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Quellen und Komposition Eustache le Moine nebst Analyse des Trubert und Nachweis der Existenz ~mehrerer Robin Hood-Balladen im 13. Jahrhundert. Hinleitung. Mit Beginn der literarischen Periode macht sich der Bin- flufs der Chronik auf die Dichtung insoweit geltend, als sich das historische Element von dem poctischen zu trennen sucht. Wiih- rend aus den grofsen historischen Ereignissen alsbald nur noch die Chronik und eine kiinstlich gepflegte, fiir die Entwickelungs- geschichte der Literatur wenig bedeutsame Hpik schipft, arbeitet die phantastische Dichtung vornechmer Stinde durchweg nur mit fj tiberkommenem Material, ohne sich in ihrer ungesunden Scheu j vor dem Natiirlichen, Alltiiglichen direkt an das Leben zu wen: den, Und nachdem sic Altertum, Orient und bretonischen Sagen- kreis erschépft hat, fiihrt sie die Weltflucht scliliefslich zur Alle- gorie, von der aus in der. eingeschlagenen Richtung cin Hoher- steigen nicht mehr méglich ist. In der Entwickelungsgeschichte ¢ ist dieser Weg denn auch als eine Sackgasse zu betrachten. Die < Quelle erziihlender Dichtung unserer Zciten ist nicht hier in der perversen Kultur der mittelalterlichen Héfe zu suchen, trotz hiiu- figer kiinstlicher Wiedcrerweckung, sondern in der Volksdichtung. ¢ yey) Von den Sagen tiber Heldentaten_und Kriege niimlich, die d> urspriinglich ausschliefslich im \Wehrstand| entstanden und_ ihre § Verbreitung dem Umstande verdankten;—dafs Volk und Wehr- stand sich noch nahezu deckten, sind andere Sagen zu trennen, welche von Liebe, Wechselfiillen im friedlichen Leben, romanti- ps schen Riubern und iihnlichem handeln. Sie sind nicht unter dem Eindruck einer nationalen Hochstrémung entstanden; dic Neu- begierde hat sie bekannt werden lassen, die Lust am Erziihlen sie ausgebreitet. Die Lust am Erziihlen ist ebenso alt wie der Mensch, Das Bediirfnis nach Mitteilung ist der Urquell der Sprache, und mit der Sprache, mit der Fihigkeit, etwas Erlebtes oder Gehdrtes mitzuteilen, mit der Beobachtung, dafs andere gern zuhéren, dies Hieber héren als jenes, es in solcher*Form licber héren als in einer anderen, ist die Novelle — die stilisierte wy ¢ Quellen und Komposition von Bustache le Moine. 67 Mittcilung von etwas Jiingsterlebtem, Jiingstgehértem — geboren. © Si& ist die erziihlende Dichtung stillsitzende Vélker, die in ruhigem Leben selten zu jener Begeisterung kommen, welche die epische Dichtung verlangt, dafiir aber_um so schirfer und objektiver beobachten lernen. Neben den Miirchen der Kinder- ‘3 stube und der mythologischen Welterklirung spekulativer Képfe ist sie auch die ailteste Dichtung, Im Gegensatz zum Epos finden wir einige fundamentale Unterschiede in den Grundsiitzen ihrer Entwickelung: der?Vor () trag des Epos wird ‘stets friih monopolisiert; er Vortrag- der $ Novelle viel spiiter, erst, dann, wenn das»Interesse am Epos im Sinken begriffen ist, und stets nur in beschrinktem Mafse, In ™ ic Italien treffen wir Novellenerziihler von Fach; in Frankreich nehmen Spiolleute die humoristischen Stoffe heraus und bringen 3 sie in Verse. Zwar behalten «sie das Novellistische insofern bei, cy als sie gern noch an die jiingste Vergangenheit oder dic niichste ¢ -, Umgebung ankniipfen, doch ist der-Vers-der-Novelle im Grunde x fremd, Sie” will ja ausschen, als ob Bie eben erst den Tatort yerlassen hiitte, so kleidet »si¢ die schlichte Sprache des tiiglichen ¢ Lebens am besten. Aus diesem dhrem:-Charakter aber, der der menschlichen Neubegierde entspringt, ergibt sick cine mit dem dé Epos vdllig verschiedene Entwickelung? in den Namen keine , ‘Lypen, ketneLreue ihrer Uberlieferung gegentiber stete, Neus. | ; ibertragung; — in der Komposition weniger reiche Entwickelung, 1 meist cin stetiges Zurtickgreifen auf ecinfachere Formen, wenn \ eine progressive Entwickclung stattgefunden hat; ein Anwachsen zu umfangreichen Erzihlungen aber erst, wenn sie’ literarisch ge- worden jst oder Erziillern von Beruf in die Hiir illt, Beide Phaser Haturlich. eine Entartung der No ‘Aber wir cl; sind, wie beim Epos, auf sie angewiesen, weil sie die einzigen , sind, die uns ihre Stoffe tiberliefert haben. -Die™Sadlilagé ist wyudem fiir den Forscher insoweit noch ungiinstiger, als die ~ Uberlicforung jiinger und spiirlicher ist als die-epische Nur_zum Teil sind uns-Novellen in der Art tiberliefert, wic ssie'das Voll erzihlt: in Prosa- und gesondert. Am giinstigsteny% liegen_ noch die~Verhiiltnisse in Italien, wo wns mit den iilte- sten, knappen, scharf pointierten Novellen ein fiir unsere. Unter- suchungen unschiitzbares Material yorlicgt. prese\at / My hat/ oo v1» Einzeln zwar, aber in Versen, sind uns in Frankreich be- ‘reits im 12. Jahrhundert derb-volkstiimlicho Schwanke tiberliefert: (« die Fabliaute = Sveti fl me) In gleicher Form Outlawd= Balladen in england. Tm allgemeinen aber tritt. die Novellt in der Literatur nicht einzeln_ auf. Im Gegensatz zur volkstiimlichen Dichtung, die sich von Mund zu Mund fortpflanzt, verlangt die literarische, zum Dieser hat inzwischen seine , Kohlentriigertracht cinem.Lopfhindler fiir dessen Kleidung: dl gegeben, verkauft dessen Tdépfe und weist die Verfolge auf den Topfhiindler, der in Kohlentrigerkleidung abge- zogen_ist. Hier abermaliges Bemerkci™des~Irrtums undp nun in den Wald hinter dem richtigen E. her. Der ist seinerseits auf cinen Baum gekrochen und pfeift wie eines Nachtigall: ‘Oci, oci’! Und der Graf antwortet: “Je Vocirat par saint Richier? Und da er abermals entiwischt ist, lifste der Graf alles, was im Waldc amherstreicht, (festsetzon, , mehrsdenn vierzig Leute. meroteart al vededoy 1184—1281 E. verlddkt cinen Mann des Grafen als Dirne verkleidet, lifst ihn in einen Sumpf hineingehen und schiclct. | ihn so dem Grafen zuriick. castgmy, 1282—1291 Skizze, wie er einen Priester] bestratt der iln dem Grafen yerrict tya\uowo™ Oo 1292—13859 Er schiidigt auch den Kénig, der beim Grafen zu Besuch ist, entwischt als Bauer verkleidet, cin Stalret virmmernd. esabollise . 1360—1397 Mit neuen Gefiihrten fiingt er seinen Peind Hainfroi. Er speist ihn und lifst ihn los, damit er dem Grafen sage, er, Eustache, habe den Zaur gemacht. lla 1398—1419 Als Misclsiichtiger bettelt cr den Grafen an und nimmt ihm cin Pferd. ~~ 7 . 1420—1491 Als Krippet bettelt er und entfithrt dem Grafen: ein Pferd. © ~ (x3 1491—1543 TE. wird verfolet bei starkem Schnee, er laifst y WAS darum die Hufeisen verkehrt einschlagen und macht dic 12. undo 18, 19. VY 20. 21. den Verfolger irre. | . 1544—1635 I. spiclt. den Zimmermann, weist cinen Mann des Grafen falsch und entkommt auf dessen Pferde. Der Mann moufs zu Fufs durch den Schnee zu seinem Ferrn zuriicklaufen, der ingrimmig ob des Stretches flucht. Tyove! 1636—1741 E. gefangen, soll nach Paris zum Gericht sre~ bracht werden, entkommt dabei: SCAPATS € 1 Navoit cure daler en France. ercepty 0° 1742—1775 Nimmt einem Abt™scin Geld ab dis—auft~des, was er auf vorheriges Befragen angegeben hatte. 1776 - 1815 Als Verkiinfer verkauft B. Vische an die Leute des Grafen. Statt der.zégernden: Bezahlung ninmt er ihnen vier Pferde weg. Pa 1816—1897 Als Bicker verkanft er Kuchen mit eect |una LY gleRe Kohler: Zeitsehrs fy ram Phil. VILL, 8, 120. Neudruck in eee ‘Schrifies® Berlin. 1900, Bd, IL, Nr. 55, Z Vena)... Quellen und Komiposition von Fustache le Moine. 15 cea, Wachs gefiillt an die Leute des Grafen. In cinen der JeclayayKuehen hat er cinen Brief _hineingebacken und ihnen darin eroffnet, wer ihnen den Sireich/gespielt. ¥Hiermit schliefst der’ zweite Teil; der Brief imag als Ab- schiedsbrief gedacht sein. Insgesamt haben wir es mit Ge- schichten zu tun, wie man sie von einem halb burlesken, halb romantischen Wegelagerer zu erziililen licbt: von _sciner Grofs mt't als Riuber. héren wir in #wei:Varianten-desselben Lhemas: Mi New& nimmt er dem, der die Wahrheit iiber seine Habe ge- 0 (0 sagt, nichts, in Nrxd@ Jifst er ihm nur so vicl, als er angegeben. Scine Grofsmut Feinden gegentiber, ebenfalls in zwet Warianten: das cine Mal lockt er seinen Todfeind, den Grafen, (21 sich, bewirtet ihn und entlifst ihn, das andere Mal den Mérder seines Vaters, Hainfroi. dS PEC A Als Bestrafer und Richer zcigt ihn Nrv#: den Verriiter hiingt er eigenhiindig. Fir vier Augen der seinigen milssen lOvier Gegnér ihr Leben lassen. Fiir cin Gut, dag ihm der Graf verbrannt, verbrennt er ihm zwei Miihlen (1) M0 NOS —" Sodann folgen eine Anzahl Anekdoten, von denen A , die folgenden sich als charakteristisch abheben: Neegedie amid } sante Geschichte vom wandernden Kéhlerrock, dic mit Eustaches Gastrolle als Nachtigall abschliefst, cine nette_ kk ine Novelle, gNretr die nur angedetitete Bestrafung eines Priesters. “Nr 16" bes verkehrte> Hufeisen, cine glte Kricgslist. Nf#"18* Gefangen- € nahme und Befreiung. \ey(aovla aoe: A ondey] Die tibrigen e1& entsprechen folgendem Schema.mit geringen|§ \ ailsienanren durchweg: Verkleidet, spricht er unerkannt mit ‘lem Grafen oder seinen Leutcn, handelt mit ihnen oder bettelt ¢ sie ap, entftihrt ihnen (mit-Ausnahme von Nr.°10,'12, 21) cin oder mchrere Pferde und Jifst sie fast regelmifsig, durch Boten oder Brief, wissen, wer sie gofoppt hat, und zwar in, folgenden ¥, Verkleidungen: Nr#2 als Ménch; Nr#8 als Schafhirt (nimmt _ dem Boten die Zunge heraus);*Nre'@ als Bauer, der St¥eti_ver- - kanft (Rabmen: er entkommt dadurch aus einem Kastell); Nrv oe als Pilger und Bettler; Nr=1@ als Weib verkleidet, verlockt er: cinen Mann des Grafen und schickt ihn geschiindet heim; Nred2 als Bauer verkleidet (Botschaft an den Grafen in Neel 3); Myris als Miselsiichtiger; NrviS* als Kriippel; NEI? als Zimmermann} N26 als Fischverkiufor; Nrw2i*als Bicker mit, Pechkuchen. a> Ich bin- der-Ansichte daf® nur cine oder wenige erklei- | duigen den Urtypus als» Novellen bildeten, und dafs die meisten |, '}der hier eanfgezihlter von Binkelsingern als Varianten innerhalb/, des Rahmens zugefiigt wurden, wahrscheinlich weil die oftmalige!¢ panaichering Eustaches, der Ménch sei ganz nahe und sei ihm ‘“fihnlich, der gelungene Pferdediebstahl und besonders_ die Zorn-, ! briiche und Fliiche des Grafen, wenn er den Streich erfubr: h cue aes | So 16 Quellen und Komposition von Eustache le Moine. Por les boiaus, por la fressure! Por les dens dicu! ... Por leg trumiaus! ' stcts_ dieselben_Ansbriidhe von Heiterkeit bei den Zuhérern -er- zeugten, Produciy/ JOCrat ~ - ——"So macht der ganze IL.Teil den Eindruck, als ob mit einer recht ingen Anzahl Anckdoten, wie sie tiber einen Riiuber {| skursieren_kénnen, Wucher getrieben worden sei, um den Teil ktinstlich vergrofsern, wogegen der IlL.-Teilvyin seiner oft? dunklen Kiirze offenbar zusaramengeschrumpft ist, wie wir im _niichsten schen_werden. encogiclo — — : ) Dieser III. Teil, in dem wir von vornherein den Kern @ des Ganzen vermuten, da doch Eustache als Seeriiuber und Parteiginger zur See scinen beriichtigten Namen sich erJ _worben hat, reiclit von “Vers 1880—230¥ und enthalt: w I, 4880—4910"Mit Absendung des ‘Abschiedsbriefes im Pech- er kuchen verliifst E. den Kontinent, _gebt nach England und fon bietet dem Konig Johann (ghne Land), seine Dienste «arr. r bietet ihm als ‘Pfand der Treue Frau oder Tochter an,¢ von deren Existenz wir hier zuerst hdren. Der Konig tiber-~ advo lifst ihm einige Schiffe (lem bisherigen Landriinber ? 2, 1911=195P E. riumt eine Insel yon den Feinden: 1948 Wistasces d’illuecques les jeta ; E tous les isles essilla. loqeadd/certado 8. 4952=210% Er ankert bei Harfleur, fibrt in kleinem Schiffe die Seine: aufwiirts. Cadoc bewacht eine absperrende Briicke’ 1967 Que li moignes n't puist passer. E. lifst sich €vahrscheinlich verkleidet} auf der Briicke _ rasieren (?!) und bietet Cadoc, wie inst dem Grafen, ane bntyo ihm Eustache zu weisen, fiihrt ihn feldeinwirts und zeist * MS ihm einen «Schnitter, mit der Bemerkung, dieser sei der z Seeriiuber. Dabei geraten Cadoc und seine Leute in einen Sumpé. Temps Va pavay Ba. 21042123" Cadoc -riistet und verfolgt E., der ihm aber einige Schiffe abnimmt, worauf Cadoc zuriickkehrt. 4, 2124242138018, nimmt einem Schiffe 200 Mare ab. 5, 2484=215% Wieder zu Konig Johann guriickgekehrt, bittet er um Land, um sich ein Haus zu bauen, und beginnt. mit der Arbeit. 6, 2458=2224% Scin Todfcind, der Quens-de-Boulogne, kommt nach England, weil er sich mit dem Konig von Frankreich entaweit hat: 2160 Dow roi de Franche ert mal partis. E. entschliefst sich deshalb, scinerscits England 2u verlassen: 2162 Dont s'en volt revegnir li moigne. Quellen und Komposition von Eustache le Moine. 7 Aber der Konig hat nicht die Absicht, ihn herauszulassen, und lifst den Kanal bewachen: S216 Li rois faisoit gaitier la mer - Que li moignes n’i puist passer. ie Er kommt aber dennoch als Spielmann durch und hictet i sich nun dem Kénig-von Frankreich (Philipp August) als Parteiginger-an. Als Grund, weshalb er England verlassen, teilt er ihm mit, Kénig Johana habe seine Lochter getdtet: #2226 Pour sa fille qu'il a twee ‘EL arse et desfiguree, Et 86 est li quens de Bouloigne. Pour chow en vint Wistasce li moigne ..- 7, 2248=2258 Nachdem cr vom Konig als Parteiginger wits riistet Worden, erfahren wir nur zusammen assend von “seinen Taten: . 2250 Puts fist tt mainte dyablie Es isles en Uautre partie. Le roy Loty fist passer ‘A grant navie outre la mer, Si conquist la nef de Bouloigne ..- \ 8 2256=2203=Kine unklare Episode, in welcher er dem Konig GY ¢von' England % Schaden -znfiigt fod lui mena le roi 0 dan), sich aber ber der Verantwortung rechtfertigen konnte. JU 9. Beschlufsr Beim Uborsetzen tiber den Kanal wird E. von awanzig Schiffen angegriffen, sein Schiff gekapert, er selbst « getotet. _ - - — Wir_haben also hier im» Gegensatz.,2un. vorhergehender® rein.-kompilatorischen IETeilr eine fortlaufende, sich steigerade Erzihlung. E. als Parteigiinger des Kénigs von England (1) ent- zweit sich mit ihm (5,°6% geht zum Konig von Frankreich _tiber und wird von Englindern als Verriiter getdtet (> In diesen , -Aufbau fiigen. sich wenige Anekdoten-ein; meist nur skizziert: die Hinnahme einer Insel (2) — die Brandschatzung cines Schif- fes (4 — dic ‘Anspielung auf Secabentouer, die er in franzi- ¢ sischem Dienste unternahm (V." 2250, 2251, 22535 simtlich rein maritime Abenteuer. Cimprendey /Yeali car Fi aNurNro3- fallt aus dem Rahmen herausy es ist ein Aben- steuer, das auf maritimen Vorgiingen_beruht, dieselben aber, “gana | in.,.der~.Weise>von. Streichen des * IL. Teiles, ausfithrt: wieder | ibt I. unerkannt sich selbst au; wieder héren wir die Fliche es Gefoppten, nachdem ihn I. von sicherem Standpunkt aus | aufgelkdliirt. Dic Verbindung des Sceriiuberhintergrundes mit dem Abenteuer auf dem Lande ist geawungen und ungeschickt. Wie kommt E. auf die Briicke, was’ tut es zur Sache, dafs er sich” rasieren_liifst? Wie golingt es 15, den Cadoc auf unbekanntem Terrain in cinen Sump zu locken? Die Fortfiihrang, die der aon ey + 78 Quelien und Komposition von Eustacke le Moine. Anfang der Episode verlangt, wiire natiirlichg Durchbrechen der Absperrung durch Eustache, wie in 6. Die Trsetztmg dieser urspriinglich_maritimen_Szenc_durch—cin_hi r_unyerstiindliches Abenteuer (Verkleidung als Barbier?) erweckt den Eindruck,_s “ob der Spielmann bei seinem, Publikum_fiir Secabenteuer_seines _ Milserfolges _gev gewesen sci. Erweckt nicht das ganze Buch™ “diesen Eindruck? DereLIeLeil, Landabentever, ist kiinstlich ¢ auseinandergezogen, indem cine oder zwei Verkleidungen in «l= | €acher Wiederholung sich wiederfinden. DeredIII? Teil,” Sect abentéuer, gibt nur den Rahmen, wihrend die Abenteucr Jedig=S lich_skizziert “oder gar nur atgedeutet’sind; das Ganze umfa{st ~400 Verse gegen 1600 des Teiles und Yildet: dennoch histo- rischen wie literarischen ewiigungen fach’ (zuerst mulSte das! ,, Kiistenvolle von IE. sprechen, dieses ist_aber in erster Liniec fiir Seeabenteuer interessiert) den iiltesten_Kern des Romans. So haben wir nach Betrachtung der Komposition des Ge-‘ dichtes folgenden Gesamteindruck: Kontiwentale Spiclleute haben cinen Roman vor sich, der yon Eustache einige. Landabenteuer im Gebiete des Grafen von Boulogne exzihlt und seine Biographic als Parteigiinger beider Kénige wusfihrt.* Sic arbeiten dem Interesse ihrer Zuhérer entgegen, so dafs die Landabenteuer_ anwa#eéh-( sen, die Sceabentcuer abnebhmen und schliefslich zu “einer oberflichlichen Skizze werden ¥Hiner von ihnen, der spezielles Interesse fir Magie hat, figt cinen nekromantischen Anfang, Studien in Toledo und cinige magische Abenteuer in Nachahmung des Maugis d’sigre- mont oder verwandter Werke @t IL. Der Kern von Eustache le Moine, v4 welcher sich durch Vergleichung von Dichtang: | und Geschichte ergivt, oe! . Eine bekannte Persinlichkeit und Gegenstand you histo- rischer und volkstiimlich-novellistischer Darstellung ist ustache als Parteigiinger und Seeriiuber geworden. ii beide Arten der Darstellung wurde demnach die fea nach seiner Herkunft fant, wie in zweiter Linie die Frage, warum er_“der Monel” genannt werde, ‘Beide Fragen svurden zusammen verbunden und fol- rendermafsen beantwortet: . a § vd) dteouetl des Historiensctc, (Michel XX VI, Trost VUL*)? “Er ist in Klandern geboren und aus dem Orden Auisgetraten, um das Erbe seiner gestorbencen Briider anautreten: Diese y ersion fiber die Ablegung der Kutt. erweist sich sich als or ec weil Briider von ihm | in ci englischen Charte Loa pe nach seinem eigenen Lode wiht werden debs - 2 aly Quellen und Komposition von Eustache le Moine. 79 «(Y2)"Der Roman. Aus Boulogner Adelsfamilic_gebiirtig,. ver- | lafst er das Kloster, um des ermordeten Vaters Recht zu wera! treten und seinen Besitz cinzunehmen. Es ist_médglich, wie wir, _gezeigt haben, dafs dies jiingere Zutat im Stile der Dpenanfinge ¢ fst-und vor den alten Anfang gesetat wurde, der ihn beim Grafen von Boulogne verleumden. li cyan 7] Calum har %8)rAus gewissen Stellen des edichtes geht-hervér, dafs E. ¢ scine Abenteuer im Ménchskosttim zu bestehen pflegte. Er j erzithlt selbst von sich: “Comervale / —— xr Couronnés estoit com uns prestre, ct ey Trop paroit bien moignes a estre. Und 1263 nennt er sich eoimoigne Die Hs, des British Museum der in 1p genannten Chronilx fiigt hinzu (Michel XX YP? rat autem ille natione Flandrensis et aliquandiu habitum religionis portavil’, was man sehr wohl-fagsen kann, er habe sich einige Zeit lang als Minch gekleidet. Die = “Abbildung, die Michel am Anfang seiner Ausgabe gibt, stellt: | ihn, scheint mir, mit Mdnchskrone und «kutte dar, Die Chronily won=Dunstaple, dic offenbar hier Historisches peridlitet Michel, "XIz “trop importants pour ne pas trouver ici leur place’. Lrost "X LL-ebenso), nennt ihn nicht, wie die anderen, Zustacius Monachus, ‘sondern ‘Hustacius pirata, dictws Monacus’. = Hicfaus diirfte sich nun folgendes ergeben: Eustachius hat in Wirklichkeit oder im Volksmunde gewisse Abenteucr im \Ménchskleidel bestanden oder iiberhaupt stets solche 'racht ge- tragen.? «Demnach kinnten als Urbestind: der Verkleidungen des IJ. Teiles unseres Romanes die Nr. 2, 5 und viclleicht 15 gelten, die ihre Urspriinglichkeit auch dadurch erweisen, dafs sic fn Koulke Die Wari ebenfalls zu findensind: dPoulke~leitet als verkriippelter Méuch seine Verfolger auf cine falsche ¥ithrte;: erschliigt mit der Kriicke einen Mann der Nachhut und nimmt dieser mit den Gefihrten die Pferde_ab, auf denen sic in ent- gegengesetzter Richtung entflichen. Wer das Original dieses Verkleidungsschemas mit falscher, Weisung und Pferdediebstahl hat, bl hat bt noch zu ‘bestimmen. dele mygy / f\jay/oec ast = = Der Beiname ¢Monacas! wurde also in der unter 1) erwithnten Chronik und im Roman in romantischer Weise erklirt, withrend er tatsichlich doch woh] nur auf seinem “habitus beruht: oe _ * In der Tat ist eine Minchskutte fiir cinen Strauchdieb: dic giin- stigste Art der Redan die sich wohl manch ciner dieser Zunft 2 nutze gemacht haben wird. Daher ist der Gemeinplatz des Abenteici SOMITE: aby Wicld quartiert bei wermicintlichen scent cals die sich De a egelagercr mntpuppen,) nicht ohne realen Lintergrund (a Ate Pee are, REC EC ign ete seTECM)) UCU UT oer estan 80 Quellen und Komposition von Eustache le Moine. Weiterhin handelt es sich darum, festzustellen, ob Flandern oder Boulogne scine Heimat sei: F 1, Die Chronik, die Mlandern nennt, erweist sich als wn ¢ guveriissig. ° 2. Der Roman, der auch zu erfinden liebt, ebenfalls un- _auverlissig. - ; 3. Der Recueil des Historiens (Michel VI. XXV2, ‘Trowt VIII'f aus dem Jahre 1212: ‘Mustacius Monachus de Cohorte sive de Cursu Boloniae (das Gedicht 304 ‘A Cors en Houlenois P fu nes’) tune senescallus.’ corset Somit lifst sich an Geburt in, Courset und Stellung als Sene= schall des’ Grafen, die auch das Gedicht erwilnt, schwerlich zweifeln, aed Die zweite Frage war, warum der-kihne Parteigiinger See- riiuber _geworden. a die Chroniken ‘nichts hieriiber mitteilen und ihn mit Ausnahme der Chronik, die ihn aus Vlandern kom- men last, tiberhaupt nur in scinen Operationen als Parteigiinger “pur See darstellen, so sind wir an den Roman als einzige Quelle zur Beantwortung dieser Frage gehalten: das Gedicht lifst ihn nun wegen Verleumdungen sich mit dem Grafen von Boulogne _entzweien, cine Zeitlang als Outlaw in dem Lande verbleiben und dann, als der Boden ihm zu heils geworden ist, denselben verlassen, um zum Kénige von England iiberzugehen. . Dem entspricht sodann am Anfang des III. Veiles die Art, wie er vom Kénige von England wiederum 70 Philipp August iibergeht, Punkt fir Punkt: weil der Graf von Boulogne ihn bei only Johann verleumdet habe: 2159 Dont ¢ vint lé quens de Bouloigne Dou roi de Wranche ert mal partis. h nun nicht als Rec Pe der ersten, sondern als historisch, denn die durchaus glaubwiirdige Chronik yon ‘Dunstaple_schreibt (Michel LXL ‘Trost XILt Und damals, im Marz (1211)> kamen. 2um Kénige nach England: Heinrich der Bruder Kaiser ee ce Gat von Holland und der Graf von Peonleers oe ins neon _entfloh Eustacius pirata, gem. der Mone” z von Frankreich mit fiinf Galeeren, da der Graf von Boulogne ihm_trachstellte. PYoporciohaY Wenn es nun als sicher_gilt, lonnais kam, so ist es wohl moglicly aa der Nachstellungen des Grafen verlicls 1 pasa auf seiten Englands mitten im Kriege ibertrat, Oe ae dessen Nachstellungen England wieder verlicls und na reich zuriickfltichtete. Diese Ictzte-Ursache erweist sic dafs Eustache aus dem Bou- dafs er auch Boulogne wegen nd dann spiter, als dieser Quellen und Komposition von Bustache le Moine. Br ge ensever Jedovh *belehrt uns hier cine Urkunde eines anderen. In der Urkunde nimlich, in welcher der Graf von Boulogne 1212 dem Kénig von England den Lehnseid teistet liehehKXV4 rost VIII: ‘Literae de Homagio per Reginaldum Boloniac comitem Joanni Angliae regi praestando contra Philippum Francorum regem’), -figuriert nimlich Eustache als-Zewge, s0 dats an cinen vorher-t gehenden ersten Bruch mit dem Grafen nicht gut zu denken _ist; Michel wie Trost sehen sogar darin noch ein weiteres Zeichen, dafs er (sagen wir damals noch) Geneschall des Grafen war. So zeigt sich die Chronik der Priorei:|Dunstaple als guverlissig, allerdings bis auf die Daten. Denn der Uborgang: des Grafen. zu Johann geschah 1212, nicht 1211, die Trennung zwischen ihm\é und Eustache kann nicht zur selben Zeit gewesen sein, son ern P erst spiter (1212 wird tibrigens Eustache in des Kénigs Diensten c noch gepannt). ‘Erst~ 1214 sehen wir Engliinder Leute Eustaches _kapern und als Feinde behandeln. Auch im Todesjahr irrt sich {die Chronik, das sie 1215 ansetzt: artegar/Unir prepavar [Fair . Kurzum die Basis des II. Teiles des Romans: € G@eenerschaft zwischen dem Grafen von Boulogne und Eustache vor des Grafen Ubergang zu Englan ird durch die Geschichte Diigen “gostraft: al 1c 3 ilten Abenteuern des Romans, in diéser Zeit spielen sollen, sondern nur folgende Ereignisse: 42042 Nach Michel urd Trost ‘u einer gewissen Zeit? “beruftl Enstache als Seneschall: einen Teil des Heerbanns, wiihren 0 der Graf mit dem Kénig in der Normandie weilt. Dieser | speqigicn Feldzug Philipp Augusts war aber 1204 (PEuteysAbends itn’ dandtm Mittelalter- 1,°Si101).- #2057 Héren wir in einer englischen | Urkunde zum erstenmal ‘aufugit ad regem Franciae quia comes Boloniae insidiabatur ei. 7. Er trat deshalb in franzdsischen Sold und _spielte hier, wie die niichsten Abenteuer beweisen, auch historisch eine grofse Rolle: — 8. Roman 2251: dyablie es isles. Vgl. tiber dic Riickgabe von Inscln an den Kénig von England Michel XXVI‘, aulserdem: ‘Nam Bustachius dictus Monacus ... et Galfridus de Luchi ex parte Ludovici insulas regis ceperunt.’ Dieser Ludwig, Philipp Auguste Sohn, wurde bekanntlich als Priitendent von den rebellischen Baronen Kénig Johanus an= erkannt und_setzte. 1216, als Johann die ‘Magna Charta’ mit, pipstlicher Hilfe widerrufen hatte, nach England iiber: 9. Roman 2252: Le roi Loty fist passer. Auch dies ist historisch. Die Chroniken berichten, dafs Eustache mit 600 Schiffen dem franzésischen Prinzen nach Calais ent- _gegenkam, worauf dieser nach ‘Thanet in Kent iibersetate (Tres TIT), In Dienste Ludwigs sehen wir ihn, den Kanal durch- kreuzend (Lrost-XIID'¥ 1215 ‘yor der Landung im Auftrage coe cic von Frankreich Maschinen heriiberbringen (Prost : a Im selben Jahre beklagt sich der Kénig tber seine Landung (und “Pliiderung?) bei ¥olkestone. Quellen und Komposition von Eustache le Moire. 84 (10. Roman 2254: Si conquist la nef de Bouloigne. eAnspielung» auf einen Streich, den er seinem damaligen Herrn ‘spiclte, von dem die Chroniken nicht berichten.] - [11. 2256—63: e 04 lui mena le roi o dan. Nicht ganz verstiudlich; ein Streich, fiir den er sich verantworten mufs und kann, da keiner Mut hat, ihm entgegenzutreten.] 12. Sein Tod ist im Gedicht ungefihr berichtct wie in den glaubwiirdigen Chroniken. Merkwirdig ist, dafs einige Chroniken seinen Tod mit nekromantischen Streichen in Verbindung bringen, wie der Roman sein Debut, und cine andere Chronilk ihn dem= enteprechend “yrannus ex Hispania’ nennt. Man kénnte daraus \“schliefsen, dafs auch iiber ihn eine geschlossene nekromantische \ Sage existierte, wie z. B. tiber Maugis und Papst Gerbert. Der , | Anfang des Romans und die nekromantische=Ausschmiickung des ¢ Todes kinnen aber auch, dem Zeitgeist. entsprechend, unabhiingig voneinander entstanden sein. . 4 __enlvadas/in/[venci.a (a)( por) Ill. Zufliisse’zu Eustache le Moime, welche sich durch Vergleichang mit anderen Romauen und Novellen gleichen Stils ergeben. day /avrojar ——=<— _ Exgab sich der erste Teil als Erfindung einés_magischen . Spielereien ergebenen Spielmanns oder Literaten, der dritte Teil 2 dagegen als "este novellistischer Bearbeitung historischer ~Vor— ginge, so_gehen wir bei Beurteilungdeszweiten Teiles kaum ¢ ehl, wenn wir von vornherein sagenhafte Elemente in ihm ver-, muten. Ich zihle noch einmal die wenigen Grundtypen auf, aus pene ieee Teil durch Variation entstanden ist: — — 1. Grofsmut als Riuber. > EWG . Grofsmut dem Todfeinde gegentiber. propredad/bienes Det Held als Richer seiner» Habe und seiner Leute. ie umgedrehiten -Hufeisen. “heviadu la Gefangennahme und Befreiung. Mack as 5 Bestrafung cincs.verriiterischem’ Priesters. Tralcionevo . Verkleidungen, daranter vom tibrigen “abstechend: als Vogel auf dem Baume versteckt. asic cio 4 Es bedarf nicht einral grofser Belesenheit, “um sofort die gewohnteil sagenhaften Typen_zu_erkennen, in denen die. Vollks- phantasie den Rauber und Waldfi er romantisch zu -verherr= ; ‘jichen- pflegt. Wir werden von vornhercin darauf verzichten, inv irgendwelchen Chroniken fiir diese Abentcuer nach“ ¢inem histo- rischen Boden zu spiiren, am allerwenigstet wiirden wir das aber — Se pues _Quellen und Komposition yon Eustacke le AMoine. 85 in der Heimat Eustaches im Boulonnais. , Denn diese Typen - sind fast durchweg germanischer Natur. vicla/opmon/ Concey~rion WVorab ist die romantische Auffassung germauisch, auch die Vorliebe fiir die Verkleidung und_den Pferdedicbstahl ist es.. Man erinnere sich an die epischen Pferdedicbe, in denen man mythologische Reste zu schen licht, die aber nichts sind als die Reste solcher germanischer Ouilaw-Sagen. Man denke an dic spirlichen Reste von Fouchiers Streichen im Girart von Rossillon, bei denen die Riuberci im grofsen cine Rolle Spielt: 1191 Aine ne fu tans bons laires ne taus espie; >, Mais a aver emblat, n’a en Pavie. L An Bertram in der Karlsreise (327),' an Maugis (Amangis) in den Haimonskindern. Dabei _spielt eine proteusartige Ver- wandlungsfihigkeit bereits cine Tolle (Aaugis,* Girart 3523). { en yin Uberhaupt ist das Interesse fiir Verkleidung der Helden, ja sogar der Fiirsten, aulserordentlich fege: in der Mythologie ver- , leiden sich die Gétter, im Epos Karl der Grofse z. B. Pseudo- turpin Kap. IX: extvaok ama rian ie ‘mutatis vestibus suis optimis sine lancea, clipeo transverso, ut mos nunciorwm tempore belli est, milite, venit ad urbem,’ Im Gaydon Karl und Naimes, in der Prise d’Orange Wilhelm. Weitere Beispicle wiche Panzer, Hilde-Gudrun 8, 371. arma Als Spielmann verkleiden sich Alfred der Grofse, Huon und Fulko Fitz Warins Jean de Rampaigne: zum Spioniecren und ein andcrmal zum Befrcien eines gefangenen “Genossen. ,Ebenso-im deutschen AMeinet ciner der Getreuen Karls. ‘Ebenso ‘Bustache, um unerkannt fiber den Kanal zu kommen. * Starker noch fufsert sich der germanische Charakter der Verkleidungen des ustache und des frinkischen Epos bei wei- retro supra dorsum cum solo + “Y Dieser Bertram scheint der ‘epische Dich’ des Karlsepos por esot | mi sein, im Ogier entfiihet cr Konig Desier ein Pferd. Voretzsch schreibt dariiber irrig (Ogier S. 53): ‘Einen verdiichtigen Eindruck macht auch die Episode 46004750, wo Bertram dem Konig Desier ein Pferd stichlt: die Handlung entspricht wenig den sonstiger Vorstellungen. vom Rittertum. Das letztere ist richtig, die Stelle ist ebem cin Rest dilterer svolieetiralicher caaeaaei ae Fahmonelexartarde popular” 2 Kaiser Karl zu dem als Pilger verkleideten Maugis (Haimonsk. 250%): Ja nlamerai paumier por Maugis te larron; Maint damage m'a fait, maint grant anui felon. Quant il veut s'est paumiers, et quant il veut jeudon, Et quant il veut s'est mires, et quant il veut proudon ; La tierce est chevaliers et la quarte est prison, La quinte est sermoneres, aine meillor ne vit hom, a Et aporte ees fiertres et dit sa tratson. Ve) Name . Midchen, die sich als Spielleute yerkleiden, siche Suchier, Aucassen und Nicolette zu 48)2; Sttmmin g, Bueve de Hanst. zu Vers 2774. 86 Quellen und Komposition von Eustache le Moine. teren Beobachtungen: auch die romanische Novelle oder volks- a titmliche Erzihlung, liebt. dies Motiv, ‘aber das Protensartige an { sich, das auf den Germanen stets solchen Reia_ausgetibt_hat, @e~ (ait dem Romanen nicht; er mufs die Verkleidung immer ‘mit anderen Intrigen, meist grdbi-crotischer Natur, 7 ammenbringen. | Ganz klar wird dies, wenn wir uns den echt franzési chen Niedex- echlag der” Outlaw-Romane vergegenwiirtigen, ich meine den Tree bert, der ungefihr um dieselbe Zeit _entstanden ist wie Zi le Moine, a. hi in der Mitte des 13. Jahrhunderts (vgl. Grébers Grundrifs TI, 1, 8. 625), an dem wir also einen Kontrast, wenn ein solcher besteht, sofort bemerken miissen. Hier bilden eben- falls Verkleidung, Fopperei, Pferdedicbstahl den Rahmen eines jeden Abenteuers. Der Kern aber wird immer von’ irgendeinem grob-erotischen Streiche oder ciner toxiftigen Priigelszene ausgemacht. Ich denke mir die Entstehung des_Z:«bert_folgendermatsen : der Dichter hat die Streiche irgendeines ‘Outlaw’ in anglono mannischer Version kannt. Wie diese verlegt er den Wolirisi des Helden in den Wald: dep azar /s{uar 7 En la forest de Pont-Alie. Wie diese lifst er ihn als den Feind cines grofsen Herrn auf- treten; wie in dieser naht sich Trubert dem Herzog stets. in ~an- derer Verkleidung, wie dort_spiclen Pferdedicbstahl und Botschaft als Schlufseffekt stets ihre Rolle. Siempre, Continuamen ic Wiihrend aber die ‘Outlaws’ aus'vdrnchmer Familie stam- men oder wenigstens, wie Robin Hood, sich vornehm halten und innerhalb des Waldes den Konig spielen, wobei das germanische Naturgefithl zum Durchbruch kommt, Jiifst der Franzose seinen Trubert im Walde_aufwachsen, nur um ihn zu cinem Ldlpel zu machen (Parodie, Persiflage): 11 Une fille e un fil avoit, | Svestoient non sachant e nice. Die Folge davon ist, dafs er gar keinen eigentlichen Grund haf, den Herzog zu verfolgen, weder, wie Robin Wood, als des Waldfrevels Bezichtigter, noch, wie Fulko oder Eustache (des II. Teiles), als Rebell, geschweige denn als Herr des Waldes. Hier liegt die Schwiiche des Traubert als _ciner romanischen Nach- “ahmung germanischer Waldlust, cine Sehwiiche, die der Dichter gar nicht cinmal erkennt, denn er lifst den-Herzog tiber Truberi Klagen: 2830 Ha bien ow core Panam, e je ne li at riens forfet: Bape ee pu me et nahment Oder travestiors er acinon Stoff -abstehtlich? ENCOUN Kuf der anderen Scite liegt in der Schiauheit, mit der ocr + den Herzopbetriiet, ein Widerspruch mit der Dummheit, die dex Quellen und Jpomposition von Eustache Ic Moine. 87 > . Soblavio/ ats, ? Bauernjunge vordem gezcigt hat, als er den Wald verliefs: die Anlehnung an die einsame.Heldenjugend des Epos (Siegfried, Aiol, Parzival), die eine besondere Naivitit bei Kintreten. in dic ‘bevilkerte Welt zur Folge hat, verdunkelt hier den eigentlichen Sinn des Waldlebens in Rien Outlaw-Romanen. Wenn aber der Dichter des Trubert das Schema seiner Aben- teuer diesen entnimmt, bereits mit Anlehnungen an das Epos, ¢ so ist, wie schon_gesagt worden, der Kern einer jeden Episode im romanischen Sinne _gestaltet, zum Teil sogar direkt Fablianx oder erotischen Mirchenmotiven entnommen.! Eine Analyse des Trubert soll dies zeigen: : a j Yo 1. Erster Auszug Truberts (1—429). Er zieht-aus, um ‘ein Kuhkalb zu verkaufen. Mit dem Erlés soll seine Schwester eine Ausstattung alten. Er verkauft das ‘Tier in seiner Un- wissenheit um die Hilfte des Wertes (37) und handelt eine Ziege (fir einen Teil des Erléses eit. [Girbert ve Metz Anfg. und.) Bei einem Maler vortiberkommend, hilt ] den Heiland am Kreuze fiir einen Menschen: de {ieynpos anlonds /deqde tweho ante 84 ‘Qu’aroit or cist preudon meffet i Quit en ce fust est clofichiex?’ etc. ; [Vgl. Rainoart im Moniage Rainoart, Hist: Litt. XXII, 540: ‘Di va,’ fet il, ‘qui t’a la sus monté? cens ca jus, tant qu’aie a toi parlé! Por quot mesgardes ensi comme maufés? As vts deables sotes tu comandés !” Da das Moniage Rainoart kaum sehr bekannt_gewesen sein wird, so schépfen beide Dichter ausseiner, mir unbekannten Quelle, 4 vermuilich cinem Fabliau. Vgl. Montaiglon, Jiecueil I 194: ie den Liebhaber, der sich, um dem Ehemann (Bildhauer) zu ants ; G hen, nackt auf das Kruzifix_streckt und entmannt wird, 4" (Montaigion VI 143: den Christ, dersherabgestiegen ist und , ‘den Gansbraten gegessen hat.] . Trubert_ laifst sich von dem Maler seine Ziege_bemalen [vgl. a prestre taint] und_kommt, mit dem buntfarbigen ‘Exemplar an a Herzogsschlofs. Die Herzogin begehrt die Ziege. Er willigt g er nur ein, sie herzugeben, wenn er aufser guter Bezahlung die ae zogin besitzen diirfe. Die Herzogin gel darauf ein; vergifst aber nach vollkommener Bezahlung, als ihr Mann naht, die ae zu behalten (!). Der begehr’ nun seinerseits die Ziege. _Er soll fon iim Geld und drei Haare, die ihm Trubert cigenhindig ausrupfen fe, haben (orientalisch?). Dabei verletat ‘I. den Herzog sge= -hérig. Die Herzogin, die ihren Gemahl betriibt mit der ewe a commen sicht, denkt, T. habe ails verraten, und bittet, mi a Mati do . 3 * Grdber erinnert daran, date der Dichter den Tr. sclber, ein Pablian gvenannt habe (V. 1 ff.: “En fabliaus doit fables avoir’), #. Grdw II, 1, 625. 88 Quellen und Komposition von Eustache le Moine. vollem Gestindnis; ihren. Mann um Verzeihung wegen der Un- treue. Der tristet sic: e exdon e 889 Bien puct une fame engignier, : Cil qui degoit un chevalier. 2. “Zweiter—Auszug—Cruberts (4301036). Er_kommt als Zimmermann verkleidct an den Hof, des Herzogs und ruft sein Geschiift aus, Der Herzog wird mit ihm «inigy dafs er ihm Un| cin Haus bauen solle. Fr wird abends traktiert, ist_ungezoren 1p “uf Kosten eines I'riuleins (524) [fihnliches kur offenbarz, alten Anckdoten}, geht nachts, von der Dunkelheit besch’ itzt, an mM Stelle des Herzogs bei der Herzogin schlafen (631; beliebtes por Fabliauxmotiv (Gréber nennt cs ‘Dreilager)], gebt am niichsten Tage mit.dem Herzog in den Wald, um Baume zum Batt aus sxuwiihlen, lifst einen davon vom Herzog mit den Armen aus~jn; messen und bindet ihn an den Baum fest [woher?]. Dann ver- ypriigelé cr ihn gimmerlich und lifst ihn festgebunden hiingen, nimmt sein Pferd mit und verkauft es an cinen Kaufmann, der deshalb die Priigel bekommt, die Trubert augedacht waren (964). 2 3. Auszug—Truberts—(1037—1438). Der Herzog ist von den Priigeln todkrank und Ji Arazte kommen. T. ver- kleidet sich als Arzt und ruft (£100) sein Handwerk aus. 1208 wird er zur Behandlung ‘mit dem Herzog allein gelassen. Er 4 hat die Anweisung gegeben, die Kur $ei' schmerzlich, so sehr ( “man auch den Herzog schreien. hére, man solle nicht herein- kommen. Nun bindet er den Patienten fest und verpriigelt ihn abernials, bis derselbe ohnmiichtig aausammenbricht. Vorher hat C! cr ihm (4820) den Namen scines Peinigers genannt. Hierauf ver-® iifst er ihn, schliefst die Stube ab, verbietet; dafs man zu thopy dringe,; und macht sich auf cinem Pferde davon. {Das Fabliau Du vilaine mire, die auf diesem beruhende Er- zihlung: Wie Eulenspiegel alle Kranken in einem Spital an einem } Tage ohne drxmet gesund _machle, und die vorhergehenden, wie | er einem kranken Kinde cum Stublgang verhalf und des Bischofs ° von Magdeburg Doktor behandelte, behandeln alle das Motiv einer scheinbaren Heilung, worauf sich der falsche Arzt aus dem Staube macht.] 4, At 2ug—Teuberte-(1439—2221)- Der Herzog e- 4 kommt Krieg mit einem fremden Herrn Goliath und muls des- y halb ‘Tis Verfolgun ranfechichen. Dieser nichtihin in der Riistums » _a, die ihm der E erzog cinst geschenkt, trifft is wes cine ¢ Neffen dessolher, der in sehtibiget Rastung des rea WE (Atol), tauscht mit ihm Waffen und ‘Panzer, 80 dats der | am Hofe fiir Trubert_gehalten, und ohne weitere ~Agnoszierung, { Fy i oe liches in jedem Outlaw-Roman.| repriigelt und gehiingt”wird. [Abnlich J Terzoe el it sieht-scinerseits unerkannt im Dienste des Herzogs aus, vor ee er leaned cya alan eyar Quellen und Komposition von Eustache le Moine. 89 1e dem Feinde geht sein Pferd durch; ohne cinen Streich getan 2u Saito, durchbricht, es aioesiaulihes Linien und alle in i n ornengestriipp. abei holt er sich seine angeblichen Wunden, ana feehans yes seinen Schild gehbrig: Acttenene mut nt dae e ily (= Berengier au tong cil (Montaighen, Memel IV, 5, der allabendlich in den Wald geht und scinen Schild gerhauty 2? um durch Lirm und Hiebspuren glauben zu machen, er habe + Abenteuer bestanden,] ———— ‘T. nimmt sodann einem Frauenzimmer, auf das er etéfat, gewisse € ‘ Teile, um sie als Nase und Maub Goliaths heimzubringen, und \ ilt nun am Hofe als Sieger und Retter. [‘Travesticrung. Woher?] Ste der Herzogstochter werlobt, macht er sich abermals aus dem¢, Wege, gerade-noch, che man durch eine Gesandtschaft Goliaths t _serfiihrt, dafs man wieder gefoppt worden ist. "Von wem, und {wen sie an seiner Stelle gehiingt haben, teilt, ein Bote ‘Ts mit. _5. Auszug Truberts (2222 bis Ende; unvollendet). Der'\) Herzog hat mit Goliath Frieden gemacht, und ihm seine ‘Tochter _xersprochen, um gegen T. Freie: Hand zu haben, Er ast ihn im Waldeenmstellen. [In jedem Outlaw-Roman.] T. aber hat sich als Frauenzimmer_verkleidet und gibt an, “Trubert’ habe sich (durechgemacht, ox (5a die Schwester. So wird er als Geisel_mit- _genommen. — [Etwas anders in Robin Hood und der Bischof (Griin 113, ; Child 191): als altes Weib verkleidet, entgeht R. bei ihulicher Gclegenheit dem Bischof, der das alte Weib in R.s Kleidern mit sich _sehlepptJaViaslyor ! Am Hofe wird T. unter die Madchen gesteckt und schlift_nachts bei der Herzogstochter. — (Die geschlechtliche Anniiherung’ ist in der Art der be- kannten Fabliaux de Vescureuil, de la demoiselle qui abevra le pou- ; lain usw. gemaclit. Das Motiv selber ist die Travestierung » eines Mirchenmotivs: Der Freier in Midchenkleidern. Vel. ~ Voretzsch', Epische Studien I, 8. 295.] nocurnd P nm) Die Herzogstochter wird durch den _niichtlichen Umgang mit T. ganz dlls. T. diigt* ihren besorgten Eltern vor; sie habe 4 erkehr | mit dem Heiligen Geist und sci voller Engelchen. anaelitO (Da die Erzihlung von der Tochter_abspring und der Schlufs fehlt, kennen wir die weitere Entwickelung dieses an- \\gesponnenen Fadens nicht. Vgl. dazu Romania XVI, 404: gin, -Ménch macht sich ein Miidchen gu Willen; indem er ihr sagt, | er sei das Werkzeug des Heiligen Geistes, und sie wiirde den fiinften Evangelisten gebiiren:, D; 5 Resultat ist — eine Tochter] Ssoportar | Yoluciy Aus diesem Grunde kann man das Madchen Goliath nicht mehr zur Frau geben und ‘schicbt Trubert unter. SUSY ents ay lad 90 Quellen und Komposition von Lustache fe some. > [Vgl. Py Arpfert, Motiv von der untergeschobenen Braut, it ~ Sehweri 1897. Das Mirchenthema erscheint hier abermals tray rt.) vp Cas } Nun ist T. Braute Das Boilager soll stattfinden. Da verliifst er fiir einen Augenblick das Gemaeh Um zu zeigen, dals nicht 3 weit weg wolle, lifst er sich von dem sprtiristigen Goliath an cinen gl Faden binden, ‘niipft sich draufsen dos und bindet eine seiner Magdesdaran, so dafs Goliath den Betrug gar nicht_bemerkt. vet [Vel. z. B. Montaiglon, Recueil II, 8. 14. Dort hat ee a ' Frau einem ‘driingenden Piebhaber yersprochen, ihm gegen hohe Belohnung den Willen zu tun, schicbt aber in der Dunkelheit™ [le cine:kitufliche Dirne unter: Quil péust-por-un-esporon — Le-jor eoined--conrbordel: — Auch das Anbinden am Strick ist nicht y ohne Vorbilder,.Doch gehért dazu, wenn ich mich recht ex= innere, cin cifersiichtiger und -betrogener Ehemann.] enganado Mitten in nator rene sbricht: der Roman mit’ V. 2978 2 oneceaoy ~~ Gewiegte Bam der Schwankliteratur averden jedenfalls > noch manche Einzelheiten auf ihre Quelle hin bestimmen kénnen, fiir uns gentig@ es, zu sehen, wie wenig der Roman, der der Si Form und Gratidlage’ nach zu den Outlaw-Draihlungen _gchort, aaa entnimmt, und mit was fiir Federn er sich in Wirklich- keit schmiickt. Er ist, ein echt franzbsisches Werk und mit seiner » geschickten Benntauhz’ unzihliger awitziger Anekdoten und be- sonders seiner (unwillkiirlichon ?) Travestierung ernster Motive) als Erzeugnis des 13. Jahrhunderts hoch bedeutsam. _Ein Protest gegen die neuerlich erhobene Behauptung, der beriihmte esprit) gaulois sci erst in der Renaissance “aufgetaucht: Tine Ansicht,3) die wohi=nur-deswegen’ entstand, weil der esprit gaulois zu dieser e Zeit erst in ausgedchnterem Malsstabe shed isch wurde. Vay exienido jompiio _ escala/Yncedda, ae MOT pastes kein seinem-II-Teite> Wie im dritten kaum etwas zu finden war, das nicht mit 2eit~ Sssischen Chroniken oder Akten, fast durehgehends cnglischen, cinstimmte, so enthiilt der aweite ebenfalls nur see das nicht in niichster Verwandtgchaft aur ‘Ow! Nowell on =Balindir stiinde. Ohne wesentliche Anderungen sind die aes ny Bee cinander gestellt, mit_der ‘Treue des Summelromans, a see ee bert nur nachahmt. Drei Ubercinstimmungen wurden bereits von > . . . i ‘Ausziigon beleet. Fe. Michel nachgewionon und mit text fin rey aiden, Zwei aus Fulko Fitz Warin und cine aus den f Da aber diese Nachweisc in den Anmerkungen stehan, hat oe \ die Ausgabe der Romanischen Bibliothek in der SS eae RSs \ selben ontgehen lassen. {VglirdiceAusgabe -von Su 9G, 404-4106)", . | , Quellen und Komposition von Eustacke le Moine. 91 atl? 3 pens lo w Es awiire cin Jeichtes gewesen, Michels Sammlung zu ‘eer walls findigen,, und_kritisch “zw Dehandeln. Das «midge folgende ‘Labelle der Ubercinstimmungen erweisen:1” “aebe(\a 1. Grofsmut als Riuber. ' ‘ _Bustache: Die Pointe der Er- 9% Robin Hood. Dieselbo Anck- 2 ihlung ist, dale er,die Habe, dic dote hat sich bedeutend komplizier- der um “thre Hohe befragto Gefan- gS ter in einer Ballade erhalten: R. Hs gene_an; ben, ihm liifst. Hat er? Goldener Loha (Griin 181; gelogen, so nimmt.er ihm, was seine Child 208). sAngabe Aiborsteigt: Vel, Nr. 8 und ‘Als Klosterbruder yerkleidet trifft Nr. 19 G. 7, 74). excedekdvepaa RB. H. zwei Priester und bettelt., -sie um eine Kieinigkeit an. Sie MW 4 . z a(t(ngkeben ihm aber nichts, unter der _ Auch im Kustache ist es cin @viet-" “Behauptung, sic scien bittarm. Da lt x, der cinc falsche Angabe zwingt-er sic, abzusteigem und mit 4 macht (Abt), _ ihm inbrinetig: um Geld on beten, e a me &ffnct dann ihre Koffer, und ‘siché: rintegned Ct eee at exhort. So tilt er 0 avdical® nit ihnen, wis ‘ie gemeinsim von . Gott _bekommen. haben. F Fergie In Peeunglicherer Form, aber in t jiingerer Uberlieferung figuriert die “Anekdote in A Geste of Itobin Hood (Child S. 58). % C ‘Auf die Frage, was er hesitzo, { \wihrend cin Kaufmann scin Vere _antwortet der eingebrachte Ritter: Wh smégen richtig wngibt. © 38 I have nought in my coffers’. Nei Darauf R. H.: espeaificor 40 If thou hast no more, Whar T woll not one peny; ‘And if thou have nede of any more, Fn efecto More shall I land the. ‘Patsiichlich findct Little John beim b ssquele Durchsuchen des Koffers nicht mehr, |. aviv Ale der Ritter angegeben. d¢clayade/s ‘= ‘Genau wie im Eustache entspricht ¢ dem in der Gesic cine Umkehrung, |) in der der Monch seine Bitgnerrol le -spiclt. (von Michel bemerkt und “S. 106/7_ zitiert). Auch hier fragt Robin: 218 What is in your coffers? sayd Robin. Der Monch gibt 20 Mark on. DAA «Ff there be no more,’ sayd Robin, {Twill not one peny; i Yf thou hast myster (mestier) of ony more | ‘Syr, more I shall lende to the. ! Ich ziticre aus Anastasius Griin, Robin Hood, Hin Balladen- kranx, Stuttgart 1804; Child, Phe English’ and Scottish Popular Ballads, Part V, Boston 1888; 'R. Fricke, Die Robin-Hood-Balladen, Bisse Braun- achwi TREES. - ~ 92 Quellen und Komposition von Eustache le Motne. Man sight an der wortlichen Ubereinstimmung, dafs beide eciolcastafecngeSzenen, wie wabrscheinlich auch erecta HR Hes’ goldner Preis’,cauf cin und dieselbe ‘alte Ballade “zuriickgehen, in der, wie Fricke achzt n , sucht, zwei Ménché_ceingebracht Por esto orion tere engin een i ja 8. na a (0 ° Wir siyd deshalb der Ansicht, dafs die Syltung teed nt in der Geste unabhiingig von der im Dustache ist. pga beiden nen vollzoran hat, wihrend nur eine Ballade 3 e ovelle urspriinglich als Urtypus estand, Frickes Ansicht, ae a Ménche die Rolle der Liigner_jibernehmen, ware, da ‘aechwe a einen: Minch hat, nachzupriifen. Im Mibrigen ist es nschwer zu_erkennen, dafs Hustache die einfachere Form, ‘Somit. die Urform des ‘Themas besitzt. —— 2. Grofsmut'dem Feinde gegentiber. Fustache hat beide Todfeinde,den _ Robin Hood. Wie Eustache, als Grafen vor Boulo; rafen vor ene, den er als Monch verkleidet, di ‘i Monch B als fénch ver let, den Graf Ménch in cinen Hinterlat golockt den Wald Jockt, iim ‘Eustache’ ihm (Nr. 5), und Hainfroi (Nr, 8), 1 Walden pret i (Nr. 12), im auszuliefern,. so.lockt R. H. in « Waldo 'an seiner Tafel_geliabt.’ Er “alten Ballade Zeum% Hood and oer — ‘Ungestraft, als seine Tupfer (Griin 8.76; Child S. 108; x R. Fricke §. 15) den Sheriff von Nottingham, seinen Gegner, in den Wald, als Topfer verkleidct, um sci- nen Feind zufangen. Er speist. ihn ind pimt ihm blofs Geld dafiir 5 ub i in] bet ester zurtick, weil seine Frau, iln als Tépfi oe hrtet babe. Ent! Hing? Tenter se Val. aulserdem: Robin Hood und der Bischof von Hereford.” "Kinig Richard bei Robin Hood." Fulko Fits. Warin. Fulko ver- igidet sich, Qloland $.95) in ko- nYmischer Weise als Kohlentri enconlat pezeanst dem Kinig und drei Rit opr (on ten und vers pricht, thnen cin Wild: S gu weisen. Er fiihrt sie in cinen & embacala — Hinterhalt’ seiner Leute und nimmt, coche sie gefangen. Der Kénig wird unter dem Versprechen entlassen, Friede rlrtlauy eater Uimlko “Bs Rolgence (Pa eSpind Enterpolationen. plantas ace Reisen, dio durch eine zweite Ge- fangennahmo (Spaltung) des Kénigs ihren Abschlufs finden (von Michel nachgewiesen S. o0)d. Quellen ‘und Komposition ‘von Eustache le Moine. 93, Robin Hod Litlle Geste. UTfytte. Little John ist unter einem falschen tole fannd Name beim Sherif in Dienst gor S reten. [Er bestich]t_ibn gemeinsam \ entiase /canma Tut dnsen’ Koch dem. Strkaten er-Bippe.. Hierauf kebrt er init des CANN Sheriffs Silber in den Wald zuriick zu Robin, Im Walde findet er den Sherif #) “Be. vempricht seinem « erm, der keinen Argwohn bat, © cievvolvenale ihm einen griinen Hirsch weisen zu wollen (It. stets griin. gekleide 185 Yonder Isawe a ryght fayre harte, His colour is of grene. Er fiihrt ihn yor Robin: 188 So, sire, here is the mayster-herte, Der Sheriff wird bei Robin bewirtet; € mute die Nacht im Walde schlafen und erst entlassen, nachdenr ‘a er chworen, “Irieden 2u halten prepone (V."204).. —— ®Bringt man diese Anckdote aus dem Romanzusammenhang peraus, so ist ihr Kern der, dals der Held (Robin Hood, Eustache, yfulko) seinen Todfeind fingt und ihn nach der Mahizeit unge- raft entlifst. Die eine der Robin Iood-Anekdoten, wie jene des , ‘ulko Fitz Warin, fipt. als‘Gegengabe hinzu, der Gefangen be _ yorher den Frieden zugesichert. In “Tobin Iood und der Topfer mus der Sheriff sein Mittagsmahl bezahlen. Das Jetztere Motiv {ist nicht ohnesSalz, ist. aber der in ‘ihm eenthaltenen Anschauung ‘pach kaum iilter wie das 14. Jahrhundert. Die Bedingung der 4\vorhergenannten beiden Versionen, dafs der Outlaw wieder in cin Bechtsverhiltnis _aufgenommen werden _solle, ist wohl erst bei \ Gestaltung. des. Sammelromans hinzugekommen als ein bequemer Abschla als welcher er im Girart von Vienne und in den Hai- {Snonskindern (S. 829 ££ Gefangennehniung Karls; 8. 372 ff. Ge- fangennehmung Richards des Normannen mit Frieden als Folge) zu finden ist, Die auf diese Weise von_Zataten gesituberte Ur- form, in welcher der Held seinen Todfeind nur deshalb , wentlifst, weil er an seinem Tisch-gogessen hat, erweist p sich dadurch als echt, dafs die Alterttim! ichkeit der Anschauung _ von der Meiligkeit der Mablesgemeinschaft vollkommen zu emer Figur palst, die das natiirliche Waldrecht yerteidigt. So schreibt Winternitz.in dem sympathischen Aufsatz Was wissen wir VON den Indogermanen (Beilage xur Allg. Zig. 1903, Nr. 253, S. 251): ‘Ich halte das in Klammern Gesetzte fiir cine — allerdings ziemlich alte — Fnterpolntion, Uber die Rolle der Kéche als Kraftmenschen und Diebe siche meinen Aufente ‘Dio Kéche im Volkscpos’, Beilage xur Allg. Zeilg. 1903, Nr. 4. Dazn das Sprichwort: ‘Salomon e Marcoul’ }: Sers de pute orine — cotstrons de cuisine — font molt a doter — Ce dist Salemons. eh _wir noch dazu, dafs dieselbe sogar der Fremde als auch Schrader, Iteallexilon der ‘Gastfreundschaft’.) Novelle | und, wie wir diesmal mit Siche spriinglichere Form. 8. Der Held Eustache, Wier ist. dio Pointe, dats E. fiir cinen Yerlust auf der eigenen Seite zwei auf der anderen x anges veda dar deftat 4. Die umgedre Eustache Nr. 16. Es os dies, tum die Wahrschciulighteeit des Abenteuers 2u stcigern, bei starkem Schneefall. Romer a aie Fustache, atark n, Die Begebenheit ist. : Eustache wird go-_ a genommen. Fine ihm-giin= in Paris beim Konig stattfinde (durchaus ungewohnlich, da der Graf auf seinem Gebicte Herr tiber Leben und Tod und auch fir die itbrigen Gerechtsame [Jagd und Wald) nic- mand gegentiber_verantwartlich war, Wie wenig bindend: in Geschichto "0 wi Dichtung sein Verhiiltnis zum Kénig von Erankreich war, zeigt tibrigens der ang ins englische w Lager zur Genfige). Auf dem Trans- ty port nach Paris’ wird Eustache be: eit. Die Darstellung, besondcrs ‘lie Bolle der darin auftretenden Personen, ist unklar.; , papel | el Somer sehen. (vgl. Od. 14, 158; 21, 28), gerade der gemeinschaft cine symbolische Bedeutung-tukam, so daf eschicht “°° Frulko (S. 66): ‘¢ Fouke molt sores ge Partei howickt, dafs sein Straf-(élor Mustache an sfericht nicht in Boulogne, sondern Beim Iirch gan Quellen und Komposition von Eustache le Moine. wie wir das noch hles- durch 2 taum Proande wurde? (Vel. indogerm, Allertumskunde, 1901: in alter Zeit, Is Diese erschlossene Urform unserer Outlaic- sitzt der Eustache, zeigt lie cinfachere men, die ur- t also auch hi rheit~-behanpten afitmar als Richer. - Weder Robin Hood noch I bictcn Abnliches. R. Hus Racl cinfacher Natur: wir als Knabe, finfzehn Forster nieder~j. schigfst, wie Little Tohn dem Sheriff nhinten auf der Flucht das Hrerz : nichts von dieser Varia- Liogesctzes. hten Hufeisen fist ferrer ces chyvals ¢ mettre. les Yers drevers..” (Bereits vow Michel nachgewicaen Ausg. S. LOtye 5. Gefangennahme und Befreiung, Robin Hoods Kirchgang ( $.89; Child S94: Fricke S. bictet. die Lisung der Hiitscl, dic ieser Stelle il ird Robin” vor cinem Minehe erkannt und yerraten Gefangen genominion —fwird. or wes. emittelbar darauf-Von seinen Louten bofreit}. Gleich darauf sind wir vei Little John im Walder? dem_verriiterischen Mé dic Botschaft des Sheriffs von Not- tingham an den Konig bringen dala Robin Hood gefungon ‘sci. werfen den Ménch vom Pferde, tit ihn und bemichtigen sich dex Br r ‘Aleidet) dem Kor fes, den sic (v¢ d e iiberbringen, unter dem Vorwandes er gs _gestorl der Ménch sei unterwe Der Konig schickt sic an den SI der Sheriff solle ihm riff zuriick, durch dic Boten den Gefangenen i So kommen nach Ni i hi hinein d_ ants ottingham hinein Tund entwischen, pachter indem sic den ‘Ttirhiiter ex. eschlagen]. ele z, 95, : yyy Quellen ‘und Komposition von Fustache le lomeme 30% eva y Mir haben hier ailgenscheinlich zwei Zassupgey cin und be ta Sage. Der Statthalter des i gs fiingt den cre auf dem Transport zim Kénig und ynmittel: | repdeny, au r : b L Gerichtsherrp cutwischt derselbe wieder. Dem | eaepzicnt fe ywigderum einfachere Version des Eustache bis auf ae Widerspruch, den die Stellung des Grafen von Boulogne er-% week . Die Ballade dagegen zeigt Kontamination und Inter- en So Und zwar ist die Gefangennahme und Befreiung, die der pola’ che als selbstiindig erweist, mit einem Nirchgang, Gefangen- und Dofreiung yerschmolzen worden, wobei beide Gefangen- | nahve? irrtiimlich nebeneinander stchen blicben. Ich habe darum die ane in eckige Klammern_gesetzt. Iri¢ke! schreibt dariiber le °4): ‘Es scheint also’ cine Fassung der Ballade gegeben zu ee in welcher die, Befreiung Robins schon jetzt eintritt’ 2am Schlusse zeigt dic Ballade eine Interpolation, die ich ebenfalls Re et eae Oreilly pS cin Gar D nicht nétig, denn der Kénig hatte ja etragen, Little « arte Gofungenen 2u Gbergebery damic. dr ihe ihm beinge. one Joustache hat deshalb “auch noch die alte Version, dals” die ofrotung, auf dem Transport stattfand. Ursache der Anderung: | {Begondere Vorlicbe fiir_gewaltsame Befreiung, wie sic im Jtobin Tlood ae eae vorkommt, R. Hood rettot drei pa Sheriff wgen Waldfrevels gefangenc_Jinglinge, als armer Pil rim yer= Meet (Gran 135), Re 1. behete no Mout "Alling vont Tuto" als Aeidier, verkleidet (Grin 146, Child 177).” R. HL befreit Little ‘ohif in der Tracht des Guivon Gisborne, den er getits riin 103, Child 90) Vel, auch die este. Ebenso im Itulko (S, 76): Jean de Rampaigne_befreit, als Spielmann _verkl idet, nachdem er die Meinde eingeschifert,’ den, gofangencn Andulf,’ (106) In, Kaut- manssverkleidung, befreien dic Gofiihrten den gefangenen Wilhelm. Compaeros 6. Bestrafung eines ve Titetiechen Priesters. & pustache (Nr. 11), Ka wird nur Robin Hood. Bercits Frické eer gjnnt, wie er einen Priester be- schiliefst, dafs Robin wohl selber den Strafte, der ihn yergaten hatte. “Monch bestraft habe, der ihn beim ae Yevalst Kirchgango vorrict, da er in friiherer Version unmittclbar nach sciner Ge- | de\aley fangennahme befreit worden sci. Fricke 8. 24: ‘Nach dem Geft ler damaligen Zeit .crwartet iy dafs Robin sich an” dem_ Verriiter richt,’) In der Kontamination wurde dagogen aus dem Boten des She- riffs der ‘Gefangennahme und Be- freiung’ und dem verritorischen Monche des Kirchgangs etc. eiue Person, gemacht, so dafs in der er- haltencn Ballado Little John “als uftreten mula, = 96 Quellen und Komposition von Eustache le Moine: zi { especalinenie weil Da die Anekdote im Zustache nur in wenigen Versen shiz- dert, der Verrat nur angedentet ist, liifst sich dic Ydentitit beider Versionen nicht bis zur Evidenz darlegon. Sie hat aber hohe Wahrscheinlichkeit fiir sich, zumal der Lustache im .origen (Nr. 5) abermals die iiltere Fassung noch durch -schginen |: (Befreiung auf dem Transport, der aber im Hustache “unmotiviert ist und sich nur durch die Ersetzung des Grafen ¢ von Boulogne durch den Sheriff erkliren liifst.) ~ ’ 7. Die Verkleidungen. onlhipl (variade] diverce i pe Ast gi Thema, das solch mannigfaltige parisons Zzu- 1 aifst, das” sich aufserdem mit so verschicdenartigen Jo) ereien, Verbinden lifs'dals eine grofsere Vorsicht als ibuyhierhecegeey n scheint und als Hauptelement der Gleichung immer “das ) Proteusartige an sich gelten muls. ‘Trotzdem lassen sich einige ) Gabdéhiarakteristische Momente finden, die nahe Verwandtschaft vermuten lassen. diy —— sae fugay . cond J a) Eustache. In irgendeiner Ver- __a) Fulko (S, 58), Als hinkender kleidung weist Eustache die Ver- Mdnch verkleidet, Jeitet er das Gros ' folger falach und cn meist. der Verfolger auf falsche rte, omit den Pferden . (Ver- erschliigt mit der Kriicke (val. kleidungen: 3: Schafhirt; 9: Kohler, -Gestache’ Nr. 15) einen Mann der und ‘Tdpfer; 177 Ziimermann.) ~~ Nachhut, beméichtigt sich mit den ee jhrten~ der Pferde di lo mise Getfinrter ter Cot NEES, Heser_und b) Hustacke unerkaunt, indem er __b) Robin Hood unerkannt in Not- als 'Tépfer seine Ware ausruft. tingham, indem or als Topfer scine aa Ware ausruft (Robin Hood und der anunuey Topfer Grin S. 76, Child V, 108), prego nat PI Ve °) eroamar/ dufoaer urarfem ) ist im Bustache und in der Ballade verschicden yerwendet. ist den Grafen als Tépfer auf eine falsche Tihtte, in icone roy Tee EL ysich dial Yarechonkken you ‘Tépfen Y fingang in des Sheriffs Haus (grrangiert!). Der urspriingliche Inhalt ied sich mit Verkleidung, Ausrafen der Ware, unaweels- Wilkigein Behandeln der Ware (Iustache: Zersclilagen — Dallade: * Wersehleudern derselben) und schlicfslichem Entkommen begniigt ( naben, "Im iibrigen spielen. die Verkleidungen als Spielmann, Bett- ler, Minch, Kol fon aboralltdis Tlauptrolle, ohne dafs bei diesen auch dort beliebten Typen an eine Abhingigkeit gedacht werden -kinnte aufser der yon wenigen Urtypen. *Merwandt scheint die Verkleidung als Schiifer in Hustache Nr. 3 und fobin Hood und der Bischof von Hereford (Grin 151, Child 193). - Ebenso ist. beim Inkognito oder der Verkleidung fast iiberall nt, der Held sche der verkleideten Persénlichkeit iihnlich er Quellen und Komposition von Eustache le Moine. 97 oder sei nicht weit davon, (Hustacke oftmals, Fulko 8. 81 beini Kénig von Frankreich, Robin Hood bei Verkleidung des Kénigs: Child 8. 220, The king himself did say ‘Near to this place his royal grace | To speak with thee docs siay.’ evidend 4 Unsere Nachweise sind vorab fiir dic Robin Hood-Forschung nicht ohne Bedeutung: Zwei Texte des 13. Jahrhunderts, Mustache und der anglo-normannische Mulko Fitz Warin, bringen in ihren Sammlungen Anckdoten, die mit,jencn Balladen zum Teil iden- = tisch: sind. Der eine von den Texten, welcher cinen etwas (. Gjiingeren Zeitgenossen Robins besinch einen Seeriiuber, fiihrt) in seinem zweiten Teile, der nicht organisch zur Bioprapli eines cf Seeriubers gehéren kann, eine ganze Reihe_der Waldabenteucr des Outlaw In sehr primitiver Iorm (gus, ) Keine Yerschmelzungen 5 wie in den Balladen; die Nebenfigur, Little John, fehlt noch Y ginalich. woes nye seoumaniensequdd » Auf der anderen Scite worden wirCgleich schen, dafs ‘cine \ zu Eustache organisch gehdvende Erzihlung (Ldtung einer Lochter oder Geliebten durch Kinig Johann) auf Robin diber, f \gzeht, Auch Fullco yerlifst am Schlusse des Romans das Land ‘und wird Scefahrer, cbenso Itobin Mood xur See (Griin 195, Child 211): Der Held ein fremdes See pao er sich an den Masthaum fat binden lassen, um sicher schiefsen zu kénnen, So zeigt sich, dafs diese grundverschiodenen: durch das | Ye ent _get) n_ Figuren sich gegenscitig_ becinflufsten. n allgemeiner Natur entsteht aus diesen Nach- © _wweisen fiir die Robin Hood-Forschung nicht. Es bleibt wohl “auaginchmen, dafs Robin bereits im 13. J rhundert ‘Typus “des Ouélaw war, dessen Balladen _voriibergehend und wohl von literarisch atbeitenden Leuten auch auf andere belicbte Figuren 5 7 a tiber i Teil’ _iihertragen wurden, Dafs die Erziihlungen fiber ihn zum_Teil ilter sind als scine historische Datierung, 3st Ja bereits bel So findet man dic Novelle von dem Outlaw, ler einen Genossen, in Verkleidung befreit (Jobin Hood und die drei Stine der Witwe), schon in der ersten Hiilfte des 12. Jalirhunderts in einem (den Assonanzen_nggh) iilteren ‘Teile der Haimonskinder. Dort fiittert “Karl der Grofse den vounsiutlichon Pilger, cigenhindig, wobei ihn dieser am liebsten in den Iinger gebissen hiitte, und Bate, lifst ihn reich beschenkt (254, 23 ff). Dic in den alten Fates ‘Guar bier kkommende Charaktcrisierung der Haimonskin er _als i truant und Wegelagerer (251, 23; 258, 82) Ikennzel ichnet den Kin- ¢ ‘schub als echte Oudlaw-Novelle. Ebenso zeigt in demselben Epos anchmen, indem man cier ont der Versuch, Renaut sein Pferd Bajart abzun , cin Wettrennen ausschreibt, deutlich “die Verquickung Archiv fn, = — 7 rohiv f, n. Sprechen. CXUL. \ « 98 Quellen und Komposition von Eustache le Moine, colray GUNMEN ast msm? novellistischer Sagen: der historischen Sage von dem Prinzen, der ,\ Zinem Baron sein Pferd stehlen wollte und gelber dabei pmicam, FY [Reginonis Chronicon, Pertz, Mons Germ I ad 870, von Grober y im Grundri/s nachgewiesen (II, 1, S. 451, 2), figuriert in der Literatur in Boeve de Hanst. 2530 ff.], und dem in den Robin Hood-. Balladen enthaltenen Versuch, den Helden durch ein Kampfspiel 1d in die Hinde des Sheriffs zu locken. [Vgl. die Benutzung der- selben Novelle am Beginn der Jsclarmonde: Archiv CXIIL, S. 329; 2 ausfiihrliche Behandlung der interessavten Stoffe und ihrer Ver-9 Gnidkimg werdo ich in Die Sage von den Haimonskindern bringen.|y | Die Ausbeutung, der von uns igehys Einzelheiten fiir'y dic Robiti Hood-Balladen, besonders ihre Yerwertung zur chrono- « logischen Frage derselben, mufs einem ‘Anglizisten iiberlassen werden, CONCLU SCN dei fabandonar/T ya == Uns Jiegt nun ob, die Resultate fiir unseren aaa f Spmumenaufassen und dic Fragen, die wir begtiglich der Biographie des Romans_aufwasfcp, zu lsen. So haben wir, wenn wir von dem nekromantischen Anfang absehen, 1. einen Teil mit ‘Outlaw-Abenteuern’,, der mit wenigen Ausnahmen (der orien- .talischen (?] Verwandlung [2] in eine Nachtigall) nichts _enthiilt, | Swas nicht englische Balladen von Robin Hood sengens 2.cinen ‘anderen Teil mit Secabenteuern, der fast nichts enthilt, was wir mit Hilfe meist englischer Chroniken und dilsten nicht, als historisch _hiitten chicisen Ikdnnen. demos far) Preasi7 doce Damit ist nun aber unzweifelhaft erswicsen, ke das Wer gleich dem Fulko Fitz Warin als anglo-normannischer Romar 3g eben, 1. War er yolkstiimlich oder literarisch? An diéser | Frage hiingt viel, denn wenn wir hier aus Novellen den Roman entstehen schen, warum nicht in vorliterarischer Zeit aus Licdem ein Epos? Aber erstens_ist ja wolil die Entstehung von Sammelromanen” cine literarische Erscheinung. Und dann: wera soll die Robin Hood-Balladen aut Eustache tibertragen haben? Das englische Volk, das noch heute von ihm singt? doch wahl nur ciner oder mehrere bilingue Anglo-Normannen, die literarisch arbeiteten und die Balladen fiir ihren Helden auskeuteten, um seinen Sceriiubergeschichten, die sic vermutlich aus volkstiim— lichen und literarischen Quellen zugleich schipft en, cine Vor- wie der (Verfasser’ von chichte vorsetzen zu kénnen, genau W — i seschiehte ree cine prachtvolle, zu den Pulko Vite Warin zu ciner Vorgeschichte eine | P , Streichen gar nicht passende epische Eraihlung ausschreibt, dic uns spiiter einmal beschiftigen soll. Pregonay (eNO! 4 Fir die Gefangennahme und Befretung ( y, Die Erzihlung verlangt kulturhistorisch-po itische Ver! tniesgs a England waren. Dort ist ihre Heimat. In die fraizésischicn ‘erhiiltnis: hat sie sich nicht ohne Widerspruch cinfiigen Inssen. CCI _— ae ey corcunslapcd Quellen, und Komposition von Mustache le Moine. 99 combinar/ynde une Una Was unsere ‘Ansicht tiber die Entstehung des I. Teils be ‘iéft, das er als Sammolroman einzeln kursierende Novellen Cl © (Balladen) xereinige, so wird sie wohl kaum auf Widerspruch 4 le stofsen. Denn dic meisten dicser Erzihlungen fiihren noch ince, . fen nichsten Jahrhunderten in England ein Sonderleben. Anders V vielleicht, wenn wir dieselbe Meinung iiber den III. Teil Jus: sprechen, er_sei eine Sammlung (dic Stammsammlung) von No- ( vellen, ‘die fiber Eustacho erzihlt wurd Gerade bei der Ubereinstimmung dieses ‘Teils mit Chi nberichten wird es (¢ fa mauche Kritiker geben, dic diesen ‘Teil Jediglich fiir cine Kom- ~ pilation aus Chroniken_erkliiren werden. Da sein Verfasser lite- ~ rarisch arbeitete, habe ich selber_ angenommen, dafs er Chroniken © s hat, aber neben der volkstiimlichen ‘Tradition. Wegen }¢ Jer Ieiirze unseres Homans innerhalb dieses Teiles kann. ich das nur-fir die Erzihlung, Kénig Johann habe. Eustaches ‘Tochter verbrannt, wabrscheinlich machen. Aus den Chroniken haben wir Y eulnonme, dafs Johann dem Partciginger cine Tochter, die als Gcisel in eincm Kloster_gehalten worden war, wieder ausgelicfert habe, Die Novelle entnimmt dom nur die urspriingliche Lat sache, dafs Eustache scine Tochter als Geisel hingab. Yon diesem \ _ Punkte verlifst sie das Historische und ‘spinnt. ihre Erziihlung °P.selbstiindig weiter, indem sic dieselbe tragisch auslaufen lifst und {pesieher einst mié des Vaters Rache beschigssen hat. Tein Sonder- eben, dieser Erziihlung wird aber dadurch _¢: yiesen, dafs von Robin Hood dic Sage geht, derselbe Kénig Johann seine-Gelichte vergiftet: Hine ‘Verwandtschaft, auf dic bereits € I’. Michel',(S. 117) _Lingewie hat. Sefialay ot ce . f Schliefslich driingt sich uns die Frage auf: Sind Teil II und ‘Leil IIL von demselben Verfasser? Ich glaube nicht. Dagegen spricht vor allem der gsachlich, verschiedene Charakter beider Teile, \ saubere Scheidung zwischen jhnen. Hiitte der Balladenkenner MH ich den III. Teil verfaflst, so wiirde cr ihn wesentlich mod fiziert und ihm das romantische Gepriige seines II. Teils gegeb Taben. So haben wir ihm nur ein Ei schicbsel, nachweisen | Tien, in welchem die Durghbrechung et yer_Mulssperre durch cin i Sees im Stile des I Teila(ghygelont warden pan ver ‘aucreyy/ Jtavesarmento ae sallvide L ‘ ests Der Roman yon Eustache hat also folgende Schicksale ge-. abt: Auf Grund von Berichten von Augenzeugon oder mit Hilfe von Chroniken -cntstand cine novellistische Schilderung der See c abenteuer des kiihnen Parteigiingers. Der Ubereinstimmung mit englischen Chroniken ayegen, wie des Hauptinteresses der Eng- linder jener Tage an Ontins’ und maritimen Abenteuern balber, sind wir der Ansicht, dafs der urspriingliche Roman, gleich con von Wuko als a 2 anniecher P: ae ese Einze als anglo-normannischer Prosaroman di 100 Quellen und Komposition von ustache le Moine. a dtsputas, ab. wer vereinigte. Da Streitigkciten mit scinem Herrn, dem Grafen von Boulogne, es waren, die Eustache von England ent- fernten, wurden solche fiir friihere Abenteuer, die auf dem Kon- ty tinent gespielt haben sollten, postuli um eine Yorgeschichte 5 zu gewinnen, Diese Abenteuer wurden bereits bestehenden Bal- y laden iiber Robin Hood und andere enteurcr entnommen, %: Wahrscheinlich ist es dieser erfundene Teil, der em | Roman Eingang in Nordfrankreich wo man 3d fiir den Seemann wenig Interesse hatte. Hier wurden die Wald- abentcuer bedeutend _ yermehrt,. meist durch Repliken, wihrend der Hauptteil (im Roman der IIT. Teil), = die Seeabenteuer, ver~ Jcimmerte. Der spiiteren ‘gereimten Spiclmannsversion, der ein- vigen, die auf uns_gelommen ist, wurde ein nekromantischer Anfang vo zt Tee arspringliche, bereits verkiimmerte, Hauptteil teils nur noch andeutungsweise behandclt, so dals< manches dunkel_geworden ist. Doch heben sich seine historischen Grundziige und Episoden immer noch scharf von den sagenhaften Elementen der 1800 ersten Verse_ab. ‘Auch zeigt der Lustache, sonderlich wenn man ihn mit dem rubert, seinem kontinentalen Bruder, yergleicht, die germanische Herkunft noch dariy, dafs das grob-erotische Element der romanischen Novellistikk ihm Dis auf eine kurze Stelle durchaus fehlt. ovel ctica Oe cemere novel (SNiGa Miinchen. SiO 4) Leo Jordan. aaygo or \ v 5 pare del toc funcicn \ ° ‘ gies Wn? € il nerile \o \, WO AeocekO 7 oh + { ' pralat | z . MGolente KWo ‘seu \o \ \A diane Fy