Sie sind auf Seite 1von 2

Wahlmodul Bienen : Das Bienenvolk

Brutentwicklung
Vom Ei zur Biene
Alle drei Bienenwesen (Königin, Arbeiterin, Drohn) machen in ihrer Entwicklung
mehrere Verwandlungen durch (vollständige Metamorphose). Sie umfasst die
Stadien:
Ei ► Larve ► Puppe ► Imago
Grundsätzlich sind die einzelnen Entwicklungsvorgänge bei den drei verschiedenen
Bienenwesen gleich. Verschieden sind nur die Entwicklungszeiten.

Das Ei
Das Ei ist nur 1,3 bis 1,8 mm lang und leicht gebogen. Da die Eier wie kleine Stifte
aussehen sagen wir auch, dass die Königin die Zellen „bestiftet".
Am ersten Tag steht das Ei beinahe senkrecht in der Zelle, am 2.Tag neigt es sich
schräg und am dritten Tag liegt das Ei fast am Boden der Brutzelle.

Die Entwicklung im Ei
Während der ersten drei Tage wächst der Embryo im Ei und verbraucht dabei den
proteinreichen Dotter.

Die Larve
Am 4. Tag schlüpft aus dem Ei eine 0,3 Milligramm schwere Larve. Sie muss von
Ammenbienen gefüttert werden.
Sie wird in den ersten Tagen mit Futtersaft gefüttert. Sie schwimmt in Seitenlage auf
dem Futtersaft, die Atemöffnungen oben.
Vom vierten Tag an wird auch Pollen dem Futter beigemischt. Wie im Schlaraffenland
frisst die Larve und wächst dabei schnell.
Die Larve wird ständig umsorgt und nimmt in den nächsten Tagen sehr schnell und
sehr stark zu.

Von der Rund- zur Streckmade (Dabei häutet sich die Made mehrmals)
Am 6. Tag füllt sie bereits den ganzen Zellboden aus (Rundmade).
Um den 8. Tag wird die Zelle einer Arbeiterin verdeckelt, also mit einem
luftdurchlässigen Wachsdeckel verschlossen. Die Made wird nun nicht mehr gefüttert
und braucht Ruhe.

Nun streckt sie sich (Streckmade) der Länge nach in der Zelle. Diese Streckung
vollzieht sich allerdings im Verborgenen. Der Imker bezeichnet solche geschlossenen
Zellen als gedeckelte Brut im Gegensatz zur offenen Brut zu Beginn der Larvenzeit.
Am Ende des Larvenstadiums spinnt sich die Made in einen Kokon ein.

Innerhalb dieses Kokons durchlebt sie eine neuerliche Verwandlung. Aus dem
wurmartigen Gebilde der Larve wird etwas ganz Neues und Andersartiges.
Franken M. Seite 12
Wahlmodul Bienen : Das Bienenvolk

Die Puppe – Nymphe


So nennt man das Entwicklungsstadium, welches beginnt, nachdem sich die
Streckmade in ihrer Zelle eingesponnen hat.

Um den 15. bis 16. Tag findet die Häutung zur Puppe (auch: Nymphe) statt. Sie gleicht
äußerlich bereits einer erwachsenen Biene.
Im Puppenstadium findet die sogenannte Metamorphose statt. Damit wird die
Verwandlung von der Puppe zur erwachsenen Biene (Imago) bezeichnet.

Diese Verwandlung wird durch Hormone gesteuert und ist mit einem tiefgreifenden
Umbau der Organe und Muskeln verbunden.
In völliger Ruhe (Puppenruhe) verwandelt sich die Puppe zum fertigen Insekt.
Deutlich erkennt man die Dreiteilung des späteren Tieres (Kopf - Brust - Hinterleib).
Auch die Beine sind schon angedeutet.

Zum Schluss färben sich die Augen dunkel und am 21. Tag (bei der Arbeiterin) häutet
sich die Puppe ein letztes Mal.
Die fertige Biene nagt den Kokon-Wachsdeckel durch und schlüpft heraus.

Die Biene schlüpf


Nach dem Abschluss der Metamorphose erfolgt die 6. und letzte Häutung. Die Biene
schlüpft aus der Puppenhaut und verlässt nach 21 Tagen ihre Zelle. Die Jungbiene hat
eine hellgraue Farbe und ihr Körper ist noch weich. Ihre typische Färbung bekommt
sie mit dem Aushärten des Chitin-Panzers.
So eine frisch geschlüpfte Biene tapst noch etwas unbeholfen über die Waben.
Zunächst breitet sie ihre Flügel aus und lässt sie trocknen. Nicht lange danach beginnt
sie, ihr Haarkleid zu putzen.

Ein arbeitsreiches Leben nimmt seinen Anfang


Junge Bienen erkennt der Imker an den hellen Haaren auf dem Brustteil. Durch die
viele Arbeit verlieren sie sie allmählich. Alte, abgearbeitete Bienen sind vielfach kahl
und schwarz glänzend.

Unterschiede in der Entwicklungsdauer


Im Prinzip läuft die Entwicklung bei den drei Bienenwesen gleich ab, es gibt aber
Unterschiede in der Entwicklungsdauer. Das Ei-Stadium dauert bei Königin, Arbeiterin
und Drohne gleich lang, nämlich drei Tage. Auch beim Larvenstadium gibt es noch
keine wesentlichen Unterschiede. Aber bei der Dauer des Puppenstadiums zeigt sich,
dass es bei der Königin um einige Tage kürzer, bei der Drohne um einige Tage länger
dauert als bei der Arbeiterin.

Franken M. Seite 13