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Passivumschreibungen

Der Gebrauch der Passivumschreibungen

Passivumschreibungen sind Ersatzformen für das Passiv und werden diesem


häufig vorgezogen.

Vom Passiv unterscheiden sich die Passivumschreibungen dadurch, daß sie


zwar passivische Bedeutung, aber aktivische Verbformen haben. Mit dem
Passiv gemeinsam haben sie, daß das Subjekt nicht Urheber oder
Verursacher (causant) (auch: “Täter”), sondern Objekt der Handlung, also
identisch mit dem Akkusativobjekt des Aktivsatzes ist.

Es gibt Passivumschreibungen mit Modalfaktor (=mit modaler Bedeutung)


und ohne Modalfaktor.

Passivumschreibungen mit Modalfaktor

1. Passivumschreibungen mit dem Modalfaktor "können" :

sein + Adjektiv auf -bar

Die Passivumschreibung sein + Adjektiv auf -bar drückt eine Möglichkeit


aus. Manche Adjektive auf -bar kommen nur mit dem Negationspräfix -
un vor: sie können nur einen verneinten Passivsatz umschreiben. Adjektive
auf -bar können auch nicht von allen Verben gebildet werden. Der
Verursacher oder Urheber kann nicht genannt werden.

• Die Suffixe -fähig, -lich, -sam sowie -abel, -ibel haben nur manchmal
passivische Bedeutung:
transportfähig, erträglich, unaufhaltsam, diskutabel, disponibel;
• keine passivische Bedeutung haben: arbeitsfähig, ärgerlich, sparsam,
spendabel.

Radiowecker können als Radio und als Wecker verwendet werden.


Radiowecker sind als Radio und als Wecker verwendbar.
sich lassen

Die Passivumschreibung sich lassen + Infinitiv drückt eine Möglichkeit aus.


Der Verursacher kann nicht genannt werden.

Streitigkeiten können nicht immer vermieden werden.


Streitigkeiten lassen sich nicht immer vermeiden.

Umschreibungen mit
reflexiv gebrauchten Verben

Die Passivumschreibung mit reflexiv gebrauchten Verben drückt häufig, aber


nicht immer (oder nur abgeschwächt) eine Möglichkeit aus. Diese
Passivumschreibung läßt sich aber nur von relativ wenigen Verben bilden.
Der Verursacher oder Urheber kann nicht genannt werden und das Subjekt
kann nur eine Sache sein.

Nicht jedes Material kann problemlos verarbeitet werden.


Nicht jedes Material verarbeitet sich problemlos.

2. Passivumschreibungen mit den Modalfaktoren "müssen"/"sollen"

es gilt, es heißt, stehen


und gehören

Die Passivumschreibung es gilt + Infinitiv mit zu (1) , es heißt + Infinitiv


mit zu (2), stehen + Infinitiv mit zu (3) und gehören + Partizip II (ugs) (4) ,
drücken eine Notwendigkeit (müssen), eine Forderung (sollen im Indikativ)
bzw. eine Empfehlung (sollen, auch im Konjunktiv II) aus. Das Subjekt
dieser Passivumschreibungen kann nur es bzw. eine Sache sein. Ein
Verursacher oder Urheber wird nicht genannt.

stehen wird nur in Verbindung mit den Verben erwarten, hoffen,


befürchten gebraucht.

(1) Viele Aufgaben mussten bewältigt werden.


Viele Aufgaben galt es zu bewältigen.
(2) Eine Regierungskrise mußte/sollte vermieden werden.
Es hieß eine Regierungskrise zu vermeiden.

(3) Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit mußte leider befürchtet werden.


Ein Anstieg der Arbeitslosigkeit stand leider zu befürchten.

(4) Eine solche Handlungsweise muß/sollte bestraft werden.


Eine solche Handlungsweise gehört bestraft.

3. Passivumschreibung mit den Modalfaktoren


"müssen"/"sollen"/"können"/"nicht dürfen".

sein, bleiben, es gibt


mit zu + Infinitiv.

Die Passivumschreibungen sein + Infinitiv mit zu (1) , es gibt + Infinitiv


mit zu (2), und bleiben + Infinitiv mit zu (3) drücken eine Notwendigkeit
(müssen), eine Forderung (sollen im Indikativ bzw. eine Empfehlung (sollen,
auch im Konjunktiv II), eine Möglichkeit (können) oder manchmal ein Verbot
(nicht dürfen) bzw. eine eingeschränkte Erlaubnis (nur dürfen) aus. Der
Verursacher oder Urheber wird selten genannt. Oft klingen diese Sätze
streng, autoritär, bürokratisch.

Wenn die passivische Konstruktion sein + Infinitiv mit zu eine Notwendigkeit


oder Forderung ausdrückt, dann entspricht sie der aktivischen
Konstruktion haben + Infinitiv mit zu.

(1) Für die Sicherheit im Labor muß/soll/kann noch viel getan werden.
Für die Sicherheit im Labor ist noch viel zu tun.

(2) Für die Sicherheit muß/sollte/kann noch viel getan werden.


Für die Sicherheit gibt es noch viel zu tun.

(3)Was noch getan werden muß/sollte/kann, ist in einem Katalog festgelegt.


Was noch zu tun bleibt, ist in einem Katalog festgelegt.

Passivumschreibungen ohne Modalfaktor

sich lassen
Die Passivumschreibung jdn./sich/etw. lassen + Infinitiv wird nur verwendet,
wenn es sich um Personen handelt. Der Verursacher oder Urheber kann
genannt werden.

lassen + Infinitiv hat zweierlei Bedeutung:


• veranlassen/verlangen/erwarten/dafür sorgen, daß (von jdm.) etw. getan
wird (1)
• zulassen/erlauben/dulden/hinnehmen, daß (von jdm.) etwas getan
wird (2)+(3)

(1) Der Richter veranlaßt, daß der Einbrecher verhört wird. Der Richter läßt den
Einbrecher verhören .

(I. VERB (mit OBJ) jmd. verhört jmdn. vernehmen eingehend befragen, vernehmen Die Polizei verhörte d
en Zeugen, um nähere Aufschlüsse über den Tathergang zu erlangen.

II. VERB (mit SICH) jmd. verhört sich falsch hören und deshalb eine Äußerung missverstehen Das habe i
ch anders verstanden – ich muss mich wohl verhört haben!)

(2) Der Einbrecher hatte es widerstandslos hingenommen, daß er festgenommen wurde.


Der Einbrecher hatte sich widerstandslos festnehmen lassen.

(3) Der Einbrecher hatte zugelassen, daß ihm die Pistole von einem Polizisten
abgenommen wurde. Der Einbrecher hatte sich seine Pistole von einem
Polizisten abnehmen lassen.

Umschreibung mit dem


Adressantenpassiv

Das Adressantenpassiv wird mit den Verben bekommen,


erhalten oder kriegen (ugs.) und dem Partizip Perfekt von Verben gebildet,
die sich an einen Empfänger richten, z.B. anbieten, aushändigen, auszahlen,
bescheinigen, bieten, bringen, in die Hand drücken, erklären, ersetzen,
erstatten, leihen, liefern, mitteilen, schenken, schicken, überreichen,
verleihen, verordnen, zeigen, zusprechen, zustellen. Das Dativobjekt, der
Empfänger (=Adressat), wird im Adressatenpassiv zum Subjekt. Das
Akkusativobjekt, die Sache, bleibt Akkusativobjekt. Der Verursacher oder
Urheber kann genannt werden.

Die Verlage schicken den Lehrern Bücher zu.


Den Lehrern werden (von den Verlagen) Bücher zugeschickt.
--> Die Lehrer bekommen (von den Verlagen) Bücher zugeschickt.
Funktionsverbgefüge
- hier passivisch

Funktionsverbgefüge sind feste Wendungen, die aus einem Verbalsubstantiv


(einem von einem Verb abgeleiteten Substantiv) und einem Funktionsverb
(einem Verb fast ohne eigene Bedeutung) bestehen. Funktionsverbgefüge
haben meist die gleiche Bedeutung wie das Verb, von dem das Substantiv
abgeleitet ist. Es gibt Funktionsverbgefüge mit passivischer
Bedeutung und aktivischer Bedeutung.

Funktionsverbgefüge werden vor allem in der Verwaltungs-, Nachrichten-,


Fach- und Wissenschaftsprache gebraucht. Sie wirken offizieller als die
entsprechenden einfachen Verben.

siehe : Übungsgrammatik DaF für Fortgeschrittene, Verlag für Deutsch, S.


80-89 (sig. PF 3112.5. H36 1995)

Übungen

1- Bestimmte Adjektive, vor allem mit den Endungen -lich und -bar ,
konkurrieren zu Passivsätzen
mit können/dürfen/sollen/müssen. Bilde aus diesen Sätzen
Passivsätze.

1. Diese Aufgaben sind in der knappen Zeit nicht lösbar.

2. Bist du dir sicher, daß alle Pilze, die du gefunden hast, eßbar sind?

3. "Besteigen" und "Erklimmen" haben untrennbare Vorsilben.

4. Diese Bilder sind unverkäuflich.

5. Seine Formulierungen waren sehr mißverständlich.


aus: - Grammatik mit Sinn und Verstand, Klett, S. 79. (sig. PF 3112. R84
1993)

2- Erklär mit einigen Worten die Ausdrücke. Nimm- wenn nötig -


ein Wörterbuch zu Hilfe.

1. unerträglicher Lärm =

2. ein unlösbarer Konflikt =

3. ein unnachamhlicher Künstler =

4. absehbare Konsequenzen =

5. unzertrennliche Freunde =

3- Bau die folgenden Sätze um. Sag dasselbe in der Passivform.

1. Diese Lösung ist nicht akzeptabel.

2. Das ist ein unrealisierbarer Plan.

3. Der Vertrag ist unkündbar.

4. Eine unheilbare Wunde.

5. Eine unerklärliche plötzliche Schwenkung der Taktik.

6. Gott sei dank ließ sich das Mißverständnis aufklären.

7. Dieser Fehler ist nicht zu entschuldigen.

8. Die Entscheidung der Gegenseite ließ sich durch nichts beeinflussen.

4- Ersetz in den folgenden Sätzen die Konstruktionen aus sein +


Adjektiv durch einen passivischen Satz mit Modalverb.

1. Seine Dissertation ist für breite Kreise verständlich.


2. Seine Handschrift ist für uns kaum leserlich.

3. Die verzweigte Produktion ist nicht mehr für jeden Mitarbeiter überschaubar.

4. Die von ihm gefundenen Pilze sind nicht eßbar.

5. Das Wasser des Baches ist nicht trinkbar.

5- Ersetz in folgenden Sätzen die Konstruktion aus sein + zu


+ Infinitiv durch einen passivischen Satz mit dem richtigen
Modalverb.

1. Die Prüfungen sind bis zur nächsten Woche abzulegen.

2. Die Schmerzen sind kaum zu ertragen.

3. In diesem Geschäft sind Straßenbahnfahrkarten zu kaufen.

4. Der Anzug ist nach dem Urlaub abzuholen.

5. Die Beantwortung dieser Fragen ist dem Fachmann zu überlassen.

6. Zum Jahreswechsel sind zahlreiche Neujahrskarten zu schreiben.

7. Vor Schuljahresschluß sind viele Zensuren einzutragen.

aus: Übungsgrammatik Deutsch, Langenscheidt, S. 77 (sig. PF 3112.5. H45


1991)

6- Sag, was sich nicht/nur schwer machen läßt. Dann forme den
Satz in Passiv um.

Beispiel:
Die Tür klemmt. (sie/ nur mit Mühe öffnen)
--> Die Tür klemmt. Sie läßt sich nur mit Mühe öffnen.
--> Die Tür kann nur mit Mühe geöffnet werden.

1. Die Kaffeemaschine ist kaputt. (sie / nicht mehr reparieren)

2. Das Schloß ist abgebrannt. (es / originalgetreu nicht wieder aufbauen)

3. Der Mantel ist zu kurz. (er / nicht verlängern)


4. Das Unwetter kam überraschend. (es / nicht vorhersehen)

5. Das Bild gefällt mir gut. (es / nur schwer beschreiben)

6. Er ist an seinem Unglück selbst schuld. (das / nicht leugnen)

7. Sie hat vorgefaßte Meinungen. (sie / nicht beeinflussen)

8. Proteste können nicht verhindert werden. (sie / nicht verhindern)(! schon im Passiv)

aus: Übungsgrammatik DaF für Fortgeschrittene S.81 (sig. PF3112.5 .H36


1995)

7- Läßt sich + Infinitiv konkurriert mit Passivsätzen


mit können. Bilde Sie aus diesen Sätzen Passivsätze.

1. Wenn man selbst nichts tut, läßt sich leicht Kritik äußern.

2. Das ganze System läßt sich kaum noch überschauen.

3. Einige Wörter lassen sich nur schwer aussprechen.

4. Es tut mir leid, daran läßt sich nichts mehr reparieren.

5. Glauben Sie mir, auch das Passiv läßt sich lernen.

Verwende jetzt in den folgenden Sätzen die Form läßt sich +


Infinitiv.

6. Der Schaden konnte leicht repariert werden.

7. Diese teuren Sachen können überhaupt nicht verkauft werden.

8. Ihre Arbeit konnte ohne große Anstrengungen verbessert werden.

9. Keine Sorge, das Wahlergebnis kann in vier Jahren korrigiert werden.

aus: - Grammatik mit Sinn und Verstand, Klett, S. 80 (sig. PF 3112. R84
1993)
8- Sag mit reflexiv gebrauchten Verben, was sich von selbst
versteht.

1. Nicht alle Produkte können problemlos vermarktet werden.

2. Nicht jeder Verdacht kann bei näherem Hinsehen bestätigt werden.

3. Nicht jeder Kriminalroman kann gut verkauft werden.

4. Nicht alle Wohnungen können schnell vermietet werden.

5. Nicht jeder Teppich kann leicht gepflegt werden.

6. Nicht jedes Haar kann gut frisiert werden.

7. Nicht jeder verlorene Gegenstand wird wiedergefunden.

8. Nicht jedes Auto kann so gut gefahren werden wie unseres.

9- Sag es kürzer.

Beispiel:

Im Leben lassen sich nicht alle Wünsche erfüllen.


--> Im Leben erfüllen sich nicht alle Wünsche.

1. Viele Probleme lassen sich mit der Zeit klären.

2. Nicht alle Probleme lassen sich von selbst lösen.

3. Auf Anhieb ließ sich ein Ausweg finden.

4. Dieser Roman läßt sich ziemlich flüssig lesen.

5. Manche Silben lassen sich schlecht aussprechen.

6. Viele verloren geglaubte Gegenstände lassen sich irgendwann wiederfinden.

7. Im Stehen läßt es sich nur schlecht essen.


10- Ersetz die folgenden reflexiven Formen durch entsprechende
Passivsätze.

1. Das Problem klärt sich im Laufe der nächsten Woche.

2. Eine Lösung des Problems findet sich.

3. Diese Speise läßt sich essen.

4. In diesen Sesseln sitzt es sich bequem.

5. Auf dieser Bahn läuft es sich ausgezeichnet.

6. Die Handschrift liest sich schwer.

11- Nach der deutschen Wiedervereinigung im Jahre 1990 gab es


viel zu tun. Verwende in deinem Bericht die in Klammern
angegebenen Verben.

1. Die Probleme mußten energisch angegangen werden. (es heißt)

2. Die Infrastruktur mußte verbessert werden. (es gilt)

3. Es mußte gefürchtet werden, daß hohe Investitionen notwendig werden. (stehen)

4. Das Verkehrsnetz mußte ausgebaut werden. (es gilt)

5. Umweltsprobleme mußten in Angriff genommen werden. (es gilt)

6. Es mußte tüchtig gespart werden. (es heißt)

12- Bilde aus folgenden Sätzen Passivsätze.

1. Hier ist beim besten Willen nichts mehr zu machen.

2. Ein dicker Polizist brüllte: "Die Straße ist unverzüglich zu räumen".

3. Seine Vorführung war so perfekt, daß nichts daran zu kritisieren war.


Verwende bei folgenden Sätzen sein ... zu + Infinitiv.

4. Die Miete soll pünktlich zum Monatsanfang gezahlt werden.

5. Seine Kritik konnte von den meisten nur schwer akzeptiert werden.

6. Der Widerspruch konnte schnell geklärt werden.

13- Sag mit Hilfe des Verbs lassen + Infinitiv, was bei einer
Gerichtsverhandlung veranlaßt wird.

Der Richter veranlaßt,

1. daß ein Pflichtsverteidiger bestellt wird.

2. daß er mit dem Dienstwagen abgeholt wird.

3. daß der Zeuge rechtzeitig zur Gerichtsverhandlung geladen wird.

4. daß der Angeklagte in den Gerichtssaal geführt wird.

5. daß dem Angeklagten die Handschellen abgenommen werden.

6. daß ihm alle Beweisstücke vorgelegt werden.

7. daß der Angeklagte auf Zurechnungsfähigkeit (= accountability) untersucht wird.

8. daß die Zeugenaussagen protokolliert werden.

9. daß die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen wird.

10. daß ihm von einem Justizbeamten weitere Unterlagen gebracht werden.

14- Verwandle folgende passivischen Sätze in das


"Adressatenpassiv" mit den Verben bekommen,
erhalten oder kriegen.

1. Dem Direktor wurden aus dem Ausland die besten Wünsche übermittelt.

2. Den Mitarbeitern ist ein neuer Termin gestellt worden.

3. Den Warenhäusern werden in der nächsten Woche neue Teppiche geliefert.


4. Dem Mädchen ist zum Geburtstag eine Puppe geschenkt worden.

5. Ihm wurden die Bücher mit der Post ins Haus geschickt.

6. Dem Schriftsteller wurde der Kunstpreis der Stadt überreicht.

aus: Übungsgrammatik Deutsch S.76 (sig.PF 3112.5. H45 1991)

15- Die folgenden Sätze lassen sich auch im Adressatenpassiv sagen.

Schulabschlußfeier

1. Der Rektor händigt den Schulabgängern die Abschlußzeugnisse aus.

2. Dem Jahresbesten verleiht er den Schulorden.

3. Er überreicht jedem Schulabgänger ein Buch zur Erinnerung an die Schulzeit.

4. Die Schüler bieten dem Lehrerkollegium ein abwechslungsreiches Programm.

5. Sie führen den Lehrern den Schulalltag aus der Schülerperspektive vor Augen.

6. Sie lesen den Lehrern auf witzige Art die Leviten.

7. Sie bescheinigen nicht allen Lehrern pädagogische Fähigkeiten.

16- Bestimmte Nomen-Verb-Verbindungen konkurrieren mit Passiv.


Bilde aus folgenden Sätzen Passivsätze.

1. Mit ihrer Rückkehr ging sein Wunsch in Erfüllung.

2. Jetzt kommen unsere neuesten Tricks zur Vorführung.

3. Sind denn unsere Themen zur Sprache gekommen?

4. Wann kommen wir denn endlich zur Abstimmung?

5. Unsere Beispielsätze haben nicht nur Zustimmung gefunden.


Verwende bei folgenden Sätzen passende Nomen-Verb-
Verbindungen.

6. Diese katastrophale Politik, meine Damen und Herren, muß sofort beendet werden.

7. Natürlich, so sagen die Politiker, werden alle diese Waffen niemals eingesetzt.

8. Auf tragische Weise ist er getötet worden.

9. Ab nächsten Monat wird unser neues Modell verkauft.

17- Du kannst den Text stilistisch abwechslungsreicher gestalten.


Verwende die in Klammern angegebenen Passivumschreibungen.

Liebe vom Vater

Psychologen haben herausgefunden, daß zwischen Vätern und Kindern


intensive Beziehungen aufgebaut werden können ( sich lassen + Infinitiv).
Eine enge Vater-Kind-Beziehung sollte deshalb angestrebt
werden (erstrebenswert sein), weil spätere Problemsituationen dann
eher bewältigt werden können (sein + Inf. mit zu). Wenn Kindern von
ihren Vätern genügend Aufmerksamkeit geschenkt
wird (Adressatenpassiv), können sie von Vätern ebenso beruhigt und
getröstet werden wie von Müttern (sich lassen + Infinitiv). In den
Untersuchungen konnten keine typisch männlichen und weiblichen
Verhaltensmuster festgestellt werden (sein + Infinitiv mit zu). Ein nur
bei Müttern angeborenes Pflegeverhalten konnte von den Psychologen
nicht festgestellt werden (feststellbar sein). Mit diesem Experiment
sind die Vermutungen der Psychologen bestätigt worden (eine
Bestätigung erfahren).
LÖSUNGEN

Übung 1

1. Diese Aufgaben können in der knappen Zeit nicht gelöst werden.

2. Bist du dir sicher, daß alle Pilze, die du gefunden hast, gegessen werden können?

3. "Besteigen" und "Erklimmen" haben Vorsilben, die nicht getrennt werden könnnen.

4. Diese Bilder können nicht verkauft werden.

5. Seine Formulierungen konnten sehr leicht mißverstanden werden.

Übung 2

1. Lärm, den man nicht ertragen kann./der nicht ertragen werden kann.

2. ein Konflikt, der nicht gelöst werden kann.

3. ein Künstler, den man nicht nachahmen kann./der nicht nachgeahmt werden kann.

4. Konsequenzen, die man absehen kann./die abgesehen werden können.

5. Freunde, die man nicht trennen kann./die nicht getrennt werden können.

Übung 3

1. Diese Lösung kann nicht akzeptiert werden.

2. Das ist ein Plan, der nicht realisiert werden kann.

3. Der Vertrag kann nicht gekündigt werden.

4. Eine Wunde, die nicht geheilt werden kann.

5. Eine plötzliche Schwenkung der Taktik, die nicht erklärt werden kann.

6. Gottseidank konnte das Mißverständnis aufgeklärt werden.

7. Dieser Fehler kann nicht entschuldigt werden.

8. Die Entscheidung der Gegenseite kann durch nichts beeinflußt werden.


Übung 4

1. Seine Dissertation kann von breiten Kreisen verstanden werden.

2. Seine Handschrift kann von uns kaum gelesen werden.

3. Die verzweigte Produktion kann nicht mehr von jedem Mitarbeiter überschaut werden.

4. Die von ihm gefundenen Pilze können nicht gegessen werden.

5. Das Wasser des Baches kann nicht getrunken werden.

Übung 5

1. Die Prüfungen müssen bis zur nächsten Woche abgelegt werden.

2. Die Schmerzen können kaum ertragen werden.

3. In diesem Geschäft können Straßenbahnfahrkarten gekauft werden.

4. Der Anzug kann nach dem Urlaub abgeholt werden.

5. Die Beantwortung dieser Fragen muß dem Fachmann überlassen werden.

6. Zum Jahreswechsel müssen zahlreiche Neujahrskarten geschrieben werden.

7. Vor Schuljahresschluß müssen viele Zensuren eingetragen werden.

Übung 6

1. Die Kaffeemaschine ist kaputt. Sie läßt sich nicht mehr reparieren./ sie kann nicht mehr repariert
werden.

2. Das Schloß ist abgebrannt. Es läßt sich originalgetreu nicht


wieder aufbauen./ es kann originalgetreu nicht wieder aufgebaut werden.

3. Der Mantel ist zu kurz. Er läßt sich nicht verlängern./ er kann nicht verlängert werden.

4. Das Unwetter kam überraschend. Es ließ


sich nicht vorhersehen./ er konnte nicht vorhergesehen werden.

5. Das Bild gefällt mir gut. Es läßt sich nur schwer beschreiben./ es kann nur schwer beschrieben
werden.

6. Er ist an seinem Unglück selbst schuld. Das läßt sich nicht leugnen./ das kann nicht geleugnet
werden.
7. Sie hat vorgefaßte Meinungen. Sie läßt sich nicht beeinflussen./ sie kann nicht beeinflußt
werden.

8. Proteste können nicht vermieden werden. Sie lassen sich nicht vermeiden.

Übung 7

1. Wenn man selbst nichts tut , kann leicht Kritik geäußert werden.

2. Das ganze System kann kaum überschaut werden.

3. Einige Wörter können nur schwer ausgesprochen werden.

4. Es tut mir leid, daran kann nichts mehr repariert werden.

5. Glauben Sie mir, auch das Passiv kann gelernt werden.

6. Der Schaden ließ sich leicht reparieren.

7. Diese teuren Sachen lassen sich überhaupt nicht verkaufen.

8. Ihre Arbeit ließ sich ohne große Anstrengungen verbessern.

9. Keine Sorge, das Wahlergebnis läßt sich in vier Jahren korrigieren.

Übung 8

1. Nicht alle Produkte vermarkten sich problemlos.

2. Nicht jeder Verdacht bestätigt sich bei näherem Hinsehen.

3. Nicht jeder Kriminalroman verkauft sich gut.

4. Nicht alle Wohnungen vermieten sich schnell.

5. Nicht jeder Teppich pflegt sich leicht.

6. Nicht jedes Haar frisiert sich gut.

7. Nicht jeder verlorene Gegenstand findet sich wieder.

8. Nicht jedes Auto fährt sich so gut wie unseres.

Übung 9
1. Viele Probleme klären sich mit der Zeit.

2. Nicht alle Probleme lösen sich von selbst.

3. Auf Anhieb findet sich ein Ausweg.

4. Dieser Roman liest sich ziemlich flüssig.

5. Manche Silben sprechen sich schlecht aus.

6. Viele verloren geglaubte Gegenstände finden sich irgendwann wieder.

7. Im Stehen ißt es sich nur schlecht .

Übung 10

1. Das Problem wird im Laufe der Woche geklärt.

2. Eine Lösung des Problems wird gefunden.

3. Diese Speise kann gegessen werden.

4. In diesen Sesseln kann bequem gesessen werden.

5. Auf dieser Bahn kann ausgezeichnet gelaufen werden.

6. Die Handschrift kann schwer gelesen werden.

Übung 11

1. Es hieß die Probleme energisch anzugehen.

2. Es galt die Infrastruktur zu verbessern.

3. Es stand zu befürchten, daß hohe Investitionen notwendig werden.

4. Es galt das Verkehrsnetz auszubauen.

5. Es galt Umweltsprobleme in Angriff zu nehmen.

6. Es hieß tüchtig zu sparen.

Übung 12
1. Hier kann bei bestem Willen nichts mehr gemacht werden.

2. Ein dicker Polizist brüllte: "Die Straße muß unverzüglich geräumt werden. "

3. Seine Vorführung war so perfekt, daß nichts daran kritisiert werden konnte.

4. Die Miete ist pünktlich zum Monatsanfang zu zahlen.

5. Seine Kritik war von den meisten nur schwer zu akzeptieren.

6. Der Widerspruch war schnell aufzuklären.

Übung 13

1. Der Richter läßt einen Pflichtsverteidiger bestellen.

2. Der Richter läßt ihn mit dem Dienstwagen abholen.

3. Der Richter läßt den Zeugen rechtzeitig zur Gerichtsverhandlung laden .

4. Der Richter läßt den Angeklagten in den Gerichtssaal führen.

5. Der Richter läßt dem Angeklagten die Handschellen abnehmen.

6. Der Richter läßt ihm alle Beweisstücke vorlegen.

7. Der Richter läßt den Angeklagten auf Zurechnungsfähigkeit untersuchen.

8. Der Richter läßt die Zeugenaussagen protokollieren.

9. Der Richter läßt die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausschließen.

10. Der Richter läßt ihm von einem Justizbeamten weitere Unterlagen bringen.

Übung 14

1. Der Direktor bekam aus dem Ausland die besten Wünsche übermittelt.

2. Die Mitarbeiter haben einen neuen Termin gestellt bekommen.

3. Die Warenhäuser bekommen in der nächsten Woche neue Teppiche geliefert.

4. Das Mädchen hat zum Geburtstag eine Puppe geschenkt bekommen.

5. Er bekam die Bücher mit der Post ins Haus geschickt.

6. Der Schriftsteller bekam den Kunstpreis der Stadt überreicht.


Übung 15

1. Die Schulabgänger erhalten/bekommen/kriegen (vom Rektor) die


Abschlußzeugnisse ausgehändigt.

2. Der Jahresbeste bekommt den Schulorden verliehen.

3. Jeder Schulabgänger bekommt ein Buch zur Erinnerung an die Schulzeit überreicht.

4. Das Lehrerkollegium bekommt (von den Schülern) ein abwechslungsreiches


Programm geboten.

5. Die Lehrer bekommen den Schulalltag aus der Schülerperspektive vor Augen geführt.

6. Die Lehrer bekommen auf witzige Art die Leviten gelesen.

7. Nicht alle Lehrer bekommen pädagogische Fähigkeiten bescheinigt.

Übung 16

1. Mit ihrer Rückkehr wurde sein Wunsch erfüllt.

2. Jetzt werden unsere neuesten Tricks vorgeführt.

3. Sind denn unsere Themen besprochen worden?

4. Wann wird denn endlich abgestimmt?

5. Unsere Beispielsätze sind nicht nur positiv bewertet worden.

6. Diese katastrophale Politik, meine Damen und Herren, muß sofort zu einem Ende kommen.

7. Natürlich, so sagen die Politiker, kommen alle diese Waffen niemals zum Einsatz.

8. Auf tragische Weise ist er zu Tode gekommen.

9. Ab nächsten Monat kommt unser neues Modell zum Verkauf.

Übung 17

Psychologen haben herausgefunden, daß sich zwischen Vätern und Kindern intensive
Beziehungen aufbauen lassen. Eine enge Vater-Kind Beziehung ist deshalb erstrebenswert, weil
spätere Problemsituationen dann eher zu bewältigen sind. Wenn Kinder von ihren Vätern genügend
Aufmerksamkeit geschenkt bekommen, lassen sie sich von Vätern
ebenso beruhigen und trösten wie von Müttern. In den Untersuchungen waren keine typisch
männlichen und weiblichen Verhaltensmuster festzustellen. Ein nur bei Müttern angeborenes
Pflegeverhalten war von den Psychologen nicht feststellbar. Mit diesem Experiment haben die
Vermutung der Psychologen eine Bestätigung erfahren.

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