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Das Studierendenmagazin des VSStÖ Linz. Seit 1966.

Ausgabe 07–WiSe 10/11

25. November
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Seiten 4 & 5

Frauenhelpline gegen Weil Studieren kein Initiativen zum Budget


Männergewalt Zuckerschlecken ist...

Seite 2 Seite 3 Seite 6

Verband sozialistischer Student_innen Österreichs


http://linz.vsstoe.at
Frauenhelpline gegen
Männergewalt
Die erste Anlaufstelle für Fragen in Zusam-
menhang mit Gewalt gegen Frauen bietet
editorial die Frauenhelpline. Dort bietet ein Team
Hannah Stögermüller von Expertinnen Erst- und Krisenbera-
VSStÖ Linz Vorsitzende
tungen an und vermitteln die Anruferinnen
hannah.stoegermueller@oeh.jku.at
gezielt an regionale Frauenschutzeinrich- frauen
tungen und Beratungsstellen weiter. Wei- Daniela Staudinger
ters informieren sie über rechtliche sowie ÖH Frauenreferat
soziale Fragen.Die Beratungen erfolgen ko- daniela.staudinger@oeh.jku.at
„Und was ist eigentlich mit der Männer-
förderung?“ stenlos, sind streng vertraulich, anonym, an
365 Tagen im Jahr und 24 Stunden am Tag. für die gegebene Situation der richtige ist.
Bei einer Veranstaltung auf der Universi- Sie werden in den verschiedensten Spra- Sind Anruferinnen nicht in akuten Ge-
tät wurde unlängst über die Gleichstel- chen, wie zum Beispiel Arabisch, Englisch, waltsituationen, erhalten sie im Rahmen
lung von Frauen und Frauenförderungs- Türkisch, etc. angeboten. Dadurch haben einer unterstützenden Beratung die für
maßnahmen diskutiert. Ein Mann meldete auch Migrantinnen die Möglichkeit, ihre sie wichtigen rechtlichen und psychoso-
sich zu Wort und fragte, wo denn dann die Anliegen in ihrer jeweiligen Sprache zum zialen Informationen (Schutz vor Gewalt,
Männerförderung bliebe. Ausdruck zu bringen. Bei den telefonischen Obsorge, Unterhalt, Stalking,…)Ein wich-
Beratungsgesprächen geht es auch um tiges Ziel seitens der Frauenhelpline ist es,
Nun ja. Männerförderung passiert stän- Orientierungshilfe. So wird vesucht, mit Anruferinnen zu motivieren, persönliche
dig und überall in unserer Gesellschaft den Anruferinnen in Gesprächen Möglich- Beratungen und Betreuungen in Hilfsein-
und das schon seit einiger Zeit. Vielleicht keiten des Handelns zu besprechen und richtungen in Anspruch zu nehmen.
ist sie nicht mehr ganz so sichtbar wie in gemeinsam herauszufinden, welcher Weg Frauenhelpline: 0800 / 222 555
der Vergangenheit: Sie passiert über infor-
melle Strukturen, Sozialisationsprozesse,
Verteilung von Hausarbeit und Kinderbe-
treuung oder auch durch Instiutionen wie
beispielsweise dem Cartellverband (eine
Denkt eigentlich irgendwer auch
konservative Jobvermittlungs-Studenten-
verbindung, der nur katholische Männer mal an uns?
beitreten dürfen).
Immer wieder gibt es Kampagnen des
Umso sichtbarer sind dann die Konse- Wissenschaftsministeriums, die mehr
quenzen: Beispielsweise bei der Zahl von Menschen zu einem Studium der Technik
weiblichen Universitätsprofessorinnen, bewegen sollen. MINT (Mathematik, In-
beim Anteil der Frauen in Spitzenposi- formatik, Naturwissenschaften und Tech-
tionen, bei der Lohnschere. Faktum ist, nik) war zum Beispiel erst kürzlich überall tnf
dass das Geschlecht noch immer einen plakatiert. Gerade deshalb verwundert es Fabian Grabner
wesentlichen Ungleichheitsfaktor in un- umso mehr, dass die Familienbeihilfe ge- VSStÖ-TNF-Gruppe
serer Gesellschaft darstellt und sich in kürzt wird. Dies trifft nämlich Studierende fabian.grabner@oeh.jku.at
sozialen Positionen manifestiert. Egal ob der Technik besonders hart!
diese gesellschaftlichen Prozesse nun als Ein Großteil der Technik Student_innen schaffen ist schließlich kein leichtes Un-
strukturelle Gewalt gegen Frauen, als Dis- maturierte in einer Höheren Technischen terfangen. Leider stellt die Wirtschaft aber
kriminierung aufgrund des Geschlechts Lehranstalt (HTL), die fünf Jahre dauert kaum Bachelor-Absolvent_innen ein, denn
oder als „Männerförderung“ benannt und fängt somit generell ein Jahr später dort gilt man nach wievor als bessere_r
werden, sie existieren jedenfalls. Wenn zum Studieren an. Außerdem dauert ein HTL Maturant_in.
schon nicht alle Menschen dagegen an- volles naturwissenschaftliches Studium im
kämpfen wollen, sollten sich zumindest Durchschnitt wesentlich länger als man- Arbeiten neben dem Studium ist für Tech-
alle bewusst sein, „was eigentlich mit der che andere. nik-Studierende quasi unmöglich. Wö-
Männerförderung ist“. Es erweckt jedenfalls den Eindruck, als ob chentliche Hausübungen und Praktika bei
das Ziel des Budgets war, möglichst viele denen man den ganzen Tag im Labor ver-
Studierende den Master madig zu machen. bringt, lassen kaum Zeit für einen Neben-
Mit 24 in Mechatronik den Bachelor zu job.

2 linz.vsstoe.at
Weil Studieren kein
Zuckerschlecken ist...
zum Flyern bei Promotions)?

Im Wintersemester 2010/2011 startete öh-news


im Sozialreferat erstmals ein Pilotprojekt Stefan Etzelstorfer
gemeinsam mit der Arbeiter_innenkam- ÖH Vorsitzender
stefan.etzelstorfer@oeh.jku.at
sozref mer. Wir holen die Expert_innen direkt
Mario Dujakovic auf die Universität. Deshalb wird es ein-
ÖH Sozialreferent mal monatlich persönliche Sprechstunden
mario.dujakovic@oeh.jku.at mit AK-Mitarbeiter_innen direkt vor Ort OCW: Es bewegt sich was
im Sozialreferat geben. Zwischen diesen
Zu arbeiten heißt, etwas dazu zu lernen, persönlichen Sprechstunden unterstützt Seit mittlerweile zwei Jahren gibt es an
eigenes Geld zu verdienen, selbstbestimmt das Team der Arbeiter_innenkammer das der JKU das Open Courseware-Projekt
zu sein, aber es heißt auch immer, in der ei- Sozialreferat jederzeit durch E-Mail- und (OCW) mit dem Ziel eines kostenlosen Zu-
nen oder anderen Weise mit Arbeitsrecht Telefonberatung, falls sehr spezielle Fra- gangs zu Lernunterlagen. Ein wesentlicher
in Berührung zu kommen. gen nicht sofort vor Ort geklärt werden Vorteil dabei ist, dass keinerlei Registrie-
Vor allem bei prekären Beschäftigungsver- können. rung erforderlich ist, um in den Genuss
hältnissen, wie es zum Beispiel so genann-
dieser Lernbehelfe und Podcasts zu ge-
te „Samstagsjobs“ sind, treten oft Fragen Die nächste Sprechstunde zum Thema langen. Seit kurzem neu und attraktiv für
auf. Ist eine Einkommenssteuererklärung Lohnsteuer und freie Dienstverhältnisse Jus-Studierende: Ab sofort sind sämtliche
abzugeben? Bin ich überhaupt krankenver- hält Susanne Labek am 24. November Gesetzestexte für die Fachprüfungen „Öf-
sichert? Bin ich freie_r Dienstnehmer_in 2010 von 9:00-12:00 Uhr. Vorbeischauen fentliches Recht I“ sowie „Verwaltungs-
(zum Beispiel bei einmaligen Aufträgen lohnt sich! recht“ (Bau-, Gewerberecht) auf ocw.oeh.
jku.at verfügbar. Zur Unterstützung dei-
nes Studiums wurden die Gesetzestexte
zusätzlich didaktisch aufbereitet; Normen
Was tun nach von besonderer Prüfungs- und Praxisrele-
vanz wurden im Dokument entsprechend

dem Studium? farblich, fett sowie nach Schriftgröße ge-


kennzeichnet.

ze Reihe von möglichen Berufsfeldern,


besteht dieses doch aus den Teilbereichen „Kein Sparen bei Kindern, Jugend und Fa-
Soziologie, Wirtschaftswissenschaften so- milien“ – Großdemo am 27.11.
wie Gesellschafts- und Sozialpolitik. Eine
engere Spezialisierung findet hier also Am kommenden Samstag, 27.11.2010
sozwi nicht statt. findet in Wien ab 13:00 Uhr eine Großde-
Gerhard Öller monstration vor dem Finanz- und Famili-
StV Sozwi Team Um über mögliche Berufsaussichten zu in- enministerium statt, um gegen die Bud-
gerhard.oeller@oeh.jku.at formieren, veranstaltet die Studienvertre- getkonsolidierung auf dem Rücken von
tung Sozialwirtschaft in Kooperation mit Kindern, jungen Menschen und Personen
Für die meisten Studierenden wird diese der Kepler Society einen Informations- und mit Pflegebedürfnissen zu protestieren.
Frage wohl erst beim Abschluss des Stu- Diskussionsabend mit Absolvent_innen Die ÖH-Linz organisiert aus Linz einen Bus
diums akut. Dabei kann das Studium ent- der Sozialwirtschaft. Diese geben im Rah- um eine kostenlose An- und Abreise zu er-
spannter und zielgerichteter betrieben men eines Knowledge Cafes Einblicke in ih- möglichen.
werden, wenn schon im Laufe des Stu- ren Berufsalltag und lassen somit erahnen,
diums klar wird, in welchem Berufsfeld wozu ein SozWi-Studium unter anderem
mensch die erworbenen Kenntnisse an- befähigt. Konkret findet der Diskussionsa-
wenden will. Studierende der Rechtswis- bend am Donnerstag, den 25. November,
senschaften werden in der Regel nicht allzu von 19.30 bis 21.00 im Ch@t statt. Wir
lange überlegen müssen, wo ihre Kompe- raten allen Studierenden der Sozialwirt-
tenzen benötigt werden. Ein absolviertes schaft, sich diese informative Veranstal-
SozWi-Studium bietet hingegen eine gan- tung nicht entgehen zu lassen.

linz.vsstoe.at 3
25. November
Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen
Am 25. November findet der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen statt, der 1999 von der UNO als
Gedenk- und Aktionstag gegen sämtliche Formen der Diskriminierung und Gewalt gegenüber Frauen
initiiert wurde. Gewalt gegen Frauen zählt zu den größten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit,
welche – entgegen weit verbreiteten Annahmen – in allen gesellschaftlichen Schichten zu finden ist und
als Ausdruck von ungleichen Macht- und Besitzverhältnissen zu sehen ist.

Was ist Gewalt? Auch kann in dieser umfassenden Definiti- Gewaltanwendung kann sich auch bei Part-
on, Gewalt nicht mehr konkreten Personen nerinnen oder Partner in gleichgeschlecht-
Gewalt hat viele Gesichter. So ist unter Ge- oder Handlungen zugerechnet werden, son- lichen Lebensweisen ereignen. Häusliche
walt nicht nur die körperliche oder sexuel- dern sie basiert vielmehr auf Strukturen ei- Gewalt hat vielfältige Erscheinungsformen:
le Gewalt zu verstehen, sondern auch die ner bestehenden Gesellschaftsordnung, wie von subtilen Formen der Gewaltausübung
Psychische und Strukturelle, wenn auch bei Werten, Normen oder Machtverhältnissen. durch Verhaltensweisen, die Bedürfnisse
vielen Definitionsversuchen die strukturelle Diese Begriffsbestimmung verzichtet auch und Befindlichkeiten der Geschädigten /
Form von Gewalt ausgelassen wird. Johann auf die Voraussetzung, dass Gewalt sub- des Geschädigten ignorieren, über Demü-
Galtung, ein norwegischer Friedensforscher jektiv von einer Person empfunden werden tigungen, Beleidigungen und Einschüchte-
lieferte folgende Definition: „Gewalt be- muss. Vielfach wird die strukturelle Gewalt rungen sowie psychischen, physischen und
zeichnet die vermeidbare Beeinträchtigung von den Betroffenen nicht einmal wahrge- sexuellen Misshandlungen bis hin zu Verge-
grundlegender menschlicher Bedürfnisse nommen, da die eingeschränkten Lebens- waltigungen und Tötungen. Seit den 1970er
oder, allgemeiner ausgedrückt, des Lebens, normen bereits internalisiert sind. Jahren haben Frauen, die von häuslicher
die den realen Grad der Bedürfnisbefriedi- Gewalt betroffen sind, die Möglichkeit sich
gung unter das herabsetzt, was potentiell Häusliche Gewalt an die Frauenhäuser zu wenden, um dort
möglich ist.” Eine Definition, die deutlich Beratung, Schutz und Hilfestellung zu be-
zum Ausdruck bringt, dass alles, was ein In- Unter häuslicher Gewalt wird im Allgemei- kommen.
dividuum daran hindert, ihre Anlagen und nen die Gewaltanwendung in der Ehe und
Möglichkeiten voll zu entfalten, eine Form in Partne_innenbeziehungen verstanden. Das erste Frauenhaus der Welt
von Gewalt ist. Darunter fallen dann nicht Ganz überwiegend handelt es sich dabei um
nur alle Formen der Diskriminierung, son- Gewalthandlungen von Männern gegenü- Das erste Frauenhaus der Welt entstand
dern auch die ungleiche Verteilung von Ein- ber Frauen, die sich innerhalb des – oft auch 1971 in London im Stadtteil Chiswick, durch
kommen, Bildungschancen und die Behinde- räumlich aufzufassenden – engsten sozialen Erin Pizzey und einige andere Frauen, die
rung von emanzipatorischen Bestrebungen. Beziehungskreises der Frau ereignen. Die sich ursprünglich zusammengeschlossen

4 linz.vsstoe.at
hatten, um gegen unterschiedliche Preise in und die Thematik Gewalt gegen Frauen in gesetzen geregelt, wie Frauenhäuser in den
den Supermärkten ihres Stadtviertels vor- den eigenen vier Wänden in die breite Öf- einzelnen Ländern finanziert werden. Genau
zugehen. Die Stadt stellte ihnen ein baufäl- fentlichkeit getragen wurde. Doch dauerte das stellt ein großes Problem dar, denn in
liges Haus zur Verfügung, das eigentlich nur es noch bis 1978 bis – auf Initiative Johan- der momentanen Situation sieht es so aus,
dazu gedacht war, sich nach dem Einkaufen na Dohnals – das erste Wiener und somit dass es Bundesländer gibt, in denen die fi-
zu treffen und zu erholen. Doch es dau- österreichische Frauenhaus eröffnet wer- nanzielle Absicherung der Frauenhäuser in
erte nicht lange und es kamen Frauen, die den konnte. Gesetzen verankert ist, es aber auch Länder
von ihren Gewalterfahrungen berichteten gibt, in denen es keinerlei gesetzliche Veran-
und um Schutz und Hilfe baten. So kamen Mittlerweile gibt es in Österreich 30 Frau- kerung gibt. Das bedeutet, dass diese Frau-
immer mehr Frauen und übernachteten in enhäuser, die auf die neun Bundesländer enhäuser jedes Jahr erneut um die notwen-
diesem – sehr baufälligen, nur mit Außen- verteilt sind und Platz für circa 700 von digen Subventionen ansuchen müssen und
toiletten versehen und ohne Warmwasser Gewalt betroffenen Frauen und Kinder somit dem politischen Goodwill ausgeliefert
versorgten – Haus um ihren gewalttätigen bieten. Doch sind das laut internationalen sind. So wissen sie von einem auf das ande-
Ehemännern zu entkommen. Auf die Hilfe Studien und Empfehlungen immer noch re Jahr wieder nicht, ob, beziehungsweise in
des Staates, konnte damals noch niemand zu wenige Plätze, denn einer Empfehlung welcher Höhe, sie finanzielle Förderungen
hoffen, da häusliche Gewalt als Privatsache der Europäischen Union zu Folge, sollte ein erhalten.
angesehen wurde und es noch keine offizi- Platz pro 10.000 EinwohnerInnen zur Ver-
ellen Schutzeinrichtungen gab. fügung stehen, womit in Österreich circa Bedenkt mensch, dass wir in einem der
100 Plätze fehlen. reichsten Länder dieser Welt leben, stellt
Erst 1973 konnte das erste Frauenhaus Eu- dies eine unerträgliche Situation dar und
ropas in einem anderen Haus untergebracht Am Beispiel Oberösterreich lässt sich sehr es wird höchste Zeit ein Zeichen zu setzen
werden, wo offiziell 36 Frauen mit Kindern deutlich erkennen, dass von keinem flä- und die ausreichende und flächendeckende
aufgenommen werden durften, jedoch chendeckenden Schutz gesprochen wer- Finanzierung aller Frauenhäuser auf bundes-
manchmal an die 130 Menschen wohnten. den kann. So existieren heute fünf Frau- gesetzlicher Ebene für alle Länder gleich zu
Auch hatten sich inzwischen in anderen enhäuser, drei in den Statutarstädten Linz, regeln.
Gegenden Großbritanniens weitere Frau- Wels, Steyr, eines in Vöcklabruck und eines
enhaus-Initiativen gebildet, und im Laufe in Ried im Innkreis. Das bedeutet beispiels-
der siebziger Jahre schlossen sich – dank der weise für Frauen aus dem Mühlviertel, die
starken Frauenbewegung zu dieser Zeit - an- von häuslicher Gewalt betroffen sind, dass
dere Länder in Europa dem Vorbild Chiswick sie rund 50 km bis nach Linz zurücklegen
an. müssen, um in einem Frauenhaus Unter-
stützung und Schutz finden zu können.
Die Entwicklung in Österreich
Die Finanzierung der Frauenhäuser
Auch in Österreich war bis zu Beginn der
1970er Jahre häusliche Gewalt ein Tabu. Erst In Österreich fällt die Finanzierung der
der zweiten großen Frauenbewegung ist es Frauenhäuser in die Angelegenheiten der
zu verdanken, dass dieses Tabu gebrochen Länder, das heißt es wird in den Landes-

linz.vsstoe.at 5
Initiativen zum Budget
Androsch die im Parlament per Entschlie- zukunftsbudget.at
ßungsantrag ohnehin bereits verabschie-
dete Forderung nach einem Anteil der Die Bundes-ÖH startete letzte Woche die In-
Hochschulausgaben von zwei Prozent des itiative zukunftsbudget.at. Zahlreiche Orga-
BIP, einer Forschungsquote von vier Prozent nisationen, wie Gewerkschaften, die katho-
bipol des BIP sowie einem Anteil der Ausgaben für lische Jugend, der Pensionist_innenverband
Markus Medol die Schule von sieben Prozent des BIP. Wei- und auch der VSStÖ unterstützen diese
VSStÖ-Jus-Gruppe ters fordert die Initiative, dass die Verant- Plattform. Insgesamt sind über sechzig Or-
markus.medl@reflex.at wortung für den Bildungsbereich der Bund ganisationen Unterstützerinnen. Ziel ist vor
trägt, da Österreich zu klein für 9 unter- allem Handlungsanleitungen für jede_n
Hannes Androsch, ehemaliger SPÖ-Finanz- schiedliche Systeme sei. Allerdings erteilte Einzelne_n zu geben um dieses Budget zu
minister präsentierte vor zwei Woche das in diesem Punkt der niederösterreichische verhindern. Den Budgetverantwortlichen
Bildungsvolksbegehren. Unterstützt wird Landeshauptmann Erwin Pröll (ÖVP) dem zum Beispiel ein Email schreiben, bei der On-
dieses von Hans Sünkel, Rektor der TU Graz Vorhaben erneut eine klare Absage. Zu den line-Demo mitmachen oder selbst zur groß-
und Präsident der Rektor_innenkonferenz, für den Hochschulbereich relevanten Forde- en Demonstration am 27. 11. nach Wien zu
sowie Werner Jungwirth, Präsident der rungen, zählt primärn die Verbesserung der fahren. Aus vielen Bundesländern fahren an
Fachhochschulkonferenz. Studienbedingungen. Ebenso werden mehr diesem Tag Busse nach Wien, auf der Home-
Studienplätze sowie eine höhere Absol- page kannst du dich dazu anmelden.
Zu den zentralen Forderungen zählen eine vent_innenzahl mit Nachdruck gefordert.
ausreichende, öffentliche Förderung von Zugangsbeschränkungen fehlen zum Glück Nähere Infos auf: www.zukunftsbudget.at
Universitäten. Als ausreichend bezeichnet in der veröffentlichten Erklärung.

Es ist nicht deine Schuld, dass die


Welt ist wie sie ist, es wär nur deine
Schuld, wenn sie so bleibt! (Die Ärzte)

t A c t i v e !
G e @VSStÖ
best of sexismus 2010 gut-böse-jenseits
Anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Incognito
Frauen am 25. November gibt es hier eine Auflistung der Expertin für eh alles.
spektakulärsten „Ausrutscher“ im Jahr 2010.

5
Weil von ihnen eh nix anderes erwartet werden kann – geht
Gut
Platz 5 an die FPÖ für ihre „Wir schützen die freien Frauen“
Wien-Wahlkampfplakate. Was die FPÖ wohl unter „frei“ ver- Die derzeitige Kampagne der Frauenmi-
steht, muss nicht weiter erläutert werden. Wahlplakate, die nisterin Heinisch-Hosek: „Echte Männer
pseudofeministische Argumente als Stütze für Islamophobie gehen in Karenz“. Mit einem witzigen Vi-
verwenden, stellen eine Beleidigung unserer Intelligenz dar. deospot wird sensiblisiert, dass in Karenz
gehen nichts mit scheinbarer „Unmänn-
lichkeit“ zu tun hat. Auf der Homepage

4
finden sich zahlreiche Beispiele von Män-
nern, die in Karenz gegangen sind. Auffal-
Der überraschende vierte Platz geht an die oberösterrei- lend ist dabei, dass dies in vielen Branchen
möglich ist. Weiters finden sich viele nütz-
chischen Grünen. Ein Burkaverbot bringt nichts, aber rein liche Materialien und Informationen.
gar nichts – außer, dass die betroffenen Frauen gar nicht
mehr aus dem Haus kommen. Böse

Im Standard-Interview sagt Grünen-Ur-


gestein Alexander Van der Bellen, dass

3
er sich eine schwarz-grüne Koalition
auch auf Bundesebene vorstellen kann.
Vielleicht sollten ihn seine oberösterrei-
Platz drei geht an Niki Lauda, der den Müttern der Nation
chischen Kolleg_innen nach Linz einladen,
ausrichten ließ, frau dürfe ihren Mann zur Kindererziehung damit er merkt, was dies bedeuten würde.
nicht „vergewaltigen“. Kaffeekochen für den Herrn Landeshaupt-
mann und einem Burkaverbot zustimmen
müssen, könnten ihn eventuell noch um-
stimmen.

2
Jenseits
Der verdiente Platz zwei geht an den IHS-Chef Bernhard
Felderer für eine Pressekonferenz zum Thema Arbeitsplätze Chef der Rektor_innenkonferenz und Rek-
in der Tourismusbranche. Dort stellte er klar, was es für ihn tor der TU Graz Hans Sünkel wiederholt
bedeutet, wenn eine Mutter ihr Kind in eine Kinderbetreu- seinen Vorschlag eines flexiblen Studien-
gebührensystems. Demnach sollen die
ungseinrichtung gibt: Das Kind wegschmeißen. Studiengebühren für wirtschaftsrele-
vante Studien niedriger sein (zB Technik),
als für überlaufene Studienrichtungen.
Damit sollen vor allem Studierenden-

1
Die Ehre des ersten Platzes geht an Sozialminister Hund- ströme gelenkt werden. Dass bereits Lisl
Gehrer mit diesem Projekt scheiterte, in
storfer. Bei derselben Pressekonferenz am 12. Juli konnte dem sie einen Lehrer_innenüberhang (der
Hundstorfer uns endlich erklären, warum Frauen in schlech- mittlerweile ein Mangel ist) prophezeite,
ter bezahlten und wenig renommierten Branchen arbeiten: scheint ihm nicht bewusst zu sein.
Sie können das einfach besser, also Betten überziehen und
so. Aber natürlich möchte er das nicht werten…

linz.vsstoe.at 7
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Impressum
Medieninhaber_in und Herausgeber_in:
Verband Sozialistischer Student_innen Österreichs
Sektion Linz: J.W.Kleinstr. 72, 4040 Linz
Tel. 0732 24 38 58 | office@linz.vsstoe.at Dieses Werk ist unter einer
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Fotos: Peter Kollroß http://creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0/at/

ne
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Ich will (kostenlos):

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m
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Kl
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den VSStÖ Wandkalender Statistik Studieren und Arbeiten

den VSStÖ Taschenkalender Arbeitsrecht Richtiges Zitieren

die VSStÖ Sozialbroschüre Grundrechte Studieneinstieg („Roter Faden“)

das VSStÖ Grundsatzprogramm Römisches Recht How To Gender

beim COGITO mitschreiben Bürgerliches Recht

beim VSStÖ mitmachen Strafrecht


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