßmann Jr. (1857–1922) schrieb am
sehenen Marienstifts-Gymnasium in Stettin. Sein Sohn 21. 6. 1888 an Gibbs:
Hermann hat sich zugleich als Gymnasiallehrer und als
Hier in Deutschland ist die Zahl derer, welche mit
Pastor qualifiziert. Das Verständnis seiner Leistungen
den Methoden der Strecken- und Punktrechnung
hat stets eine Herausforderung für die Mathematik-
umzugehen oder sie auch nur zu würdigen wissen,
Geschichtsschreibung gebildet: Ohne ein mathemati-
noch immer so gering, daß es mir zunächst jedenfalls
sches Studium und ohne eine Position im akademischen
wichtiger erscheint, durch Veröffentlichung weiterer
Bereich hat er einschneidende Innovationen in der Ma-
Anwendungen das Interesse und Verständnis für die-
thematik eingeführt. Zugleich hat er aber Innovationen in
se Untersuchungen zu fördern und größere Kreise
weiteren Bereichen realisiert: in der Sprachwissenschaft
zur Mitarbeit anzuregen. Erst wenn das Verständnis
mittels Sanskritstudien. Die Suche nach seinem Nachlass
für die Multiplikationsrechnung weiter fortgeschrit-
brachte mich schon früh in Kontakt mit seinen Nachfah-
ten ist, wird sich das Interesse für die Geschichte
ren: In Scheiberts Genealogie von 1937 ist als Urenkel
der Entwickelung dieser Ideen einstellen.2
Hermanns und als Enkel seines ältesten Sohnes Justus ein
Peter Bergau (geb. 1926) aufgeführt [11: 46]. Zugleich Als sein Drängen auch nach mehreren Jahren ergebnis-
kannte ich aber das Mitglied der Bielefelder Mathematik- los blieb, entschloss sich Gibbs 1892, offenbar in gu-
Fakultät Peter Bergau. Meine vorsichtigen Fragen, ob ter Kenntnis der fachpolitischen Verhältnisse in Deutsch-
nicht nur eine Namensähnlichkeit vorliege, konnte er so- land, Felix Klein um Mithilfe bei der Publikation zu bitten.
fort abkürzen: ja, dieser selbst in der Geometrie tätige Klein musste ebenfalls feststellen, wie „unentschlossen
Mathematiker ist ein Urenkel! Seitdem war er mir stets und ängstlich“ die Söhne sich zum Publikationsvorschlag
bei meinen Forschungen behilflich. Er war auch ein Teil- verhielten, hatte aber in der Tat die Idee, die die Lösung
nehmer der internationalen Tagung 1994, aus Anlass der brachte, nämlich eine Gesamtausgabe der Werke Graß-
150 Jahre Publikation des mathematischen Hauptwerks, manns zu publizieren, in der dann auch die 1840er Arbeit
der linealen Ausdehnungslehre. ihren angemessenen Platz fände [16: 23].
Der Vorschlag Kleins, Graßmann in die Reihe der Ma-
thematiker aufzunehmen, die durch die Publikation von
„Gesammelte Werke“ – ein Anstoß aus den USA Gesammelten Werken ausgezeichnet sind, brachte den
Durchbruch: Die Familie stimmte begeistert zu. Die ih-
nen auch angetragene Beteiligung an der Gesamtheraus-
Eine genauere Kenntnis seiner mathematischen und phy- geberschaft lehnten die Söhne bescheiden ab; Klein enga-
sikalischen Arbeiten und deren weitere Verbreitung gierte hierfür Friedrich Engel (1861–1941), den er zuvor
ist kennzeichnenderweise durch die ersten Recherchen bereits erfolgreich Sophus Lie an die Seite gestellt hat-
nach Graßmanns Nachlass veranlasst worden.1 Es war te, um die Umformung von dessen Ideen in publizierba-
ein Anstoß aus den USA, der diese stärkere Dissemina- re Texte zu ermöglichen. In der Tat erschienen zwischen
tion bewirkte: J. W. Gibbs (1839-1903), selbst zwar ein 1894 und 1911 die Gesammelten Werke Hermann Graß-
Anhänger der Quaternionen (s. unten), aber ein mode- manns in sechs Teilbänden. Der Anlass zu dieser hervor-
rater, der sich sehr intensiv für die Methoden Graßmanns ragenden Ausweitung, die Edition der Prüfungsarbeit, er-
interessierte, hatte dem Vorwort von dessen Ausdeh- schien aufgrund der langwierigen Bearbeitung durch den
nungslehre von 1844 entnommen, dass Graßmann de- ältesten Sohn Justus erst 1911, acht Jahre nach dem Tod
ren Konzept erstmals in seiner Prüfungsarbeit von 1840 von Gibbs!

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Eine verengte Rezeption dem sein Vater als Lehrer für Mathematik und Physik tä-
tig war. 1827, nach siebeneinhalb Jahren, bestand er dort
die Abitur-Prüfung. Er hatte sich in keinem Fach beson-
Allerdings wird die Konzeption der Gesammelten Wer-
ders ausgezeichnet, insbesondere nicht in der Mathema-
ke Graßmanns Vielseitigkeit nicht gerecht – weder sei-
tik, erhielt jedoch ein Zeugnis „No. I“, also ein sehr gutes
ne sprachwissenschaftlichen noch seine theologischen In-
Zeugnis. Bei der Schulabschluss-Feier hielt er eine Rede
teressen sind berücksichtigt worden. In seinem Nach-
zur römischen Geschichte auf Lateinisch. Zum Winter-
ruf, der 1879 in den Mathematischen Annalen erschien,
semester 1827/28 begann er zu studieren, aber nicht im
listet Rudolf Sturm Graßmanns mathematische, physika-
nahe gelegenen Greifswald, sondern in Berlin. Graßmann
lische, sprachwissenschaftliche und theologische Schrif-
studierte sechs Semester – die damalige normale Studi-
ten auf [22: 43–45]. Engel hat sich dagegen in seinem
endauer –, allerdings nicht konsequent ein Fach, sondern
Nachlassverzeichnis ganz auf Mathematik und Physik be-
gemischt Theologie und Philologie: Im fünften und sechs-
schränkt [2: 373–395]. Auch die Werke-Ausgabe selbst
ten Semester hörte er Vorlesungen bei August Boeckh,
hat die sprachwissenschaftlichen Arbeiten ausgeschlos-
dem führenden klassischen Philologen, sowie einzelne
sen. Im Bemühen, diese nicht berücksichtigten Seiten
Vorlesungen zur Geschichte, Geographie und Philoso-
von Graßmanns wissenschaftlichen Arbeiten einzubezie-
phie: Also Veranstaltungen, mit denen er eine Allgemein-
hen, habe ich intensiv nach dem Verbleib sowohl des
bildung in der Lehrerprüfung nachweisen konnte. Mathe-
mathematisch-physikalischen Nachlasses als auch der üb-
matik hat er dagegen an der Universität nicht studiert,
rigen Teile gesucht. Das Ergebnis ist leider ganz unbe-
sondern erst autodidaktisch nach dem Studienabschluss.
friedigend. Der Nachlass ist nie einem Archiv oder einer
Das Abgangszeugnis der Universität vom 15. 11. 1830 be-
Bibliothek übergeben worden, sondern stets in Familien-
scheinigte ihm, dass über ihn „in sittlicher und oeconomi-
besitz geblieben. Zudem war der Nachlass in verschie-
scher Rücksicht nichts Nachtheiliges bekannt geworden“
dene Teile aufgelöst worden; sowohl der allgemeine Fa-
sei, dass er „fleißig“ war und: „Einer Theilnahme an ver-
miliennachlass als auch die sprachwissenschaftlichen und
botener Verbindung unter Studirenden ist derselbe hier
theologischen Texte blieben bei den weiterhin in Stet-
nicht verdächtig geworden“.3
tin wohnhaft bleibenden Töchtern und wurden teilweise
bald nach dem Tod der Mutter verkauft. Der verbliebene
Graßmann kehrte nun ins Elternhaus in Stettin zurück.
wissenschaftliche Nachlass erlebte mehrfache Ortswech-
Offenbar hatte er sich zu nichts klar entschieden. Trotz
sel, bis er in den 1920ern wieder nach Stettin zurück-
des theologischen Schwerpunkts seiner Studien erfolg-
kam. Dort ist er jedoch ein Opfer der Zerstörungen am
ten jetzt erste Schritte Richtung Lehrerberuf. Ab Ostern
Ende des zweiten Weltkriegs geworden [16: 20ff.]. Die
1831 wurde er als Mitglied am Seminar für gelehrte Schu-
Analyse von Graßmanns Beiträgen zu anderen Diszipli-
len in Stettin aufgenommen: offenbar aufgrund der Ver-
nen muss sich daher auf seine einschlägigen Publikatio-
mittlung von Verwandten, denn seit 1828 konnte nur als
nen beschränken. Wegen der Kriegsfolgen sind auch zu
Mitglied aufgenommen werden, wer bereits die Lehrer-
seiner Biographie nur wenige weitere Quellen erschließ-
prüfung pro facultate docendi absolviert und durch Probe-
bar. Die Standarddarstellung bleibt daher die umfangrei-
lektionen die Qualifikation zu einer Lehrerstelle nachge-
che Biographie, die Engel für die Werke-Ausgabe erstellt
wiesen hatte.4 Als Seminarmitglied erhielt er ein Stipen-
hat und für die er umfassende Recherchen unternommen
dium, das ein erstes Einkommen bedeutete. Das Seminar
und vielfach Quellen ausgewertet hat, die heute nicht
in Stettin war zusammen mit dem in Berlin und in Kö-
mehr zugänglich sind [2].
nigsberg eine der ganz wenigen Einrichtungen zur prakti-
schen Ausbildung für den Lehrerberuf. Die Stettiner Se-
minaristen hatten daher auch den Status als Hilfslehrer
Stichpunkte zur Biographie: Lehrer oder Pastor? am Gymnasium; Graßmann oblagen neben schriftlichen
Arbeiten im Seminar zahlreiche Unterrichtsstunden am
Gymnasium; so im Sommer 1831 zwölf Stunden Raum-
Der in der Wissenschaftsgeschichte häufig gewählte An-
lehre und Deutsch in der Sexta [2: 39]. Es war nunmehr
satz, Zugänge zum Verständnis einer Wissenschaftler-
notwendig, den Status als Seminarist zu legalisieren, und
Persönlichkeit über dessen Biographie zu finden, ist gera-
so bereitete sich Graßmann jetzt auf die Lehrerprüfung
de auch für Graßmann immer wieder versucht worden,
vor. Deren Ordnung hatte sich seit April 1831 gegen-
da er selbst so sorgsam Aussagen über die Herkunft und
über der bisherigen von 1810, die nur sehr grobe Vor-
Quellen seiner Konzeptionen vermieden hat. Es soll hier
gaben gemacht hatte, sehr stark verändert – sie enthielt
ein kurzer Überblick über seine Lebensstationen gegeben
sehr detaillierte Vorschriften über die Prüfungsinhalte in
werden, insbesondere um das Verhältnis zwischen seinen
den einzelnen Fächern [21]. Erst jetzt hat Graßmann be-
zwei beruflichen und konzeptionellen Optionen besser
gonnen, sich näher mit Mathematik zu beschäftigen. Er
zu klären.
blieb dabei im Rahmen der damaligen Schulmathematik:
Graßmann erhielt als Kind zuerst Unterricht zu Hau- Arithmetik und Geometrie, die Kombinationslehre – da-
se, ging danach auf eine Privatschule und wechselte mit mals noch ein in Deutschland beliebtes Gebiet, mit dem
elf Jahren in die Quinta des Gymnasiums in Stettin, an auch sein Vater sich intensiv beschäftigt hat, ebene und

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Graßmanns Personalbogen

sphärische Trigonometrie, Gleichungstheorie, die Lehre 1834 das Auslaufen der bezahlten Tätigkeit am Seminar
der endlichen und unendlichen Reihen und Elemente der absehbar war, wollte Graßmann sich offenbar die zweite
Differentialrechung. Im Lebenslauf, den er für die Lehrer- Berufsmöglichkeit offen halten: Er meldete sich im März
prüfung verfasste, hat er angegeben, nach diesem Selbst- 1833 für die nach einem Jahr erfolgende Prüfung pro ve-
studium eine kleine Abhandlung zur geometrischen Ana- nia concionandi, die erste Pastorenprüfung, beim Konsis-
lyse geschrieben zu haben [21] – geometrische Analyse torium in Stettin an. Diese Prüfung wurde im Mai 1834
bedeutete im damaligen Sprachgebrauch die Lösung geo- mit einem guten Ergebnis abgeschlossen,. Er ergriff aber
metrischer Aufgaben mittels synthetischer Methoden, in keine Schritte in diese Richtung, obwohl seine Seminar-
Abgrenzung zur algebraischen Analyse. Stelle jetzt beendet war. Es zog ihn dagegen nach Ber-
Der Lebenslauf hatte damals die Funktion, der Prüfungs- lin, und als er erfuhr, dass dort die Stelle von Jacob
Steiner an der Gewerbeschule (der späteren Friedrichs-
kommission die Studienschwerpunkte darzulegen und so
Werderschen Oberrealschule) im Oktober 1834 durch
die Prüfungsfächer zu bestimmen. Graßmann hat dort als
seine universitären Hauptstudien die Philologie beschrie- dessen Ernennung an der Universität freigeworden war,
bewarb er sich darum und wurde eingestellt.5 Die Ein-
ben – neben den autodidaktischen Studien in Mathematik.
stellung erfolgte nur vorläufig, unter dem Vorbehalt des
In der Tat erhielt er dann Prüfungsaufgaben in Philologie
baldigen Erwerbs der Lehrbefähigung auch für die obe-
und Mathematik. In der Abschlussprüfung in Berlin am
ren Klassen. Es war dies die erste Lehrtätigkeit nur für
17. 12. 1831 erhielt er in mehreren Fächern die Lehrbe-
fähigung für untere und mittlere Klassen, aber im Wider- Mathematik – elementar aufgrund des Niveaus der Schu-
le, aber sie endete in einem Fiasko: Graßmann war dort
spruch dazu die sog. unbedingte facultas docendi – also
nur 14 Monate tätig. Als er zum Ende 1835 die Schule
die Berechtigung, in mindestens einem Fach auch in den
obersten Klassen zu unterrichten [21]. Die Schulträger kurzfristig verließ, atmete der Direktor erleichtert auf:
Die sonst mustergültige Disziplin habe im letzten halb-
hielten sich aber an die einzelnen Aussagen im Prüfungs-
en Jahr im Mathematikunterricht „gewankt“, wegen der
zeugnis, so dass er in Bürger- oder Mittelschulen einge-
Störungen seien die Schüler besonders im Rechnen zu-
setzt wurde, aber nicht in oberen Klassen.
rückgeblieben [13: 167 f.].
Als Mitglied des Stettiner Seminars blieb er zunächst als
Hilfslehrer am Gymnasium tätig und unterrichtete dort Zu Anfang Januar 1836 kehrte Graßmann nach Stettin
Raumlehre, Geschichte, Religion, Deutsch und Kopfrech- zurück und übernahm eine ganze Lehrerstelle an der
nen in Sexta und Quinta [2: 42]. Da für das Frühjahr gerade eröffneten Ottoschule, einer städtischen Bürger-

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schule gehobenen Niveaus. Er hatte nun wieder mehre- nalen eine Anwendung der Ausdehnungslehre auf die
re Fächer zu unterrichten: Religion, Mathematik, Physik, Elektrodynamik und erarbeitete ab 1845 seine Preis-
Deutsch und Latein. Wie er in einem Brief nach zwei Mo- schrift zur geometrischen Analyse, die 1846 den Preis der
naten dort an seinen Bruder Robert schrieb, habe er nun Jablonowskischen Gesellschaft erhielt. Wenngleich sein
gelernt, für die Schule zu arbeiten. Er suchte nach bes- Buch von 1844 nur eine schwache Rezeption erfahren
seren Lehrerstellen [2: 61], zumal das Gehalt mit knapp hatte, fühlte er sich nun ermutigt, einen kühnen Schritt zu
500 Talern immer noch mäßig war, blieb aber bis 1843 an tun: er sandte im Mai 1847 ein Schreiben an den preußi-
der Ottoschule, wo er sowohl zur Kristallographie wie schen Kultusminister, in dem er für sich eine mathemati-
zur deutschen Sprachlehre publizierte [5]. Schließlich un- sche Professur an einer Universität beantragte. Generell
ternahm er 1838/39 einen doppelten Anlauf, um seine waren damals solche Übergänge aus der Schule durch-
beruflichen Positionen zu festigen: er meldete sich einer- aus möglich. Wie üblich wurde ein Mathematiker mit ei-
seits im Mai 1838 beim Stettiner Konsistorium zur zwei- nem Gutachten beauftragt; den Auftrag erhielt Kummer,
ten theologischen Prüfung, pro ministerio, an, um alle Vor- damals Professor in Breslau. Kummers Gutachten war
aussetzungen für eine Pfarrerstelle zu erfüllen. Er erhielt durchaus gründlich; er hob einerseits den wissenschaft-
drei Prüfungsaufgaben, die innerhalb eines Jahres zu bear- lichen Wert von Graßmanns Arbeiten hervor, beurteilte
beiten waren. Er reichte die Arbeiten Ende Mai 1839 ein aber ihre schwer verständliche Form als wenig geeignet
und bestand die Prüfungen im Juli 1839 sehr gut; er wur- für akademischen Unterricht; ausdrücklich fügte er aber
de für „wahlfähig“ erklärt. Kurz vor dem Abgabetermin, hinzu, dass diese Bedenken behoben werden könnten,
am 28. Februar 1839, meldete er sich in Berlin zu einer wenn es positive Berichte über seine Unterrichtserfolge
Nachprüfung in Mathematik und Physik an, um für diese gäbe. Schließlich wies Kummer aber noch auf das struktu-
Fächer die volle Lehrbefähigung zu erhalten. Hier erhielt relle Problem hin, dass an den kleineren Universitäten ein
er vom für diese Fächer zuständigen Prüfer, Carl Lud- Professor die gesamte Mathematik vertreten müsse, dass
wig Conrad (1796–1861), die so entscheidend werdende aber bei Graßmann offenbar eine fachliche Beschränkung
Aufgabe, die Theorie der Ebbe und Flut darzustellen. En- vorliege [2: 123ff.].
gel sah in der erfolgreichen Bearbeitung dieser Aufgabe
die Ursache, warum sich Graßmann bei seinen zwei Be- Von späteren analogen Versuchen ist nur einer von
rufsoptionen nun definitiv für den Lehrerberuf entschie- 1868/69 bekannt: unternommen auf Anraten von J.A.
den hat und fachlich für die Mathematik – er stützte sich Grunert, dem Vertreter der Mathematik in Greifswald,
dabei allerdings auf ein späteres Bewerbungsschreiben [2: der schon 1862 erwähnt hatte, dass Graßmann „sich
79]. Zugleich hat er begründet die Meinung vertreten, schon längst nach einer Professur sehnt“ [2: 241]. Al-
dass Conrad ein so wenig gängiges Thema nicht aus der lerdings weist Engel auf die Nachteile einer Universitäts-
Luft gegriffen hat, sondern dass es ihm von Graßmann professur gegenüber der Oberlehrerstelle am Gymnasi-
selbst nahegelegt worden sein muss [2: 83]. um hin, die Graßmann, seit 1852 als Nachfolger seines
Vaters einnahm: geringeres Gehalt – 900 Taler gegenüber
Graßmann wurde über ein Jahr Zeit für die Abfassung 1420 Talern – und nur wenige Studenten [2: 286].
der Arbeit eingeräumt; er reichte sie am 20. 4. 1840 ein
und wurde auf sein Drängen schon am 1. 5. 1840 geprüft. Graßmann, zunehmend verbittert über die weiterhin ge-
Conrad notierte bereits das Innovative der Arbeit. Und ringe Rezeption seiner Ausdehnungslehre, auch nach de-
die Prüfung zeigte Graßmann so gut qualifiziert in Ma- ren zweiter revidierter Fassung, wendete sich schließ-
thematik und allen Naturwissenschaften, dass er über- lich zwei seiner anderen alten Interessengebiete zu: der
all die volle facultas erhielt. Er blieb aber weiterhin an Theologie und der Sprachwissenschaft. So wurde er in
der Ottoschule als Lehrer; angeregt durch das Studium der ersten Hälfte der 1850er Jahre aktiv im Pommer-
von Schleiermachers Dialektik beschäftigte er sich bis et- schen Hauptverein für die Evangelisierung Chinas und
wa 1842 nun vorrangig mit Sprachwissenschaft. Danach war ab 1857 im Vorstand und sogar als Vorsitzender die-
kehrte er zur Ausarbeitung seiner in der Prüfungsarbeit ses Vereins tätig. Er hat unermüdlich dessen Aktivitäten
entwickelten Konzepte zurück und publizierte sie 1844 zur protestantischen Missionierung Chinas vorangetrie-
als lineale Ausdehnungslehre. Im Herbst 1842 wurde Graß- ben, so auch durch das von ihm für den Verein herausge-
mann vom Magistrat innerhalb Stettins für einen breiten gebene Blatt Mitteilungen aus China, die – wie so vieles in
Unterrichtseinsatz an das Gymnasium versetzt, wechsel- Stettin – im Verlag seines Bruders Robert erschienen [2:
te aber schon nach einem halben Jahr erneut, in einem 207ff.]. Und seine letzte Schrift 1877 war praktisch der
Stellentausch mit seinem Bruder Robert, und zwar an die inneren Mission gewidmet: Über den Abfall vom Glauben,
Friedrich-Wilhelmsschule, eine höhere Bürgerschule, mit zum Verhältnis von Wissenschaft und Glauben.
einem Einkommen von 525 Talern. Auch hier wieder in
Wissenschaftlich äußerst bedeutsam war seine Beschäf-
vielen Fächern eingesetzt, entwickelte er ein zunehmen-
tigung mit der indogermanischen Sprachwissenschaft.
des Interesse für Sprachunterricht und publizierte dazu
Noch heute sind seine beiden Werke, das Wörterbuch
verschiedene Lehrmaterialien.
zum Rigveda und die kritische Übersetzung des Rigve-
Parallel blieb er aber weiterhin in der mathematischen da, klassische Werke der Sanskrit-Forschung. Bahnbre-
Forschung aktiv; er publizierte 1845 in Poggendorffs An- chend in der vergleichenden indogermanischen Sprach-

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Graßmann – offenbar auf eine Anregung seines Vaters
hin – 1835 als Mitglied in der Stettiner Loge zu den drei
Zirkeln aufgenommen wurde [2: 52ff.]. An späterer Stelle
hat Engel nur vermerkt, dass die Loge Außenstehenden
keine Informationen über maurerische Tätigkeiten Graß-
manns geben kann und hat daher auf weitere Recherchen
und Darstellungen verzichtet, obwohl Graßmann 1856
das Amt des Redners in der Loge übernommen hatte
und noch zahlreiche Redemanuskripte in der Familie vor-
handen waren [2: 209]. Die Freimaurer-Tätigkeit Graß-
manns ist danach in der Literatur nicht mehr aufgegriffen
worden. Das ist ganz unverständlich, da schon seit 1862
eine recht detaillierte Geschichte dieser Loge publiziert
vorlag – auch wieder in Roberts Verlag erschienen. Aus
ihr ersieht man einerseits, dass Graßmanns Vater Justus
sogar 25 Jahre lang der Stuhlmeister war und dass viele
führende Persönlichkeiten Stettins dort Mitglied waren,
vor allem ein großer Teil der Lehrer an höheren Schulen.
Die Mutterloge der Stettiner Loge war die große Berli-
ner Loge zu den drei Weltkugeln, so dass man hierüber
Verbindungen Graßmanns zu Berliner Mathematiklehrern
vermuten kann. Es ergeben sich auch in den Aktivitäten
der Loge Analogien zur Tätigkeit des physikalischen Ver-
eins in Stettin, dessen Vorsitzender gleichfalls Graßmanns
Vater war, der seinen Sohn auch hierin hat aktiv werden
lassen. Schließlich erfährt man, dass „Sr. Majestät, unser
hochverehrter König“, Protektor aller Freimaurer-Logen
in Preußen, der Loge 1843 einen Besuch abgestattet hat
wissenschaft war schließlich sein Aspiratengesetz, das [6: 31] – einerseits ein aufschlussreiches Indiz für die spe-
dort allgemeine Anerkennung fand. zifische Verbindung der Aufklärung mit dem Protestantis-
Ab etwa 1868, mit einer jüngeren Generation von Mathe- mus in Preußen und andererseits dafür, dass Freimaurerei
matikern, erfuhren die Konzepte der Ausdehnungslehre nicht mehr mit Liberalismus identisch war.
eine zunehmend stärkere Rezeption unter den deutschen
Mathematikern – ausgehend von Hermann Hankel und
Alfred Clebsch und aufgrund der Publikationen in den Graßmanns Ausdehnungslehre
Mathematischen Annalen [23; 8]. Mehrere Mathematiker
traten nun in aktive Kommunikation mit Graßmann; so
kehrte er schließlich zur Mathematik zurück. Im Folgenden soll ein Überblick zu den Grundkonzepten
Ingesamt muss man für die intellektuelle Entwicklung von von Graßmanns Ausdehnungslehre gegeben werde. A1
Hermann und seinem Bruder Robert den durchweg kon- bezeichnet dabei die erste Version von 1844, die Graß-
servativen Kontext der Familie und von Stettin berück- mann erheblich umgearbeitet hat, um eine bessere Zu-
sichtigen. Justus Scheibert berichtet über seine Mutter, gänglichkeit zu erreichen. Diese 1862 erschienene Fas-
Hermanns Schwester: „Konservativ vom Kopfe bis zur sung wird kurz mit A2 abgekürzt.
Zehe waren ihr die liberalen Leute unverständlich, über Es ist charakteristisch für die grundlegenden Arbeiten
die sie, wenn sie nicht Mitleid empfand, ihren ganzen Graßmanns, dass er dort außer seinem Vater keine wei-
scharfsinnigen Witz ergoß“ [zit. n.: 10: 55]. Damit wird teren Mathematiker oder Schriften nennt, auf die er sich
auch die Atmosphäre ihres Elternhauses charakterisiert stützen konnte. Als für ihn wichtige Entwicklung seines
sein. Sie entsprach einer insgesamt konservativen Domi- Vaters nannte er dessen Begriff des Produkts in der Geo-
nanz in Stettin [7: 57f.]. In der Tat haben sich die Brü- metrie, womit dieser sich also in der immer wieder in
der Robert und Hermann 1848 gegen die Revolution en- der Mathematik umstrittenen Frage, inwieweit Multipli-
gagiert, auch mit hohem finanziellen Einsatz. Sie gaben kation in der Geometrie möglich und zulässig ist, für eine
gemeinsam die pro-monarchistische Zeitschrift Deutsche algebraische Interpretation geometrischer Operationen
Wochenschrift für Staat, Kirche und Volksleben heraus. entschieden hatte. Als seine Hauptmotivation erklärte
Eine weitere wichtige Dimension für das Verständnis des Graßmann jedoch die Betrachtung negativer Größen in
kulturellen und intellektuellen Kontextes Graßmanns ist der Geometrie. Damit bildete den Ursprung seiner Kon-
in der Literatur praktisch unbeachtet geblieben. Engel hat zepte das gleiche Begriffsfeld, das schon Carnot, Argand,
in seiner Biographie am Rande erwähnt, dass Hermann Bellavitis und Hamilton angeregt hatte:

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Den ersten Anstoß gab mir die Betrachtung des Ne- In der Formenlehre ging es darum, Gesetze von Verknüp-
gativen in der Geometrie; Ich gewöhnte mich, die fungen – oder Operationen – ganz allgemein aufzude-
Strecken AB and BA als entgegengesetzte Größen cken. Graßmann hat hier erstens zwischen synthetischen
aufzufassen; woraus denn hervorging, dass, wenn A, und – diese aufhebenden – analytischen Verknüpfungen
B, C Punkte einer geraden Linie sind, dann auch al- unterschieden sowie zwischen Verknüpfungen verschie-
lemal AB + BC = AC sei, sowohl wenn AB und BC dener Stufen. Als mögliche Eigenschaften der Verknüp-
gleichbezeichnet sind, als auch wenn entgegenbe- fungen untersuchte er Assoziativität, Kommutativität und
setzt bezeichnet, das heisst wenn C zwischen A und Distributivität. Im Anschluss an den allgemeinen Teil er-
B liegt. [4: A1 Vorrede] folgte die Deutung der synthetischen Verknüpfung erster
Stufe als Addition und der analytischen als Subtraktion
Und Graßmann hat betont, dass das Wesentliche seiner
sowie der entsprechenden Verknüpfungen der zweiten
Ausdehnungslehre darin liege, dass er die zwei Begriffe
Stufe als Multiplikation bzw. Division. Wie Graßmann be-
der Länge und der Richtung zu einem neuen Begriff verei-
tonte, sind die Kommutativität und Assoziativität nicht
nigt habe: „Länge und Richtung zu Einem Begriffe zusam-
schon im allgemeinen Begriff der Verknüpfung der zwei-
menzufassen“ [4: 172].
ten Stufe angelegt, so dass in der neuen Ausdehnungsleh-
Für diese neuen geometrischen Entitäten, die wir heu- re Arten der Multiplikation auftreten werden, in denen
te ,Vektor‘ nennen, entwickelte Graßmann zunächst die die Kommutativität nicht gilt.
Operation der Addition. Das wurde gerade dadurch
möglich, dass außer der Länge zugleich die Richtung der Auf der Grundlage der allgemeinen Formenlehre ent-
Strecken berücksichtigt wurde – und zwar nicht nur wie wickelte Graßmann seinen neuen Zweig der Mathema-
im Ausgangsproblem entgegengesetzte Richtungen, son- tik, die Ausdehnungslehre, die auf der Geometrie auf-
dern verallgemeinernd für alle Richtungen in der Ebene. baut, so dass viele Begriffe aus ihr motivierbar sind. Den
Grundbegriff bildete die Ausdehnungsgröße oder exten-
Als nächste Operation entwickelte er die Multiplikation
sive Größe, als aus der stetigen Bewegung eines Punktes
und zwar als Verallgemeinerung der Rechteck-Bildung,
erzeugt. Auf das so zunächst entstandene Ausdehnungs-
die bereits traditionellerweise und auch bei seinem Va-
gebilde erster Stufe konnte er die Verknüpfungen der Ad-
ter als äquivalent zum arithmetischen Produkt verstan-
dition und der Subtraktion anwenden, die die Vektoraddi-
den worden war. Graßmann beschränkte sich nicht mehr tion bedeuten. Im Anschluss daran erzeugte er Gebiete
auf Rechtecke, sondern verstand – wiederum durch Ein-
höherer Stufen, indem er zwei verschiedene Erzeugun-
beziehung der Richtung – Parallelogramme als Produkte
gen von Strecken und die Gesamtheit so erzeugter Ele-
von aneinander anstoßenden, gerichteten Strecken. Das
mente als Gebiet zweiter Stufe betrachtete, die der Ebe-
Ungewöhnliche und Neue an diesem Multiplikationsbe-
ne entspricht. Analog entstand das Gebiet dritter Stufe.
griff war, dass die Multiplikation nun nicht mehr kommu-
Während sich die Geometrie auf diesen dreidimensiona-
tativ war, sondern anti-kommutativ.
len, Raum beschränken muss, erklärte Graßmann, dass
Während so ein algebraischer Vektorkalkül vorlag, be- die abstrakte Wissenschaft der Ausdehnungslehre keine
steht die eigentliche Hauptleistung Graßmanns darin, solche Grenze kenne und beliebige weitere Stufen erzeu-
dass er trotz seines Operierens mit geometrischen Ge- gen könne [4: A1 § 16].
genständen auf beliebig-dimensionale Räume verallgemei-
nert hat. Das Überschreiten der Grenzen der räumlichen Für diese n-dimensionalen Gebiete – später, im An-
Vorstellungen und die kühne Verallgemeinerung waren schluss an Riemann, Mannigfaltigkeiten genannt – hat
für Graßmann zweifelsohne dadurch möglich geworden, Graßmann in umfassender Weise die nach seiner For-
dass er nicht einfach über algebraische oder geometri- menlehre konkretisierbaren Operationen („Verknüpfun-
sche Operationen reflektiert hat, sondern dass diese für gen“) untersucht und entwickelt. Graßmann hat damit in
ihn nur spezielle Anwendungen waren. Tatsächlich hat er wohl ausführlichster und konsequentester Weise einen
nämlich die für seine Zeitgenossen noch überraschen- geometric calculus etabliert.
dere Kühnheit besessen, als Grundlage für alle Zweige Addition und Subtraktion bieten grundsätzlich gegenüber
der Mathematik eine „allgemeine Formenlehre“ zu ent- der schon bei anderen Mathematikern vorgestellten Vek-
wickeln, in der er abstrakte Operationen ohne Rücksicht toraddition nichts Neues – mit Ausnahme der nicht ein-
auf konkrete Bedeutungen untersucht hat,. geschränkten Dimension. Seine bahnbrechenden Leistun-
In der Tat bildet Graßmanns Werk einen charakteristi- gen liegen vorrangig bei der Verknüpfung zweiter Stufe,
schen Beitrag zu der zunächst in Preußen und in Nord- der Multiplikation. Graßmann hat eine bemerkenswer-
deutschland erfolgenden Neuorientierung der Mathema- te Vielzahl von multiplikativen Verknüpfungen entwickelt,
tik, der Entstehung der reinen Mathematik. Graßmann um so den vielfältigen Erfordernissen in n-dimensionalen
selbst hat sich als Propagator der reinen Mathematik ver- Mannigfaltigkeiten gerecht zu werden. Eine Reihe von
standen und die Formenlehre als Grundlagendisziplin die- Multiplikationsformen hat Graßmann nur skizziert. Am
ser reinen Mathematik entwickelt – während er Geome- bekanntesten und wirkungsvollsten sind das äußere Pro-
trie und Mechanik als Anwendungen nicht zur reinen Ma- dukt und das innere Produkt geworden. Das innere Pro-
thematik zählte. dukt – das einen Skalar ergibt – hat er erst in der A2 ,

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dargestellt. Den breitesten Raum hat stets das äußere die – paradox gegenüber Graßmanns geometrischer Mo-
Produkt eingenommen. Es zeichnet sich durch drei Be- tivation – zum Modell einer abstrakten Theorie im Rah-
sonderheiten aus: men der Strukturmathematik wurde.
◦ dieses Produkt erhöht die „Stufe“ – i.e. die Dimension Graßmanns Konzepte sind nicht nur innermathematisch
– der Faktoren, und zwar ist die Stufenzahl des Pro- bis ins 20. Jahrhundert immer wieder aufgegriffen und
dukts die Summe der Stufenzahlen der Faktoren; weiterentwickelt worden, sogar noch fast zeitgenössisch
◦ zugleich ist dieses Produkt anti-kommutativ: Bei Ver- ausgehend von Clifford und von Peano, sondern auch
tauschung eines Faktors ändert sich das Vorzeichen, in den Anwendungen, hier zunächst vor allem von Me-
chanik und Elektrodynamik ausgehend. Die internationa-
a · b = −b · a le Tagung 1994 aus Anlass des 150-jährigen Erscheinens
der Ausdehnungslehre hat die Breite und Aktualität der
Die Ursache für dieses den Zeitgenossen noch unge- Weiterentwicklungen eindrucksvoll dokumentiert [14].
wöhnliche Gesetz war, dass die extensiven Größen (oder
Graßmann hat praktisch keine Quellen seiner innovati-
„Vektoren“) sowohl eine Länge wie eine Richtung besit-
ven Konzepte angegeben; dies entsprach einer Praxis vie-
zen. Das äußere Produkt – die Benennung spielt auf die
ler Gymnasiallehrer im neuhumanistischen Preußen, de-
Dimensionserhöhung an (A1 , § 36) – hat daher sowohl
ren hoher sozialer Status mit der ihnen zugesprochenen
einen algebraischen Anteil als auch einen geometrischen,
Kompetenz zu wissenschaftlichen Publikationen eng ver-
nämlich die Längen als Absolutbeträge und den Sinus des
bunden war und die gerade bestrebt waren, ihre Origi-
Winkels zwischen den beiden Richtungen:
nalität zu unterstreichen. Andererseits sucht man mathe-
a · b = |a| · |b| · sin(a, b)
matikgeschichtlich gerne nach Quellen und Beeinflussern,
und im Falle von Graßmann hat man aufgrund des syste-
◦ das Produkt kann Null sein, auch wenn seine Faktoren matischen Charakters seiner Darstellung diese vor allem
sämtlich ungleich Null sind: nämlich wenn zwei Fakto- unter Philosophen gesucht. Seit Engels Biographie ist häu-
ren „gleichartig“ sind – oder in moderner Bezeichnung fig versucht worden, Schleiermacher und dessen Werk
„linear abhängig“. zur Dialektik als solche Quelle zu identifizieren, da En-
gel aus zwei von Graßmann verfassten Lebensläufen her-
Graßmann hat ausführlich das Operieren mit diesem äu- ausgelesen hatte, die Dialektik habe Graßmanns philoso-
ßeren Produkt dargestellt. Außer dem Produkt zwischen phische Grundlagenkonzepte der Mathematik wesentlich
extensiven Größen hat er insbesondere das Produkt von beeinflusst. Engel hatte dafür beide Lebensläufe als prak-
Zahlengrößen mit extensiven Größen behandelt. Zahlen- tisch gleichlaufende Quellen verstanden und Stücke aus
größen waren für ihn Verhältnisse, „wahre Quotienten“ dem einen unterschiedslos neben Stücke aus dem an-
aus gleichartigen Größen; Graßmann hat dabei betont, deren gestellt. Meine jetzt vorgenommene Edition der
dass Zahlengrößen für ihn keine diskreten Zahlen sind, beiden Texte zeigt, dass sie ganz unterschiedliche Text-
sondern – als Quotienten – stetige Größen, also prak- typen mit verschiedener Zielrichtung und Aussagekraft
tisch reelle Zahlen [4: A1 , § 75]. Es zeigt sich damit, dass sind. Der eine, in Vorbereitung der Lehrerprüfung 1831,
Graßmann mit seinem geometrischen Kalkül ein traditio- beschreibt seine bisherigen Studien, vorrangig in Philo-
nelles, aber ungelöstes Problem lösen wollte, nämlich ein logie; Schleiermacher kommt nur einmal am Rande vor.
ungehindertes Multiplizieren mit und von beliebigen Grö- Der andere, in Vorbereitung der Pastorenprüfung, be-
ßen [20]. Viète hatte das zuvor weitgehendste Programm schreibt die Entwicklung seiner Religiosität, seines religi-
für dieses Problem entwickelt; sein Produkt war auch di- ösen Gefühls – in Übereinstimmung mit Schleiermachers
mensionserhöhend. neuer protestantischer Konzeption des christlichen Glau-
bens. Von Schleiermachers Dialektik-Vorlesung erwähnt
Andererseits war auch für Graßmann keine völlige Ana-
er nur, dass er sie nicht verstanden habe [21]. Hinzu-
logie des geometrischen Kalküls zu den arithmetisch-
kommt, dass ,Dialektik‘ von Autoren nach Engel im Sinne
algebraischen Operationen möglich. Er hat nur für weni-
von Dialektik bei Hegel missverstanden worden ist, wäh-
ge seiner multiplikativen Verknüpfungen eine zugehörige
rend Schleiermacher eine ganz eigenständige Konzeption
analytische erörtert. Für das äußere Produkt hat er eine
hatte: nämlich in der ursprünglichen griechischen Bedeu-
„äußere Division“ dargestellt. Diese war aber nicht mit
tung als dialogisches Verfahren, das zur Ermittlung der
der arithmetischen Division analogisierbar: Wegen der
Sicherheit des in Frage stehenden Wissens führen soll.
Nicht-Kommutativität musste er eine Division von links
In der Tat hat Victor Schlegel, Graßmanns erster Bio-
und eine von rechts unterscheiden [19].
graph, der ihn noch persönlich gut gekannt hat, berich-
Dank seines Konzeptes des inneren Produktes hatte tet, dass Graßmanns Beschäftigung ab 1840 mit der post-
Graßmann bereits alle zentralen Eigenschaften der linea- hum publizierten Dialektik Schleiermachers ihn von der
ren Algebra gefunden, einschließlich des nach Steinitz be- Arbeit an den Ausgangskonzepten der Ausdehnungsleh-
nannten Austauschsatzes. Und die Nicht-Kommutativität re, die in der Prüfungsarbeit zur Ebbe und Flut enthalten
des äußeren Produkts führte zur Entwicklung der multili- waren, weggeführt und ihn zu sprachwissenschaftlichen
nearen Algebra in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, Arbeiten weggelenkt hat [12: 4f.]. Die Ansätze Graß-

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manns lassen sich einerseits gut verorten in den zeitge- Bruder Robert: Und Robert, der als Lehrer gescheitert
nössischen Grundlagen-Auseinandersetzungen zwischen war und nach seinem Ausscheiden aus der Schule als Ver-
geometrischer und algebraischer Analysis. Vom Gesichts- leger und Privatgelehrter lebte, hat im Alleingang vielbän-
punkt einer Philosophie der Mathematik ist der relevan- dige „Gebäude des Wissens“ errichtet und publiziert; er
teste neue Ansatz sein Aufbau der Mathematik von ei- ist ein Prototyp hermetischer Abgeschlossenheit gegen
ner allgemeinen Formenlehre her. Der einzige zeitgenös- Kommunikation [17]. Man kann ihn als Hermanns „bösen
sische Ansatz in der Philosophie zu einer solchen neu- Geist“ in Bezug auf Kommunizierbarkeit des Wissens an-
en Grundlagendisziplin liegt vor bei Jacob F. Fries (1773- sehen.
1843). Daher halte ich es grundlagentheoretisch für pro-
duktiver, die Beziehung zu Fries zu erforschen [18]. Diese hermetische Abschließung wurde noch verstärkt
durch eine spezifische Dimension der konservativen
Grundhaltung der beiden Brüder. Die deutsche Roman-
tik hatte bei ihnen zu einer eigentümlichen Deutschtü-
Bessere Rezeption bei einer melei in der Terminologie geführt: Nicht nur neu gepräg-
Universitätskarriere? te Fachausdrücke wurden ausschließlich mit deutschen
Worten bezeichnet, auch traditionell eingeführte Fach-
termini wurden künstlich ins Deutsche übertragen, was
Traditionell ist in der Literatur über Graßmann die späte
natürlich den Zugang erheblich erschwerte. Hermann be-
und geringe Rezeption seiner Konzepte kritisiert und be-
schränkte sich damit nicht auf die Mathematik – zur Bo-
klagt worden; als kennzeichnend ist seine Nicht-Berufung
tanik publiziert er 1870 ein Buch „Deutsche Pflanzen-
auf eine Universitäts-Professur bezeichnet worden. Ich
namen“, in der expliziten Absicht, „für alle im Gebiete
habe bereits früher diese Klagen relativiert [19], indem
deutscher Zunge wachsenden Pflanzen deutsche Namen
ich einerseits auf die wissenschaftssoziologische Erfah-
einzuführen“.
rung verwies, dass bahnbrechende neue Ideen i. Allg. erst
von der folgenden Generation produktiv aufgenommen Aufgrund des Fehlens einer in der Kommunikation und
werden und außerdem hervorhob, dass es noch zu Graß- Kooperation mit dem Begründer einer Theorie bewähr-
manns Lebzeiten sowie durch die Veröffentlichung seiner ten und kompetenten Gruppe jüngerer Fachkollegen –
Gesammelten Werke zu einer intensiven Rezeption kam. wie sie sich bei universitärer Tätigkeit hätte bilden kön-
Auf der anderen Seite ist aber nicht zu verkennen, dass nen lässt sich in der Tat konstatieren, dass die spezifische
die Rezeption doch stets einen spezifischen Charak- Art der Rezeption darin bestand, dass eine Reihe von
ter gehabt hat, und dieser lässt sich im Zusammenhang Mathematikern sich wiederum ihre ganz individuelle und
mit dem Problem der Universitäts-Professur gut erör- einseitige Interpretation zurechtlegten, die zu Sektenbil-
tern. Kennzeichnend ist eine Klage über Vorurteile gegen dungen führt, wie sie Felix Klein gerade für die „Grass-
Graßmanns Methoden in einem Brief von Victor Schlegel mannianer“ – in Gegenüberstellung zu den „Quaternio-
an Gibbs vom 15.7.1888: nisten“ – beklagt hat [15: xii f.; 3].

Nirgends sind diese Vorurtheile grösser, und schwe-


rer zu überwinden gewesen, als in Deutschland Anmerkungen
1. Vgl. zum Entstehen des Projekts der Gesammelten Werke:
selbst, weil Grassmann nur an einem Gymnasium [16: 22ff.].
wirkte und nicht an einer Universität, wo er Ge- 2. Gibbs Papers, Beinecke Rare Book and Manuscript Library,
legenheit gehabt hätte, einen Kreis von Schülern zu Yale University, no. 140.
bilden, welche jene Methoden weiter entwickelt hät- 3. Archiv der Humboldt-Universität Berlin, Exmatrikel: AZ
ten.6 1830, vol. LXXII, Bl. 161R.
4. Staatsarchiv Greifswald, Rep. 62 (Provinzialschulkollegium
An dem Argument ist in der Tat bedenkenswert, dass Pommern), Nr. 2162, Das Seminarium für gelehrte Schulen beim
die Tätigkeit der Lehre an der Universität die Notwen- Gymnasium zu Alt-Stettin, vol. II, Erlaß des Preuss. Kultusminis-
ters vom 4. 7. 1828. Leiter des Seminars war der Direktor des
digkeit der Kommunizierbarkeit der Theorien impliziert,
Gymnasiums.
so dass eine stete Darstellung von Forschungsergebnis- 5. Seine Bezahlung dort war zunächst schlechter als zuvor am
sen in der Lehre und ihre Diskussion mit Schülern und Seminar: 117 anstatt 150 Taler. Graßmann hat in seinem Per-
Kollegen eine Bewährung im Verständnis anderer erfor- sonalbogen (Siehe die Reproduktion, Seite 179) angegeben, er
dert. Da im Gymnasium aufgrund des Lehrplans Graß- sei von 1831 bis 1836 durchgängig Hilfslehrer am Gymnasium in
manns Ausdehnungslehre praktisch nicht in den Unter- Stettin gewesen – das ist nicht zutreffend.
richt eingehen konnte, gab es dort nicht das Moment der 6. Gibbs Papers (siehe Anmerkung 2), no. 169.
Rückwirkung durch die Kommunikation. In der Tat bildet
ja Graßmanns System ein weitgehend in sich hermetisch Literatur
abgeschlossenes Konzept, und das noch stärker in der [1] Michael J. Crowe, A history of vector analysis. Notre Dame, Ind.:
revidierten Fassung von 1862. Diese zweite Fassung ist Univ. Pr. 1967.
zwar das Ergebnis von Kommunikation und Kooperation, [2] Friedrich Engel, Grassmanns Leben: Nebst einem Verzeichnisse der
aber nicht durch öffentliche Lehre, sondern mit seinem von Grassmann veröffentlichten Schriften und einer Übersicht des hand-

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schriftlichen Nachlasses. Leipzig: Teubner, 1911. (Graßmann, H.: Ge- Kluwer, 1996. (Boston Studies in the Philosophy of Science, volume
sammelte mathematische und physikalische Werke. Bd. 3, T. 2) 187)
[3] Paolo Freguglia & Gert Schubring, "Il calcolo geometrico", Sto- [15] Gert Schubring, Reflections on the complex history of Grass-
ria della scienza, ed. Sandro Petruccioli, Vol. VIII 1870-1950. Roma: mann’s reception. In: [14], vii–xxix.
Istituto dell’Enciclopedia Italiana, 2004, 88-92. [16] Gert Schubring, Remarks on the Fate of Graßmann’s Nachlaß.
[4] Hermann Graßmann, Die Ausdehnungslehre von 1844 und die geo- In: [14], 19–26.
metrische Analyse. Leipzig: Teubner, 1894. (Graßmann, H.: Gesam- [17] Gert Schubring, The Cooperation between Hermann and Ro-
melte mathematische und physikalische Werke. Bd. 1, T. 1) bert Grassmann on the Foundations of Mathematics. In: [14], 59–70.
[5] Erika Hültenschmidt, Hermann Grassmann’s contribution to the [18] Gert Schubring, Philosophie der Mathematik bei Fries, Ja-
construction of a German „Kulturnation“ – Scientific school gram- kob Friedrich Fries – Philosoph, Naturwissenschaftler und Mathematiker,
mar between Latin tradition and French conceptions. In: [12], 87– Hrsg. Wolfram Hogrebe, Kay Hermann. Frankfurt am Main: Peter
113. Lang, 1999, 175–193.
[6] A. G. C. Lincke, Geschichte der St. Johannis-Loge zu den Drei Zir-
[19] Gert Schubring, „Il calcolo vettoriale di Grassmann“, Storia del-
keln, früher la parfaite union, im Oriente Stettin. Stettin: R. Grassmann
la scienza, ed. Sandro Petruccioli, Vol. VII L’Ottocento. Roma: Istituto
1862.
dell’Enciclopedia Italiana, 2003, 147–149.
[7] Hans-Joachim Petsche, Graßmann. Basel: Birkhäuser, 2006 (=Vita
[20] Gert Schubring, „A Case Study in Generalisation: The Notion
Mathematica 13).
of Multiplication“, Activity and Sign – Grounding Mathematics Educati-
[8] David Rowe, The reception of Grassmann’s work in Germany
on. Festschrift for Michael Otte, eds. M. Hoffmann, J. Lenhard, F. Seege.
during the 1870s. In: [14], 131–145.
New York, Springer, 2005, 275–285.
[9] Horst Scheibert, Ahnen und Nachkommen des Professors Justus
Günther Graßmann, Archiv für Sippenforschung und alle verwandten [21] Gert Schubring, Hermann Graßmann – zwei differente Lebens-
Gebiete, 1962, 28: 267–279. läufe (erscheint in: N.T.M.).
[10] Horst Scheibert, Aus alten Truhen. Weilburg [Selbstverlag], [22] Richard Sturm et al., Hermann Grassmann. Sein Leben und sei-
1967. ne mathematisch-physikalischen Arbeiten. Mathematische Annalen,
[11] Karl Scheibert, Geschichte des Geschlechts Graßmann und seiner 1879, 14: 1–45.
Nebenlinien. Görlitz: Starke, 1937. [23] Renate Tobies, The reception of Grassmann’s mathematical
[12] Victor Schlegel, Hermann Grassmann: sein Leben und seine Wer- achievements by A. Clebsch and his school. In: [14], 117–130.
ke. Leipzig: Brockhaus, 1878.
[13] Gert Schubring, Die Entstehung des Mathematiklehrerberufs im
19. Jahrhundert. Studien und Materialien zum Prozeß der Professionali-
sierung in Preußen (1810–1870). Weinheim/Basel: Beltz 1983. Dr. Gert Schubring, Universität Biele-
[14] Gert Schubring (Ed.), Hermann Günther Graßmann (1809– feld, Institut für Didaktik der Mathematik,
1877): Visionary Mathematician, Scientist and Neohumanist Scholar. Pa- Postfach 10 01 31, 33501 Bielefeld. gert.
pers from a Sesquicentennial Conference. Dordrecht/Boston/London: schubring@uni-bielefeld.de

Protokoll der Mitgliederversammlung der DMV


am 22. 9. 2009 in Graz

Beginn: 18.30 Uhr. (4) Kassenbericht, Bericht der Kassenprüfer, Entlastung


Ende: 19.45 Uhr. Anwesend: ca. 40 DMV-Mitglieder des Vorstands
(5) Pro und Kontra Namensänderung unter Beibehal-
Vor Eintritt in die Tagesordnung begrüßt Vizepräsident
tung des Kürzels DMV
Prof. Bär die Anwesenden; der Präsident ist durch eine
(6) Jahrestagungen ab 2013: Vorschläge willkommen
Erkrankung verhindert; die Versammlung wünscht ihm ei-
(7) Verschiedenes
ne schnelle und nachhaltige Genesung.
Die Tagesordnung wird mit der minimalen Veränderung,
TOP 6 in den Bericht des Vizepräsidenten (TOP 2) zu
integrieren, per Akklamation beschlossen.
1 Genehmigung der Tagesordnung

Die folgende Tagesordnung, die in den Mitteilungen 2 Bericht des Vizepräsidenten


(MDMV 17 (2009) 2, 125) angekündigt war, liegt der Mit-
gliederversammlung zu Grunde:
Zunächst werden die 16 Namen der im vergangenen
(1) Genehmigung der Tagesordnung Jahr verstorbenen DMV-Mitglieder verlesen, dazu erhe-
(2) Bericht des Präsidenten und Vorstellung der neuen ben sich alle Anwesenden von ihren Plätzen. Der Vizeprä-
Präsidiumsmitglieder sident referiert anschließend die aktuellen Mitgliederzah-
(3) Diskussion in der Mitgliederversammlung len mit Stand vom 16. 9. 2009: Demnach zählt die DMV

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