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Merkblatt 866

Nichtrostender Betonstahl

Informationsstelle Edelstahl Rostfrei


Die Inhalt Impressum
Informationsstelle Seite
Edelstahl Rostfrei 1 Warum nichtrostende
Stähle im Betonbau? 1
Merkblatt 866
Nichtrostender Betonstahl
1. Auflage 2011
2 Allgemeine Gebrauchseigen-
Die Informationsstelle Edelstahl Rost- schaften nichtrostender Herausgeber:
frei (ISER) ist eine Gemeinschafts- Betonstähle 3 Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
organisation von Unternehmen und In- 2.1 Passivität 3 Postfach 10 22 05
stitutionen aus den Bereichen 2.2 Nichtrostende 40013 Düsseldorf
– Edelstahlherstellung, Betonstahlsorten 4 Telefon: 0211 / 67 07-8 35
– Edelstahlhandel und Anarbeitung, 2.2.1 Ferritische nichtrostende Telefax: 0211 / 67 07-3 44
– Edelstahlverarbeitung, Betonstähle 4 Internet: www.edelstahl-rostfrei.de
– Oberflächenveredelung, 2.2.2 Austenitische nicht- E-Mail: info@edelstahl-rostfrei.de
– Legierungsmittelindustrie, rostende Betonstähle 5
– Marktforschung und Verlage für 2.2.3 Ferritisch-austenitische Autor:
nichtrostende Stähle. nichtrostende Betonstähle 6 Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. h.c. Ulf Nürn-
2.3 Produkte 7 berger, Stuttgart
Die Aufgaben der ISER umfassen
die firmenneutrale Information über 3 Korrosionsverhalten nicht- Bilder Umschlag, 9, 11 und 12:
Eigenschaften und Anwendungen von rostender Betonstähle 8 Hagener Feinstahl GmbH, Hagen;
Edelstahl Rostfrei. Schwerpunkte der 3.1 Mögliche Korrosionsarten 8 Ugitech GmbH, Renningen
Aktivitäten sind 3.2 Lochkorrosionsverhalten
nichtrostender Betonstähle 9 Die in dieser Broschüre enthaltenen
– praxisbezogene, zielgruppen- 3.3 Korrosion unlegierter Informationen vermitteln Orientie-
orientierte Publikationen, Stähle im Kontakt mit nicht- rungshilfen. Gewährleistungsansprü-
– Online-Informationsplattform rostendem Stahl (Mischbe- che können hieraus nicht abgeleitet
unter www.edelstahl-rostfrei.de wehrung) 13 werden. Nachdrucke aus dieser Doku-
– Pressearbeit für Fach- und mentation bzw. Veröffentlichungen im
Publikumsmedien, 4 Werkstoffauswahl der nicht- Internet, auch auszugsweise, sind nur
– Messebeteiligungen, rostenden Betonstähle und mit schriftlicher Genehmigung des He-
– Durchführung von Schulungs- erforderliche Betondeckung 13 rausgebers und mit deutlicher Quel-
veranstaltungen, 4.1 Grenzwerte für die Zusam- lenangabe gestattet.
– Errichtung von Kompetenzzentren mensetzung und Eigen-
„Edelstahl-Rostfrei-Verarbeitung“, schaften des Betons sowie
– Informationen über Bezugsmög- die Mindestbetondeckung
lichkeiten von Produkten aus nach Expositionsklassen 13
Edelstahl Rostfrei, 4.2 Reduzierte Betondeckung
– individuelle Bearbeitung durch Wahl nichtrostender
technischer Anfragen. Betonstähle 14
4.3 Wahl eines geeigneten
Ein aktuelles Schriftenverzeichnis wird nichtrostenden Bewehrungs-
auf Anforderung gerne übersandt – stahls 15
oder ist einsehbar unter
www.edelstahl-rostfrei.de/ 5 Anwendung nichtrostender
Publikationen. Betonstähle 16
5.1 Richtlinien 16
5.2 Baupraktische Erfahrungen 17
5.3 Anwendungsbeispiele 17

6 Kosten 19
6.1 Allgemeine Zusammenhän-
ge 19
6.2 Kosten-Nutzen-Analyse 20

7 Literatur 21
1 Warum nicht- fügedichte Leichtbetone eingesetzt, erhöhter Chloridgehalte die Passivität
deren poröse Gefügestruktur keinen aufrecht erhalten. Da diese Stoffe da-
rostende Stähle dauerhaften Korrosionsschutz ge- zu neigen durch Wasser aus dem Be-
im Betonbau? währleistet. ton herausgelöst zu werden, schützen
diese nur bei Wahl höherer Beton-
Beim Stahlbeton gewährt der Beton • Es sind Sonderkonstruktionen, wie güten und Betondeckungen und im ris-
der eingebetteten Bewehrung aus un- Anschlussbewehrungen zwischen sefreien Beton zuverlässig. In Deutsch-
legiertem Stahl einen doppelten Kor- Ortbetonbauteilen und Fertigteilen land kommen Inhibitoren kaum zur
rosionsschutz [1]: Der hochalkalische oder wärmegedämmte Übergänge Anwendung.
Porenelektrolyt passiviert den Stahl zwischen einem Baukörper und au-
und die Überdeckung aus Beton hält ßen liegenden Anbauten (z.B. Bal- Betonbeschichtungen
aufgrund ihrer weitgehenden Un- kone), zu erstellen. In diesen Fällen Betonbeschichtungen können je nach
durchlässigkeit für Gase und wässrige kann die Bewehrung Fugen kreuzen, Art und Dicke den Eintritt gasförmiger
Lösungen die für die Korrosion not- wobei der alkalische Schutz an die- Stoffe und wässriger Lösungen in den
wendigen Angriffsmittel vom einge- ser Stelle entfällt. Oder es werden Beton be- bzw. verhindern. Sie schüt-
betteten Betonstahl fern. Im Hinblick wärmegedämmte Sandwich-Elemen- zen damit den Beton (z.B. vor Frostab-
auf eine hohe Dauerhaftigkeit von te für Wände und Decken konstruiert. platzungen), den darin eingebetteten
Stahlbetonbauteilen regelt die zustän- Hier muss für die im Wandinnern Stahl vor Korrosion (mittels sog. risse-
dige DIN EN 206-1 bzw. DIN 1045-1 [2] teilweise nicht im Beton eingebette- überbrückender Beschichtungen auch
die betontechnologischen Maßnah- te Bewehrung korrosionsgeschütz- im rissbehafteten Beton) und sie er-
men zur Sicherung des Korrosions- ter Stahl eingesetzt werden. leichtern die Pflege von Betonflächen
schutzes. Wichtige Kriterien hierfür (z.B. bei befahrenen Decks in Parkhäu-
sind eine ausreichende Betongüte und • Es wird bezüglich der Güte des Be- sern). Es ist jedoch von Nachteil, dass
-deckung, die Beschränkung der Riss- tons und der in Abhängigkeit von Betonbeschichtungen nur eine be-
breite, der Entwurf betoniergerechter den Umgebungsbedingungen not- grenzte Lebensdauer haben und ge-
Bauteile (z.B. keine zu dichte Beweh- wendigen Betondeckung von aner- wartet werden müssen.
rung) und ein korrosionsschutzgerech- kannten Regeln der Bauausführung
tes Gestalten (z.B. Möglichkeiten zur bewusst oder unbewusst abgewi- Feuerverzinkte Betonstähle
Abführung aufstehenden Wassers). chen (z.B. Herstellung sehr filigraner In alkalischem Beton sind Zinküber-
Wenn diese Vorkehrungen eingehal- Bauteile). züge wegen Bildung von Deckschich-
ten werden, sind im Regelfall keine Be- ten aus Calciumhydroxozinkat bestän-
wehrungsstahlkorrosion und hieraus Es existieren die unterschiedlichsten dig. In carbonatisiertem Beton entste-
resultierende Schäden zu erwarten. Ansätze, um im bewehrten Betonbau hen auf Zinküberzügen basische
durch zusätzliche vorbeugende oder Zinkcarbonate mit geringer Löslich-
Stahlbetonbauwerke sind nicht unbe- Instandsetzungsmaßnahmen eine Be- keit. Die Abtragsgeschwindigkeit ist
schränkt dauerhaft und nicht frei von wehrungsstahlkorrosion auszuschlie- dann erheblich geringer als bei unver-
Unterhaltungsaufwand. In besonderen ßen. Zu unterscheiden sind Maßnah- zinktem Stahl und die Verzinkung ist
Fällen, vor allem wenn mit einer Carbo- men beim Beton und beim Stahl und auf Dauer korrosionssicher. In chlorid-
natisierung der Betondeckung oder mit sonstige Maßnahmen [1, 5]: haltigem Beton sind verzinkte Stähle
dem Zutritt von Chloriden und somit mit beständiger als unverzinkte, jedoch
Bewehrungsstahlkorrosion und Abplat- Betongüte muss bei Chloridgehalten > 1,5 M.-%
zung der Betondeckung zu rechnen ist, Der wichtigste Korrosionsschutz für (bezogen auf Zement) mit einem ra-
ist es daher technisch und auch wirt- die Bewehrung ist der Beton. Zusätz- schen Zinkabtrag gerechnet werden.
schaftlich sinnvoll, zusätzliche Korrosi- liche Korrosionsschutzmaßnahmen Wenn bestimmungsgemäß erhöhte
onsschutzmaßnahmen anzuwenden. sollten nur dann in Erwägung gezogen Chloridgehalte anfallen (z.B. bei Park-
Andernfalls müssten u.U. kostspielige werden, wenn alle Möglichkeiten, die decks), dann weisen Zinküberzüge le-
Instandsetzungsmaßnahmen in Kauf sich von der Betontechnologie her bie- diglich einen temporären Korrosions-
genommen werden. Unter den folgen- ten, ausgeschöpft sind. Besondere schutz auf.
den Voraussetzungen ist die Anwen- Faktoren, die in dieser Hinsicht zu be-
dung zusätzlicher Korrosionsschutz- achten wären, sind ein geringer Was- Epoxidharzüberzüge
maßnahmen sinnvoll (Bild 1) [3, 4]: ser/Zement-Wert, ein ausreichend ho- Epoxidharzbeschichtungen zeichnen
her Zementgehalt, der sorgfältige Um- sich durch eine sehr gute Verträglich-
• Es liegen extrem ungünstige, korro- gang mit Betonzusatzmitteln, eine keit mit alkalischem und carbonatisier-
sionsfördernde Umgebungsverhält- gute Verdichtung und sorgfältige tem Beton, einen hohen Diffusions-
nisse vor (z.B. bei tausalzbeauf- Nachbehandlung, sowie eine auf die widerstand gegenüber Wasserdampf
schlagten Parkdecks, Treppen und Korrosivität der Umgebung abge- und Sauerstoff sowie Dichtigkeit
Stützwänden entlang befahrener stimmte Betondeckung. gegenüber Chloriden aus und schützen
Straßen). bei vorhandener Haftung auf dem
Inhibitoren Stahluntergrund und ausreichender Di-
• Aufgrund einer erforderlichen Wär- Dem Frischbeton zugegebene Inhibi- cke vor Bewehrungsstahlkorrosion.
medämmung oder aus Gewichts- toren sind im Regelfall Nitrite. Sie sol- Aufgrund von negativen Erfahrungen
gründen werden bewehrte nichtge- len beim Stahl auch in Anwesenheit mit epoxidharzbeschichteten Beton-

1
Hohe Korrosionsbeanspruchung: Die Bewehrung einer Stützwand bzw. Treppe korrodierte als Folge einer Tausalzbe-
anspruchung. Die Folge sind Stahlabtrag, Bildung voluminöser Korrosionsprodukte und Betonabsprengung. Die An-
wendung zusätzlicher Korrosionsschutzmaßnahmen kann diese Schäden verhindern.

Bewehrter Leichtbeton: Im nicht gefügedichten Beton fin- Reduzierte Betondeckung: Sehr feingliedrige Bauwerke
den Schadstoffe, Wasser und Sauerstoff leicht Zugang zur (z.B. Betonschalen) erfordern gelegentlich geringere Be-
Bewehrung. Deshalb muss diese immer zusätzlich korro- tondeckungen, die durch eine zusätzlich korrosionsge-
sionsgeschützt werden. schützte Bewehrung ausgeglichen werden müssen.

Balkonplatte Deckenplatte

Zugstab
Konsole nichtrostender
Betonstahl Querkraftstab
Druckstab

Wandscheibe

Sonderbauweisen: Bei diesem wärmedämmenden Kragplattenanschluss wird durch die Ver-


wendung austenitischer nichtrostender Betonstähle mit geringer Wärmeleitung eine effiziente-
re thermische Trennung der außen liegenden Balkonplatte vom warmen Innenbereich erreicht
und auch die Korrosionsbeständigkeit wird im Übergangsbereich sichergestellt.

Bild 1: Möglichkeiten einer Verwendung nichtrostender Stähle im Betonbau

2
stählen in chloridhaltiger Umgebung, men Korrosionsbeanspruchungen 2 Allgemeine
die auch durch Beschichtungsmängel absolut sicher vor einem Angriff.
bedingt waren, bestehen jedoch Vor- Gebrauchseigen-
behalte gegenüber einer Anwendung
von epoxidharzbeschichteten Beton-
Ein Nachteil der nichtrostenden Stäh-
le ist der vergleichsweise hohe Be-
schaften
stählen. Häufig wird argumentiert, schaffungspreis. Bei Verwendung nichtrostender
dass die Beschichtung wegen man- nichtrostender Stähle fallen bei geeig-
gelnder Robustheit beim Transport, neter Auswahl jedoch keine zusätzli- Betonstähle
bei der Handhabung auf der Baustel- chen Betriebskosten für Instandset-
le und beim Einbau beschädigt wer- zung und Erneuerungsmaßnahmen 2.1 Passivität
den kann und der vollständige Korro- während der gesamten Lebensdauer
sionsschutz deshalb nicht sicherge- des Bauwerkes an. Letztendlich sind Als nichtrostende Stähle werden sol-
stellt ist. Es gilt auch zu beachten, Konstruktionen, die unter Verwendung che hochlegierten Stähle bezeichnet,
dass der lineare Wärmeausdehnungs- nichtrostender Betonstähle erstellt bei denen, im Gegensatz zu den unle-
koeffizient von Epoxidharz erheblich werden, kostengünstiger und zuver- gierten und niedriglegierten Stählen,
größer ist als jener von Stahl, so dass lässiger über lange Zeiträume. Zusam- unter üblichen Umweltbedingungen
bei Abkühlung Risse im Überzug zu menfassende Darstellungen zum welt- (Luftsauerstoff, Feuchtigkeit) und in
befürchten sind. In Deutschland wer- weiten Einsatz nichtrostender Beweh- wässrigen, annähernd neutralen bis
den epoxidharzbeschichtete Betons- rungsstähle im Betonbau sind in [3-8] alkalischen Lösungen keine Flächen-
tähle derzeit nicht angewendet. enthalten. korrosion und merkliche Rostbildung
erfolgen. Deshalb erübrigt sich bei
Kathodischer Korrosionsschutz In der Folge wird schwerpunktmäßig diesen Stählen ein zusätzlicher Korro-
Neben den herkömmlichen Instand- über die Eigenschaften nichtrostender sionsschutz. Voraussetzung für das
setzungsverfahren ist der kathodische Betonstähle berichtet, die als Stab- genannte Verhalten ist ein Minimalge-
Korrosionsschutz (KKS), welcher stahl, Betonstahlmatten oder bei Git- halt des Stahls an bestimmten Legie-
hauptsächlich dann eingesetzt wird, terträgern im Stahlbetonbau Anwen- rungselementen und die Anwesenheit
wenn eine Depassivierung des Be- dung finden. Die in Deutschland ver- eines Oxidationsmittels (z.B. Sauer-
wehrungsstahls durch Chlorideinwir- wendeten nichtrostenden Betonstähle stoff) im umgebenden Medium. Hier-
kung vorliegt, häufig ein sinnvolles besitzen im Regelfall eine bauaufsicht- durch wird eine Passivierung der Ober-
Mittel zur Instandsetzung geschädig- liche Zulassung des Deutschen Insti- fläche bewirkt. Bei Metallen beschreibt
ter Bauwerke. Grundsätzliches Ziel tuts für Bautechnik (DIBt) in Berlin. In der Begriff „Passivität“ den Zustand ei-
des kathodischen Korrosionsschutzes der Bautechnik können allerdings ner starken Reaktionshemmung der
ist es, die Korrosionsrate aktiver Sys- auch anderweitige Konstruktionsteile anodischen Eisenauflösung nach Bil-
teme soweit zu verringern, dass sie aus nichtrostendem Stahl in Beton dung von Passivschichten auf der
technisch vernachlässigbar wird und eingebettet werden. Beispielhaft zu Oberfläche. Solche Schutzschichten
die Lebensdauer des Objektes in ge- nennen sind Einlegeteile für Befesti- sind sehr dünne Oxidschichten. Vor al-
wünschtem Maße verlängert wird. Ge- gungen im Betonbau wie Ankerschie- lem Chrom ist ein zu Passivierung nei-
gen die Anwendung des kathodischen nen und Kopfbolzenverankerungen, gendes Element. Durch Legieren über-
Korrosionsschutzes im Betonbau anderweitige Verankerungen und An- trägt es diese Eigenschaft auf Eisen
spricht der vielfach nicht akzeptierte schlussbewehrungen sowie Befesti- bzw. Stahl: Die aktive Korrosion (Flä-
Umstand, dass eine langjährige War- gungsmittel für Porenbetonwandplat- chenkorrosion) nimmt in korrosionsför-
tung der Anlage erforderlich ist und ten. Die Anwendung solcher Bauteile dernden Medien mit steigendem
dass dadurch Zusatzkosten entste- aus Edelstahl wird teilweise durch Chromgehalt ab. Der Chromgehalt, bei
hen. Bauteilzulassungen geregelt. So weit dessen Überschreitung Passivität ein-
es zum generellen Verständnis des tritt, hängt vom Angriffsmittel ab. In
Nichtrostende Betonstähle Verhaltens nichtrostender Stähle im Wasser und in der Atmosphäre sollte
Die Verwendung nichtrostender Be- Betonbau erforderlich ist, wird auch der Chromgehalt mindestens 12 M.-%
tonstähle ist eine der zuverlässigsten auf das korrosionstechnische Verhal- betragen.
Möglichkeiten eines zusätzlichen Kor- ten der gegenwärtig nicht als Beton-
rosionsschutzes für die Bewehrung. stahl zugelassenen, aber dennoch im Passive nichtrostende Stähle sind
Diese Bewehrungstähle sind im alka- Kontakt mit Beton verwendeten Edel- beständig gegenüber Flächenkorro-
lischen und carbonatisierten Beton stähle eingegangen. sion, jedoch bei nicht ausreichendem
passiv. In Anwesenheit von Chloridsal- Legierungsgehalt empfindlich gegen-
zen neigen nicht ausreichend hoch le- über Lochkorrosion und Spannungs-
gierte Edelstähle zu Lochkorrosion, am risskorrosion in Gegenwart spezifi-
ehesten in Bereichen von Schweißun- scher Medien (z.B. Chloridionen). Die
gen. Dem kann durch Anheben der Ge- Anfälligkeit der nichtrostenden
halte an Chrom und Molybdän im Stähle gegenüber den genannten
Edelstahl zuverlässig begegnet wer- Korrosionsarten ist wegen deren pH-
den. Bei geeigneter Legierungszusam- Abhängigkeit in Zementmörtel und
mensetzung sind nichtrostende Be- Beton jedoch geringer als bei atmos-
tonstähle deshalb auch unter extre- phärischer Korrosionsbeanspruchung.

3
Hauptlegierungselemente in M.-%
Werkstoff-Nr. Kurzname Gefüge
C Cr Ni Mo N Sonstige
X2CrNi
1.40031)2) F kv < 0,03 10,5 - 12,5 0,3 - 1,0 – < 0,03
12

X5CrNi
1.43011)2) A kv < 0,07 17,5 - 19,5 8,0 - 10,5 – < 0,11
18-10

X2CrNiN
1.43112) A < 0,03 17,5 - 19,5 8,5 - 11,5 – 0,12 - 0,22
18-10

X5CrNiMo
1.44012) A kv < 0,07 16,5 - 18,5 10,0 - 13,0 2,0 - 2,5 < 0,11
17-12-2

X6CrNiMoTi Ti: 5xC


1.45711)2) A kv < 0,08 16,5 - 18,5 10,0 - 13,5 2,0 - 2,5 –
17-12-2 bis 0,7

X2CrNiMoN
1.44062) A < 0,03 16,5 - 18,5 10,0 - 12,5 2,0 - 2,5 0,12 - 0,22
17-11-2

X3CrNiMo
1.44362) A kv < 0,05 16,5 - 18,5 10,5 - 13,0 2,5 - 3,0 < 0,11
17-13-3

X2CrNiMoN
1.44291)2) A wgw < 0,03 16,5 - 18,5 11,0 - 14,0 2,5 - 3,0 0,12 - 0,22
17-13-3

X1NiCrMoCuN
1.45291) A wgw < 0,02 19,0 - 21,0 24,0 - 26,0 6,0 - 7,0 0,15 - 0,25 Cu: 0,5 - 1,5
25-20-7

X2CrNiN F-A kv
1.43621)2) < 0,03 22,0 - 24,0 3,5 - 5,5 0,10 - 0,60 0,05 - 0,20
23-4 F-A wgw

X2CrNiMoN F-A kv
1.44621)2) < 0,03 21,0 - 23,0 4,5 - 6,5 2,5 - 3,5 0,10 - 0,22
22-5-3 F-A wgw

F = ferritisch A = austenitisch FA = ferritisch-austenitisch (Duplex) kv = kaltumgeformt wgw = warmgewalzt


1)
derzeit in Deutschland verwendet 2) in einer vorläufigen Version der pr EN 10080 (Betonstahl) aufgelistet
Tab. 1: Hauptlegierungselemente der im Betonbau verwendeten nichtrostenden Stähle (Analyse gemäß DIN EN 10088-1 [9])

2.2 Nichtrostende aber es werden auch bestimmte tech- Ein Vorteil der ferritischen nichtrosten-
Betonstahlsorten nologische Eigenschaften in Hinblick den Stähle gegenüber den austeniti-
auf Verarbeitung und Anwendung an- schen ist ihre vergleichsweise höhere
Mit der Auswahl und dem Gehalt der gestrebt. Der Legierungsgehalt sollte Streck- bzw. 0,2-Dehngrenze im lö-
Legierungselemente wird ein bestimm- aus wirtschaftlichen Gründen nicht un- sungsgeglühten und warmgefertigten
ter Gefügezustand erzeugt. Deshalb angemessen hoch sein, jedoch unter Zustand [9]. Dagegen ist die Zähigkeit
werden nichtrostende Stähle nach ih- den beabsichtigten Einsatzbedingun- im Vergleich zu den austenitischen
rem Gefügezustand eingeteilt, nämlich gen auch nicht zu niedrig sein, so dass Stählen geringer und die Verarbeitbar-
in ferritische, austenitische, ferritisch- die erforderliche Beständigkeit im an- keit schwieriger. Ferrite haben auch ei-
austenitische und martensitische Stäh- greifenden Medium erzielt wird. ne gewisse Neigung zu Kerbempfind-
le. Martensitische nichtrostende Stäh- lichkeit und Kaltsprödigkeit. Die
le haben für den Betonbau jedoch kei- 2.2.1 Ferritische nichtrostende Verwendung der ferritischen nicht-
ne Bedeutung. Insofern werden sie hier Betonstähle rostenden Stähle bei tiefen Tempera-
nicht behandelt. Tab. 1 zeigt eine Über- turen ist daher begrenzt; eine gute Zä-
sicht jener nichtrostenden Stähle, die Mechanische Eigenschaften higkeit besteht nur bis etwa 0 °C. Das
für eine Anwendung im Kontakt mit Be- Eisen-Chrom-Legierungen haben ein genannte Verhalten ist auf den nach-
ton in Frage kommen. Unterschieden ferritisches Gefüge. Im Bauwesen wer- teiligen austenitstabilisierenden Ein-
wird nach Güten, die derzeit in Deutsch- den hauptsächlich ferritische nichtros- fluss von Kohlenstoff und Stickstoff
land bereits angewendet werden und tende Stähle mit einem Chromgehalt zurückzuführen. Diese Elemente be-
solchen, die in einer vorläufigen Versi- bis 18 M.-% technisch genutzt. Zusätz- wirken Ausscheidungs- und Verfesti-
on der pr EN 10080 (Betonstahl) aufge- lich können ferritstabilisierende Legie- gungsvorgänge und bereits geringe
listet sind. Diese Edelstähle werden rungselemente wie Molybdän zur Er- Mengen führen zur Bildung von Auste-
grundsätzlich nach ihrer Beständigkeit höhung der Korrosionsbeständigkeit nit in der ferritischen Matrix, der sich
im angreifenden Medium ausgewählt, zugegeben werden. bei Abkühlung auf Raumtemperatur

4
in Martensit umwandelt. Bei dem fer- wesen vorherrschenden Bedingungen beständig gegenüber Lochkorrosion,
ritischen nichtrostenden Betonstahl (Angriff schwach saurer bis alkalischer dieses gilt insbesondere für Bereiche
1.4003 ist selbst bei langsamer Ab- wässriger Medien) eine ausreichende neben Verbindungsschweißungen.
kühlung neben Ferrit auch Martensit Beständigkeit gegenüber Flächenkor-
im Gefüge vorhanden. Nachteilig wirkt rosion auf. Bei Zugabe ausreichend Für Entwurf und Bemessung nach DIN
sich auch die Tendenz der Ferrite zur hoher Gehalte an Chrom und Molyb- EN 206-1 bzw. 1045-1 [2] ist für den
Grobkornbildung aus. Betroffen sind dän kann auch Beständigkeit gegen- kaltumgeformten ferritischen nichtros-
vor allem wärmebeeinflusste Schweiß- über Lochkorrosion erreicht werden. tenden Betonstahl 1.4003 der E-Mo-
zonen, da dort am ehesten mit groben Vergleichbare Chromgehalte voraus- dul bei 20 °C mit 190 kN/mm² anzu-
Korn und Zähigkeitsabfall zu rechnen gesetzt, ist das Verhalten gegenüber nehmen. Der Werkstoff lässt sich oh-
ist. Im Hinblick auf die genannten Spaltkorrosion deutlich ungünstiger ne Schwierigkeiten durch das für
Gefährdungen wurde der Edelstahl als z.B. bei den austenitischen nicht- Betonstähle erforderliche Biegen ver-
1.4003 sehr speziell legiert: Durch ei- rostenden Stählen. Die Nickelzugabe arbeiten.
ne Begrenzung des Kohlen- und Stick- bei den austenitischen nichtrostenden
stoffgehaltes (∑ C+N ≈ 0,03) sowie Zu- Stählen erhöht die Säurebeständig- 2.2.2 Austenitische nichtrostende
satz von Mangan und Nickel werden keit. In Spalten reagiert ein Elektrolyt Betonstähle
bei der Umwandlung von Austenit in wegen Hydrolyse der Korrosionspro-
Martensit eine zu starke Aufhärtung dukte häufig sauer, was einen Angriff Durch Zugabe von ca. 10 bis 12 M.-%
und Grobkornbildung und somit auch durch Chloridionen verstärken kann. Nickel zu einem Edelstahl mit 17 bis
verminderte Zähigkeit in der Wärme- 18 M.-% Chrom verändert sich das
einflusszone neben der Schweiße ver- Ferritische nichtrostende Stähle wei- Gefüge, es wird austenitisch. Dabei
mindert. sen generell eine hohe Beständigkeit verändern sich die mechanisch-tech-
gegenüber Spannungsrisskorrosion in nologischen, physikalischen und Kor-
Physikalische Eigenschaften chloridhaltiger Umgebung auf. Sie ha- rosionseigenschaften. Austenitische
Ferritische nichtrostende Stähle haben ben jedoch eine gewisse Neigung zu nichtrostende Stähle werden vor allem
eine Dichte von 7,7 kg/dm3 und sind interkristalliner Korrosion. Die Ursache wegen ihren guten Korrosionseigen-
ferromagnetisch, also magnetisierbar. hierfür ist die geringe Löslichkeit des schaften und ihrer, gegenüber an-
Von den physikalischen Eigenschaften chromreichen Ferrits für Kohlenstoff deren nichtrostenden Stählen, ver-
sind im Hinblick auf das Konstruieren und Stickstoff und die damit verbun- gleichsweise besseren Verarbeitbar-
und Schweissen insbesondere die dene Ausscheidung von Carbiden und keit eingesetzt.
Wärmeausdehnung und die Wärme- Nitriden an der Korngrenze. Um eine
leitfähigkeit von Bedeutung. Bei ferri- Anfälligkeit gegenüber interkristalliner Mechanische Eigenschaften
tischen Edelstählen beträgt der line- Korrosion nach einem Schweißen aus- Gegenüber den ferritischen nichtros-
are Wärmeausdehnungskoeffizient zuschließen, wird bei dem Edelstahl tenden Stählen weisen lösungsge-
zwischen 20 und 100 °C wie bei Beton 1.4003 der Kohlenstoff- und Stickstoff- glühte Edelstähle mit austenitischem
etwa 10 x 10-6 K-1. Bei Verwendung als gehalt abgesenkt. Gefüge niedrigere Festigkeitswerte,
Betonstahl können somit keine Span- dagegen hohe Zähigkeitswerte auf [9].
nungen und Verbundstörungen im Anwendung Auch bei tiefen Temperaturen treten
Kontaktbereich Stahl/Beton aufgrund Zur Herstellung von kaltumgeformten bei den austenitischen nichtrostenden
einer hohen Temperaturbelastung ent- ferritischen nichtrostenden Betonstahl Stählen nur unwesentliche Einbußen
stehen. Die Wärmeleitfähigkeit von in Ringen von 4 bis 14 mm Durchmes- an Verformbarkeit ein. Für die meisten
nichtrostenden Stählen ist gegenüber ser wird die Edelstahlsorte 1.4003 Einsatzgebiete im konstruktiven Inge-
anderen Baumetallen generell niedrig (X2CrNi12) verwendet (Tab. 1). Sie ist nieurbau, so auch im Betonbau, wer-
und verhält sich etwa wie in Tab. 2 an- mit den für herkömmliche Betonstäh- den Stähle mit höheren 0,2-Dehngren-
gegeben. le üblichen Verfahren schweißbar. zen gefordert. Austenitische nichtros-
tende Stähle weisen gegenüber den
austenitischer, ferritischer unle- Zink Aluminium Kupfer ferritischen ein deutlich höheres Ver-
ferritisch-austenitischer nichtrostender gierter festigungsvermögen bei Kaltumfor-
nichtrostender Stahl Stahl Stahl mung auf. Dadurch lassen sich die
1 : 2 : 4 : 8 : 15 : 25 Dehngrenzen, aber auch die Zugfes-
tigkeit, beachtlich steigern, ohne dass
Tab. 2: Verhältnis der Wärmeleitfähigkeit verschiedener Baumetalle
dabei die Verformbarkeit unakzepta-
bel eingeschränkt wird. Deshalb kann
Die ferritischen nichtrostenden Stäh- Nichtrostender Betonstahl 1.4003 man bei diesen Edelstählen vor allem
le, insbesondere jedoch die austeniti- kann in allen Stahlbetonkonstruktio- über Kaltumformung, jedoch auch
schen nichtrostenden Stähle, weisen nen aus Normal- und Leichtbeton, über die Zugabe Mischkristallverfesti-
somit eine niedrigere Wärmeleitfähig- auch in Bereichen in denen mit Carbo- gender Elemente wie Kohlenstoff und
keit auf als andere Baumetalle. natisierung zu rechnen ist, angewen- Stickstoff, die Festigkeitseigenschaf-
det werden, sofern erhöhte Belastun- ten verbessern. Auf die Zugabe von
Korrosionsverhalten gen durch Chloride ausgeschlossen Kohlenstoff wird jedoch aus korrosion-
Ferritische nichtrostende Stähle wei- werden können. Der nichtrostende schemischen Gründen (erhöhte Nei-
sen unter den üblicherweise im Bau- Betonstahl 1.4003 ist nur bedingt gung gegenüber interkristalliner Kor-

5
rosion) verzichtet. Im Vergleich zu auf eine geringe Wärmeeinbringung 2.2.3 Ferritisch-austenitische nicht-
Kohlenstoff hat das Zulegieren von zu achten. rostende Betonstähle
Stickstoff den Vorteil, dass sowohl die
Streckgrenze angehoben als auch die Korrosionsverhalten Ferritisch-austenitische nichtrostende
Korrosionsbeständigkeit verbessert Austenitische nichtrostende Stähle Stähle besitzen ein Zweiphasengefü-
wird. haben im Vergleich zu den ferritischen ge aus Ferrit und Austenit. Gegenüber
nichtrostenden Stählen bei vergleich- den Austeniten wird dieses Mischge-
Bei Betonstählen aus austeniti- barem Chromgehalt eine höhere Be- füge durch Anheben der Gehalte an
schem nichtrostenden Stahl werden ständigkeit gegenüber Flächen-, Loch- ferritstabilisierenden Elementen wie
bei dünneren Abmessungen von zu- und vor allem Spaltkorrosion. Sie sind Chrom und durch Absenken des aus-
meist 4 bis 20 mm Durchmesser die in der typischen Zusammensetzung tenitstabilisierenden Nickels erreicht.
erforderlichen Festigkeitswerte über mit etwa 10 M.-% Nickel grundsätzlich Die typische Zusammensetzung der
eine Kaltumformung erzielt. Die für empfindlich gegen Spannungsrisskor- für Betonstähle verwendeten Güten
glatte Rundstäbe und Rippenstahl rosion. Im Betonbau liegen die me- liegt bei 21 bis 24 M.-% Chrom und
größerer Abmessung (Durchmesser dienseitigen Voraussetzungen für die- 3,5 bis 6,5 M.-% Nickel. Molybdän
10 bis 40 mm) in Deutschland ver- se Korrosionsart allerdings nicht vor. kann zur Verbesserung der Korrosions-
wendeten Edelstähle 1.4429 und Eine Zugabe von Molybdän verbessert beständigkeit zugegeben werden. Der
1.4529 (Tab. 1) sind stickstofflegiert. das Verhalten gegenüber Loch-, Spalt- Kohlenstoffgehalt wird auf Werte
Durch Warmwalzen und anschließen- und Spannungsrisskorrosion. ≤ 0,03 M.-% eingestellt, um eine An-
des sog. „warmworking“ (Walzen un- fälligkeit gegenüber interkristalliner
terhalb der Rekristallisationstempe- Anwendung Korrosion nach dem Schweißen aus-
ratur bei nur wenigen 100 °C) werden Während die dünneren Abmessungen zuschließen. Zur Austenitstabilisie-
über spezielle Ausscheidungszu- bis 14 mm vom Ring neben Beton- rung sowie zur Verzögerung der Bil-
stände hohe Festigkeitswerte erzielt. rippenstahl vor allem für Betonstahl- dung intermetallischer Phasen enthal-
Diese dickeren Stabstähle werden matten und Gitterträger eingesetzt ten sie gezielt Stickstoffzusätze. Die
nicht als Bewehrung im herkömmli- werden, werden die dickeren warm- mit Abstand wichtigsten Vertreter sind
chen Sinn verwendet und haben kei- gewalzten glatten Rundstäbe und ge- die Edelstähle 1.4462 und 1.4362
ne bauaufsichtliche Zulassung als rippten Stäbe (Betonrippenstähle) als (Tab. 1). Der relativ niedrige Nickelge-
Betonstahl. Bewehrungen, Verankerungen und halt im Vergleich zum konventionellen
Anschlussbewehrungen verwendet. nichtrostenden Austenit macht die
Physikalische Eigenschaften Insbesondere die dünneren Abmes- Werkstoffe auch vom ökonomischen
Austenitische Chrom-Nickel-Stähle oh- sungen werden geschweißt. Sie sind Standpunkt interessant.
ne Molybdänzusatz haben eine Dich- mit den für herkömmliche Betonstäh-
te von 7,9 kg/dm3, jene mit Molybdän le üblichen Verfahren schweißbar und Mechanische Eigenschaften
eine solche von 8,0 kg/dm3. Sie sind weisen eine bessere Schweißeignung Bei den ferritisch-austenitischen
im lösungsgeglühten Zustand nicht auf als die ferritischen Edelstähle. nichtrostenden Stählen sichert die Fer-
ferromagnetisch, also nicht magneti- ritphase die Festigkeit, die Austenit-
sierbar und haben mit 18 x 10-6 K-1 ei- Die in Deutschland im Betonbau phase die Zähigkeit. Diese Edelstähle
ne deutlich größere Wärmedehnung verwendeten austenitischen nichtros- vereinigen dadurch günstige Eigen-
als Beton (etwa 10 x 10-6 K-1). Bei ei- tenden Stähle 1.4571, 1.4429 und schaften der Ferrite (hohe Streckgren-
ner Verwendung als Betonstahl könn- 1.4529 (Tab. 1) sind in chloridhalti- ze) und Austenite (gute Zähigkeit, ver-
ten bei Erwärmung theoretisch in der gem alkalischen und carbonatisierten besserte Korrosionseigenschaften).
Grenzfläche Stahl/Beton Spannungen Beton gegenüber allen Korrosionsar- Auch bei den ferritisch-austenitischen
mit Verbundstörungen als Folge auf- ten ausreichend beständig. Zulassun- nichtrostenden Stählen können die
treten. Jedoch wurde diese Erschei- gen (Beispiele siehe [10]) empfehlen Festigkeitseigenschaften neben Kalt-
nung bisher nicht festgestellt. Die aus- den Edelstahl 1.4571 für eine mäßige umformung noch durch Mischkristall-
tenitischen nichtrostenden Stähle Korrosionsbelastung durch Chloride. verfestigung des Austenits verbessert
weisen eine deutlich niedrigere Wär- Die molybdänfreie Edelstahlsorte werden. Stickstoff hat eine positive
meleitfähigkeit als andere Metalle auf. 1.4301 ist, insbesondere im Schweiß- Wirkung auf die Festigkeit und steigert
Dieser geringere Wärmefluss wird im nahtbereich, in chloridangereichertem die Korrosionsbeständigkeit.
Betonbau beispielsweise bei wärme- Beton nicht ausreichend beständig ge-
dämmenden Kragplattenanschlüssen genüber Lochkorrosion. Die Verwendbarkeit der ferritisch-
zur thermischen Trennung außen lie- austenitischen nichtrostenden Beton-
gender Bauteile vom warmen Innen- Für Entwurf und Bemessung nach DIN stähle bei tiefen Temperaturen ist be-
bereich genutzt. Aufgrund des hohen EN 206-1 bzw. 1045-1 [2] ist der E-Mo- schränkt. Die Edelstähle 1.4462 und
Wärmeausdehnungskoeffizienten dul bei 20 °C beim kaltumgeformten 1.4362 sind nur für den Einsatz bei
und der geringen Wärmeleitfähigkeit austenitischen nichtrostenden Beton- Tieftemperaturen bis -100 °C bzw.
austenitischer Edelstähle ist beim stahl mit 160 kN/mm2 anzunehmen. -50 °C geeignet. In der Wärme ist die
Schweißen zur Vermeidung von Ver- Er lässt sich ohne Schwierigkeiten technische Einsetzbarkeit der ferri-
zug und Verzunderung und zur Erzie- durch das für Betonstähle erforderli- tisch-austenitischen Edelstähle durch
lung möglichst schmaler Schweißnäh- che Biegen verarbeiten. die sog. „475°C-Versprödung“ des Fer-
te mit engen Anlauffarbenbereichen rits begrenzt, die bei längerer Verweil-

6
zeit auch schon bei Temperaturen ab ter Schweißvorgaben für die üblichen 500 NG (glatt) in Ringen wird aus den
280 °C beobachtet werden kann. Bei Schweißverfahren mit Zusatzwerkstoff Edelstählen 1.4003, 1.4571, 1.4362
brandgefährdeten Bauteilen mit der eine gute Schweißeignung auf. Beim und 1.4462, Nenndurchmesser von
Möglichkeit einer länger andauernden Schweißen ist darauf zu achten, dass 4 bis 14 mm, angeboten. Des Weite-
Temperatur > etwa 300 °C sollten fer- hohe Temperaturen zu einer fast voll- ren ist kaltumgeformter gerippter Be-
ritisch-austenitische nichtrostende Be- ständigen Ferritisierung des Gefüges tonstahl, Nenndurchmesser 6-14
tonstähle nicht eingesetzt werden. einhergehend mit einer Kornvergröbe- mm, aus dem Edelstahl 1.4301 (ak-
rung führen können. Durch ein zu tuell nicht bauaufsichtlich zugelas-
Physikalische Eigenschaften schnelles Abkühlen aus der Schweiß- sen) lieferbar. Nichtrostender Beton-
Ferritisch-austenitische nichtrostende hitze kann sich der Austenit nicht im stahl in Ringen wird durch Kaltverfor-
Stähle haben eine Dichte von 7,8 erforderlichen Maß ausscheiden, was mung, d.h. durch Ziehen und/oder
kg/dm3. Sie sind ferromagnetisch, al- in der Wärmeeinflusszone eine drasti- Kaltwalzen des warmgewalzten glat-
so magnetisierbar. Bei diesen Edel- sche Herabsetzung der Zähigkeit und ten Ausgangserzeugnisses herge-
stählen beträgt der lineare Wärmeaus- eine stark abgeminderte Korrosions- stellt. Auf die Oberfläche werden 3
dehnungskoeffizient zwischen 20 und beständigkeit bewirkt. Reihen schräg zur Stabachse verlau-
100 °C 13 x 10-6 K-1. fende Rippen kalt aufgewalzt. Profi-
2.3 Produkte lierter Betonstahl BSt 500 NR und
Korrosionsverhalten glatter Betonstahl BSt 500 NG wird
Die ferritisch-austenitischen nicht- In Deutschland kommt ausschließlich auf Spulen in Ringform geliefert.
rostenden Stähle weisen eine hohe Betonstahl mit einer Streck- bzw. 0,2- Zwecks Weiterverarbeitung zu Be-
Beständigkeit gegenüber Loch- und Dehngrenze von mind. 500 N/mm2 zur wehrungen wird das Ringmaterial
Spaltkorrosion und eine sehr geringe Anwendung. Die erforderlichen Eigen- werksmäßig gerichtet und geschnit-
Gefährdung gegenüber chloridindu- schaften der bauaufsichtlich zuge- ten. Insbesondere aus dem profilier-
zierter Spannungsrisskorrosion auf. lassenen Produkte sind in der DIN EN ten Betonstahl werden Stabstahl, Be-
Den verbesserten Festigkeitseigen- 206-1 bzw. DIN 1045-1 [2] bzw. in tonstahlmatten oder Gitterträger oder
schaften in Verbindung mit der sehr DIN 488 [11] geregelt. Wichtige Ge- anderweitige Bewehrungen herge-
guten Korrosionsbeständigkeit ent- brauchseigenschaften von nichtros- stellt.
spricht ein verbessertes Verhalten ge-
genüber Schwingungsrisskorrosion.
Werkstoff-Nr. 1.4003, 1.4571 1.4362, 1.4462
Anwendung
Die ferritisch-austenitischen Edelstäh- Durchmesser (mm) 4 bzw. 6-14
le 1.4462 und neuerlich auch 1.4362
0,2-Dehngrenze (N/mm²) ≥ 500 ≥ 700
(Tab. 1) werden zur Herstellung von
kaltumgeformten und warmgewalzten
Zugfestigkeit (N/mm²) ≥ 550 ≥ 800
nichtrostenden Betonstählen verwen-
det. Sie dürfen in allen Stahlbetonkon-
Bruchdehnung A10 (%) 15 10
struktionen aus Normal- und Leichtbe-
ton eingesetzt werden, wenn mit Car- Gleichmaßdehnung Ag (%) 5 5
bonatisierung und Chloridbelastung
zu rechnen ist. Die Zulassung emp- 165 (1.4003) 165 (1.4362)
Dauerschwingfestigkeit1) (N/mm²)
fiehlt den Edelstahl 1.4362 für eine 175 (1.4571) 175 (1.4462)
mäßige Korrosionsbelastung und den 1)
Prüfung an freien geraden Stäben, Schwingbreite 2σA bei 2 x 106 Schwingspiel-
Edelstahl 1.4462 für eine hohe Korro- zahlen
sionsbelastung durch Chloride (z.B.
bei Bauteilen mit Tausalzbelastung Tab. 3: Gebrauchseigenschaften von nichtrostenden Betonstählen in Ringen
und im Meerwasser). BSt 500 NR und BSt 500 NG nach bauaufsichtlicher Zulassung

Für Entwurf und Bemessung nach DIN tenden Betonstählen in Ringen sind in Nichtrostende warmgewalzte glatte
EN 206-1 bzw. 1045-1 [2] ist der E-Mo- Tab. 3 aufgeführt. Insbesondere bei Rundstäbe und gerippte Stäbe (Beton-
dul bei 20 °C für den kaltumgeformten den kaltumgeformten ferritisch-auste- rippenstähle) werden aus den stick-
ferritisch-austenitischen nichtrosten- nitischen Edelstählen lassen sich stofflegierten Edelstählen 1.4429,
den Betonstahl mit 160 kN/mm2 deutlich höhere Festigkeitswerte als 1.4529, 1.4362 und 1.4462, Nenn-
(Edelstahl 1.4462) bzw. 150 kN/mm2 bisher von den Regelwerken für Be- durchmesser von 6 bis 52 mm (nicht
(Edelstahl 1.4362) anzunehmen. Bei tonstähle gefordert erzielen. Hierdurch bauaufsichtlich zugelassen), gefertigt.
der Verarbeitung durch z.B. Biegen sind im Vergleich zu den austeniti- Die schräg angeordneten Rippen zur
sind höhere Umformkräfte erforderlich schen Güten Querschnittsreduzierun- Verbesserung des Verbundes werden
als bei den anderen nichtrostenden gen und damit Materialeinsparungen bei den gerippten Stabstählen warm
Stählen. möglich. aufgewalzt. Die dickeren warmgewalz-
ten glatten Rundstäbe und gerippten
Die ferritisch-austenitischen Edelstäh- Nichtrostender kaltumgeformter Be- Stäbe (Betonrippenstähle) werden als
le weisen nur bei Beachtung geeigne- tonstahl BSt 500 NR (gerippt) und BSt Bewehrungen und für Verankerungen

7
Werkstoff-Nr. 1.4429 solen oder Tausalznebeln, die Loch-
korrosion bewirken. Die Korrosionsge-
0,2%-Dehngrenze 880 N/mm² (10 mm Ø) bis 600 N/mm² (40 mm Ø)
fährdung der nichtrostenden Stähle
Zugfestigkeit 990 N/mm² (10 mm Ø) bis 790 N/mm² (40 mm Ø) nimmt bei fallendem Chloridgehalt,
fallender Temperatur und steigendem
Bruchdehnung (A10) 15 % (10 mm Ø) bis 30 % (40 mm Ø)
pH-Wert ab. Besonders kritisch sind
Werkstoff-Nr. 1.4529 daher chloridangereicherte saure Me-
dien, die im Betonbau nicht vorkom-
0,2%-Dehngrenze 700 N/mm² (12 mm Ø) bis 600 N/mm² (40 mm Ø)
men.
Zugfestigkeit 900 N/mm² (12 mm Ø) bis 800 N/mm² (40 mm Ø)
Bruchdehnung (A10) 15 % (12 mm Ø) bis 30 % (40 mm Ø)
Werkstoffseitig wird die Lochkorro-
sion insbesondere durch die Legie-
Werkstoff-Nr. 1.4362 rungselemente Chrom, Nickel und Mo-
0,2%-Dehngrenze 650 N/mm² (6 mm Ø) bis 500 N/mm² (25 mm Ø) lybdän, des Weiteren auch durch
Stickstoff beeinflusst. Die Beständig-
Zugfestigkeit 800 N/mm² (6 mm Ø) bis 700 N/mm² (25 mm Ø) keit lässt sich annähernd durch die
Bruchdehnung (A10) 15 % (6 mm Ø) bis 30 % (25 mm Ø) Wirksumme W = % Cr + 3,3 x % Mo +
(16-30) x % N abschätzen (der Einfluss
Werkstoff-Nr. 1.4462 von Stickstoff ist gefügeabhängig). Mit
0,2%-Dehngrenze 700 N/mm² (6 mm Ø) bis 550 N/mm² (40 mm Ø) steigender Wirksumme nimmt die Be-
ständigkeit gegenüber chloridindu-
Zugfestigkeit 850 N/mm² (6 mm Ø) bis 680 N/mm² (40 mm Ø) zierter örtlicher Korrosion zu. Die Wirk-
Bruchdehnung (A10) 15 % (6 mm Ø) bis 30 % (40 mm Ø) summe der gebräuchlichen Betons-
tähle beträgt:
Tab. 4: Mechanische Kennwerte für warmgewalzte gerippte Stäbe eines Herstellers

Werk-
und Anschlussbewehrungen ange- 3 Korrosionsverhal- stoff- Kurzname
Wirk-
wendet. Die mechanischen Kennwer- summe
te der warmgewalzten Stäbe sind ten nichtrosten- Nr.

durchmesserabhängig, wobei die 0,2- 1.4003 X2CrNi12 12


Dehngrenze und Zugfestigkeit mit zu-
der Betonstähle 1.4301 X5CrNi18-10 18
nehmendem Durchmesser abneh-
1.4571 X6CrNiMoTi17-12-2 24
men, während sich die Bruchdehnung 3.1 Mögliche Korrosionsarten
umgekehrt verhält. In Tab. 4 sind bei- [1,14] 1.4429 X2CrNiMoN17-13-3 33
spielhaft die mechanischen Kennwer-
1.4529 X1NiCrMoCuN25-20-7 49
te für gerippte Stäbe eines Herstellers Flächenkorrosion
angegeben. Nichtrostende Stähle können lediglich 1.4362 X2CrNiN23-4 27
in sauren wässrigen Medien durch
1.4462 X2CrNiMoN 22-5-3 37
Nichtrostende Betonstähle können auf mehr oder weniger gleichmäßige Flä-
der Baustelle und in Betrieben ge- chenkorrosion angegriffen werden. Für
schweißt werden. Für das Schweißen die atmosphärische Korrosion ist von Die Korrosionsbeständigkeit in loch-
gelten die Bestimmungen der „Allge- Bedeutung, dass bei ansteigendem korrosionserzeugenden Medien hängt
meinen bauaufsichtlichen Zulassung“ pH-Wert die Korrosionsgeschwindig- weiterhin von der Oberflächengüte der
[12] in Verbindung mit EN ISO 17660 keit im aktiven Zustand stark ab- nichtrostenden Stähle ab und kann
[13]. Von den derzeit bauaufsichtlich nimmt. Oberhalb pH 4 besteht i.a. Kor- somit auch durch den Herstellungs-
zugelassenen nichtrostenden Beton- rosionsbeständigkeit. In schwach sau- prozess der Stähle beeinträchtigt wer-
stählen in Ringen BSt 500 NR und BSt ren Medien, also auch in üblicher den. Auf Betonstähle bezogen bedeu-
500 NG aus den Edelstählen 1.4003, Atmosphäre und erst recht im Beton, tet das, dass warmgewalzte Edelstäh-
1.4571, 1.4362 und 1.4462 darf der sind daher Chromstähle mit > 12 le mit Zunderbelegung in der Regel
geschweißte Edelstahl 1.4362 laut Zu- M.-% Chrom und alle höher legierten anfälliger sind als kaltumgeformte
lassung nur bei vorwiegend ruhender Stähle passiv. Edelstähle.
Belastung eingesetzt werden.
Lochkorrosion Schweißverbindungen weisen eine
Lochkorrosion wird eingeleitet durch höhere Anfälligkeit gegenüber Loch-
eine Wechselwirkung zwischen den korrosion auf als ungeschweißte Edel-
Halogenidionen und der Passiv- stahlabschnitte. Schweißverbindun-
schicht, wobei die Passivschicht lokal gen sind vor allem dann hinsichtlich
durchbrochen wird. Es bilden sich na- Lochkorrosion stärker gefährdet als
delstichartige Vertiefungen und durch ungeschweißte gleichartige Edelstäh-
deren Wachstum Lochkorrosionsstel- le, wenn bei Verbindungsschweißun-
len. Im Bauwesen sind es meist die gen infolge fehlender Schutzgasfüh-
Chloridionen aus Meerwasser, Aero- rung Oxidfilme (Anlauffarben) oder

8
dung kann man in nichtrostenden
Stählen den Kohlenstoffgehalt auf un-
ter 0,03 % absenken oder aber den
vorhandenen Kohlenstoff durch so ge-
nannte Stabilisierungselemente wie
Titan (Ti) oder Niob (Nb), die eine grö-
ßere Kohlenstoffaffinität als Chrom
haben, abbinden. Interkristalline Kor-
rosion spielt bei den für das Schwei-
ßen zugelassenen Betonstählen kei-
ne Rolle.

3.2 Lochkorrosionsverhalten
nichtrostender
Betonstähle
Bild 2: Korrosion im Schweißnahtbereich eines nichtrostenden Stahls 1.4003 in Bei in Beton eingebetteten nichtros-
chloridhaltigem Beton tenden Betonstählen ist das Verhalten
gegenüber Lochkorrosion zu beach-
Zunderschichten im Schweißnahtbe- wa 5 und 20 M.-% vor und ein Mini- ten. Es galt, zunächst unter den zur
reich entstanden sind (Bild 2). Beton- mum der Beständigkeit existiert bei et- Verfügung stehenden Werkstoffen ei-
stähle werden auf der Baustelle über- wa 10 M.-% Nickel. Die im Betonbau ne optimale und wirtschaftlich sinn-
wiegend nicht unter Schutzgas ge- verwendeten austenitischen nichtros- volle Auswahl hinsichtlich folgender
schweißt und es erfolgt auch keine tenden Stähle weisen häufig Nickelge- Eigenschaften zu treffen:
besondere Behandlung zur Entfernung halte um 10 M.-% auf. Selbst bei emp-
von schweißbedingten Belägen. findlichen nichtrostenden Stählen • Verhalten in alkalischem plus chlo-
kann Spannungsrisskorrosion bei ridhaltigem, carbonatisiertem sowie
Spannungsrisskorrosion Raumtemperatur jedoch nur dann auf- carbonatisiert plus chloridhaltigem
Bei dieser Korrosionsart entstehen treten, wenn das Angriffsmittel hoch- Beton;
Risse, die bei nichtrostenden Stählen chloridhaltig und zudem noch sauer • Verhalten der Betonstähle in den ty-
im Allgemeinen transkristallin verlau- ist. Da die wässrige Phase des Betons pischen Ausführungen (glatte und
fen. Nur wenn die folgenden drei Be- stets pH-Werte ≥ 8,3 (carbonatisierter gerippte Oberfläche, auch zusätzlich
dingungen gleichzeitig vorliegen, ist Beton) aufweist, sind in Beton einge- geschweißt).
Spannungsrisskorrosion möglich: bettete nichtrostende Betonstähle
stets ausreichend sicher gegenüber Unter Beachtung dieser Gesichtspunk-
• die Oberfläche des Bauteils steht Spannungsrisskorrosion. te wurden in der Vergangenheit zahl-
unter Zugspannungen; reiche Ergebnisse von Labor- und Aus-
• Einwirkungen eines spezifisch wir- Interkristalline Korrosion lagerungsversuchen veröffentlicht. Die
kenden Mediums (meist Chloridio- Unter interkristalliner Korrosion wird in Deutschland an nichtrostenden Be-
nen); ein Angriff entlang der Korngrenzen tonstählen durchgeführten Versuche
• Neigung des Werkstoffs zur Span- des Gefüges verstanden. Dabei kön- sind vor allem in [3, 5, 15-17] wieder-
nungsrisskorrosion. nen einzelne Körner aus dem Kornver- gegeben. Eine zusammenfassende
band herausgelöst werden. Ursache Darstellung der weltweit durchgeführ-
Mit Spannungsrisskorrosion ist in ers- der interkristallinen Korrosion bei ten Versuche, die sich im Hinblick auf
ter Linie in chloridhaltigen Medien zu nichtrostenden Stählen sind Ausschei- die Wirkung der wesentlichen Einfluss-
rechnen, wobei die Gefährdung gene- dungen von chromreichen Karbiden an parameter nicht widersprechen, er-
rell mit steigendem Chloridgehalt, fal- den Korngrenzen, die eine Chromver- folgte in [4, 6].
lendem pH-Wert und steigender Tem- armung in den korngrenzennahen Be-
peratur zunimmt. reichen zur Folge haben. Die so gebil- Nichtrostende Betonstähle sind so-
deten chromarmen Zonen an den wohl in alkalischem als auch carbona-
Die Beständigkeit der nichtrostendem Korngrenzen sind gegen insbesonde- tisiertem Beton passiv. Sind im Beton
Stähle gegenüber chloridinduzierter re saure angreifende Medien nicht kor- zusätzlich Chloride vorhanden, dann
Spannungsrisskorrosion nimmt in der rosionsbeständig genug und gehen ist je nach Stahlzusammensetzung,
Reihenfolge ferritische Chromstähle, daher bevorzugt in Lösung. Chloridgehalt und pH-Wert des Betons
ferritisch-austenitische Stähle, auste- Korrosion in Form lokaler Angriffe mög-
nitische Chrom-Nickel-(Molybdän)- Die Chromkarbidausscheidungen set- lich. Diesbezüglich am ehesten ge-
Stähle ab. Dieses ist vor allem mit dem zen einen bestimmten Kohlenstoffge- fährdet sind Bereiche von Schweiß-
Einfluss des Nickelgehaltes auf die An- halt voraus und finden in einem Tem- nähten (Bild 2).
fälligkeit hochchromhaltiger Edelstäh- peraturbereich statt, der z.B. in der
le gegenüber Spannungsrisskorrosion Wärmeeinflusszone von Schweißver- In den elektrochemischen Untersu-
zu erklären. Eine gewisse Anfälligkeit bindungen durchlaufen wird. Zur Ver- chungen in alkalischen Lösungen und
liegt bei Nickelgehalten zwischen et- meidung der Chromkarbidausschei- an Mörtelelektroden dient das in po-

9
tentiostatischen Halteversuchen er- 0.8
mittelte sog. Lochkorrosionspotential
zur Beschreibung des Lochkorrosions- 0.6
verhaltens: Mit fallendem (negativer

Lochkorrosionspotential EP in V (SCE)
1.4439
werdendem) Lochkorrosionspotential
nimmt die Gefährdung hinsichtlich 0.4
Lochkorrosion im betreffenden Korro- 1.4462
sionssystem Stahl/Medium zu. Die in 0.2
der Folge dargestellten Ergebnisse
1.4571
zum Einfluss wichtiger Parameter auf 0
das Lochkorrosionspotential sind [15, 1.4016
18] entnommen. 1.4021
-0.2 1.4003
Da Betonstähle bei der Verarbeitung 1.4713
häufig geschweißt werden, interes- -0.4
siert, um bei der Beurteilung auf der si- unlegiert
cheren Seite zu liegen, vor allem das -0.6
eher ungünstigere Korrosionsverhalten 0 1 2 3 4 5
im Bereich der Schweißnaht, wenn der
Beton erhöhte Chloridgehalte auf- Chloridgehalt bezogen auf Zement in M.-%
weist. In Bild 3 wird das Verhalten un-
terschiedlich legierter Stähle und eines Bild 3: Lochkorrosionspotentiale geschweißter kaltumgeformter glatter legierter Rund-
unlegierten Stahls in Abhängigkeit vom stäbe und eines unlegierten Stahls in chloridhaltigem Beton (1 bis 5 M.-% Chlo-
Chloridgehalt des Betons aufgezeigt. rid als NaCl); die durch Lichtbogenhandschweißen hergestellten Schweißnähte
Die kaltgezogenen Rundstäbe erhiel- wurden nicht behandelt [15]
ten eine mittels Lichtbogenhand-
schweißens aufgetragene Längs- Mit steigendem Chloridgehalt des Be- Chloridgehalt, bei dessen Überschrei-
schweißnaht. Zum Aufbringen einer tons fällt das Lochkorrosionspotential tung bei der jeweiligen Stahlsorte mit
Schweißraupe wurden die zum Licht- erwartungsgemäß. Im Bereich zwi- Korrosion zu rechnen ist, ist in Bild 4
bogenschweißen dieser Stähle ge- schen 0 und 1 M.-% Chlorid ist diese wiedergegeben. Der pH-Wert 9 steht
bräuchlichen umhüllten Schweißelek- Abminderung bei den geringer legier- für den carbonatisierten Beton, die
troden verwendet. Die Schweißnähte ten Stahlsorten deutlich ausgeprägter pH-Werte 12,6 und 13,9 geben die
wurden, wie im Betonbau üblich, nicht als zwischen 1 und 5 M.-% Chlorid. mögliche Spannweite der Alkalität ei-
behandelt, die Prüfung erfolgte mit vor- nes Betons wieder.
handenen Resten von festhaftendem Der Einfluss der Stahlsorte und des
Schweißzunder und dünnen Oxid- pH-Wertes auf den sog. kritischen Bild 4 verdeutlicht, dass der kritische
schichten (Anlauffarben) auf dem
Drahtumfang im Bereich der Schwei-
ßung. Dargestellt ist das in sog. poten-
tiostatischen Halteversuchen ermittel- 10
te Lochkorrosionspotential; bei pH 13,9
steigendem Lochkorrosionspotential
nimmt die Korrosionsbeständigkeit zu. 8
Aus ingenieurmäßiger Sicht lassen sich
Chloridgehalt in M.-%

bezüglich der Einordnung des Korrosi-


onswiderstandes drei Gruppen von 6
nichtrostenden Stählen unterscheiden: pH 12,6

• die austenitischen nichtrostenden


4
Stähle 1.4439 und 1.4571 sowie pH 9
der ferritisch-austenitische nichtros-
tende Stahl 1.4462 mit einer hohen
Korrosionsbeständigkeit; 2
pH 7,5
• die ferritischen nichtrostenden Stäh-
le 1.4016, 1.4021 und 1.4003 mit
> 10,5 M.-% Chrom und einer ge- 0
genüber unlegierten Stählen verbes- 1.4006 1.4301 1.4306 1.4401 1.4404 1.4362
serten Korrosionsbeständigkeit; unleg. Cr CrNi CrNi CrNiMo CrNiMo CrNiN CrNiMoN
• der ferritische Stahl 1.4713 mit Stahl 13 18-10 18-10 17-12-2 17-13-2 23-4 20-18-6
Chromgehalten ≤ 7 M.-% und der
unlegierte Stahl mit Korrosionsan- Bild 4: Kritischer Chloridgehalt von legierten Stählen und eines unlegierten Stahls in
fälligkeit. Lösungen von pH 7,5 bis 13,9 (potentiostatischer Versuche bei +0,2 V (GKE) [18]

10
+600 ungeschweißt geschweißt
die nach Chloridbeaufschlagung Loch-
korrosion erleiden, in frei bewittertem
Beton stets negativer als etwa -100
+400
Lochkorrosionspotential in mV (GKE)

mV (GKE) ist. D.h., dass Korrosion bei


Stahlbeton im Freien nur dann zu er-
+200 alkalisch warten ist, wenn das Lochkorrosions-
potential negativer als -100 mV (GKE)
carbo-
natisiert ist. Dann ist die notwendige Forderung
0 Korrosionspotential
für Korrosion erfüllt (Lochkorrosions-
potential < Korrosionspotential). Auf-
-200 grund dieser Definition und der in
Bild 5 dargestellten Ergebnisse kön-
nen diese kaltgerippten nichtrosten-
-400
den Betonrippenstähle unter folgen-
den korrosiven Bedingungen als kor-
-600 rosionssicher eingestuft werden:
ferr.-aust. austenit. ferritisch unleg. ferr.-aust. austenit. ferritisch unleg.
1.4462 1.4571 1.4003 1.4462 1.4571 1.4003 • der austenitische nichtrostende
Bild 5: Lochkorrosionspotentiale ungeschweißter und geschweißter kaltumgeformter Stahl 1.4571 (ungeschweißt und ge-
gerippter nichtrostender Betonstähle und eines unlegierten Stahls in chlorid- schweißt) und der ferritisch-auste-
haltigem Beton (5 M.-% Chlorid als NaCl); die durch Lichtbogenhandschweißen nitische nichtrostende Stahl 1.4462
hergestellten Schweißnähte wurden nicht behandelt [15] (ungeschweißt und geschweißt) un-
ter allen denkbaren Korrosionsver-
Chloridgehalt in erster Linie von der ten: In der Reihenfolge unlegiert - hältnissen (carbonatisiert, chlorid-
Stahlzusammensetzung und vom pH- 1.4003 - 1.4571 - 1.4462 nimmt die haltig alkalisch, chloridhaltig carbo-
Wert des wässrigen Angriffsmediums Beständigkeit deutlich zu, wobei der natisiert);
(der Zementsteinporenlösung) ab- Unterschied zwischen den beiden • der ferritische nichtrostende Stahl
hängt. In chloridhaltigem carbonati- letztgenannten Stählen eher gering 1.4003 (ungeschweißt und ge-
siertem Beton ist demnach die Bestän- ist. schweißt) in chloridfreiem carbona-
digkeit deutlich geringer als in chlorid- • In carbonatisiertem chloridhaltigen tisiertem Beton;
haltigem alkalischen Beton. Im Beton ist das Lochkorrosionspoten- • der ferritische ungeschweißte nicht-
Hinblick auf Grenzbetrachtungen soll- tial gegenüber dem alkalischen rostende Stahl 1.4003 in chloridhal-
te das Verhalten in chloridhaltigem chloridhaltigen Beton stets zu nega- tigem alkalischem Beton.
carbonatisiertem Beton herangezogen tiveren Werten verschoben.
werden, da in bestimmten Anwen- • Geschweißte Betonrippenstähle aus Die Ergebnisse der in mehreren Län-
dungsfällen (Parkdecks, Stützmauern nichtrostendem Stahl sind in chlo- dern durchgeführten Langzeitauslage-
neben verkehrsreichen Straßen) häu- ridhaltigem Beton deutlich korrosi- rungen [6] mit Schwerpunkt der in
fig Trennrisse entstehen, die verhält- onsanfälliger als ungeschweißte. Deutschland von der MPA Universität
nismäßig rasch carbonatisieren. Im Dennoch sind diese erheblich be- Stuttgart in bewehrten Bauteilen aus
Betonriss wäre der Stahl dann u.U. ei- ständiger als geschweißte unlegier- Normalbeton [15, 16] und Leichtbeton
nem chloridhaltigen carbonatisierten te Betonstähle. [17] durchgeführten Auslagerungen im
Beton ausgesetzt. Freien bestätigen jene der vorgenann-
Der Edelstahl 1.4362 wurde bisher ten Laboruntersuchungen. Eine zu-
Bild 5 zeigt die Ergebnisse von elektro- nicht in gleicher Weise wie die in sammenfassende Darstellung der in
chemischen Untersuchungen an nicht- Bild 5 dargestellten Stähle im Hinblick Stuttgart über 2,5 Jahre durchgeführ-
rostenden Betonrippenstählen der Gü- auf eine Anwendung im Betonbau un- ten Auslagerungsversuche zum Korro-
ten 1.4003, 1.4571 und 1.4462 sowie tersucht. Aufgrund von Untersuchun- sionsverhalten von unlegiertem und
eines herkömmlichen (unlegierten) gen zum Korrosionsverhalten in der nichtrostendem Stahl ohne und mit
Stahls, die in Deutschland als kalt- Atmosphäre wird jedoch davon ausge- Verbindungsschweißung in Beton ist
umgeformte Betonrippenstähle zuge- gangen, dass sein Korrosionsverhal- in Bild 6 dargestellt:
lassen sind. Aufgetragen sind die ten in etwa jenem des Edelstahls der
Lochkorrosionspotentiale an unge- Güte 1.4571 gleichkommt. • Erwartungsgemäß korrodiert unle-
schweißten und geschweißten Proben gierter Stahl in carbonatisiertem
in alkalischem und carbonatisiertem Zur ingenieurmäßigen Beurteilung der und/oder chloridhaltigem Beton. In
Beton C25/20 mit 5 M.-% Chlorid (be- in den Bildern 3 und 5 dargestellten carbonatisiertem Beton überwiegt
zogen auf den Zementgehalt). Aus der Ergebnisse können folgende Überle- Flächenkorrosion; bei steigendem
Darstellung lässt sich folgendes ablei- gungen dienen: Aufgrund von Potenti- Chloridgehalt tritt in zunehmendem
ten: almessungen an im Freien ausgelager- Maße Loch- und Muldenkorrosion
ten chloridhaltigen, mit nichtrosten- auf. Die stärksten Angriffe sind in
• Es besteht eine deutliche, durch den den Betonrippenstählen bewehrten carbonatisiertem plus chloridhalti-
Legierungsgehalt der Stähle beding- Bauteilen [16] wurde erkannt, dass gen Beton möglich.
te Abstufung im Korrosionsverhal- das Korrosionspotential von Stählen, • Der ferritische nichtrostende Stahl

11
1.4003 verhält sich deutlich günsti- carbona-
Beton alkalisch
ger als ein unlegierter Stahl. In chlo- Stahl- tisiert
ridfreiem carbonatisiertem Beton sorte
Cl (M.-%) 0 0,5 1 2 >2-5 0 2
tritt im ungeschweißten und ge-
schweißten Zustand keine Korrosion ungeschweißt
unlegiert
auf. Dieses Korrosionsverhalten geschweißt
deckt sich mit neueren Untersuchun-
gen in [19]. Beim ungeschweißten 1.4003 ungeschweißt
1.4003 tritt nur geringe Korrosion 12 Cr geschweißt
auf, solange der Chloridgehalt im al-
kalischen Beton etwa 2 M.-% (bezo- ungeschweißt
1.4571
gen auf Zement) nicht übersteigt. 17Cr-12Ni-2Mo
Bei deutlich höheren Chloridgehal- geschweißt
ten wird jedoch Lochkorrosion auf- ungeschweißt
1.4462
treten. Vor allem bei gleichzeitiger
22Cr-5Ni-3Mo geschweißt
Anwesenheit von Chloriden und Car-
bonatisierung besteht die Gefahr ei-
nein gering mäßig stark sehr Korrosion
ner Lochkorrosion. In Bereichen von stark
Schweißraupen ist schon bei Anwe-
senheit von Chloriden um 1 M.-% Bild 6: Korrosionsverhalten von unlegiertem und nichtrostendem Stahl in Beton
mit einer ausgeprägten Lochkorrosi- (zusammenfassende Darstellung von Auslagerungsversuchen; Chloridgehalte
on zu rechnen (Bild 2). Die Narben- auf den Zementanteil bezogen) [15]
tiefe nimmt bei steigendem Chlorid-
gehalt zu und ist in gleichzeitig siert chloridhaltig) kein beachtens- Betons im rissenahen Bereich bei 5 M.-
carbonatisiertem Beton am ausge- werter Korrosionsangriff auf. Chlo- % bezogen auf den Zementgehalt.
prägtesten. Geschweißte ferritische ridgehalte bis 5 M.-% können ohne
nichtrostende Stähle verhalten sich Angriff ertragen werden. Aufgrund der bekannten Ergebnisse
somit deutlich ungünstiger als un- zum Korrosionsverhalten bieten somit
geschweißte. Das unterschiedliche Korrosionsverhal- austenitische (1.4571) und ferritisch-
• Bei dem austenitischen nichtrosten- ten von unlegiertem Stahl und nicht- austenitische nichtrostende Stähle
den Stahl 1.4571 und dem ferri- rostendem Stahl 1.4571 ist beispiel- (1.4462), auch im geschweißten
tisch-austenitischen nichtrostenden haft in Bild 7 dargestellt [16]. Bewehr- Zustand, eine hohe Sicherheit gegen-
Stahl 1.4462 tritt sowohl im unge- te gerissene Stahlbetonkörper wurden über Korrosion. Sie empfehlen sich vor
schweißten als auch im geschweiß- 2,5 Jahre im Außenbereich regelmäßig allem dann, wenn ein erheblicher
ten Zustand für alle möglichen Zu- mit chloridhaltigem Wasser bean- Chlorideintrag in den Beton nicht ver-
stände des Betons (carbonatisiert, sprucht. Nach 2,5 Jahren lag der Chlo- hindert werden kann. Ferritische nicht-
alkalisch chloridhaltig, carbonati- ridgehalt des im Riss carbonatisierten rostende Stähle (1.4003) sind im car-

unlegierter Stahl im Originalzustand unlegierter Stahl nach einem Ablösen der Korrosionspro-
dukte

nichtrostender Stahl 1.4571 im Originalzustand nichtrostender Stahl 1.4571 nach einem Ablösen der Korro-
sionsprodukte

Bild 7: Korrosionszustand von kaltumgeformten Betonrippenstähle nach 2,5 jähriger Lagerung in gerissenem Beton (Betonriss von
0,4 mm Breite kreuzte die Stähle etwa in Bildmitte); der Chloridgehalt betrug nach Abschluss der Versuche etwa 5 M.-%
bezogen auf den Zementgehalt [16]

12
bonatisierten Beton korrosionssicher. nichtrostender Stahl sich noch im pas- tet, dass die Korrosion des korrodie-
Im ungeschweißten Zustand wider- siven Zustand befindet, ist theoretisch renden unlegierten Stahls durch den
steht der Edelstahl auch mäßig hohen die Voraussetzung für eine Kontaktkor- Kontakt mit nichtrostendem Stahl (im
Chloridgehalten. Der ferritisch-auste- rosion gegeben. Tatsächlich wurde in chloridfreien und chloridhaltigen Be-
nitische Edelstahl 1.4362 wird bisher Versuchen jedoch festgestellt, dass die ton) nicht nachteilig beeinflusst wird.
von Fachleuten wie der austenitische Gefährdung beim Kontakt von korro- Nichtrostender Betonstahl im Kontakt
Stahl 1.4571 eingeordnet. dierter Bewehrung aus unlegiertem mit unlegiertem Betonstahl ist dem-
Stahl mit nichtrostendem Stahl ver- nach keine wirksame Kathode für Ma-
3.3 Korrosion unlegierter nachlässigbar ist [4, 7, 20, 21]. In [20] krokorrosionselemente. Als Ursache
Stähle im Kontakt mit wurden Versuche zur Makroelement- hierfür kann angeführt werden, dass
bildung von korrodierendem einbeto- die kathodische Teilreaktion der Sau-
nichtrostendem Stahl niertem unlegierten Stahl mit einer- erstoffreduktion am nichtrostenden
(Mischbewehrung) seits passivem unlegierten, aber auch Stahl wesentlich stärker gehemmt ist
mit nichtrostendem Stahl mittels Mes- als am unlegierten Stahl. Eine Ele-
Zwecks Kosteneinsparung kann zum sung der Elementstromdichte durch- mentbildung ist eher beim Kontakt
vorbeugenden Schutz auch eine geführt und bewertet. Bekanntlich ist zwischen aktivem und passivem unle-
Mischbewehrung eingesetzt werden. die Elementstromdichte ein Maßstab gierten Stahl zu erwarten.
Hierbei werden nichtrostende Beton- für die Korrosion des unedleren Part-
stähle, z.B. als Hauptbewehrung, nur ners im Korrosionselement. Es wurden
an solchen Stellen eingebaut, an de- folgende Situation eines in chloridhal-
nen Chloride eindringen können und tigem Beton korrodierenden unlegier-
die Korrosionsgefahr am größten ist, ten Stahls untersucht (Bild 8): 4 Werkstoffauswahl
während ansonsten unlegierte Beweh- der nichtrosten-
rungsstähle eingesetzt werden. Bei • Kontakt mit einem passiven unle-
Kontakt von unlegiertem und nichtros- gierten Stahl in Beton ohne Chlorid- den Betonstähle
tendem Betonstahl und Vorhanden-
sein eines Elektrolyten (feuchter Be-
belastung;
• Kontakt mit nichtrostendem Stahl
und erforderliche
ton) bildet sich ein galvanisches Ele- 1.4571 im Beton ohne Chloridbelas- Betondeckungen
ment, in dem das edlere Metall tung;
(nichtrostender Stahl) als Kathode und • Kontakt mit nichtrostendem Stahl 4.1 Grenzwerte für die
das unedlere Metall (unlegierter Stahl) 1.4571 im Beton mit einer Belas-
als Anode fungieren kann. tung von 3 M.-% Chlorid.
Zusammensetzung und
Im passiven Zustand gibt es zunächst Eigenschaften des Betons
kaum einen Potentialunterschied zwi- Beim Kontakt mit passivem unlegier- sowie die Mindestbeton-
schen nichtrostendem und unlegier- tem Stahl ist die Stromdichte fast deckung nach Expositi-
tem Stahl. Falls der unlegierte Stahl 10fach größer als jene beim Kontakt onsklassen
unter Chlorideinwirkung korrodiert und mit nichtrostendem Stahl. Das bedeu-
Bei der Planung von Bauteilen bzw.
Bauwerken sind sowohl lastabhängi-
ge als auch die lastunabhängigen Ein-
12 95-98% rel. Luftfeuchte wirkungen wie eine Korrosionsbean-
spruchung zur Sicherstellung der Dau-
erhaftigkeit zu berücksichtigen. Um
dauerhafte Betonkonstruktionen zu er-
Stromdichte in mA/cm2

stellen, müssen deshalb auch geeig-


8
nete Annahmen für die zu erwartenden
Umwelteinwirkungen getroffen wer-
den, um durch eine sinnvolle Festle-
gung der Betongüte und konstruktiver
Parameter, wie die Betondeckung, un-
ter den jeweiligen Umgebungsbedin-
4
gungen korrosionsbedingte Schäden
im Nutzungszeitraum auszuschließen.

In DIN EN 206-1 bzw. DIN 1045-1 [2]


sind die Anforderungen an den Beton
0 in Abhängigkeit von den möglichen
unlegierter Stahl nichtrostender Stahl 1.4571
korrosiven Einwirkungen festgelegt.
0 M.-% Cl- 0 M.-% Cl- 3 M.-% Cl-
U.a. werden die Betonzusammenset-
Kontaktpartner
zung, die Mindestdruckfestigkeitsklas-
Bild 8 : Stromdichte einer unlegierten Stahlbewehrung in Abhängigkeit vom Kontakt- sen und die Betondeckung der Beweh-
partner und einer Chloridbelastung im Beton [20] rung Expositionsklassen zugeordnet,

13
welche den Korrosionsangriff der ein- haltemaßes Δc zu vergrößern. Dieser Des Weiteren muss die Betondeckung
gebetteten Bewehrung sowie den che- Wert beträgt für die Expositionsklasse eine genügende Dauerhaftigkeit des
mischer Angriff und Frostangriff und XC1 10 mm und für alle übrigen Klas- Bauteils (Korrosionsschutz des einge-
den Verschleiß des Betons betreffen. sen 15 mm. Hieraus ergibt sich die no- betteten Bewehrungsstahls) sowie
In Tab. 5 sind für die drei typischen minelle Betondeckung cnom = cmin+Δc. einen entsprechenden Feuerwider-
Korrosionsbelastungen stand sicherstellen. Zur Sicherung des
4.2 Reduzierte Betondeckung Verbundes darf die Mindestbeton-
• Korrosion durch Carbonatisierung; deckung cmin für Bewehrungsstähle
• Korrosion ausgelöst durch Chloride,
durch Wahl nichtrosten- nicht kleiner sein als der Stabdurch-
ausgenommen Meerwasser; der Betonstähle messer ds des Betonstahls.
• Korrosion ausgelöst durch Chloride
aus Meerwasser; Als Betonüberdeckung oder einfach Die für herkömmliche (unlegierte) Be-
Betondeckung wird im Stahlbetonbau wehrungsstähle in Abhängigkeit von
die wichtigsten betonseitigen und kon- der Abstand zwischen der Betonober- den Umgebungsbedingungen erfor-
struktiven Anforderungen genannt. fläche und der Außenkante eines vom derliche Betondeckung geht aus
Beton umhüllten Betonstahls bezeich- Tab. 5 hervor. Die darin genannten
Zur Berücksichtigung von unplanmä- net. Eine ausreichende Betondeckung Werte gehen, wie bei Dauerhaftigkeits-
ßigen Abweichungen ist die in Tab. 5 ist bei Stahlbetonbauteilen zur Über- bemessungen in der Bautechnik üb-
genannte erforderliche Mindestbeton- tragung der Verbundkräfte zwischen lich, von einer mittleren Lebens- und
deckung cmin durch Addition eines Vor- Beton und Bewehrung erforderlich. Nutzungsdauer von mindestens 50

Expositions- Beschreibung cmin cnom max. min. Zement min. Druckfest.


Beispiele für Zuordnung
klasse der Umgebung (mm) (mm) w/z-Wert (kg/m3) (kp/mm2)

Korrosion, ausgelöst durch Carbonatisierung

trocken oder trockene Innenräume,


XC1 10 20 0,75 240 C16/20
ständig nass Beton unter Wasser

XC2 nass, selten trocken Wasserbehälter 20 35 0,75 240 C16/20

Außenbereich,
XC3 mäßige Feuchte 20 35 0,65 260 C20/25
nicht bewittert

wechselnd nass
XC4 Außenbereich, bewittert 25 40 0,60 280 C25/30
und trocken

Korrosion, ausgelöst durch Chloride, ausgenommen Meerwasser

Sprühnebelbereich
XD1 mäßige Feuchte 40 55 0,55 300 C30/37
neben Verkehrsflächen

Solebäder, chloridhaltige
XD2 nass, selten trocken 40 55 0,50 320 C35/45
Industrieabwässer

wechselnd nass Spritzwasserbereich


XD3 40 55 0,45 320 C35/45
und trocken neben Verkehrsflächen

Korrosion, ausgelöst durch Chloride aus Meerwasser

Außenbauteile
XS1 Meeresluft 40 55 0,55 300 C30/37
in Küstennähe

XS2 ständig unter Wasser 40 55 0,50 320 C35/45


Hafenanlagen,
wechselnd Off-shore Bereich
XS3 40 55 0,45 320 C35/45
Meerwasser

c = Betondeckung
Spritzwasserbereich / Sprühnebelbereich: etwa 0 bis 10 m / 10 bis 30 m neben einer taumittelbehandelten, verkehrsreichen Straße
(innerhalb einer Ortschaft)
Meeresluft: Entfernung bis zu etwa 1 km von der Küste

Tab. 5: Anforderungen an die Betonzusammensetzung, die Betongüte und die Betondeckung in Abhängigkeit von möglichen kor-
rosiven Einwirkungen (Expositionsklassen) (Auszug aus DIN EN 206-1 bzw. DIN 1045-1 [2] )

14
Expositions-
Beschreibung der Umgebung Beispiele für Zuordnung empfohlener Werkstoff
klasse

Korrosion, ausgelöst durch Carbonatisierung

trockene Innenräume,
XC1 trocken oder ständig nass
Beton unter Wasser hier reicht im Regelfall die Anwendung
herkömmlicher (unlegierter) Betonstähle unter
XC2 nass, selten trocken Wasserbehälter Berücksichtigung der in DIN EN 206-1/DIN 1045-1
genannten erforderlichen Betongüten und
Betondeckungen aus
XC3 mäßige Feuchte Außenbereich, nicht bewittert

XC4 wechselnd nass und trocken Außenbereich, bewittert 1.4003, 1.4301

Korrosion, ausgelöst durch Chloride, ausgenommen Meerwasser

Sprühnebelbereich
XD1 mäßige Feuchte 1.4301, 1.4571, 1.4362
neben Verkehrsflächen

Solebäder, chloridhaltige hier reicht im Regelfall die Anwendung


XD2 nass, selten trocken
Industrieabwässer herkömmlicher (unlegierter) Betonstähle1)

Spritzwasserbereich
XD3 wechselnd nass und trocken 1.4571, 1.4429, 1.4529, 1.4362, 1.4462
neben Verkehrsflächen

Korrosion, ausgelöst durch Chloride aus Meerwasser

XS1 Meeresluft Außenbauteile in Küstennähe 1.4301, 1.4571, 1.4362

hier reicht im Regelfall die Anwendung


XS2 ständig unter Wasser
herkömmlicher (unlegierter) Betonstähle1)
Hafenanlagen, Off-shore Bereich
XS3 wechselnd Meerwasser 1.4571, 1.4429, 1.4529, 1.4362, 1.4462

1)
Verwendung von nichtrostenden Betonstählen wie bei XS3/XD3, falls mit Makrokorrosionselementen zu rechnen ist
Tab. 6: Zuordnung der nichtrostenden Betonstähle zu Expositionsklassen aufgrund von Ergebnissen der Forschung [5, 6]

Jahren bei angemessenem Instandhal- 4.3 Wahl eines geeigneten stahl 1.4571 hohen Chloridbelastun-
tungsaufwand aus. Die genannten Be- nichtrostenden gen im Beton gewachsen ist (Bilder
tondeckungen setzen einen Beton mit 5 und 6).
Bewehrungsstahls
den aufgeführten betontechnologi-
schen Eigenschaften voraus. Bei den Angaben in Tab. 6 ist zu be-
Die nichtrostenden Betonstähle könn- achten, dass die Angaben für XS2
Die bauaufsichtlichen Zulassungen für ten aufgrund ihrer Korrosionsbestän- und XD2 sich auf ein komplett einge-
kaltgerippten nichtrostenden Beton- digkeit im ungeschweißten und ge- tauchtes bzw. durchweg nasses Bau-
stahl in Ringen enthalten auch Anga- schweißten Zustand wie in Tab. 6 an- teil beziehen. Bei ständig in Wasser
ben für eine Reduzierung der nach gegeben angewendet werden. Diese eingetauchten Stahlbetonbauteilen
DIN EN 206-1 bzw. DIN 1045-1 [2] er- Tabelle weicht insofern von den Emp- kann nicht der für die Korrosion er-
forderlichen Betondeckung. Für die fehlungen der bauaufsichtlichen Zu- forderliche Sauerstoff durch die Be-
Betondeckung der nichtrostenden lassungen für kaltgerippten nicht- tondeckung an den Stahl gelangen,
Bewehrungen 1.4571, 1.4362 und rostenden Betonstahl in Ringen ab, weshalb Korrosion nicht möglich ist.
1.4462 gilt für alle Expositionsklassen als hier der Edelstahl 1.4462 für ei- Wenn dieses nicht der Fall ist und
die für XC1 ausgewiesene Betonde- ne hohe Chloridbelastung empfoh- sich beispielsweise bei nur teilwei-
ckung in Tab. 5. Es ist jedoch zu beach- len wird, während die Edelstähle sem Eintauchen in das Meerwasser
ten, dass zur Verbundsicherung die 1.4571 und 1.4362 nur für eine mä- (z.B. Kaimauer) Makrokorrosionsele-
Mindestbetondeckung cmin nicht klei- ßige Chloridbelastung empfohlen mente ausbilden können [1], so sind
ner sein darf als der Stabdurchmesser werden. Labor- und baupraktische nichtrostende Bewehrungsstähle wie
ds des Betonstahls. Untersuchungen haben jedoch ein- für XS3 bzw. XD3genannt anzuwen-
deutig gezeigt, dass auch der Edel- den (Bild 9).

15
Bild 9: Nichtrostende Betonbewehrung in durch salzhaltige Luft und Dünung belasteten Außenwänden und Stützpfeilern der Mo-
schee König Hassan II. in Casablanca (Marokko)

5 Anwendung Bautechnik in Berlin. In der Bautech-


nik können allerdings auch anderwei-
und gilt nicht für nichtrostende Beton-
stähle und auch nicht für anderweiti-
nichtrostender tige Konstruktionsteile aus nichtros- ge Produkte aus nichtrostendem Stahl
tendem Stahl in Beton eingebettet wer- im Kontakt mit Beton. Auf europäi-
Betonstähle den. Die Anwendung solcher Bauteile scher Ebene ist derzeit eine Norm über
(z.B. Ankerschienen und Kopfbolzen- nichtrostenden Betonstahl in Arbeit.
5.1 Richtlinien verankerungen, Anschlussbewehrun-
gen sowie Befestigungsmittel) wird In den verschiedenen Ländern finden
Nichtrostende Bewehrungsstähle wer- teilweise durch Bauteilzulassungen vor allem die folgenden Edelstähle im
den weltweit eingesetzt, jedoch ist de- geregelt. Die allgemeine bauaufsicht- kaltumgeformten und warmgewalzten
ren Anteil an der gesamten verbauten liche Zulassung Z-30.3-6 [12] deckt Zustand Anwendung im Betonbau (die
Bewehrung eher gering. Zum Stand der den Korrosionsschutz bei atmosphäri- Bezeichnung der Stähle erfolgt in An-
internationalen Normung bzw. Richtli- scher Korrosionsbeanspruchung ab lehnung an DIN EN 10088 [9]):
nien findet man Angaben in [4, 6, 8].
Deutschland 1.4003, 1.4571, 1.4362, 1.4462, 1.4429, 1.4529
Der Umgang mit nichtrostenden Be-
wehrungsstählen wird in wenigen Län- Frankreich breite Palette von Stählen, empfohlen werden 1.4511, 1.4301,
1.4311, 1.4462, 1.4539
dern wie z.B. Deutschland [10], Frank-
Großbritanien 1.4301, 1.4436, 1.4429, 1.4162, 1.4362, 1.4462, 1.4501,
reich [22], Großbritannien [8] und den
1.4529
USA [23] besonders geregelt. In China,
Italien 1.4301, 1.4401, 1.4571, 1.4436, 1.4462
Indien und Japan orientiert man sich
an den amerikanischen Regelungen, Schweiz 1.4003, 1.4301,1.4401,1.4362, 1.4462
im mittleren Osten eher an den briti-
schen. Die in Deutschland verwende- Skandinavien 1.4301, 1.4401, 1.4436 (Norwegen, Finnland)
ten nichtrostenden Betonstähle besit-
zen im Regelfall eine Bauaufsichtliche USA breite Palette von Stählen, am meisten verwendet werden
Zulassung des Deutschen Instituts für 1.4404,1.4429, 1.4462

16
Bild 10: Landebrücken aus Stahlbeton in Progreso (Mexiko, Yucatan Halbinsel) [25]; rechte Landungsbrücke nach 60 Jahren mit nicht-
rostendem Betonstahl bewehrt; linke Landungsbrücke nach ca. 35 Jahren mit unlegiertem Betonstahl bewehrt

5.2 Baupraktische Unterhaltsarbeiten benötigt. Eine de- Sandwich-Elemente


Erfahrungen taillierte Untersuchung 1999 ergab, Sandwich-Elemente sind zweischali-
dass sich die Brücke in einem ein- ge Dach-, Wand-, oder Deckenbautei-
Ältere und neuere Ausführungen von wandfreien Zustand befindet. In den le aus Beton mit dazwischen liegender
weltweit mit nichtrostendem Beton- 60-er Jahren wurde parallel zur beste- Dämmschicht. Die beiden äußeren
stahl bewehrten Betonbauten sind in henden Konstruktion eine Landungs- Schalen werden durch einen Gitterträ-
[4, 8, 24] beschrieben. Die geschilder- brücke aus Stahlbeton unter Verwen- ger (Bewehrungselement) fest mitei-
ten Erfahrungen sind ausschließlich dung von herkömmlichem Betonstahl nander verbunden. Die Außenschale
positiv. gebaut, die infolge von Korrosion ein- dient dem Witterungsschutz, während
gestürzt und nahezu verschwunden die Innenschale wirkende Kräfte wei-
Das bekannteste Beispiel einer lang- ist (Bild 10). terleitet. Die Dämmschicht kann aus
zeitigen Anwendung nichtrostender einer Wärmedämmung (PU-Hart-
Betonstähle ist die mehr als 2 km lan- 5.3 Anwendungsbeispiele schaum, Mineralfaserplatten) an der
ge Landebrücke aus Stahlbeton in Innenseite einer äußeren Fertigplatte
Progreso (Mexiko, Yucatan Halbinsel) Nichtrostende Betonstähle empfeh- und einem Luftraum bestehen oder
[25]. Die Brücke wurde um 1940 ge- len sich in erster Linie überall dort, die Wärmedämmung füllt den gesam-
baut. Wegen des heißen und feuchten wo mit einer häufigen Feuchtigkeits- ten Raum zwischen den Fertigplatten
Meeresklimas, der Verwendung von beaufschlagung und mit der Anwe- aus. Alternativ kann der Luftraum auf
relativ porösem Beton mit Kalkstein- senheit von Chloriden an der Beton- der Baustelle nach dem Einbau auch
zuschlag aus der Umgebung und ent- oberfläche zu rechnen ist. Dieses mit Ortbeton verfüllt werden.
sprechend erhöhter Korrosionsgefahr sind in erster Linie Meeresbauwerke
für die Bewehrung wurde an kriti- und Verkehrsbauwerke (z.B. Park- Der Gitterträger besteht aus dem je-
schen Stellen eine Bewehrung aus häuser, Straßenbrücken, Stützwän- weils einbetonierten Obergurt und Un-
nichtrostendem Stahl verwendet, wo- de und Tunnelauskleidungen) (Bilder tergurt und den dazwischen liegenden
bei die verwendete Legierung der heu- 11 und 12). In den folgenden Ab- Diagonalen. Abschnitte der Diagona-
tigen Legierung 1.4301 entspricht. schnitten soll auf einige bereits zur len liegen in einem abgeschlossenen
Insgesamt wurden 220 Tonnen nicht- Anwendung kommende Sonderan- Luftraum zwischen Dämmung und Fer-
rostender Stahl mit 28 bis 30 mm wendungen von nichtrostendem tigplatte und ein Teil der Diagonalen
Durchmesser eingesetzt. Bis heute Stahl im Betonbau besonders hinge- wird stets von der Dämmung umgeben
wurden an der Brücke keine größeren wiesen werden. sein. Die Zulassungen für wärmege-

17
Bild 11: Nichtrostende Betonstahlmatten in einer Lawinenschutz-Konstruktion in Frankreich

Bild 12: Nichtrostende Bewehrung einer Stützwand zur Uferbefestigung eines Flusses in Tschechien

18
dämmte Plattenwände mit Gitterträger starken abtragenden Korrosion. Die Nichtgefügedichter Leichtbeton
verlangen für eine derartige Anwen- nichtrostenden Stähle 1.4571 mit Die physikalische Schutzwirkung ei-
dung einen nichtrostenden Betonstahl austenitischem Gefüge und 1.4462 nes Betons ist der Diffusionswider-
BSt 500 NR/NG. mit ferritisch-austenitischem Gefüge stand gegen Zutritt von Korrosionssti-
wurden im Betonriss in einem Ver- mulatoren (Wasser, Chloride, CO2).
Rissbehaftete Bauteile, suchszeitraum von 2,5 Jahren nicht Dieser Schutz ist bei den höherwerti-
Anschlussbewehrung angegriffen. geren Normalbetonen und den gefü-
Betonbauwerke unterliegen einer gedichten Leichtbetonen i.a. gegeben.
zeitlich veränderlichen Verformung, Balkonanschlüsse Die nichtgefügedichten Leichtbetone
die im Wesentlichen durch lastunab- Bei konventionellen Konstruktionen (z.B. Porenbeton), welche zum Zwecke
hängige Kräfte (z.B. Temperaturände- für frei auskragende bzw. frei gelager- der Gewichtseinsparung und des Wär-
rungen) hervorgerufen wird. Bei Be- te Stahlbetonplatten (z.B. außen lie- meschutzes eingesetzt werden, wei-
hinderung der Verformungen kann gende Balkone, Podeste) können sen im Vergleich aufgrund ihres pori-
dieses Risse zur Folge haben, wo- Probleme hinsichtlich der Wärmedäm- gen Gefüges eine viel geringere dies-
durch korrosionsfördernde Stoffe mung, Trittschalldämmung und Be- bezügliche Schutzwirkung auf. Die in
(z.B. Chloride) rasch ins Betoninnere wehrungsstahlkorrosion am Übergang hohem Umfang vorhandenen Makro-
zum Bewehrungsstahl gelangen. Hin- außen liegende Betonbauteile/Decke poren sind durchlässig für Gase und
zu kommt, dass Betonrisse in verhält- bzw. Wand entstehen. In diesen Berei- Wasser sowie dessen Inhaltsstoffe.
nismäßig kurzer Zeit carbonatisieren. chen kann es zur Ausbildung kritischer Mit ungeschütztem unlegiertem Be-
Folglich können Betonstähle im Riss- Wärmebrücken kommen, bedingt tonstahl bewehrte nichtgefügedichte
bereich des Betons bevorzugt korro- durch spezielle geometrische Verhält- Leichtbetone sind daher nicht einsetz-
dieren. Diese Problematik bezieht nisse oder durch die Aneinanderrei- bar, falls die Bauteiloberflächen bewit-
sich z.B. auf „lange“ Konstruktionen hung von Baustoffen unterschiedli- tert werden. Selbst bei einer Außenbe-
wie Parkdecks oder Stützwände, bei cher Wärmeleitfähigkeit. Es findet ein schichtung von Porenbeton kann eine
denen trotz Dehnfugen Trennrisse starker Wärmeabfluss nach außen zeitweise Durchfeuchtung des Betons
aus behinderter Verformung auftre- statt, welcher zur Erniedrigung der in- nicht in jedem Anwendungsfall ausge-
ten können. Auch die Fugen an der neren Oberflächentemperatur im Bau- schlossen werden.
Anschlussbewehrung zwischen Be- werk führt. Die Folge einer Unterschrei-
tonfertigteilen und Ortbeton sind im tung der Taupunkttemperatur der Da bei nichtgefügedichten Betonen
Hinblick auf Dichtigkeit Schwachstel- Raumluft ist die Bildung von Tauwas- ein vollständiger Korrosionsschutz der
len der Konstruktion und müssen kor- ser auf der Bauteiloberfläche mit ent- Stahleinlage nicht gegeben ist, müs-
rosionstechnisch sicher mit geeigne- sprechenden Folgeerscheinungen sen diese zusätzlich geschützt wer-
ten Dichtstoffen abgedichtet werden. (z.B. Schimmelpilz und feuchte inne- den. Bisherige Schutzsysteme (Ze-
Sie können aber auch mit nichtros- re Ecken). mentleimumhüllung, bituminöse Über-
tendem Betonstahl bewehrt werden, züge) können bautechnische Mängel
um Korrosion zu vermeiden. Besonders stark wirkende Wärmebrü- aufweisen. Durch den Einsatz nicht-
cken sind freiauskragende Balkone rostender Bewehrungsstähle kann
Was den gerissenen Beton (Trenn- (Bild 1), da die Abkühlung sowohl dieser Korrosionsgefahr wirksam und
risse) anbetrifft, so wird zum Zweck nach der Ober- als auch nach der Un- zuverlässig begegnet werden [1, 17].
des Korrosionsschutzes für befahre- terseite der Balkonfläche gegeben ist.
ne und chloridhaltigem Wasser aus- Durch den Einsatz eines wärmege-
gesetzte Bauteile häufig eine riss- dämmten Kragplattenanschlusses,
überbrückende Beschichtung vorge- der unter Verwendung von nichtros-
sehen. Da diese Maßnahme nicht tendem Stahl erstellt wurde, kann ei- 6 Kosten
dauerhaft ist und einer wiederkehren- ne Verbesserung erzielt werden, da für
den Erneuerung bedarf, wurden kor- den Wärmeabfluss auch die Beweh- 6.1 Allgemeine
rosionsbeständige nichtrostende Be- rungsstähle verantwortlich sind. Aus- Zusammenhänge
tonstähle (1.4571 und 1.4462) in ge- tenitischer nichtrostender Stahl besitzt
rissenem chloridhaltigem Beton (> 5 eine vergleichsweise geringe Wärme- Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit
M.-% Chlorid bezogen auf das Ze- leitfähigkeit (≈ 15 W/m K) und erreicht eines Bauwerks wird der verantwor-
mentgewicht) in baupraktischen Aus- damit gegenüber unlegiertem Beton- tungsbewusste Ingenieur eine Kosten-
lagerungsversuchen unter Einbezie- stahl einen um 50 bis 60 % geringeren Nutzen-Analyse und eine Risikoein-
hen der wesentlichen Einfluss- Wärmeabfluss. Durch die Verwendung schätzung durchführen, welche die
parameter des Stahls (Stahlsorte, eines wärmedämmenden Kragplatten- Materialkosten, die Erstellungskosten
Schweißung), der Konstruktion (Be- anschlusses mit derartigen nichtros- und auch die Unterhaltungs- bzw. In-
tondeckung, Rissbreite), des Betons tenden Betonstählen wird jedoch nicht standsetzungs- oder Erneuerungskos-
(carbonatisierter, nicht carbonatisier- nur eine effizientere thermische Tren- ten beinhalten. Gerade letztere wer-
ter Betonriss) und typische Problem- nung der außen liegenden Balkonplat- den jedoch bei der Bauwerkserstel-
fälle (Parkdecks, Stützwand) unter- te vom warmen Innenbereich erreicht, lung häufig außer Acht gelassen.
sucht und bewertet [16]. Der unlegier- sondern auch die Korrosionsbestän- Bauteile unterliegen immer einer na-
te Stahl unterlag bereits nach digkeit wird im Übergangsbereich türlichen Alterung und dem Ver-
wenigen Wochen in Betonrissen einer sichergestellt. schleiß, auch infolge Korrosion, so

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dass keine unbegrenzte Lebensdauer bensdauerkosten einer Straßenbrücke hauptsächlich durch die künftigen Be-
erwartet werden kann. Eine Verwen- ermittelt, falls diese unter Verwendung triebskosten (Instandsetzung, Nut-
dung von Werkstoffen mit geringer korrosionsgeschützter Bewehrung er- zungsausfall) verursacht, die für den
Dauerhaftigkeit ist jedoch oft mit ho- stellt wird. Es handelt sich um die auf- Erhalt des Bauwerkes während der
hen Gesamtkosten für das Bauwerk wendige Konstruktion zur Überque- Nutzungsdauer nötig sind, falls
behaftet, da neben den reinen Mate- rung des Rheins bei Schaffhausen in unlegierter Betonstahl verwendet wird.
rialkosten auch die Folgekosten in die der Schweiz. Die statischen Betonele-
Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit mente dieser Brücke sind der Kabelpy-
einzubeziehen sind. Diese gesamten lon und die Längsträger der Brücken-
Betriebskosten können dann die ei- platte. Die Stahlbetonbauteile wurden
gentlichen Herstellkosten um ein Viel- wie folgt bewehrt:
faches übersteigen.
• Für die Hautbewehrung unter den
Insbesondere beim Einsatz von nicht- exponierten Flächen (Spritzwasser-
rostendem Betonrippenstahl sind die zone) der Längsträger der Brücken-
anfänglichen Werkstoffkosten um ein platte wurde der nichtrostende Stahl
mehrfaches höher als beim unlegier- 1.4301 verwendet;
ten Betonrippenstahl. Ursache ist der • Für die Hautbewehrung des Pylons
Anteil an teuren Legierungselemen- in der Spritzwasser- und Sprühne-
ten, welche die Kosten für die einzel- belzone wurde der nichtrostende
nen nichtrostenden Stahlsorten we- Stahl 1.4462 eingesetzt;
sentlich beeinflussen. Nichtrostender • Die restliche Bewehrung im Inneren
Betonrippenstahl ist größenordnungs- der Querschnitte ist aus unlegiertem
mäßig um das 4 bis 8fache teurer als Betonstahl S 500.
herkömmlicher Betonrippenstahl. Die
Zusatzkosten für den Ersatz der unle- Diese unter Verwendung von nichtros-
gierten Bewehrung durch nichtrosten- tendem Bewehrungsstahl durchge-
de Bewehrung betragen i.a. zwischen führte Konstruktion hat wegen der hö-
0,5 % und 15 % der gesamten Bau- heren Ausgaben für den nichtrosten-
kosten [3]. den Stahl höhere Herstellungskosten,
jedoch auch eine höhere Beständig-
Bei ansonsten aufwendigen Konstruk- keit während der Nutzungsdauer des
tionen geht der Preis für die nichtros- Bauwerkes von 80 Jahren. Zusätzliche
tende Bewehrung von Betonbauteilen Unterhaltsmaßnahmen und Betriebs-
nicht wesentlich in die Gesamtkosten kosten wurden als nicht erforderlich
ein. Auch die Verwendung einer Misch- erachtet.
bewehrung (nichtrostende Betonstäh-
le nur in stark korrosionsgefährdeten Die Lebensdauer-Kosten-Ermittlung
Bereichen) senkt die Zusatzkosten für berechnet die gesamten Kosten unter
den Korrosionsschutz. Zu einem höhe- der Annahme, dass die Hautbeweh-
ren Anteil von Mehrkosten kommt es rung aus unlegiertem Betonstahl oder
eher bei stärker bewehrten einfache- aus nichtrostendem Stahl hergestellt
ren Konstruktionen und wenn die ge- wurde. Die Verwendung von nichtros-
samte Bewehrung aus nichtrostendem tendem Stahl in den korrosionsgefähr-
Stahl besteht. deten Bereichen der Konstruktion er-
höhte die gesamten Baukosten (Her-
Bei Verwendung geeigneter nichtros- stellungskosten) dieser aufwendigen
tender Stähle fallen keine zusätzlichen Konstruktion von 9,76 Millionen Euro
Betriebskosten für Instandsetzung auf 9,81 Millionen Euro, also nur um
und Erneuerungsmaßnahmen wäh- 0,5%. Dieses ergibt sich aufgrund des
rend der gesamten Lebensdauer des geringen Anteils der Bewehrungsstahl-
Bauwerkes an. Letztendlich sind Kon- kosten an den gesamten Herstellungs-
struktionen, die unter Verwendung kosten. Zusätzlich zu beachten ist,
nichtrostender Betonstähle erstellt dass es sich um eine Mischbewehrung
werden, kostengünstiger und zuver- handelt, welche die Bewehrungsstahl-
lässiger über lange Zeiträume. kosten niedrig hält. Die gesamten Le-
bensdauer-Kosten sind bei Verwen-
6.2 Kosten-Nutzen-Analyse dung von nichtrostendem Stahl mit
9,81 Millionen Euro um etwa 18 %
Im Rahmen einer Kosten-Nutzen-Ana- günstiger als bei Verwendung von un-
lyse, basierend auf betrieblicher Kos- legiertem Betonstahl (12 Millionen
tenrechnung, wurden in [26] die Le- Euro). Diese Kostendifferenz wird

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Informationsstelle Edelstahl Rostfrei
Postfach 10 22 05
40013 Düsseldorf
www.edelstahl - rostfrei.de