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Sonetti

Libro I

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Il testo si basa su: Andreae Gryphii Freuden und Trauer-Spiele auch Oden und Sonnette,
In Breßlau zu finden Bey Weit Jacob Treschern/Buchhändl., Leipzig / Gedruckt
bey Johann Erich Hahn, Im Jahr 1663.

Non è stato possibile riprodurre anastaticamente i sonetti in questine perché la


qualità ne avrebbe troppo sofferto e perché sarebbero occorse varie note per
correggere gli errori di stampa. Pertanto i sonetti I, 3,6,8,11,22,27,36,43,45,48,
49; II, 1,2,3,4,6,10,15,19,21,36,41,47,48,49,50 sono dati dall’edizione curata da
Adalbert Elschenbroich (Andreas Gryphius, Gedichte, Eine Auswahl, Philipp
Reclam Junior, Stuttgart 1982 [I ed. 1968]); invece i sonetti I, 9,10,21,23,33,34,
41,42; II, 8,13,14,23,40,46 sono dati dall’edizione di Karl Otto Conrady (Andreas
Gryphius, Dichtungen, Rowohl, Reinbek bei Hamburg 1968).

Il sonetto VANITAS VANITATUM ET OMNIA VANITAS, riportato in calce a I, 8,


di cui è la prima versione, è riportato da Marian Szyrocki, Andreas Gryphius,
Frühe Sonette, Abdruck der Ausgaben von 1637, 1643 und 1650, Max Niemeyer
Verlag, Tübingen 1964.

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Vber die Geburt JEsu.

Nacht / mehr denn lichte Nacht! Nacht / lichter als der Tag /
Nacht / heller als die Sonn’ / in der das Licht geboren /
Das Gott / der Licht / in Licht wohnhafftig / ihm erkohren:
O Nacht / die alle Nächt’ und Tage trotzen mag!
O freudenreiche Nacht / in welcher Ach und Klag /
Vnd Finsternüß / und was sich auff die Welt verschworen
Vnd Furcht und Höllen-Angst und Schrecken war verlohren.
Der Himmel bricht! doch fällt numehr kein Donnerschlag.
Der Zeit und Nächte schuff / ist dise Nacht ankommen!
Vnd hat das Recht der Zeit / und Fleisch an sich genommen!
Vnd unser Fleisch und Zeit der Ewikeit vermacht.
Der Jammer trübe Nacht / die schwartze Nacht der Sünden
Des Grabes Dunckelheit / muß durch die Nacht verschwinden.
Nacht lichter als der Tag! Nacht mehr denn lichte Nacht!

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I, 3 Nascita di Gesù

Notte, lucente notte! Notte, più chiara tu del giorno!


Notte, più splendida del sole, che luce dai alla luce,
che Dio – luce di luce – elesse alla sua luce,
notte trionfante di ogni notte e giorno!

Gioiosa notte, che metti in fuga tenebre


e singhiozzi, l’odio portato al mondo,
le paure, i terrori e orrori atroci.
Si squarcia il cielo ma non ne cadon fulmini.

Eccolo in questa, chi fece notti e tempi,


eccolo carne ed obbediente al tempo:
la nostra carne e tempo han pegno eterno!

Il fosco dei dolori, il nero dei peccati,


il buio della tomba disperde questa notte.
Notte, più chiara tu del giorno! Notte, lucente notte!

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An den gecreutzigten JEsum.
Sarbievii: Hinc ut recedam.

Hlr wil ich gantz nicht weg! laß alle Schwerdter klingen!
Greiff Spiß und Sebel an! brauch aller Waffen Macht
Vnd Flamm’ / und was die Welt für unerträglich acht.
Mich sol von disem Creutz kein Tod / kein Teufel dringen.
Hit wil ich / wenn mich Ach und Angst und Leid umbringen /
Wenn Erd’ und Meer auffreisst / ja wenn der Donner Macht /
Mit dunckel-rotem Blitz auff meinem Kopffe kracht /
Ja wenn der Himmel fällt / hir wil ich frölich singen.
Weil mir die Brust noch klopfft / auch weder dort noch hir /
Vnd nun und ewig sol mich reissen nichts von dir.
Hir wil ich / wenn ich soll / den matten Geist auffgeben.
Du aber / der du hoch am Holtz stehst auffgericht;
HErr ]Esu / neig herab dein bluttig Angesicht /
Vnd heiß durch deinen Tod im Tod mich ewig leben!

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I, 6 A Gesù crocifisso
Sarbievii: Hinc ut recedam.

Da qui non voglio muovermi! Agita pur le spade


impugna asta e lancia, fatti forte d’ogni arma
e di fiamme e di quanto c’è di più atroce.
Da questa croce né morte né demonio mi trarrà.

Qui, pur se mi uccidono paure e pena,


se terra e mare s’aprono e se il vigor dei fulmini
guizzanti rosso-scuri mi esplodono sul capo,
se pur cade il cielo, voglio cantar felice.

Finché mi batte il cuore, né qui né altrove


e né mai né ora ci sarà chi mi smuova.
Qui, quando dovrò, darò lo stanco spirito.

Ma tu, drizzato lassù in croce,


Gesù Signore china il ferito volto
e fammi, con la tua morte, eterno nella morte.

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Es ist alles Eitel.

DV sihst / wohin du sihst nur Eitelkeit auff Erden.


Was diser heute baut / reist jener morgen ein:
Wo itzund Städte stehn / wird eine Wisen seyn /
Auff der ein Schäfers-Kind wird spilen mit den Herden:
Was itzund prächtig blüht / sol bald zertretten werden.
Was itzt so pocht und trotzt ist Morgen Asch und Bein /
Nichts ist / das ewig sey / kein Ertz / kein Marmorstein.
Itzt lacht das Glück uns an / bald donnern die Beschwerden.
Der hohen Thaten Ruhm muß wie ein Traum vergehn.
Soll denn das Spil der Zeit / der leichte Mensch bestehn?
Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten /
Als schlechte Nichtikeit / als Schatten / Staub und Wind;
Als eine Wisen-Blum / die man nicht wider find’t.
Noch wil was Ewig ist kein einig Mensch betrachten!

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I, 8 Tutto è vanità

Dovunque guardi, vedi nel mondo solo vanità.


Ciò che questi oggi fa, costui doman lo disfa:
dove oggi son città, ci sarà solo un prato
sul quale un pastorello giocherà con il gregge:

quant’ora splendido fiorisce sarà presto calpestato,


quant’ora è tronfio e altero domani è ossa e cenere,
niente c’è che sia eterno, marmo o ferro che sia.
Ora ci arride la fortuna, ma ecco rintronano i lamenti.

Gloria di grandi imprese svanisce – non c’è scampo – come un sogno.


E il trastullo del tempo, l’uomo vano, dovrebbe invece reggere?
Ahimè, che cosa è mai quel che per noi è prezioso

se non un vuoto nulla, un’ombra, vento e polvere?


se non un fior di campo, che più non si ritrova?
Né su quello che è eterno vuole alcun meditare.

67
[VI.]
VANITAS VANITATUM ET OMNIA VANITAS.
Es ist alles gãtz eytel. Eccl. I. V. 2.

Ich seh’ wohin ich seh / nur Eitelkeit auff Erden /


Was dieser heute bawt / reist jener morgen ein /
Wo jtzt die Städte stehn so herrlich / hoch und fein /
Da wird in kurtzem gehn ein Hirt mit seinen Herden:
Was jtzt so prächtig blüht / wird bald zutretten werden:
Der jtzt so pocht und trotzt / läst ubrig Asch und Bein /
Nichts ist / daß auff der Welt könt unvergänglich seyn /
Jtzt scheint des Glückes Sonn / bald donnerts mit beschwerden.
Der Thaten Herrligkeit muß wie ein Traum vergehn:
Solt denn die Wasserblaß / der leichte Mensch bestehn
Ach! was ist alles diß / was wir vor köstlich achten!
Als schlechte Nichtigkeit? als hew / staub / asch und wind?
Als eine Wiesenblum / die man nicht widerfind.
Noch will / was ewig ist / kein einig Mensch betrachten!

68
VANITAS VANITATUM ET OMNIA VANITAS.
Tutto è vanità. Eccl. 1, 5, 2.

Dovunque io guardi, vedo nel mondo solo vanità;


ciò che questi oggi fa, costui doman lo disfa;
dove oggi son città, splendide alte e fiere,
vi andrà un pastor tra breve a pascolar le greggi:

quant’ora splendido fiorisce sarà presto calpestato,


quant’ora è tronfio e altero si lascia dietro cenere,
niente è che al mondo possa non mai perire,
ora irraggia la fortuna, ma ecco rintronano i lamenti.

Svanisce splendore delle imprese – non c’è scampo – come un sogno,


e questa bolla d’acqua, l’uomo vano, dovrebbe invece reggere?
Ahimè, che cosa è mai quel che per noi è prezioso?

se non un vuoto nulla, paglia, vento, cenere e polvere?


se non un fior di campo, che più non si ritrova?
Né su quello che è eterno vuole alcun meditare.

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Thränen in schwerer Kranckheit.

ICh bin nicht der ich war / die Kräffte sind verschwunden /
Die Glider sind verdörr’t / als ein durchbrandter Grauß:
Mir schaut der schwartze Tod zu beyden Augen aus /
Ich werde von mir selbst nicht mehr in mir gefunden.
Der Athem wil nicht fort / die Zunge steht gebunden /
Wer siht nicht / wenn er siht die Adern sondern Mauß /
Die Armen sonder Fleisch / daß diß mein schwaches Hauß
Der Leib entbrechen wird / noch inner wenig Stunden.
Gleich wie die Wisen Blum lebt wenn das Licht der Welt
Hervor bricht / und noch ehr der Mittag weggeht / fällt;
So bin ich auch benetzt mit Thränen-tau ankommen:
So sterb ich vor der Zeit. O Erden gute Nacht!
Mein Stündlein laufft zum End / itzt hab ich außgewacht
Vnd werde von dem Schlaff des Todes eingenommen.

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I, 9 Lacrime in grave malattia

Non so chi fui, svanite son le forze,


rinsecchite le membra come mostro bruciato:
coi due occhi mi guarda la morte nera
né io stesso trovo più me in me stesso.

Il fiato non vuole uscire, la lingua sta legata.


Chi non vede – se vede le vene senza sangue,
le braccia senza carne – che questa mia dimora,
il corpo, crollerà entro qualch’ora ancora?

Come il fiore dei campi vive quando la luce


del mondo irrompe e a mezzogiorno cade,
anch’io sono giunto bagnato di lacrime-rugiada

e muoio innanzi tempo. O terra, buona notte!


La mia ora va al fine, finita è la mia veglia
e vengo accolto dal sonno della morte.

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Der Welt Wollust.

WO Lust ist / da ist Angst; wo Freud’ ist / da sind Klagen.


Wer schöne Rosen siht / siht Dornen nur dabey;
Kein Stand /kein Ort / kein Mensch ist seines Creutzes frey.
Wer lacht; fühlt wenn er lacht im Hertzen tausend Plagen.
Wer hoch in Ehren sitzt / muß hohe Sorgen tragen.
Wer ist / der Reichthumb acht’/ und loß von Kummer sey
Wo Armut ist; ist Noth. Wer kennt wie mancherley
Traur-würmer uns die Seel und matte Sinnen nagen?
Ich red’ es offenbahr / so lang als Titans Licht
Vom Himmel ab bestralt / mein bleiches Angesicht /
Ist mir noch nie ein Tag / der gantz ohn Angst / bescheret
O Welt du Thränen Thal! recht selig wird geschätzt;
Der eh er einen Fuß / hin auff die Erden setzt /
Bald aus der Mutter Schoß ins Himmels Lusthauß fähret.

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I, 10 Il piacere del mondo

Dove è piacere, è paura; dove è gioia, lamenti.


Chi vede belle rose, non vi vede che spine:
né ceto né luogo né persona son liberi da croce.
Chi ride sente in cuore nel riso mille piaghe.

Chi è in alto onore porta anche alti crucci


e chi è mai tanto ricco che non abbia anche pene?
Dov’è miseria è ambascia. Chi non sa come tanti
tarli di lutto ci divorano l’anima e i sensi spenti?

Lo dico apertamente: da quando la luce di Titano


dal cielo illumina il mio volto pallido
mai ho goduto un giorno senza ansia alcuna.

O mondo, o valle delle lacrime! Si giudica beato


chi prima di posare un piede sulla terra
dal grembo della madre vola ai piaceri del cielo.

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Menschliches Elende.

WAs sind wir Menschen doch? ein Wohnhauß grimmer Schmerzen


Ein Ball des falschen Glücks / ein Irrlicht diser Zeit.
Ein Schauplatz herber Angst / besetzt mit scharffem Leid /
Ein bald verschmeltzter Schnee und abgebrante Kertzen.
Diß Leben fleucht davon wie ein Geschwätz und Schertzen.
Die vor uns abgelegt des schwachen Leibes Kleid
Vnd in das Todten-Buch der grossen Sterblikeit
Längst eingeschriben sind / sind uns aus Sinn und Hertzen.
Gleich wie ein eitel Traum leicht aus der Acht hinfällt /
Vnd wie ein Strom verscheust / den keine Macht auffhält:
So muß auch unser Nahm / Lob / Ehr und Ruhm verschwinden /
Was itzund Athem holt / muß mit der Lufft entflihn /
Was nach uns kommen wird / wird uns ins Grab nachzihn.
Was sag ich? Wir vergehn wie Rauch von starcken Winden.

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I, 11 Miseria umana

Che siamo mai noi uomini! Sede di tetre pene,


trottola della sorte, fuoco fatuo del tempo.
Teatro di paura amara, invaso di aspro duolo,
neve presto svanita, candele consumate.

La vita se ne fugge come chiacchera e scherzo.


Chi anzi noi ha svestito il corpo fragile
e nel funereo libro della gran morìa
da tempo è inscritto, via è da mente e cuore.

Come un sogno vano cade dalla memoria,


come si sperde un fiume non contenuto e stretto,
così nome, gloria, lodi e onori di noi scompariranno.

Quanto ora respira, svanirà pur con l’aria,


quanto dopo verrà, ci seguirà alla tomba.
Che dico? Come fumo svaniamo davanti a forti venti.

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An Eugenien.

SChön ist ein schöner Leib / den aller Lippen preisen!


Der von nicht schlechtem Stamm und edlen Blutt herrührt.
Doch schöner / wenn den Leib ein’ edle Seele zihrt
Die einig sich nur läst die Tugend unterweisen.
Vilmehr / wenn Weißheit noch / nach der wir offtmals reisen
Sie in der Wigen lehrt / mehr wenn sie Zucht anführt
Vnd heilig seyn ergetzt / die nur nach Demutt spür’t /
Mehr / wenn ihr keuscher Geist nicht zagt für Flamm und Eisen.
Diß schätz ich rühmens wehrt / diß ist was dise Welt
Die aller Schönheit Sitz für höchste Schönheit hält /
Vnd daß man billich mag der Schönheit Wunder nennen.
Wer dises schauen wil / wird finden was er sucht
Vnd kaum zu finden ist / wenn er / O Blum der Zucht /
O schönste / wenn er euch / wird was genauer kennen!

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I, 21 A Eugenia

Bello è un bel corpo che ogni labbro loda


e da buon ceppo e schietto sangue scorre.
Più bello è poi se un’alta anima abbellisce il corpo,
la sola cui si ascrive la virtù.

Anche più se la saggezza, che inseguiamo fuori,


le è maestra dalla culla, più se costumatezza l’educa
e le dà gioia di bontà, cercando solo l’umile,
e più se casto spirito non teme fiamma o ferro.

Questo, dico, è da celebrare, questo è quanto tal mondo,


sede d’ogni bellezza, ha per beltà suprema
e che senz’altro è portento di bellezza.

Chi questo vuol vedere, troverà quel che cerca,


e che mai non si trova, se – fiore di costumanza,
bellissima! – conosce voi da vicino.

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An Eugenien.

WAs wundert ihr euch noch / Ihr Rose der Jungfrauen /


Daß dises Spil der Zeit / die Ros’ / in eurer Hand
Die alle Rosen trotzt / so unversehns verschwand?
Eugenie so gehts / so schwindet was wir schauen.
So bald des Todes Senß wird disen Leib abhauen:
Schau’t man den Hals / die Stirn / die Augen / dises Pfand
Der Libe / dise Brust / in nicht zu rein’sten Sand
Vnd dem / der euch mit Lib itzt ehrt / wird für euch grauen!
Der Seufftzer ist umbsonst! nichts ist / das auff der Welt /
Wie schön es immer sey / Bestand und Farbe hält /
Wir sind von Mutterleib zum Vntergang erkohren.
Mag auch an Schönheit was der Rosen gleiche seyn?
Doch ehe sie recht blüht verwelckt und fält sie ein!
Nicht anders gehn wir fort / so bald wir sind geboren.

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I, 22 A Eugenia

Che mai vi meraviglia, o gioia delle vergini,


che il trastullo del tempo, la rosa in mano vostra,
più altera d’ogni rosa, sfiorì non si sa come?
Così è, Eugenia, così tutto scompare al nostro sguardo.

Non appena la falce della morte mieterà questo corpo,


si vedrà il collo, la fronte, gli occhi, questo pegno
d’amore, questo seno, mutato in sporca polvere
e chi ora vi corteggia d’amore, avrà orror di voi!

Inutili i lamenti. Niente è che al mondo,


per quanto bello sia, tenga forza e colore.
Fin dal grembo materno siam votati alla tomba.

Che cosa mai equivale in bellezza alla rosa?


Ma quasi non fiorisce che avvizzisce e sbiadisce.
Non altrimenti noi, dalla nascita in poi!

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Auff Herrn Joachimi Spechts
Medici, Hochzeit.

IN dem der Sternen Fürst von uns beginnt zu weichen /


In dem der Sommer stirbt / in dem das grüne Kleid
Der Wisen durch den Frost des Herbstes wird gebant /
Fängt auch der Vögel Schaar an fern von uns zu schleichen.
Drumb schauet unser Specht / weil alle Bäum erbleichen /
Auff die der Scorpion sein schädlich Gifft ausspeyt /
An welchem Ort er doch der Winter Grimmigkeit
Entgeh’ / und ob für ihn ein Nest sey zu erreichen /
In dem er also sucht / zeigt ihm Cubido an
Den Ort / in dem er sich gar sicher bergen kann:
Drauff ist er / Jungfrau Braut / in eure Schoß gepflogen.
In der er voll von Lust ihm seinen Sitz erkist /
Vnd weil er eurer Gunst gar hol versichert ist
Wird mancher junger Specht hier werden aufferzogen.

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I, 23 Per le nozze del medico Sig. Joachim Specht1

Il principe delle stelle comincia a declinare,


l’estate muore, il verde mantello dei prati
è prigioniero del gelo dell’autunno,
la schiera degli uccelli pian piano s’allontana.

Il nostro Picchio guarda, mentre sbiadiscon gli alberi


su cui vomita veleno lo scorpione,
dove sfuggire il furore dell’inverno,
e se mai ci sia un nido anche per lui.

E mentre cerca, Cupido ecco gli mostra


dove otterrà riparo: allora,
vergine sposa, è volato in grembo a voi.

Con gran piacere vi ha eletto la sua sede


e, della grazia vostra tanto è certo,
tanto picchietti ne usciranno fuori.

1) Specht significa Picchio

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Thränen des Vaterlandes /
Anno 1636.

WIr sind doch nunmehr gantz / ja mehr denn gantz verheeret!


Der frechen Völcker Schaar / die rasende Posaun
Das vom Blutt fette Schwerdt / die donnernde Carthaun /
Hat aller Schweiß / und Fleiß / und Vorrath auffgezehret.
Die Türme stehn in Glutt / die Kirch ist umgekehret.
Das Rathauß ligt im Grauß / die Starcken sind zerhaun /
Die Jungfern sind geschänd’t / und wo wir hin nur schaun
Ist Feuer / Pest / und Tod / der Hertz und Geist durchfähret.
Hir durch die Schantz und Stadt / rinnt allzeit frisches Blutt.
Dreymal sind schon sechs Jahr / als unser Ströme Flutt /
Von Leichen fast verstopfft / sich langsam fort gedrungen.
Doch schweig ich noch von dem / was ärger als der Tod /
Was grimmer denn die Pest / und Glutt und Hungersnoth /
Das auch der Seelen Schatz / so vilen abgezwungen.

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I, 27 Lacrime della patria
Anno 1636

Siamo al crollo, oramai, anzi di più.


Le orde sfrenate, le trombe impazzite,
le spade gonfie di sangue, gli schioppi tonanti,
divorano fatiche, sudori, ogni ricchezza.

Le torri bruciano, la chiesa è rasa la suolo,


è in cenere il comune, i forti sono morti,
le vergini violate, e dovunque guardiamo
c’è fuoco, peste e morte nei cuori e nelle menti.

Per i bastioni e la città sgorga sempre sangue fresco.


Tre volte son sei anni da che l’onda del fiume,
occlusa da cadaveri, lenta filtrava via.

E non dico di quanto è peggiore della morte,


più feroce di peste, d’incendi e della fame:
il tesoro dell’anima fu già rubato a molti.

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Vber die Gebaine der außgegrabenen Philosetten.

O Häßlich’ Anblick! ach! wo sind die güldnen Haar!


Wo ist der Stirnen Schnee? wo ist der Glantz der Wangen?
Der Wangen / die mit Blut und Lilien ümbfangen?
Der Rosen rote Mund! wo ist der Zähne Schaar?
Wo sind die Sternen hin? Wo ist der Augen Paar
Mit den die Libe spilt? itzt pflechten schwartze Schlangen
Sich umb das weite Maul / die Nasen ist vergangen
Die keinem Helffenbein vorhin zu gleichen war.
Ist jmand der noch kan behertzt und sonder grauen
Der Ohren kalen Ort / der Augen Lucken schauen?
Ist jmand / der sich nicht für diser Stirn entsetzt?
Der dencke / wie sich wird’ alsdann sein Geist befinden.
Wenn er in kurtzem wird auff gleichen Schlag verschwinden?
Weil schon der Tod auff ihn die schnellen Pfeile wetzt.

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I, 33 Sullo scheletro della riesumata Filosette

Orrenda vista! Dove son mai i capelli d’oro,


la nivea fronte, lo splender delle guance,
delle guance circonfuse di sangue e di gigli?
La bocca rossorosea, e dove sono i denti?

Dove finirono le stelle, dove sono gli occhi


con cui l’amore gioca? Ora serpenti neri
s’avvolgono sulla bocca spalancata, è perso il naso,
prima più bianco dell’avorio.

Chi mai con cuore saldo e senza orrore


osserva il deserto degli orecchi, le caverne degli occhi,
chi non rabbrividisce a questa fronte?

Pensi allora come si troverà il suo spirito


quando presto sparirà così colpito,
ché già la morte sta affilando i dardi.

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An einen Vnschuldigen Leidenden.

EIn Brand-Pfahl und ein Rad / Pech / Folter / Bley und Zangen /
Strick / Messer / Hacken / Beill / ein Holtzstoß und ein Schwerdt
Vnd sidend Oel / und Bley / ein Spiß / ein glüend Pferd /
Sind den’n nicht schrecklich / die was schrecklich / nicht begangen.
Wer umb die Tugend leid’t / umb recht-thun wird gefangen
Vnd wenn es Noth sein Blutt / doch ohne Schuld, gewehrt
Dem wird für kurtze Pein unendlich Preiß beschert /
Er wird den Ehren-Krantz / der nicht verwelckt erlangen.
Er lebt in dem er stirbt / er steigt in dem er fällt /
Er pocht was tödtlich ist und trotzt die grosse Welt /
Vnd küst die Ewigkeit die er ihm anvertrauet.
Hat nicht der höchste selbst sein höchstes Wunderwerck
Auff Salems Schädelberg vollbracht in höchster Stärck?
Der ist kein echter Christ / dem für dem Creutze grauet.

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I, 34 A un innocente in pena

Un rogo, ruota, pece, tortura, piombo e tenaglie,


corda, coltello, uncini, mannaia, ceppi e spada,
olio bollente, piombo, puntali, un cavalletto
non dan paura a chi non ha fatto niente.

Chi soffre per la virtù, per l’onestà è in prigione


e, se serve, il suo sangue versa pur senza colpa,
riceverà premio eterno per una pena breve,
otterrà la corona che non sfiorisce mai!

Costui morendo vive e sale mentre cade,


batte quant’è mortale, tiene testa al gran mondo,
bacia l’eternità nelle cui braccia vola.

Forse non ha il Supremo il suo più gran miracolo


sul monte del Calvario compiuto in grande forza?
Non è vero cristiano chi trema anzi alla croce.

87
An die Sternen.

IHr Lichter / die ich nicht auff Erden satt kan schauen /
Ihr Fackeln / die ihr Nacht und schwartze Wolcken trennt
Als Diamante spilt / und ohn Auffhören brennt;
Ihr Blumen / die ihr schmückt des grossen Himmels Auen:
Ihr Wächter / die als Gott die Welt auff-wollte-bauen;
Sein Wort, die Weißheit selbst mit rechten Namen nennt
Die Gott allein recht misst / die Gott allein recht kennt
(Wir blinden Sterblichen! was wollen wir uns trauen!)
Ihr Bürgen meiner Lust / wie manche schöne Nacht
Hab ich / in dem ich euch betrachtete / gewacht?
Herolden diser Zeit / wenn wird es doch geschehen /
Daß ich / der euer nicht allhir vergessen kann /
Euch / derer Libe mir steckt Hertz und Geister an
Von andern Sorgen frey werd unter mir besehen?

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I, 36 Alle stelle

Luci che in terra non mi sazio di ammirare,


fiaccole che tagliate notte e nuvole nere,
belle come diamanti, ardenti senza posa;
fiori leggiadri dei campi del gran cielo,

guardiani che quando volle Dio fare il mondo


il suo verbo – saggezza stessa – chiamò col giusto nome,
voi che Dio sol misura, che solo lui conosce
(ciechi mortali noi, che pretendiamo mai?)

Garanti della mia gioia, per quante belle notti


guardandovi ho vegliato.
Araldi voi del tempo, quando sarà mai dunque

che io, mai qui dimentico di voi,


voi il cui amore mi infiamma cuore e mente,
libero da altre cure, veda sotto di me?

89
An Callirhoen.

WIe kompts Callirrhoe? was mag die Vrsach seyn /


Daß du mich gestern hast so traurig angeblicket:
Wie daß du alle Lust und Freundligkeit verschicket?
War meine Gegenwart ein Vrsprung neuer Pein?
Verdroß dich Flacci Kuß? fürwar ich meyne nein /
Hat dich der süße Schlaff verzaubert und umbstricket!
Hat dich der grimme Schmertz die Libes-Pest gedrücket?
Mißfil dir / was ich sprach? mir fällt die Vrsach ein:
Da als dein Schlaff-Gemach ward von uns eingenommen;
Da / sind wir werte Nymph, dir vil zu nahe kommen.
Woll / folge meinem Rath wo du dich rächen wilt.
Wenn sich die schwartze Nacht wird für dem Monden schämen:
Magst du / mein Schlaf-Gemach / ja selbst mein Bett’ einnehmen.
Die Rach’ ist mehr denn recht die gleich mit gleich vergilt.

90
I, 41 A Calliroe

Che c’è Calliroe? Che cosa mai sarà


che ieri mi hai guardato così triste,
come dando l’addio al piacere e all’amicizia?
La mia presenza fu avvio di nuova pena?

Il bacio di Flacco ti ha seccata? Non direi.


Il dolce sonno ti ha ammaliata e avvinta.
L’amaro scherzo, la peste d’amore ti ha schiacciata?
Ti spiacque quanto dissi? Ecco, ci sono:

quando conquistammo la tua camera,


o ninfa egregia, abbiam voluto troppo.
Per la vendetta segui il mio consiglio:

quando la nera notte avrà pudore della luna


conquista la mia camaera, magari anche il mio letto.
Più che giusta è vendetta che vuole occhio per occhio.

91
An Eugenien.

GLeich als ein Wandersmann / dafern die trübe Nacht /


Mit dicker Finsternüß / Lufft / Erd / und See verdecket /
Betrübt irr’t hin und her / und mit viel Furcht erschrecket /
Nicht weiß wohin er geht / noch was er läst und macht:
So eben ists mit mir: doch wenn der Mond erwacht
Vnd seiner Stralen Kertz im Wolckenhauß anstecket;
Bald find’t er Weg’ und Rath: so wird mein Geist erwecket;
Nun mich der neue Trost aus eurem Brieff anlacht.
Doch / warumb heist ihr mich diß schöne Pfand verbrennen?
Wolt ihr in meiner Nacht mich bey der Glut’ erkennen?
Diß / meines Hertzens Feu’r entdeckt ja wer ich sey.
Sol Schönste / diß Papir nur meine Brust berühren:
So wird es alsobald in Aschen sich verliren /
Wo von der Flamm’ es nicht durch mein Weinen frey.

92
I, 42 A Eugenia

Come un viandante, quando la torva notte


con spesse ombre ricopre l’aria la terra e il mare,
turbato erra qua e là e pieno di paura
non sa né dove va né quel che fa o tralascia,

così è per me. Quando però la luna


si desta e la candela dei raggi accende fra le nubi
sa subito la via e che fare il viandante: così si desta
il mio animo; sollievo nuovo mi arride dalla lettera.

Perché però mi dite di bruciare un tal pegno?


Nella mia notte forse volete riconoscermi all’ardore?
Il fuoco del mio cuore rivela già ch’io sia.

Basta, o beltà, che essa mi sfiori il cuore


che già svanirà in cenere,
seppure non il pianto la salverà dal fuoco.

93
Ebenbild unsers Lebens.
Auff das gewöhnliche Königs-Spiel.

DEr Mensch, das Spil der Zeit / spilt weil er allhie lebt.
Im Schau-Platz diser Welt; er sitzt / und doch nicht feste.
Der steigt und jener fällt / der suchet die Paläste /
Vnd der ein schlechtes Dach / der herrscht und jener webt.
Was gestern war ist hin / was itzt das Glück erhebt;
Wird morgen untergehen / die vorhin grünen Aeste
Sind numehr dürr und todt / wir Armen sind nur Gäste
Ob den ein scharffes Schwerdt an zarter Seide schwebt.
Wir sind zwar gleich am Fleisch / doch nicht vom gleichem Stande
Der trägt ein Purpur-Kleid / und jener gräbt im Sande /
Biß nach entraubtem Schmuck / der Tod uns gleiche macht.
Spilt denn diß ernste Spil: weil es die Zeit noch leidet /
Vnd lernt: daß wenn man vom Pancket des Lebens scheidet:
Kron / Weißheit / Stärck und Gut / bleib ein geborgter Pracht.

94
I, 43 Similitudine della nostra vita.
Sul diffuso gioco degli scacchi

L’uomo trastullo del tempo, gioca mentre ch’è in vita.


Nel teatro del mondo non ha un saldo posto.
C’è chi sale e chi scende, chi abita in palazzi,
chi invece in catapecchie, chi comanda e chi tesse.

Quel che fu ieri è andato, quel che fortuna ora alza


domani crollerà, le spighe prima verdi
sono ora secche e morte, noi miseri siamo ospiti
sui quali lama aguzza ondeggia a filo fragile.

Di carne siamo uguali, però di ceto no,


una veste la porpora, un altro è nella polvere
finché rapiti i ninnoli, la morte ci fa uguali.

Ecco qui da giocare un serio gioco, finché il tempo lo tollera,


e imparate: quando ci si alza dal banchetto della vita
corona, sapienza, forza e ricchezza restan splendore a prestito.

95
Thränen in schwerer Kranchkeit.
A. MDCXL.

MIr ist ich weiß nicht wie / ich seuffze für und für.
Ich weyne Tag und Nacht / ich sitz in tausend Schmertzen;
Vnd tausend fürcht ich noch / die Krafft in meinem Hertzen
Verschwindt / der Geist vershmacht / die Hände sincken mir.
Die Wangen werden bleich / der muntern Augen Zir
Vergeht / gleich als der Schein der schon verbrannten Kertzen.
Die Seele wird bestürmt gleich wie die See im Mertzen.
Was ist diß Leben doch / was sind wir / ich und ihr?
Was bilden wir uns ein! was wündschen wir zu haben?
Itzt sind wir hoch und groß / und morgen schon vergraben:
Itzt Blumen morgen Kot / wir sind ein Wind / ein Schaum /
Ein Nebel / eine Bach / ein Reiff / ein Tau’ ein Schaten.
Itzt was und morgen nichts / und was sind unser Thaten?
Als ein mit herber Angst durchaus vermischter Traum.

96
I, 45 Lacrime in grave malattia
Anno 1640

Non so com’è, io gemo senza sosta.


E piango notte e giorno, sono fra cento pene,
cento ne temo ancora, la forza nel mio cuore
scompare, l’animo languisce mi cadono le braccia.

Le guance impallidiscono, l’ornato degli occhi svegli


svanisce come luce di candele consumate.
L’anima mia è sconvolta come il mare di marzo.
Che è mai questa vita, chi siamo io e voi?

Che mai ci figuriamo, che desideri abbiamo?


Ora siamo alti e grandi, domani già sepolti;
oggi fiori, poi fango: siamo un vento, una spuma,

una nebbia, un ruscello, brina, rugiada, un’ombra.


Qualcosa oggi e poi nulla, e che le nostre imprese?
Come un sogno mischiato con un’acerba pena.

97
An sich selbst.

MIr grauet vor mir selbst / mir zittern alle Glider


Wenn ich die Lipp’ und Nas’ und beyder Augen Klufft /
Die blind vom wachen sind / des Athems schwere Lufft
Betracht’ / und die nun schon erstorbnen Augen-Lieder.
Die Zunge / schwartz vom Brand fällt mit den Worten nider /
Vnd lalt ich weiß nicht was; die müde Seele rufft /
Dem grossen Tröster zu / das Fleisch reucht nach der Grufft /
Die Aertzte lassen mich / die Schmertzen kommen wider /
Mein Cörper ist nicht mehr als Adern / Fell’/ und Bein.
Das Sitzen ist mein Tod / das Ligen meine Pein.
Die Schenckel haben selbst nun Träger wol vonnöthen!
Was ist der hohe Ruhm / und Jugend / Ehr und Kunst?
Wenn dise Stunde kompt: wird alles Rauch und Dunst.
Vnd eine Not muß uns mit allem Vorsatz tödten.

98
I, 48 A se stesso

Ho orrore di me stesso: mi tremano le membra


quando le labbra e il naso e le caverne degli occhi
ciechi per la veglia e l’aria greve del respiro
osservo e le ciglia ormai spente.

La lingua, nera d’arsura, cade con le parole


e biascica qualcosa; l’anima stanca chiama
il gran consolatore, la carne sa di tomba,
i medici van via, ritornano i dolori,

il mio corpo non è che vene, pelle e ossa.


Sedere è la mia pena, giacere il mio tormento.
Le cosce stesse hanno bisogno di stampelle.

Che cos’è l’alta fama, onori, giovinezza e arte?


Quando viene quest’ora è tutto fumo e nebbia.
E un’ambascia che viene deliberata a ucciderci.

99
An die Welt.

MEin offt bestürmbtes Schiff der grimmen Winde-Spil


Der frechen Wellen Baal / das schir die Flutt getrennet /
Das über Klip auff Klip’ / und Schaum / und Sandt gerennet.
Komt vor der Zeit an Port / den meine Seele wil.
Offt / wenn uns schwartze Nacht im Mittag überfil
Hat der geschwinde Plitz die Segel schir verbrennet!
Wie offt hab ich den Wind / und Nord’ und Sud verkennet!
Wie schadhafft ist Spriet / Mast / Steur / Ruder / Schwerdt und Kill.
Steig aus du müder Geist / steig aus! wir sind am Lande!
Was graut dir für dem Port / itzt wirst du aller Bande
Vnd Angst / und herber Pein / und schwerer Schmertzen loß.
Ade / verfluchte Welt: du See voll rauer Stürme!
Glück zumein Vaterland / das stette Ruh’ im Schirme
Vnd Schutz und Friden hält / du ewig-lichtes Schloß!

100
I, 49 Al mondo

La mia nave squassata, gioco di atroci venti,


trottola di onde tracotanti e quasi spezzata dai marosi,
che da scoglio è caduta su scoglio e spuma e sabbia,
anzitempo arriva al porto voluto dall’anima.

Spesso, quando la notte nera ci avvolgeva a mezzodì,


il fulmine veloce bruciò quasi le vele.
Quante volte ho confuso i venti e nord e sud!
Come è ridotto l’albero maestro, timone, chiglia, deriva e remo.

Scendi, animo stanco, scendi! Qui siamo arrivati.


Non temere del porto, ora tutti i tuoi ceppi,
e paura e aspra pena e tormenti se ne vanno.

Addio, ti maledico, mondo, mare in tempesta.


Salve, mia patria, custode di quiete certa,
o tu rifugio e pace, chiara fortezza eterna!

101
102
Sonetti
Libro II

103
Morgen Sonnet.

DIe ewig-helle Schaar wil nun ihr Licht verschlissen /


Diane steht erblaßt; die Morgenrötte lacht
Den grauen Himmel an / der sanffte Wind erwacht /
Vnd reitzt das Federvolck / den neuen Tag zu grüssen.
Das Leben dieser Welt /eilt schon die Welt zu küssen /
Vnd steckt sein Haupt empor / man siht der Stralen Pracht
Nun blinckern auff der See: O dreymal höchste Macht
Erleuchte den / der sich itzt beugt vor deinen Füssen!
Vertreib die dicke Nacht / die meine Seel umbgibt /
Die Schmertzen Finsternüß / die Hertz und Geist betrübt /
Erquicke mein Gemütt / und stärcke mein Vertrauen.
Gib/ daß ich disen Tag / in deinem Dinst allein
Zubring: und wenn mein End’ und jener Tag bricht ein
Daß ich dich / meine Sonn / mein Licht mög ewig: schauen.

104
II, 1 Sonetto mattutino

La schiera eterna e chiara nasconde ora la luce,


Diana è impallidita, l’aurora sorride
al grigio cielo, il vento mite si desta
e solleva i pennuti incontro al nuovo giorno.

Quanto ha vita nel mondo si affretta a salutarlo,


solleva il capo, si vede lo splendore dei raggi
scintillare sul mare: o tre volte supremo potere,
illumina chi ora s’inchina ai tuoi piedi!

Scaccia la spessa notte che avvolge la mia anima,


il buio doloroso che turba cuore e mente,
ristora il mio spirito, sostieni la mia fiducia.

Fa che trascorrs questo giorno solo nel tuo servizio;


e quando si affaccia la mia fine e il giorno ultimo,
che vede in eterno te, mia luce e sole.

105
Mittag.

AUff Freunde! last uns zu der Taffel eylen/


In dem die Sonn ins Himmels Mittel hält
Vnd der von Hitz und Arbeit matten Welt
Sucht ihren Weg / und unsern Tag zu theilen..
Der Blumen Zir wird von den flammen Pfeylen
Zu hart versehrt / das außgedörte Feld
Wündscht nach dem Tau’/ der Schnitter nach dem Zelt;
Kein Vogel klagt von seinen Libes Seilen.
Itzt herrscht das Licht. Der schwartze Schatten fleucht
In eine Höl / in welche sich verkreucht /
Den Schand und Furcht sich zu verbergen zwinget.
Man kan dem Glantz des Tages ja entgehn!
Doch nicht dem Licht / das / wo wir immer stehn
Vns siht und richt / und Hell’ und Grufft durchdringet.

106
II, 2 Mezzodì

Tutti a tavola, amici! fate presto,


mentre il sole si ferma a mezzo il cielo
e al mondo, smorto da calura e soma,
cerca dividere la via, e il giorno a noi.

Con troppo fuoco le fiammanti frecce


accasciano i fiori delicati; il campo riarso
desidera rugiada, la tenda il mietitore.
Né gli uccelli lamentano i lor lacci d’amore.

Ora regna la luce. E l’ombra nera


fugge in una caverna in cui va pure
chi onta e angoscia costinge a un nascondiglio.

Al chiarore del giorno, certo, si può sfuggire.


Ma non così alla luce che, dovunque noi siamo,
ci vede e fiuta, e squarcia tomba e inferno.

107
Abend.

DEr schnelle Tag ist hin/ die Nacht schwingt jhre Fahn/
Vnd führt die Sternen auff. Der Menschen müde Scharen
Verlassen Feld und Werck/ wo Thir und Vögel waren
Traurt itzt die Einsamkeit. Wie ist die Zeit verthan!
Der Port naht mehr und mehr sich zu der Glider Kahn.
Gleich wie diß licht verfil / so wird in wenig Jahren
Ich/ du/ und was man hat/ und was man siht / hinfahren.
Diß Leben kömmt mir vor als eine Renne-Bahn.
Laß höchster Gott / mich doch nicht auff dem Lauffplatz gleiten /
Laß mich nicht Ach / nicht Pracht / nicht Lust nicht Angst verleiten!
Dein ewig-heller Glantz sey vor und neben mir /
Laß / wenn der müde Leib entschläfft / die Seele wachen
Vnd wenn der letzte Tag wird mit mir Abend machen /
So reiß mich aus dem Thal der Finsternüß zu dir.

108
II, 3 Sera

Fuggì veloce il giorno, la notte alza la sua bandiera


e guida le stelle. Le schiere stanche degli umani
lasciano campo e opera, al posto di uccelli ed animali
c’è luttuosa solitudine. Come è sprecato il tempo!

Il porto è sempre più vicino alla barca delle membra.


Come è caduta questa luce, così tra qualche anno,
io, te, e quel che abbiamo e che vediamo se ne andrà.
Questa vita mi sembra sia una pista;

O Dio supremo, non farmi scivolare nella corsa,


che dolore o splendore o gioia o timore non mi sviino,
il tuo fulgore eterno sia innanzi e accanto a me.

E quando chiuderà gli occhi il corpo stanco, fa che si desti l’anima;


e quando l’ultimo giorno vorrà finir con me
toglimi dalla valle delle ombre fino a te.

109
Mitternacht.

SChrecken / und Stille / und dunckeles Grausen / finstere Kälte be-


decket das Land
Itzt schläfft was Arbeit und Schmertzen ermüdet / diß sind der traurigen
Einsamkeit Stunden.
Nunmehr ist / was durch die Lüffte sich reget / nunmehr sind Men-
schen und Thire verschwunden.
Ob zwar die immerdar schimmernde Lichter / der ewig schitternden
Sternen entbrant!
Suchet ein fleissiger Sinn noch zu wachen? der durch Bemühung der
künstlichen Hand /
Ihm / die auch nach uns ankommende Seelen / Ihm / die an itzt sich hir
finden verbunden?
Wetzet ein bluttiger Mörder die Klinge? wil er unschuldiger Hertzen
verwunden?
Sorget ein Ehren-begehrend Gemütte / wie zu erlangen ein höherer
Stand?
Sterbliche! Sterbliche! lasset diß dichten! Morgen! Ach Morgen! Ach
muß man hinzihn!
Ach wir verschwinden gleich als die Gespenste / die umb die Stund
uns erscheinen und flihn.
Wenn uns die finstere Gruben bedecket / wird / was wir wündschen
und suchen zu nichte.
Doch / wie der gläntzende Morgen eröffnet / was weder Monde noch
Fackel bescheint:
So / wenn der plötzliche Tag wird anbrechen / wird was geredet ge-
würcket / gemeynt /
Sonder vermänteln eröffnet sich finden vor des erschrecklichen GOttes
Gerichte.

110
II, 4 Mezzanotte

Paura e silenzio, oscuro orrore e tetro gelo coprono la terra.


Ora dorme quel che lavoro e dolori hanno stancato: sono le ore tristi della
solitudine.
Ormai sono scomparsi uomini e bestie e quanto si muove attraverso l’aria.
Solo arde il brillio costante del guizzo eterno delle stelle.

Cerca un’apposta mente di vegliare ancora, che affaticando l’abile mano


lega a sé le anime venture, lega a sé quelle ora presenti?
Affila la lama un assassino? Trapasserà cuori innocenti?
Cerca un animo ambizioso il modo di salir più in alto?

Mortali, mortali! Lasciate questi sogni! Domani, ahimè domani, ahimè


dobbiamo andare!
Noi scompariamo ahimè come i fantasmi che dentro un’ora appaiono e
scompaiono.
Quando ci coprirà la cupa tomba, quel che vogliamo e cerchiamo si fa niente.

Ma come lo splendido mattimo ci rivela quel che né luna né fiaccola


lumeggia
così, quando il giorno imprevisto irromperà, quel che si è detto, pensato
e fatto
si troverà svelato senza manto per il giudizio terribile di Dio.

111
Einsamkeit.

IN diser Einsamkeit / der mehr denn öden Wüsten /


Gestreckt auff wildes Kraut / an die bemoßte See:
Beschau’ ich jenes Thal und dieser Felsen Höh’
Auff welchem Eulen nur und stille Vögel nisten.
Hier / fern von dem Pallast; weit von des Pövels Lüsten /
Betracht ich: wie der Mensch in Eitelkeit vergeh’
Wie / auff nicht festem Grund’ all unser Hoffen steh’
Wie die vor Abend schmähn / die vor dem Tag uns grüßten.
Die Höl / der rauhe Wald / der Todtenkopff / der Stein /
Den auch die Zeit aufffrist / die abgezehrten Bein /
Entwerffen in dem Mutt unzehlige Gedancken.
Der Mauren alter Grauß / diß ungebau’te Land
Ist schön und fruchtbar mir / der eigentlich erkant /
Daß alles / ohn ein Geist / den Gott selbst hält / muß wancken.

112
II, 6 Solitudine

In questa solitudine di vuoto, di deserto,


steso su erbe incolte, verso il muschioso mare
osservo quella valle, l’altura delle rocce,
dove sole si annidano civette e uccelli taciti.

Qui, lungi dal palazzo, via dai piaceri rozzi,


medito come l’uomo svanisca in vanità,
come su fondo sdrucciolo stia il nostro sperare,
e soffra innanzi sera chi ci augurò il mattino.

Il bosco, la caverna, il teschio, questo sasso


che il tempo pure divora, le ossa logorate,
mille pensieri destano nell’animo.

La polvere antica delle mura, questa terra incolta,


sono belle e feconde solo a chi ha capito
che tutto cade, se non ha spirito che Dio sostiene.

113
An Eugenien.

WEnn meine Seel in euch / mein Licht wie kan ich leben?
Nun das Verhängnüß mich so ferne von euch reißt.
Wie kan ich frölich seyn / wenn ihr mir euren Geist
Nicht für den Meinen woll’t / (den ihr gefangen) geben?
Man siht mich hir / doch nur als ein Gespenste schweben.
Als ein verzaubert Bild / das sich beweglich weißt
Durch frembder Künste Macht / diß was man Sterben heißt
Kan meine Schmertzen wol / nicht meine Flamm’ auffheben.
Klagt euch das Hertze nicht / das ihr in Bande legt
Wie scharff die Geissel sey die meine Glider schlägt?
Doch nein! es ist zu schwach / sein Elend auszusprechen.
Es weiß nichts mehr von mir / es kennt euch nur allein /
Es freu’t sich seiner Angst und wündschet dise Pein
Der Bande / durch ein Band das ewig sey / zu brechen.

114
II, 8 A Eugenia

Se la mia anima è in voi, e la mia luce, come posso mai vivere?


Da voi lontano ora mi spinge il fato mio.
Come posso gioire se l’animo non volete
scambiare con il mio, che è vostro prigioniero?

Mi si vede sì qui, ma volo come spettro,


come forma incantata che sa d’essere mobile
per forza d’altre arti qual che si chiama morte
può spegnere i dolori ma non certo la fiamma.

Non vi dice il mio cuore, da voi incatenato,


com’è aspro il flagello che mi colpisce i fianchi?
Ma no! Troppo devole è il cuore per dire la sua pena.

Più non sa di me niente, conosce solo voi,


gioia ha della paura, e questa pena dei vincoli
vuol rompere con un vincolo eterno.

115
Vberschrifft an dem Tempel der Sterbligkeit
aus A. Gryphii Meletomenus
Ersten Buch.

IHr irr’t in dem ihr lebt / die gantz verschränckte Bahn


Läst keinen richtig gehn. Diß / was ihr wündscht zu finden
Ist Irrthumb: Irrthumb ists / der euch den Sinn kan binden.
Was euer Hertz ansteckt / ist nur ein falscher Wahn.
Schaut Arme / was ihr sucht. Warumb so vil gethan?
Vmb diß / was Fleisch und Schweiß und Blutt / und Gutt / und Sünden /
Vnd Fall / und Weh nicht hält; wie plötzlich muß verschwinden
Was disen / der es hat / setzt in des Todes Kahn.
Ihr irr’t in dem ihr schlafft / ihr irr’t in dem ihr wachet;
Ihr irr’t in dem ihr traurt / ihr irr’t in dem ihr lachet /
In dem ihr diß verhönt / und das für köstlich acht.
In dem ihr Freund als Feind / und Feind als Freunde schätzet /
In dem ihr Lust verwerfft / und Weh vor Wollust sätzet /
Biß der gefund’ne Tod euch frey vom irren macht.

116
II, 10 Iscrizione sul tempio della mortalità
Dal Meletomenus di A. Gryphius,
libro primo

Mentre che vivi, sbagli. La strada tutta ostacoli


non fa andar dritto nessuno. Quello che vuoi trovare
è errore: errore è che ti può chiudere la mente.
Quello che infiamma il cuore è solo follia vana.

Guardate, miseri, quel che cercate. Perché affannarsi tanto?


Per quel che carne, sudore e sangue, ricchezze, peccati,
cadute e dolore non trattiene; e ecco che scompare
quando chi li ha sale la barca della morte.

Sbagliate nel dormire, sbagliare nel vegliare,


sbagliate nel dolore, sbagliate anche nel riso,
nel tener questo da vile, quell’altro per prezioso,

l’amico per nemico, il nemico da amico,


nel rigettar la gioia, nel preferir la pena,
finché infine la morte vi libera da errare.

117
Beschluß des XXIII. Jahrs.

IN Angst / in trüber Noth / in Hoffnung / Schmertz und Pein


In Sorgen und in Ach / hab ich diß kurtze Leben /
Wofern es Leben heißt / der Eitelkeit gegeben.
Hab ich von Ach und Furcht je ledig mögen seyn?
Ade Welt! Gunst fahr’ hin! itzt bin ich nicht mehr dein!
Ich wil den freyen Geist / nun Wehmuth frey / erheben /
Ich wil mit freyem Sinn / weit über alle schweben.
Die strenge Dinstbarkeit schleußt in vil Ketten ein!
Mich sol kein Glimpff / kein Schimpff / kein Weh und Wol mehr binden /
Man sol fortan mich frey von Zweifel-stricken finden /
Ich mag nicht toller Lust mehr zu gebotte stehn.
Gib allzeit freyer Gott / der du dich frey heist ehren:
Daß ich dich möge stets mit freyen Ohren hören /
Biß ich durch dich / zu dir / wird’ in die Freystatt gehn.

118
II, 13 Conclusione del XXIII anno

Tra paura e l’affanno, speranza, angoscia e pena,


in pensieri e dolori ho dato al mondo vano
questa mia breve vita, seppure questa è vita.
Sono mai andato esente da pene e da paure?

Addio mondo! Vattene, seduzione! Non ti appartengo più.


Voglio innalzar lo spirito, libero da languori,
e con la mente libera volare sopra ogni cosa.
Servitù è pronta a incatenarti!

Né ingiurie né lusinghe, né bene più né male


mi legheranno più, né più lacci del dubbio.
Né più di piacer folle starò a disposizione.

Libero Dio, da liberi ti lasci venerare,


io con orecchio libero ti possa sempre udire,
finché da te, per te, venga in libero asilo.

119
Beschluß des XXIV. Jahrs.

MEin Schöpffer / der du mich so wunderlich gemacht.


Erlöser / der du mich zu deinem Kind erkohren /
GOtt reiner Geist / der du mich durch dich neu-gebohren
Dreyeinig Einigkeit / umb die manch Tausend wacht:
Gott / den manch Tausend rühmt mit heilig-hoher Pracht /
Ich falle dir zu Fuß / der / daß ich nicht verlohren /
Nur dir zu dancken weiß. Dem / wie du dich verschworen /
Dein Anblick höher Lust in hoher Angst gebracht:
Ich ward durch dich / durch dich hab ich diß Licht beschauet
Du hast aus so vil Angst / ob der mir itzt noch grauet
Vnd dieses Jahr so offt / mich von der Grufft befrey’t.
Laß ferner über mir die reiche Gütte schweben /
Laß mich dir / weil ich leb / und wenn ich sterbe leben /
Vnd wenn mir Zeit abgeht / verley die Ewikeit!

120
II, 14 Conclusione del XXIV anno

O mio Creatore che con sì gran miracolo mi hai fatto.


Tu Salvatore, che come figlio tuo mi hai scelto.
Dio, spirito puro, solo attraverso te sono rinato.
Trinitaria unità, intorno cui vegliano migliaia;

Dio che migliaia celebrano con sacro, alto splendore,


eccomi qui ai tuoi piedi, cui solo debbo grazie
per non esser perduto, tu che nel mio terrore
gioia suprema donasti col tuo sguardo.

Sono nato per te, per te ho rimirato questa luce


e da tanta paura, di cui ho ancora orrore,
dalla tomba mi hai tolto quest’anno tante volte.

Seguita a tenere su di me la tua bontà:


che io viva mentre vivo e quando muoio,
e quando il mio tempo è al termine dammi l’eternità!

121
Auff die letzte Nacht seines XXV. Jahrs.
den II. Octobr. St. Gregor.

KOm Mitternacht und schleuß diß Thränen-reiche Jahr!


Die Schmertzen-volle Zeit / die mich so tiff verletzet /
Die dich / mein Bruder / hat in jenes Reich versetzet /
Vnd Schwester / deine Leich gestellet auff die Baar.
Die Zeit / die auff mich Angst / und grimmer Seuchen Schaar /
Vnd Trauren / und Verdruß und Schrecken hat verhetzet..
Wer hat noch neulich mich nicht schon vor todt geschätzet /
Da / als ich mir nicht mehr im Sichbett ähnlich war /
Wenn deine Treu’ O GOtt mich nicht mit Trost erquicket
Als so vil grause Noth den blöden Geist verstricket /
So wär ich gantz in Angst ertruncken und verschmacht.
Herr / dessen linde Faust wischt die bethränten Wangen
Laß doch nach so vil Sturm mich linder’ Zeit anfangen
Vnd heiß die herben Jahr vergehn mit diser Nacht.

122
II, 15 Per l’ultima notte del suo XXV anno,
2 ottobre, S. Gregorio

Su, vieni mezzanotte, e chiudi quest’anno lacrimoso.


Il tempo doloroso, che così mi ha ferito,
che te, fratel mio, ha spinto all’altro regno
e il tuo corpo, sorella, ha steso sulla bara.

Il tempo che su me paura e malattie


scagliato ha e lutti e avversità e terrori.
Chi di recente non mi credeva morto
quando malato non parevo io stesso?

Ma il tuo soccorso, Dio, mi nutrì e mi sostenne


quando la cruda ambascia stringea l’animo mesto,
o nel terrore sarei affogato e spento.

Signore, la cui mano asciuga le guance umide,


che dopo le tempeste poss’io aver tempo più lieve;
con questa notte fuggano – comandalo – gli anni acri.

123
An H. Johan Christoph von Schönborn Antwort /
auff übersendete Sonnette.

BEtrübtes Schlesien / bestürtztes Vaterland /


Was hast du / das der Grimm der Seuchen nicht verzehret?
Das der geschwinde Blitz der Schwerdter nicht verheret?
Was findet man bey dir / als Leichen / Stanck / und Brand?
Du schleust in den von Blutt der Menschen fetten Sand
Mir Freund’ und Bruder ein. Du hast ihr Grab beschweret
Mit deiner Aschen Last / dein Thron ist umgekehret /
Vnd deine Freyheit heult / im Demant-festen Band
Nur eines hat dir nicht der raue Sturm genommen:
Recht unverfälschte Treu / die einen Sitz bekommen
Da / wo der traute Geist von meinem Schönborn lebt.
Ich irre: Nein / wo ich! Er lebt in meinem Hertzen;
Vnd seine Seel in mir / ich fühle seine Schmertzen.
Er meine: Schlesien / diß ist was dich erhebt.

124
II, 19 Al Sig. Johan Christoph von Schönborn.
Risposta a sonetti inviatigli.

Sconvolta Slesia, oppressa patria,


che cosa è in te, non consumato dalle pesti irose,
non devastato dai fulmini veloci delle spade?
Cosa si trova in te se non carogne, puzzo e incendi?

Nella terra ingrassata dal sangue umano,


fratello e amico mi scaraventi. La loro tomba
è greve delle tue ceneri, a terra è il tuo trono,
piange la libertà tra le catene.

Solo una cosa non ti tolse la tempesta urlante:


la schietta fedeltà, che ha sede
dove l’amato spirito vive del mio Schönborn.

Ma no, che dico: ove vivo io! Vivo è nel cuore mio
e l’anima sua in me. Io sento i suoi dolori,
lui sente i miei. Slesia, questo è che ti salva.

125
Auff H. Ditterich Baums und Jungfr.
Annae Mariae Gryphiae Hochzeit.

IN diser Krieges Erndt und überheissen Zeit /


In der man was man schaut / vor Hitze schaut verschmachten /
Seid ihr O Jungfrau Braut glückselig wol zu achten
Weil euch der Libe Glutt / selbst Schatten hat bereit /
Ihr sitzt bey eurem Baum und trotzt das grimme Leid
Das unser Vaterland eh’ als wir noch gedachten
Versenget und verbrant / das was die Felder brachten /
Was in den Gärten blüht / mit Schwerdt und Flammen may’t.
Der Baum / den ihr erkißt wird iderzeit euch decken:
Euch wird kein trüber Sturm / kein Vngewitter schrecken /
Die Zweige werden stets voll schöner Blätter stehn /
Die Aeste / die ihr schon seht voll von Blütten schweben /
Die werden künfftig euch gewündschte Früchte geben /
Diß Laub wird / glaubt gewiß / von keinem Frost vergehn.

126
II, 21 Per le nozze del Sig. Ditterich Baum1 e della
Sig.na Maria Gryphius.

In questa messe di guerre e tempo torrido


in cui quanto si vede appar stremato dal caldo,
voi vergine sposa siete certo beata
poiché il caldo d’amore appresta da sé ombra.

Siedete accanto all’Albero e sfidate il furore


che ha bruciato e incendiato la patria nostra
in men che non si dica e con spade e con fiamme
ha mietuto i frutti dei campi, i fiori dei giardini.

L’Albero da voi scelto sempre vi coprirà:


non temerete turbine né tempesta torva,
sempre saranno i rami folti di belle foglie,

le frasche che vedete già ondeggiare con fiori


daranno nel futuro frutti desiderati
e queste foglie, è certo, mai non cadranno al gelo.

1) Baum significa Albero

127
Defecit in dolore vita mea! Psal. XXXI.

MIt Thränen und mit Ach / mit Arbeit Weh und Zagen
Verschliß ich Stund und Tag / der Feber grimmes Leid /
Nimmt mit dem Jahr mich hin / die Flucht der schnellen Zeit /
Läst mich mein herbes Weh / mein Elend kaum beklagen!
So bald die Sonn uns bringt den lichten Tag getragen /
Rufft Jammer mich zu Kampff. Dafern mir in dem Streit
Die Hoffnung Hülff einspricht / fällt der erhitzte Neid
Mich mehr denn Hündisch an / und läst nicht ab zu nagen.
Wenn Cynthie ihr Horn steckt auff den Abend an:
Ist nichts / das mich mit Ruh’ und Rath ergetzen kan /
Wie lange sol ich noch in disem Kummer stecken?
Ich weine! doch umbsonst. So offt die schwartze Nacht
Den trüben Sternen rufft / und wenn Matuta lacht.
Kein Abend deckt die Noth / kein Tag kan Trost erwecken.

128
II, 23 Defecit in dolore vita mea! Salmo 31

Con lacrime e lamenti, lavor, dolor, sgomenti,


concludo l’ora e il giorno; l’aspro penar per febbre
mi porta via cogli anni; il rapido fuggiasco, il tempo,
non dà tempo ai lamenti di miseria e dolore.

Appena il sole qui ci apporta il giorno,


il dolore mi chiama alla battaglia. Se la speranza
mi promette aiuto, subito accesa invidia
mi attacca come un cane e non demorde.

E se Cinzia suona il corno della sera


niente è che mi dia quiete e consiglio.
Per quanto starò ancora in quest’ambascia?

Io piango invano, sia che la nera notte


chiami la stella tetra, o sia che Venere rida.
Né sera copre ambascia né giorno dà ristoro.

129
An den vortrefflichen Philosophum und Mathematicum
PETRUM KRUGERUM
Vber den Tod seines Kindes
Anno MDCXXXVIII.

O Dantzig! wil der Zorn der Deutschland gantz verzehret /


So rasend auff dich zu? wil der / der alle richt
Durch seiner Blitzen Glutt / die Thron’ und Krone bricht /
So schrecklich über dich / als scharff er uns verheret?
Ist Nimand / der mit Ernst dem grossen Eyver wehret?
Der seine Schläg auffhält? der Todt schont länger nicht.
Er folgt der Blutt-Trommet und reißt aus disem Licht /
Die Kinder / die ja Gott nicht freventlich beschweret!
Die Kinder: Gottes Lust / wie übel ists bestellt /
Wenn dise Brustwehr hin / und wenn der Hauffe fällt
Der einig mächtig ist den Höchsten zu bekrigen!
Trifft es zum ersten euch / Herr Kriger! O fürwar
Diß Kind / diß bleiche Kind / das itzt ligt auff der Bar /
Diß würde / wenn es stünd alleine wol obsigen.

130
II, 36 All’eccellente filosofo e matematico
PETER KRUGER1
per la morte di suo figlio
nell’anno 1638.

O Danzica! L’ira che distrugge le Germania


vuole così infuriare su di te? Colui che tutti giudica,
col fuoco dei suoi fulmini spezza trono e corona,
sarà con te tremendo come è rovina a noi?

Nessuno c’è che serio si opponga al gran disfare


e ne trattenga i colpi? Di certo, non la morte,
corteo di trombe lorde, che strappa a questa luce
i bimbi, non gravati da Dio con alcun crimine!

Bimbi, gioia divina! Che gran rovina è mai


se questo lor bastione, se questa schiera cade,
l’unica che è capace di affrontare il Supremo!

Voi fulmina per primo, Guerriero! Oh, questo bimbo


sì, questo pallido bimbo che ora è sulla bara,
da solo, fosse in piedi, tutti sconfiggerebbe.

1) Data la grafia dell’epoca, Kruger si muta facilmente in Kriger (=Krieger): Guerriero.

131
An Cleandrum.

DV fragst / wie Bibulus die Zeit zu Rom vertreibe?


Er sucht kein’ alte Schrifft / noch Bild / noch Buch / wie du
Er kümmert sich nicht vil / was man zu Hofe thu /
Er fragt nicht / ob der Bapst Bann oder Ablaß schreibe:
Er acht kein Vatican / da ich voll Wunder bleibe?
Er spricht Gesandten nicht / nicht Cardinälen zu:
Er gönn’t Gelehrten wol die hoch-gewündschte Ruh /
Du weißt / daß er sich nicht an Ketzermeister reibe.
Von Kirchen hält er nichts; von Gärten nicht zu vil
Er lacht wenn ich die Grufft der Märtrer suchen wil
Gutt ists / daß er sich nicht auff liben hat verlibet.
Kein Schauplatz steht ihm an. Kein singen geht ihm ein.
Er schläff’t wenn man dem Volck’ ein künstlich Feur-Werck gibet:
Was hält ihn denn zu Rom lang auff? Albaner Wein.

132
II, 40 A Cleandro

Mi chiedi come Bibolo passi il suo tempo a Roma?


Non cerca d’inscrizioni, di libri né d’immagini
come fai invece tu: e quel che si fa a corte
non chiede o se il papa indulga oppur scomunichi.

Non cura il Vaticano, dove io resto incantato.


Non parla ai diplomatici, neppure ai cardinali.
Ai dotti egli concede la desiata pace.
E sai non bisticcia con Santa Inquisizione.

Le chiese non gli importano, poco anche i giardini;


visito catacombe, ma lui si mette a ridere.
Gli amori non l’incantano – questo magari è bene.

E non gli va il teatro, e non gli piace il canto.


Ai fuochi d’artificio – sì belli – s’addormenta.
Chi lo trattiene a Roma? Il vino dei Castelli!

133
Als Er aus Rom geschidn.

ADe! Begriff der Welt! Stadt der nichts gleich gewesen /


Vnd nichts zu gleichen ist / in der man alles siht
Was zwischen Ost und West / und Nord und Suden blüht.
Was die Natur erdacht / was je ein Mensch gelesen.
Du / derer Aschen man nur nicht vorhin mit Bäsen
Auff einen Hauffen kährt / in der man sich bemüht
Zu suchen wo dein Grauß / (fliht trüben Jahre! fliht / )
Bist nach dem Fall erhöht / nach langem Ach / genäsen.
Ihr Wunder der Gemäld’ / ihr Kirchen und Palläst /
Ob den die Kunst erstarr’t / du starck bewehrte Fest /
Du herrlichs Vatican, dem man nichts gleich kan bauen:
Ihr Bücher / Gärten / Grüfft; ihr Bilder / Nadeln / Stein /
Ihr / die diß und noch mehr schliß’t in die Sinnen ein /
Fahrt wol! Man kan euch nicht satt mit zwey Augen schauen.

134
II, 41 Quando partì da Roma

Addio, idea del mondo, città che non ha pari,


con cui non c’è confronto, in cui si vede tutto
che fra oriente e occaso e nord e sud fiorisce,
quanto natura escogita, quanto mai un uomo lesse.

Tu cui ora le ceneri non come prima ammucchia


una scopa in un cumulo, ma dove con gran pena
si cerca tra la polvere (fuggite, o anni amari!),
in piedi sei di nuovo, guarita dopo tanto.

Quadri meravigliosi, voi chiese e voi palazzi,


arte calata in pietra, fortezza tu possente
splendido Vaticano, fabbrica ineguagliabile,

libri, giardini, tombe, quadri, ricami, pietre


che questo ed altro ancora chiudete nelle menti
addio! Due occhi non bastano a guardarvi.

135
Der Tod.

WAs hilfft die gantze Welt / Mensch! deine Stude schlägt!


Zwar eh’ als du vermeynt! doch wer muß nicht erbleichen?
Nun wird die Schönheit rauch; nun muß die Tugend weichen /
Nun ist dein Adel Dunst / die Stärcke wird bewegt!
Hier fällt auff eine Baar der Hutt und Krone trägt
Hir feilt die grosse Kunst / kein Tagus schützt die Reichen.
Man siht kein Alter an / die gantz verstellte Leichen
(O Freunde! gutte Nacht!) wird in den Staub gelegt
Du scheidest! gantz allein! von hir! wohin! so schnelle!
Diß ist des Himmels Bahn! die öffnet dir die Helle!
Nach dem der strenge Printz sein ernstes Vrtheil hegt.
Nichts bringst du auff die Welt / nichts kanst du mit bekommen:
Der einig’ Augenblick hat / was man hat / genommen.
Doch zeucht dein Werck dir nach. Mensch! deine Stunde schlägt.

136
II, 46 La morte

A che pro il mondo intero? O uomo, suona la tua ora!


Prima che tu credessi! Chi non impallidisce?
Bellezza è inselvatichita, il valore svanisce,
nebbia è la nobiltà, scossa è la forza.

Qui cade su una bara chi ha cappello e corona,


la grande arte è in svendita, i ricchi non han vallo.
L’età non è evidente, i corpi deformati
(amici, buona notte!) giacciono nella polvere.

Tu parti! Tutto solo! Da qui! Per dove? E presto?


Questa è la via del cielo, quella l’apre l’inferno,
dopo che il fiero principe ha scndito il giudizio.

Niente tu porti al mondo, niente ne porti via.


L’attimo senza uguali ha preso quanto abbiamo.
Ma le opere ti seguono. O uomo, l’ora suona!

137
Das Letzte Gerichte.

AVff Todten! auff! die Welt verkracht in letztem Brande!


Der Sternen Heer vergeht! der Mond ist dunckel-rott /
Die Sonn’ ohn allen Schein! Auff / ihr die Grab und Kott
Auff! ihr die Erd und See und Hellen hilt zu Pfande!
Ihr die ihr lebt komm’t an: der Herr / der vor in Schande
Sich richten liß / erscheint / vor Ihm laufft Flamm’ und Noth
Bey Ihm steht Majestätt / nach ihm / folgt Blitz und Tod /
Vmb ihn / mehr Cherubim als Sand an Pontus Strande.
Wie liblich spricht Er an / die seine Recht’ erkohren.
Wie schrecklich donnert Er / auff diese / die verlohren.
Vnwiderrufflich Wort / kommt Freunde / Feinde fliht!
Der Himmel schleust sich auff! O GOtt! welch frölich scheiden;
Die Erden reist entzwey. Welch Weh / welch schrecklich Leiden.
Weh / Weh dem / der verdam’t: wol dem / der JEsum siht!

138
II, 47 Il Giudizio universale

In piedi, o morti, in piedi! Il mondo crolla con l’ultimo bagliore,


cade l’esercito di stelle, la luna è rossoscura,
il sole senza luce. In piedi, o pegno
di tomba e fango, di terra e mare e inferi.

Venite, voi viventi: il Signor condannato


già un tempo alla vergogna, appare; al suo cospetto
fuggono fiamma e ambascia, in lui è la maestà,
lo segue lampo e morte, più Cherubini che granelli al mare.

Amabile si volge a quelli alla sua destra,


terribile dardeggia a quelli che sono persi.
Parola irrevocabile, amici qua, nemici via!

Il cielo si spalanca: O Dio! Partir, beato!


La terra è fratta in due; ahimè, dolore atroce!
Guai a chi è condannato, beato chi vede Gesù.

139
Die Hölle.

Ach! und Weh!


Mord! Zetter! Jammer! Angst / Kreuz! Marter! Würme! Plagen.
Pech! Folter! Hencker! Flamm! Stanck! Geister! Kälte! Zagen!
Ach vergeh!
Tiff und Höh’!
Meer! Hügel! Berge! Felß! wer kan die Pein ertragen?
Schluck Abgrund! ach schluck’ ein! die nichts denn ewig klagen.
Je und Eh!
Schreckliche Geister der tunckelen Hölen / ihr die ihr martret und Mar-
ter erduldet
Kan denn der ewigen Ewikeit Feuer / nimmermehr büssen diß was ihr
verschuldet?
O grausamm’ Angst stets sterben / sonder sterben!
Diß ist Flamme der grimmigen Rache / die der erhitzete Zorn angeblasen:
Hir ist der Fluch der unendlichen Straffen / hir ist das immerdar wach-
sende Rasen:
O Mensch! Verdirb / umb hir nicht zu verderben

140
II, 48 L’inferno

Pena e dolore!
Sangue, strida, paura, angoscia, croce, tormento, vermi, piaghe!
Pece, tortura, boia, fiamma, fetore, spiriti, gelo, timori!
Passa, va via!

Abissi e altezze!
Mare, colline, monti, roccia, chi può soffrir la pena?
Inghiotti, abisso, inghiotti chi va a lamenti eterni,
sempre e poi sempre!

Spiriti terribili delle caverne oscure, che martoriate e martirii sopportate,


il fuoco dell’eterna eternità non potrà mai espiare le colpe che voi avete?
Angoscia quanto atroce morir senza morire!

Questa è la fiamma di vendetta spietata, attizzata da ira infuocata:


Questo è anatema di pene infinite, questo è furore che sempre si accresce.
Uomo, perisci qui per non perir laggiù.

141
Ewige Freude der Außerwehlten.

O! wo bin ich! O was seh’ ich / wach ich? treumt mir? wie wird mir
JEsu! welcher Wollust Meer / überschwemmt mein frölich Hertz /
Welt Ade! glück zu mein Trost! gutte Nacht Tod / Angst und Schmertz /
Ich find alles: alles lern ich! alles schau’ ich HERR in dir /
Ich zuschmeltz in lauter Wonne! Jesu! JEsu. Meine Zir!
O wie herrlich ists hir seyn! Erde deine Freud ist Schertz!
JEsu! ewig-gläntzend Licht! (tunckel ist der Sonnen Kertz!)
Ach! wie funckeln deine Schaaren! Sternen fliht! hir schimmern wir.
Ihr / die ihr Glutt un Schwerdt verlacht! ob schon eur Leib würd Staub
und Aschen /
Ihr / die ihr euer reines Kleid habt in dem Blutt des Lambs gewaschen /
Rufft Hallelujah! Hallelujah! Freud und Leben!
Dir dreymal einig Ewigkeit; die alles in allen beherschet und zihret:
Sey unaußprechlich Lob und Ruhm / und Ehre die dir nur alleine gebühret.
Dir / die sich ewig / (Hallelujah!) uns wil geben.

142
II, 49 Gioia eterna degli eletti

Dove son io? Che vedo? Sogno? Son desto? Che mi succede?
Gesù, che mare di delizie inonda il mio cuor lieto!
Addio, mondo! Salve, consolazione! Buona notte alla morte, paura e pena,
tutto io trovo e tutto imparo e tutto io vedo, o Signore, in te!

Mi struggo nel piacere. Gesù, Gesù, delizia mia!


Splendido lo star qui. Terra, è uno scehrzo la tua gioia!
Gesù, brillante luce eterna (buia è quella del sole)
rifulgon le tue schiere. E voi via, stelle, qui scintilliamo noi.

Voi che a carboni e spade avete riso, sia pure il vostro corpo già polve-
re e cenere,
voi che lavaste le vostre vesti al sangue dell’agnello,
gridate ora alleluja, alleluja, gioia e vita!

O tre volte una eternità, che tutto comandi e tutto adorni,


lode e gloria indicibile e onore sia a te sola, cui ciò spetta,
a te che eternamente (alleluja) ti doni a noi.

143
Elias.

DEr Flammen aus der Brust der Mutter hat gesogen;


Der von der heilgen Flamm des Eyvers heiß entbrant
Des Fürsten Grimm verlacht / und dem verführten Land
Durch Flammen hat entdeckt / wie Kron und Hauß betrogen:
Der Mann / auff dessen Wort die Flammen abgeflogen
Durch die erhitzte Lufft / und die der König sandt
Mit schneller Glutt verzehrt; ist als ihn Gott entbandt
Auch in dem Feur’gen Sturm aus diser Welt gezogen.
Er fehrt / doch unversehrt / kein feurig Roß und Wagen
Letzt den / der Feur im Mund und Hertzen pflag zu tragen /
Mit dem er Hertzen / mehr denn Marmorhart / zusprengt.
Der gantz von Feuer war / muß mit dem Feur hinscheiden:
Fragt ihr warumb sein Kleid nichts kan von Flammen leiden?
Mich wundert / daß es nicht weil er es trug / verseng’t.

144
II, 50 Elia

Chi dal sen della madre succhiò fiamme,


arso da zelo con sua santa fiamma
rise del furore del principe e al paese confuso
con le fiamme svelò l’inganno di corona e casa.

L’uomo alla cui parola le fiamme son volate


per l’aria accesa e con incendio rapido
bruciò i soldati del re, quando poi Dio lo sciolse
fuggì da questo mondo pur tra tempesta e fuoco.

Va via senza bruciare, carro e cavalli in fiamme


non ledono chi sempre in cuore e bocca aveva il fuoco
con cui spezzava cuori più duri che non marmo.

Chi era tutto fuoco deve andar via col fuoco.


Tu chiedi: e le sue vesti non soffrono le fiamme?
Nell’indossarle non le bruciò: questo sì ch’era strano.

145

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