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Musik aus den Anden

Die Anden von Südamerika durchziehen sieben Länder des Kontinents in Nord-Süd-Richtung
von Venezuela über Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien, Argentinien bis Chile. Es ist das längste
kontinentale Gebirge der Welt. Die Anden bieten ein einzigartiges Ökosystem mit einer reichen
Artenvielfalt. Der höchste Berg der Anden ist der 6961 m hohe Aconcagua, in Argentinien an der
Grenze zu Chile. Typische Tiere in den Anden sind das Alpaka, das Guanaco, das Vikunja
(Vicuña), das Lama und mit einer atemberaubenden Flügelspanne von bis zu 3m ist der
Andenkondor der größte, flugfähige Vogel und der König der Lüfte Südamerikas.
Andine Musik
Als Andine Musik bezeichnet man bestimmte Musikstile der Andenländer im Nordwesten
Südamerikas, insbesondere die von Bolivien, Peru und Ecuador, die ein gemeinsames
traditionelles Erbe aufweisen. In präkolumbischer Zeit entwickelten sich in der Andenregion
diverse Tänze und Musikformen, die auf der so genannten Obertonharmonik basierten. In der
Obertonharmonik orientieren sich die Tonleitern nicht an mathematisch bedingten Skalen wie
Ganz- oder Halbtönen, sondern an den Obertönen eines Grundtones. Obertöne sind Töne, die
beim Spielen eines Grundtones mitklingen. Sie entsprechen einem Vielfachen der Frequenz des
Grundtons. Die wichtigsten Obertöne eines Grundtons sind folgende: kleiner Ganzton, großer
Ganzton, kleine Terz, großer Terz, Quart, Quint, Oktave.
Musikinstrumente
Die Instrumente dieser Zeit waren ausschließlich Perkussion- und Blasinstrumente, besonders die
diverser Flöten und Panflöten (Siku). Mit dem Eintreffen der Spanier im 15. Jahrhundert
vermischten sich diese Stile mit den für Europa typischen Musik- und Harmonieformen. Die
Musik integrierte Saiteninstrumente wie das Charango (eine kleine Mandolinenform) und die
Gitarre.
- Siku oder Zampoña: eine Panflöte, von der es verschiedene Größen gibt.
- Quena: eine Kerbflöte aus Holz oder Bambus mit besonderer Anblastechnik.
- Charango: Kleines, mandolinenähnliches Saiteninstrument, dessen Korpus aus dem Panzer
eines Gürteltieres (oder Holz) hergestellt wird.
- Bombo: große Trommel, bespannt mit Schaf- oder Ziegenfell.
- Chullus: Schnurrassel aus mehreren zusammengebundenen Ziegenkrallen.
- Caña: ein Blasinstrument von den Ausmaßen eines Alphorns, hergestellt aus Naturrohr und
Schweineschwanz für die Bildung des Ausgangs.
Tänze und Rhythmen
Huayno: Beliebter Tanz im 2/4-Takt. Wird besonders im Titikakaseegebiet und Bolivien auch
Huayño oder Wayño genannt.
Carnavalito: Schneller Tanz im 3/8-Takt, ursprünglich aus dem Tiefland Boliviens, der sich in
der Folklore der Andenländer großer Beliebtheit erfreut.
Saya: Relativ schneller Tanz, der in einer Mischform zwischen 4/4- und 12/8-Takt vorgetragen
wird und deswegen sehr funky klingt.
Es gibt eine Reihe weiterer Rhythmen, z. B. Chuntunqui, Cueca, Kantu, Morenada, Sicuri,
Tonada, Tinku, Yaravi.
Quelle:
- Origen de la música en los Andes. César Bolaños. : Fondo Editorial del Congreso del Perú.
Lima 2007.
- https://de.wikipedia.org/wiki/Andine_Musik