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Gedanken sind lebendige Wesen

(Vorträge von Omraam Mikhaël Aïvanhov von 1970/1971)

Ich werde euch zuerst diesen Gedanken vorlesen:


"An dem Tag an den ihr fähig seid, die wahre Stille zu realisieren, wird es eine solche Harmonie
geben, dass ihr die schönsten Sachen durch eure Gedanken schaffen könnt: Die einen schaffen
die leuchtesten Farben, die anderen eine göttliche Musik, ein anderer das neue Jerusalem, und in
dieser Schöpfung ergießt sich die Freude, die Güte, der Frieden und die Kraft."

Glaubt mir, liebe Brüder und Schwestern, es ist die Wahrheit. Versucht in der Stille zu bleiben,
führt in euch diese Stille ein, und von diesem Moment an fühlen sich diese Gedanken befreit und
fähig zu den schönsten Schöpfungen. Das, was die Möglichkeiten der Gedanken hemmt, sind die
ganzen kleinen Dinge, die von weit unten kommen, die Sorgen, der Gram, all die prosaischen
Sorgen. Gestern habe ich euch erklärt, wie ihr eure Gedanken befreien müsst, um euch ein hohes
Ideal zu schaffen, jeden Tag, sie verschönern, sie verstärken, sie erweitern, sie intensivieren, sie
vergöttlichen, jeden Tag ihnen etwas schöneres, reineres, uneigennützigeres hinzuzufügen. Dieses
Ideal ist ein lebendiges Wesen, mächtig, reell, welches in himmlischen Regionen wohnt; und von
da oben kümmert es sich um euch, es lässt euch nicht umherirren, es schützt, belehrt und inspiriert
euch.

In anderen Vorträgen habe ich euch bereits gesagt, dass jeder Gedanke ein lebendiges Wesen
ist. Er reist durch den Raum, er beeinflusst die Wesen... Aber wenn er nicht von einer Materie
geschaffen ist, die ewig und unsterblich ist, wird er eines Tages sterben. Die Gedanken sind also
Kreaturen, sie sind lebendige Wesen, und wenn ich euch sogar sage, dass es nicht wir sind, die sie
erschaffen. Wir schaffen nur die Möglichkeiten, dass sie uns besuchen können, das ist das einzige
was wir können. Die Gedanken sind Kreaturen, Wesen, aber es sind andere die sie erschaffen
haben... Sie können kommen, sie können sich installieren, sie können uns besuchen, sie können
uns helfen, aber es sind nicht wir die sie erschaffen. Es ist genau das Gleiche wie für die Kinder.
Der Mann und die Frau können niemals das Kind erschaffen, das heißt, sein Geist, seine Seele, sie
erschaffen nur das Gemäuer, den Palast, oder den Tempel, das heißt, seinen physischen Körper:
Das hängt von den Materialien ab, die es ihm gelingt, sich zu verschaffen, aber er hat nicht die
Macht, die Seele und den Geist zu erschaffen. Für die Gedanken ist es das Gleiche. Der Mensch
erschafft nicht die Gedanken, er zieht sie nur an oder stößt sie ab, den in diesem Bereich gibt es
auch die Gesetze von Anziehung und Abstoßung. Wenn es ihr wäret, die eure Gedanken
erschafft, müsstet ihr auch die Macht haben sie zu zerstören wie ihr wollt. Aber oft fallen euch die
Gedanken wie die Wespen oder Mücken an, und es ist euch unmöglich, euch davon zu befreien!
Warum? Weil ihr die Bedingungen geschaffen habt, sie anzuziehen; Ihr habt einigen Schmutz
hinterlassen, und so kommen die Tierchen, die durch diesen Schmutz angezogen werden. Säubert
das alles , und ihr werdet feststellen, was es dann für Gedanken sind, die da kommen!... es gibt
Gedanken in allen Regionen des Universums bis zur Welt der Ideen, von der Platon spricht. Was
sind die Ideen? Es sind die Prinzipien, die Archetypen, die an der Erde arbeiten, um sie zu formen,
zu gestalten. Es sind Gottheiten. Jede Idee ist eine Gottheit.

Ihr sagt:" Aber nun, wie und mit was ziehen und stoßen wir die Gedanken ab? Sind wir es, die
die Gedanken schaffen, die die anderen anziehen?" Nein die Gedanken sind bereits da, sie sind
bereits installiert seit unserer Geburt. Sie sind vergleichbar mit Arbeitern mit denen wir arbeiten.
Und wir, was sind wir? Ebenfalls ein Gedanke. Das ganze Universum ist mit nichts, als den
Gedanken des Herrn bevölkert. Er denkt, und die Geschöpfe sind seine Gedanken; die Geister sind

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seine Gedanken. Da ist die Wahrheit. Gott ist der Einzige, der denkt, und wir, wir denken
ebensoviel, wie wir seinen Geist besitzen. Solange wir nicht diesen göttlichen Geist in uns haben,
sind es andere Wesen, die durch uns denken, sich in uns einrichten, in uns spazieren, die uns
verwüsten oder uns beschützen. Wenn das Kind im Schoße seiner Mutter ist, ist es das Kind das
sich ernährt und atmet? Nein, es ist die Mutter die für es atmet, die für es isst, die für es lebt. Es
führt ein Leben in Abhängigkeit. Und ebenso ist der Mensch noch nicht unabhängig, das heißt,
wenn er noch nicht ein zweites Mal geboren ist was man die neue Geburt nennt- sind es andere
Wesen, die an seiner Stelle denken, die an seiner Stelle essen und atmen; und er, der es nicht weiß,
stellt sich vor, dass er etwas unabhängiges und großartiges ist. Der Arme!...
Hier nun die Wahrheit, meine lieben Brüder und Schwestern. Der Mensch ist noch nicht
geboren. Ihr sagt:" Aber wenn man ihn die Nabelschnur durchtrennt hat, er lebt, ist er
unabhängig." Ja natürlich, aber es gibt Grade. Es ist aus dem Schoß seiner Mutter getreten, aber
es ist immer noch im Schoße seiner anderen Mutter, die die Natur ist, und da ist seine Nabelschnur
noch nicht durchtrennt. Wir haben eine andere Nabelschnur, die uns an die Mutter Natur bindet,
und eines Tages müssen wir auch diese Schnur durchschneiden, um unabhängig zu werden. Ihr
fragt:" Wird der Mensch dann ganz unabhängig sein?" Er hat noch andere Schnüre zu
durchschneiden, bis er eines Tages frei sein wird, wie der Herr. Bis dahin wird er noch an die
Natur gebunden sein und selbst, wenn er die höheren Regionen erreicht, wird es immer die
Natur sein, und es wird noch Schnüre zu durchtrennen geben. Ihr seht, alles ist im Bild des
Kindes im Bauch seiner Mutter ausgedrückt, denn die Frau, die Mutter ist eine Widerspiegelung
der Natur. Ihr seht also, meine lieben Brüder und Schwestern, die Menschen sind noch
abhängig, sie sind noch nicht erweckt, wie die Kinder im Bauch der Mutter; ihre Nabelschnur ist
noch nicht durchtrennt.
Und wenn das Kind auf die Welt kommt, warum tritt es mit dem Kopf zuerst aus? Habt ihr
euch das schon mal gefragt? Diese Position des Kindes bei der Geburt hat eine sehr tiefe
Bedeutung. Wollt ihr sie kennen? Gut gut, ich werde es euch sagen, aber ihr könnt es selbst
herausfinden, wenn ihr wisst, wie man nachdenkt. Habt ihr ein Mensch gesehen, der taucht? Er
springt ins Wasser mit den Kopf nach unten, und wenn er auftaucht, ist, im Gegenteil, der Kopf
oben. Also, warum hat das Kind den Kopf unten? Weil der Geist, der von oben, den feinen
Regionen, kommt, in eine Region, die viel dichter ist, tauchen muss, die Erde. Diese Position ist
also ein Symbol, es zeigt, dass der Geist sich in die Materie stürzt. Und wenn der Mensch stirbt, ist
es das Gegenteil, weil er eine sehr dichte Region verlässt, um in eine feinere Region einzutreten,
wie derjenige, der das Wasser verlässt, um in die Luft einzutreten, die feiner ist. Also ihr seht, die
Geburt ist ein Tod. Die Geburt des Kindes, ist der Tot in den subtilen Regionen. Und der Tod des
Menschen auf der Erde, ist seine Geburt da oben.
Aber kommen wir nun zur Frage der Gedanken zurück. Also, wenn ihr im Zustand der Freude,
der Ausdehnung, der Extase seid, wenn ihr Gedanken einer großen Erhebung und Freizügigkeit
habt, wenn ihr für das Reich Gottes arbeiten wollt, glaubt ihr, dass ihr diese Gedanken geschaffen
habt? Nein, diese Gedanken sind Geister, und oft sind diese Geister sehr groß und mächtig: Sie
besuchen euch, sie beeinflussen euch, sie rufen in euch wunderbare Zustände hervor, und
danach gehen sie. Warum könnt ihr nicht diese Zustände von neuem wiederfinden? Wenn ihr sie
geschaffen hättet, müsstet ihr auch die Fähigkeit haben, sie auszulösen, wann ihr wollt, wie ihr
wollt, so viel ihr wollt. Eben nicht, es sind Besucher! Und warum sind sie gekommen? Sie haben
ihren Reiseplan, sie haben ihr Programm, und wenn ihr in euch die Bedingungen geschaffen
habt, ergießen sie über euch, im Vorbeigehen, die wunderbarsten Dinge. Für euch sind es nichts
als unbeständige Gedanken, weil ihr fast nichts von ihrer Macht und Wirklichkeit begreifen
könnt. Wenn ihr hellsichtig wäret, könntet ihr sehen, wie die Engel, wie die Gottheiten
leuchtende Kleider tragen; aber nein, es ist kaum so, wenn ihr sagt:" Heute habe ich gute
Gedanken gehabt"
Ich habe euch gesagt, dass wir nur die Möglichkeit haben, die Bedingungen zu schaffen, um
sie an zu ziehen. Aber wir haben auch Wesen zu unseren Diensten. Es sind Gefühle, Gedanken,
Emotionen, mit denen wir die Möglichkeiten haben, die anderen Wesen an zu ziehen. Stellt euch
vor, ihr hättet Diener zu eurer Verfügung: Ihr beauftragt sie, ein Festessen auszurichten, und diese
oder jene Person einzuladen. Also, diese Besucher seid nicht ihr, und ihr seid auch nicht eure
Diener. Ihr seid der Herr oder die Herrin des Hauses, und sie sind eure Diener. In der gleichen
Weise hat der Mensch seit seiner Geburt in sich eine bestimmte Anzahl von Dienern zur
Verfügung: Die Gedanken, die Gefühle, die Kräfte... und das sind unabhängige Wesen. Ich weiß
sehr wohl, dass es sehr schwer ist, eine solche Idee zu akzeptieren, denn die Menschen sind nicht
auf diese Art und Weise belehrt worden. Es gibt sogar Wissenschaftler die sagen, dass die
Gedanken eine Sekretion des Gehirns sind, genau wie die Galle eine Sekretion der Gallenblase
ist. Wie haben sie diese Entdeckung gemacht? Dies ist eine bizarre Erfindung, die auf nichts
Reellen beruht. Andernfalls, warum ist es ihnen nicht möglich die Gedanken zu sekretieren wann
und wie sie wollen? Selbstverständlich erklären sie das noch mit dem Zufall!...

Also, ebenso wie wir Diener in uns haben, haben wir ebenso die Möglichkeit, Bedingungen in
uns zu schaffen, damit der Himmel uns besuchen kommt, und sich in uns, in Form von Gaben,
Qualitäten, Wahrheiten und Fähigkeiten, niederlässt. Und, wenn wir nicht vernünftig sind ( das
habe ich bereits in anderen Vorträgen gesagt), verlassen uns diese Wesen, weil sie nicht unter
diesen Bedingungen leben können. Sie ertragen nicht die ekelhaften Gerüche, die Hässlichkeit, die
Gärung, und so gehen sie. Wenn wir sie erschaffen könnten, könnten wir neue Fähigkeiten
schaffen, oder unsere Gaben behalten, sie nicht verlieren... Aber wie viele Leute haben ihr Talent
zu Singen, zu malen, zu musizieren..., verloren, oder ihre Gabe zu Heilen und zur Hellsicht!
Selbstverständlich hat die Wissenschaft niemals Studien über dieses Thema gemacht, mit ihren
sehr begrenzten Mitteln ist es ihnen unmöglich diese Wahrheiten festzustellen. Währenddessen
haben die Eingeweihten, die über höhere Möglichkeiten als die Mikroskope und Teleskope,
verfügen, seid tausenden von Jahren, sehen können, wie es sich verhält. Wir werden ohne Unterlass
besucht. Innerlich ist es ein großes Gewimmel, denn wir sind ein Haus mit vielen Etagen und
Zimmern, in dem sich eine ganze Anzahl von Mietern aufhält. Ja oft ist der Herr des Hauses, der
Arme, in eine kleine Zelle eingesperrt, irgendwo, und niemand gehorcht ihn, niemand hört ihn. Es
sind die anderen, die Mieter, die Diener, die die Macht ergriffen haben: sie haben eine Revolution
gemacht, und ihn in ein Kerker gesperrt und geben ihn nur ein bisschen Brot und ein bisschen
Wasser, um ihn nicht des Hungers sterben zu lassen, denn sie haben nicht das Recht ihn sterben
zu lassen; aber sie sind es, die dirigieren, sie sind es, die befehlen... Aber wenn er weiß, wie er mit
den himmlischen Regionen kommunizieren kann, um ihn einige Nachrichten zu schicken, erringt
er die Freiheit. Aber der Arme, er ist so verdunkelt, dass er es nicht kann. Also sind es die
anderen die weiterhin befehlen, ja, die Mieter, die Anarchisten...

Ihr glaubt mir nicht? Aber es gibt viele Menschen, die nicht mehr Herr ihrer Situation sind,
nicht mehr König ihres Reiches sind. Alle die Leben in ihm, essend, trinkend, sich vergnügend,
und der König, der Arme, kann es nicht verhindern, er hat nicht die Parole, keiner hört auf ihn.
Warum? Weil er nicht vernünftig war, er sich seinen niederen Wünschen, seinen Vergnügungen
hingegeben hat, und so immer schwächer geworden ist. Also, das Volk, die Demonstranten
haben ihn gestürzt, da sie gesehen hatten, dass er nicht Herr seiner Situation war. Es ist genau
das, was in der Geschichte mit dem Königtum, und dem Adel passiert ist. Die Könige und der
Adel sind gestürzt worden, weil sie grausam, ungerecht und habsüchtig waren. Nichts ereignet
sich in der Geschichte, was man nicht auch im menschlichen Wesen feststellen kann. Alles, was
sich in der Welt ereignet, wie die politischen Umwälzungen, Revolutionen, Regierungswechsel,

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etc... ist nichts anderes, als eine Wiederholung, eine blasse Wiederholung dessen, was sich im
Inneren des Menschen abspielt. Wenn ihr zu interpretieren und dechiffrieren wisst, was alles in
der Welt passiert, wisst ihr auch, was sich im Menschen abspielt. Es sind absolut die gleichen
Gesetze, die gleichen Ereignisse. Im Moment wird die Monarchie durch alle Sorten von
Regierungen ersetzt: Die Demokratie, die Republik, die Oligarchie... oder die Anarchie. Warum?
Weil die, die an der Macht waren, zeigten, dass sie nicht Herr der Situationen wahren. Diejenigen
, die sie überwachten, revoltierten, und da die Herrscher schwach waren, konnten sie sich nicht
mehr behaupten und kapitulierten. Währenddessen ist es sehr schwer, die zu erschüttern, die
Herr der Situationen sind. Seht den Herrn. Er ist auch ein Monarch, und wenn die Engel
revoltieren, (denn es gibt auch Revolten unter den Engeln) können sie ihn nicht stürzen, da er
niemals ein Fehler begeht, er keine Schwächen hat... es ist nicht möglich die Geschöpfe, die Herr
ihrer Situation sind, zu besiegen, denn sie haben die Kraft, die moralischen Qualitäten und das
Licht. Aber wenn nicht ihr es seid, der kommandiert und sich durchsetzt, wenn andere Kräfte
versuchen, sich in euch zu behaupten, seid ihr gezwungen, sie zu befriedigen. Täuscht euch nicht,
ihr werdet nicht d en Sieg davontragen. An dem Tag, an den sich eine Revolution im Innern
auslöst, werdet ihr total am Boden sein. Ihr müsst versuchen, ob ihr es nun seid oder nicht, König
eures Reiches zu sein. Wenn ihr fühlt, dass ihr nicht mehr Herr eurer Lage seid, ist es, weil ihr
bereits irgendwo eingesperrt seid, und man euch nur die Möglichkeit gibt, es festzustellen, es zu
beobachten, ohne dass ihr es ändern könnt. Also, um nun die Situation wieder herzustellen, müsst
ihr heimlich einige Botschaften schicken, ihr müsst wachsam sein, um eine Möglichkeit zu finden,
die Intrigen derjenigen zu vereiteln, die euch eingesperrt hallten; bohrt ein bisschen, grabt, feilt,
um schließlich zu entfliehen, wie es in den Mantel und Degenromanen geschieht.

Also, auch die Schüler müssen wissen, wie man Hilfe findet, um die Feinde verjagen zu können,
und von Neuem ihr Königreich zu regieren. Und man darf nicht warten, man muss sofort
reagieren, denn sonst wird es immer schlimmer. Es gibt viele, die sich gehen lassen, sie haben nicht
mehr die Hoffnung, die Situation wieder zu richten, und sie halten daran fest bis zum Niedergang,
bis zum Ruin, bis zur Gosse. Sie sind Unglücklich, aber sie können nichts mehr tun, als es
festzustellen, und auch all die anderen wohnen dem bei, ohne etwas für sie tun zu können. Wie
viele Poeten, Maler und wunderbare Musiker sind gefallen. Einige durch Alkohol, andere durchs
Spiel, andere durch die Frauen... man hat alles getan um sie zu schützen, aber nichts zu machen!
Währenddessen die, die nicht kapitulieren wollen, selbst, wenn sie eingesperrt sind, selbst wenn
sie angekettet sind, gelingt es ihnen eines Tages alles wieder herzustellen, und sie sind es, die von
neuem regieren. Also da, welch ein Sieg! Welch ein Triumph! Welch ein Ruhm, seinen Platz
wieder am Gipfel anzunehmen. Seht ihr, das sind Dinge, auf die man noch kein großes Licht
geworfen hat. O ja, es ereignen sich im Menschen dieselben Dinge wie in der Geschichte unter
den Völkern und Gesellschaften. Manchmal, wenn ich Brüder oder Schwestern sehe, die dabei
sind zu kapitulieren, die Waffen niederzulegen, in sich zu versinken, bemühe ich mich sie zu
unterrichten, und sie, auf vielfältige Art, zum Verstehen zu bringen, indem ich ihn sage:" Ihr
seid dabei euch zu entmagnetisieren... ihr seid dabei, euch zu schwächen." Ich wage es nicht, es
ihnen frei heraus zu sagen, denn hier ist sehr wenig Zeit, sie wären innerlich total eingesperrt und
gefesselt... und glaubt mir, die schlimmsten Gefängnisse sind die im Innern. Die äußeren
Gefängnisse, das ist gar nichts, im Gegenteil, es ist vielleicht da, wo man sich von den anderen
Gefängnissen befreien kann. Es ist sogar in solchen Gefängnissen, wo einige es erreicht haben, mit
den Himmel zu kommunizieren, wo sie ihre spirituellen Waffen wiedererlangt haben, und alle
Mittel, um ein Sohn Gottes zu werden. Aber aus den inneren Gefängnissen, ist es sehr schwer,
heraus zu kommen. Man muss große Opfer bringen, große Entsagung sonst kommen die Geister
von oben niemals, um euch da heraus zu holen.
Es ist wirklich sehr schwierig, es in die Köpfe der Menschen zu bringen, dass nicht sie es sind,
die die Gedanken schaffen. Im Menschen befinden sich eine Reihe von Gedanken, die seine
Diener sind, genau wie ein Vater, der etwa zwanzig oder dreißig Kinder haben kann, die da sind
um ihn zu dienen, aber es ist nicht er, der sie erschaffen hat. Er hat den physischen Körper
geschaffen, aber die Seele und der Geist sind von woanders gekommen. Und selbst, nehmen wir
die Frage der Familiengeister. Ich denke, ihr habt in der okkulten Literatur gelesen, dass jedes
Wesen von bestimmten Geistern der Familie begleitet wird, die da sind, um ihm zu helfen und zu
dienen. Ist es Er, der sie erschaffen hat? Nein, aber sie sind trotzdem zu seinen Diensten. Als
Geist sind wir auch ein Gedanke, aber diesen Gedanken haben nicht wir geschaffen, es sind nicht
wir, die uns geschaffen haben, es ist der Herr. Wir sind also ein großer Gedanke, mächtig, gut
ausgestattet, welcher selbst, zu seinen Diensten, viele andere Gedanken hat.

Wir sind eine Schöpfung des Herrn, und es ist er, er allein, der die Gedanken schafft, und sie
schickt. Die Engel, die Erzengel sind auch Gedanken des Herrn; und das Universum ist der
Tempel, den der Herr mit seinen Gedanken bevölkert, das heißt, mit Dienern, mit Wesen, mit
Geistern. Also, der Herr hat die Gedanken, die Geister geschaffen, und das Universum ist gestaltet
wie eine Wohnung, um sie zu beherbergen. Ich habe es euch bereits gesagt, die Schöpfung und die
Gestaltung sind nicht das Gleiche. Die Schöpfung ist ein Werk des Herrn, und die Gestaltung das
der göttlichen Mutter. Es ist die göttliche Mutter, die die Wohnung geformt hat, und der
himmlische Vater hat die Wesen geschaffen, die darin wohnen sollen. Die Schöpfung und die
Gestaltung, Geist und Materie, Gott und das Universum, man trifft ein Widerschein überall, bis zu
den Zellen. Jede Zelle ist wie ein kleines Haus, bewohnt mit einer Seele. Gott ist der Schöpfer,
und die Göttliche Mutter hat sie geformt. Alles erklärt sich anhand dieses Models. Das Universum
ist eine Wohnstädte, und in dieser Wohnstädte befinden sich viele andere. Als Jesus sagte:" Es gibt
viele Wohnungen im Haus meines Vaters" und " Ich werde euch ein Platz bereiten..." wollte er
über Bedingungen der materiellen Art sprechen. Er hat nicht Gesagt:" Ich werde euch Geister
bereiten", denn das konnte er nicht tun, aber er sagte:" Ich werde euch ein Platz bereiten." Ihr seht,
es ist dieselbe Idee.

In derselben Art bereitet der Mensch nur die Bedingungen, die Wohnung, die die Gedanken
enthält. Es ist nicht er, der sie schafft, ebenso, wie er nicht das Leben schafft, dass er seinem Kind
gegeben hat. Es existieren dennoch Menschen, die noch so unwissend sind, dass, wenn sie
wütend sind, ihrem Kind drohen, in dem sie sagen:" Da ich es bin, der dir das Leben gegeben hat,
kann ich dich auch töten." Nun, wenn der Mensch wirklich fähig wäre, das Leben zu geben,
warum, wenn er sterben muss, kann er dann nicht seine Existenz, selbst einige Minuten,
verlängern? Eben weil er nicht Herr des Lebens ist. Es ist also nicht er, der seinem Kind das Leben
gibt, es ist ihm von anderen gegeben worden. Er hat nur das Haus gebaut. Wenn der Mensch Herr
des Lebens wäre, worauf könntet ihr zählen!... er würde den Herrn stürzen. Er würde ihm
sagen:" Geh Herr, steig ab, damit ich dein Platz einnehmen kann!" Deswegen hält der Herr, der
das vorausgesehen hat, das Leben in seiner Obhut und verteilt es, wie er es versteht. Mit dem
Leben, das Gott ihm gegeben hat, kann der Mensch trotzdem einiges schaffen; aber das wahre
Leben, es kommt vom Herrn. Alle Eltern, die ihren Kindern sagen:" Wir haben dir das Leben
gegeben, wir haben auch das Recht d ich zu töten", sind die größten Ignoranten. Die Eltern sind
die Gouvernanten, das ist alles; man hat ihnen ein Geschöpf geschickt, damit sie für es sorgen, es
erziehen, und eines Tages müssen sie darüber Rechenschaft ablegen. Wenn sie schlampig und
unaufmerksam waren, wird man von ihnen Rechenschaft fordern. Und wenn sie gute
Gouvernanten gewesen sind, schickt man ihnen sogar einige Belohnungen für die Arbeit, die sie
getan haben. Aber diese Kinder, die sie erhalten haben, sie selbst wissen weder, von wo sie

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gekommen sind, noch wer sie sind. Also, was sollen sie sich vorstellen? Die Eltern sind
Gouvernanten, nicht mehr.

Das sind also einige Worte über das Thema der Gedanken. Jeder Gedanke, den ihr projiziert
treibt in den Raum, kreist um euch, oder fliegt davon. Der Gedanke besitzt alle Expressionen: Er
kann schön oder abstoßend sein, leuchtend oder finster. Er hat eine Farbe, einen Duft, eine
Musik. Vergesst niemals, dass euer Gedanke ein lebendes Wesen ist!

Le Bonfin, 9. September 1970


Die Gedanken sind lebende Wesen

II

Improvisierter Vortrag

Es gibt eine Sache, meine lieben Brüder und Schwestern, die ihr niemals vergessen dürft, das ist,
dass jeder Gedanke, den ihr formt, sei es der schwächste, der unbedeutendste, eine Realität ist. Man
kann sie sogar sehen, und es gibt Geschöpfe, die sie sehen. Der Gedanke ist ein lebendes Wesen.
Selbstverständlich kann man ihn im physischen Bereich weder sehen, noch fassen, er wirkt nicht, er ist
schwach, aber in seinem Bereich, in seiner Region, mit den feinen Materialien, aus denen er
geschaffen ist, ist er eine wirkende Realität. Also, das müsst ihr wissen! Das Unwissen dieser
Wahrheit ist die Ursache vieler Unglücke. Man sieht nicht, man fühlt nicht, dass der Gedanke arbeitet,
dass er zerreißt, dass er zerstört, oder dass er erschafft, und so erlaubt man sich zu denken, unwichtig
was. Der Gedanke ist eine lebende Realität, und man muss sich überwachen, um nichts als die besten
Gedanken, voller Liebe, Schönheit, Licht und Harmonie zu schaffen. Das wahre Wissen beginnt da:
Mit dem Bewusstsein, dass der Gedanke eine Realität ist. Wenn man das versteht, kann man vieles
realisieren, und viel schneller auf dem Weg der Evolution voranschreiten.

Weil er unzufrieden, wütend, eifersüchtig, rachsüchtig und unwissend ist, hat der Mensch ohne
Unterlass die scheußlichsten Gedanken, die die ganze Welt vergiften, und die Realisation des Reichs
Gottes auf Erden verhindern. Nein, meine lieben Brüder und Schwestern, man muss seine Gedanken
überwachen! Ihr sagt: "Aber da man sie nun nicht sieht, sie nicht berühren, nicht wiegen kann, hat das,
was man denkt keine Bedeutung." Dennoch müsst ihr wissen, dass es die Gedanken sind, denen Gott
die größte Macht gegeben hat, das heißt dem Geist. Und wenn jeder Gedanke von der Allmacht des
Geistes, der ihn geformt hat, durchdrungen ist, wirkt er, das heißt er schafft, oder er zerstört. Mit
diesem Wissen könnt ihr ein Wohltäter der Menschheit werden. Durch den Raum, bis zu den
entferntesten Regionen, könnt ihr eure Botschaften schicken, lichtvolle Geschöpfe, die ihr beauftragt
zu heilen, zu helfen, Ratschläge zu geben und zu erleuchten. Durch bewusstes Ausführen dieser Arbeit
werdet ihr eine Gottheit. Andernfalls lebt ihr lange Zeit ohne jemals zu wissen, wer ihr seid, weder
wo ihr seid noch was ihr tut. Und so wie alles sich einprägt, werden eines schönen Tages die Unglücke
und Krankheiten auf euch niederregnen, weil ihr das Wesentliche Ignoriert habt.

Wenn sich die offizielle Wissenschaft doch nur entscheiden könnte, sich um die Frage, der
Wichtigkeit der Gedanken, zu kümmern! Aber nein, im Moment Fabrizieren sie Raketen und
Bomben... und sie Produzieren selbst das Telefon, um die Menschheit zu ärgern. Nicht wahr? Das
Telefon ist das Unglück aller Unglücke. Was sagt ihr? Etwas Gutes? Ja, aber nur unter der
Bedingung, dass man es nicht zu Hause hat. Natürlich, ich übertreibe so, um zu spaßen, aber in
Wirklichkeit, wie vereinfacht das Telefon die Dinge! Wenn ihr den oder jenen beschimpfen wollt,
ohne eure Zeit mit der Metro oder mit der Straßenbahn zu verlieren, um sie aufzusuchen, nimmt ihr
das Telefon und könnt es ihm sagen! Und dann könnt ihr, stolz auf euch, in Ruhe eine Zigarre
rauchen. Ja, das sind die Vorteile eines Telefons!... selbstverständlich, die Kommunikation ist
wunderbar! Wenn man daran denkt, dass in der Vergangenheit eine Neuigkeit Monate gebraucht hat,
um anzukommen, und nun kommuniziert man augenblicklich bis zum Mond. Habt ihr gehört, wie
die Astronauten mit den Technikern der N.A.S.A. kommunizieren? Aber die Wissenschaft muss
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jetzt auch diese Mittel dieser wunderbaren Kommunikation, die Gedanken, studieren. Ich weiß
immerhin, dass sich einige Wissenschaftler sich mit diesem Problem befassen. In einem anderen
Vortrag habe ich euch bereits von den Experimenten der Telepathie erzählt, die offiziell von den
Vereinigten Staaten und Russland durchgeführt werden. Ja, aber das ist nicht genug; man kennt die
Macht der Gedanken noch nicht genug. Es existiert eine ganze Wissenschaft, die die Eingeweihten
bereits seit Lemurien und Atlantis kennen: Zum Beispiel, wie man seine Gedanken materialisiert.
Aber da diese Wissenschaft in den Dienst der Begierden, des Ehrgeiz und der menschlichen
Leidenschaften gestellt worden ist, sind die, die sie benutzt haben oft der schwarzen Magie verfallen.
Deswegen erlauben sich die großen Eingeweihten nicht, die Geheimnisse, über die Macht der
Gedanken, zu enthüllen, bis die Schüler sich gereinigt und genug Selbstbeherrschung erlangt haben.

Glaubt mir, liebe Brüder und Schwestern, dieser Bereich der Gedanken ist das wichtigste, und
wenn ich so zu euch spreche, ist es, damit ihr euch schließlich entscheidet, Gedanken zu projizieren,
die dann die segensreichsten Auswirkungen haben werden. Wenn ihr fühlt, dass ihr nicht mehr Herr
der Situation seid, dass euer Gehirn finstere und destruktive Gedanken sekretiert ( nehmen wir einmal
an, dass das Gehirn sekretiert ), Überwacht euch, und versucht euren Gedanken eine andere
Richtung zu geben. Wenn ihr nicht bewusst seid, wenn ihr eure schlechten Gedanken entweichen lässt,
ohne auf sie zu achten, werden sie für euer Unglück arbeiten. Es heißt:" Seid wachsam!" Aber das
soll heißen, auf euer Innenleben und nicht auf das, was von außen auf euch zukommen kann.
Außerhalb riskiert man nicht viel, es ist nicht unbedingt notwendig, dass man immer nur dafür lebt,
darauf zu achten, dass keiner aus einer Straßenecke kommt um euch niederzuschlagen! Wachsam! Es
ist der Geist, es sind die Gedanken, die frei sein müssen. " Seid wachsam!" ist ein Ratschlag, der das
Innenleben betrifft und nicht so sehr das äußere Leben. Da seid ihr gelassen; Man riskiert nicht
jeden Tag, dass einem das Messer an die Kehle gesetzt wird. Aber im Innern, was für Schläge
erhaltet ihr da! Ihr werdet gebissen, gestochen, zerrissen... man gießt euch kochendes Wasser über
den Kopf und taucht euch anschließend in Eiswasser. Es ist die Hölle von Dante!... und ihr wisst nicht
mehr, wie ihr da heraus kommen könnt. Nun, all diese Qualen sind Brocken von Gedanken, die ihr
ausgeschleudert habt und jetzt zu ihrem Urheber zurückkehren. Ihr müsst dieses Gesetz kennen und
von nun an verstehen, dass nichts wichtiger ist, als bewusst zu sein und seine Gedanken zu
überwachen.

Selbstverständlich könnt ihr das nicht sofort erreichen. Ihr werdet noch durch Widerwärtigkeiten
gehen müssen, aber wenigstens habt ihr den Schlüssel, ihr habt die Macht, ihr habt die Hoffnung, dass
ihr eines Tages Herr der Situation sein werdet. Ihr müsst Schluss machen mit all diesen Wesenheiten.
Ihr habt sie zuerst angezogen, dann habt ihr sie in den Raum geschickt, und nun kommen sie zurück,
um euch zu plagen, wie Schwärme von Fliegen und Wespen. Und man darf nicht mehr sagen:" Oh, es
sind meine Eltern, die mir dieses entsetzliche Erbe gegeben haben!"... eben nicht, die Armen sind nur
dafür da, euch genau das zu geben, was ihr verdient. Wenn ihr es verdient, ein genialer Musiker oder
Maler zu sein, reinkarniert ihr euch in eine Familie, die euch alle Bedingungen geben, es zu werden.
Aber wenn ihr es verdient, schwach, dumm und krank zu sein, sorgt man dafür, dass ihr in eine
Familie inkarniert, die euch alle Arten von Fehlern überträgt. Man darf seinen Eltern nichts
vorwerfen. Die Eltern sind für nichts als das Äußere verantwortlich. Das ist eine Wahrheit, die die
offizielle Wissenschaft nicht kennt, wenn sie das mit der Vererbung erklären. Ohne es zu wissen,
sind die Eltern nichts als die Vollstrecker, das ist alles. Wir sind es, die all die Fehler, die wir erhalten
haben vor langer Zeit, ohne es ebenfalls zu wissen, geformt haben. Deswegen sagen die
hinduistischen Philosophen, das die Unwissenheit die Ursache aller Unglücke ist. Eben ja, die
Unwissenheit...
Ihr habt ohne Zweifel bestimmte esoterische Bücher gelesen, in denen die Frage, des Hüters der
Schwelle, behandelt wurde. Man stellt ihn immer als ein schreckliches Wesen dar, den der Mensch
sich eines Tages stellen muss. Ja, gerade dieser Hüter der Schwelle ist ein Teil von uns selbst, eine
Ansammlung, eine Verdichtung von allem, was schlecht und lasterhaft in uns ist. Ihr müsst wissen,
dass im Menschen, wie auch in der Natur, alles, was schlecht ist sich ansammelt und verdichtet,
ebenso alles, was gut ist. Ich habe euch bereits von dem Stamm der Mouloekouroums erzählt, die in
den Bergen des Nilgiri, in Indien, wohnen, und ich habe euch erklärt, wie gefährlich sie sind; es ist
deswegen, weil sie die Verwahrer eines Teils des Bösen sind, das sich in der Welt breit macht, der
Hass, die Rache, die Unreinheit und alle niederen Wünsche. Sie haben so sehr Gifte angehäuft,
dass sie fähig sind, nur mit ihren Blick, ein Menschen oder ein Tier zu töten. Ich habe euch auch
erklärt, dass dasselbe ebenfalls für einige Pflanzen wie der Tollkirsche, den Stechapfel oder den
Schierling gilt, die alle Gifte Kondensieren, während, zum Beispiel, die Rosen und andere Pflanzen
Verwahrer all dessen sind, was gut, schön und lichtvoll ist. Aber natürlich sind es nicht die Botaniker,
die solche Erklärungen geben! Deswegen, meine lieben Brüder und Schwestern, ist es nötig, dass ihr
euch immer bewusst seid, dass alles Schlechte was wir machen, sich in uns ansammelt, wie etwas
Schwäres, Finsteres, und dieses Schlechte, was wir seit Reinkarnationen und Reinkarnationen
angesammelt haben, ist unser Hüter der Schwelle. Und es kommt der Tag, an den wir ihn begegnen
müssen, und das wird schrecklich sein! Deswegen können wir das nicht tun, bis wir stark, lichtvoll
und rein geworden sind. Aber wir müssen uns auch im Klaren sein, dass dieser Hüter der Schwelle
wir selbst sind. Man kennt noch nicht das menschliche Wesen. In Wirklichkeit besteht es aus zwei
Regionen: Eine, die unbeschreiblich hässlich ist, und die andere, die die ganze Pracht des Himmels
darstellt. Warum? Weil alles Gute, was man macht, auf die eine Seite geht und alles schlechte auf die
andere; sie mischen sich nicht, sie bewegen sich in verschiedene Regionen, da ihre Natur
Unterschiedlich ist; es gibt eine Selektion und diese Selektion vollzieht sich automatisch. Und so ist
es im ganzen Universum. Alle Dinge gehen in ihre Region. Wie in den Läden. Die Früchte zum
Beispiel kommen je nach Qualität in diese oder jene Kiste. Und für die Gedanken ist es das gleiche: je
nach ihrer Natur und ihrer Qualität gehen sie in diese oder jene Region. Ja meine lieben Brüder und
Schwestern, im Universum gibt es auch eine Selektion, es sind nicht die Menschen, die sie erfunden
haben.

Ihr alle konntet übrigens feststellen, dass es zwei Naturen in euch gibt, zwei Kreaturen, zwei
Wesen. Es gibt Tage, an den ihr euch wirklich armselig, abstoßend, scheinheilig, boshaft und
ungerecht fühlt, dass ihr so erschreckt seid, dass ihr euch umbringen wollt. Und an anderen Tagen fühlt
ihr euch dagegen als ein Kind Gottes, und ihr sagt:" Das ist gut... so kann es gehen." Warum ist es so?
Was ist im Innern geschehen? Eben, es sind die beiden Naturen, die sich vor uns zeigen, bald die eine,
bald die andere. Und wenn es höllische Wesen sind, die sich zeigen, wisst ihr unglücklicherweise
nicht, die Parolen an sie zu richten, um sie zurückzustoßen. Ihr verjagt sie, und einige Zeit später
kommen sie zurück. Ihr verjagt sie von neuem, und sie kommen wieder zurück; Ihr fangt sogar an, an
sie zu glauben, da sie euch alle Arten von Argumenten, durch die Evangelien, durch heiligen
Bücher,... und vor allem durch die Meinung der Öffentlichkeit, geben. Und da ist es, wo ihr euern
Kopf verliert. Wie viele Menschen haben Selbstmord gemacht, weil sie diesen unheilvollen
Kreaturen, die gekommen sind, um sie zu entmutigen, nicht mehr widerstehen konnten. Und
dennoch waren es oft Genies! Wie kann man das verstehen? Selbstverständlich geben die
Psychoanalytiker und Psychiater alle Arten von Erklärungen, aber ihre Erklärungen erklären rein
Garnichts, da sie nicht die Struktur des menschlichen Wesens kennen, und sie richten sogar

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manchmal viel schlimmes an. Wenn man nicht die Struktur des menschlichen Wesens kennt, wie
kann man ihn dann heilen?

Also, was müsst ihr tun, wenn sich die finsteren und bösartigen Wesen vor euch zeigen? Die beste
Methode ist, euch zu demütigen und zu sagen:" Aber ja, ich weiß, ich bin schwach, ich bin unfähig,
ich bin scheußlich... aber dennoch, Gott ist gut, er ist die Liebe, er reicht mir seine Hand." Nun, bei
solch einer Demut suchen sie das Weite. Sie können nichts tun, da ihr euch gedemütigt habt, und da
ihr an die Schönheit und Liebe Gottes glaubt. Aber vor allem schlagt nicht zurück, bietet ihnen nicht
die Stirn, denn sonst stachelt ihr sie nur auf. Sagt ihnen:" Ja, es ist wahr, es ist sogar noch schlimmer!"
Oft mache ich es so mit einigen, die kommen, um mir zu sagen, was für ein Monster ich bin. Ich
antworte ihnen:" Aber was sagt ihr? Das ist Garnichts, ich kenne mich, ich bin viel schlimmer!"... Sie
sind so verwirrt, dass sie ihren Hut nehmen und gehen. Also ihr seht, das ist ein Mittel, um die Gegner
zu verwirren. Aber ihr kennt nicht die Macht der Demut. Wenn es Unwetter und Tornados Gibt, richtet
ihr euch gegen sie auf? Nein, es ist nicht der Moment. Ihr müsst euch beugen, um den Sturm
passieren zu lassen, und dann könnt ihr sagen: " Du bist es, der die Plattfüße hat!" Ihr kennt die
Geschichte... ein guter Mann ging, um sich ein Paar Schuhe zu kaufen, aber keines passte zu seinen
Füssen. Was wollt ihr? Er hatte Plattfüße! Der Verkäufer machte nichts, als mit den Armen voller
Schuhe auf und abzusteigen und schließlich, erschöpft, sagte er ihm:" Nun reicht es, ich werde keine
anderen mehr suchen, gehen sie , Plattfuß!" So ging der Arme entehrt, verschämt, ohne zu wagen
etwas zu erwidern. Nach fünf Kilometern erreichte er einen Hügel; wieder ermutigt schrie er:" He!
Du bist es, der die Plattfüße hat!" Und er ging stolz und zufrieden nach Hause. Seht ihr, so muss
man es machen. Natürlich ist es eine Geschichte zum Lachen, aber trotzdem... ihr müsst auch ein
bisschen den Kopf senken, dann fortfahren und schließlich sagen:" Du bist es, der die Plattfüße hat!
Meine sind die schönsten!" Und dann streichelt eure Füße und sagt ihnen nette Sachen... Sprecht
ihr von Zeit zu Zeit zu euren Füssen? Man muss zu ihnen sprechen, denn es sind sehr intelligente
Körperteile. Wir hängen enorm von unseren Füssen ab, denn durch sie haben wir Kontakt mit dem
Boden, mit der Erde, wir müssen also sorgfältig mit ihnen umgehen.

Ah! Meine lieben Brüder und Schwestern, ich bin dabei euch eine Prophezeiung zu machen. Ich
weiß nicht, wie ihr es findet, aber ich bin dabei euch zu prophezeien, dass der Frühling kommen wird,
dass die Blumen blühen werden, dass die Vögel singen werden... Ich war immer ein tadelloser Prophet
bis heute, nicht wahr? Wenn ich zum Beispiel sage, dass der Frühling kommt, irre ich mich nicht. Ihr
sagt:" Ja, wenn es nichts als das ist, sind wir auch Propheten!" Und warum sagt ihr dann so etwas
nicht? Wie sollte man annehmen, dass ihr Propheten seid wenn ihr nichts sagt? Ja, der Winter dauert
nicht lange, und der Frühling wird kommen... ist es nicht besser, sich auf die positiven Dinge zu
konzentrieren? Und sogar, anstatt sich beim Frühling aufzuhalten, sagt etwas zu euch selbst! Zum
Beispiel: " Eines Tages werde ich weise, lichtvoll und mächtig sein!... eines Tages werde ich ein
König, ein Prophet sein... ich werde ein Priester Gottes sein!" Das ist wenigstens eine erfreuliche
Perspektive! Warum habt ihr nicht solche Gedanken? Arbeitet und wartet ab! Eines Tages werden sie
Verwirklicht sein. Man muss die negative Seite verlassen und anstatt immer zu denken:" Das schaffe
ich nicht... ich bin unfähig", macht es wie die Kinder, die in der Märchenwelt leben. Sagt euch:" Also,
selbst wenn es Irreal ist, denke ich an alles, was am wunderbarsten ist, denn das ist eine nützliche
Übung." Ja, das tut gut. Wie die Frau, die ihren Liebling bittet:" Liebling, ich weiß, dass du mich
nicht liebst, aber sage mir trotzdem, dass du mich liebst, das tut meinen Ohren so gut!" Sie zieht es
vor, sich lieber mit Lügen zu nähren, als mit Wahrheiten. Diese Neigung haben wir alle. Also, warum
sie nicht nutzen? Warum nicht den Gedanken eine heilsame Aktivität geben und eine Stunde täglich
arbeiten, um die Zukunft zu schaffen?
Die Leute leben immer in der Vergangenheit, sie wiederholen ohne Unterlass ihre Vergangenheit.
Leiden, Dummheiten machen, das ist die Vergangenheit! Während in der Zukunft zu leben, ist ein
Leben in all dem, was am prachtvollsten und wunderbarsten ist, ein Leben in all dem, was noch nicht
existiert. In den Gedanken existiert sie bereits. Also, stürzt euch auf die Zukunft, lebt in der Zukunft
und sie wird zur Gegenwart. Anstatt, dass jetzt eure Gegenwart die Vergangenheit ist. Ihr wiederholt
fortwährend die Vergangenheit. Nein, das darf nicht sein. Ihr kennt die Geschichte der jungen Frau,
die zum Markt, mit einem Krug Milch auf dem Kopf, ging: Auf dem Weg stellte sie sich vor, was
sie alles mit dem Geld, dass ihr die Milch einbringen würde, machen könnte: Eier kaufen, dann
Hühner, dann Schweine... sie war so erfreut, dass sie hüpfte... und der Krug viel und zerbrach. Ihr seht,
sie lebte bereits in ihren Projekten, sie lebte in der Zukunft. Aber sie hätte nicht hüpfen dürfen! Und
auch ihr dürft es nicht. Lebt in der Zukunft, aber hüpft nicht! Das heißt, denkt, nährt die Projekte,
aber tut nicht so, als wenn sie schon wirklich erreicht wären, sonst fällt alles zu Boden. Wenn ihr
sagt:" Gebt mir dieses... gebt mir jenes... denn ich bin Multimillionär..." werdet ihr keinen Pfennig
erhalten, oder" Ich bin der größte Wissende" werdet ihr nichts wissen. Wenn ihr vor der Zeit hüpft,
wird man euch ins Gefängnis stecken, oder euch für einen Verrückten halten.

Also, meine lieben Brüder und Schwestern, hüpft nicht, sondern arbeitet jeden Tag, um eure
Zukunft zu schaffen! Kostet durch die Gedanken die wunderbarste Zukunft! Und vor allem vergesst
nicht, dass der Gedanke eine Realität ist, dass jeder Gedanke eine Macht ist, fähig zu zerstören oder
aufzubauen.

Möge das Licht und der Frieden mit euch sein!

Sèvres, der 2. Januar 1971

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