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DIN EN 15614:2007-09

Beginn der Gültigkeit


Diese Norm gilt ab 2007-09-01.

Nationales Vorwort
Diese Norm enthält sicherheitstechnische Festlegungen.

Dieses Dokument (EN 15614:2007) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung
einschließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN
(Deutschland) gehalten wird.

Für die Deutsche Fassung ist der Arbeitsausschuss NA 075-05-02 AA „Schutzkleidung gegen Hitze und
Feuer“ im Normenausschuss Persönliche Schutzausrüstung (NPS) verantwortlich.

Zu dieser Norm gab es unter der Nummer DIN EN ISO 15384 einen Entwurf mit Ausgabedatum
November 2000. Die Zusammenarbeit zwischen CEN und ISO wurde bei diesem Projekt danach jedoch nicht
fortgeführt, sodass infolgedessen bei CEN und ISO unabhängig voneinander unterschiedliche Normen
erarbeitet wurden. Bereits im Jahr 2003 wurde bei ISO die ISO 15384 veröffentlicht.

2
EUROPÄISCHE NORM EN 15614
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Juni 2007

ICS 13.340.10

Deutsche Fassung

Schutzkleidung für die Feuerwehr —


Laborprüfverfahren und Leistungsanforderungen für
Schutzkleidung für die Brandbekämpfung im freien Gelände

Protective clothing for firefighters — Vêtements de protection pour sapeurs-pompiers —


Laboratory test methods and performance requirements for Méthodes d'essai de laboratoire et exigences de
wildland clothing performance pour vêtements portés pendant la lutte contre
les feux d'espaces naturels

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 10. Mai 2007 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN oder bei jedem CEN-Mitglied auf
Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-Zentrum
mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal,
Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, Ungarn, dem Vereinigten Königreich
und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: rue de Stassart, 36 B-1050 Brüssel

© 2007 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN 15614:2007 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
EN 15614:2007 (D)

Inhalt

Seite

Vorwort ................................................................................................................................................................3
Einleitung.............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5
2 Normative Verweisungen......................................................................................................................5
3 Begriffe ...................................................................................................................................................6
4 Ausführung der Kleidung .....................................................................................................................8
4.1 Allgemeines............................................................................................................................................8
4.2 Kragen.....................................................................................................................................................8
4.3 Overall oder Anzug ................................................................................................................................8
4.4 Taschen ..................................................................................................................................................9
4.5 Beschlagteile..........................................................................................................................................9
4.6 Ärmel.......................................................................................................................................................9
4.7 Hosen ......................................................................................................................................................9
5 Probenahme und Vorbehandlung ........................................................................................................9
5.1 Proben.....................................................................................................................................................9
5.2 Anzahl und Größe der Proben..............................................................................................................9
5.3 Vorbehandlung.................................................................................................................................... 10
5.3.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 10
5.3.2 Reinigung ............................................................................................................................................ 10
5.3.3 Alterung ............................................................................................................................................... 10
5.4 Konditionierung .................................................................................................................................. 10
5.5 Beanspruchte Oberfläche .................................................................................................................. 10
6 Thermische Anforderungen............................................................................................................... 10
6.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 10
6.2 Flammenausbreitung ......................................................................................................................... 10
6.2.1 Allgemeines......................................................................................................................................... 10
6.2.2 Prüfung nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A (Kennzeichen A1) ............................................... 10
6.2.3 Prüfung nach EN ISO 15025:2002, Verfahren B (Kennzeichen A2) ............................................... 11
6.3 Wärmeübertragung (Strahlung) ........................................................................................................ 12
6.4 Wärmebeständigkeit........................................................................................................................... 12
6.5 Wärmebeständigkeit des Nähfadens ................................................................................................ 12
7 Mechanische Anforderungen ............................................................................................................ 12
7.1 Zugfestigkeit........................................................................................................................................ 12
7.2 Weiterreißfestigkeit............................................................................................................................. 12
7.3 Festigkeit der Hauptnähte.................................................................................................................. 12
8 Anforderungen an die Ergonomie und den Tragekomfort ............................................................. 13
8.1 Wärmedurchgangswiderstand .......................................................................................................... 13
8.2 Wasserdampfdurchgangswiderstand............................................................................................... 13
9 Allgemeine Anforderungen................................................................................................................ 13
9.1 Maßänderung nach dem Waschen und/oder Chemischreinigen................................................... 13
9.2 Retroreflexions-/Fluoreszenz-Vermögen ......................................................................................... 13
10 Kennzeichnung ................................................................................................................................... 13
11 Herstellerinformation ......................................................................................................................... 14
Anhang A (informativ) Messunsicherheit ...................................................................................................... 15
Anhang ZA (informativ) Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den
grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 89/686/EWG..................................................... 16
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 18

2
EN 15614:2007 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN 15614:2007) wurde vom Technischen Komitee CEN/TC 162 „Schutzkleidung
einschließlich Hand- und Armschutz und Rettungswesten“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom DIN gehalten
wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis Dezember 2007, und etwaige entgegenstehende
nationale Normen müssen bis Dezember 2007 zurückgezogen werden.

Dieses Dokument wurde unter einem Mandat erarbeitet, das die Europäische Kommission und die
Europäische Freihandelszone dem CEN erteilt haben, und unterstützt grundlegende Anforderungen der EG-
Richtlinien.

Zum Zusammenhang mit EG-Richtlinien siehe informativen Anhang ZA, der Bestandteil dieses Dokuments
ist.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta,
Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien,
Spanien, Tschechische Republik, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

3
EN 15614:2007 (D)

Einleitung
Zweck dieser Europäischen Norm ist die Festlegung von Mindestleistungsanforderungen für Schutzkleidung,
die für den länger andauernden Einsatz bei der Brandbekämpfung im freien Gelände und den damit
verbundenen Tätigkeiten bestimmt ist.

Die Brandbekämpfung im freien Gelände bedingt üblicherweise mehrere Stunden andauernde Arbeit bei
sommerlichen Temperaturen, während der Feuerwehrangehörige in erheblichem Maße Körperwärme
entwickelt. Folglich sollte die Schutzkleidung sowohl leicht sein als auch den Risiken entsprechen, denen der
Feuerwehrangehörige ausgesetzt sein kann, ohne dass sie beim Träger eine Wärmebelastung erzeugt.

Aus diesem Grunde sollte eine Risikobeurteilung durchgeführt werden, um festzustellen, ob die von dieser
Norm behandelte Schutzkleidung für die beabsichtigte Verwendung und die zu erwartende Gefährdung
geeignet ist. Diese Europäische Norm behandelt nicht Kleidung zur Verwendung in besonders gefährlichen
Situationen, bei denen Kleidung nach EN 469 geeigneter ist, oder Kleidung zum Schutz vor chemischen,
biologischen oder Strahlungsgefährdungen.

Die Risikobeurteilung sollte auch die ggf. zusätzlich erforderliche persönliche Schutzausrüstung für Kopf,
Hände und Füße einschließen. In bestimmten Situationen kann auch ein Atemschutzgerät erforderlich sein.

Die Feuerwehrangehörigen sollten in Gebrauch, Pflege und Wartung der von dieser Norm behandelten
Schutzkleidung ausgebildet sein, dazu gehört auch das Verständnis für deren Grenzen der Leistungsfähigkeit.

Nichts in dieser Norm sollte einen Gesetzgeber, Käufer oder Hersteller darin einschränken, über diese
Mindestanforderungen hinauszugehen.

In den Literaturhinweisen ist eine Liste der mit EN 15614 verwandten Normen angegeben.

4
EN 15614:2007 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Europäische Norm legt Prüfverfahren und Mindestleistungsanforderungen für Schutzkleidung fest, die
den Körper des Trägers, außer Kopf, Händen und Füßen, schützen soll und die für den Einsatz bei der
Brandbekämpfung im freien Gelände und den damit verbundenen Aktivitäten bestimmt ist. Diese Kleidung
bietet keinen Schutz für den Fall, dass der Träger vom Feuer eingeschlossen ist. Sie behandelt die
allgemeine Ausführung des Kleidungsstücks, die von den verwendeten Materialien mindestens zu
erreichende Leistungsstufe und die Prüfverfahren zur Bestimmung dieser Stufen.

Diese Europäische Norm gilt nicht für Kleidungsstücke, die speziell für den Einsatz in besonders gefährlichen
Situationen bei der Brandbekämpfung in Gebäuden bestimmt sind (EN 469 und ISO 11613) oder die für
Einsätze mit zu erwartender besonders hoher Infrarot-Strahlungsintensität vorgesehen sind (EN 1486) oder
die Schutz vor chemischen, biologischen, elektrischen oder Strahlungsgefährdungen bieten.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).

EN 340:2003, Schutzkleidung — Allgemeine Anforderungen

EN 471:2003, Warnkleidung — Prüfverfahren und Anforderungen

EN 25077, Textilien — Bestimmung der Maßänderung beim Waschen und Trocknen (ISO 5077:1984)

EN 31092, Textilien — Prüfung bekleidungsphysiologischer Eigenschaften — Prüfung des Wärme- und


Wasserdampfdurchgangswiderstandes unter stationären Bedingungen (sweating guarded — hotplate test)
(ISO 11092:1993)

EN ISO 139, Textilien — Normalklimate für die Probenvorbereitung und Prüfung (ISO 139:2005)

EN ISO 3146, Kunststoffe — Bestimmung des Schmelzverhaltens (Schmelztemperatur oder Schmelzbereich)


von teilkristallinen Polymeren im Kapillarrohr- und Polarisationsmikroskop-Verfahren (ISO 3146:2000)

EN ISO 6942:2002, Schutzkleidung — Schutz gegen Hitze und Feuer — Prüfverfahren: Beurteilung von
Materialien und Materialkombinationen, die einer Hitze-Strahlungsquelle ausgesetzt sind (ISO 6942:2002)

EN ISO 13934-1, Textilien — Zugeigenschaften von textilen Flächengebilden — Teil 1: Bestimmung der
Höchstzugkraft und Höchstzugkraft-Dehnung mit dem Streifen-Zugversuch (ISO 13934-1:1999)

EN ISO 13935-2, Textilien — Zugversuch an Nähten in textilen Flächengebilden und Konfektionstextilien —


Teil 2: Bestimmung der Höchstzugkraft von Nähten mit dem Grab-Zugversuch (ISO 13935-2:1999)

EN ISO 13937-2, Textilien — Weiterreißeigenschaften von textilen Flächengebilden — Teil 2: Bestimmung


der Weiterreißkraft mit dem Schenkel-Weiterreißversuch (einfacher Weiterreißversuch) (ISO 13937-2-2000)

EN ISO 15025:2002, Schutzkleidung — Schutz gegen Hitze und Flammen — Prüfverfahren für die begrenzte
Flammenausbildung (ISO 15025:2000)

ISO 17493, Clothing and equipment for protection against heat — Test method for convective heat resistance
using a hot air circulating oven

CIE 54.2, Retroreflection — Definition and measurement

5
EN 15614:2007 (D)

3 Begriffe
Für die Anwendung dieses Dokuments gelten die folgenden Begriffe.

3.1
Alterung
Änderung der Produkteigenschaften über die Zeit während des Gebrauchs oder der Lagerung. Alterung wird
verursacht durch die Kombination mehrerer Faktoren wie z. B.:

Reinigung, Instandhaltungs- oder Desinfektionsprozesse;

Einwirkung von sichtbarem oder UV-Licht;

Einwirkung von hohen oder niedrigen Temperaturen oder Temperaturwechseln;

Einwirkung von Chemikalien, einschließlich Feuchtigkeit;

Einwirkung von biologischen Mitteln wie z. B. Bakterien, Pilzen, Insekten oder anderen Schädlingen;

mechanische Einwirkungen wie z. B. Abrieb, Biegebeanspruchung, Druck- und Zugbeanspruchung;

Kontamination z. B. durch Schmutz, Öl, Spritzer geschmolzenen Metalls usw.;

Abnutzung

3.2
Reinigung
Prozess, durch den eine PSA durch Entfernen von Schmutz oder Kontamination wieder benutzbar und/oder
unter hygienischen Aspekten tragbar gemacht wird

ANMERKUNG Ein Reinigungszyklus besteht typischerweise aus einem Wasch- und Trocknungsvorgang oder einer
Chemischreinigung, gefolgt von Bügeln und Ausrüstung, falls dies erforderlich ist.

3.3
Reinigungszyklus
ein Wasch- und Trockenzyklus oder eine Chemischreinigung

3.4
Verschluss-System
System zum Verschließen der Öffnungen des Kleidungsstücks, einschließlich Kombinationen von mehr als
einem solcher Systeme mit dem Ziel, einen sicheren Verschluss zu erreichen, z. B. ein Reißverschluss, der
von einer mit Klettverschlüssen zu befestigenden Patte abgedeckt wird

ANMERKUNG Dieser Begriff umfasst keine Nähte.

3.5
Bekleidungszusammenstellung
Kombination aller Materialien eines mehrlagigen Kleidungsstücks, genau wie im fertigen Kleidungsaufbau
dargestellt

3.6
Konditionierung
Aussetzen einer Probe gegenüber Temperatur und relativer Luftfeuchte über einen Mindestzeitraum

6
EN 15614:2007 (D)

3.7
Schutzoverall
einteiliges Kleidungsstück, das den Rumpf, Arme und Beine des Trägers vollständig bedeckt.

Kleidung, die persönliche Kleidung bedeckt oder anstelle persönlicher Kleidung getragen wird, und die den
Ober- und Unterkörper, Hals, Arme und Beine, jedoch nicht den Kopf, Augen, Hände und Füße des
Feuerwehrangehörigen bedeckt

3.8
Schutzkleidungsstück
Einzelteil der Schutzkleidung, bei dessen Tragen Körperteile, die davon bedeckt sind, gegenüber
angegebenen Gefährdungen geschützt sind

BEISPIEL Mantel oder Hemd, Hose oder Overall.

3.9
Beschlagteile
nicht aus Gewebe bestehende Teile, die in einer Schutzkleidung verwendet werden, einschließlich der aus
Metall oder Kunststoff bestehenden

BEISPIEL Verschlüsse, Rangabzeichen, Knöpfe usw.

3.10
Innenfutter
innerste Lage einer Materialzusammenstellung, die der Haut des Trägers am nächsten ist

ANMERKUNG Wenn das Innenfutter Teil einer Materialkombination ist, wird diese Kombination als Innenfutter
angesehen.

3.11
Zwischenfutter
Materialschicht, die sich bei einem mehrlagigen Kleidungsstück zwischen der äußersten Lage und dem
Innenfutter befindet

3.12
Hauptnaht
Naht, die den Zusammenhalt des Kleidungsstückes sicherstellt

3.13
Materialkombination
Material aus mehreren Einzellagen, die vor der Herstellung des Kleidungsstückes fest zusammengefügt
werden

BEISPIEL gestepptes Material.

3.14
Außenmaterial
außen liegendes Material, aus dem die Schutzkleidung hergestellt ist

3.15
Vorbehandlung
einheitliches Verfahren zur Vorbereitung der Proben auf die Prüfung. Dies kann z. B. eine Anzahl von
Reinigungszyklen, eine Wärmebehandlung, mechanische Behandlung oder irgendeine andere relevante
Exposition beinhalten und wird durch Konditionierung abgeschlossen

3.16
Naht
dauerhafte Befestigung zwischen zwei oder mehreren Materialteilen

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EN 15614:2007 (D)

3.17
Anzug
Schutzanzug
oberes und unteres Kleidungsstück, die zusammen getragen werden und die den Rumpf, die Arme und die
Beine bedecken

3.18
Brandbekämpfung im freien Gelände
Tätigkeit zur Unterdrückung eines Brandes mit pflanzlichen Brennstoffen, wie z. B. Wald, Erntegut, Plantagen,
Wiesen oder Ackerflächen

4 Ausführung der Kleidung

4.1 Allgemeines
Schutzkleidung für Feuerwehrangehörige, die den in dieser Europäischen Norm festgelegten Leistungsstufen
entspricht, muss den Körper, außer Kopf, Hände und Füße, schützen. Sie darf bestehen aus:

einem Overall;

einem zweiteiligen Anzug mit Überlappung;

einer Anzahl von innen und/oder außen zu tragenden Kleidungsstücken, die dazu ausgelegt sind,
gemeinsam getragen zu werden.

Schutzkleidung darf den Träger nicht bei irgendeiner Bewegung, die voraussichtlich bei der Brandbekämpfung
im Freien gemacht wird, beeinträchtigen.

Verschluss-Systeme, jedes Etikett, Patten mit Klettverschlüssen, retroreflektierende und/oder fluoreszierende


Materialien usw., die an der Schutzkleidung befestigt sind, müssen so gestaltet sein, dass sie die
Leistungsfähigkeit der Schutzkleidung nicht beeinträchtigen.

Alle Verschlusssysteme müssen so gestaltet sein, dass sie das Eindringen von brennenden Abschmelzungen
verhindern.

Die Übereinstimmung mit diesen Anforderungen muss durch Sichtprüfung überprüft und durch praktische
Prüfung bestätigt werden, z. B. wird die Passform und der korrekte Sitz durch An- und Ausziehen der
Kleidung geprüft.

4.2 Kragen
Jeder Kragen muss in der Lage sein, in der vertikalen Stellung zu bleiben, sobald er hochgeschlagen wurde.
Schutzkleidung, die den Hals umschließt, muss ein Verschluss-System bis zur Höhe der Oberkante des
Kragens haben.

Die Übereinstimmung mit dieser Anforderung muss durch Sichtprüfung überprüft werden.

4.3 Overall oder Anzug


Der Overall oder Anzug darf keine Umschläge oder Stulpen haben.

Die Enden der Hosenbeine müssen Verschluss-Systeme haben, die eine Anpassung an Schuhe oder Stiefel
für den Einsatz bei der Brandbekämpfung erlauben.

Ein Anzug muss eine Überlappung zwischen Jacke und Hose von mindestens 15 cm aufweisen. Diese
Mindest-Überlappung muss gegeben sein z. B. beim Bücken, Strecken oder während einer Drehbewegung.
Die Anforderung muss durch Sichtprüfung und durch praktische Prüfung geprüft werden, wie z. B.
Längenmessung der Überlappung und praktische Prüfung der Passform und des korrekten Sitzes durch An-
und Ausziehen der Kleidung.

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EN 15614:2007 (D)

4.4 Taschen

Sämtliche Taschen mit außen liegenden Öffnungen müssen vollständig aus dem Außenmaterial gefertigt sein,
und die außen liegende Öffnung muss entweder mit einem Verschluss-System ausgestattet oder von einer
Schutzpatte abgedeckt sein.

Patten müssen so gestaltet sein, dass sie nicht in die Taschen gesteckt werden können und müssen 20 mm
breiter als die Öffnung sein.

Die Anforderung muss durch Sichtprüfung und durch physikalische Messung geprüft werden.

4.5 Beschlagteile

Beschlagteile, die das Außenmaterial durchdringen, dürfen nicht auf der innersten Fläche der Material-
zusammenstellung frei liegen.

Die Anforderung muss durch Sichtprüfung geprüft werden.

4.6 Ärmel

Die Enden der Ärmel müssen so gestaltet sein, dass sie die Handgelenke schützen und ein Verschlusssystem
haben, sodass die Enden der Ärmel hinreichend gut mit Handschuhen, die für die Brandbekämpfung im
Freien verwendet werden, zusammen passen.

Die Anforderung muss durch Sichtprüfung und durch praktische Prüfung, z. B. durch physikalische Messung,
geprüft werden. Diese Passform muss gegeben sein z. B. beim Bücken, Ausstrecken der Arme nach vorne,
Strecken, Ausstrecken der Arme und Hände über Kopf und dabei Ausführen einer Drehbewegung.

4.7 Hosen

Hosen müssen ein Verschluss-System haben, sodass die Enden der Hosenbeine hinreichend gut mit
Schuhwerk, das für die Brandbekämpfung im Freien verwendet wird, zusammen passen. Diese Passform
muss bei allen Bewegungen in Verbindung mit der Brandbekämpfung im Freien gegeben sein.

Die Anforderung muss durch Sichtprüfung und durch praktische Prüfung, z. B. durch physikalische Messung
der Passform von Hosenbeinen am Schuhwerk geprüft werden.

5 Probenahme und Vorbehandlung

5.1 Proben

Die Proben sind so zu entnehmen, dass sie repräsentativ für das Material oder die Materialkombination sind,
das bzw. die in der zu prüfenden Schutzkleidung verwendet wurde(n). Wenn möglich, müssen alle Proben
dem Kleidungsstück entnommen werden. Die Anzahl und Größe der erforderlichen Proben müssen in
Übereinstimmung mit den entsprechenden Prüfverfahren gewählt werden.

Die Prüfungen sind am Außenmaterial des Kleidungsstücks durchzuführen, außer wenn im einschlägigen
Prüfabschnitt dieser Norm vorgesehen ist, dass die vollständige Materialkombination verwendet wird.

5.2 Anzahl und Größe der Proben

Anzahl und Größe der Proben für die verschiedenen Prüfungen müssen den einschlägigen Europäischen und
Internationalen Normen entsprechen.

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EN 15614:2007 (D)

5.3 Vorbehandlung

5.3.1 Allgemeines

Vor der Prüfung muss die Schutzkleidung vorbehandelt werden.

5.3.2 Reinigung

Vor den Prüfungen nach den Abschnitten 6 und 7 müssen die zu prüfenden Materialien entsprechend den
Angaben des Herstellers auf der Basis genormter Verfahren gewaschen und getrocknet oder gereinigt
werden. Ist keine Anzahl der Reinigungszyklen angegeben, müssen 5 Reinigungszyklen durchgeführt werden.

5.3.3 Alterung

Die Prüfungen nach 6.2 müssen ebenfalls nach der vom Hersteller angegebenen maximalen Anzahl von
Reinigungszyklen durchgeführt werden.

5.4 Konditionierung
Nach der Vorbehandlung nach 5.3 und vor der Durchführung von Prüfungen müssen die Proben konditioniert
werden nach EN ISO 139, jedoch mit folgenden Abweichungen: Relative Luftfeuchte (65 5) % und
Temperatur (20 2) °C. Die Proben müssen innerhalb von 5 Minuten nach ihrer Entnahme aus der
Konditionieratmosphäre geprüft werden.

5.5 Beanspruchte Oberfläche


Bei sämtlichen Oberflächenprüfungen muss die äußere Oberfläche geprüft werden.

6 Thermische Anforderungen

6.1 Allgemeines
Jedes in der Bekleidungszusammenstellung verwendete Material, einschließlich retroreflektierender und
fluoreszierender Materialien, jedoch nicht Beschlagteile, muss einzeln geprüft werden nach 6.2.1 und 6.2.2
nach der entsprechenden Reinigung nach 5.3.

Bei allen Prüfungen müssen alle Proben die Anforderungen erfüllen, und das schlechteste Ergebnis muss als
Prüfergebnis angegeben werden.

6.2 Flammenausbreitung

6.2.1 Allgemeines

Die Prüfung muss nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A (Kennzeichen A1) oder Verfahren B (Kennzeichen
A2) oder beiden, entsprechend den Risiken bei der vorgesehenen Benutzung durchgeführt werden.

Diese Prüfung muss sowohl vor als auch nach der im Abschnitt 5 dieser Norm beschriebenen Vorbehandlung
durchgeführt werden. Auch die Nähte müssen geprüft werden.

6.2.2 Prüfung nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A (Kennzeichen A1)

6.2.2.1 Bei Prüfung nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A müssen Proben von einlagigen
Kleidungsstücken, einschließlich Nähten, folgende Anforderungen erfüllen:

a) keine Probe darf bis zu der Oberkante oder den Seitenkanten weiter brennen;

b) keine Probe darf schmelzen oder brennendes oder schmelzendes Abtropfen aufweisen;

c) der Mittelwert der Nachbrennzeit muss ! 2 s betragen;

10
EN 15614:2007 (D)

d) der Mittelwert der Nachglimmzeit muss 2 s betragen;


e) keine Probe darf eine Lochausbildung aufweisen.

ANMERKUNG Ein Nachglimmen im verkohlten Bereich wird nach EN ISO 15025:2002 als Nachglimmen ohne
Verbrennung bezeichnet und gilt im Sinne dieses Abschnitts nicht als Nachglimmen.

Zur Prüfung der Nähte müssen drei Proben mit Hauptnähten nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A geprüft
werden. Die Proben sind so auszurichten, dass die Naht senkrecht entlang der Mittellinie der Probe verläuft,
damit die Brennerflamme direkt auf die Naht auftrifft. Die Nähte müssen weiterhin die Materiallagen
zusammenhalten.

6.2.2.2 Besteht die Bekleidung aus mehrlagigem Material, müssen Proben der Material-
zusammenstellung, einschließlich der Nähte, durch Beflammung der Außenoberfläche und der Innenlage der
Bekleidung geprüft werden und die Anforderungen nach 6.2.2.1 erfüllen. Außerdem darf keine Probe
Lochausbildung aufweisen; ausgenommen ist ein Zwischenfutter, das nicht zum Schutz gegen Hitze, sondern
für andere Zwecke vorgesehen ist, z. B. zum Schutz gegen das Eindringen von Flüssigkeiten.

Zur Prüfung der Nähte müssen drei Proben mit Hauptnähten nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A geprüft
werden. Die Proben sind so auszurichten, dass die Naht senkrecht entlang der Mittellinie der Probe verläuft,
damit die Brennerflamme direkt auf die Naht auftrifft. Die Nähte müssen weiterhin die Materiallagen
zusammenhalten.

6.2.3 Prüfung nach EN ISO 15025:2002, Verfahren B (Kennzeichen A2)

6.2.3.1 Bei Prüfung nach EN ISO 15025, Verfahren B müssen gesäumte Proben von einlagigen
Kleidungsstücken, einschließlich Nähten, folgende Anforderungen erfüllen:

a) keine Probe darf bis zu der Oberkante oder den Seitenkanten weiter brennen;
b) keine Probe darf schmelzen oder brennendes oder schmelzendes Abtropfen aufweisen;
c) der Mittelwert der Nachbrennzeit muss 2 s betragen;
d) der Mittelwert der Nachglimmzeit muss 2 s betragen.
ANMERKUNG Ein Nachglimmen im verkohlten Bereich wird nach EN ISO 15025 als Nachglimmen ohne Verbrennung
bezeichnet und gilt im Sinne dieses Abschnitts nicht als Nachglimmen.

Zur Prüfung der Nähte müssen drei gesäumte Proben mit Hauptnähten nach EN ISO 15025:2002, Verfahren
B geprüft werden. Die Proben sind so auszurichten, dass die Naht senkrecht entlang der Mittellinie der Probe
verläuft, damit die Brennerflamme direkt auf die Naht auftrifft. Die Nähte müssen weiterhin die Materiallagen
zusammenhalten.

6.2.3.2 Die gesäumten Gewebeproben müssen in der gleichen Weise vorbereitet werden wie beim
Aufbau der Bekleidung.

6.2.3.3 Besteht die Bekleidung aus mehrlagigem Material, müssen gesäumte Proben der Materialzu-
sammenstellung, einschließlich der Nähte, durch Kantenbeflammung der Materialzusammenstellung geprüft
werden und die Anforderungen nach 6.2.3.1 erfüllen. Außerdem darf keine Probe Lochausbildung aufweisen;
ausgenommen ist ein Zwischenfutter, das nicht zum Schutz gegen Hitze, sondern für andere Zwecke
vorgesehen ist, z. B. zum Schutz gegen das Eindringen von Flüssigkeiten.

Zur Prüfung der Nähte müssen drei Proben mit Hauptnähten nach EN ISO 15025:2002, Verfahren A geprüft
werden. Die Proben sind so auszurichten, dass die Naht senkrecht entlang der Mittellinie der Probe verläuft,
damit die Brennerflamme direkt auf die Naht auftrifft. Die Nähte müssen weiterhin die Materiallagen
zusammenhalten.

11
EN 15614:2007 (D)

6.3 Wärmeübertragung (Strahlung)


Es muss entweder die einzelne Lage, die Bekleidungszusammenstellung oder die Kombination von
Kleidungsstücken aus mehrlagigen Materialien, jedoch nicht retroreflektierende und fluoreszierende
Materialien geprüft werden. Die Prüfungen müssen nach der Vorbehandlung nach 5.3 durchgeführt werden.
Wird nach EN ISO 6942:2002, Verfahren B mit einer Wärmestromdichte von 20 kW/m2 geprüft, so muss die
einzelne Lage, Bekleidungszusammenstellung oder Kombination von Kleidungsstücken aus mehrlagigen
Materialien mindestens folgenden Anforderungen entsprechen:

RHTI 24 11 s RHTI 24 – RHTI 12 4s

6.4 Wärmebeständigkeit
Jedes Material, einschließlich Abzeichen, Aufnäher, Stickereien und Beschlagteile sowie retroreflektierender
und/oder fluoreszierender Materialien, muss einzeln geprüft werden. Wenn keine Probe von ausreichender
Größe entnommen werden kann, so muss das Material auf ein Trägermaterial entsprechend der Verwendung
auf dem Kleidungsstück aufgenäht werden. Die Prüfungen müssen nach der Vorbehandlung nach 5.3
durchgeführt werden. Wird nach ISO 17493 bei einer Temperatur von (180 5) °C und einer Dauer von 5 min
geprüft, so darf kein Material schmelzen, abtropfen, zünden oder um mehr als 5 % schrumpfen. Verschluss-
Systeme müssen nach der Prüfung funktionstüchtig bleiben.

Beschlagteile, die nicht mit der Haut in Berührung kommen und auf der Außenseite geschützt sind, müssen
nach ISO 17493 bei einer Temperatur von (180 5) °C geprüft werden, und sie dürfen weder schmelzen,
abtropfen, zünden und müssen funktionstüchtig bleiben.

6.5 Wärmebeständigkeit des Nähfadens


Proben des Nähfadens müssen im Anlieferungszustand nach dem in EN ISO 3146 festgelegten Heizplatten-
Versuch geprüft werden und dürfen bis zum Erreichen einer Temperatur von (260 5) °C nicht schmelzen.

7 Mechanische Anforderungen

7.1 Zugfestigkeit
Wird nach EN ISO 13934-1 geprüft, so muss das Außenmaterial sowohl in Maschinen- als auch in
Querrichtung folgende Reißfestigkeit aufweisen:

! 450 N.

7.2 Weiterreißfestigkeit
Wird nach EN ISO 13937-2 geprüft, so muss das Außenmaterial sowohl in Maschinen- als auch in
Querrichtung folgende Weiterreißfestigkeit aufweisen:

! 20 N.

7.3 Festigkeit der Hauptnähte


Wird nach EN ISO 13935-2 geprüft, so müssen die Hauptnähte des außen liegenden Kleidungsstücks
folgende Nahtfestigkeit aufweisen:

! 225 N.

12
EN 15614:2007 (D)

8 Anforderungen an die Ergonomie und den Tragekomfort

8.1 Wärmedurchgangswiderstand
Wird nach EN 31092 geprüft, so muss das Material oder die Materialkombination folgenden Wärmedurch-
gangswiderstand haben:

0,055 m2 ! K/W.

8.2 Wasserdampfdurchgangswiderstand
Wird nach EN 31092 geprüft, so muss das Material oder die Materialkombination folgenden Wasserdampf-
durchgangswiderstand haben:

10 m2 ! Pa/W.

9 Allgemeine Anforderungen

9.1 Maßänderung nach dem Waschen und/oder chemische Reinigung


Die Maßänderungen muss nach EN 25077 gemessen werden.

Für Kleidungsstücke, die als nur für Waschen (oder nur für chemische Reinigung) geeignet gekennzeichnet
sind, gilt: fünfmal Waschen (oder fünfmal chemische Reinigung) nach Angaben des Herstellers.

Die Maßänderung darf sowohl in Maschinen- als auch in Querrichtung 3 % nicht überschreiten.

9.2 Retroreflexions-/Fluoreszenz-Vermögen
Der Mindest-Retroreflexionskoeffizient für retro-reflektierende Materialien oder Materialien mit kombinierten
Eigenschaften muss den Anforderungen von EN 471:2003, Tabelle 5 oder 7, entsprechen.

Anforderungen an das Farbverhalten von fluoreszierenden Materialien müssen EN 471:2003, 5.1,


entsprechen.

Bei Prüfung nach EN 471:2003, 7.3, bei Messung nach CIE 54.2, und nach Prüfung entsprechend 6.4 dieser
Europäischen Norm muss das retroreflektierende Material und/oder Material mit kombinierten Eigenschaften
einen Retroreflexionskoeffizient entsprechend EN 471:2003, 6.2 haben (Anforderungen an die Retroreflexion
nach Prüfbeanspruchung).

Retroreflektierendes Material, wie in EN 471 definiert, muss auf der äußersten Oberfläche der Schutzkleidung
angebracht sein, eine Mindestfläche von mindestens 0,13 m2 haben und aus allen Richtungen sichtbar sein,
was durch Umschließen der Arm- und Beinbereiche und des Rumpfbereiches des (der) Kleidungsstückes
(Kleidungsstücke) erreicht wird.

Wenn nicht reflektierendes fluoreszierendes Material oder Material mit kombinierten Eigenschaften
angebracht wird, muss die Fläche des fluoreszierenden Materials mindestens 0,2 m2 betragen und aus allen
Richtungen sichtbar sein, was durch Umschließen der Arm- und Beinbereiche und des Rumpfbereiches des
(der) Kleidungsstückes (Kleidungsstücke) erreicht wird.

10 Kennzeichnung
Schutzkleidung für die Brandbekämpfung im Freien, für die Übereinstimmung mit den Anforderungen dieser
Europäischen Norm besteht, muss nach EN 340:2003 gekennzeichnet werden. Die Kennzeichnung muss
entweder auf dem Kleidungsstück angebracht oder auf einem dauerhaft an der Innenseite des
Kleidungsstücks befestigten Etikett angegeben sein und nach 50 Reinigungszyklen lesbar sein.

13
EN 15614:2007 (D)

Die Kennzeichnung muss folgende Informationen enthalten:

a) Name, Warenzeichen oder andere Arten zur Identifizierung des Herstellers oder seines bevollmächtigten
Stellvertreters;
b) Nennung des Produkttyps, Handelsname oder Code;
c) Größenbezeichnung nach EN 340:2003, Abschnitt 6;
d) Pflegeanweisung des Herstellers und ggf. die Bestätigung, dass die Kleidung industriell gereinigt werden
darf;
e) Kleidung entspricht den Anforderungen von EN 15614:2007;
f) Nummer der Verpackungseinheit;
g) das graphische Symbol nach Bild 1 und darunter das zutreffende Kennzeichen A1 oder A2 oder beide.

Bild 1 — Graphisches Symbol ISO 7000 — 2418

11 Herstellerinformation
Die Schutzkleidung muss an den Kunden grundsätzlich mit schriftlichen Informationen geliefert werden, die
mindestens in der (den) offiziellen Sprachen des Bestimmungslandes abgefasst sein müssen. Sämtliche
Informationen müssen eindeutig sein. Der Hersteller der Kleidung muss so viele Informationen wie möglich
bezüglich Haltbarkeit, insbesondere gegenüber Reinigung, geben. Siehe EN 340:2003, Abschnitt 8 für weitere
Einzelheiten.

In den Fällen, in denen durch Aufbringen einer Ausrüstung die Schutzeigenschaften wieder hergestellt
werden, muss die maximale Anzahl von Reinigungszyklen, nach denen eine Ausrüstung wieder aufgebracht
werden muss, deutlich in den Angaben des Herstellers angegeben werden.

a) Name und Adresse des Herstellers oder seines bevollmächtigten Stellvertreters;


b) vorgesehener Gebrauch des Produkts;
c) Nummer dieser Europäischen Norm, d. h. EN 15614;
d) Art des Gebrauchs;
Prüfungen, die vom Anwender vor Gebrauch durchzuführen sind, falls notwendig;
wie man das Kleidungsstück an- oder auszieht, falls notwendig;
Grenzen des Gebrauchs (z. B. Temperaturbereich usw.);
Lagerungs- und Wartungsanweisungen;
Anweisungen zu Reinigung und/oder Dekontamination;
Trocknungsverfahren;
falls notwendig, eine Warnung vor möglicherweise auftretenden Problemen;
falls sie von Nutzen sein können, müssen bildliche Darstellungen gegeben werden;
Art der für den Transport geeigneten Verpackung;
e) zutreffendes Kennzeichen A1 oder A2 oder beide und die Bedeutung.

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EN 15614:2007 (D)

Anhang A
(informativ)

Messunsicherheit

Die Messunsicherheiten, die mit vielen Prüfverfahren nach dieser Europäischen Norm einhergehen, können
nicht bestimmt werden, solange nicht entsprechende Laborversuche durchgeführt wurden und die
Prüfverfahren entsprechend verbessert wurden. Während einer Übergangszeit müssen die Ergebnisse aller
Prüfverfahren nach dieser Europäischen Norm ohne Messunsicherheiten betrachtet werden.

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EN 15614:2007 (D)

Anhang ZA
(informativ)

Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und den


grundlegenden Anforderungen der EG-Richtlinie 89/686/EWG

Diese Europäische Norm wurde im Rahmen eines Mandates, das dem CEN von der Europäischen
Kommission und der Europäischen Freihandelszone erteilt wurde, erarbeitet, um ein Mittel zur Erfüllung der
grundlegenden Anforderungen der Richtlinie nach der neuen Konzeption 89/686/EWG bereitzustellen.

Sobald diese Norm im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften im Rahmen der betreffenden Richtlinie in
Bezug genommen und in mindestens einem der Mitgliedstaaten als nationale Norm umgesetzt worden ist,
berechtigt die Übereinstimmung mit den in Tabelle ZA.1 aufgeführten Abschnitten dieser Norm innerhalb der
Grenzen des Anwendungsbereichs dieser Norm zu der Annahme, dass eine Übereinstimmung mit den
entsprechenden grundlegenden Anforderungen der Richtlinie und der zugehörigen EFTA-Vorschriften
gegeben ist.

Tabelle ZA.1 — Zusammenhang zwischen dieser Europäischen Norm und der Richtlinie 89/686/EWG

Abschnitte/Unterab- Grundlegende Anforderungen der Erläuterungen/


schnitte dieser EN Richtlinie 89/686/EWG, Anhang II Anmerkungen
4.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.2 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.3 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.4 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.5 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.6 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
4.7 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
5.3 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers
5.3.3 2.4 PSA, die einer Alterung ausgesetzt sind
Schutz gegen Hitze und/oder Feuer
6.2
3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA
Schutz gegen Hitze und/oder Feuer
6.3
3.6.1 Ausgangswerkstoffe und andere Bestandteile der PSA
Schutz gegen Hitze und/oder Feuer
6.3
3.6.2 Gebrauchsfertige vollständige PSA
6.4 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
6.5 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
7.1 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
7.2 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
7.3 1.3.2 Leichtigkeit und Festigkeit der Konstruktion
8.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
8.2 2.2 PSA, die die zu schützenden Körperteile „umhüllen”
9.1 1.2.1 Gefährliche und störende Eigenschaften der PSA
2.13 Für die Signalisierung des Benutzers geeignete
9.2
PSA-Bekleidung
10 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers

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EN 15614:2007 (D)

Tabelle ZA.1 (fortgesetzt)

Abschnitte/Unterab-
Grundlegende Anforderungen der Erläuterungen/
schnitte dieser
Richtlinie 89/686/EWG, Anhang II Anmerkungen
Europäischen Norm
2.12 PSA mit einer oder mehreren direkt oder indirekt
10 gesundheits- und sicherheitsrelevanten Markierungen
oder Kennzeichnungen
11 1.4 Informationsbroschüre des Herstellers

WARNHINWEIS — Für Produkte, die in den Anwendungsbereich dieser Norm fallen, können weitere
Anforderungen und weitere EG-Richtlinien anwendbar sein.

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EN 15614:2007 (D)

Literaturhinweise

[1] EN 469, Schutzkleidung für die Feuerwehr — Leistungsanforderungen für Schutzkleidung für die
Brandbekämpfung

[2] EN 1486, Schutzkleidung für die Feuerwehr — Prüfverfahren und Anforderungen für reflektierende
Kleidung für die spezielle Brandbekämpfung

[3] ISO 11613, Protective clothing for firefighters — Laboratory test methods and performance
requirements

[4] ISO 15538, Protective clothing for firefighters — Laboratory test methods and performance
requirements for protective clothing with a reflective outer surface

[5] EN ISO 15797, Textilien — Industrielles Wasch- und Finishverfahren zur Prüfung von Arbeitskleidung
(ISO 15797:2002)

[6] EN ISO 6330, Textilien — Nichtgewerbliche Wasch- und Trocknungsverfahren zur Prüfung von
Textilien (ISO 6330:2000)

[7] ISO 7000, Graphical symbols for use on equipment - Index and synopsis

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