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Mindestsicherung

Im besonderen für den Bereich des Landes Wien

Quellen:

Peter Resetarits und Diverse: Mein großer Rechtsratgeber Linde Verlag, 4. Auflage, Wien, 2014 BM für Justiz: Alles was Recht ist, Wien, März 2013 Arbeiterkammer, https://www.arbeiterkammer.at/

Help gv at: https://www.help.gv.at

Wien at: https: //www.wien.gv.at/gesundheit/leistungen/mindestsicherung

Ich weise darauf hin, dass alle meine Infos, trotz gewissenhafter Recherchen ohne Gewähr erfolgen!

Die Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung der Länder teilt sich in zwei große Bereiche auf:

Die sogenannte "offene Sozialhilfe bzw.

Mindestsicherung",

die an Privathaushalte geleistet wird,

und

die sogenannte "stationäre Sozialhilfe", bei der es vornehmlich um die Unterstützung von

pflegebedürftigen Menschen in Heimen geht,

wenn die Bewohnerinnen/Bewohner die Kosten

aus ihren eigenen Mitteln nicht selbst zur Gänze

tragen können.

Mindestsicherung

und

Wohnbeihilfe

Mobilpass

Wiener Mindestsicherung NEU

Durch das Scheitern einer gemeinsamen

15a-Vereinbarung zur Mindestsicherung ist die bundesweite Regelung mit Ende des

Jahres 2016 ausgelaufen. Dadurch kam es zu einem

Auseinanderdriften der Voraussetzungen

für die Mindestsicherung in Österreich.

Die Mindestsicherung soll neben

der finanziellen Unterstützung zur

Sicherung des Lebensunterhalts

und Wohnbedarfs auch intensive

Förderung bei der Jobsuche sowie sozialarbeiterische Beratung und

Unterstützung bieten.

Für die Prüfung des Anspruchs auf

Mindestsicherung ist ein

schriftlicher Antrag erforderlich.

Wer hat Anspruch?

Österreichische Staatsbürgerinnen und Staatsbürger oder

gleichgestellte Personen mit

rechtmäßigem Aufenthalt, wenn sie

dauerhaft in Wien leben

(Hauptwohnsitz oder ständiger

Aufenthalt) und

ihr Einkommen unter dem jeweiligen Mindeststandard liegt

Wo erhalte ich ein

Antragsformular?

In den Wiener Sozialzentren

Im Einzelfall und nach individueller Prüfung können Menschen in einer Notlage eine Förderung als Hilfe in besonderen Lebenslagen

erhalten, z. B. für

Mietrückstände (zur Abwendung einer

Delogierung)

Instandsetzung der Wohnung und Installationen

Beschaffung einer Unterkunft

Kosten im Zusammenhang mit der

Energieversorgung Nachzahlung von Pensionsbeiträgen zur

Erlangung einer Pension

Ein Tipp:

Wer in Krisen und prekären Lebens- und Wohnsituationen Beratung und

Betreuung braucht, kann sich an

diplomierte SozialarbeiterInnen in

den Sozialzentren wenden.

Verfahrensablauf

Der ausgefüllte und unterschriebene Antrag mit

den kopierten Unterlagen kann in dem nach der

Wohnadresse zuständigen Sozialzentrum abgegeben, in den Postkasten des

Sozialzentrums eingeworfen oder mit der Post

an das Sozialzentrum geschickt werden. Nach

Abschluss des Prüfverfahrens wird die

Entscheidung schriftlich mitgeteilt. Unvollständige Anträge können nicht bearbeitet

werden.

Ein wichtiger Tipp:

Immer alle Briefe beantworten,

nichts liegen lassen,

jeder Einladung Folge leisten!!!!

Folgende Unterlagen von allen im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen müssen dem Antrag in Kopie beigefügt werden:

Identitätsnachweis und Personaldokumente

(Meldebestätigung, Geburtsurkunde, Staatsbürgerschaftsnachweis bzw.

Anmeldebescheinigung, Heiratsurkunde,

rechtskräftiges Scheidungsdekret, Vergleich) Aktuelle Einkommensbelege, aus denen das

monatliche Nettoeinkommen ersichtlich ist

(Lohnbestätigung, Pensionsbescheid, Bescheide über Beihilfen, Alimentations- oder Unterhaltszahlungen,

Mitteilung des AMS und Terminkarte, Krankengeld,

Kinderbetreuungsgeld, sonstige Einkünfte)

Folgende Unterlagen von allen im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen müssen dem Antrag in Kopie beigefügt werden:

Mietbelege (Mietvertrag, Nachweis über die Höhe der

aktuellen Miete, Mietaufschlüsselung, Mietzins- /Wohnbeihilfebescheid) und Nachweise über beantragte Leistungen (Anträge auf Pension, Leistungen des AMS,

Leistungen der Krankenkasse (z. B. Kinderbetreuungsgeld, Krankengeld, Wohnbeihilfe der MA 50, Unterhalt) Nachweise über Vermögen (z. B. PKW, Sparguthaben,

Bausparverträge, Lebensversicherungen, Pensionsvorsorge,

Haus- und Grundbesitz usw.) Begründung des Antrages (z. B. Ursache der Notlage, was

wurde zu deren Überwindung bereits versucht, was wird

benötigt, eventuell Kostenvoranschläge beifügen usw.)

Erledigungsdauer

Die Dauer der Erledigung richtet sich danach, ob alle Unterlagen vollständig und

fristgerecht vorgelegt wurden.

Die Berechnung der Leistung erfolgt unter Anwendung der jeweiligen Mindeststandards.

Diese setzen sich bei volljährigen Personen aus

einem Betrag zur Deckung des Lebensunterhalts und einem Grundbetrag zur Deckung des Wohnbedarfs zusammen.

Höhe der BMS 2016

Alleinstehende, Alleinerzieherinnen oder

Alleinerzieher: 837,76 Paare: 628,32 pP oder insgesamt 1.256,64

Kinder (pro Kind): 226,20

In diesen Summen ist bei Volljährigen der Wohnkostenanteil enthalten (209,44

für Alleinstehende, für Paare 314,16)

Betrachtet man die durchschnittliche Bezugsdauer über ein Jahr, bezogen Bedarfsgemeinschaften (wie Familien oder Lebensgemeinschaften) im

Jahresschnitt

584.

Der Mindeststandard für Alleinstehende, Alleinerzieherinnen oder Alleinerzieher richtet sich nach der ASVG-

Mindestpension. Zusätzlich können Pensionistinnen und

Pensionisten Mindestsicherung-Mietbeihilfe für Pensionsbezieherinnen und Pensionsbezieher beantragen.

Die Mindestsicherung wird zwölf Mal pro Jahr ausbezahlt.

Männer, die das 65. Lebensjahr beziehungsweise Frauen, die

das 60. Lebensjahr vollendet haben und volljährige Personen,

die für mindestens ein Jahr für arbeitsunfähig befunden wurden, erhalten pro Jahr zusätzlich zwei Sonderzahlungen in

der Höhe des Mindeststandards.

Anrechnung von Einkommen und Vermögen

Bei der Berechnung des Anspruchs auf Mindestsicherung werden das Einkommen und das verwertbare Vermögen aller im gemeinsamen Haushalt lebenden Personen

(Ehepartnerin/Ehepartner, Lebensgefährtin/Lebensgefährte, verpartnerte Personen, minderjährige Kinder) berücksichtigt. Zum Einkommen zählen beispielsweise

Löhne, Gehälter, Arbeitslosengeld, Notstandshilfe,

Krankengeld, Pensionen, Unterhaltszahlungen, Kinderbetreuungsgeld, Diverse Beihilfen

Liegt das Einkommen unter dem in der Verordnung gemäß

Wiener Mindestsicherungsgesetz festgesetzten Betrag,

können ergänzende Mindestsicherungsleistungen in

Anspruch genommen werden, damit ein Mindesteinkommen

in Höhe des Mindeststandards gesichert ist.

Bezieherinnen und Bezieher der

Mindestsicherung erhalten

auch automatisch den Mobilpass zuerkannt.

Der Mobilpass

Gültigkeitsdauer des Mobilpasses

Sechs Monate: Für arbeitsfähige Bezieherinnen und Bezieher der Mindestsicherung Bis zu zwei Jahren: Für arbeitsunfähige Bezieherinnen und Bezieher der

Mindestsicherung bzw. Mietbeihilfe der MA 40

Bis zu fünf Jahren: Für Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten Antragstellung bzw. Verlängerung der Gültigkeit

Kein Antrag erforderlich Volljährige Bezieherinnen und Bezieher der Mindestsicherung (mit zumindest einmonatigem Bezug) und Mietbeihilfe der MA 40 erhalten den Mobilpass im Rahmen der Mindestsicherung. Der Mobilpass wird per Post zugesandt.

Gültigkeitsdauer des Mobilpasses

Antrag erforderlich

Bezieherinnen und Bezieher einer Mindestpension (Pension mit Ausgleichszulage), die keine Mietbeihilfe beziehen können einen Mobilpass beantragen.

Da der Mobilpass befristet ist, muss sechs Wochen vor Ablauf der Gültigkeit ein Verlängerungsantrag gestellt werden.

Zusätzliche, wichtige Informationen zum Mobilpass

Der Mobilpass ist nicht übertragbar und nur gültig in

Verbindung mit einem amtlichen Lichtbildausweis.

Mobilpass und Lichtbildausweis sind bei Kontrollen unbedingt vorzuweisen.

Vorteile mit dem Mobilpass:

Ermäßigte Monatskarte und Fahrt mit Halbpreisfahrscheinen

bei den Wiener Linien

Ermäßigte Jahreskarte bei den Büchereien Wien (MA 13) Ermäßigter Eintritt bei den Städtischen Bädern (MA 44) Nachlass von 50 Prozent bei der Hundeabgabe (Hundesteuer) für maximal einen Hund Preisermäßigung bei allen Kursen und Vorträgen der Wiener Volkshochschulen (VHS)

Wohnbeihilfe

Für mit öffentlichen Geldern gebaute Wohnungen, wenn

dafür Förderungskredite mit der Miete zurückbezahlt werden. Für mit öffentlichen Geldern sanierte Wohnungen, wenn dafür Förderungskredite mit der Miete zurückbezahlt werden. Für ungeförderte Wohnungen. Die Wohnbeihilfe für ungeförderte Wohnungen heißt "Allgemeine Wohnbeihilfe".

Sie bekommen die Wohnbeihilfe jeweils immer für höchstens

2 Jahre. Danach müssen Sie einen neuen Antrag stellen. Sie können Wohnbeihilfe auch für einen kürzeren Zeitraum

bewilligt bekommen, wenn Sie zum Beispiel Arbeitslosengeld

oder Krankengeld bekommen.

Voraussetzungen für die Wohnbeihilfe

Voraussetzungen Wohnbeihilfe :

Sie haben einen Mietvertrag, Nutzungsvertrag. Ihr Mietvertrag, Nutzungsvertrag ist beim Finanzamt gemeldet und die Gebühr dafür bezahlt. Sie sind bereits in der Wohnung gemeldet, für die Sie Wohnbeihilfe bekommen wollen. Sie bezahlen bereits Miete, Nutzungsentgelt oder Kreditraten. Sie können aber auch um Wohnbeihilfe

ansuchen, wenn Sie schon Mietschulden haben.

Achtung: Wird der Wohnungsaufwand zum Beispiel von Ihren Eltern getragen, besteht keine Belastung

durch Wohnungskosten.

Ihr Einkommen = Mindesteinkommen.

Der Grundbetrag zur Deckung des Wohnbedarfs

beträgt für:

Alleinstehende, Alleinerzieherinnen oder Alleinerzieher: 211,12 Euro

Paare (pro Person): 158,34 Euro

Personen, die das Regelpensionsalter erreicht

haben oder auf die Dauer von mindestens

einem Jahr arbeitsunfähig sind: 114 Euro

Volljährige Kinder mit Anspruch auf

Familienbeihilfe: 105,56 Euro

Sollte Ihnen eine Bedarfsorientierte Mindestsicherung derzeit

oder zukünftig gewährt werden, kann es

zu einer Kürzung oder Einstellung der Wohnbeihilfe kommen, da ein Teil der Bedarfsorientierten Mindestsicherung

zur Deckung des Wohnbedarfs zu verwenden ist.

Beispiel:

Ein Personen-Haushalt; 32,84 Quadratmeter große Gemeinde Wien-Wohnung Hauptmiete zuzüglich Betriebskosten und Umsatzsteuer 232,00 Euro

Wohnbeihilfe - 83,41 Euro

fixer Grundbetrag für Wohnbedarf (Wr. Mindestsicherungsgesetz) - 203,50 Euro

notwendige Wohnbeihilfe Reduktion 54,91 Euro

Wie sehen die Sozialleistungen in Wien aus?

BezieherInnen 2016

• 22 % aller BMS-BezieherInnen sind asylberechtigte Personen sowie subsidiär

Schutzberechtigte (AsylwerberInnen haben KEINEN Anspruch

auf die BMS). • Nur 9,5 % sind VollbezieherInnen und leben ausschließlich von der Mindestsicherung.

77,9 % sind ErgänzungsleistungsbezieherInnen und

bekommen einen Teil der Mindestsicherung zu ihren anderen Einkünften

(etwa Arbeitslosengeld,

Notstandshilfe, Erwerbseinkommen) aufgestockt, damit sie auf die

Höhe von 837,76 bzw. 1.256,64 Euro kommen. Der Rest

(12,6%) verteilt sich auf Mietbeihilfe, Dauerleistung und Hilfe

in besonderen Lebenslagen.

Wiener Energieunterstützung

Bezieherinnen und Bezieher einer Mindestsicherung sowie

Mindestpensionistinnen und Mindestpensionisten mit

Mobilpass können dabei nach individueller Überprüfung durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Abteilung

Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht (MA 40) im Rahmen

der Wiener Energieunterstützung von folgenden Maßnahmen profitieren:

Finanzielle Unterstützung bei Energiekostenrückständen Energieberatung sowie Maßnahmenfinanzierung nach dem im Haushalt erhobenen Bedarf

Tipps:

1.

Tipp

Lassen Sie sich bitte nicht entmutigen, wenn

nicht von Anfang des Ansuchens alles

reibungslos funktioniert.

Tipps:

2. Tipp

Lassen Sie sich nicht abwimmeln, von

mündlichen Aussagen, sondern verlangen Sie

immer ein Formular zum ausfüllen und einen

schriftlichen Bescheid.

Tipps:

3. Tipp

Wenn Sie einen abschlägigen Bescheid

bekommen, bekämpfen Sie diesen. Dabei halten

Sie unbedingt die Fristen ein!

Tipps:

4. Tipp

Bevor Sie um die Mindestsicherung ansuchen,

versuchen Sie ein handfesten ärztliches

Gutachten, Attest, nach Möglichkeit von einem zertifizierten und gerichtlich beeidigten

Sachverständigen erstellen zu lassen.