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Der Raum in der Architektur

Das Wort Raum kommt aus dem Althochdeutschen “rūmi“ und bedeutet so
viel wie „weit“ oder „geräumig“.
In der Architektur ist der Raum das Primäre Medium.
Im fernen Osten heißt es, dass erst der leere Raum das Wesen der
gestalteten Form ist. So ist bei LAO-TSE zu lesen: „Aus Ton entstehen
Töpfe, aber das Leere in ihnen erwirkt das Wesen des Topfes. Mauern mit
Fenstern und Türen bilden das Haus, aber das Leere zwischen ihnen erwirkt
das Wesen des Hauses.“

Man unterscheidet in der Architektur zwei Raum-Definitionen:


- Den inneren Teil des Bauwerkes, der von Wänden, der Decke und
dem Boden begrenzt wird, also den Innenraum und
- einen von verschiedenartigen Baukörpern begrenzten im
städtebaulichen oder dörflichen Gefüge eingebetteten Außenraum.

Der Außenraum ist durch den Ort definiert, durch welchen es eine
Beziehung zu seiner Umwelt, zur Landschaft und zum städtebaulichen
Kontext hat. Er fügt sich in den Außenraum ein und tritt in einen „Dialog“ zu
den anderen Bauten oder aber er hebt sich vom restlichen Raum deutlich ab
und dominiert.
Dies kann durch die Größe, Form, Ausdehnung und Materialeinsatz
geschehen.
Während man früher bei der Wahl des Bauplatzes kultische und schützende
Funktionen berücksichtigen musste, muss der Architekt von heute zumeist
nur noch Bau-Lücken füllen.

Der Innenraum wird wie der Außenraum auch durch Bewegungen


erschlossen. Hierbei ist der Weg, welcher der Mensch im Raum zurücklegt
entscheidend.
Die Wirkung erhält der Innenraum allerdings nur durch seine
Dimensionierung und seine Ausstattung und Farb-und Materialgestaltung.
Beispielsweise können Räume mit extremen Dimensionen sich auf Gefühle
des Menschen auswirken. Sie können so Schwindel erregen, wenn er zu
hoch ist oder bedrückend, wenn er zu niedrig ist, endlos lang oder
bedrängend schmal sein.
Bei der Anordnung von Räumen unterscheidet man zwischen der
funktionalen Zuordnung, integrierter Einheit und räumlicher Verkettung.

Private Wohnhäuser, „sogenannte Architektenhäuser“ werden heute meist


als Kompromiss zwischen funktionaler Zuordnung (Bad, Schlafraum,
Toilette) und integrierter Einheit (Küche, Ess- und Wohnraum) konzipiert.
Verschiedene Nutzungszwecke werden damit in einem Raum
zusammengeführt.

Durch verschiedene Kompositionen, offene Grundrisse, Durchdringung von


Räumen, große Fensterflächen und entsprechende Öffnungen zum
Außenraum kann ein Baukörper einladend und offen wirken oder aber
verschlossen, abwehrend, festungsartig, wenn sich die Räume nach innen
auf einen Hof oder mehrere Höfe öffnen.
Beispiele aus dem Altertum sind die Atriumhäuser Griechenlands und Roms
oder Gebäude in den islamischen Kulturen, z. B. die Alhambra in Granada
oder marokkanische Wohnhäuser.

Alisa Gehm

Buchquellen:
Architekturtheorie von Dietrich Erben 2017,
Architekturtheorie von Achim Hahn 2008
Internetquellen:
https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/kunst/artikel/gestaltung-der-architektur-raum