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AD 2000-Merkblatt

© Beuth Verlag GmbH, 10772 Berlin www.beuth.de

ICS 23.020.30

Ausgabe Februar 2004

Sonderfälle

Allgemeiner Standsicherheitsnachweis für Druckbehälter

Nachweis für liegende Behälter auf Sätteln

AD 2000-Merkblatt

S 3/2

Die AD 2000-Merkblätter werden von den in der „Arbeitsgemeinschaft Druckbehälter“ (AD) zusammenarbeitenden, nachstehend genannten sieben Verbänden aufgestellt. Aufbau und Anwendung des AD 2000--Regelwerkes sowie die Verfahrensrichtlinien regelt das AD 2000-Merk- blatt G1. Die AD 2000-Merkblätter enthalten sicherheitstechnische Anforderungen, die für normale Betriebsverhältnisse zu stellen sind. Sind über das normale Maß hinausgehende Beanspruchungen beim Betrieb der Druckbehälter zu erwarten, so ist diesen durch Erfüllung besonderer Anforderungen Rechnung zu tragen. Wird von den Forderungen dieses AD 2000-Merkblattes abgewichen, muss nachweisbar sein, dass der sicherheitstechnische Maßstab dieses Regelwerkes auf andere Weise eingehalten ist, z.B. durch Werkstoffprüfungen, Versuche, Spannungsanalyse, Betriebserfahrungen.

Fachverband Dampfkessel-, Behälter- und Rohrleitungsbau e.V. (FDBR), Düsseldorf Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften e.V., Sankt Augustin Verband der Chemischen Industrie e.V. (VCI), Frankfurt/Main Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA), Fachgemeinschaft Verfahrenstechnische Maschinen und Apparate, Frankfurt/Main Stahlinstitut VDEh, Düsseldorf VGB PowerTech e.V., Essen Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V. (VdTÜV), Berlin

Die AD 2000-Merkblätter werden durch die Verbände laufend dem Fortschritt der Technik angepasst. Anregungen hierzu sind zu richten an den Herausgeber:

 

Verband der Technischen Überwachungs-Vereine e.V., Postfach 10 38 34, 45038 Essen.

 

Inhalt

 

0 Präambel

5

Nachweis des Zylinder s im Sattelbereich

1 Geltungsbereich

6

Nachweis des Sattels

2 Allgemeines

 

3 Formelzeichen, Einheiten und Skizzen

 

7

Schrifttum

4 Nachweis im Zylinder (global)

8

Diagramme

0

Präambel

1.2

Der Nachweis der örtlichen Beanspruchung im Be-

 

reich der Auflagersättel ist insbesondere notwendig bei Be-

Zur Erfüllung der grundlegenden Sicherheitsanforderungen der Druckgeräte-Richtlinie kann das AD 2000-Regelwerk angewandt werden, vornehmlich für die Konformitätsbewer- tung nach den Modulen „G“ und „B + F“. Das AD 2000-Regelwerk folgt einem in sich geschlosse- nen Auslegungskonzept. Die Anwendung anderer techni- scher Regeln nach dem Stand der Technik zur Lösung von Teilproblemen setzt die Beachtung des Gesamtkonzeptes voraus. Bei anderen Modulen der Druckgeräte-Richtlinie oder für andere Rechtsgebiete kann das AD 2000-Regelwerk sinngemäß angewandt werden. Die Prüfzuständigkeit richtet sich nach den Vorgaben des jeweiligen Rechts- gebietes.

hältern

mit e / D < 0,005,

aus Nichteisenmetallen,

großer Schlankheit,

mit großen Zusatzgewichten,

mit hoher Ausnutzung der Behälterwand durch Innen- druck,

mit Umschlingungswinkeln der Sättel von weniger als ˚

120

oder bei Unterdruck.

1.3

Der Nachweis des Behälters als Balkenträger ist im

Feldbereich zwischen den Sätteln nur dann notwendig,

   

wenn M Feld > M Stütze .

1

Geltungsbereich

Bezüglich der konstruktiven Ausführung der Sättel wird auf [4] hingewiesen.

1.4

gung der AD 2000-Merkblätter B 0 und S 3/0. Es gilt nicht

Dieses AD 2000-Merkblatt gilt nur unter Berücksichti-

1.1 Dieses AD 2000-Merkblatt dient der Erstellung von Festigkeitsnachweisen zu liegenden Behältern auf Sätteln

Berechnung der örtlichen Beanspruchung in der Behäl- terwandung im Bereich der Auflagersättel,

Nachweis des Behälters als Balkenträger,

bei übereinander angeordneten, liegenden Behältern mit Zwischensätteln. Hierzu sind gesonderte Nachweise erfor- derlich, z. B. nach [2].

Tragfähigkeitsnachweis des Sattels.

 
 

Ersatz für Ausgabe Januar 2003;

= Änderungen gegenüber der vorangehenden Ausgabe

Die AD 2000-Merkblätter sind urheberrechtlich geschützt. Die Nutzungsrechte, insbesondere die der Übersetzung, des Nachdru cks, der Entnahme von Abbildungen, die Wiedergabe auf fotomechanischem Wege und die Speicherung in Datenverarbeitungsanlagen, bleiben, auch bei auszugsweiser Verwertung, dem Urheber vorbehalten.

AD 2000-Merkblatt

Seite 2 AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

1.5 Für die Berechnung mit den Gleichungen dieses

AD 2000-Merkblattes sollen die nachfolgenden Abmes- sungsbegrenzungen eingehalten werden. b 1 / D 0,2 b 2 / b 1 3,0 Bei größeren Abmessungsverhältnissen sind andere Nach- weisverfahren erforderlich.

2 Allgemeines

2.1 Grundlage zur Bestimmung der zulässigen Sattel-

kräfte ist die Berechnung der lokalen Traglast eines aus

der Schale herausgetrennten Balkens mit Rechteckquer- schnitt nach [2] und [3]. Zu diesem Querschnitt wird die

bestimmt. Sie begrenzt die loka-

Biegegrenzspannung σ

len Biegespannungen in Abhängigkeit von den lokalen

Membranspannungen und dem Auslastungsgrad durch globale Membranspannungen.

2.2 Die Berechnung der Auflagerkräfte, der Querkräfte

und der Momente erfolgt an einem Balken mit Kreisquer-

schnitt, der gelenkig über den Sätteln gelagert ist.

2.3 Für die Berechnung nach diesem AD 2000-Merkblatt

gelten folgende Voraussetzungen:

2.3.1 Übergänge vom Sattellager zur Behälterwand (Stel-

le 3 in Bild 2) sollen weich ausgeführt sein, um Span- nungsspitzen abzumindern. Das gilt besonders für unver- steifte Zylinder mit e / D < 0,005. Bei steifen Sattelkonstruk- tionen -- insbesondere am Sattelhorn (z. B. Betonsättel) -- kann dieses AD 2000-Merkblatt nicht angewendet werden. In einem solchen Fall kann der Nachweis der örtlichen Be- anspruchung z.B. nach [1] erfolgen.

2.3.2 In Sattellagernähe sollen Schweißnähte und Stut-

zen vermieden werden. Der Abstand von Verstärkungs-

gr

blechnaht zur Stutzennaht muss > 1,1 D e bzw. zur

nächstliegenden Rundnaht und Lager oder zwischen

Längsnaht und Sattelhorn mindestens D e betragen. Diese Bedingung gilt nicht für die Rundnaht zum gewölb- ten Boden. Hier soll der Abstand von Verstärkungsblech- naht zur Bodenrundnaht 3 e b , jedoch mind. 50 mm betragen. Die Gestaltung der Schweißnähte muss mit DIN EN 1708 vereinbar sein.

2.3.3 Die nachfolgenden Berechnungsformeln gelten bei

Einhaltung folgender Bedingungen:

60˚ δ 1 180˚

e D 0,05

e e v 1,5 e

b 3 0,1 D

für Sattellager mit Verstärkungsblech

2.3.4

f v f (siehe AD 2000-Merkblatt S 3/0 Abschnitt

2.8)

2.3.5

Die Dichten der Beschickungs- und Prüfmittel sind

jeweils zu beachten.

2.3.6 Die Sattellager sind im Allgemeinen an den Be-

hälter anzuschweißen. Werden die Sattellager aus be- stimmten Gründen nicht mit dem Behälter verschweißt (Fertigung, Montage, große Temperaturdehnungen, unter- schiedliche Werkstoffarten), ist sicherzustellen, dass der Behälter gleichmäßig auf dem Sattel aufliegt.

2.3.7 Sind Temperaturdehnungen in Längsrichtung zu

erwarten, sind ein Sattel als Festlager, die anderen als Loslager auszuführen. In Achsrichtung „weiche“ Sattella- ger dürfen als Festlager ausgeführt werden, wenn sie die entstehenden Dehnungen aufnehmen können.

3 Formelzeichen, Einheiten und Skizzen

3.1 Bezeichnungen

Über die Festlegungen der AD 2000-Merkblätter B 0 und S 3/0 hinaus oder abweichend von diesen gilt:

a

a 2

1

Kraglänge des Zylinders (Bild 2)

in mm

Abstand der neutralen Faser des Versteifungsringes zur Behälterwand siehe Tabelle 3

in mm

a

b

b

b

b

e

e

e

f

3

1

2

3

e

e

ef

2

Kraglänge des Tanks (Bild 1) in mm

Breite des Sattellagers (Bild 2)

in mm

Breite des Verstärkungsbleches (Bild 2)

in mm

Verstärkungsblechüberstand nach Bild 2

in mm

effektive Plattenbreite (Bild 6)

in mm

Ersatzwanddicke

in mm

effektive Wanddicke nach Formel (11)

in mm

Dicke des Sattelbleches

in mm

zulässige Spannung in der Behälterwand nach AD 2000-Merkblatt S 3/0

in N/mm 2

mittragende Länge der Zylinderwand nach Bild 2

in mm

Länge des Sattellagerblechs

in mm

Anzahl der Lager

--

zulässiger äußerer Überdruck

in bar

Radius zur neutralen Faser des Ver- stärkungsringes

in mm

Dicke des mit der Schale verschweißten Versteifungsringes (Bild 2)

in mm

Innendurchmesser der Zylinderschale

in mm

Ersatz-Axialkraft aus den örtlichen Membran- spannungen am Lager i nach Formel (6)

in N

vorhandene Sattellast im Lager i

in N

zulässige Axialkraft aus Stabilität

in N

vorhandenes Moment über Lager i

vorhandene Querkraft über Lager i

l

e

l

n

p f

r

2

t

D

F e

N

F i

F

G Gesamtgewicht je Lastfall in N

--

L Zylinderlänge einschließlich h 1

M i

Q i

W Widerstandsmoment in mm 3

in N

in Nmm

in mm

K 1 bis K 14 Beiwerte

β Beiwert für die Lagerbreite in rad

δ 1

δ 2

Ä

in °

in °

Umschlingungswinkel des Sattellagers

Umschlingungswinkel des Sattelblechs Stabilitätsbeiwert für Plattenbeulung nach Formel (19)

Beiwert zur Bestimmung von F i nach Bild 9 Verhältnis der lokalen Membranspan-

--

--

ω

ϑ 1

nungen zu den lokalen Biegespannungen  2, i Auslastungsgrad der Schale durch globale Membranspannungen an Stelle i

--

--

γ Beiwert für den Bodenabstand --

σ mx globale Membranspannung aus Biegung in Längsrichtung

in N/mm 2

in °

ψ Teilumschließungswinkel nach Bild 8

in N/mm 2

--

ε

Dehnungskennzahl

σ gr

Biegegrenzspannung

Indizes

b

Behälterboden

p

plastisch

r

Versteifungsring

AD 2000-Merkblatt

AD 2000-Merkblatt Rundnaht Bild 1. Lagerungsarten AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004 A Behälter symmetrisch auf

Rundnaht

Bild 1. Lagerungsarten

AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

A

Behälter symmetrisch auf 2 Sattellagern

B

Behälter symmetrisch auf 3 oder mehr Sattellagern

C

(Beispiel) Behälter beliebig gelagert (außer A und B)

Seite 3

s

Sattel

v

Verstärkungsblech

A

Schnitt A--A

3.2

Skizzen

Die nachfolgenden Bilder sind nur Prinzipskizzen zur Ver- deutlichung der für die Berechnung erforderlichen Maßan- gaben.

4

Nachweis im Zylinder (global)

4.1

Überschlägiger Tragfähigkeitsnachweis

Für Behälter auf zwei Sattellagern nach Lagerungsart A in Bild 1 können die Nachweise nach den Abschnitten 4.2 bis 5 entfallen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind:

L

L max (siehe Bild 3)

p

0

f

130 Nmm 2

a 1 0,5 D

b 1 1,1 D e

v 0, 8

b 2 K 11 D + 1,5 b 1

e v e Füllgutdichte 1000 kg/m 3

K 11 siehe Abschnitt 5.2.2.1

für Sattellager mit Verstärkungsplatte

4.2 Vorhandene Schnittgrößen

Die vorhandenen Auflagerkräfte F i , Stützmomente M i und Querkräfte Q i über den Sätteln sowie die Feldmomente zwischen den Lagern werden an einem Balken mit Kreis- querschnitt ermittelt (siehe Bild 4). Dies kann mit den

nachfolgenden Näherungslösungen und/oder mit den Re- geln der Statik erfolgen.

Als Belastung ergibt sich G

q =

L +

4

3

h 2

M

0 = q D 2

16

4.2.1 Auflagerkräfte

Für Lagerungsart A und B (siehe Bild 1):

F i = ω 1 G

n

ω i =

1,0 für n = 2 nach Bild 9 für 3 n 8

Für Lagerungsart C sind die Auflagerkräfte nach den Re- geln der Statik zu bestimmen.

4.2.2 Momente und Querkräfte

Die Momente sind über den Lagern sowie im Feldbereich zwischen den Lagern zu bestimmen. Lagerungsart A:

Stützmoment q a

M 1 = M 2 =

Querkraft Q i = ( L 2 a 1 )

3

2

2

M 0

F i

(

Feldmoment

M = M 0 + F 1 ( L 2 a 1 ) q ( L

L +

4

3

h

2 )

2 +

2

3 h 2 ) 2

2

AD 2000-Merkblatt

Seite 4 AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

Lagerungsart B:

Stützmoment

M i =

max q l 2 8; q a 3 2 M 0 i = 1, n

i

2

q l 2 8

i

i = 2  n 1

Querkraft Q i F i /2 Feldmoment nicht maßgebend

Lagerungsart C:

Die Ermittlung der Stützmomente, Querkräfte und Feldmo- mente erfolgt nach den Regeln der Statik.

4.3 Nachweis im Feldbereich

Die folgenden Nachweise zwischen den Lagern im

Feldbereich des Behälters sind nur erforderlich, wenn

M Feld > M Stütze .

4.3.1 Behälter mit und ohne Überdruck

Festigkeitsnachweis

p D

v + 4 M Feld K 14 πD 2 e v

40 e

f

(1)

14 π ⋅ D 2 ⋅ e ⋅ v 40 ⋅ e ≤ f (1) a)

a) Lagerbereich: Unversteifte Zylinderschale (gezeichnet mit Verstärkungsblech, gültig auch ohne Verstärkungsblech)

Verstärkungsblech, gültig auch ohne Verstärkungsblech) b) Lagerbereich: Zylinderschale mit Versteifungsringen Bild
Verstärkungsblech, gültig auch ohne Verstärkungsblech) b) Lagerbereich: Zylinderschale mit Versteifungsringen Bild

b) Lagerbereich: Zylinderschale mit Versteifungsringen

Bild 2. Sattelausführungen

AD 2000-Merkblatt

AD 2000-Merkblatt Behälter ohne Verstärkungsblech Behälter mit Verstärkungsblech Bild 3. L m a x für Behälter
AD 2000-Merkblatt Behälter ohne Verstärkungsblech Behälter mit Verstärkungsblech Bild 3. L m a x für Behälter

Behälter ohne Verstärkungsblech Behälter mit Verstärkungsblech

Bild 3. L max für Behälter auf zwei Sätteln

AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

Seite 5

zwei Sätteln AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004 Seite 5 Bild 4. Berechnungsmodell v ≤ 1
zwei Sätteln AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004 Seite 5 Bild 4. Berechnungsmodell v ≤ 1

Bild 4. Berechnungsmodell

v 1 bzw. v A v 1

K 14

falls Rundnaht an der Nachweisstelle ist

nach AD 2000-Merkblatt B 9,

schnitt an der Nachweisstelle ist

siehe Abschnitt 8

wenn Aus-

Der Stabilitätsnachweis für die Druckzone ist nach [5] oder [6] mit p = 0 zu führen.

4.3.2 Behälter mit äußerem Überdruck

Es erfolgt nur der Stabilitätsnachweis in der Druckzone des Behälters nach [5] oder [6] unter zusammengesetzter Beanspruchung.

5 Nachweis des Zylinders im Sattelbereich

Es ist nachzuweisen, dass F i min {zul F 2 ; zul F 3 } mit zul F 2 zulässige Auflagerkraft aus der Beanspruchung in Längsrichtung (Stelle 2 in Bild 2) nach Formel (3) zul F 3 zulässige Auflagerkraft aus der Beanspruchung in Umfangsrichtung (Stelle 3 in Bild 2) nach Formel (4)

Zur Ermittlung der zul F i ist die Berechnung der folgenden Parameter erforderlich:

5.1 Biegegrenzspannung

Die Biegegrenzspannung σ gr ist nach Formel (2) zu be- rechnen:

σ gr = K 1 f S

(2)

K

2

K 2 =1,2 für Betriebszustand mit S = 1, 5

1,0 für Prüf-- und Montagezustand mit S ′ = 1,1

K 1 = Beiwert in Abhängigkeit von  1 und  2 nach Abschnitt 5.2.1.1

K 1 =

mit K 1 0 für  1 0 :

1 + 3 Â 1 Â 2

3 Â

1

2

für  1 = 0 :

1,5 1 Â

2

2

9 Â

1

2

1 Â

2

2

 1  2 2 + 1

1 + 3

1

AD 2000-Merkblatt

Seite 6 AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

Tafel 1.  1 ,  2, 1 und  2, 2 -Werte zur Ermittlung von σ gr, 2 und σ gr, 3 in Abhängigkeit von K 1 und K 2

Stelle

 

Â

1

 2, 1

 

 2, 2

2

 

0, 23 K 6 K 8

K 5 K 3

 

σ mx K 2

S f

p D

40 e

σ mx

K

2

S f

3

0, 53 K 4

 

0

p D

K 2

 

K 7 K 9 K 10 sin (0, 5 δ 1 )

20 e

S f

K 2 , S K 3 , K 4 , K 10 K 5 , K 6 , K 7 K 8 , K 9

wie in Formel (2) Einfluss der Lagerbreite b 1 Einfluss des Umschlingungswinkels δ 1 Einfluss des Bodenabstands a 1

 

Wenn  2 < 0, ist  2 =  2 zu setzen und das Vorzeichen von  1 umzukehren. Nachzurechnen sind jeweils der Be- triebs- und der Prüfzustand, der drucklose Zustand mit Fül- lung sowie angegebene Montage- und Sonderzustände.

5.2 Tragfähigkeitsnachweis ohne Versteifungsringe

Die Tragfähigkeit ist an den Stellen 2 (Längsrichtung) und 3 (Umfangsrichtung) des Lagerbereichs nach Bild 2 zu ermitteln.

5.2.1 Zylinderschale ohne Verstärkungsblech

5.2.1.1 Festigkeitsnachweis

zul F 2 = 0,7 σ gr; 2 D e

e

K 3 K 5

zul F 3 = 0,9 σ gr; 3 D e

σ gr; 2

und

σ gr; 3



e

K 7 K 9 K 10 nach Formel (2) und Tafel 1.

Dabei ist K 1 mit den Größen  1 und  2 nach Tafel 1 zu be -- rechnen. Es ist jeweils der Wert

für  2 (  2, 1 bzw.  2, 2 ) zu neh -- men, der das kleinste σ gr ergibt.

σ mx =

4 M i πD 2

e

Beiwerte für

den Bodenabstand

γ = 2,83 a D 1

die Lagerbreite

β = 0,91

b

e

D

1

D e

K 3 = max 2,718282 β sin β

β

K 4 = 1 2,718282 β cos β

β

K 5 = 1,15 0,1432 δ 1

sin (0,5 δ 1 )

K 6 = max 1,7 2,1 δ 1 ; 0

π

sin (0,5 δ 1 )

K 7 = 1,45 0,43 δ 1 sin (0,5 δ 1 )

;

0,25

(3)

(4)

(5)

 γ + 6 γ  K 8 = min  1,0 ; 0,8 δ
 γ
+ 6 γ
K 8 = min  1,0 ; 0,8
δ 1
0,65
π
K 9 = 1 −
1 + (6 ⋅ γ ) 2
3 δ 1
1
K 10 =
3 
D
1
+ 0,6
⋅ b 1 ⋅δ 1
e
D
5.2.1.2 Stabilitätsnachweis
Mit Formel (6)
D
(6)
F e = F i ⋅ π 4 ⋅
⋅ K 6 ⋅ K 8
e
ist nachzuweisen:
 p 
M
N +
F
Q
i
e
i
+
≤ 1
(7 )
p f
zul M + F
zul Q  2

Für p > 0 ist p = 0 zu setzen. Dieser Interaktionsnachweis kann nach [2], [5] oder [6] ge- führt werden. Dabei ist nach [6] Abschnitt 2.2.4.1

σ x =

4 M i

π ( D + e) 2 e

+

F e

π ( D + e ) e

und γ =

1, 5

Betriebsgewicht

1, 3

Prüfzustand

1, 15 Montage--, Sonderzustände

5.2.2

Zylinderschalen mit Verstärkungsblech

5.2.2.1

Vereinfachter Festigkeitsnachweis

Wenn die Bedingung b 2 K 11 D + 1,5 b 1 erfüllt ist, ist der Nachweis nach Formel (8) zu führen.

F i 1, 5 min zul F 2 ; zul F 3

zul F 2 , zul F 3 nach Abschnitt 5.2.1.1.

K 11 =

5

3  D 6 ⋅ ⋅δ 1 e
3 
D
6
⋅δ 1
e

(8)

Der Stabilitätsnachweis erfolgt nach Abschnitt 5.2.1.2, da-

bei darf die Dicke des Verstärkungsblechs nicht berück-

sichtigt werden.

5.2.2.2 Festigkeitsnachweis

Wenn die Bedingung nach Formel (8) nicht erfüllt ist, sind Nachweise nach Abschnitt 5.2.1.1 für zwei Fälle durchzu- führen:

AD 2000-Merkblatt

Das Verstärkungsblech ist als Sattellager mit der Breite b 2 und dem Umschlingungswinkel δ 2 zu betrachten. In allen Formeln und Bildern ist b 1 durch b 2 und δ 1 durch δ 2 zu ersetzen. Als Wanddicke der Schale gilt e , die Dicke des Verstärkungsblechs bleibt unberücksichtigt.

(2) Das Verstärkungsblech ist als Verstärkung der Behäl- terwand zu betrachten. In allen Formeln und Bildern ist

(1)

e

durch die Ersatzwanddicke

e e = e

1 + e v

e

2

zu ersetzen.

Der Stabilitätsnachweis ist nach Abschnitt 5.2.1.2 zu führen, dabei darf die Verstärkungsblechdicke nicht berücksichtigt werden.

5.3

Tragfähigkeitsnachweis mit Versteifungsring

5.3.1

Nachweis der Behälterwand

5.3.1.1

Mit und ohne Überdruck

Festigkeitsnachweis:

p D

+σ mx f

40 e σ mx nach Abschnitt 5.2.1.1 Formel (5)

Stabilitätsnachweis:

(9)

Nach Abschnitt 5.2.1.2 mit p = 0 und F e = 0.

AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

Seite 7

5.3.1.2 Mit Unterdruck

Der Nachweis erfolgt nach Abschnitt 5.2.1.2 mit F e = 0

5.3.2 Nachweis des Versteifungsrings

Es ist nachzuweisen, dass F i K 12 M p v

(10)

0,5 D a 2 Ringe außen angeordnet Ringe innen angeordnet zulässiges Biegemoment aus der Traglast nach Ta- fel 3 mit l e nach Formel (12) und e ef nach Formel (11) nach Tafel 2

(+)

(--)

M p

K 12

v Nahtwertigkeit im Ringstoß

e ef = e 1

p

D e f

20

f

f

r

(11)

(12)

mit A r = Fläche des aufgeschweißten Ringes mit t = t , t 6 , b 4 aus Tafel 3, wobei für t die jeweils zutref- fende Größe aus t , t 6 und b 4 einzusetzen ist. Werden Profile verwendet, die nicht in Tafel 3 enthalten sind, ist M p nach Formel (13) zu bestimmen.

(13)

l e = min t + 4 D e ; A r e ef

M p = W p f r

W p = plastisches Widerstandsmoment der Querschnittsflä- che des Profils einschließlich der Fläche l e e ef . Die neutrale Achse zur Bestimmung von a 2 teilt die Ge- samtfläche in zwei Teile gleicher Größe.

Auflage- platte Normal- form Steg- blech Form für große Axiallasten Form A Form B
Auflage-
platte
Normal-
form
Steg-
blech
Form für
große
Axiallasten
Form A
Form B

Bild 5. Sattellagerformen

AD 2000-Merkblatt

Seite 8 AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004

Tafel 2. Beiwert K 12

δ

1

δ 1
δ 1
 

K

12

60

°

14

--

90

°

21

20

120

°

33

28

150

°

56

50

180

°

103

--

Tafel 3. Querschnittswerte von Versteifungsringen

6 Nachweis des Sattels

Im Allgemeinen werden die zulässigen Kräfte von der Tragfähigkeit der Behälterwand bestimmt (s. Abschnitt 5). Die Formeln in Abschnitt 6 sind Näherungsformeln, die zu Ergebnissen führen, die auf der sicheren Seite liegen. Sie beziehen sich auf die Sattellagerformen A I; auf Besonder- heiten der anderen Formen wird in den entsprechenden Abschnitten verwiesen.

6.1 Zulässige Sattelkräfte

Der Nachweis wird nach Formel (14) geführt.

F i min zul F 4 ; zul F 5 ; zul F 6

zul F 4 Stabilität des Stegblechs nach Formel (15) zul F 5 Biegung des Sattels nach Formel (16) zul F 6 Biegung des Sattelblechs nach Formel (17)

(14)

Querschnitt des Ringes

 

a 2 0

 

M

p

  t ⋅ h − l e ⋅ e e f   0,5 ⋅ 
 

t h l e e ef

 

0,5 t h a 2 2 + t a 2 2 + 2 a 2 + e ef l e e ef f r

 

2 t

  b 4 ⋅ t 7 + h ⋅ t 6 − l e ⋅
 

b 4 t 7 + h t 6 l e e ef

 

0,5 t 6 h a 2 2 + t 6 a 2 2 + 2 h 2 a 2 + t 7 b 4 t 7

2

t 6

 

+ 2 a 2 + e ef l e e ef f r

2 t 6 ⋅ h + b 4 ⋅ t 7 − l e ⋅

2 t 6 h + b 4 t 7 l e e ef

0,5 2 t 6 h a 2 2 + 2 t 6 a 2 2 + 2 h 2 a 2 + t 7 b 4 t 7

 

4 t 6

   

+ 2 a 2 + e ef l e e ef f r

  h ⋅ t 6 − l e ⋅ e e f   0,5 ⋅
 

h t 6 l e e ef

 

0,5 t 6 h a 2 2 + 2 t 7 b 4 t 6 h t 7 + a 2 2 t 6

2

t 6

+ 2 a 2 + e ef l e e ef f r

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AD 2000-Merkblatt Bild 6. Bild 7. Beiwert K 1 3 6.1.1 Stabilität des Stegblechs Für die

Bild 6.

AD 2000-Merkblatt Bild 6. Bild 7. Beiwert K 1 3 6.1.1 Stabilität des Stegblechs Für die

Bild 7. Beiwert K 13

6.1.1 Stabilität des Stegblechs

Für die Lagerformen A II und B II kann der Nachweis ent- fallen.

(15)

zul F 4 = l 2 e s f s Ä

Ä =

1

1 + 0,15 ε s

K 13

b

e

e s 2 2

10

ε s = f s 10 3

E

s

6.1.2 Biegung des Sattellagers

Für Lagerform B kann der Nachweis entfallen. sin 0,5 δ 1

zul F 5 = 4 f s W A

D 1 cos ψ

(16)

W A = minimales Widerstandsmoment in Schnitt A--A

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6.1.3 Biegung im Sattelblech

zul F 6 = max

1,4 f s D e 2 2 sin 0,5 δ 2

b

1

2 f s b 1 e 2 sin 0,5 δ 2

Seite 9

(17)

1. Ausdruck: Biegung eines Plattenstreifens

2. Ausdruck: Zugspannung der Schale

Ist F i > zul F 6 , muss die Tragfähigkeit des Sattellagers noch nicht erreicht sein, da in diesem Fall durch Fließen des Sattelbleches eine Umlagerung der Kräfte direkt auf das Stegblech erfolgt. In Abschnitt 5 wird jedoch vorausge- setzt, dass F i zul F 6.

wird jedoch vorausge- setzt, dass F i ≤ zul F 6 . Bild 8. Biegung des

Bild 8. Biegung des Sattellagers

7 Schrifttum

British Standard 5500: „Specification for unfired fusion welded pressure vessels -- Appendix A and G“. British Standards Institution.

[2] Richtlinienkatalog Festigkeit RKF, Teil 3, BR B2: „Be- hälter auf Sattellagern“, 3. Auflage 1981. Linde-KCA-Dresden GmbH.

[1]

[3]

TGL 32903/17, Ausgabe Juni 1982: „Behälter und Ap-

[4]

parate, Festigkeitsberechnung, Schalen bei Belastung durch Tragelemente“. DIN 28080, Ausgabe Januar 1986: „Sättel für liegende

[5]

Apparate“. DIN 18800 Teil 1--4, November 1990: „Stahlbauten“.

[6] DASt-Richtlinie 013, Ausgabe Juli 1980; „Beulsicher- heitsnachweise für Schalen“.

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8 Diagramme

AD 2000-Merkblatt Seite 10 AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004 8 Diagramme Beiwert K 1 Beiwerte

Beiwert K 1

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AD 2000-Merkblatt Beiwerte K 5 , K 6 , K 7 Beiwert K 8 AD 2000-Merkblatt

Beiwerte K 5 , K 6 , K 7

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Beiwert K 10

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Beiwert K 11

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AD 2000-Merkblatt S 3/2, Ausg. 02.2004 Seite 13 Beiwert K 1 4 z = 1,6 −

Beiwert K 14

z = 1,6 0,20924 (x 1) + 0,028702 x (x 1) + 0,4795 10 3 y (x 1) 0,2391 10 6 xy (x 1)

0,29936 10 2 (x 1)

x 2 0,85692 10 6

(x 1) y 2 + 0,88174 10 6 x 2 (x 1) y

0,75955 10 8

y 2 (x 1) x + 0,82748 10 4 (x 1) x 3 + 0,48168 10 9 (x 1) y 3

y = D x = D K 14 = max { z ; 1,0 }

e

L

Gleichungen zur Bestimmung von K 14

y = D x = D K 1 4 = max { z ; 1,0 }

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