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Die Determinante

Blockmatrizen

Sei M eine m × n−Matrix. Wir unterteilen die Matrix M in 4 Blöcke:


 
Ak,l Bk,n−l
M=
Cm−k.l Dm−k,n−l

Die Indizes bezeichnen dabei die Größe der jeweiligen Untermatrix. Die matrix wurde also
nach der k −ten Zeiler und der l −ten Spalte aufgeteilt. Zu einer weiteren n × p−Matrix N
wählen wir eine Unterteilung nach der l −ten Zeile und der k −ten Spalte:
!
El,k Fl,p−k
N=
Gn−l,k Hn−l.p−k

Satz:   !
Ak,l Bk,n−l El,k Fl,p−k
M·N =
Cm−k.l Dm−k.n−l Gn−l,k Hn−l.p−k
!
Ak,l El,k + Bk,n−l Gn−l,k Ak,l Fl,p−k + Bk,n−l Hn−l,p−k
=
Cm−k,l El,k + Dm−k,n−l Gn−l,k Cm−k,l Fl,p−k + Dm−k,n−l Hn−l,p−k

Grund: Wir betrachten:


  !
Ak,l Bk,n−l El,k 0l,p−k
·
Cm−k.l Dm−k.n−l 0n−l,k 0m−k,n−l

         
A 0 0 B 0 0 0 0 E 0
= + + + ·
0 0 0 0 C 0 0 D 0 0

Wir untersuchen exemplarisch das Produkt


   
A 0 E 0
·
0 0 0 0

 
a11 ··· a1l 01,l +1 ··· 01n
.. .. .. .. .. ..  b 
. . . . . . 11 · · · b1k

 
 . .. ..
  ..

 ak1 · · · akl 0k,l +1 · · · 0kn . . 0l,p−k 
=  
 k+1,1 · · · 0k+1,l 0k+1.l +1 · · · 0k+1,n
 0 
bl,k · · · bl,k
 

 .. ... .. .. ... .. 
0n−l,k 0m−k,n−l
 . . . . 
0m,1 · · · 0m,l 0m,l +1 · · · 0mn
 
a11 b11 + . . . + a1,l bl,k · · · a11 b1k + . . . + a1,l bl,k 0 · · · 0
.. ... .. .. . . .. 
. . . . . 


 
 ak1 b1,1 + . . . + ak,l bl,k · · · ak1 b1k + · · · + ak,l bl,k 0 · · · 0 
=
 
 0 · · · 0 0 · · · 0 

 .
. . . .
. .
. . . .
. 
 . . . . . . 
0 ··· 0 0 ··· 0

 
AE 0
=
0 0

Berechnet man die anderern 15 Produkte und addiert die erhaltenen Matrizen, erhält man
das Ergebnis.
Beispiel: Wir betrachten die folgende Begleitmatrix:
 
0 · · · · · · 0 − a0
 1 0 · · · 0 −a 
 1 
 . . . . .. .. 
L= 0
 . . . . 

 .. . . . . ..
. . 0

 . . 
0 · · · 0 1 − a n −1

Wir partionieren die Matrix wie folgt:


!
~0t
L= n −1 − a 0
En−1 −~a
 
a1
mit ~a =  ...  , En−1 die Einheitsmatrix der Größe n − 1 × n − 1 und ~0n−1 der Nullvektor
 

an
mit n − 1 Einträgen.
Wir betrachten
a 2 · · · a n −1 1
 
a1

 a2 · · · a n −1 1 0 
..

G := 
 
 . 

 a n −1 1 
1 0 0
und partitionieren diese Matrix als
!
~a A
G=
1 ~0tn−1

mit  
a2 · · · a n −1 1
1 0 
 
G := 

 a n −1


1

Dann ist ! !
~0t ~a − a0 1 ~0t A − a0~0t − a0 ~0tn−1
LG = n −1 n −1 n −1 =
En−1~a −~a En−1 A −~a~0tn−1 ~0n−1 A

Mit einer analogen Partition sieht man: GLt = LG.

Die Determinante

Erinnerung: Die Determinante eine 2 × 2−Matrix war definiert als


 
a b
det = ad − bc
c d

Definition: Für  
a11 a12 · · · a1n
 a21 a22 · · · a2n 
A=
 
.. .. .. 
 . . . 
an1 an2 · · · ann

Ist die Determinante det( A) definiert durch:


   
a22 · · · a2n a12 · · · a1n
det( A) := a11 det  ... ..  − a det  .. ..  +

.  21  . . 
an2 · · · ann an2 · · · ann

 
a12 ··· a1n
. . . + (−1)n+1 det 
 .. .. 
. . 
an−1,2 · · · an−1,n
Bei dieser sogenannten Entwicklung nach der ersten Spalte nimmt man also den i −ten Ein-
trag der ersten Spalte, multipliziert in mit (−1)1+i .
Diesen Wert multipliziert man mit der Determinante der Matrix, bei der die erste Spalte und
i −te Zeile gestrichen sind. Dann werden die Ergebnisse addiert.
Beispiel:
 
e1 a1 b1
det  e2 a2 b2  =
e3 a3 b3

     
a2 b2 a1 b1 a1 b1
e1 det − e2 det + e3
a3 b3 a3 b3 a2 b2

= e1 ( a2 b3 − a3 b2 ) + e2 ( a3 b1 − a1 b3 ) + e3 ( a1 b2 − a2 b1 )

Bemerkung: Setzt man hier statt der Zahlen ei die Standardbasisvektoren ~ei ein, so erhält
man eine praktische Merkregel für das Kreuzprodukt.

Beispiel: Für eine Matrix der folgenden Strukur


 
1 ∗ ··· ··· ∗ ··· ∗
 .. .. 
 0 1 ∗ . . 
 .. . . . . .. .. 
 
 . . . ∗ . . 
.
 
A=  .. 0 1 ∗ ∗ 

 
 0 · · · · · · 0 b11 · · · b1n 
 .. .. .. .. 
 
 . . . . 
0 · · · · · · 0 bn1 · · · bnn

wobei es sich bei den mit ∗ gekennzeichneten Einträgen um beliebige Einträge handelt, gilt
 
b11 · · · b1n
det( A) = det  ... .. 

. 
bn1 · · · bnn

Spezialfälle:i) Für Diagonalmatrizen gilt:


 
λ1 0
det 
 ...  = λ1 · . . . · λ n

0 λn
ii) Für wie folgt partitionierte Matrizen gilt:
 
Er B
det = det( A)
0 A

iii) und ein Spezialfall von ii) ist:


 
Er 0
det = det( A)
0 A

Eigenschaften der Determinante

Alle im folgenden auftretenden Matrizen seien quadratisch und von gleicher Größe.
1)     
En 0 En 0 En 0
=
0 C 0 D 0 CD

bilden wir von allen drei Matrizen die Determinanten, so erhalten wir den Determinanten-
multiplikationssatz:
Satz:

det(CD ) = det(C ) det( D )

2) Ist A invertierbar, gibt es also ein A−1 mit AA−1 = En = A−1 A, so gilt: 1 = det( En ) =
det( A) · det( A−1 ), also
Satz: Ist A invertierbar, so gilt det( A) 6= 0 und

1
det( A−1 ) =
det( A)

3) Es gilt
     
0 En 0 En En 0
· = = E2n
En 0 En 0 0 En
 2 !
0 En
Daher haben wir: det =1
En 0
4) Weiter gilt
        
0 En A 0 0 En 0 En 0 En En 0
= =
En 0 0 En En 0 A 0 En 0 0 A
also  
A 0
det = det( A)
0 En

5)     
A 0 A 0 En 0
=
0 B 0 En 0 B

Also  
A 0
det = det( A) · det( B)
0 B

Dies gilt auch, wenn die quadratischen Matrizen A und B nicht die gleiche Größe haben.
Allgemeiner gilt:
 
A1 0
 A2 
det   = det( A1 ) · . . . · det( Ar )
 
..
 . 
0 Ar

für beliebige, quadratische Matrizen A1 , . . . , Ar (sogennannte Blockdiagonalmatrizen).


Lemma: Die folgende Matrix sei gebildet, indem man die i −te Spalte der Einheitsmatrix
durch den Vektor ~b = (b1 , . . . , bn )t ersetzt. Dann gilt:
 
1 bi
... ..
. 0
 
 
 

 1 bi − 1 

det  bi  = bi
 

 bi + 1 1 

 .. ... 
 0 . 
bn 1

Grund: Entwicklung nach der ersten Spalte.


Satz (cramersche Regel): Sei A = [~a1 , . . . ,~an ] eine n × n−Matrix gegeben durch ihre Spal-
tenvektoren. Sei ~x eine Lösung des Gleichungssystems A~x = ~b. Dann gilt:

A · [~e1 . . . . , ~ei−1 , ~x, ~ei+1 , . . . , ~en ] = [ A~e1 . . . . , A~ei−1 , A~x, A~ei+1 , . . . , A~en ]

= [~a1 . . . . ,~ai−1 ,~b,~ai+1 , . . . ,~an ] =: Ai


Dann gilt:
det( A) · xi = det( Ai )

Ist also det( A) 6= 0, so ist diese Lösung eindeutig und es gilt:

det( Ai )
xi =
det( A)

In den Übungen werden wir sehen, daß Addition eines Vielfachen einer Spalte zu einer an-
deren Spalte (Zeile) die Determinante nicht ändert. und daß das Vertauschen zweier Spalten
(Zeilen) nur das Vorzeichen der Determinante ändert.
Wir betrachten nun die n + 1 × n + 1−Determinante

b j b1 b2 · · · b j · · · bn
 
 a1j a11 a12 · · · a1j · · · a1n 
 
det  a2j a21 a22 · · · a2j · · · a2n
 

 . .. ..
 ..

. . 
anj an1 an2 · · · anj · · · ann

Da die erste Spalte gleich der j−ten Spalte ist, können wir das (−1)− fache der j−ten Spalte
addieren und erhalten eine Matrix, deren erste Spalte ~0 ist.
Deren Determinante ist 0 also auch die obige Determinante. Etwicklung nach der ersten
Spalte liefert:
b j det( A) − a1j det( B1 ) + . . . + (−1) j det( Bn ) = 0

Ist det( A) 6= 0, so gilt


n  
i det( Bi )
bj = ∑ aij (−1)
det( A)
i =1

D.h., daß das Gleichungssystem A~x = ~b für jedes ~b eine eindeutige Lösung hat. Insbeson-
dere haben dann A~b1 = ~e1 , . . . , A~bn = ~en eine eindeitige Lösung und es gilt:

A · [~b1 , . . . ,~bn ] = En