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Die Vata-Konstitution (Der Schmetterling)

Vata ist das Bewegungsprinzip und setzt sich aus den Elementen Akasha (äther) und Vayu (Luft)
zusammen. Vata lässt Visionen entstehen, die Lust etwas zu verändern und dem Leben einen Sinn zu
verleihen.

Alles was sich in uns bewegt, ist von Vata bestimmt, so auch die Bewegung des Atems, der Verdauung,
des Stoffwechsels und der Gedanken. Das Nervensystem ist unser wichtigstes Vata-Organ, denn durch
die Nerven werden die gesamten Bewegungsimpulse im Körper verteilt, und unsere Gedanken und
Gefühle entstehen hier.

Sein Hauptsitz ist im Körper unterhalb des Nabels im Bereich des Dickdarms.

Das Vata-Dosha ist beweglich, fein, hart, kühl, leicht, rau, rissig, schnell, trocken und veränderlich.

Merkmale der Vata-Konstitution


Körperliche Merkmale:

Körper: hat meist einen zarten und feingliedrigen Körperbau, mit geringem Gewicht, nimmt schwer zu
aber leicht ab.
Gesicht: ist oval od. eiförmig und eher klein. Die Nase kann lang, dünn und gekrümmt sein und die
Zähne eher unregelmäßig.
Haut: ist normalerweise zart, kühl und feinporig mit leicht rosiger oder bräunlicher Färbung.
Haar: Die Haare sind fein und trocken mit Neigung zu Schuppenbildung.
Hände: klein, kalt, rissig mit schmalen hervorstehenden und lockeren Gelenken, schmale
unregelmäßige und oft rissige Nägel.
Immunsystem: ist eher schwach mit einem instabilen Kreislauf. Ein Vata-Mensch kann schnell krank
werden aber auch schnell wieder gesund.
Verdauung: hat einen schnellen Stoffwechsel, mit einer Neigung zu Blähung und Verstopfung.
Appetit: unterschiedlich, nicht vorhersehbar.
Schlaf: Leichter Schlaf mit Unterbrechungen.
Charakteristik:

Aktivität: sehr spontan und neugierig, kreativ, überaktiv, reist und spielt gern, ständig in Unruhe,
macht mehrere Dinge gleichzeitig, kann sich schnell auf neue Situationen einstellen. Empfindliches
Nervensystem, kann sehr ängstlich und launisch sein.
Sprechweise: schnell und sprunghafte Gedanken und Sprechweise
Gedächtnis: gutes Kurz- und schlechtes Langzeitgedächtnis, schnelle Auffassungsgabe.
Lebensweise: hat einen Hang zur Mystik und Spiritualität. Man findet Vata-Menschen oft in sozialen
und künstlerischen Berufen.
Vata wird gestört durch:

Speisen, die scharf, bitter, zusammenziehend, trocken oder kalt sind, unregelmäßige
Nahrungsaufnahme.
übermäßige Anstrengung, Angstzustände, Stress
Der Körper reagiert sensibel auf z.B. Reisen (Ortswechsel), lange Fahrten, Wetterwechsel, vor allem
kaltes und windiges Wetter
Schlafmangel
Symptome:
Ist das Vata zu hoch, so sind wir immer auf der Suche, verlieren leicht das Ziel aus den Augen und
können uns oft nicht entscheiden, welcher Weg der optimale ist. Man fängt alles mit großer Euphorie
an, doch dann schwindet das Interesse. Deshalb tun sich Vata-Menschen oft schwer, angefangene
Dinge fertig zu stellen (sie brauchen Druck).
Da sich Vata aus Luft und Äther zusammensetzt, entsteht oft das Gefühl der Leere. Ängste, Zweifel und
Unsicherheit lassen sie innerlich und äußerlich ins Schwanken geraten.
Neigung zu chronischen Krankheiten die mit dem Nervensystem zu tun haben.
Steifheit der Gelenke und Kältegefühl in Händen
Bei Stress reagiert der Körper mit trockener, rauer, rissiger, schuppiger und kalter Haut. Dann besteht
die Neigung zu verstärkter Faltenbildung. Das Haar wird sehr leicht trocken und spröde.
Schlaflosigkeit
Tipps zur Regulierung des Vata-Doshas
Auch wenn es der Vata-Konstitution schwer fällt, regelmäßig ans Essen zu denken, sind mindestens
drei warme Mahlzeiten für sie wichtig. Auf leeren Magen reagiert sie mit einem Energietief und
schlechter Laune. Für jeden Menschen ist eine möglichst ruhige und freundliche Umgebung beim Essen
wichtig, für den Vata-Menschen aber ganz besonders. Da er zum Schlingen neigt, sollte er bewusst gut
kauen und nicht zu schnell essen.

Eine häufige Ursache für ein irritiertes Vata-Dosha sind schwer verdauliche Speisen, Fleisch, Fast Food
oder Gerichte mit Nahrungsmittelzusätzen und Konservierungsstoffen. Ebenfalls ungünstig wirken
kalte, rohe, trockene, bittere und scharfe Speisen. Insbesondere am frühen Morgen, am Abend und in
der kalten Jahreszeit sollten keine kalten Speisen wie Rohkost, kalte Früchte oder Salate gegessen
werden. Alle schwer verdaulichen Nahrungsmittel wie Hülsenfrüchte, Kohl, Pilze, Paprika, und alle
anregenden Speisen wie rohe Zwiebeln, bittere Salate, Knoblauch, scharfe Gewürze sollten nur sehr
wenig und wenn, dann zur Mittagszeit gegessen werden. Zu viel Joghurt, gereifter Käse, Nüsse und
Fleisch (besonders zusammen mit Rohkost) können zu Blähungen, innerem Frösteln und übersäuerung
führen.

Zum Ausgleich von Vata, sollte in der Ernährung Wert auf warme, gekochte und saftige Speisen gelegt
werden. Zum Ausgleich der Trockenheit wird innerlich und äußerlich ausreichend öl zum "Schmieren"
benötigt; entsprechend großzügig kann das Essen geölt werden, am besten mit Sesamöl, Ghee oder
Sonnenblumenöl. Bevorzugt werden alle Nahrungsmittel, die süß, salzig oder sauer schmecken.

Die wichtigste Mahlzeit für den Vata-Menschen ist das Abendessen. Hier eignen sich sättigende und
zugleich leicht verdauliche Gerichte wie Suppen und Eintöpfe mit Reis, Nudeln, Wurzelgemüse und
genügend Fett. Ebenso sind gedünstete Früchte mit Getreidebrei und wärmenden Gewürzen
empfehlenswert.

Zwischen den Mahlzeiten sind Kleinigkeiten erlaubt um einem Energieabfall vorzubeugen. Ideale
Snacks sind süße Früchte sowie Kohlenhydrate (Brot, Reiswaffeln) mit Butter oder Ghee.

Die Vata-Konstitution sollte möglichst warme Getränke zu sich nehmen. Auch im Sommer sollten die
Getränke mindestens Zimmertemperatur haben und niemals direkt aus dem Kühlschrank kommen. Sie
muss bewusst darauf achten, regelmäßig und genug zu trinken. Am besten, sie hat immer eine
Thermosflasche abgekochtes Wasser, Ingwerwasser oder Kräutertee (wie Melisse, Hopfen, Süßholz,
Johanniskraut) bei sich. Besonders gut verträgt sie nährende Getränke wie warme Milch, Buttermilch
und Fruchtsäfte.
Was möglichst zu vermeiden ist: Stimulierende Getränke, wie Coca Cola, Kaffee oder schwarzer Tee,
putschen das Nervensystem zu stark auf. Auch kalte Getränke sowie kohlensäurehaltige Getränke
sollten vermieden werden.

Ruhe und Struktur sind die beiden wichtigsten Faktoren für eine Vata-Konstitution, um ihr aufregendes
und abwechslungsreiches Leben in eine harmonische Form zu bringen. Deshalb sollte sie sich genug
Schlaf gönnen, bis sie frisch und ausgeruht ist. Konkret heißt das, abends rechtzeitig ins Bett zu gehen.
Auch im Verlauf des Tages sollte sie immer wieder Pausen einlegen, so empfiehlt sich nach dem
Mittagessen ein kurzes Nickerchen (verhindert die Bildung von Schlacken).

Generell sollte die Vata-Konstitution sich möglichst viel in der Natur aufhalten; hier kann sie Erdung
und Ruhe finden. Ebenso ist eine entspannte und gleichmäßige Atmung, ein tägliches Yoga- und
Entspannungsprogramm, regelmäßige warme Bäder, Sonnenbäder und ölmassagen, bei einem Vata-
Menschen äußerst hilfreich zum Ausgleich seiner Konstitution. Bei Problemen mit dem Einschlafen
wirkt eine Fuß-Massage mit etwas warmem Sesamöl beruhigend auf die Nerven. Dies hilft ihm, Stress,
innere Unruhe und Nervosität besser auszugleichen.

Ideale ayurvedische Nahrungsergänzung: Amla Mus (hat höchsten Vitamin-C Anteil), Chyavanaprash
(ideal für Kinder und ältere Menschen), Ashwagandha (stärkt die Nerven), Brahmi (beruhigt die
Nerven), Jatamanasi (hilft bei Schlaftstörungen)

Empfohlene Nahrungsmittel:

Obst
Die meisten Früchte sind geeignet. Vor allem süße, reife Früchte und alle sauren Früchte mit Vitamin
C.
- vermeiden: äpfel (ungekocht), Trockenfrüchte (sind in Maßen empfehlenswert, wenn sie vor dem
Verzehr gut eingeweicht wurden -> wirken gasbildend), Melonen, Preiselbeeren
Gemüse
Das Gemüse soll viel Wasser enthalten und generell gekocht oder in öl gedünstet werden, damit es
schwerer wird; falls roh verzehrt, viel öl verwenden.
- vermeiden: Auberginen, Gurke, Kren, Sellerie, Spargel, Spinat
Die verschiedenen Kohlarten (Kohl, Broccoli, Karfiol, Rosenkohl, Grünkohl, Kohlrabi) führen zur
Gasbildung. Pilze wirken entwässernd und können deshalb zu stark austrocknen. Rohe Zwiebeln führen
zu Blähungen, aber gekocht sind sie eins der besten Anti-Vata-Nahrungsmittel.
Getreide
Die meisten Vollkorngetreide sind gut für Vata, denn sie sind sowohl nahrhaft als auch schwer. Oft sind
sie auch für Vata-Menschen verdaulich, die andere Nahrungsmittel nicht verdauen können. Viele Vata-
Krankheiten können durch eine langfristige Umstellung auf Vollkornnahrung gelindert werden.
- vermeiden: Buchweizen, Gerste, Hirse, Quinoa, Roggen
Bohnen
Die meisten Bohnenarten schädigen Vata stark, weil sie Gase bilden und austrocknend (entwässernd)
wirken. Tofu und Mungbohnen sind Bohnenarten, die sich besser für Vata eignen, aber für sensible
Vata-Menschen immer noch schwer zu verdauen sind. - vermeiden: Azukibohnen, Kichererbsen,
Kidneybohnen, Limabohnen, Linsen, Pintobohnen, Sojabohnen
Nüsse
Alle Nüsse harmonisieren Vata mit Ausnahme von Erdnüssen, die nur in Maßen empfehlenswert sind.
Öle und Fette
Die meisten Öle sind gut für Vata. Öl, das feucht und warm ist, ist die wichtigste Substanz, wenn es
darum geht, einen Vata-Über-schuss zu verringern. - vermeiden: Distelöl, Maiskeimöl, Margarine,
Sojaöl
Süßungsmittel
Die meisten süßen Nahrungsmittel sind gut für Vata. Vata-Menschen brauchen mehr Zucker als
andere, um die Kraft ihrer Gewebe und Körperflüssigkeiten zu erhalten. Es sollten aber nur natürliche
Süßungsmittel verwendet werden.
Harmonisierende Kräuter und Gewürze
Die meisten Gewürze sind gut für Vata, um den Appetit anzuregen und die Blähungen zu vertreiben. -
besonders harmonisierend wirken: Anis, Asafoetida (Stinkasant), Basilikum, Cumin (Kreuzkümmel),
Fenchel, Gewürznelke, Ingwer, Kardamom, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Kümmel, Kurkuma,
Liebstöckel, Muskatnuss, Nelken, Rosmarin, Safran, Süßholz, Thymian, Zimt, Zitronengras - vermeiden:
Wirklich scharfe Gewürze wie Pfeffer oder Chili können austrocknend oder anregend wirken und ein
Übermaß an Vata verschlimmern. Vata-Menschen brauchen am meisten Salz, besonders um ihre
Verdauung anzuregen. Zu diesem Zweck ist Steinsalz (in Maßen) am besten geeignet.
Typgerecht Kochen
Im klassischen Ayurveda werden die Köchinnen und Köche als Alchimisten der Lebensenergie
bezeichnet. Noch heute ist es im Ayurveda eine große Auszeichnung, für andere zu kochen und damit
Einfluss auf deren Wohlergehen zu haben. Die tägliche Küchenarbeit sollte nicht als lästiges übel
empfunden werden; vielmehr kann man von der heilenden und entspannenden Kraft des Kochens
profitieren. Gelingt es, einmal am Tag eine warme Mahlzeit mit Liebe und entspannt zuzubereiten, so
ist dies bereits ein großer Schritt Richtung Gesundheit, innere Harmonie und Vitalität.

Das Frühstück

Das Frühstück ist die wichtigste Mahlzeit für Vata, da wir am Morgen über den Energiestatus des
ganzen Tages bestimmen. Warmer Getreidebrei aus Reis- oder Weizenflocken mit etwas Ghee und
Vollrohrzucker, gebackene Bananen oder gedünstete Birnen, frische süße Früchte wie Trauben, Mango
oder Papaya sind empfehlenswert.
Heiße Milch mit Safran, Kardamom und Zucker ist ebenfalls ein sehr gutes Vata-Frühstück, gesetzt den
Fall, sie wird alleine eingenommen.

Getreidebrei
Der Getreidebrei entlastet den Stoffwechsel, bindet Säuren und stärkt den Körper. Zusammen mit
gedünstetem Obst ist es ein delikates Frühstück, das besonders zur kalten Jahreszeit oder bei
Stresssituationen äußerst nährend und aufbauend wirkt.
Pro Person:
1 Tasse feine Gerstenflocken
2 ½ Tassen Wasser
1 Msp. Salz
Getreideflocken mit kaltem Wässer in einem Topf ansetzen, zum Kochen bringen und drei bis fünf
Minuten unter Rühren köcheln lassen. Je nach Geschmack mit Ahornsirup, Melasse, Vollrohrzucker,
Zimt, Ingwer und Vanille verfeinern und etwas Milch zufügen.
Gedünstete Früchte
Gedünstetes Obst ist ein sehr bekömmliches Frühstück. Durch den sanften Dämpfprozess wird in den
Früchten die Säure und die Kälte neutralisiert, wodurch sie für alle Doshas sehr verträglich werden.
Pro Person:
1 TL Ghee
2 Äpfel, Birnen oder Bananen, je nach Geschmack
1 Msp. Zimt
Das Obst schälen und in Stücke schneiden. Bei starken Verdauungssäften können Sie auf das Schälen
verzichten. In Ghee andünsten, etwas Wasser zugeben und drei bis fünf Minuten simmern lassen.
Ingwerwasser
Ingwerwasser regt die Verdauungskraft an und stärkt Agni.
Das Mittagessen (zwischen 10.00 und 14.00 Uhr)

Ein leicht verdauliches Mittagessen mit viel Reis, mildem Gemüse wie z.B. Karotten, Fenchel,
Auberginen und Zucchini ist sehr zu empfehlen. Ein süßes Dessert und ein fruchtiges Chutnesy runden
die vollwertige Mahlzeit ab.

Abendessen (vor 19.00 Uhr)

Die Verdauungskraft verringert sich nach vierzehn Uhr wieder und nimmt zum Abend hin immer mehr
ab. Eine warme Suppe nährt Leib und Seele. Dazu können Kartoffeln, Teigwaren, süße Gemüse mit
beruhigenden Gewürzen und etwas Ghee gegessen werden.

Nach sechzehn Uhr sollten alle Konstitutionstypen möglichst nichts Saures, Rohes, Kaltes und
Schwerverdauliches (wie zum Beispiel Eiweißgerichte) mehr essen, um das Verdauungssystem und
damit den Organismus zu schonen und zu entlasten.