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Reparatur von Alkylschäden

Wiederholung Alkylschäden: Methyl- oder Ethylgruppenübertragung führen zu Veränderung der


Basenpaarung in Produkten

->6-O- Methylguanin paart zB nicht mit Cytosin, sondern mit Thymin… (GC- Paar wird durch AT- Paar
ersetzt)

Reparatur:

- Die 6-O- Methylguanin-DANN-Alkyltransferase (AGT) kann alkyliertes Guanin in Guanin


überführen (Methylgruppe wird auf Seitenkette des Enzyms übertragen), wobei das Enzym
inaktiviert wird (begeht Selbstmord)
 Wichtige Schutzfunktion gegen die mutagenen Effekte von Alkylierungsmitteln
- Ansonsten können auch Dioxygenasen alkylierte Basen durch oxidative Dealkylierung
reparieren (Methylreste werden als Formaldehyd und Ethylreste als Acetaldehyd freigesetzt)

Basen- Exzisionsreparatur

Geeignet für modifizierte (desaminierte oder oxidierte) Basen

-Erkennung der beschädigten Base (durch spezifische DNA- Glycolyasen, zB Uracil-DNA-Glykolyase ->
erkennt Uracil, das durch Desaminierung aus Cytidin entstanden ist, kein natürlicher Bestandteil der
DNA…)

-Ausschneiden dieser Base unter Bildung einer abasischen Stelle (Enzym spaltet glykosydische
Bindung zwischen Uracil und Desoxyribose)

-Hydrolyse der Phosphordiesterbindungen der abasischen Stelle (AP- Endonuclease hydrolisiert die
5´ gelegene Phosphorsäure- Esterbindung, Einzelstrangbruch…)

-Einfügung eines neuen Nucleotids

(- Short Patch Repair : DNA- Polymerase ß fügt ein passendes Nucleotid ein)

(-Long Patch Repair: DNA- Polymerasen o und e fügen 6 Nucleotide unter Verdrängung der
vorhandenen Basen ein)

-Schließung des verbleibenden Einzelstrangbruchs durch eine DNA- Ligase

Nucleotid-Exzisionsreparatursystem

Bei größeren Basenveränderungen die zu starken Verzerrungen der Doppelhelixstruktur führen

1. Multiproteinkomplex lokalisiert Schädigung


2. Helikase entwindet einen Bereich von ca 25 Basenpaaren
3. Zwei Endonucleasen schneiden Oligonukleotid mit Defekt heraus
4. Reperatursynthese erfolgt über DANN-Polymerasen o und e (zsm mit PCNA und RFC)
5. DANN-Ligase schließt verbleibenden Einzelstrangbruch

Man unterscheidet zwischen globaler Genomreparatur (GGR,nicht transkribierte DANN) und


transkriptionsgekoppelter Reparatur (TCR,transkribierte DANN)
Drei autosomal-rezessiv vererbte, sehr seltene Erbkrankheiten sind durch Defekte im
Nukleotid- Exzisionsreparatursystem bedingt
-Xeroderma Pigmentosum (Defekt in der GGR)
-> UV- Schäden können nicht behoben werden, auf lichtexponierter Haut treten
Pigmentverschiebungen und Tumoren auf, da es keine kausale Therapie gibt, müssen die
Betroffenen Sonnenlicht meiden „Mondscheinkinder“
-Cockayne- Syndrom (Defekt bei TCR), Hautschäden durch Licht, keine Tumoren, aber
verlangsamte Entwichlung, vorzeitiges altern, früher Tod
-Trichothiodystropie (Defekt bei TCR),erhöhte Lichtempfindlichkeit, Schwefelmangel->
brüchige Haare und Nägel

Kontrolle der Replikationsgenauigkeit und Fehlerpaarungsreparatur (Mismatch- Reparatur)

Die Replikation muss ein sehr genauer Prozess sein, damit das Erbmaterial über viele
Generationen erhalten bleibt
Bei RNA- Synthese Fehlerrate um Faktor 100000 höher als bei DANN-Synthese (1:10^10), da
sich Fehler hier nicht über Generationen fortpflanzen
Replikationsfehler ergeben keine veränderten Basen, sondern Fehlpaarungen und
Insertionen/ Deletionen „normaler“ Basen
Der neu synthetisierte Tochterstrang muss daher identifiziert und die Sequenz an den
Elternstrang angeglichen werden.
Kontrollen während Replikation
-1. Kontrolle DANN- Polymerasen achten auf korrekte Basenpaarung
-2. Kontrolle: eukariyonten: DANN Polymerasen l, o und e lesen Korrektur und
entfernenfalsch eingebaute Basen durch die Exonuclease- Aktivität
-3. Kontrolle: neusynthetisierte Stränge werden nochmal auf Fehlerpaarungen und
Isertion/Deletion untersucht, dann wird das geschädigte Stück ggf herausgeschnitten und
repariert, dies geschieht durch das Zusammenwirken mehrerer Proteine

Defekte in der Fehlerpaarungskorrektur beim Menschen führen zu einem erhöhten Risiko


am erblichen nichtpolypösen Dickdarmkrebs zu erkranken, Risiko bei einem solchen Defekt
an Dickdarmkrebs zu erkranken 80%...

Reparatur von Doppelstrangbrüchen

Doppelstrangbrüche bedrohen die Stabilität des Genoms. Es entstehen Lücken, da an diesen


Stellen die Replikation stoppt.
Die verloren gegangene Information kann nicht vom Komplementärstrang rekonstruiert
werden!
Zwei Mechanismen:
-homologe Rekombination erfolgt zwischen den Schwesterchromatiden in der S- und G2-
Phase und ist fehlerfrei
-> wenn an homologer Rekombination beteiligte Proteine durch Mutationen nicht
funktionsfähig kommt es vermehrt zu Chromosomenbrüchen und Abberationen wodurch
u.a. das Risiko für Brustkrebs sich verzehnfacht
-nicht homologe End-zu -End verbindung kann in jeder Phase des Zellzyklus ablaufen, kann
aber auch zu Fehlern führen wenn kein glatter Bruch mit freien Enden vorliegt, da dann die
Enden passend gemacht werden müssen, was zu kleinen Deletionen führen kann