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Pendelebenenverfahren – Wikipedia https://de.wikipedia.

org/wiki/Pendelebenenverfahren

Pendelebenenverfahren
Das Pendelebenenverfahren ist eine Methode der
Darstellenden Geometrie, Punkte der Schnittkurve
zweier Kegel oder eines Kegels mit einem Zylinder
zeichnerisch in Grund- und Aufriss zu bestimmen.
Dabei werden Schnitte der Zylinder/Kegel mit
Ebenen betrachtet, die aus diesen Flächen Geraden
ausschneiden. Dies ist bei einem Kegel nur der Fall,
wenn eine Ebene durch die Kegelspitze geht. Im Falle
eines Zylinders muss die Ebene parallel zur
Zylinderachse sein.

Will man zwei Kegel schneiden, so müssen die


Hilfsebenen also durch die beiden Kegelspitzen
gehen.
Schnitt eines senkrechten Kreiskegels mit einem
Falls man einen Kegel mit einem Zylinder
schneiden will, müssen die Hilfsebenen die Kreiszylinder
Spitze des Kegels enthalten und parallel zur
Zylinderachse sein.
In beiden Fällen haben die Hilfsebenen eine Gerade gemeinsam, sie pendeln bei der Konstruktion um diese
Gerade.

Das gewöhnliche Hilfsebenenverfahren verwendet ebene Schnitte mit parallelen Ebenen. Es lässt allerdings
als ebene Schnitte auch Kreise zu. Damit ist es auch bei anderen Flächen (Kugel, Torus) einsetzbar. Wenn es
möglich ist, verwendet man das gewöhnliche Hilfsebenenverfahren. Allerdings gibt es Fälle, die mit dem
Hilfsebenenverfahren nicht aber mit dem Pendelebenenverfahren behandelt werden können.

Bemerkung:

1. Für den Schnitt zweier Zylinder lässt sich immer das einfachere Hilfsebenenverfahren verwenden.
2. Eine weitere Methode Schnittkurven zeichnerisch zu bestimmen, ist das Hilfskugelverfahren. Es
C3?D3<23A B53:</:@7:4@NH163<B<27@A03@=<23?@5BA53375<3A4J?23<(16<7AAC=<'=A/A7=<@NH163<,
deren Rotationsachsen sich schneiden.
3. Rechnerische Verfahren zur Bestimmung von Punkten auf einer Schnittkurve werden im Artikel
Schnittkurve erläutert.
4. Das Pendelebenenverfahren gibt es auch für den Schnitt zweier Pyramiden bzw. einer Pyramide mit
einem Prisma (s. Fucke, Kirch, Nickel: S. 84).

Erläuterung des Verfahrens an einem Beispiel


Als Beispiel soll ein gerader Kreiskegel mit einem Kreiszylinder, dessen Achse geneigt ist, geschnitten werden
(s. Bild). Die Achsen von Kegel und Zylinder schneiden sich nicht. Würden sich die Achsen schneiden, könnte
man das einfachere Hilfskugelverfahren anwenden. Wäre die Zylinder Achse nicht geneigt (also horizontal) so
wäre das Hilfsebenenverfahren anwendbar. Also kommt für die gegebene Situation nur das
Pendelebenenverfahren in Frage.

Idee des Verfahrens: Damit Ebenen aus beiden Flächen Geraden ausschneiden, müssen die Ebenen durch die

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Pendelebenenverfahren – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Pendelebenenverfahren

Kegelspitze gehen und parallel zur


Zylinderachse verlaufen, d.h.

alle Pendelebenen müssen die Parallele


zur Zylinderachse durch enthalten.
Für eine konkret gewählte Pendelebene
muss

1. ihr Schnitt mit dem Basiskreis des


Kegels bestimmt werden. Dies liefert die
Schnittgeraden mit dem Kegel.
2. ihr Schnitt mit einem Bodenkreis des
Zylinders (hier der rechte Kreis)
bestimmt werden. Dies liefert die
Schnittgeraden mit dem Zylinder.
3. Falls die Schnitte
nicht leer Prinzip des Pendelebenenverfahrens: alle Pendelebenen
sind, erhält man Punkte der enthalten die Gerade und schneiden Kegel und Zylinder
Schnittkurve. in Geraden
Die Durchführung dieser Idee erfolgt in
einer Zweitafelprojektion (Risskante ist ):

1. Die Parallele zur Zylinderachse durch die Kegelspitze wird in Grund- und Aufriss gezeichnet. Der
Grundriss ist parallel zur Risskante, der Aufriss trifft im Punkt (Spurpunkt) die Grundrisstafel.
2. ist die Ebene durch den (rechten) Basiskreis des Zylinders. Da zweitprojizierend (d.h. senkrecht auf
der Aufrisstafel steht) ist, erscheint ihr Aufriss als Gerade. Der Schnitt von mit der Grundrisstafel
(Ebene, die den Basiskreis des Kegels enthält) ist die Gerade .
3. Nun wird eine Pendelebene durch eine (geeignete) Wahl ihrer Grundrissspur festgelegt. Geeignet
bedeutet, dass die Ebene möglichst beide Flächen schneiden wird. Eine Mindestanforderung ist, dass
den Basiskreis des Kegels schneiden muss (im Bild in den Punkten ). Die Geraden sind
die Schnittgeraden der Pendelebene mit dem Kegel.
4. Die Pendelebene schneidet die Ebene in den Punkten und . Also ist deren Verbindungsgerade
der Schnitt der Pendelebene mit der Basiskreis-Ebene des Zylinders und der Schnitt von mit dem
Zylinderkreis liefert Schnittpunkte . Parallelen zur Zylinderachse durch sind die
Schnittgeraden der Pendelebene mit dem Zylinder.
5. Die (nicht leeren) Schnitte liefern zunächst Punkte der Schnittkurve
zwischen Kegel und Zylinder im Grundriss, die dann über Ordner in den Aufriss übertragen werden..
6. Werden genügend viele Punkte auf diese Weise konstruiert, lassen sich mit einem Kurven-Lineal (in
diesem Fall zwei) Schnittkurven zeichnen.

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Pendelebenenverfahren – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Pendelebenenverfahren

Pendelebenen-Verfahren: Konstruktion von Schnittpunkten in Grund- und Aufriss

Literatur
Fucke, Kirch, Nickel: Darstellende Geometrie. Fachbuch-Verlag, Leipzig 1998, ISBN 3-446-00778-4.S. 90
Graf, Barner: Darstellende Geometrie. Quelle & Meyer, Heidelberg 1961, ISBN 3-494-00488-9. S. 239
Leopold,C.: Geometrische Grundlagen der Architekturdarstellung. Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2005,
ISBN 3-17-018489-X. S. 154

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Diese Seite wurde zuletzt am 18. November 2015 um 16:34 Uhr bearbeitet.
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