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Instanzen zur Sicherstellung der Einhaltung der

Menschenrechte

Vorangestellt ist zu sagen, dass die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte selbst, auch,
wenn sie in viele nationale Verfassungen aufgenommen wurde, nicht juristisch bindend für
die unterzeichnenden Staaten ist, trotzdem gibt es eine Fülle an Organisationen die die
Einhaltung der Menschenrechte kontrollieren oder sich dafür engagieren. Einige jener
werden im Folgenden vorgestellt, dabei kann zwischen nationalen und internationalen sowie
Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen unterschieden werden:

Momentan müssen alle Staaten, die die entsprechenden Abkommen unterzeichnet haben, in
regelmäßigen Abständen (i.d.R. alle 5 Jahre) über die Einhaltung ihrer menschenrechtlichen
Pflichten Bericht erstatten, aus dem und oftmals auch aus zusätzlichen Berichten von
Nichtregierungsorganisationen, Ausschüsse Abschlussbeobachtungen und Empfehlungen für
die jeweilige Regierung formulieren.
Als wichtige internationale Regierungsorganisation lässt sich der UN-Menschenrechtsrat
nennen, eine Versammlung von Vertretern einiger regelmäßig neu gewählter Staaten. Der
Rat kann bei einem Beschluss mit absoluter Mehrheit einen Beobachter zur Überwachung
der Menschenrechtssituation in einen Mitgliedsstaat schicken.
Des Weiteren gibt es noch Kommissionen und Ausschüsse wie z.B. den UN-
Menschenrechtsausschuss, der die Einhaltung und Umsetzung des Internationalen Paktes
über bürgerliche und politische Rechte (ein völkerrechtlicher Vertrag, der die grundlegenden
Menschenrechte wie das Recht auf Leben, das Verbot der Sklaverei, das Recht auf
persönliche Freiheit etc. garantiert) durch die Vertragsstaaten überwacht. Wird beim
Kontrollieren das Fehlen der Umsetzung festgestellt, kann er den Staaten Vorschläge und
Empfehlungen machen, wie sie die Umsetzung des Vertrags verbessern können.
Außerdem gibt es Sonderberichterstatter und Sonderbeauftragte, hier am Beispiel UN-
Sonderbeauftragter. Solch eine Person ist ein vom UN-Generalsekretär, der oberste
Verwaltungsbeamte der UN, ernannter Experte. Er besucht Staaten, führt Ermittlungen und
Verhandlungen im Auftrag der UN durch und vertritt in Konfliktsituationen den
Generalsekretär. Stand 2017 gibt es 15 zu afrikanischen Staaten gehörende, 4 zu
amerikanischen, 2 zu asiatischen und ozeanischen, 2 zu europäischen und 4 zu
mittelöstlichen Staaten gehörende sowie 17 thematische UN-Sonderbeauftragte.

Weiter gibt es noch etliche internationale Nichtregierungsorganisationen, die sich meistens


auf ein menschenrechtliches Themengebiet spezialisiert haben. Ein bekannter Name wäre
hier der der Organisation Amnesty International, die sich z.B. für politische Gefangene, und
soziale wirtschaftliche, Frauen und LGBTQ-Rechte einsetzt, indem sie
Menschenrechtsverletzungen aufzeigt und an die Öffentlichkeit bringt, Lobbyarbeit betreibt
und Unterschriftsaktionen durchführt.

Auf der nationalen Ebene der Nichtregierungsorganisationen dürften die folgenden geläufig
sein: 1. UNICEF, ein Kinderhilfswerk, welches heute hauptsächlich in Entwicklungsländern in
Bereichen der Gesundheit, Hygiene, Ernährung und Bildung tätig ist und in Notsituationen
humanitäre Hilfe leistet. UNICEF betreibt ebenfalls Lobbying. Finanziert wird die
Organisation durch Beiträge der UN-Mitgliedsstaaten und vielen öffentlichen und privaten
Spenden. 2. Auf Deutschland bezogen das Hilfswerk der evangelischen Landeskirchen und
Freikirchen; Brot für die Welt. Das Hilfswerk leistet seinen Beitrag durch die Unterstützung
einer Vielzahl von menschenrechtlichen Projekten, die Entsendung von Entwicklungshelfern,
humanitäre Soforthilfe und Lobby-, Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

Weiter gibt es noch Stiftungen, die in- und ausländische Menschenrechtsorganisationen mit
finanziellen Mitteln unterstützen, in Deutschland stehen 5 große dieser Stiftungen Parteien
im Bundestag nahe.

Als letztes zu nennendes gibt es auf europäischer Ebene in Straßburg noch den Europäischen
Gerichtshof für Menschenrechte; ähnlich wie bei nationalen Verfassungsbeschwerden gibt
es so die Möglichkeiten der Individual- und Staatenbeschwerde. Ein
Individualbeschwerdeverfahren bietet Einzelpersonen die Möglichkeit Beschwerde
einzulegen, wenn sie sich in ihren Rechten und Freiheiten eingeschränkt fühlen, eine
Staatenbeschwerde Staaten die Möglichkeit andere Staaten bei einer Verletzung der
menschenrechtlichen Verpflichtungen international anzuprangern.