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Handlungsbedarf bei Brustkrebs

Stichworte: Antihormontherapie, Tamoxifen, Cyvlin D1,Früherkennung, Bluttest, Haarausfall

Letzte Aktualisierung durch Elisabeth Rieping: 10.09.2005

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Handlungsbedarf bei Brustkrebs

Erhöhte Rückfallwahrscheinlichkeit durch Tamoxifen


Eine Untergruppen der Frauen, die wegen Hormon abhängigem Brustkrebs
Tamoxifen verordnet bekommt, profitiert nicht von der Therapie, sondern hat
schwere Nachteile zu befürchten.

Das Wachstum von Tumorzellen, in denen das Gen Cyclin D1 amplifiziert ist, wird
nämlich durch Tamoxifen stimuliert und die betroffenen Frauen müssen befürchten,
durch die Tamoxifen-Therapie häufiger einen Rückfall zu erleiden als ohne
Tamoxifenbehandlung.
Test auf Cyclin D1Amplifikation
Es wäre sinnvoll, vor Beginn der Therapie zu testen, ob das Cyclin D1 Gen
amplifiziert ist oder nicht.

Insofern wäre es gut, zu dieser Fragestellung einen Test zu entwickeln, der am


Tumormaterial gemacht werden könnte.
Haarausfall unter Einnahme von Aromatasehemmern
Propecia als Medikament zur Behandlung von Haarausfall bei Frauen, die wegen

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Brustkrebs Aromatasehemmer (z.B. Arimidex) nehmen müssen:

Dieses Medikament wird normalerweise bei Männern eingesetzt, die durch


Testosteron Haarausfall bekommen.

Frauen, die um den Östrogenspiegel zu senken, Aromatasehemmer nehmen müssen,


leiden, wenn sie das Gen haben, das den Testosteron bedingten Haarausfall bei
Männern verursacht, auch unter Haarausfall.

Deshalb habe ich am 09.09.2005 folgende Anfrage an die amerikanische Firma


Merck, die das Medikament herstellt und verschreibt gestellt:
Anfrage
Betrifft die Einnahme von Propecia von Frauen, die wegen Brustkrebs
Aromatasehemmer nehmen müssen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre Firma stellt ein Medikament namens Propecia her.

Frauen mit Brustkrebs, die Aromatasehemmer benutzen müssen, leiden durch den
Anstieg des Testosteronspiegels, so sie das Gen haben, dass auch bei Männern unter
Testosteroneinfluss zu Haarausfall führt, auch unter dem Ausfall der Haare. Und
zwar leiden sie, da der Haarausfall bei Frauen ja wesentlich ungewöhnlicher ist,
wesentlich mehr.

Deshalb meine Frage: Gibt es Erfahrungen zur Propecia Einnahme von Frauen, die
Aromatasehemmer nehmen müssen?

Sind eventuell Studien geplant, an denen Frauen teilnehmen könnten?

Sind durch den Wirkungsmechanismus gefährliche Nebenwirkungen zu befürchten,

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insbesondere ein Anstieg des Östrogenspiegels?

Mit freundlichen Grüssen


Elisabeth Rieping
Ergebnis
Propecia darf für Frauen nicht verschrieben werde, weil ein möglicher männlicher
Fötus dadurch an Hypospadie erkranken könnte. Das ist eine Missbildung der
Geschlechtsorgane.

Eine Schwangerschaft muss vor der Verordnung deshalb mit Sicherheit


ausgeschlossen sein.

Eine Studie an Frauen, die Aromatasehemmer nehmen müssen, ist auch nicht
geplant, weil die Firma nur noch für zwei Jahre die Patentrechte hält, und sich eine
Studie deshalb kaum noch lohnen würde.
Weitere Ergebnisse
Obwohl das Medikament für Frauen nicht zugelassen ist, wird es wohl gelegentlich,
zum Beispiel wenn eine Schwangerschaft völlig ausgeschlossen ist, weil Gebärmutter
oder Eierstöcke entfernt wurden, an Frauen verschrieben, die Aromatasehemmer
nehmen müssen.

Es wäre gut, wenn wenigstens Berichte über die Folgen dieser Einnahme gesammelt
würden, damit in Zukunft auch ohne Studie auf mehr Datenmaterial zurückgegriffen
werden könnte.
Ein Problem der Früherkennung
Heute gibt es im Wesentlichen zwei Verfahren, durch die Brustkrebs festgestellt
wird. Einmal durch Tasten und zum anderen durch bildgebende Verfahren wie
Mammographie, Ultraschall und MRT.

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Leider versagen diese Verfahren oft und zwar nicht, weil sie falsch interpretiert
werden, sondern weil die Tumore sich im Bild einfach nicht darstellen.

Tasten und bildgebende Verfahren setzen beide einen ziemlich großen Tumor voraus,
den man tasten oder sehen kann und der deshalb schon sehr viele Zellen enthalten
muss.
Bluttest zur Ergänzung der Bildgebenden Verfahren
Eine Verbesserung könnte hier die Entwicklung eines Bluttestes zur frühen
Erkennung von Tumormarkern sein. Es scheint Proteine zu geben, die schon früh von
Tumorzellen ins Blut abgegeben werden, zum Beispiel das Mammaglobin, das oft
schon früh im Blut entdeckt werden kann.

Durch sie könnte sich eine Möglichkeit bieten, Tumore zu finden, die sich in
bildgebenden Verfahren unzureichend darstellen.

http://web.archive.org/web/*/http://www.erieping.de/handl1.htm

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