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Deutsche Fußballnationalmannschaft

Die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer ist die Auswahlmannschaft des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die Deutschland
den Fußballsport in Deutschland auf internationaler Ebene bei Länderspielen gegen Mannschaften anderer nationaler Verbände
präsentiert. Den Kader nominiert der Bundestrainer des DFB. Bei seiner Auswahl stehen ihm alle Fußballspieler mit der
Staatsangehörigkeit der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung, die (im Falle einer doppelten Staatsangehörigkeit oder vor
der Einbürgerung) noch kein Pflichtspiel für die A-Nationalmannschaft eines anderen Fußballverbandes bestritten haben.

Die DFB-Auswahlmannschaft zählt weltweit zu den erfolgreichsten Nationalmannschaften. Sie wurde viermal Weltmeister
(1954, 1974, 1990 und 2014), dreimal Europameister (1972, 1980 und 1996) sowie einmal Konföderationen-Pokalsieger
(2017). Hinzu kommen zahlreiche Halbfinal- und Finalteilnahmen bei Welt- und Europameisterschaften. Die
Fußballnationalmannschaft wurde zehnmal zu Deutschlands Mannschaft des Jahres gewählt und ist in dieser Statistik führend.
Spitzname(n) Die Mannschaft
Im Juni 2015 wurde ein neues Logo vorgestellt, mit dem sich die Nationalmannschaft den Namen Die Mannschaft gegeben
(offiziell)
hat.[4] Dieses Logo ist seit 2017 in unterschiedlichen Ausführungen beim Deutschen Patent- und Markenamt als Wort-Bild-
Verband Deutscher
Marke erfolgreich eingetragen worden.[5][6] Zuvor war die Eintragung mehrere Jahre lang auf Grund fehlender Fußball-Bund
Unterscheidungskraft gescheitert.[7] Im Ausland ist die Bezeichnung als Mannschaft bereits seit Längerem gebräuchlich, etwa Konföderation UEFA
La Mannschaft in Frankreich oder El Mannschaft im arabischen Raum. In bundesdeutschen Medien wird die deutsche
Technischer Sponsor Adidas
Fußballnationalmannschaft hingegen häufig als Nationalelf, DFB-Elf, DFB-Auswahl oder DFB-Team betitelt.
Cheftrainer Joachim Löw (seit
2006)
Co-Trainer Marcus Sorg (seit
Inhaltsverzeichnis 2016)
Kapitän Manuel Neuer
Geschichte (seit 2016)
Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg (1898–1914)
Rekordtorschütze Miroslav Klose
Weimarer Republik (1918–1933)
(71)
Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)
Rekordspieler Lothar Matthäus
Neubeginn nach dem Krieg und das „Wunder von Bern“ (1945–1964)
(150)
Wembley-Tor und „Jahrhundertspiel“ (1964–1970)
Zwei große Titel und die „Schmach von Córdoba“ (1970–1978)
Heimstadion wechselnde
Zweiter EM-Titel und erstmaliges Ausscheiden in einer Gruppenphase (1978–1984)
Stadien
Der „Kaiser“ holt den dritten WM-Titel (1984–1990) FIFA-Code GER
Europameister in England (1990–1996) FIFA-Rang 16. (1586 Punkte)
Schleichender Niedergang (1996–2004) (Stand: 24. Oktober
Neue Ausrichtung und vierter Gewinn des WM-Titels (2004–2014) 2019)[1]
Seit 2014: Gegenwart
Europameisterschaft 2016
Konföderationen-Pokal 2017 und WM-Qualifikation
Gruppen-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 und sportlicher Abstieg in der UEFA Nations League
EM-Qualifikation

Reichstrainer, Bundestrainer und Teamchefs


Anfänge ohne Trainer (1900–1926)
Otto Nerz (1926–1936)
Zweites
Sepp Herberger (1936–1942 und 1950–1964) Erstes Trikot
Trikot
Helmut Schön (1964–1978)
Jupp Derwall (1978–1984) Bilanz
Franz Beckenbauer (1984–1990) 961 Spiele
Berti Vogts (1990–1998) 559 Siege
Erich Ribbeck (1998–2000) 195 Unentschieden
Rudi Völler (2000–2004) 207 Niederlagen
Jürgen Klinsmann (2004–2006) Statistik
Joachim Löw (seit 2006) Erstes Länderspiel
Spielführer Schweiz 5:3 Deutsches Reich
(Basel, Schweiz; 5. April 1908)
Ehrenspielführer
Höchster Sieg
Hall of Fame
Deutsches Reich 16:0 Russisches
Die Erste Elf
Reich
Rekordhalter und Ranglisten (Solna[2]/Stockholm,[3] Schweden; 1. Juli
Rekordnationalspieler nach Zeit 1912)
Rekordnationalspieler nach Anzahl der Einsätze
Höchste Niederlage
Spieler mit mindestens 100 Länderspielen
England (Am.) 9:0 Deutsches Reich
Chronik der Rekordnationalspieler
Die meisten Spiele in Folge
(Oxford, Großbritannien; 13. März 1909)
Rekordtorschützen
Erfolge bei Turnieren
Die besten Torquoten
Rangliste der Spielführer (Kapitäne)
Weltmeisterschaft
Rekordtorhüter Endrundenteilnahmen 19 (Erste: 1934)
Weitere Rekorde Beste Ergebnisse Weltmeister:
1954, 1974,
Organisatorisches
1990, 2014
Personen im Umfeld Europameisterschaft
Torwart-Trainer
Endrundenteilnahmen 12 (Erste: 1972)
Scouting
Beste Ergebnisse Europameister:
Medizinisches Personal
Teammanagement
1972, 1980, 1996
Zeugwart Konföderationen-Pokal
Ausrüster Endrundenteilnahmen 3 (Erste: 1999)
Sponsoren Beste Ergebnisse Konföderationen-
Fernsehen Pokalsieger:
Spielkleidung und Trikotfarben 2017
Historisches (Stand: 19. November 2019)
Heimtrikots
Auswärtstrikots
Spielorte
Prämien
Nachwuchsarbeit
Fanclub
Maskottchen
Fußballmuseum
Auszeichnungen
Bilanzen
FIFA-Weltrangliste
Länderspielbilanzen
Olympische Spiele
Weltmeisterschaften
Europameisterschaften
Konföderationen-Pokal
UEFA Nations League
Medaillenspiegel
Diskografie
Aktuelles
Länderspiele
Kader
Siehe auch
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise

Geschichte

Von den Anfängen bis zum Ersten Weltkrieg (1898–1914)


Bereits zwischen 1898 und 1901 wurden mehrere inoffizielle Länderspiele gegen französische und englische Auswahlmannschaften ausgetragen. Sie werden vom DFB nicht als
Länderspiele anerkannt und werden heute als Ur-Länderspiele bezeichnet. Diese Spiele waren alle von Walther Bensemann organisiert worden, der als einer der wichtigsten Pioniere des
Fußballs in Deutschland gilt.

Schon 1900 bei der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde die Bildung einer „ständigen Bundesmannschaft“ zum Ziel erklärt.[8] Vor allem aufgrund der Probleme bei der
Finanzierung einer Nationalmannschaft scheiterte immer wieder der Versuch, ein Länderspiel zu organisieren. Doch mit der Zeit wurde der Fußball immer populärer und so setzte man sich,
nachdem man 1908 keine Mannschaft zu den Olympischen Spielen in London schicken konnte, das Ziel, eine Mannschaft für das Olympische Fußballturnier 1912 aufzubauen.

Acht Jahre nach der Gründung des Deutschen Fußball-Bundes wurde am 5. April 1908 das erste offizielle Fußballländerspiel in der Geschichte
des deutschen Fußballs ausgetragen. Die Bezeichnung für das Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz war „freundschaftlicher
Länderkampf“. Damals gewannen im Landhof-Stadion zu Basel die Schweizer mit 5:3 gegen die Nationalauswahl des Deutschen Reiches. Für
die Schweiz war es das dritte Länderspiel, die ersten beiden hatten sie gegen Frankreich verloren.

Die Schweiz wurde im Lauf der Geschichte traditionell der „erste Gegner“ der deutschen Nationalmannschaft, der nach beiden Weltkriegen und
nach der Auflösung des DFV der DDR infolge der deutschen Wiedervereinigung als erster gegen Deutschland spielte. Gegen die Schweiz
gelang auch der erste Sieg der deutschen Mannschaft: Am 4. April 1909 besiegte man die Eidgenossen in Karlsruhe vor 7.000 Zuschauern mit
1:0. Auch das Jubiläumsspiel zum 100. Jahrestag des ersten Länderspiels des DFB am 26. März 2008, das zugleich das 800. Länderspiel einer
deutschen Mannschaft war, wurde gegen die Schweiz bestritten und von Deutschland mit 4:0 gewonnen.

Bereits vor dem ersten Länderspiel gab es Streit zwischen dem DFB-Spielausschuss und dem DFB-Bundesvorstand um das Deutsche Jubiläumsbriefmarke
Spielerauswahlverfahren. Auf einem außerordentlichen DFB-Bundestag entschloss man sich schließlich, nur Spieler aus „jenen Teilen aus dem Jahr 2008: 100 Jahre
deutsche Fußball-Länderspiele
Deutschlands einzuladen, in denen bereits geordnet Fußball gespielt wird“. Dabei durften die Landesverbände eine ihnen zugeschriebene
Anzahl von Spielern nominieren, weshalb die Auswahl nicht zentral vorgenommen wurde. So wurde den Landesverbänden sogar mitgeteilt, auf
welchen Positionen sie Spieler nominieren sollten, wodurch ein guter Torhüter zum Beispiel keine Chance hatte, für die Nationalelf aufzulaufen, wenn sein Landesverband keinen Torhüter
nominieren durfte.[9] Zu diesem Auswahlverfahren kamen auch noch von vielen Spielern als „chaotisch“ empfundene Umstände hinzu. So berichteten Spieler, dass sie von ihrer
Nominierung aus der Zeitung erfuhren, bevor sie die offizielle Einladung des DFB als Brief erhielten,[10] und dass sich die Anreise zu den Länderspielen oft als sehr schwierig erwies. Da
viele Spieler unter diesen Umständen lieber für ihre Vereine aufliefen, sagten immer mehr ihre Teilnahme an Länderspielen ab. So wurde den Spielern zuerst mit Strafen für Absagen
gedroht, bis man sogar die Regelung einführte, dass Vereine, die ein Spiel verloren hatten, während ein Spieler abgestellt war, das Spiel wiederholen durften. Da man mit dem festgelegten
Auswahlverfahren wenig erfolgreich war, kam man auf die Idee, an einem Tag zwei Spiele durchzuführen, um 22 Spieler nominieren zu können und so den heftigen Diskussionen um die
Nominierung aus dem Weg zu gehen. Zum ersten Mal wurden auf den 4. April 1909 zwei Länderspiele angesetzt. An diesem Tag kam man mit
dem 1:0 gegen die Schweizer Fussballnationalmannschaft in Karlsruhe zum ersten Länderspielsieg. Dieser Sieg ist unter anderem darauf
zurückzuführen, dass man eine Mannschaft mit ausschließlich süddeutschen Spielern aufstellte, während in Budapest Spieler aus Nord- und
Mitteldeutschland spielten, die gegen Ungarn immerhin ein 3:3-Unentschieden erreichten. Da sich die Spieler aus den jeweiligen Gebieten
kannten, waren diese Nationalmannschaften deutlich besser eingespielt.
Spieler und Funktionäre des DFB
Die Organisation der Länderspiele wurde trotz des ersten Sieges weiter infrage gestellt. So achtete der DFB bei der Ansetzung der Spiele nicht unmittelbar vor der
auf wichtige Ereignisse im Vereinsfußball. 1910 fand sogar nur einen Tag nach dem Finale um die deutsche Meisterschaft in Köln ein Länderspielpremiere am 5. April
1908 in Basel
Länderspiel gegen Belgien in Duisburg statt. Da die Spieler aus dem Meisterschaftsendspiel abgesagt hatten, waren eine Stunde vor Anpfiff nur
sieben Spieler zusammengekommen, weshalb man sogar Fußballer aus dem Duisburger Publikum als Nationalspieler aufstellte.[11] Zudem war
der Leipziger Schiedsrichter Max Grafe derselbe, der bereits tags zuvor das Endspiel um die Meisterschaft geleitet hatte.

Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart, 1908 als
offizielle olympische Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen an diesen Turnieren noch nicht teil. Bei den Olympischen Spielen 1912 in
Stockholm trat Deutschland gegen Österreich, Russland und Ungarn an. Während gegen die russische Fußballnationalmannschaft mit 16:0
der höchste Sieg der deutschen Länderspielgeschichte gelang, bei dem Gottfried Fuchs allein zehn Tore schoss, gab es gegen die beiden K.-
u.-k.-Länder Niederlagen mit 1:5 gegen den Nachbarn Österreich und mit 1:3 gegen Ungarn.

Für 1914 waren zahlreiche Länderspiele angesetzt, die jedoch durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs hinfällig waren. Man hatte sich
zudem große Ziele für die Olympischen Spiele in Berlin gesetzt, die für 1916 geplant waren. Während des Krieges wurden keine
Länderspiele ausgetragen. 12 Nationalspieler starben während des Ersten Weltkriegs, davon 11 als Soldaten an der Front. (siehe auch: Die deutsche Nationalmannschaft
Während des Ersten und Zweiten Weltkriegs bzw. als Folge dieser und als Opfer nationalsozialistischer Verbrechen gestorbene am 1. Juli 1912 vor dem Rekordsieg
gegen Russland
Nationalspieler)

Weimarer Republik (1918–1933)


Durch die erheblichen Umwälzungen der politischen Beziehungen in Europa, die der Erste Weltkrieg verursacht hatte, und die politische Isolierung Deutschlands nach Kriegsende drückte
auch der Fußball die Konflikte zwischen den Nationen Europas aus. Als die Schweizer Fussballnationalmannschaft, die schon während des Krieges 1917 Deutschland vergeblich zu einem
Freundschaftsspiel eingeladen hatte, sich 1920 als erste Nationalmannschaft nach dem Krieg zu einem Länderspiel gegen Deutschland bereit erklärte, drohten Großbritannien, Frankreich
und Belgien den Schweizern mit einem Fußballboykott.[12] Als die Schweiz sich dadurch nicht einschüchtern ließ, beantragte England bei der FIFA den Ausschluss Deutschlands. Nachdem
der Antrag abgelehnt worden war, trat England aus der FIFA aus. Da die Schweiz versuchte, Politik und Fußball zu trennen, trat sie 1922 erneut gegen Deutschland an, worauf Belgien ein
Spiel gegen die Schweiz absagte. Politik und Ideologie wurden immer mehr Teil des europäischen Fußballs. So schrieb die österreichische Zeitschrift Das illustrierte Sportblatt 1922, dass
man in den deutschen Spielern die Vertreter des mit Österreich stammesgleichen deutschen Volkes sehe.[13] 1923 trat Italien als erster der vorherigen Kriegsgegner gegen die Deutschen an,
deren Beispiel erst 1929 mit Schottland die zweite Mannschaft folgte. Bis dahin spielte man nur gegen neutrale Staaten wie die Niederlande, Schweden und Norwegen. 1924 erklärte man,
dass die österreichische Nationalmannschaft aus „ethischen Gründen“[14] mit einem Länderspielboykott belegt würde, weil die Österreicher den Profifußball eingeführt hatten. Dieser
Boykott wurde erst im Februar 1930 aufgehoben, nachdem es bereits 1928 durch FIFA-Präsident Jules Rimet zu einer Lockerung des Boykotts gekommen war.[15] Erster Reichstrainer der
Nationalmannschaft wurde 1926 Otto Nerz, der schon bald darauf das englische WM-System einführte.

Nach dem Ersten Weltkrieg war Deutschland erst 1928 wieder bei Olympischen Spielen zugelassen. Bei den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam konnte zunächst die Mannschaft aus
der Schweiz mit 4:0 besiegt werden, ehe gegen den späteren Olympiasieger Uruguay nach einem 1:4 für die deutsche Mannschaft das Turnier beendet war. Nachdem zwei deutsche Spieler
und ein Spieler aus Uruguay vom Platz gestellt worden waren, verbreitete die deutsche Presse eine negative Stimmung gegen die Mannschaft aus Uruguay.

1931 trug man das erste Länderspiel gegen die französische Fußballnationalmannschaft aus, was erst nach dem Ende der französischen Rheinlandbesetzung möglich wurde. Die
Beziehungen zwischen beiden Nationen waren durch den Ersten Weltkrieg und seine Folgen noch immer belastet, so wurden die deutschen Spieler in der französischen Presse mit
Sturmsoldaten verglichen.[16]

Wie einige andere europäische Nationen sagte der DFB die Teilnahme an der ersten Fußball-Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay wegen des hohen Aufwandes – allein die Anreise der vier
teilnehmenden europäischen Mannschaften auf dem Seeweg dauerte über zwei Wochen – und der damit verbundenen Kosten ab. Allerdings gab der DFB keine offizielle Begründung für die
Absage bekannt.

In der Zeit von 1920 bis 1933 kam die Mannschaft zu 23 Siegen, 13 Unentschieden und 19 Niederlagen. Die eher mäßigen Leistungen lassen sich durch die Zersplitterung im deutschen
Fußball begründen. Man nominierte Nationalspieler auch in dieser Zeit nicht nur nach Spielstärke. Die einflussreichen Vertreter der verschiedenen Landesverbände im Spielausschuss
wollten immer noch Spieler aus den eigenen Reihen in der Nationalmannschaft sehen.[14]

Zweimal, 1923 und 1933, fanden Spiele am Neujahrstag statt, in beiden Fällen war Italien in Mailand beziehungsweise Bologna der Gegner.

Zeit des Nationalsozialismus (1933–1945)


Am 5. März 1933, dem Tag der letzten Reichstagswahlen, zu denen noch andere Parteien als die NSDAP zugelassen waren, sollte das erste Heimspiel der Nationalmannschaft gegen
Frankreich stattfinden. Die Franzosen fürchteten um die Sicherheit der eigenen Spieler und der mitgereisten Fans in einem von den Nationalsozialisten beherrschten Land. Dank der
Fürsprache von Jules Rimet, des damaligen Vorsitzenden der FIFA und des französischen Fußballverbandes, fand das Spiel schließlich am 19. März 1933 statt. Durch einen feierlichen
Empfang gelang es den Nationalsozialisten, von den wahren Vorgängen im Land abzulenken. So lobte Jules Rimet laut einem Zitat aus dem Völkischen Beobachter nach dem Spiel
(Endstand 3:3) die „vorbildliche Ruhe und Ordnung“, die seiner Meinung nach „für den hohen Kulturstand des deutschen Volkes den allerbesten Beweis“ liefere.[17] Auch im Inland wurde
das Spiel für Propagandazwecke genutzt. So wurde im Völkischen Beobachter die Preissenkung der Stehplatzkarten und die Ausgabe von Erwerbslosenkarten hervorgehoben.

Eine Besonderheit der Zeit vor und während des Zweiten Weltkriegs war, dass es, wie bereits am 4. April 1909, an manchen Tagen zwei Länderspiele gab. So traten deutsche
Nationalmannschaften am 15. September 1935 in Breslau und in Stettin an, am 27. September 1936 spielten Mannschaften in Prag und in Krefeld, am 21. März 1937 in Stuttgart und in
Luxemburg, am 20. März 1938 in Nürnberg und in Wuppertal, am 26. März 1939 in Florenz und in Luxemburg und am 5. Oktober 1941 in Stockholm und Helsinki. Die Aufstellungen und
die Gegner lassen aber die Vermutung zu, dass am zweiten Ort – mit Ausnahme des Spiels am 4. April 1909 – jeweils eine B-Mannschaft angetreten war.
1934 qualifizierte sich die deutsche Nationalmannschaft erstmals für eine Fußball-Weltmeisterschaft. Bei der in Italien ausgetragenen
Endrunde, die komplett im K.-o.-System durchgeführt wurde, erreichte die deutsche Mannschaft das Halbfinale. Beim 5:2 gegen Belgien
gelang Edmund Conen der erste „lupenreine“ Hattrick der WM-Geschichte.[18] Im Viertelfinale gewannen die Deutschen mit 2:1 gegen
Schweden. Begünstigt durch mehrere Fehler des deutschen Torwarts Willibald Kreß setzte sich die Tschechoslowakei im Halbfinale mit 3:1
gegen die deutsche Mannschaft durch, die mit einem 3:2 gegen Österreich WM-Dritter wurde.

1935 trug die Nationalmannschaft 17 Freundschaftsspiele aus, darunter auch das Fußballländerspiel England – Deutschland 1935 (3:0), das
erste offizielle Länderspiel gegen die englische A-Nationalmannschaft. Das Deutsche Reich wollte gute internationale Beziehungen
vortäuschen, wobei man versuchte, möglichst gegen schwächere Gegner anzutreten, um mit einer guten Bilanz für „kollektive
Erfolgserlebnisse“ zu sorgen und das „nationale Selbstbewusstsein“ zu stärken.[19]

Nachdem Fußball 1932 nicht zum Programm der Olympischen Sommerspiele gehört hatte, startete der WM-Dritte bei den Olympischen
Bronzemedaille der WM 1934
Sommerspielen 1936 in Berlin mit einem 9:0 gegen Luxemburg in das Turnier, musste dann aber nach einem 0:2 gegen Norwegen die
Hoffnungen auf den Olympiasieg aufgeben. Für das Ansehen des Fußballs bei den NS-Führern war diese Niederlage katastrophal, da die
durch die Ausrichtung der Spiele erwünschte Propagandawirkung deutlich nachließ. Zudem war es das erste Fußballländerspiel in
Anwesenheit von Adolf Hitler. Es war das letzte Olympiaturnier der deutschen A-Nationalmannschaft.

Nach den Olympischen Spielen suchte man einen Verantwortlichen für die Enttäuschung und machte den Reichstrainer Otto Nerz für die Niederlage gegen Norwegen verantwortlich,
obwohl es DFB-Präsident Felix Linnemann war, der gefordert hatte, die Stammspieler in diesem Spiel zu schonen. Sepp Herberger löste Nerz als Reichstrainer ab. Die Oberaufsicht wollte
Nerz jedoch beibehalten. In diese Zeit fiel der 8:0-Sieg der sog. Breslau-Elf am 16. Mai 1937 gegen Dänemark. Der entstandene Machtkampf zwischen Herberger und Nerz wurde 1938
entschieden, als Nerz zurücktrat; zuletzt hatte er die Funktion des Referenten für die Nationalmannschaft inne.[20] Herberger gelang mit drei Siegen gegen Estland, Finnland und Schweden
die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich.

Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 wurde ein sog. „Anschlussspiel“ zwischen den beiden Nationalmannschaften ausgetragen. Österreich gewann das
Spiel mit 2:0, und es wurde beschlossen, dass in der neuen „großdeutschen“ Nationalmannschaft je zur Hälfte Deutsche und Österreicher spielen sollten.[21] Das Verhältnis zwischen den
österreichischen Profispielern und den deutschen Amateurspielern war jedoch von Abneigung und Misstrauen geprägt.

Kurze Zeit nach der Vereinigung zur „großdeutschen“ Nationalelf schied die Mannschaft bei der Weltmeisterschaft 1938 bereits in der ersten Runde, d. h. im Achtelfinale, gegen die Schweiz
aus. Reichte es im ersten Spiel noch zu einem 1:1 nach Verlängerung, musste sich die deutsche Mannschaft fünf Tage später im Wiederholungsspiel – Elfmeterschießen waren damals noch
nicht in das Reglement eingeführt – mit 2:4 geschlagen geben, was bis zum WM-Turnier 2018 (Aus in der Vorrunde) das schlechteste Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft bedeutete.

Die nationalsozialistische Rassenpolitik machte auch vor aktiven und früheren Fußball-Nationalspielern nicht Halt. Jüdische Spieler wurden vom Spielbetrieb ausgeschlossen und aus vielen
deutschen Fußballstatistiken gelöscht, ehemalige Nationalspieler wie Gottfried Fuchs mussten das Land verlassen oder wurden, wie beispielsweise Julius Hirsch,[22] Opfer des Holocaust.
Der DFB zögerte bis in die 1970er Jahre, diesen Aspekt seiner Geschichte aufzuarbeiten. So wurde Sepp Herbergers Vorschlag, den in Kanada lebenden Rekordtorschützen Fuchs, den
Herberger als „sein Fußballidol“ bezeichnete, 1972 zur Einweihung des Münchner Olympiastadions einzuladen, mit fragwürdiger Begründung abgelehnt.[23]

Obwohl die politische Lage sich immer mehr zuspitzte, trat die Mannschaft 1939 bei 15 Länderspielen an. Noch in der Vorbereitungsphase für die Olympischen Spiele 1940 in Helsinki
brach der Zweite Weltkrieg aus, der Großteil der Spieler musste in die Wehrmacht einrücken. Das NS-Regime wollte mit der Einberufung von Nationalspielern auch dem Volk verdeutlichen,
dass sich unabhängig von der gesellschaftlichen Position jeder in den Dienst der Nation stellen muss.[24] Die Bildung einer starken Nationalmannschaft erschien somit vorerst
unwahrscheinlich.

Allerdings wollte man die Nationalelf weiterhin zur Propaganda in neutralen Staaten nutzen; darum fanden dennoch zahlreiche Länderspiele statt. So sollte die Mannschaft des besetzten
Dänemarks nicht gegen Deutschland antreten, weil der dänische König ein Sportverbot verhängt hatte, da man ein Spiel der dänischen Nationalmannschaft gegen Deutschland als eine Geste
der Unterwerfung betrachtete. Doch im November 1940 fand trotzdem ein solches Länderspiel statt. Durch eine Nominierung für die Nationalmannschaft konnte man nun dem Kriegseinsatz
entrinnen. Auch im Fußballsport sollte die in der nationalsozialistischen Ideologie verankerte Überlegenheit der „arischen Rasse“ demonstriert werden.[25] Doch nachdem man am
Geburtstag von Adolf Hitler 1941 in Bern gegen die Schweiz verloren hatte, schrieb Propagandaminister Joseph Goebbels in einem Brief an den Reichssportführer, es dürfe „vor allem kein
Sportaustausch gemacht werden, wenn das Ergebnis im geringsten zweifelhaft“ sei.[26]

Im Juni 1941 wurde vom Reichssportführer verfügt, alle Spiele abzusagen, weil man für den Überfall auf die Sowjetunion die Kräfte bündeln wollte. Beendet wurde die Sportsperre bereits
im Oktober 1941 durch einen direkten Befehl Hitlers, da er von einem schnellen Sieg der Wehrmacht im Osten ausging. 1942 legte Sepp Herberger dem NS-Regime eine Liste mit 20
Spielern vor, die bereits einberufen waren. Da Herberger angab, die meisten Spieler hätten bereits Orden wie das Eiserne Kreuz oder das Sturmabzeichen erhalten, wurden diese Spieler
schließlich für unabkömmlich erklärt und mussten nicht mehr fürchten, einberufen zu werden.[27] Nach einer Niederlage gegen Schweden in Berlin verbot Goebbels Länderspiele in Berlin.
Goebbels hielt es für unsinnig, Länderspiele auszutragen, die das Volk nur vom Krieg ablenkten. So wollte er 1942 schließlich jeglichen internationalen Sportverkehr beenden und
begründete dies mit dem „totalen Krieg“.[28] Am 22. November 1942 fand das letzte Länderspiel Deutschlands für auf den Tag genau acht Jahre statt. Man gewann gegen die Slowakei mit
5:2.[29] Noch im selben Jahr wurde Deutschland aus der FIFA ausgeschlossen.

Neubeginn nach dem Krieg und das „Wunder von Bern“ (1945–1964)
Auf der ersten Sitzung des Exekutivkomitees nach Ende des Zweiten Weltkrieges vom 10. bis 12. November 1945 in Zürich beschloss die
FIFA, die Sportbeziehungen im Sinne der FIFA-Statuten zu Deutschland (wie auch zu Japan) und damit zur Nationalmannschaft und allen
Verbänden abzubrechen und verfügte gleichzeitig ein Verbot an alle Mitgliedsverbände, Sportbeziehungen zu Deutschland zu unterhalten.
Eine Teilnahme des (ohnehin 1940 aufgelösten) DFB und seiner Verbände an internationalen Wettbewerben war daher in den
Nachkriegsjahren nicht mehr möglich.

Die Schweiz versuchte 1948 den deutschen Antrag auf Wiederaufnahme in die FIFA zu unterstützen. Der Antrag wurde jedoch abgelehnt.
So trug man drei Stadtspiele zwischen deutschen und Schweizer Vereinsmannschaften in Deutschland aus. Diese Spiele provozierten heftige
Reaktionen im Ausland; die FIFA drohte den Schweizern sogar mit Strafe, der die Schweizer nur entgingen, weil der Schweizerische
Horst Eckel, Weltmeister 1954
Fußballverband gegen die Organisatoren dieser Spiele Strafen verhängte.[30] Erst im Mai 1949 wurden internationale Vereinsspiele erlaubt.

1949 beantragte der englische Fußballverband bei der FIFA eine Wiederzulassung Deutschlands zum internationalen Spielverkehr,
woraufhin die FIFA das Spielverbot gegen alle deutschen Mannschaften am 7. Mai 1949 aufhob. Sie verlangte aber, dass vor jedem internationalen Spiel die jeweilige Militärregierung, in
deren Besatzungszone ein internationales Spiel ausgetragen werden sollte, ihre Zustimmung erteilte.
Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland wurde auch der DFB am 21. Januar 1950 wiedergegründet; zur selben Zeit entstand in der
Deutschen Demokratischen Republik der Deutsche Fußball-Verband (DFV). Bereits zwei Jahre zuvor hatte sich der Saarländische
Fußballverband gebildet, der im Frühjahr 1950 in die FIFA aufgenommen wurde. Der DFB folgte nach einer Tagung im September, der
DFV wurde erst 1952 aufgenommen und nahm bis 1990 mit einer eigenen Auswahl an internationalen Wettkämpfen teil. Am 22. November
1950 fand schließlich nach genau acht Jahren gegen die Schweiz in Stuttgart unter Bundestrainer Sepp Herberger das erste Länderspiel statt,
das durch ein Tor von Herbert Burdenski mit 1:0 gewonnen wurde. Für neun Spieler war dies das erste Länderspiel, von denen Torhüter
Toni Turek damit bis zum 19. November 2013 der älteste Torhüter-Debütant blieb. Nur Kapitän Andreas Kupfer (44. Spiel), Jakob Streitle
(9. Spiel) und Torschütze Herbert Burdenski (4. Spiel), waren schon vor und während des Zweiten Weltkriegs zum Einsatz gekommen.[31]
Lediglich für Fritz Balogh, der drei Monate später starb, blieb es das einzige Länderspiel und auch Andreas Kupfer kam zu keinem weiteren
Einsatz. Neben Turek standen mit Max Morlock und Ottmar Walter noch zwei spätere Weltmeister in dieser ersten Nachkriegsmannschaft
und mit Bernhard Klodt und Richard Herrmann zwei weitere Spieler aus dem späteren 54er WM-Kader. Beim Rückspiel am 15. April 1951
kam auch Herbergers Lieblingsschüler Fritz Walter wieder zum Einsatz, seinem bis dahin 25. Länderspiel.[32]

Zunächst trat die Mannschaft nur gegen neutrale Staaten oder ehemalige Verbündete an. Im Oktober 1952 fand zum ersten Mal ein Spiel
gegen eine Nationalmannschaft der Alliierten des Zweiten Weltkriegs statt. Gegen Frankreich verlor die Mannschaft in Paris mit 1:3.
Herberger hielt an seiner Haltung fest, Legionäre nicht zu nominieren. So kam zum Beispiel Torhüter Bert Trautmann zu keinem einzigen
Länderspieleinsatz. Endspielaufstellungen 1954

Für die Weltmeisterschaft 1950 in Brasilien war die Nationalmannschaft der Bundesrepublik Deutschland noch ausgeschlossen. Erstmals
nahm sie an der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1954 teil. Dort konnte sie sich gegen das Saarland und Norwegen durchsetzen. Im Turnier war die Mannschaft in der Gruppe mit den
gesetzten Mannschaften der Türkei, die sich in der Qualifikation nach Losentscheid gegen Spanien durchgesetzt hatte, und Ungarns nicht gesetzt und trat somit nur gegen die beiden
gesetzten Teams und nicht gegen das ebenfalls nicht gesetzte Südkorea an. Nach dem Auftaktsieg gegen die Türkei stellte der Bundestrainer die Mannschaft für das Spiel gegen Ungarn auf
vielen Positionen um und verlor 3:8. Nach der Niederlage – bis heute die höchste Pflichtspielniederlage der Nationalelf – wurde Herberger heftig kritisiert, während später die Schonung
einiger Stammspieler in diesem Spiel ihm als Genialität zugeschrieben werden sollte. Im folgenden Entscheidungsspiel gegen die Türkei, die Südkorea bezwungen hatte, gewann die
Mannschaft mit 7:2 und qualifizierte sich für das Viertelfinale, in dem sie gegen Jugoslawien gewann.

Im Halbfinale konnte auch Österreich bezwungen werden, und dann folgte das sogenannte „Wunder von Bern“, der
„Turek, du bist ein Teufelskerl – Turek, du bist ein
Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 durch einen 3:2-Endspielsieg gegen die favorisierte Ungarische
Fußballgott. […] Sechs Minuten noch im Wankdorf-
Fußballnationalmannschaft. Da die Mannschaft in der Vorrunde gegen Ungarn mit 3:8 verloren hatte, wurde von vielen ein
Stadion in Bern. Keiner wankt. Der Regen prasselt
Sieg für unmöglich gehalten. Nach acht Minuten lag die Mannschaft auch bereits mit 0:2 zurück, doch Deutschland glich
unaufhörlich hernieder. Es ist schwer, aber die
bis zur Pause aus – und in der 84. Minute konnte Helmut Rahn den entscheidenden Treffer erzielen. Ungarns „goldene
Zuschauer, sie harren nicht aus – wie könnten sie auch!
Mannschaft“, die 1952 Olympiasieger geworden war, galt damals als unschlagbar: in 32 Spielen seit Mai 1950 hatte sie bis
Eine Fußballweltmeisterschaft ist alle vier Jahre, und
zum Endspiel in Bern nicht ein einziges Mal verloren und nur viermal nicht gewonnen. In Deutschland wurden die Helden
wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen,
von Bern zu Legenden: Spieler wie Toni Turek (Tor), Fritz Walter oder Helmut Rahn sind heute noch in guter Erinnerung.
so packend, jetzt Deutschland am linken Flügel durch
Bei der WM 1954 in der Schweiz wurde die bundesdeutsche Mannschaft mit den Spielern Toni Turek, Jupp Posipal,
Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den
Werner Kohlmeyer, Horst Eckel, Werner Liebrich, Karl Mai, Helmut Rahn, Max Morlock, Ottmar Walter, Fritz Walter,
Ungarn abgewehrt, und Bozsik, immer wieder Bozsik,
Hans Schäfer Fußballweltmeister. Dass die deutschen Fans die erste Strophe des Deutschlandliedes sangen, sorgte im In-
der rechte Läufer der Ungarn am Ball. Er hat den Ball
und Ausland für Empörung. Allerdings kannten zu dieser Zeit viele den Text der dritten Strophe gar nicht; erst zwei Jahre
verloren diesmal, gegen Schäfer – Schäfer nach innen
zuvor war festgelegt worden, dass bei offiziellen Anlässen die dritte Strophe gesungen wird. Die Mannschaft wurde bei
geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund
ihrer Ankunft mit dem Sondertriebwagen Roter Blitz triumphal gefeiert, allein in München von über 400.000 Menschen.
müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor!
Die Nationalmannschaft gewann durch den ersten Weltmeistertitel hohes Prestige in der Bundesrepublik, die unter den
Tooooor! Tooooor! Tooooor! … Tor für Deutschland –
Folgen des Zweiten Weltkriegs litt. Einige Publizisten betrachten den Sieg von Bern im Rückblick als das „wahre
Linksschuss von Rahn, Schäfer hat die Flanke nach
Gründungsdatum der Bundesrepublik“ (Hans Werner Kilz 2004[33]). Allerdings hat der Historiker Franz-Josef
innen geschlagen, Schäfer hat sich gegen Bozsik
Brüggemeier gezeigt, dass trotz der massenhaften Begeisterung in den ersten Tagen nach dem Turnier Politik und Presse
durchgesetzt. Drei zu zwei für Deutschland fünf Minuten
sich schnell anderen Themen zuwandten und keineswegs zeitgenössisch eine „Wir sind wieder wer“-Stimmung in den
vor dem Spielende. Halten Sie mich für verrückt, halten
Quellen erfasst werden kann. Die Folgen des WM-Siegs seien daher eher in langfristigen, erst deutlich später sichtbaren
Sie mich für übergeschnappt, ich glaube, auch
Veränderungen zu fassen; das Ereignis werde in den aktuellen Medien also fehlgedeutet.[34] Als einige Spieler und auch
Fußballlaien sollten ein Herz haben, sollten sich an der
Sepp Herberger nach der WM an Gelbsucht erkrankt waren, kamen Doping-Vorwürfe gegen die Weltmeister-Mannschaft
Begeisterung unserer Mannschaft und an unserer
auf, die nie vollständig aufgeklärt werden konnten. Weil der ungarische Nationalspieler Ferenc Puskás in einem Interview
eigenen Begeisterung mit freuen und sollten jetzt
diese Vorwürfe bestätigte, verbot der DFB Länderspiele gegen Mannschaften, in denen Puskás spielte. Erst nachdem sich
Daumen halten. Viereinhalb Minuten Daumen halten in
der Ungar 1960 schriftlich beim DFB entschuldigt hatte, wurde das Verbot aufgehoben.
Wankdorf. […] Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist
In den folgenden Jahren konnte die Weltmeisterelf zunächst nicht an diesen Erfolg anknüpfen. So verloren sich die Spieler aus! Deutschland ist Weltmeister! Schlägt Ungarn mit
von 1954 bald aus den Augen und es kamen neue Spieler wie der „Einarmige“, Robert Schlienz, zum Einsatz. 1955 gab es drei zu zwo Toren im Finale in Bern!“
zwei politisch brisante Spiele gegen die Fußballnationalmannschaft der UdSSR, gegen die man erstmals nach dem Krieg
Herbert Zimmermanns berühmter Kommentar zum
antrat. Vor dem Hinspiel in Moskau kam sogar der Vorwurf „mangelnden Nationalbewusstseins“ auf, weil man gegen eine
„Wunder von Bern“ 1954
Mannschaft eines Landes antrat, in dem es zu jener Zeit noch deutsche Kriegsgefangene gab. Kurze Zeit später kam es zur
„Heimkehr der Zehntausend“.

Bei der Weltmeisterschaft 1958 in Schweden setzte sich die deutsche Mannschaft als automatisch qualifizierter Titelverteidiger in der Vorrunde gegen Nordirland, Argentinien und die
Tschechoslowakei durch. Dabei gelang im Spiel gegen Argentinien der erste Sieg gegen eine außereuropäische Mannschaft. Im Viertelfinale bezwang die Mannschaft Jugoslawien. Im
Halbfinale im „Hexenkessel“ von Göteborg (→ Schlacht von Göteborg) mit zuletzt nur noch neun Spielern (Juskowiak erhielt einen Platzverweis, Fritz Walter wurde verletzt) wurde die
Mannschaft von den Schweden mit 3:1 geschlagen und verlor anschließend auch das Spiel um den dritten Platz gegen Frankreich mit 3:6. Nach der Niederlage gegen Schweden kam in
Deutschland eine „Anti-Schweden-Stimmung“ auf. Den schwedischen Fans, die ihre Mannschaft enthusiastisch mit Heja-Sverige!-Rufen unterstützten, wurde Gehässigkeit gegenüber den
Deutschen vorgeworfen. DFB-Präsident Peco Bauwens sprach sogar von einer „Hetze“ gegen die deutsche Mannschaft. Das Kicker-Sportmagazin hingegen versuchte die Situation neutraler
zu bewerten und stellte fest, dass das schwedische Publikum seine Mannschaft immer so enthusiastisch anfeuere. Dennoch wurde Schweden von nun an in Deutschland das Leben schwer
gemacht. Zur Verärgerung der FIFA traten die deutschen Spieler und Funktionäre bereits vor dem Endspiel und dem darauf folgenden Abschlussbankett die Heimreise an. Viele sahen später
darin den Grund, dass England und nicht Deutschland den Zuschlag für die Austragung der WM 1966 bekam. Auch dem Schiedsrichter aus Ungarn wurden Fehlentscheidungen
vorgeworfen, die mit der Endspielniederlage Ungarns 1954 in Verbindung gebracht wurden.[35]

Am 28. Dezember 1958 trat die Nationalmannschaft in Kairo erstmals außerhalb Europas zu einem Länderspiel an, das sie gegen die Auswahl Ägyptens mit 1:2 verlor.
Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1962 in Chile gegen Nordirland und Griechenland gelang mit vier Siegen. Kurz vor dem Turnier ersetzte Herberger Stammtorhüter Tilkowski durch
den jungen Ulmer Wolfgang Fahrian. In Chile schied die deutsche Mannschaft bereits im Viertelfinale durch ein 0:1 gegen Jugoslawien aus. In der Vorrunde konnte noch der Gruppensieg
errungen werden, unter anderem durch ein 2:0 gegen den bereits für das Viertelfinale qualifizierten Gastgeber und späteren Dritten Chile. Es war das letzte Turnier, bei dem Sepp Herberger
als Bundestrainer die Verantwortung trug. Nach der Weltmeisterschaft wurde Herberger für die defensive Taktik und das Festhalten am überholten WM-System kritisiert. Die meisten
anderen Nationen spielten schon mit dem 4-2-4- oder 4-3-3-System.[36] Herberger hatte sogar versucht, den 41-jährigen Fritz Walter zu reaktivieren. Das relativ schlechte Abschneiden
forcierte die Einführung der von Herberger geforderten Fußball-Bundesliga, die die Landesverbände lange abgelehnt hatten. Am 23. November 1963 teilte der DFB in einer Presseerklärung
den Rücktritt Herbergers als Bundestrainers zum Saisonende 1963/64 mit. Sein Nachfolger wurde sein Assistent Helmut Schön. Herberger hätte lieber Fritz Walter als seinen Nachfolger
gesehen.[37]

Wembley-Tor und „Jahrhundertspiel“ (1964–1970)


Mit Helmut Schön begann eine neue erfolgreiche Ära. Mit dem ersten Sieg in Schweden nach dem Zweiten Weltkrieg gelang ihm die
Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1966. Bei der Weltmeisterschaft in England startete die deutsche Mannschaft mit einem 5:0-Sieg
gegen die Schweiz in das Turnier. Dabei brillierte vor allem das 20-jährige Mittelfeldtalent Franz Beckenbauer, der sich ebenso wie Italien-
Legionär Helmut Haller mit zwei Toren neben Sigfried Held in die Torschützenliste eintragen konnte. Das zweite Gruppenspiel der DFB-Elf
gegen Argentinien, das durch wenige Torchancen, aber eine Vielzahl von Fouls gekennzeichnet war, endete 0:0. Beim 2:1-Sieg gegen
Spanien im letzten Vorrundenspiel gelang Lothar Emmerich ein schier unmögliches Tor. Der Linksaußen vollbrachte das Kunststück, nahezu
von der Torauslinie aus den Ball am spanischen Torhüter Iribar vorbei ins lange Eck unters Lattenkreuz zu schießen. Durch einen 4:0-
Viertelfinalsieg gegen Uruguay und ein 2:1 im Halbfinale gegen die Sowjetunion gelang der bundesdeutschen Mannschaft zum zweiten Mal
nach 1954 der Einzug in ein Endspiel einer Fußballweltmeisterschaft. Sie verlor das Finale gegen England durch das legendäre Wembley-
Tor mit 2:4 nach Verlängerung.

Deutschland nahm 1968 erstmals an der Qualifikation für eine Fußball-Europameisterschaft teil. Nach einem 6:0 gegen Albanien, einem 0:1
in Jugoslawien und einem 3:1 gegen die Jugoslawen war am 17. Dezember 1967 in Tirana ein Sieg gegen Albanien erforderlich, da
Jugoslawien dort gewonnen hatte. Obwohl Bundestrainer Schön mit Peter Meyer den damals besten Stürmer der Bundesliga aufbot, reichte
es nur zu einem 0:0, wodurch zum ersten und bislang einzigen Mal eine Qualifikation für ein großes Turnier verpasst wurde.

Endspielaufstellungen 1966
In der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 1970 hatte sich Deutschland insbesondere mit der schottischen Nationalmannschaft
auseinanderzusetzen, gegen die Deutschland bis dahin noch nie gewonnen hatte. Das Hinspiel in Glasgow endete 1:1 und im letzten
Heimspiel am 22. Oktober 1969 in Hamburg gelang mit einem 3:2 der erste Sieg.

Beim Turnier in Mexiko tat sich die deutsche Mannschaft zunächst schwer. Im ersten Gruppenspiel lag sie gegen den Außenseiter Marokko nach 21 Minuten mit 0:1 zurück. Zum einen ging
Schöns Taktik mit zwei Mittelstürmern (Uwe Seeler und Gerd Müller) zunächst nicht auf, zum anderen konnte Helmut Haller nicht an seine Leistung bei der WM in England anknüpfen. Es
war sein letztes Länderspiel für Deutschland, zur Pause wurde er ausgewechselt. Seeler und Müller fanden schließlich aber immer besser zusammen und sorgten durch ihre Tore in der 56.
und 80. Minute noch für den 2:1-Erfolg. Seeler hatte die eigentliche Mittelstürmerposition Müller überlassen und sich ins Mittelfeld zurückfallen lassen. Auf den Außenpositionen sorgten
abwechselnd Grabowski, Libuda und Löhr für Druck. So wurden auch die beiden folgenden Spiele gegen Bulgarien und Peru gewonnen, womit Deutschland der bis dahin beste Start bei
einer WM gelang.

Das Viertelfinalspiel gegen England wurde zu einem ganz außergewöhnlichen Spiel. In der Neuauflage des Endspiels von 1966 führten die Engländer bis zur 69. Minute 2:0, ehe die
Deutschen in der regulären Spielzeit noch den 2:2-Ausgleich erzielten. Seeler gelang dabei ein kurioses Tor mit dem Hinterkopf. In der Verlängerung erzielte dann Müller das entscheidende
Tor zum 3:2.

Im Halbfinale gab es gegen Italien eine 3:4-Niederlage in einem dramatischen Spiel, dem sogenannten Jahrhundertspiel. Die Italiener gingen bereits in der 8. Minute in Führung, erst in der
Schlussminute erzielte der beim AC Mailand spielende Karl-Heinz Schnellinger mit seinem einzigen Länderspieltor für Deutschland das 1:1. In der Verlängerung fielen dann noch fünf Tore.
Nach dieser Niederlage erreichte die Mannschaft von Bundestrainer Helmut Schön durch einen 1:0-Sieg gegen Uruguay den dritten Platz. Torschützenkönig des Turniers wurde mit zehn
Treffern Gerd Müller.

Zwei große Titel und die „Schmach von Córdoba“ (1970–1978)


1972 wurde die nach der Meinung vieler bis heute beste deutsche Elf erstmals Europameister. Nachdem sie sich in der Qualifikation gegen Polen, die Türkei und (wieder) Albanien
durchgesetzt hatte, stand im Viertelfinale die Revanche von León gegen England an. Am 29. April 1972 kam es zu einem denkwürdigen Spiel im Londoner Wembley-Stadion. Durch Tore
von Uli Hoeneß, Günter Netzer und Gerd Müller gewann die Mannschaft mit 3:1 erstmals ein Auswärtsspiel gegen England, siehe Wembley-Elf (1972). Selbst die englische
Boulevardpresse, die seinerzeit eher deutschlandkritisch eingestellt war, war von dem Spiel der deutschen Mannschaft begeistert. Im Rückspiel in Berlin reichte dann ein 0:0 zum Einzug in
die Endrunde. Dorthin reisten sie dann als Favorit, auch weil sie am 26. Mai 1972 zur Einweihung des Olympiastadions in München die Sowjetunion schon mit 4:1 besiegt hatten. Bei der
EM-Endrunde gelangen dann Siege gegen den Gastgeber Belgien (2:1) und die Sowjetunion (3:0), wobei insbesondere im Finale ein gutes Spiel gezeigt wurde. Erstmals fielen bei diesem
Turnier Anhänger der deutschen Mannschaft negativ auf, als sie randalierend durch Brüssel zogen.

Mit der Weltmeisterschaft 1974 in Deutschland gewann die Nationalmannschaft zum zweiten Mal den Weltmeister-Titel. In der Vorrunde des Turniers gelang der Fußballnationalmannschaft
der DDR durch ein Tor von Jürgen Sparwasser ein 1:0-Sieg gegen den späteren Weltmeister, der in die Fußballgeschichte einging. Dieses Spiel am 22. Juni 1974 war das einzige
Aufeinandertreffen der beiden deutschen A-Nationalmannschaften. Nach dem 2:1-Sieg im Endspiel gegen die Niederländer bedankten sich die Westdeutschen bei der DDR-Auswahl für die
Niederlage, da diese zum Auslöser für eine mannschaftsinterne Revolte gegen den als unentschlossen und zögerlich geltenden Bundestrainer Helmut Schön wurde, mit der die Mannschaft
unter Führung von Kapitän Beckenbauer ihre taktischen Vorstellungen durchsetzen konnte. Bis heute wird von den Akteuren behauptet, dass der Titelgewinn ohne diese Niederlage kaum
möglich gewesen wäre. Zudem konnte die DFB-Mannschaft als Gruppenzweiter in die mit Polen, Schweden und Jugoslawien vermeintlich leichtere Zwischenrundengruppe einziehen – die
DDR bekam als Gruppenerster dagegen die Niederlande, Brasilien und Argentinien als Gegner. Durch diesen Titelgewinn gelang es den Deutschen als erster Mannschaft, nach einem
Kontinentalmeisterschaftstitel auch die darauf folgende Weltmeisterschaft zu gewinnen.

Bundestrainer Helmut Schön setzte während des Turniers 18 Spieler ein: Sepp Maier im Tor, Franz Beckenbauer, Paul Breitner, Horst-Dieter Höttges, Georg Schwarzenbeck und Berti Vogts
in der Abwehr; Rainer Bonhof, Bernhard Cullmann, Heinz Flohe, Uli Hoeneß, Günter Netzer, Wolfgang Overath sowie Herbert Wimmer im Mittelfeld und Jürgen Grabowski, Dieter
Herzog, Jupp Heynckes, Bernd Hölzenbein und Gerd Müller im Sturm.
1976 wurde die Endrunde der Europameisterschaft letztmals mit vier Mannschaften ausgetragen, und wieder hatte sich die deutsche
Mannschaft qualifiziert. Nach dem WM-Sieg 1974 war neben anderen der WM-Rekordtorschütze Gerd Müller zurückgetreten, und trotzdem
erreichte die Mannschaft auch bei der Europameisterschaft 1976 in Jugoslawien das Finale. In Belgrad ging es zunächst gegen Jugoslawien
im Halbfinale, in dem die Mannschaft nach 32 Minuten bereits mit 0:2 zurücklag. Durch Tore des eingewechselten Heinz Flohe (46.
Minute), der in der 65. Minute den Anschlusstreffer erzielte, und Dieter Müller (79. Minute), der in der 80. Minute mit seinem ersten
Ballkontakt in seinem ersten Länderspiel zum 2:2 traf, wurde die Verlängerung erreicht. In dieser gelangen Dieter Müller zwei weitere Tore
zum 4:2-Sieg, durch den die deutsche Mannschaft wie vier Jahre zuvor im Finale stand. Gegen die Tschechoslowakei lag die Nationalelf wie
im Halbfinale schnell mit 0:2 zurück, allerdings gelang Dieter Müller mit seinem vierten EM-Tor schnell der Anschluss, es dauerte aber bis
zur 90. Minute, ehe Bernd Hölzenbein den 2:2-Ausgleich erzielte, womit es erneut zu einer Verlängerung kam. Diese endete torlos, so dass
erstmals in der Geschichte der großen Turniere ein Elfmeterschießen die Entscheidung bringen musste. Nachdem die ersten vier
tschechoslowakischen und die ersten drei deutschen Spieler jeweils ihren Elfmeter verwandelt hatten, trat Uli Hoeneß an, der schon zwei
Jahre zuvor im Spiel gegen Polen einen Elfmeter verschossen hatte. Er geriet in Rücklage und schoss den Ball über das Tor. Anschließend
erzielte Antonín Panenka mit einem in die Mitte geschossenen Elfmeter den entscheidenden Treffer (Begründung des „Panenka-Hebers“) –
der fünfte deutsche Schütze musste nicht mehr antreten. Mit vier Toren wurde Dieter Müller Torschützenkönig des Turniers.

Im Oktober 1977 konnte die deutsche Mannschaft zum ersten Mal seit 1939 ein Spiel gegen die italienische Mannschaft gewinnen, als die
Endspielaufstellungen 1974
„Squadra Azzurra“ im Berliner Olympiastadion mit 2:1 besiegt wurde.

Bei der Weltmeisterschaft 1978 in Argentinien kam es zur „Schmach von Córdoba“, als Deutschland als Titelverteidiger überraschend
Österreich mit 2:3 unterlag und in der Zwischenrunde der letzten acht Mannschaften ausschied. Die deutsche Mannschaft hatte nach zwei Unentschieden gegen Italien und die Niederlande
vor dem Österreich-Spiel in der Vierergruppe mit 2:2 Punkten auf Platz drei gestanden. Der Gruppensieger wäre in das WM-Finale eingezogen, der Gruppenzweite hätte um den dritten Platz
gespielt. Italien und die Niederlande (je 3:1 Punkte) mussten unentschieden spielen, damit Deutschland mit einem deutlichen Sieg gegen Österreich überhaupt noch eine Chance auf den
Gruppensieg gehabt hätte. Da die Niederländer aber Italien zur selben Zeit mit 2:1 schlugen, hätte der DFB-Elf auch ein Sieg nichts genutzt. Mit der Niederlage wurde aber die Chance auf
Platz drei verspielt. Helmut Schön trat nach der WM, wie lange zuvor angekündigt, als Bundestrainer zurück.

Zweiter EM-Titel und erstmaliges Ausscheiden in einer Gruppenphase (1978–1984)


Nach der WM 1978 trat Jupp Derwall Schöns Nachfolge an.[38] Unter seiner Leitung verlor die deutsche Mannschaft bis zur EM 1980 kein Spiel. Sie ging daher als Mitfavorit ins Turnier.
Bei der erstmals mit acht Mannschaften und einer Gruppenphase ausgetragenen Fußballeuropameisterschaft in Italien kam es im ersten Spiel zur Revanche für das verlorene Finale von
Belgrad mit einem 1:0-Sieg gegen die Tschechoslowakei. Im Spiel gegen die Niederlande führte die deutsche Mannschaft nach 66 Minuten durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:0, ehe es
Rep (80./Elfmeter) und Willy van de Kerkhof (86.) noch einmal spannend machten. Die deutsche Mannschaft konnte das 3:2 aber über die Zeit bringen. Im abschließenden Gruppenspiel
reichte ein 0:0 gegen Griechenland zum Gruppensieg, der direkt ins Finale führte. Gegen Belgien, das sich überraschend gegen England, Spanien und Gastgeber Italien durchgesetzt hatte,
gelang Horst Hrubesch bereits nach zehn Minuten das 1:0. René Vandereycken glich in der 72. Minute per Elfmeter aus und erst in der 89. Minute war es erneut Hrubesch, der mit einem
Kopfball den Siegtreffer erzielte und so Deutschland den zweiten EM-Titel bescherte. Der Torschützenkönig kam wieder aus Deutschland – diesmal reichten Klaus Allofs die drei Tore aus
dem Spiel gegen die Niederlande.

Auch nach der EM blieb die deutsche Mannschaft zunächst ohne Niederlage. Erst bei der Mundialito mussten nach der Rekordserie von 23 Spielen gleich zwei Niederlagen hingenommen
werden. Beim 1:2 gegen Argentinien am Neujahrstag 1981 waren noch neun Spieler aus dem EM-Finale dabei. Das anschließende 1:4 gegen Brasilien bedeutete dann die höchste Niederlage
seit dem verlorenen Spiel um Platz 3 bei der WM 1958. Trotzdem zählte Deutschland zu Beginn der Weltmeisterschaft 1982 zu den Favoriten, denn die Mannschaft hatte sich mit acht
Siegen in acht Spielen problemlos qualifiziert. Überraschend unterlag Deutschland bereits im Auftaktspiel gegen Algerien mit 1:2. Das Weiterkommen konnte durch Siege gegen Chile und
Österreich jedoch gesichert werden. Dabei ging die Partie gegen Österreich als „Nichtangriffspakt von Gijón“ und Skandalspiel in die Fußballgeschichte ein. Weil beiden Mannschaften nach
der Partie zwischen Algerien und Chile ein knapper Sieg Deutschlands zur Qualifikation für die Zwischenrunde genügte, begnügten sich beide Mannschaften nach dem 1:0 für Deutschland
durch Hrubesch in der 11. Minute damit, den Ball im Mittelfeld hin und her zu spielen, ohne dem gegnerischen Tor bedrohlich nahezukommen. Als Konsequenz werden seit diesem Spiel bei
allen Turnieren die Partien des letzten Gruppenspieltags zeitgleich ausgetragen.

In der Zwischenrunde reichte Deutschland ein torloses Remis gegen England und ein Sieg gegen Gastgeber Spanien für den Einzug ins Halbfinale, da sich England und die bereits
ausgeschiedenen Spanier anschließend ebenfalls torlos getrennt hatten. Dort wartete mit der französischen Mannschaft um Giresse, Tigana und Platini ein starker Kontrahent. Die deutsche
Führung in der 18. Spielminute glichen die Franzosen bereits in der 26. Minute aus. Da beiden Mannschaften in der regulären Spielzeit kein weiteres Tor gelang, musste das Spiel verlängert
werden. Zuvor hatte der deutsche Torhüter Toni Schumacher den auf sein Tor zulaufenden Patrick Battiston aus vollem Lauf mit der Hüfte erwischt. Der Franzose verlor das Bewusstsein
sowie drei Zähne und brach sich außerdem den Halswirbel. In der Verlängerung führten die Franzosen schnell mit 3:1, Deutschland glich jedoch durch Rummenigge und Fischer aus, dessen
Fallrückzieher später zum Tor des Jahres gewählt wurde. Im ersten Elfmeterschießen einer WM verschoss erst Stielike für Deutschland, ehe nach dem Scheitern von Didier Six und Maxime
Bossis ein Elfmeter von Hrubesch für die Entscheidung sorgte.

Im Finale in Madrid musste Deutschland sich gegen Italien bewähren, das zuvor in der Zwischenrunde Weltmeister Argentinien mit 2:1 und den WM-Favoriten Brasilien mit 3:2 sowie im
Halbfinale Polen mit 2:0 bezwungen hatte. Die letzten fünf Tore erzielte der spätere Torschützenkönig Paolo Rossi, dem auch in der zweiten Halbzeit der erste Treffer der Partie gelang;
zuvor hatte Italien bereits einen Elfmeter vergeben. Nach weiteren Treffern von Tardelli und Altobelli war Breitners Anschlusstreffer zum 3:1-Endstand nur noch Ergebniskosmetik.
Deutschland hatte nach 1966 zum zweiten Mal ein WM-Finale verloren.

Die Europameisterschaft 1984 in Frankreich bescherte der deutschen Mannschaft erstmals bei einem großen Turnier das Aus in der Gruppenphase, nachdem zuvor schon die Qualifikation
mühevoll verlaufen war. Nach einer 0:1-Heimniederlage im vorletzten Spiel gegen Nordirland brauchte Deutschland im letzten Spiel gegen Albanien einen Sieg, um sich durch die bessere
Tordifferenz zu qualifizieren. Durch das einzige Länderspieltor von Gerhard Strack in der 84. Minute konnten die in diesem Spiel favorisierten Deutschen nur knapp mit 2:1 gewinnen. In
den Gruppenspielen des Turniers hätte nach einem 0:0 gegen Portugal und einem 2:1-Sieg gegen Rumänien ein erneutes Remis gegen Spanien zum Einzug ins Halbfinale gereicht, aber
durch eine 0:1-Niederlage nach einem Tor von Antonio Maceda in der Nachspielzeit waren das Turnier und die Amtszeit von Jupp Derwall beendet.

Der „Kaiser“ holt den dritten WM-Titel (1984–1990)


Derwalls Nachfolger wurde Franz Beckenbauer. Da dieser keine Trainerlizenz besaß, wurde die Funktion „Teamchef“ eingeführt und Beckenbauer ein Trainer mit Lizenz als Assistent zur
Seite gestellt. Dies war zunächst Horst Köppel und ab 1987 Holger Osieck. Die Qualifikation für die Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko stand bereits nach sechs Spielen fest, von
denen die ersten fünf gewonnen wurden.
Beim Turnier in Mexiko wurde die Mannschaft der Bundesrepublik unter der Führung des Teamchefs Franz Beckenbauer erneut Vizeweltmeister und die
argentinische Fußballnationalmannschaft durch einen 3:2-Sieg gegen die deutsche Elf zum zweiten Mal Weltmeister. Mit Uli Stein wurde erstmals ein
Spieler während des Turniers vorzeitig nach Hause geschickt, nachdem er Beckenbauer als „Suppenkasper“ bezeichnet hatte. Überzeugen konnte die
deutsche Mannschaft erst im Halbfinale, das wie vier Jahre zuvor gegen Frankreich gewonnen wurde. In der Gruppenphase hatte Deutschland nach einem
Remis gegen Uruguay, einem Sieg gegen Schottland und einer Niederlage gegen Dänemark nur den zweiten Platz belegt. Die Achtelfinalpartie gegen
Marokko, das sich in seiner Gruppe gegen das stärker eingeschätzte Portugal durchgesetzt hatte, wurde erst in der 88. Minute durch ein Freistoßtor von
Lothar Matthäus entschieden und das Viertelfinalspiel gegen Mexiko erst in einem Elfmeterschießen gewonnen, bei dem Schumacher zwei Elfmeter
halten konnte.

Die Europameisterschaft 1988 im eigenen Land sollte dem Teamchef nach der Vize-Weltmeisterschaft zwei Jahre zuvor den ersten Titel bescheren, aber
Paraguayische Brief‐ nach einem 1:1 gegen Italien in der Vorrunde und zwei 2:0-Siegen gegen Dänemark und Spanien war im Halbfinale gegen die Niederlande Endstation.
marke mit Spielszene
Deutschland war zwar durch einen von Lothar Matthäus in der 55. Minute verwandelten Strafstoß in Führung gegangen, den Niederländern gelang aber in
aus der Achtelfinal‐
begegnung der WM der 74. Minute der Ausgleich durch einen weiteren Elfmeter. Als sich beide Mannschaften schon auf eine Verlängerung eingestellt hatten, nutzte Marco
1986 Deutschland van Basten eine Unaufmerksamkeit von Jürgen Kohler zum 2:1-Siegtreffer. Das Finale in München gewannen die Niederländer und wurden
gegen Marokko Europameister.

Die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 1990 führte Deutschland und die Niederlande erneut zusammen.
Beide Spiele endeten remis und da Deutschland in Wales nur ein 0:0 gelang, war im letzten Spiel ein Sieg gegen die Waliser erforderlich,
um sich als einer der beiden besten Gruppenzweiten qualifizieren zu können. Die Waliser gingen zwar in der 11. Minute in Führung, Rudi
Völler in der 25. und Thomas Häßler in der 48. Minute sorgten aber für die glückliche Qualifikation.

Bei der Weltmeisterschaft 1990 in Italien startete Deutschland erfolgreich mit einem 4:1 gegen Jugoslawien und einem 5:1 gegen die
Vereinigten Arabischen Emirate. Im dritten Spiel gegen Kolumbien fiel das 1:0 erst in der 88. Minute, durch eine Unachtsamkeit in der
Schlussminute wurde der Sieg aber noch verspielt. Im Achtelfinale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit den Niederländern. Die
Partie begann hektisch, in der 22. Minute wurden Frank Rijkaard und Rudi Völler wegen Unsportlichkeiten vom Platz gestellt. Jürgen
Klinsmann erzielte in der 51. Minute das 1:0. Nach einem Tor von Andreas Brehme in der 85. Minute gelang trotz eines 1:2-
Anschlusstreffers in der 89. Minute der Einzug ins Viertelfinale gegen die Tschechoslowakei, das durch ein Elfmetertor von Matthäus
entschieden wurde. Mit einem 4:3 nach Elfmeterschießen gegen England im Halbfinale stand die deutsche Elf als erste Mannschaft zum
dritten Mal hintereinander in einem WM-Finale. Erneut hieß der Endspielgegner Argentinien und Deutschland konnte das Finale durch
einen von Brehme verwandelten Foulelfmeter für sich entscheiden. Deutschland gelang mit seinem dritten WM-Titel als erster europäischer
Mannschaft ein Finalsieg gegen eine südamerikanische Mannschaft. Damit gelang es Franz Beckenbauer als bisher einzigem deutschen und
nach Mário Zagallo zweitem Spieler, in zwei Funktionen (als Spieler und Trainer) Fußballweltmeister zu werden.
Endspielaufstellungen 1990

Europameister in England (1990–1996)


Nach der Weltmeisterschaft trat Beckenbauer als Teamchef zurück. Sein Nachfolger wurde Berti Vogts, der zuvor DFB-Nachwuchs- bzw. Jugendtrainer war und von 1986 bis 1990 zu
Beckenbauers Trainerstab gehörte. Seine erste Aufgabe war die Qualifikation für die Europameisterschaft 1992 in Schweden, bei der erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft antrat, die
sich in der Qualifikation gegen Wales durchsetzen konnte. Die DDR war zuvor in dieselbe Qualifikationsgruppe wie die DFB-Elf gelost worden. Das Qualifikationsspiel der DDR gegen
Belgien war das letzte Spiel der DDR-Nationalmannschaft. Es wurde nach der Wiedervereinigung und dem Rückzug der DDR-Nationalmannschaft aus der Wertung genommen. Ein
ursprünglich als „Fest des deutschen Fußballs“ geplantes „Vereinigungsspiel“ der DFB-Mannschaft gegen die DFV-Auswahl am Tag der Wiedervereinigung wurde nach Gewaltandrohungen
von Hooligans und wegen des schlechten baulichen Zustandes des Leipziger Zentralstadions abgesagt.[39] Am 19. Dezember 1990 in Stuttgart trat bei einem Spiel gegen die Schweiz
erstmals eine gesamtdeutsche Mannschaft an.

Nach eher mäßigen Leistungen in der EM-Vorrunde, unter anderem einem 1:3 gegen die Niederlande, erreichte die deutsche Mannschaft nach ihrem besten Spiel gegen Gastgeber Schweden
zum vierten Mal das Finale einer Europameisterschaft. Sie ging als Favorit ins Finale, verlor aber überraschend mit 0:2 gegen Außenseiter Dänemark. Immerhin konnte sich Karl-Heinz
Riedle mit drei anderen Spielern die Torjägerkrone teilen, alle vier hatten je drei Tore geschossen.

Im Juni 1993 gewann die deutsche Mannschaft den U.S. Cup. Bei dem Einladungsturnier setzten sich die Deutschen gegen den Gastgeber USA sowie Brasilien und England durch. Jürgen
Klinsmann war mit vier Treffern bester Torschütze des Turniers, Karl-Heinz Riedle erzielte drei Treffer.

Bei der Weltmeisterschaft 1994 in den USA, für die Deutschland als Titelverteidiger qualifiziert war, gewann die deutsche Mannschaft erstmals als amtierender Weltmeister das
Eröffnungsspiel, wobei zum Sieg gegen Bolivien ein 1:0 reichte. Nach einem 1:1-Unentschieden gegen Spanien wurde Südkorea knapp mit 3:2 bezwungen und die Mannschaft
Gruppenerster. Stefan Effenberg wurde während des Turniers von Bundestrainer Vogts aus der Mannschaft ausgeschlossen, weil er in diesem Spiel Provokationen von deutschen Fans mit
dem ausgestreckten Mittelfinger quittiert hatte. Im Achtelfinale kam es gegen Belgien zu einem weiteren 3:2. Anschließend verlor Deutschland im Viertelfinale gegen Bulgarien, das zuvor
noch bei keiner WM über das Achtelfinale hinausgekommen war, nach anfänglicher Führung mit 1:2. Die deutsche Mannschaft kam somit erstmals seit der WM 1978 nicht unter die besten
Vier einer WM-Endrunde.

Bei der Qualifikation zur EM 1996 trafen Deutschland und Bulgarien erneut aufeinander. Das Hinspiel in Sofia gewannen wieder die Bulgaren, diesmal mit 3:2. Mit dem für die
Qualifikation bedeutungslosen Rückspiel gelang Deutschland mit 3:1 die Revanche und der Gruppensieg.

Bei der Europameisterschaft 1996 in England gewann die Mannschaft unter Berti Vogts dank des ersten Golden Goals der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff zum dritten Mal eine
Europameisterschaft und erreichte als erste Mannschaft zum fünften Mal das Finale. Das Turnier in England wurde erstmals mit 16 Mannschaften ausgetragen. Die Vorrunde beendete
Deutschland mit einem 2:0 gegen Tschechien, einem 3:0 gegen Russland und einem torlosen Unentschieden gegen Italien, bei dem Andreas Köpke einen Elfmeter hielt, ohne Gegentor. Im
Viertelfinale konnte die Auswahl Kroatiens mit 2:1 besiegt werden, ehe es im Halbfinale zum Elfmeterschießen gegen England kam, welches die deutsche Mannschaft gewann. Im Finale
kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Tschechien. Deren Mannschaft ging in der 59. Minute durch einen Strafstoß in Führung und es dauerte bis zur 73. Minute, ehe dem vier
Minuten zuvor eingewechselten Bierhoff der Ausgleich gelang. Sein zweites Tor in der Verlängerung beendete das Spiel vorzeitig und brachte Deutschland den dritten EM-Titel ein.

Schleichender Niedergang (1996–2004)


Die direkte Qualifikation zur WM 1998 gelang erst am letzten Spieltag durch ein dramatisches 4:3 gegen Albanien, das durch ein Eigentor von Kohler in der 55. Minute in Führung
gegangen war und die zwischenzeitlichen Führungen durch Helmer, Bierhoff und Marschall immer wieder ausgleichen konnte. Erst in der 90. Minute gelang Oliver Bierhoff der 4:3-
Siegtreffer.
Als amtierender Europameister trat Deutschland bei der Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich an. In einer politisch brisanten Gruppe mit Jugoslawien, den USA und Iran[40] wurde
Deutschland Gruppenerster. Auf das 2:0 gegen die USA folgten ein 2:2 (nach 0:2-Rückstand) gegen Jugoslawien und ein 2:0 gegen den Iran. Das zweite Spiel wurde von Ausschreitungen
deutscher Hooligans in Lens überschattet, bei denen der französische Polizist Daniel Nivel lebensgefährlich verletzt wurde. Ein Ausschluss Deutschlands vom Turnier stand zur Debatte.
Nach einem hart erkämpften 2:1 gegen Mexiko traf Deutschland im Viertelfinale wie bereits bei der vorhergegangenen Europameisterschaft auf Kroatien. Nach einem Platzverweis gegen
Christian Wörns verlor die deutsche Mannschaft mit 0:3. Es war die höchste Endrundenniederlage seit dem 3:6 gegen Frankreich bei der WM 1958.

Weil die verjüngte Nationalelf im September 1998 in zwei Testspielen gegen die Auswahlen Maltas und Rumäniens nicht überzeugen konnte, trat Berti Vogts von seinem Posten zurück.
Sein Nachfolger Erich Ribbeck war der erste und bislang einzige Bundestrainer, der die Mannschaft bei keiner WM betreute. Ribbecks erste Amtshandlung bestand darin, Lothar Matthäus
trotz seines fortgeschrittenen Alters für die Nationalmannschaft zu reaktivieren, da er für die Position des Abwehrchefs keine gleichwertige Alternative sah.

Der FIFA-Konföderationen-Pokal – der aus dem König-Fahd-Pokal hervortrat – war für den Deutschen Fußball-Bund zunächst wenig interessant, passte den meisten Bundesligavereinen
doch die Terminierung bei einer zunehmenden Belastung durch internationale Wettbewerbe nicht ins Konzept. Daher hatte der DFB 1997 auf die Teilnahme verzichtet, obwohl die
Nationalmannschaft als amtierender Europameister qualifiziert gewesen wäre. Bei der Austragung im Jahr 1999 sah man es im Zuge der Bewerbung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2006
als notwendig an, als Europameister des Jahres 1996 an dem in Mexiko stattfindenden Turnier teilzunehmen. Die DFB-Auswahl reiste allerdings ohne große Vorbereitung und mit
zahlreichen Ergänzungsspielern an. Im ersten Spiel gegen Brasilien erlitt die Mannschaft eine 0:4-Niederlage. Das zweite Spiel gegen den Ozeanienmeister Neuseeland wurde zwar 2:0
gewonnen, das dritte Spiel gegen die USA jedoch mit 0:2 verloren, so dass Deutschland erstmals seit 1984 bei einem Turnier in der Vorrunde ausschied.

Die Qualifikation für die Europameisterschaft 2000 begann mit einer 0:1-Niederlage in der Türkei, da aber die folgenden sechs Qualifikationsspiele gewonnen wurden, reichte zur direkten
Qualifikation im letzten Spiel ein 0:0 gegen die Türkei. Dabei bestritt die Nationalmannschaft zwar ein Spiel auf heimischem Boden, jedoch ergab sich die ungewöhnliche Situation, dass im
Münchener Olympiastadion mehr türkische als deutsche Zuschauer anwesend waren.

Nach Unstimmigkeiten zwischen den Spielern und Erich Ribbeck erfolgte ein eher mäßiger Start in die Europameisterschaft 2000. Gegen den Außenseiter der Gruppe, Rumänien, erreichte
die Mannschaft lediglich ein 1:1-Unentschieden. Im Spiel gegen England steigerte sich die Mannschaft, jedoch verlor sie aufgrund eines Treffers von Alan Shearer mit 0:1. Als letzter
Gruppengegner in der Vorrunde stand Portugal auf dem Programm. Ein Weiterkommen wäre nur bei einem deutschen Sieg bei einem gleichzeitigen Unentschieden der Rumänen gegen
England möglich gewesen. Als Rumänien dann gewann und Deutschland einer mit zahlreichen Ersatzspielern angetretene portugiesische Elf mit 0:3 unterlag, endete das Turnier für
Deutschland nach der Vorrunde. Die Niederlage besiegelte das Ende der Amtszeit von Erich Ribbeck, den einige als den Totengräber des deutschen Fußballs bezeichneten. Mit der
Niederlage gegen Portugal endete auch die Karriere von Lothar Matthäus in der Nationalmannschaft, für die er als einziger mehr als 20 Jahre gespielt hat.

Nach Ribbecks Rücktritt übernahm Rudi Völler den Posten des Bundestrainers. Zunächst sollte er nur übergangsweise für den noch bei Bayer 04 Leverkusen unter Vertrag stehenden
Christoph Daum die Nationalmannschaft betreuen, wegen Daums Kokain-Affäre blieb Völler Teamchef.

Völler gelang ein verheißungsvoller Auftakt: im ersten Spiel gegen die noch in der Saisonvorbereitung steckende spanische Mannschaft gelang ein 4:1, gegen England im letzten Spiel im
alten Wembley-Stadion ein 1:0-Sieg. Für die Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2002 musste die Mannschaft dennoch in die Relegation gegen die Ukraine, da nach der 1:5-Heimniederlage
gegen England und einem 0:0 im letzten Spiel gegen Finnland wegen der schlechteren Tordifferenz in der Gruppe nur der zweite Platz belegt wurde.

Bei der Weltmeisterschaft 2002 erreichte die Mannschaft das Endspiel, in dem erstmals die beiden Nationalmannschaften aufeinander trafen, die bis dahin die meisten WM-Spiele und die
meisten Finalteilnahmen aufzuweisen hatten: Brasilien und Deutschland. Dabei konnten die Deutschen die Erwartungen, die das 8:0 im Auftaktspiel gegen Saudi-Arabien auslöste, lediglich
durch die Ergebnisse erfüllen. Diesem höchsten Sieg einer deutschen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft folgten ein hart umkämpftes 1:1 gegen Irland und ein 2:0 gegen Kamerun.
Deutschland zog mit drei 1:0-Siegen in der K.-o.-Runde gegen Paraguay, die USA und Südkorea ins Finale ein. Großen Anteil am siebten Finaleinzug hatte der überragende Torhüter Oliver
Kahn, der mit dem Lew-Jaschin-Preis für den besten Torhüter (seit 2010 Goldener Handschuh) und dem Goldenen Ball für den besten Spieler des Turniers ausgezeichnet wurde. Ohne den
wegen einer zweiten Gelben Karte gesperrten Michael Ballack machte die deutsche Mannschaft im Finale ihr bestes Spiel der K.-o.-Runde. In der 67. Minute nutzte Ronaldo einen Fehler
von Kahn zum 1:0. Ein weiteres Ronaldo-Tor in der 79. Minute entschied das Spiel.

Für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2003 war man als Vizeweltmeister ebenfalls qualifiziert, verzichtete aber erneut auf die Teilnahme.

In der Qualifikation für die EM 2004 traf Deutschland auf die vom ehemaligen Bundestrainer Berti Vogts betreuten Schotten. Das erste
Spiel in Glasgow endete 1:1, durch ein 2:1 am vorletzten Spieltag in Dortmund gegen Schottland war die Qualifikation perfekt, während die
Schotten in der Relegation gegen die Niederlande unglücklich ausschieden. Bei der Europameisterschaft 2004 in Portugal musste die
Mannschaft wieder früh die Heimreise antreten. Hatten die deutschen Anhänger nach dem Unentschieden gegen die Niederlande noch
Hoffnung, besiegelten schwache Leistungen bei einem 0:0 gegen Lettland und der Niederlage gegen Tschechien das vorzeitige Aus. Rudi
Völler trat anschließend zurück.

Der überraschende Rückzug zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land stellte den DFB vor die schwierige Aufgabe, einen Die deutsche Nationalmannschaft mit
passenden Nachfolger zu finden. Die eigens gebildete „Trainerfindungskommission“ handelte sich viele Absagen ein, unter anderem von Einlaufkindern vor dem EM-
Gruppenspiel gegen Tschechien am
Ottmar Hitzfeld, Morten Olsen und Arsène Wenger. Nach wochenlanger Suche übernahm den Posten schließlich Jürgen Klinsmann, der von
9. Juni 2004
Berti Vogts empfohlen worden war.

Neue Ausrichtung und vierter Gewinn des WM-Titels (2004–2014)


Da der Confed-Cup in den Jahren vor der Weltmeisterschaft zum Testturnier für die WM aufgewertet worden war, war Deutschland verpflichtet, den FIFA-Konföderationen-Pokal 2005
auszurichten. Klinsmann hatte die von Rudi Völler übernommene Mannschaft stark verjüngt und ihr ein neues, sehr offensives Konzept gegeben, welches bei diesem Turnier erstmals in
Pflichtspielen zur Anwendung kam. Dies führte dann gegen Australien zu einem 4:3-Sieg für die deutsche Mannschaft. Gegen Tunesien gelang es beim 3:0 dann sogar, ohne Gegentreffer zu
bleiben. Gegen die spielstarke, aber nicht in Bestbesetzung angetretene argentinische Fußballnationalmannschaft reichte es zu einem 2:2, was den Gruppensieg einbrachte. Das Halbfinale
war eine Neuauflage des WM-Finales 2002, welches Brasilien mit 3:2 erneut für sich entscheiden konnte. Das Spiel um Platz 3 gewann Deutschland dann gegen Mexiko mit 4:3.

Vor Beginn der Heim-WM 2006 wurden die Erfolgsaussichten des DFB-Teams in der Öffentlichkeit eher pessimistisch beurteilt, nicht zuletzt aufgrund schwacher Testspiele wie einer 1:4-
Niederlage gegen Italien oder einem hart erkämpften 2:2 gegen Japan. Davon unbeeindruckt erklärte Klinsmann den Weltmeistertitel im eigenen Land zum Ziel.

Beim offiziellen Eröffnungsspiel gegen Costa Rica zeigte die deutsche Mannschaft über weite Strecken den vom Bundestrainer anvisierten Angriffsfußball, offenbarte aber beim 4:2-Sieg
auch die bekannten Schwächen in der Abwehr. Gegen die auf ein Unentschieden spekulierende polnische Mannschaft wollte lange Zeit kein Tor fallen, erst kurz vor Schluss erzielte der
zuvor eingewechselte Oliver Neuville nach einer Flanke des ebenfalls eingewechselten David Odonkor den Siegtreffer. Dieser erste Erfolg über eine europäische Mannschaft in einem
Turnier seit 1996 und die Umstände seines Entstehens lösten in Deutschland eine Begeisterungswelle aus. Nach dem klaren 3:0-Erfolg gegen Ecuador hatte die deutsche Nationalelf die
erfolgreichste Vorrunde seit der WM 1970 absolviert.
Die Achtelfinalpartie gegen Schweden gewann Deutschland durch zwei frühe Tore mit 2:0. Im Viertelfinale traf man auf Argentinien, das mit seinem Spielmacher Juan Román Riquelme
und starken Leistungen imponiert hatte. Die DFB-Elf setzte sich nach einem 1:1, so stand es auch nach Verlängerung, dank zweier Paraden von Jens Lehmann am Ende mit 4:2 nach
Elfmeterschießen durch. Danach kam es zu einem Gerangel zwischen Spielern und Betreuern, aufgrund dessen Torsten Frings für das Halbfinale gegen Italien gesperrt wurde. Deutschland
verpasste mit einem 0:2 nach Verlängerung gegen Italien den Einzug ins WM-Finale. Mit einem 3:1-Sieg gegen Portugal sicherte sich die Mannschaft Platz drei. Mit Miroslav Klose wurde
zum zweiten Mal nach Gerd Müller bei der WM 1970 ein deutscher Spieler Torschützenkönig einer WM-Endrunde. Eine weitere Auszeichnung erhielt Kloses Sturmpartner Lukas Podolski,
der zum besten Nachwuchsspieler der WM gewählt wurde.

Die deutsche Mannschaft wurde anschließend von der internationalen Presse für ihre Leistung gewürdigt. Im eigenen Land wurde sie als „Weltmeister der Herzen“ bezeichnet, auch weil sie
wegen ihrer Spielfreude in einem ansonsten von Defensive geprägten Turnier die Zuschauer begeistern konnte. Vor und während des Turniers begleitete ein Filmteam um den Regisseur
Sönke Wortmann die Mannschaft und veröffentlichte anschließend den Dokumentarfilm Deutschland. Ein Sommermärchen.

Trotz des Erfolges verlängerte Klinsmann seinen auslaufenden Vertrag nicht, der bisherige Co-Trainer Joachim Löw wurde sein Nachfolger. Unter Löw qualifizierte sich die deutsche
Mannschaft bereits nach neun Partien als erstes Team für die Europameisterschaft 2008. Allerdings verlor die Mannschaft das folgende Heimspiel gegen Tschechien und wurde am Ende der
Qualifikation mit zwei Punkten Rückstand Zweiter der Qualifikationsgruppe D. In der Qualifikation erzielte die Mannschaft die meisten Tore aller Teilnehmer. Prestigeträchtig war ferner
ein 2:1-Auswärtserfolg im Freundschaftsspiel gegen England.[41]

Bei der Europameisterschaft besiegte die deutsche Mannschaft in der Vorrunde zunächst Polen, unterlag dann Kroatien mit 1:2 und zog schließlich durch ein 1:0 gegen Österreich als
Gruppenzweiter ins Viertelfinale ein. Dort traf sie auf Portugal und erreichte mit einem 3:2-Sieg zum siebten Mal das Halbfinale einer EM. Am 25. Juni besiegte sie auch die Türkei mit 3:2
und stand damit zum sechsten Mal in einem EM-Finale, das sie gegen die Auswahl Spaniens mit 0:1 verlor.

Mit dem 1:0-Sieg in Moskau gegen die Auswahl Russlands am 10. Oktober 2009 qualifizierte sich die deutsche Nationalmannschaft als Gruppensieger vorzeitig für die Weltmeisterschaft
2010 in Südafrika. Da Michael Ballack verletzungsbedingt fehlte, übernahm Philipp Lahm die Rolle des Spielführers während der WM. Durch den Ausfall von Ballack, der zu diesem
Zeitpunkt noch beim FC Chelsea unter Vertrag stand, war der Kader für Südafrika der erste Kader einer DFB-Auswahl seit der WM 1978, der ohne Auslandsakteure auskam. Die
Mannschaft startete mit einem 4:0 gegen Australien, unterlag dann im zweiten Spiel Serbien mit 0:1. Das dritte und entscheidende Spiel gegen Ghana gewann Deutschland mit 1:0 und zog
als Gruppenerster ins Achtelfinale ein. Dort schlug man England mit 4:1 und bescherte damit der englischen Elf die höchste Niederlage bei einer Weltmeisterschaft. Das Viertelfinale
gewann Deutschland mit 4:0 gegen Argentinien – der höchste Sieg gegen Argentinien überhaupt. Im Halbfinale wurde der Siegeszug von der spanischen Auswahl (0:1) gestoppt. Mit dem
anschließenden Sieg Spaniens im WM-Finale wurde zum dritten Mal in Folge die Mannschaft Weltmeister, die Deutschland ausgeschaltet hatte. Im Spiel um Platz 3 traf man wie 1970 auf
Uruguay, das mit 3:2 besiegt wurde. Damit belegte Deutschland zum vierten Mal Platz drei. Mit Thomas Müller gewann zum dritten Mal und erstmals bei zwei aufeinanderfolgenden
Weltmeisterschaften ein deutscher Spieler den Goldenen Schuh für den besten Torschützen. Entscheidend dafür waren neben den fünf Toren, die auch drei andere Spieler erzielt hatten, drei
Torvorlagen von Müller. Zudem erhielt er den Preis für den besten Nachwuchsspieler und trat damit die Nachfolge von Lukas Podolski an, der diesen Preis 2006 bekam. Ferner gelangen
Miroslav Klose vier Tore, der damit als erster Spieler bei drei Weltmeisterschaften mindestens vier Tore erzielte und außerdem zu Gerd Müller in der ewigen Bestenliste aufschloss.

Für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine wurde die deutsche Mannschaft in eine Qualifikationsgruppe mit
Belgien, Aserbaidschan, der Türkei, Kasachstan und Österreich gelost. Unmittelbar nach der Weltmeisterschaft hatte Löw bestätigt,
dass Ballack Kapitän der Mannschaft bleibt, ihm aber wegen der anhaltenden Verletzung noch keinen Stammplatz in Aussicht
gestellt. Auch nach Ballacks Genesung und Lob von seiten der Presse für seine Leistungen bei Bayer 04 Leverkusen blieb eine
Nominierung des nominellen Kapitäns weiter aus. Nach zwei Vier-Augen-Gesprächen 2011 gab der DFB schließlich bekannt, dass
Löw nicht mehr mit Michael Ballack plane, so dass Philipp Lahm 2011 offiziell Kapitän der Nationalelf wurde. Ballack nahm dies
missbilligend zur Kenntnis, da ihm in den Gesprächen mit Löw die Chance zum Comeback vermittelt worden sei. Er lehnte auch das
vonseiten des DFB angebotene Abschiedsspiel gegen Brasilien ab, da es sich um ein schon lange geplantes Freundschaftsspiel und
kein eigentliches Abschiedsspiel handelte.
Die deutsche Nationalmannschaft vor dem
In der Qualifikation schaffte Deutschland als einzige Mannschaft zehn Siege in zehn Spielen, was zuvor nur Tschechien in der 2:1-Sieg in Wien im EM-Qualifikationsspiel
Qualifikation für die EM 2000 gelungen war. Mit neun Toren belegte Klose den zweiten Platz in der Torschützenliste der gegen Österreich am 3. Juni 2011
Qualifikation. Zwischenzeitlich gelangen zudem wertvolle Siege in den Freundschaftsspielen gegen Uruguay, Brasilien und die
Niederlande. Gegen die „Seleçao“ war das 3:2 im August 2011 der erste Sieg seit 1993, gegen die Niederlande der erste Sieg seit
einem 1:0 in Rotterdam 1996. Gegen Italien wurde der erste Sieg seit knapp 16 Jahren verpasst, als man sich im Februar 2011 in Dortmund mit einem 1:1-Unentschieden trennte.

In der Vorrunde der Europameisterschaft 2012 traf die deutsche Mannschaft in der Ukraine auf Portugal, die Niederlande und Dänemark. Die deutschen Medien sprachen nach der
Auslosung einhellig von einem Ende des für Deutschland typischen Losglücks. Die als Titelfavorit zum Turnier angereiste deutsche Mannschaft erreichte – was ihr bei einer EM noch nie
gelungen war – mit drei Siegen (1:0 gegen Portugal, 2:1 gegen die Niederlande und 2:1 gegen Dänemark) und 9 Punkten das Viertelfinale. Dort traf sie in Danzig auf die griechische
Mannschaft, die in Gruppe A das entscheidende Spiel gegen Russland gewonnen hatte. Durch ein 4:2 wurde das Halbfinale erreicht und mit dem 15. Pflichtspielsieg in Serie ein neuer
Weltrekord aufgestellt.[42] Gegen Italien wurde das Halbfinale mit 1:2 verloren, nach zwei Treffern von Mario Balotelli gelang Mesut Özil nur noch der Anschlusstreffer. Mario Gómez
verpasste nur knapp die Auszeichnung als bester EM-Torschütze, da Spaniens Fernando Torres bei ebenso vielen Toren und Vorlagen weniger Einsatzzeit hatte.

In der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2014 traf die Mannschaft auf Schweden, die Färöer, erneut auf Österreich und Irland sowie
abermals auf Kasachstan. In die Qualifikation startete die Mannschaft Löws mit drei Siegen gegen die Färöer, Österreich und Irland. Am
16. Oktober 2012 endete das Spiel gegen Schweden in Berlin mit 4:4, nachdem Deutschland bis zur 62. Minute 4:0 geführt hatte. Die
darauffolgenden Qualifikationsspiele gegen Kasachstan (3:0 und 4:1), Österreich (3:0, inklusive dem 68. Länderspieltor von Miroslav
Klose, der nun gemeinsam mit Gerd Müller Rekordtorschütze war), die Färöer (3:0) und Irland (3:0) wurden jeweils mit drei Toren
Vorsprung gewonnen. Somit konnte der deutschen Nationalelf der erste Gruppenplatz, der zur Teilnahme an der Fußball-Weltmeisterschaft
2014 in Brasilien berechtigte, nicht mehr genommen werden. Das letzte Gruppenspiel, das Rückspiel am 15. Oktober 2013 in Schweden, in
dem erneut acht Tore fielen (5:3 für Deutschland), war damit bedeutungslos.
Die deutsche Nationalmannschaft
vor dem 2:1-Sieg in Wien gegen Das WM-Jahr 2014 begann am 5. März in Stuttgart mit einem 1:0-Sieg in einem Freundschaftsspiel gegen die Auswahl Chiles, das bewusst
Österreich am 11. September 2012 als Kontrahent ausgesucht worden war, um die Spielweise eines möglichen südamerikanischen Gegners bei der WM zu testen. Da für das
Freundschaftsspiel gegen Polen etliche Leistungsträger wegen Pflichtspielterminen mit ihren Vereinen ausfielen, kamen bei dem torlosen
Unentschieden zwölf Spieler zu ihrem Länderspieldebüt. Von ihnen wurden einige in den noch 27 Spieler umfassenden, erweiterten WM-
Kader nominiert. Das folgende Vorbereitungsspiel am 1. Juni 2014 in Mönchengladbach gegen das von Volker Finke trainierte Kamerun endete 2:2. Am Tag darauf wurde der endgültige
WM-Kader bekanntgegeben. Das letzte Vorbereitungsspiel gegen Armenien wurde mit 6:1 gewonnen. Miroslav Klose hatte in diesem Spiel das Tor zum 4:1 erzielt und wurde mit seinem
69. Länderspieltor alleiniger Rekordtorschütze der Nationalmannschaft. Marco Reus verletzte sich kurz vor der Halbzeitpause am Sprunggelenk und musste einen Tag später seine
Teilnahme an der WM absagen. Für ihn wurde Shkodran Mustafi nachnominiert.
In der Gruppenphase der WM 2014 traf die deutsche Mannschaft wie bei der EM 2012 auf den Dritten der FIFA-Weltrangliste Portugal, wie
bei der WM 2010 auf Ghana und auf die Vereinigten Staaten, die vom ehemaligen Bundestrainer Jürgen Klinsmann trainiert wurden. Das
erste Gruppenspiel gegen die Auswahl Portugals wurde mit 4:0 gewonnen. Dem 2:2-Unentschieden gegen die Auswahl Ghanas folgte im
abschließenden Gruppenspiel gegen die Auswahl der Vereinigten Staaten ein 1:0-Sieg, der den Gruppensieg bedeutete. Im Achtelfinale
brauchte Deutschland die Verlängerung, um mit 2:1 gegen Algerien zu gewinnen. Im Viertelfinale gelang ein 1:0-Sieg über Frankreich. Mit
einem 7:1-Sieg gegen Gastgeber Brasilien erreichte die DFB-Auswahl das Finale der Weltmeisterschaft. Dies war der höchste Sieg, der je in
einem Halbfinale erzielt wurde. Das Halbzeitergebnis von 5:0, das bereits nach 29 Minuten erreicht war, war ebenfalls ein neuer Rekord für
ein Spiel in der K.-o.-Runde einer WM. Miroslav Klose hatte in diesem Spiel (wie auch im Gruppenspiel gegen Ghana) einen Treffer erzielt;
mit insgesamt 16 Toren bei Weltmeisterschaften wurde er neuer Rekordtorschütze dieses Wettbewerbs und stellte mit nun insgesamt 71
Länderspieltoren auch den immer noch aktuellen Rekordwert der Nationalmannschaft auf. Im Finale traf die Nationalelf am 13. Juli 2014 in
Rio de Janeiro im Estádio do Maracanã auf Argentinien.

In der Neuauflage der WM-Endspiele von 1986 und 1990 setzte sich die deutsche Mannschaft in der Verlängerung dank eines Treffers von
Mario Götze mit 1:0 durch. Sie wurde damit zum vierten Mal Weltmeister und ist die erste europäische Nationalmannschaft, die den Titel
bei einer WM in Südamerika geholt hat. Der Dokumentarfilm Die Mannschaft zeigt den Weg zum vierten Titelgewinn aus Sicht der
deutschen Mannschaft.[43]
Mannschaftsaufstellungen im WM-
Finale 2014
Seit 2014: Gegenwart

Europameisterschaft 2016
In der Qualifikation zur EM 2016 traf Deutschland auf Schottland, Polen, erneut auf Irland, den Neuling Gibraltar und auf Georgien.
Einem 2:1-Auftaktsieg in Dortmund gegen Schottland folgte eine 0:2-Niederlage in Warschau gegen Polen – die erste Niederlage
gegen eine polnische Nationalmannschaft überhaupt. Gegen Irland führte man bis in die Nachspielzeit mit 1:0 ehe den Iren durch
John O’Shea der Ausgleich gelang. Die Premiere gegen den Neuling aus Gibraltar entschied die Nationalmannschaft am 14.
November 2014 in Nürnberg mit einem 4:0-Sieg für sich und rangierte mit drei Punkten hinter Polen und punktgleich mit Irland und
Schottland an dritter Stelle. Durch einen 2:0-Sieg gegen Georgien in Tiflis und einen 7:0-Erfolg im Auswärtsspiel gegen Gibraltar
konnte sich das deutsche Team an Spitzenreiter Polen herankämpfen und übernahm mit einem 3:1-Sieg gegen Polen in Frankfurt Die deutsche Nationalmannschaft nach
schließlich die Tabellenführung, die der amtierende Weltmeister drei Tage später mit einem 3:2-Auswärtserfolg in Schottland Erhalt des WM-Pokals 2014
behaupten konnte. Im vorletzten Gruppenspiel unterlag Deutschland mit 0:1 in Irland erstmals in einem Pflichtspiel gegen die Iren,
konnte sich durch einen anschließenden 2:1-Sieg gegen Georgien aber als Gruppensieger direkt für die EM-Endrunde qualifizieren.

Während des Freundschaftsspiels gegen die französische Nationalmannschaft am 13. November 2015 in Saint-Denis sprengten sich zwei Selbstmordattentäter unmittelbar vor dem
Austragungsort, dem Stade de France, in die Luft, nachdem sie zuvor versucht hatten, in das Stadion zu gelangen.[44] Die Explosionen waren während des Spiels deutlich zu hören. Um eine
Panik zu vermeiden, wurde es jedoch bis zum Ende fortgesetzt. Die deutsche Nationalmannschaft erfuhr erst nach Spielende von den Terroranschlägen und verblieb aus Sicherheitsgründen
die ganze Nacht in den Katakomben des Fußballstadions, bevor sie am nächsten Morgen zum Flughafen fuhr.[45]

Siehe auch: Terroranschläge am 13. November 2015 in Paris


Das Länderspiel der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen die Niederlande am 17. November 2015 in Hannover wurde circa eineinhalb Stunden vor Spielbeginn abgesagt; das
Stadion wurde evakuiert und großräumig abgesperrt, da den Sicherheitsbehörden konkrete Hinweise auf eine terroristische Gefährdung vorlagen. Das DFB-Team befand sich zu diesem
Zeitpunkt noch nicht vor Ort.[46]

Bei der Europameisterschaft 2016 in Frankreich gewann die deutsche Nationalmannschaft ihre Vorrundengruppe punktgleich vor der polnischen Nationalmannschaft, gegen die sie im
zweiten Gruppenspiel 0:0 gespielt hatte. In der Finalrunde gewann sie das Achtelfinale gegen die Slowakei mit 3:0 und das Viertelfinale gegen Italien mit 6:5 im Elfmeterschießen, nachdem
es am Ende der Verlängerung 1:1 gestanden hatte. Ohne den gelbgesperrten Mats Hummels und die Verletzten Mario Gómez und Sami Khedira verlor Deutschland das Halbfinale
schließlich 0:2 gegen Gastgeber Frankreich. Beide Tore schoss Antoine Griezmann.

Konföderationen-Pokal 2017 und WM-Qualifikation


In der Qualifikation zur WM 2018 traf Deutschland auf Tschechien, Nordirland, Norwegen, Aserbaidschan und San Marino. Nach der Niederlage im EM-Halbfinale kassierte Deutschland
erst im fünften Spiel der Qualifikation und im insgesamt achten Länderspiel seit diesem Turnier wieder ein Gegentor (gegen Aserbaidschan durch Dimitrij Nazarov) und stellte mit
insgesamt 679 Minuten ohne Gegentreffer einen neuen Mannschaftsrekord auf.

Für den in der deutschen Öffentlichkeit umstrittenen Konföderationen-Pokal hatte Joachim Löw bereits früh angekündigt, zahlreiche
Stammspieler zu schonen. Folgerichtig nominierte er für diesen Wettbewerb lediglich sieben Spieler aus dem letzten EM-Kader und
zahlreiche Akteure mit nur geringer oder gar keiner Länderspielerfahrung. Da auf Nachnominierungen für die verletzungsbedingt
ausgefallenen Leroy Sané und Diego Demme verzichtet wurde, reiste Deutschland als einzige Mannschaft mit nur 21 Spielern an und stellte
mit einem Durchschnittsalter von 24 Jahren und vier Monaten den jüngsten Kader des Turniers. Mit Siegen über Asienmeister Australien
und Afrikameister Kamerun sowie einem Unentschieden gegen Copa-América-Sieger Chile beendete Deutschland die Vorrunde als
Gruppensieger. Das anschließende Halbfinale gegen den Gold-Cup-Sieger von 2015, Mexiko, wurde mit 4:1 gewonnen, womit die deutsche
Nationalmannschaft bei ihrer dritten Teilnahme am Konföderationen-Pokal zum ersten Mal das Finale erreichte. Dieses wurde mit einem 1:0
Die deutsche Mannschaft vor dem
gegen Chile gewonnen, der zweite Titelgewinn unter Joachim Löw. Der Gewinn des Konföderationen-Pokal ermöglichte Deutschland zum
Finale des Konföderationen-Pokals
6. Juli 2017 nach zwei Jahren die Rückkehr an Platz 1 der FIFA-Weltrangliste.
gegen Chile
Die WM-Qualifikation beendete die deutsche Mannschaft mit zehn Siegen aus zehn Spielen, was zuvor nur Spanien in der Qualifikation zur
WM 2010 mit anschließendem Titelgewinn bei der Endrunde, allerdings mit einem schlechteren Torverhältnis gelungen war. Es war
Deutschlands erste mit hundertprozentiger Siegquote abgeschlossene WM-Qualifikation seit der Qualifikation zur WM 1982, damals mussten allerdings nur acht Spiele bestritten werden.

Gruppen-Aus bei der Weltmeisterschaft 2018 und sportlicher Abstieg in der UEFA Nations League
In der Vorrunde der WM 2018 traf Deutschland auf Mexiko, Schweden und Südkorea. Nach einer 0:1-Auftaktniederlage gegen Mexiko, der
ersten Niederlage in einem WM-Auftaktspiel seit 36 Jahren,[47] geriet Deutschland auch in der ersten Halbzeit gegen Schweden mit 0:1 in
Rückstand, doch der Ausgleich in der zweiten Halbzeit und ein in der fünften Minute der Nachspielzeit verwandelter Freistoß von Toni
Kroos bescherten Deutschland einen 2:1-Sieg. Allerdings verlor Deutschland mit 0:2 gegen Südkorea und schied als Gruppenletzter somit
erstmals in der deutschen WM-Historie in der Vorrunde aus.

Im Anschluss an das Ausscheiden bei der WM hielt der Verband öffentlich weiter an Trainer Löw fest.[48] Dann kam es im August 2018 zu
einer rund 110-minütigen Pressekonferenz, der bis dato längsten in der Geschichte des DFB. Bundestrainer Löw und Manager Bierhoff
stellten sich den Fragen anwesender Journalisten und bemühten sich um eine Aufarbeitung der enttäuschenden Leistungen der
Mannschaft.[49] Löw gab an, die Fehler, die er bei der WM gemacht habe, wären „fast schon arrogant“ gewesen, er hätte alles
„perfektionieren“ und „auf die Spitze treiben“ wollen.[50][51] Thomas Schneider wurde von seinem Amt als Co-Trainer entbunden und als
Leiter der DFB-internen Scouting-Abteilung eingesetzt,[52] darüber hinaus der Betreuerstab erheblich verkleinert und Stürmer Mario Gómez
trat „bis auf Weiteres“ als Nationalspieler zurück.[53] Sami Khedira, welcher sich nach eigenem Bekunden mitschuldig für den Ausgang des
Turniers fühlte, wurde von Joachim Löw darüber in Kenntnis gesetzt, künftig nicht mehr für die Nationalmannschaft nominiert zu
werden.[53]

Auch äußerten sich beide erneut zur so genannten Causa Özil/Erdoğan, die Diskussion um den Nationalspieler Mesut Özil, der nach Startaufstellungen im Finale des
mehreren Fotoaufnahmen mit „seinem Präsidenten“ Recep Tayyip Erdoğan herbe Kritik von Seiten der Fans, nationalen Medien, DFB- Konföderationen-Pokal

Präsident Grindel oder auch Oliver Bierhoff erfahren und der sich bis dato nicht dazu geäußert hatte.[54] Anders als beispielsweise der
ebenfalls betroffene İlkay Gündoğan, der bereits am 9. Juni öffentlich bekanntgegeben hatte, er wäre „immer noch dankbar, für dieses Land
zu spielen“.[55] Laut Löw hätte dieses Thema „Kraft gekostet, weil es immer wieder da war“, wäre jedoch keiner der Gründe für das Versagen bei der WM. Der DFB erfuhr seinerseits
ebenfalls Kritik am Umgang mit der Sache[56], insbesondere, nachdem sich Özil im Juli doch noch öffentlich äußerte. In einer Mitteilung beim Kurznachrichtendienst Twitter beschuldigte er
unter anderem Präsident Grindel des Rassismus und gab seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt.[57] Der Rücktritt wurde jedoch nie persönlich an Löw übermittelt und auch in
der Folge vermied der Spieler den Kontakt mit seinem ehemaligen Trainer.[58]

Zudem sahen sich Bierhoff und die DFB-Spitze vor, nach und während der WM Vorwürfen aufgrund mangelnder Nähe zu den Fans ausgesetzt. Der Mannschaft wurde „Abgehobenheit“ und
„Entfremdung“ von den Anhängern vorgeworfen, nachdem etwa im Trainingslager in Eppan, Südtirol, der Trainingsplatz mittels Planen abgeschottet worden war. Auch sollen die Spieler
dort zu wenig mit den Mitgereisten interagiert haben, etwa in Form von kurzen Gesprächen oder Autogrammen. Slogans wie Best Never Rest oder das Hashtag #ZSMNN wurden im Zuge
dessen kritisiert und als symbolisch für die zunehmende Entfremdung von den Fans angesehen.[59][60][61][62] #ZSMNN war dabei gar kein Marketingslogan, sondern sollte der
Zusammenfassung von Aktivitäten des DFB während der WM, auch im Rahmen sozialer Projekte, dienen.[63] Bierhoff erklärte daraufhin, dass Fannähe ein Aspekt sie, den er „sehr ernst“
nehme und gelobte für die Zukunft Besserung.[64] Man hätte vor der WM 2006 einen Verhaltenskodex entwickelt, an den man sich nicht mehr ganz gehalten habe und den man nun wieder
verfolgen wollte.[59]

Für die ersten Länderspiele nach der Weltmeisterschaft gegen Weltmeister Frankreich in der neu gegründeten UEFA Nations League (0:0) und Peru (2:1) in einem Testspiel waren 17 der 23
Spieler im Kader auch in Russland dabei gewesen. Die Jungspieler Thilo Kehrer, Nico Schulz und Kai Havertz wurden erstmals nominiert, Jonathan Tah, Nils Petersen und Leroy Sané
erneut in den Kader berufen. Anschließend verlor man in Amsterdam mit 0:3 das erste Mal seit 16 Jahren wieder gegen den alten Rivalen Niederlande – Joachim Löw wurde mit seinem
168. Einsatz an der Linie zum europaweiten Nationaltrainer mit den meisten und hinter dem Uruguayer Óscar Tabárez der mit den weltweit zweithäufigsten Spielen mit einer
Mannschaft.[65] Nach einem 1:2 gegen Frankreich musste das DFB-Team bereits die sechste Niederlage in einem Kalenderjahr hinnehmen und stellte so einen neuen Negativrekord auf.[66]
Ein 3:0 gegen Russland in einem Testspiel am 15. November wurde von „nur“ 35.288 Gästen besucht und seitens der Nationalmannschaft als weiteres Zeugnis der schlechten Stimmung
unter den Anhängern gewertet.[67]

Nach dem 2:0 der Niederländer über Frankreich am 16. November in der Nations League war der Abstieg in die zweithöchste Liga vor dem Rückspiel gegen Oranje bereits fix.[68] In
diesem gingen die Deutschen früh durch Tore von Werner und Sané in Führung und ließen in der eigenen Hälfte lange nur wenige Chancen zu und bewiesen auch den Zug nach vorne für
einen weiteren Ausbau der Führung. Der sowohl für seine Leistungen im Nationaltrikot als auch beim FC Bayern seit längerer Zeit schwer kritisierte Thomas Müller kam in der 66. Minute
für seinen Münchener Teamkameraden Gnabry und lief so zum 100. Mal in einem Länderspiel auf. Der Anschlusstreffer folgte dann erst in der 85. Minute durch Quincy Promes, der von
Trainer Koeman in den Sturm beorderte, wuchtige Kapitän und Abwehrchef Virgil van Dijk traf schließlich in der 91. Minute per Volley zum 2:2-Endstand. So schloss das DFB-Team das
Länderspieljahr 2018 ohne einen einzigen Sieg in der Nations League ab.[69] Nach einer Aufstockung der Liga A der Nations League auf 16 Mannschaften zur Saison 2020/21 im September
2019 wurde der Abstieg in Liga B rückwirkend verhindert.[70]

Im November 2018 rutschte die deutsche Mannschaft in der FIFA-Weltrangliste auf Rang 16 ab, die schlechteste Platzierung seit 2005.[71]

EM-Qualifikation
Am 5. März 2019 gab Bundestrainer Löw bekannt, in näherer Zukunft nicht mehr mit den Weltmeistern von 2014 Müller, Hummels und Boateng planen zu wollen.[72]

Zum Auftakt der Qualifikation zur Europameisterschaft 2020 gelang der deutschen Mannschaft ein 3:2-Sieg in Amsterdam gegen die Niederlande, der auch der erste Auswärtssieg gegen das
Nachbarland seit 1996 war, im dritten Spiel wurde in Mainz Estland mit 8:0 klar besiegt. Das Rückspiel gegen die Niederlande ging mit 2:4 verloren. Mit einem 4:0-Sieg über Weißrussland
sicherte sich die deutsche Elf am 9. Spieltag vorzeitig die Qualifikation zur EM.[73] Da die Niederländer in Nordirland nur zu einem torlosen Remis kamen, wurde Deutschland letztlich
doch noch Gruppensieger, obwohl die Niederlande im direkten Vergleich mit Deutschland besser abgeschnitten hatte.[74]

Reichstrainer, Bundestrainer und Teamchefs


DFB-Trainer
Anfänge ohne Trainer (1900–1926)
In den ersten Jahren hatte die Nationalelf noch keinen Trainer. Die Aufstellung der Mannschaften war das Ergebnis des Proporzdenkens der
Landesverbände. Zu den Länderspielen wurde weniger nach Leistung, sondern gemäß einem Quotensystem eingeladen. Dabei standen den
einzelnen Landesverbänden bestimmte Positionen zu. Die Aufstellung legte der Spielausschuss fest und der Mannschaftskapitän bestimmte am
Spielort die Taktik. Allerdings gab es zu dieser Zeit auch kaum ausgebildete Trainer. Von ihren ersten 58 Länderspielen konnte die Nationalelf
lediglich 16 gewinnen, 12 endeten remis und 30 gingen verloren, darunter mit 0:9 die höchste Niederlage. Allerdings gelang in dieser Zeit auch
der höchste Sieg.
Nachdem Felix Linnemann 1925 DFB-Präsident geworden war, sorgte er dafür, dass mit Otto Nerz der erste Trainer angestellt wurde. Die
deutsche Nationalmannschaft ist die einzige Nationalmannschaft, bei der vier Nationaltrainer (Herberger, Schön, Vogts und Löw) in mehr als
100 Länderspielen auf der Bank saßen und hat mit nur zehn Nationaltrainern wesentlich weniger Trainer als andere Nationalmannschaften
aufzuweisen.

Siehe auch: Bundestrainer (DFB)

Otto Nerz (1926–1936)


Otto Nerz, ein Volksschullehrer und Arzt aus Mannheim, der als konsequent und zielstrebig galt, war der erste DFB-Trainer. Er war zunächst ab
1926 nebenamtlich für das Training der vom Spielausschuss ausgewählten Spieler tätig, arbeitete als Reichstrainer in dieser Funktion voll
verantwortlich von 1928 bis 1936 und war bei den Olympischen Sommerspielen 1928 und der Fußball-Weltmeisterschaft 1934 in Italien für die
deutsche Nationalmannschaft verantwortlich. Bei dieser WM belegte er mit einer bemerkenswert jungen Mannschaft (Durchschnittsalter 23
Jahre) den dritten Platz. Nach dem frühzeitigen Scheitern der deutschen Mannschaft bei den Olympischen Sommerspielen 1936 in Berlin löste
ihn Sepp Herberger als Reichstrainer ab. Jedoch gestaltete sich der Übergang zwischen Nerz und Herberger fließend: Zwar war Nerz für das
erste Länderspiel nach dem Olympischen Fußballturnier, am 13. September 1936 in Polen, aufgrund dessen enttäuschenden Verlaufs beurlaubt
und wurde von seinem späteren Nachfolger Herberger vertreten, jedoch war er nur zwei Wochen später, am 27. September 1936, erneut
verantwortlicher Trainer bei einem Auswärtsspiel in der Tschechoslowakei. Die deutsche Nationalmannschaft bestritt am selben Tag in
Deutschland mit einem gänzlich anderen Team gegen Luxemburg ein weiteres offizielles Länderspiel, bei dem die entsprechenden Spieler
wiederum von Herberger betreut wurden. Insgesamt bestritt die deutsche Mannschaft im September und Oktober 1936 fünf Länderspiele, die in
der Statistik des DFB bis zum Jahr 2019 als die ersten Partien unter Sepp Herberger gezählt wurden. Da die offizielle Ernennung Sepp
Herbergers zum Reichstrainer erst am 2. November 1936 erfolgte, rechnet der DFB diese fünf Spiele jetzt Nerz an. Laut dieser neuen Zählung
bestritt die deutsche Nationalmannschaft in der Ära Otto Nerz 75 Länderspiele, von den 44 mit einem Sieg, 11 mit einem Unentschieden und 20
mit einer Niederlage endeten.[75]

Sepp Herberger (1936–1942 und 1950–1964)


Sepp Herberger war der zweite und letzte Reichstrainer sowie der erste Bundestrainer des DFB. Er löste Nerz nach
dem Ausscheiden bei den Olympischen Spielen 1936 ab. Auch wenn er die deutsche Nationalmannschaft bereits
zweimal zuvor als verantwortlicher Trainer betreut hatte, gilt in der revidierten Statistik des DFB erst das Länderspiel
gegen Italien vom 15. November 1936 als die erste Partie seiner Amtszeit.[75] Nach seinem Amtsantritt blieb die
deutsche Mannschaft 16 Länderspiele am Stück unbesiegt und erreichte unter anderem die bis heute höchsten Siege
gegen Dänemark (8:0) und Schweden (5:0). Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1938 musste er auf Anweisung der
Sepp Herberger Regierung die deutsche Mannschaft um Spieler aus dem kurz zuvor ans Deutsche Reich angeschlossenen Österreich
(1956) ergänzen. Die nicht eingespielte Mannschaft scheiterte bereits in der ersten Runde gegen die Schweiz, auf ein 1:1 nach
Verlängerung folgte eine 2:4-Niederlage im Wiederholungsspiel. Trotzdem blieb Herberger bis 1942, als der Länderspielbetrieb kriegsbedingt eingestellt wurde, im
Amt. Als Reichstrainer betreute er die Nationalmannschaft (nach neuer DFB-Zählung) 65-mal; es gab 40 Siege, 12 Unentschieden und 13 Niederlagen. Einer seiner
Assistenten war bis 1943 Emil Melcher.[76]

1950 wurde Herberger als einer von mehreren Kandidaten auch erster Bundestrainer des wiedergegründeten DFB. 1954 führte er die DFB-Auswahl unter ihrem Kapitän Fritz Walter zum
Sieg bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz. Der überraschende 3:2-Erfolg im Endspiel gegen das hoch favorisierte Ungarn wird bis heute als das Wunder von Bern,
Herberger und seine Mannschaft als Helden von Bern bezeichnet. Bei der WM 1958 in Schweden gelang mit dem vierten Platz noch einmal der Einzug ins Halbfinale; bei der WM 1962 in
Chile schied Deutschland jedoch im Viertelfinale aus. Herberger war 97 Spiele lang deutscher Bundestrainer, davon endeten 52 mit Siegen, 14 unentschieden und 31 mit Niederlagen. Am 9.
November 1964 wurde Herberger, der von den Nationalspielern respektvoll „Chef“ genannt wurde, von Helmut Schön abgelöst. Nach seinem Rücktritt gehörte er bei der WM 1966 als
„Ehrengast“ noch zum erweiterten Betreuerstab der Nationalmannschaft. Seine Gesamtbilanz als Reichs- und Bundestrainer: 162 Länderspiele, davon 92 Siege, 26 Unentschieden, 44
Niederlagen.[75] Da der DFB bis 2019 die letzten 5 Länderspiele unter seinem Vorgänger Otto Nerz zu Herbergers Amtszeit dazuzählte, galt er bis zum Jahr 2016 mit insgesamt 167 Partien
als der Nationaltrainer mit den meisten Länderspielen für einen Verband (noch vor Morten Olsen, der auf 166 Spiele als Nationaltrainer Dänemarks kam und damit nach der revidierten
Statistik jetzt vor Herberger liegt), wurde dann aber vom Uruguayer Óscar Tabárez übertroffen. Der aktuelle Bundestrainer Joachim Löw überbot am 13. Oktober 2018, noch vor Revision
der Länderspielstatistik, mit dem 168. Länderspiel unter seiner Führung ebenfalls diese Marke.

Helmut Schön (1964–1978)


Helmut Schön ist nach Titeln der erfolgreichste Bundestrainer. Als bislang einziger führte er die Nationalelf zur Weltmeister- und zur
Europameisterschaft. Bereits bei Schöns erster WM, 1966 in England, wurde die deutsche Fußballnationalmannschaft Vizeweltmeister und bei der
WM in Mexiko 1970 Dritter. 1972 gewann sie die Fußball-Europameisterschaft in Belgien und 1974 wurde sie bei der WM in Deutschland zum
zweiten Mal nach 1954 Fußballweltmeister. Bei der EM in Jugoslawien 1976 wurde sie Vize-Europameister. In 139 Spielen unter Helmut Schön
gelangen ihr 87 Siege bei 31 Remis und nur 21 Niederlagen.

Paraguayische Briefmarke
Helmut Schön (rechts) und Jupp Derwall (1978–1984)
sein Vorgänger Sepp
Die größten Erfolge von Jupp Derwall als Bundestrainer waren der Gewinn der Fußball-Europameisterschaft 1980 in
Herberger
Italien und der zweite Platz bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1982 in Spanien. Nach dem frühen Ausscheiden in der
Vorrunde gegen Spanien bei der Fußball-Europameisterschaft 1984 trat er zurück. In 67 Spielen erzielte seine Mannschaft
44 Siege, spielte zwölfmal unentschieden und kassierte elf Niederlagen. Unter seiner Ägide gab es mit 23 Spielen die längste Serie ohne Niederlage, wobei zwölf
Spiele hintereinander gewonnen werden konnten. Derwall ist der bisher einzige Bundestrainer, der bei seinem ersten Turnier gleich einen Titel gewinnen konnte.

Jupp Derwall
Franz Beckenbauer (1984–1990) (2004)
Franz Beckenbauer wurde mangels Trainerlizenz kurzerhand zum Teamchef ernannt. Als eigentlicher Trainer diente zunächst sein Assistent Horst Köppel, der 1987
von Holger Osieck abgelöst wurde. Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko wurde die deutsche Nationalelf unter Beckenbauers Regie Vizeweltmeister
(die DFB-Auswahl unterlag im Finale Argentinien mit 2:3). Bei der EM 1988 im eigenen Land erreichte die Nationalmannschaft das Halbfinale. Zwei Jahre später
führte Beckenbauer bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1990 in Italien die Nationalelf zum Weltmeistertitel. Damit schaffte er einen in Deutschland bislang
einmaligen Erfolg: Er wurde als Spieler und als Teamchef jeweils Fußballweltmeister und Vizeweltmeister. Seine Bilanz als Teamchef bei 66 Spielen: 34 Siege, 20
Remis und 12 Niederlagen.

Franz
Berti Vogts (1990–1998) Beckenbauer
(1990)
Berti Vogts löste Franz Beckenbauer nach der WM 1990 ab. Ihm gelang der Sieg bei der Fußball-Europameisterschaft 1996 und er wurde Vize-Europameister 1992.
In 102 Spielen siegte seine Mannschaft 66-mal, spielte 24-mal Remis und verlor nur zwölf Spiele. Unter Vogts belegte die deutsche Mannschaft im Februar 1997 –
gemeinsam mit Brasilien – Platz eins in der FIFA-Weltrangliste. Berti Vogts ist der erste Bundestrainer, der nach der deutschen noch andere Nationalmannschaften
(Kuwait, Schottland, Nigeria und zuletzt Aserbaidschan) betreute, aber mit keiner davon an einer WM- oder Kontinentalmeisterschafts-Endrunde teilnahm.

Erich Ribbeck (1998–2000)


Erich Ribbeck, der 1984 schon als ernsthafter Kandidat für die Nachfolge von Jupp Derwall gehandelt worden war, sich mittlerweile aber schon im Ruhestand
befand, folgte auf Berti Vogts. Aber bereits nach dem Vorrunden-Aus bei der Fußball-Europameisterschaft 2000, dem schlechtesten Abschneiden einer deutschen Berti Vogts
Nationalmannschaft bei einem großen Turnier seit 1984, wurde er durch Rudi Völler ersetzt. Während Ribbecks Amtszeit, in der ihm zunächst Uli Stielike und seit (2006)
Mai 2000 Horst Hrubesch assistierte, wurden 24 Spiele bestritten, die geringste Anzahl aller bisherigen Bundestrainer. Dabei verbuchte die deutsche Auswahl zehn
Siege, sechs Remis und acht Niederlagen, womit Ribbeck der einzige Reichs- oder Bundestrainer ist, der weniger als die Hälfte der Länderspiele unter seiner
Führung gewinnen konnte. Zudem nahm er als einziger Bundestrainer überhaupt an keiner Weltmeisterschaft teil.

Rudi Völler (2000–2004)


Rudi Völler wurde 2000 Teamchef. Als eigentlicher Bundestrainer assistierte ihm Michael Skibbe. Ursprünglich war Völler als Übergangslösung vorgesehen; er
sollte nur für ein Jahr die Nationalelf trainieren, weil der designierte neue Bundestrainer Christoph Daum noch für eine Saison vertraglich an Bayer 04 Leverkusen
gebunden war, was wiederum Völlers Entscheidung als Sportdirektor von Bayer gewesen war. Nachdem Daum jedoch wegen seines Drogenkonsums als nicht mehr
tragbar erschien, blieb Völler Teamchef. Unter seiner Leitung wurde die Nationalmannschaft bei der WM 2002 in Südkorea und Japan überraschend Vize-
Weltmeister. Nach dem Ausscheiden der deutschen Elf bei der EM 2004 bereits in der Vorrunde erklärte Völler am 24. Juni 2004 seinen Rücktritt. In 53 Spielen
gelangen ihm 29 Siege bei elf Remis und 13 Niederlagen. In Erinnerung geblieben sind seine Wutrede am 6. September 2003 nach dem EM-Qualifikationsspiel auf
Island sowie die häufig wiederkehrenden Fangesänge „Es gibt nur ein’ Rudi Völler“ nach der WM 2002.
Rudi Völler
(2002)
Jürgen Klinsmann (2004–2006)
Jürgen Klinsmann wurde 2004 Trainer der DFB-Auswahl. Zu seinem Trainerstab gehörten Co-Trainer Joachim Löw, Torwarttrainer Andreas Köpke und
Teammanager Oliver Bierhoff. Klinsmanns Bilanz: In 34 Spielen gab es 20 Siege, acht Remis und sechs Niederlagen. In die Kritik (sogar aus Teilen der Politik)
geriet er im Vorfeld der WM 2006 wegen seiner Strategie, verstärkt jüngere Spieler mit wenig Spielpraxis in eine offensive DFB-Auswahl mit aufzunehmen –
insbesondere nach der 1:4-Niederlage gegen Italien am 1. März 2006. Des Weiteren führte er Fitness-Tests in der Mannschaft ein, infolgedessen namhafte Spieler
aus dem Kader entlassen wurden. Der damalige Torwart Oliver Kahn musste im August 2004 den Posten des Mannschaftskapitäns an Michael Ballack abgeben.[77]
Außerdem wurde bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 Kahn im Tor durch Jens Lehmann ersetzt.[78] Bei der Weltmeisterschaft kam Klinsmanns Mannschaft mit
einer erfrischenden Spielweise und vier Siegen sowie einem Sieg nach Elfmeterschießen dann bis ins Halbfinale, in dem sie Italien mit 0:2 nach Verlängerung
Jürgen
unterlag. Im Spiel um den dritten Platz besiegte sie Portugal mit 3:1. Trotz des unerwarteten Erfolgs verlängerte Klinsmann seinen auslaufenden Vertrag nicht, er Klinsmann
erklärte kurz nach Turnierende seinen Rücktritt. Er war der erste Bundestrainer, dessen Mannschaft sich für kein Turnier qualifizieren musste, da Deutschland für (2008)
den Confed-Cup 2005 und die WM 2006 jeweils als Veranstalter qualifiziert war. Aufgrund der kurzen Amtszeit ist er der erste Bundestrainer nach Sepp Herberger,
der mit seiner Mannschaft an keiner EM teilnahm. Von 2011 bis 2016 war er Trainer der Fußballnationalmannschaft der Vereinigten Staaten, mit der er 2013 den
CONCACAF Gold Cup gewann und bei der WM 2014 in der Vorrunde auf Deutschland traf.

Joachim Löw (seit 2006)


Joachim Löw ist seit dem 1. August 2006 als Nachfolger von Jürgen Klinsmann tätig und derzeit der Bundestrainer mit der drittlängsten Amtszeit. Er führte die
Mannschaft zunächst zur Fußball-Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz, bei der sie das Endspiel erreichte. Sein Vertrag galt erst nur bis zum
Ende des Turniers, wurde aber nach der Qualifikation zur EM 2008 bis zur WM 2010 verlängert. Sein Assistent war bis zum Gewinn der Weltmeisterschaft 2014
der ehemalige Bundesligaprofi Hansi Flick.

Löw startete als erster Bundestrainer mit fünf Siegen. Seine Mannschaft qualifizierte sich so früh wie keine andere zuvor für die EM 2008, musste aber nach
erfolgreicher Qualifikation die erste Pflichtspielniederlage hinnehmen. Bei der EM 2008 gelang es Löw und seiner Mannschaft, erstmals seit dem Titelgewinn von
1996 wieder ein Europameisterschaftsspiel zu gewinnen und das Finale zu erreichen, das man gegen Spanien mit 0:1 verlor. Joachim Löw
(2011)
Am 10. Oktober 2009 qualifizierte er sich mit der Nationalmannschaft für die Fußball-Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika. Dort erreichte er mit der deutschen
Mannschaft nach Siegen gegen Australien und Ghana und einer Niederlage gegen Serbien das Achtelfinale, in dem England mit 4:1 geschlagen wurde. Im
Viertelfinale erzielte die DFB-Elf ein 4:0 gegen Argentinien und erreichte das Halbfinale, das wie das EM-Finale mit 0:1 gegen Spanien verloren wurde. Im abschließenden Spiel um den
dritten Platz wurde Uruguay mit 3:2 geschlagen und das Turnierergebnis von 2006 wiederholt. Der damalige Bundespräsident Wulff kündigte am Tag danach an, Löw das
Bundesverdienstkreuz zu verleihen.

Für die EM 2012 in Polen und der Ukraine qualifizierte sich die Mannschaft erstmals und als einzige mit zehn Siegen in zehn Spielen. Die drei Vorrundenspiele im Turnier wurden in einer
Todesgruppe mit den Niederlanden, Dänemark und Portugal ebenfalls gewonnen. Nach einem Viertelfinalsieg gegen Griechenland, mit dem ein neuer Weltrekord von 15 Pflichtspielsiegen
in Folge aufgestellt worden war,[79] schied die Mannschaft im Halbfinale gegen Italien durch ein 1:2 aus, wonach Löw aufgrund der taktischen Aufstellung kritisiert wurde.[80]
Nach der erfolgreichen Qualifikation für die WM 2014, mit der Löw bei der Anzahl der erfolgreichen EM- und WM-Qualifikationen mit Helmut Schön gleichzog, wurde Löws Vertrag bis
2016 verlängert.[81] Bei der WM 2014 in Brasilien sicherte sich die Nationalelf unter Löw zunächst den Gruppensieg und zog nach einem 7:1-Sieg im Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien
ins Finale ein. Am 13. Juli 2014 besiegte sie die argentinische Nationalmannschaft mit 1:0 n. V. und wurde zum vierten Mal Weltmeister. Nach dem WM-Sieg stand Deutschland erstmals
seit über 17 Jahren wieder auf dem ersten Platz der FIFA-Weltrangliste.

Im Oktober 2014 wurde Thomas Schneider Löws neuer Co-Trainer.[82] Am 13. März 2015 verlängerte Löw seinen Vertrag bis 2018.[83] Auf Vorschlag Hansi Flicks wurde Marcus Sorg ab
dem 18. März 2016 zweiter Co-Trainer der Nationalmannschaft für die bevorstehende Europameisterschaft in Frankreich. Dort gefiel Sorgs Arbeit Löw so gut, dass er schließlich auch nach
dem Turnier im Trainerteam verblieb.[84]

Bei der Europameisterschaft 2016 zog Deutschland als Gruppensieger in die K.o.-Runde ein und traf nach einem deutlichen Sieg gegen die Slowakei auf Italien, gegen das die DFB-Elf bei
einem Turnier noch nie gewinnen konnte. In diesem Viertelfinalspiel vom 2. Juli 2016 gelang zwar erneut kein Sieg in der regulären Spielzeit oder der Verlängerung, jedoch konnte sich die
Mannschaft in einem von zahlreichen Fehlschüssen geprägten Elfmeterschießen durchsetzen und somit zum ersten Mal in ihrer Geschichte Italien direkt aus einem großen Turnier werfen
(indirekt war dies bereits bei der EM 1996 gelungen, als ein 0:0 im letzten Gruppenspiel der Vorrunde Deutschland für den Gruppensieg reichte und für das Ausscheiden der Italiener sorgte).
Sie unterlag jedoch im Halbfinale am 7. Juli 2016 gegen Frankreich mit 0:2 und schied aus dem Turnier aus.[85]

Im 141. Spiel unter seiner Leitung gelang am 11. Oktober 2016 der 94. Sieg, womit der Rekord von Sepp Herberger eingestellt wurde.[86][87] Im 142. Spiel seiner Amtszeit am 11.
November gelang dann der 95. Sieg, womit er nun alleiniger Rekordhalter ist.[88]

Am 31. Oktober 2016 verlängerte Löw seinen Vertrag vorzeitig bis 2020.[89]

Am 25. Juni 2017 gewann die Mannschaft im 150. Länderspiel seiner Amtszeit zum 100. Mal unter seiner Leitung und zog mit dem Sieg ins Halbfinale des Konföderationen-Pokals 2017
ein, womit sie zum sechsten Mal unter seiner Ägide ein Turnierhalbfinale erreichte — so oft wie unter keinem seiner Vorgänger. Mit dem Sieg im Finale gegen Chile zog er in der Zahl der
gewonnenen Endspiele mit Helmut Schön gleich.

In der Qualifikation für die WM 2018 gelangen der deutschen Mannschaft erstmals überhaupt zehn Siege in zehn Spielen in einer WM-Qualifikation. Mit zwei Unentschieden zum
Jahresabschluss 2017 gegen England und Frankreich blieb die deutsche Nationalmannschaft zum ersten Mal in der Amtszeit von Joachim Löw und zum ersten Mal überhaupt seit dem Jahr
1997 in einem Kalenderjahr ohne Niederlage.

Am 15. Mai 2018 wurde sein Vertrag bis 2022 verlängert.[90]

Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde der WM 2018 wechselte der bisherige Co-Trainer Thomas Schneider in die Scoutingabteilung des DFB.[91] Damit ist Marcus Sorg nunmehr
alleiniger Co-Trainer.

Am 9. September 2018 stellte er den Rekord von Sepp Herberger mit 167[92] Länderspielen ein und wurde am 13. Oktober 2018 mit 168 Länderspielen alleiniger Rekordhalter (aktuell
179[93] Spiele, Stand: 9. Oktober 2019).

Bemerkenswert ist, dass in der Ära Löw sämtliche Mannschaften, die im Laufe ihrer Geschichte einen Welt- oder Europameistertitel gewinnen konnten, wenigstens einmal besiegt wurden
(Die russische Nationalmannschaft ist laut FIFA der offizielle Nachfolger des sowjetischen Teams). Der erste prestigeträchtige Sieg war ein 2:1-Auswärtserfolg gegen England im
neueröffneten Wembley-Stadion am 22. August 2007. Es handelte sich hierbei um den ersten in regulärer Spielzeit errungenen Sieg gegen einen ehemaligen Weltmeister seit beinahe sieben
Jahren, als im Herbst des Jahres 2000 im alten Wembley-Stadion ebenfalls England geschlagen wurde. Der 4:0-Sieg gegen Argentinien im WM-Viertelfinale 2010 war der erste deutsche
Sieg gegen Argentinien seit dem WM-Endspiel von 1990. 2011 wurden Brasilien (3:2) und die Niederlande (3:0) erstmals seit damals knapp 18 bzw. 15 Jahren besiegt. Im Februar 2013
wurde mit einem 2:1 im Stade de France gegen Frankreich der erste Auswärtssieg gegen Frankreich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs und überhaupt der erste Sieg gegen die Franzosen
seit 1987 erzielt. Am 18. November 2014 gelang gegen Spanien der erste Sieg in Spanien seit der zweiten Finalrunde der WM 1982, womit für Spanien die längste Serie von Heimspielen
ohne Niederlage (8 Jahre und 34 Spiele/Siege) im Weltfußball endete,[94] und gleichzeitig der erste Sieg gegen einen amtierenden Europameister seit dem 2:0 gegen Dänemark am 27. März
1996. Außerdem war es der erste deutsche Sieg gegen Spanien seit dem 4:1-Sieg im August 2000, dem ersten Spiel der Ära Rudi Völler. Am 29. März 2016 gelang zudem erstmals seit dem
Jahr 1995 wieder ein Sieg gegen Italien, wobei mit dem 4:1 der bisherige Rekordsieg (5:2 aus dem Jahr 1939) gegen die Italiener eingestellt wurde.[95] Unter Löw gelangen der deutschen
Fußball-Nationalmannschaft unter anderem der erste zweistellige Sieg seit dem Jahr 1969 (13:0 gegen San Marino am 6. September 2006) und die höchsten Siege gegen Argentinien,
Brasilien, England und Portugal – alle in WM-Spielen (2010 und 2014). Allerdings kassierte die Mannschaft unter Löw auch die jeweils höchsten Niederlagen gegen Tschechien und die
Niederlande (jeweils 0:3 und damit die beiden höchsten Niederlagen überhaupt in Löws Amtszeit).

In den bisher (Stand: 19.November 2019) 181 Länderspielen unter Joachim Löw erreichte die deutsche Mannschaft 117 Siege und 34 Unentschieden, 30 Partien gingen verloren. Dazu
gehörten zwei Niederlagen und ein Sieg gegen die von seinem Vorgänger trainierten US-Amerikaner und vier Siege gegen die von Berti Vogts betreuten Aserbaidschaner. Unter Löw bestritt
die DFB-Auswahl die meisten WM- und EM-Qualifikationsspiele: Bisher 69 (Stand: 19. November 2019), von denen 58 gewonnen und nur 4 verloren wurden.

Spielführer
→ Hauptartikel: Liste der Kapitäne der deutschen Fußballnationalmannschaft
In den ersten Jahren ohne Trainer hatte der Spielführer die Aufgabe, die Taktik vorzugeben, in der die vom Spielausschuss aufgestellte Mannschaft spielen sollte. Erster Spielführer war
Arthur Hiller, der es auf vier Länderspiele brachte, davon zwei als Kapitän. Der erste Spieler, der es 1924 auf zehn Einsätze als Kapitän brachte, war Adolf Jäger, damit endete aber seine
Karriere in der Nationalmannschaft. Als mit Otto Nerz ein Reichstrainer angestellt wurde, wurde der Kapitän zum verlängerten Arm des Trainers. Unter Nerz überbot Ludwig Leinberger
1933 mit seinem letzten Spiel Jägers Rekord. Zwei Jahre später überbot ihn Fritz Szepan und baute ihn bis 1939 auf 30 Spiele aus. Beim letzten Spiel der reichsdeutschen Auswahl
verbesserte Paul Janes dann den Rekord auf 31 Spiele. Dieser hielt 28 Jahre, ehe er am 9. Mai 1970 von Uwe Seeler überboten wurde. Im selben Jahr steigerte Seeler bis zu seinem
Abschiedsspiel den Rekord auf 40 Spiele. Ab 19. November 1975 hielt Franz Beckenbauer die Bestmarke, die er bis zu seinem letzten Einsatz auf 50 Spiele, davon 47 ohne Unterbrechung,
ausbaute. Er ist der einzige Kapitän, der mit der Mannschaft zwei Titel gewann und Kapitän in drei Endspielen war. Bernard Dietz führte die deutsche Mannschaft als Kapitän zum nächsten
Titel, zum Gewinn der Europameisterschaft 1980. Karl-Heinz Rummenigge wurde mit dem WM-Finale 1986 gegen Argentinien in seinem letzten Spiel neuer Rekordhalter – und das sieben
Jahre lang, bis ihn Lothar Matthäus überbot und bis zum 14. November 1999 die derzeitige Rekordmarke von 75 (72 davon von Beginn an) aufstellte. Matthäus trug ab 1995 nur noch dann
die Kapitänsbinde, wenn Kapitän Jürgen Klinsmann bzw. ab 1998 sein Nachfolger Oliver Bierhoff nicht spielten oder ausgewechselt wurden. Nachfolger von Bierhoff wurde Oliver Kahn,
der die Mannschaft zur WM 2002 und zur EM 2004 führte. Klinsmann ernannte dann bei seinem Amtsantritt 2004 Michael Ballack zum neuen Kapitän. Während der Qualifikation für die
EM 2008 kam er wegen einer langwierigen Verletzung längere Zeit nicht zum Einsatz – er wurde zumeist von Bernd Schneider vertreten. Dennoch erreichte Ballack mit 55 Einsätzen als
Spielführer Platz 2 in der ewigen Rangliste. Bei der WM 2010 führte Philipp Lahm die deutsche Mannschaft an, da Ballack verletzt ausfiel. In die EM-Qualifikation ging die
Nationalmannschaft wieder mit Ballack als Spielführer sowie Lahm und Schweinsteiger als Ersatzkapitäne.[96] Ballack kam aber zu keinem weiteren Einsatz. Am 16. Juni 2011 gab Trainer
Löw seine Entscheidung bekannt, dass er die Zukunft der Nationalmannschaft ohne Ballack plane. Bis zu seinem Abschied aus der Nationalmannschaft mit dem gewonnenen WM-Finale
2014 kam Lahm auf insgesamt 53 Einsätze als Kapitän und liegt damit auf Platz 3 der Rangliste. Bastian Schweinsteiger, sein Nachfolger als Kapitän, der bereits 2016 aus der
Nationalmannschaft zurücktrat, kam auf 18 Einsätze, von denen die meisten aber vor seiner Berufung zum Stammkapitän liegen. Neuer Kapitän wurde Manuel Neuer, der Schweinsteiger
schon häufig vertreten hatte und bisher 17 Einsätze (Stand: 2. Juli 2017) als Spielführer hat. Beim Confed-Cup 2017 war Julian Draxler Kapitän, als der Bundestrainer neben Neuer auf die
meisten Stammspieler verzichtete. Draxler war erstmals gegen Polen am 13. Mai 2014 Mannschaftskapitän und löste mit einem Alter von 20 Jahren und 235 Tagen Christian Schmidt als
zuvor jüngsten Nationalmannschaftskapitän des DFB ab.

Ehrenspielführer
Um besonders verdienstvolle und langjährige Spielführer zu ehren, wurde 1958 die Auszeichnung Ehrenspielführer eingeführt.

Fritz Walter wurde nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 1958 zum ersten Ehrenspielführer ernannt[97] (die oft abweichend
zitierte Jahreszahl 1954[98] ist anscheinend auf einen später korrigierten Textfehler in der Erstauflage der zitierten Quelle zurückzuführen). Er
führte die deutsche Mannschaft zwischen 1951 und 1956 dreißigmal als Kapitän aufs Feld, so auch im Endspiel 1954 gegen Ungarn. Nach
seiner aktiven Zeit engagierte sich Fritz Walter unter anderem als Repräsentant der Sepp-Herberger-Stiftung für die Resozialisierung
Strafgefangener. Die größte Ehre wurde Walter am 31. Oktober 1985 zuteil, als das Stadion seines Heimatvereins 1. FC Kaiserslautern in
„Fritz-Walter-Stadion“ umbenannt wurde.
Uwe Seeler bekam die Auszeichnung vom DFB, obwohl er nie einen internationalen Titel gewann. Aber durch seine Einsatzbereitschaft und
seine Einstellung wurde „uns Uwe“ deutschlandweit zur Fußballlegende. Er war der erste Nachkriegsspieler, der den Vorkriegsrekord von Paul
Janes mit 71 Länderspielen noch um ein Spiel überbieten konnte. Seeler war zwischen 1961 und 1970 40-mal Spielführer, u. a. bei den
Weltmeisterschaften 1966 sowie 1970, und vom 9. September 1970 bis zum 24. November 1973 Rekordnationalspieler. Ihm gelang es als
erstem Spieler, bei vier Weltmeisterschaften jeweils mindestens zwei Tore zu erzielen. Nach ihm schaffte dies nur noch Miroslav Klose. Fritz Walter
Franz Beckenbauer gilt als die „Lichtgestalt des deutschen Fußballs“ und ist der erfolgreichste deutsche Fußballer – als Spieler, Teamchef, (1956)
Vereinspräsident und als Funktionär für den deutschen Fußball vor der WM 2006. Er war der erste deutsche Spieler, der es auf 100 und mehr
Länderspiele brachte. Er war in 50 Spielen Kapitän der Mannschaft, u. a. bei den Europameisterschaften 1972 und 1976 sowie der WM 1974
und vom 24. November 1973 bis zum 17. November 1993 Rekordnationalspieler.
Lothar Matthäus erhielt die Auszeichnung am 27. April 2001. Er ist seit dem 17. November 1993 Rekordnationalspieler, er trug 150-mal das Trikot der
Nationalmannschaft. Er trug in 75 Spielen die Kapitänsbinde, u. a. bei der EM 1988 und der WM 1990, bei der er die Mannschaft zum Titel führte, sowie der WM 1994.
Matthäus wurde 1990 und 1991 zum „Weltfußballer des Jahres“ gewählt, 1990 erhielt er die Auszeichnung „Europas Fußballer des Jahres“.
Jürgen Klinsmann erhielt 18 Jahre nach seinem 108. und letzten Länderspiel am 3. November 2016 die Auszeichnung.[99] Wie Matthäus wurde er 1990 Weltmeister
und war 1996 Kapitän beim bisher letzten EM-Titel der Nationalmannschaft sowie der WM 1998. Als einziger Fußballspieler kommt er sowohl als Spieler als auch als
Trainer auf über 100 A-Länderspiele, davon 98 als Nationaltrainer der USA.
Philipp Lahm wurde am 8. Dezember 2017 zum sechsten Ehrenspielführer ernannt.[100] Er war Kapitän bei den Weltmeisterschaften 2010 und 2014 sowie der
Europameisterschaft 2012, wurde mit Deutschland 2014 Weltmeister und beendete anschließend seine Nationalmannschaftskarriere. In 113 Länderspielen trug er 53-
mal die Kapitänsbinde.

Hall of Fame

Die Erste Elf


Am 22. November 2018 wurde von deutschen Sportjournalisten „Die Erste Elf“ in die Hall of Fame gewählt, wobei nur Spieler gewählt werden konnten, die seit mindestens fünf Jahren
nicht mehr aktiv sind.[101][102]

Geburts- Letzter
Position Name Einsätze Tore Debüt Erfolge1
datum Einsatz
Weltmeister 1974, Europameister 1972, Vize-Weltmeister 1966,
Tor Sepp Maier 28. Feb. 1944 95 0 4. Mai 1966 26. Mai 1979
WM-Dritter 1970, Vize-Europameister 1976
Franz Weltmeister 1974 , Europameister 1972 , Vize-Weltmeister
11. Sep. 1945 1032 14 26. Sep. 1965 23. Feb. 1977
Beckenbauer 1966, WM-Dritter 1970, Vize-Europameister 1976
Andreas Weltmeister 1990 (Siegtorschütze), Vize-Weltmeister 1986, Vize-
9. Nov. 1960 86 8 15. Feb. 1984 10. Juli 1994
Brehme Europameister 1992
Abwehr
Weltmeister 1974 (Finaltorschütze), Europameister 1972, Vize-
Paul Breitner 5. Sep. 1951 48 10 22. Juni 1971 11. Juli 1982
Weltmeister 1982 (Finaltorschütze)
Matthias
5. Sep. 1967 513 8 19. Dez. 1990 7. Juni 1997 Europameister 1996, Vize-Europameister 1992
Sammer

Lothar
21. Mär. 1961 150 23 14. Juni 1980 20. Juni 2000 Weltmeister 1990 , Europameister 19804, Vize-Weltmeister 1982,
Matthäus 1986, WM-Rekordspieler
Mittelfeld Günter
14. Sep. 1944 37 6 9. Nov. 1965 11. Okt. 1975 Weltmeister 19744, Europameister 1972
Netzer
Fritz Walter † 31. Okt. 1920 61 33 14. Juli 1940 24. Juni 1958 Weltmeister 1954
Weltmeister 1974 (Siegtorschütze), Europameister 1972
Gerd Müller 3. Nov. 1945 62 68 12. Okt. 1966 7. Juli 1974 (Finaltorschütze), WM-Dritter 1970, WM-Torschützenkönig 1970,
EM-Torschützenkönig 1972, WM-Rekordtorschütze 1974–2006
Angriff
Helmut Rahn
16. Aug. 1929 40 21 21. Nov. 1951 27. Apr. 1960 Weltmeister 1954 (Siegtorschütze)

Uwe Seeler 5. Nov. 1936 72 43 16. Okt. 1954 9. Sep. 1970 Vize-Weltmeister 1966 , WM-Dritter 1970
Sepp
Trainer 28. Mär. 1897 1625 15. Nov. 1936 7. Juni 1964 Weltmeister 1954
Herberger †
Anmerkungen:
1 Bei kursiv gesetzten Turnieren kam der Spieler nicht zum Einsatz
2 Zudem 66 Spiele als Teamchef
3 Zudem 23 Spiele für die DDR
4 Ohne Finaleinsatz
5 Zudem 3 Spiele und 2 Tore als Spieler (1921 bis 1925)

Rekordhalter und Ranglisten


Rekordnationalspieler nach Zeit
Bisher (Stand: 13. Oktober 2019) spielten 946 Spieler für die Nationalmannschaft. Mehr als ein Viertel (27,1 %) von ihnen kam nur einmal zum Einsatz. Einige herausragende Spieler
prägten die Nationalelf jedoch über einen längeren Zeitraum, 38 von ihnen waren zwischen 10 und 15 Jahren und vier sogar mehr als 15 Jahre für die deutsche Nationalmannschaft aktiv.
Der erste, dem dies gelang, war Adolf Jäger. Er stand bereits im dritten Länderspiel am 3. Juni 1908 in der Mannschaft und absolvierte sein letztes Länderspiel am 14. Dezember 1924.
Obwohl er 16 Jahre und 190 Tage lang Nationalspieler war, kam er durch die Länderspielpause während und nach dem Ersten Weltkrieg auf nur 18 Einsätze.

Fritz Walter spielte vom 14. Juli 1940 bis zum 24. Juni 1958 für die deutsche Nationalmannschaft. Auch er kam, bedingt durch den Zweiten Weltkrieg, der zu einer achtjährigen
Länderspielpause geführt hatte, auf eine vergleichsweise geringe Anzahl von nur 61 Länderspieleinsätzen. Im Alter von 41 Jahren wollte ihn Sepp Herberger noch für die Fußball-
Weltmeisterschaft 1962 in Chile nominieren, obwohl Walter seit dem 20. Juni 1959 nicht mehr aktiv war. Dieser Rekord von 17 Jahren und 345 Tagen bestand bis zum 27. Mai 1998, ehe er
von Lothar Matthäus überboten wurde. Er steigerte ihn auf 20 Jahre und 6 Tage und erreichte mit 150 Länderspielen auch die meisten Länderspieleinsätze. Matthäus stand im Januar 1995
nach einem Achillessehnenriss schon vor dem Karriereende, kam aber 1998 erneut zum Einsatz.

Ebenfalls auf mehr als 15 Jahre als Nationalspieler kam Uwe Seeler, der vom 16. Oktober 1954 bis zum 9. September 1970 15 Jahre und 328 Tage eingesetzt wurde. Bei seinem Debüt war
er der drittjüngste Spieler. Nach Seeler hat kein Spieler mehr früher in der Nationalelf begonnen. Auch er stand nach einem Achillessehnenriss 1965 vor dem Karriereende, war dann aber
schon zum entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden wieder einsatzbereit. Selbst als mit Gerd Müller ein Nachfolger auf der Mittelstürmerposition vorhanden war, baute
Helmut Schön noch auf Seelers Erfahrung, und so führte dieser die Nationalmannschaft als leicht zurückhängende Spitze zur WM 1970. Mit seinem letzten Spiel konnte er den Rekord von
Paul Janes von 71 Länderspielen noch übertreffen.

Zählt man die Zeit in der DDR-Nationalmannschaft hinzu, übertrifft zudem Ulf Kirsten die Zeitspanne von 15 Jahren als Nationalspieler um 43 Tage. Insgesamt bestritt er 49 Spiele für den
DFV und 51 für den DFB.

→ Siehe auch: tabellarische Übersicht der Spieler, die mindestens 10 Jahre in der Nationalmannschaft spielten

Rekordnationalspieler nach Anzahl der Einsätze


Nur 69 der bis heute (Stand: 13. Oktober 2019) 946 eingesetzten Spieler bestritten jeweils mindestens 50 Länderspiele für Deutschland. Als einziger von ihnen nahm Kevin Kurányi an
keiner Fußball-Weltmeisterschaft teil. Von den restlichen 68 Spielern erreichten nur die sechs Spieler Bernard Dietz, Ulf Kirsten, Matthias Sammer, Markus Babbel, Thomas Helmer und
Christian Wörns keine Platzierung in den Medaillenrängen bei einer Fußball-Weltmeisterschaft. Allerdings wurden Dietz, Sammer, Babbel und Helmer jeweils Fußball-Europameister,
Kurányi und Wörns (dieser jedoch ohne Einsatz) Vize-Europameister. Ulf Kirsten ist damit der einzige deutsche Nationalspieler mit mehr als 50 Länderspielen, der mit der
Nationalmannschaft keine Medaille erringen konnte. Fünf Spieler (Ernst Lehner, Paul Janes, Arne Friedrich, Thomas Hitzlsperger und Mario Gómez) erreichten bei einer Fußball-
Weltmeisterschaft maximal den 3., neunzehn weitere Spieler höchstens den 2. Platz. Die restlichen 38 Spieler mit mindestens 50 Länderspielen für Deutschland wurden Fußball-Weltmeister.

Spieler mit mindestens 100 Länderspielen


Bisher haben elf Spieler, die allesamt Weltmeister wurden und von denen bis auf zwei alle mindestens einmal in der Startaufstellung eines WM-Finales standen, mindestens 100 Spiele für
die deutsche Nationalelf absolviert.[103] Der erste war Franz Beckenbauer, dem dies als fünftem Spieler weltweit in einer Zeit gelungen ist, als die Anzahl der jährlich ausgetragenen Spiele
deutlich geringer war als im 21. Jahrhundert. Nur in Saudi-Arabien (17), den Vereinigten Staaten (17), Mexiko (15), Ägypten (14), Irak (14, aber teilweise von der FIFA nicht
berücksichtigte Spieler), Estland (13) und Spanien (13) gibt es mehr Spieler mit mindestens 100 Länderspielen als in Deutschland, von denen einige auch noch aktiv sind. Deutschland verlor
bis heute keine einzige Partie in der regulären Spielzeit oder in der Verlängerung, die für einen eingesetzten Spieler das 100. Länderspiel war; lediglich Franz Beckenbauers 100.
Länderspiel, das EM-Finale 1976 gegen die Tschechoslowakei, endete mit einer Niederlage im Elfmeterschießen.

1. Lothar Matthäus, 150 Spiele (87 Siege, 23 Tore, davon 8 verwandelte Elfmeter), spielte vom 14. Juni 1980 bis zum 20. Juni 2000 für die deutsche Nationalmannschaft,
zunächst als Mittelfeldspieler und später als Libero. Matthäus war bis zur WM 2018, als der Mexikaner Rafael Márquez diesen Rekord egalisieren konnte, der einzige
Feldspieler, der als aktiver Spieler an fünf Weltmeisterschaften teilgenommenen hatte. Mit 25 Einsätzen in WM-Spielen ist er alleiniger Rekordhalter. Er wurde 1980
Fußballeuropameister, 1982 und 1986 Vizeweltmeister und 1990 als Mannschaftskapitän Fußballweltmeister. Seine Zeit als Nationalspieler begann bei der
Europameisterschaft 1980, als er im Spiel gegen die Niederlande in der 73. Minute beim Stand von 3:0 (Endstand 3:2) eingewechselt wurde, sie endete bei der
Europameisterschaft 2000 mit dem Spiel gegen Portugal (Endstand 0:3). Er nahm an vier Europameisterschaften teil (deutscher Rekord; gemeinsam mit Bastian
Schweinsteiger und Lukas Podolski). Er war der erste deutsche Nationalspieler, der von vier Bundestrainern (Derwall, Beckenbauer, Vogts und Ribbeck) eingesetzt
wurde, und der bislang älteste in der Nationalmannschaft eingesetzte Spieler und deren ältester Torschütze. Aufgrund längerer Verletzungspausen und der geringeren
Anzahl von Qualifikationsspielen bis Ende der 1980er Jahre sowie einer längeren Phase der Nichtberücksichtigung nach einem Zerwürfnis mit Trainer Berti Vogts kam
er nur auf 7,5 Spiele pro Jahr und damit den geringsten Durchschnittswert aller 100er.
2. Miroslav Klose, 137 Spiele (87 Siege, 71 Tore), spielte vom 24. März 2001 bis zum 13. Juli 2014 für die Nationalmannschaft. Bei der WM 2006 wurde er
Torschützenkönig. Er stellte in seinem 129. Länderspiel (WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am 6. September 2013) mit seinem 68. Länderspieltreffer den
deutschen Torrekord von Gerd Müller ein. Seit dem 6. Juni 2014 (ein Tor beim 6:1 gegen Armenien) ist er Rekordtorschütze. In seinem 136. und vorletzten Länderspiel,
dem 7:1-Sieg im WM-Halbfinale gegen Brasilien, erzielte Klose mit dem zwischenzeitlichen 2:0 sein 16. WM-Tor und ist damit auch alleiniger Spitzenreiter in dieser
Wertung. Darüber hinaus hält er weitere Rekorde, so stand er als einziger Spieler vier Mal (davon jedes Mal in der Startelf) in einem WM-Halbfinale und gewann bei 24
Einsätzen in WM-Spielen insgesamt 17 Partien mit Deutschland. Erwähnenswert ist auch, dass die deutsche Nationalmannschaft kein einziges Spiel verlor, in dem
Miroslav Klose als Torschütze erfolgreich war. Er ist der erste nicht in Deutschland geborene Spieler, der auf 100 Länderspiele für die deutsche Nationalmannschaft
kam. Im WM-Finale 2014 absolvierte er sein 137. Länderspiel – kein WM-Finalist hatte mehr Länderspiele. Wie Pelé bestritt er zwölf Jahre nach seinem ersten WM-
Finale sein zweites.
3. Lukas Podolski, 130 Spiele (86 Siege, 49 Tore, davon 3 verwandelte Elfmeter), spielte erstmals am 6. Juni 2004 für die Nationalmannschaft und wurde 2014
Weltmeister, kam jedoch als einziger deutscher 100er in keinem WM-Finale zum Einsatz. Am 12. Juni 2008 bestritt er im Alter von 23 Jahren und 8 Tagen als jüngster
deutscher Nationalspieler überhaupt sein 50. Länderspiel. Er wurde am 17. Juni 2012 mit nur 27 Jahren und 13 Tagen der jüngste deutsche Nationalspieler aller
Zeiten, der die prestigeträchtige Marke von 100 Länderspielen erreichte und stellte mit diesem Alter sogar einen Rekord für europäische Nationalspieler auf, der
allerdings bereits am 22. März 2013 von Sergio Ramos (100. Länderspiel mit 26 Jahren und 357 Tagen) unterboten wurde.[104] Mit 11,6 Spielen pro Jahr erreichte er
den höchsten Durchschnittswert aller 100er. Außerdem gehört er mit 49 Treffern zu den erfolgreichsten Torschützen in der Geschichte der Nationalmannschaft. Nach
der EM 2016 erklärte er seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft und absolvierte am 22. März 2017 als letzter deutscher Spieler, der noch an der Heim-WM 2006
teilgenommen hatte, sein letztes Länderspiel, vor dem er offiziell verabschiedet wurde, in dem er zum einzigen Mal in seiner Nationalmannschaftskarriere die
Kapitänsbinde trug und in dem er den Siegtreffer erzielte.
4. Bastian Schweinsteiger, 121 Spiele (82 Siege, 24 Tore, davon 5 verwandelte Elfmeter), spielte vom 6. Juni 2004 bis zum 31. August 2016 für die Nationalmannschaft.
Neben Lukas Podolski ist er der einzige deutsche Nationalspieler, der schon vor seinem 24. Geburtstag auf 50 Länderspiele für die A-Nationalmannschaft kam. Er
wurde 2014 Weltmeister und löste nach dem Turnier Philipp Lahm als Kapitän der Nationalmannschaft ab. Er ist seit dem 21. Juni 2016 alleiniger deutscher
Europameisterschafts-Rekordspieler.[105] Nach der EM 2016 erklärte er nach insgesamt 18 EM-Spielen seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Am 31. August
2016 spielte er in einem Freundschaftsspiel zum letzten Mal für Deutschland, wie auch Podolski erhielt er eine offizielle Verabschiedung.[106]
5. Philipp Lahm, 113 Spiele (83 Siege, 5 Tore), spielte vom 18. Februar 2004 bis zum 13. Juli 2014 für die Nationalmannschaft und nahm in diesem Zeitraum an
sämtlichen Turnieren als Stammspieler teil. Er war bislang der dritte deutsche Spieler, der bis zum 100. Länderspiel immer in der Startelf stand. Er war Kapitän bei den
Weltmeisterschaften 2010 (für den verletzten Michael Ballack) und 2014 sowie der Europameisterschaft 2012. Er wurde abgesehen von seinem ersten Turnier, der EM
2004, bei der Deutschland bereits nach der Vorrunde ausschied, bei jeder Welt- oder Europameisterschaft in das All-Star-Team des entsprechenden Turniers gewählt
(wobei es 2014 kein offizielles All-Star-Team, sondern nur eine Top 11 der besten Spieler gab). Nach dem Gewinn des Weltmeistertitels 2014 trat er aus der
Nationalmannschaft zurück.
6. Jürgen Klinsmann, 108 Spiele (66 Siege, 47 Tore, davon 3 verwandelte Elfmeter), spielte zwischen dem 12. Dezember 1987 und dem 4. Juli 1998 für die deutsche
Nationalmannschaft. Er wurde 1990 Fußballweltmeister und 1996 Europameister. Ihm gelangen bei drei Fußball-Weltmeisterschaften insgesamt 11 Tore, womit er der
dritterfolgreichste deutsche WM-Torschütze aller Zeiten ist. Als bestes Länderspiel seiner Karriere gilt sein Einsatz beim 2:1-Sieg gegen die Niederlande bei der WM
1990.[107] Bei Fußball-Europameisterschaften schoss er fünf Tore für Deutschland und war damit bis zur EM 2016, bei der Mario Gómez mit ihm gleichziehen konnte,
alleiniger Rekordhalter.
7. Jürgen Kohler, 105 Spiele (66 Siege, 2 Tore), debütierte am 24. September 1986 für die DFB-Auswahl und absolvierte sein letztes Länderspiel am 4. Juli 1998. Er
wurde 1990 Weltmeister und 1996 (mit allerdings nur einem Einsatz im Auftaktspiel, in dem er sich verletzte und für den Rest des Turniers ausfiel) Europameister. Er
stand bei jedem Länderspieleinsatz in der Startelf.
8. Per Mertesacker, 104 Spiele (72 Siege, 4 Tore), spielte vom 9. Oktober 2004 bis zum Finale der Weltmeisterschaft am 13. Juli 2014, in dem er in der 120. Minute
eingewechselt wurde, für die deutsche Nationalmannschaft. Er erhielt in dieser Zeit nur eine Gelbe Karte. Er war der zweite deutsche Spieler nach Klose, der bei einer
WM sein 100. Länderspiel bestritt, nämlich am 21. Juni 2014 beim 2:2-Unentschieden gegen Ghana. In der darauffolgenden Partie gegen die USA kamen zum ersten
Mal in der deutschen Länderspielgeschichte fünf "100er" zum Einsatz.
9. Franz Beckenbauer, 103 Spiele (69 Siege, 14 Tore), bestritt seine Länderspiele zwischen dem 26. September 1965 und dem 23. Februar 1977. Er wurde 1972
Europameister und 1974 Weltmeister. Er wurde von nur einem Bundestrainer (Helmut Schön) eingesetzt und gehörte dabei jeweils der Startelf an. Er war der erste
deutsche Fußball-Nationalspieler mit 100 Länderspielen, mit 30 Jahren, 9 Monaten und 9 Tagen bis zum Jahr 2012 der jüngste deutsche Spieler, dem dies gelang und
der einzige 100er, der mit keinem anderen 100er zusammenspielte. Er kam in 91 % der zu seiner Zeit ausgetragenen Länderspiele zum Einsatz. Diese Quote erreichte
kein anderer Spieler mit mehr als 80 Länderspielen. Noch während seiner Zeit als Teamchef der Nationalmannschaft gab es keinen weiteren deutschen Nationalspieler
mit 100 Länderspielen. Erst drei Jahre nach seiner Amtszeit kam mit Lothar Matthäus der nächste hinzu. Während seiner Amtszeit wurden die späteren Hunderter
Jürgen Klinsmann, Jürgen Kohler und Thomas Häßler Nationalspieler.
10. Thomas Häßler, 101 Spiele (67 Siege, 11 Tore), spielte vom 31. August 1988 bis zum 20. Juni 2000 in der Nationalmannschaft. Er wurde 1990 Weltmeister und 1996
Europameister. Zudem nahm er an den Weltmeisterschaften 1994 und 1998, sowie den Europameisterschaften 1992 und 2000 teil.
11. Thomas Müller, 100 Spiele (68 Siege, 38 Tore, davon 2 verwandelte Elfmeter), spielte vom 3. März 2010 bis zum 19. November 2018 für die deutsche
Nationalmannschaft und avancierte nach nur zwei Einsätzen zum Stammspieler bei der WM 2010. Dort wurde er trotz einer Gelbsperre im Halbfinale mit fünf Toren,
davon vier gegen ehemalige Weltmeister, zum Torschützenkönig. Beim Titelgewinn 2014 spielte er in allen sieben Partien über die komplette Distanz und schoss als
erster ehemaliger WM-Torschützenkönig bei der darauffolgenden Weltmeisterschaft fünf Tore, davon drei im Auftaktspiel gegen Portugal und das Führungstor beim 7:1
gegen Brasilien. Somit ist er einer von fünf deutschen Nationalspielern und einer von weltweit dreizehn Spielern überhaupt, die mindestens zehn WM-Tore erzielen
konnten. Außerdem nahm er an den Europameisterschaften 2012 und 2016 sowie an der WM 2018 teil. Deutschland verlor keine Partie, in der Thomas Müller ein Tor
erzielte. Er wurde wie Beckenbauer nur von einem Bundestrainer (Löw) eingesetzt.
Der DFB führt in seiner Statistik auch Joachim Streich und Hans-Jürgen Dörner mit 105 Spielen auf Platz 7, Jürgen Croy mit 102 Partien auf Rang 12 sowie Ulf Kirsten mit 100 Matches auf
Platz 14. Sie spielten ausschließlich – oder im Fall von Ulf Kirsten teilweise – auch für die DDR-Nationalelf beziehungsweise auch für die Olympiaauswahl der DDR.

Die FIFA erkennt jeweils vier Spiele von Dörner und Streich nicht an.[108] Vor dem Länderspiel gegen Belgien am 11. Oktober 2011 wurden von der UEFA jedoch Lothar Matthäus, Jürgen
Kohler, Thomas Häßler wie auch Joachim Streich, Hans-Jürgen Dörner und Ulf Kirsten für ihre jeweils mindestens 100 Länderspiele ausgezeichnet.[109]

Siehe auch: Liste der Fußballspieler mit mindestens 100 Länderspielen

Chronik der Rekordnationalspieler


In den Anfangsjahren wechselten sich mehrere Spieler in der Rangliste der Spieler mit den meisten Länderspielen ab, oder mehrere hatten gleich viele Spiele bestritten. Berücksichtigt man
die ersten drei Spiele nicht, bei denen es mehrere Spieler mit gleich vielen Einsätzen gab, so hatte die deutsche Nationalmannschaft in ihrer Geschichte 13 Rekordnationalspieler. Die größte
Steigerung der Bestmarke gelang dem noch immer aktuellen Rekordnationalspieler Lothar Matthäus, der den Rekord um 47 Spiele verbesserte und weder mit einem seiner Vorgänger noch
mit einem potentiellen Nachfolger zusammenspielte; aber von seinem Vorgänger trainiert wurde. Am längsten Rekordnationalspieler war Paul Janes mit rund 28,5 Jahren.
Rekordhalter seit Anzahl der Spiele
Willy Baumgärtner 16. März 1909 4
Willy Baumgärtner und Arthur Hiller 4. April 1909 4
Willy Baumgärtner, Arthur Hiller und Eugen Kipp 3. April 1910 4
Eugen Kipp 24. April 1910 5–9
Eugen Kipp und Adolf Werner 29. Oktober 1911 9
Eugen Kipp, Camillo Ugi und Adolf Werner 17. Dezember 1911 9
Adolf Werner 24. März 1912 10–11
Eugen Kipp, Camillo Ugi und Adolf Werner 5. Mai 1912 11
Eugen Kipp 29. Juni 1912 12
Eugen Kipp, Camillo Ugi und Adolf Werner 1. Juli 1912 12
Camillo Ugi und Adolf Werner 3. Juli 1912 13
Camillo Ugi 6. Oktober 1912 14–15
Eugen Kipp und Camillo Ugi 21. März 1913 15
Eugen Kipp 18. Mai 1913 16–18
Adolf Jäger und Eugen Kipp 14. Dezember 1924 18
Adolf Jäger, Eugen Kipp und Heinrich Stuhlfauth 23. September 1928 18
Heinrich Stuhlfauth 28. April 1929 19–21
Richard Hofmann und Heinrich Stuhlfauth 1. Juli 1932 21
Richard Hofmann 25. September 1932 22–25
Richard Hofmann und Ernst Lehner 7. August 1936 25
Ernst Lehner 17. Oktober 1936 26–62
Paul Janes und Ernst Lehner 16. November 1941 62
Paul Janes 7. Dezember 1941 63–71
Paul Janes und Uwe Seeler 20. Juni 1970 71
Uwe Seeler 9. September 1970 72
Franz Beckenbauer und Uwe Seeler 14. November 1973 72
Franz Beckenbauer 24. November 1973 73–103
Franz Beckenbauer und Lothar Matthäus 13. Oktober 1993 103
Lothar Matthäus 17. November 1993 104–150

Gemeinsam gespielt haben:

Willy Baumgärtner, Arthur Hiller, Adolf Jäger, Eugen Kipp, Camillo Ugi und Adolf Werner
Adolf Jäger und Heinrich Stuhlfauth
Heinrich Stuhlfauth und Richard Hofmann
Richard Hofmann und Paul Janes
Paul Janes und Ernst Lehner
Franz Beckenbauer und Uwe Seeler

Die meisten Spiele in Folge


Da viele Spieler aufgrund von Verletzungen immer wieder ausgefallen sind, gibt es nur wenige Spieler, die über einen längeren Zeitraum
ohne Unterbrechung zum Aufgebot der Nationalmannschaft gehört haben:[110]

Platz Spieler Spiele in Serie Zeitraum


1 Franz Beckenbauer 60 9. September 1970 bis 23. Februar 1977
2 Berti Vogts 48 27. März 1974 bis 21. Juni 1978
3 Manfred Kaltz 47 8. März 1978 bis 14. April 1982
4 Berti Vogts 39 6. März 1968 bis 8. September 1971

Rekordtorschützen Gerd Müller 1967 beim Signieren von


Fußbällen, im Hintergrund Franz
Bisher trafen 352 Spieler mindestens einmal für die deutsche Nationalmannschaft, etwa ein Drittel davon genau einmal (Stand: 13. Oktober
Beckenbauer und Werner Olk
2019). Die meisten Tore erzielte Miroslav Klose (71). Rekordtorschütze vor Klose war Gerd Müller (68), der von 1974 bis 2006 mit 14
Toren auch bester WM-Torschütze war, ehe er vom Brasilianer Ronaldo mit 15 Toren im Jahr 2006 und auch von Miroslav Klose mit 16
Toren im Jahr 2014 übertroffen wurde. Deutschland ist neben Brasilien die einzige Weltmeisternation, deren Rekordtorschütze in seiner Karriere auf über 70 Länderspieltore kam. Auch
mehrere asiatische und afrikanische Nationalmannschaften weisen Spieler mit 70 oder mehr Länderspieltoren auf, wobei jedoch die deutlich geringere Leistungsdichte dieser
Kontinentalverbände und die aus diesem Grunde viel höhere Anzahl von Spielen gegen sehr schwache und nicht selten lediglich aus Amateuren zusammengesetzte Nationalmannschaften
berücksichtigt werden muss. Beschränkt man den Vergleich der Rekordtorschützen zwecks besserer Vergleichbarkeit auf europäische und südamerikanische Mannschaften, so haben
lediglich Cristiano Ronaldo (94 Tore in 161 Spielen), Ferenc Puskás (84 Tore in 89 Spielen), Pelé (77 Tore in 92 Spielen) und Sándor Kocsis (75 Tore in 68 Spielen) mehr Tore im
Nationaltrikot erzielt.
Von den bis heute 58 deutschen Nationalspielern mit mindestens 10 Länderspieltoren nahmen nur fünf, nämlich der spätere Bundes- und Weltmeistertrainer Helmut Schön, Otto Harder,
Ernst Willimowski, Franz Binder und (bisher) Serge Gnabry als aktive Spieler an keinem Turnier für Deutschland teil. Willimowski spielte jedoch bei der Fußball-WM 1938 in Frankreich
für die polnische Nationalmannschaft. Von den bis heute 25 deutschen Nationalspielern mit mindestens 20 Länderspieltoren nahm mit Ausnahme von Richard Hofmann, der 1933 – ein Jahr
vor der ersten deutschen WM-Teilnahme – wegen Verstoßes gegen die Amateurregeln für ein Jahr gesperrt und dann nicht mehr in der Nationalmannschaft eingesetzt wurde, jeder an
mindestens einer Fußball-Weltmeisterschaft teil. Dabei erreichten außer Ulf Kirsten alle wenigstens eine Platzierung in den Medaillenrängen. Die zehn erfolgreichsten Torschützen der
deutschen Nationalmannschaft wurden jeweils mindestens Vize-Weltmeister, wobei Lukas Podolski und Michael Ballack als einzige in keinem WM-Finale zum Einsatz kamen. Deutschland
verlor kein einziges Spiel, in dem Rekordtorschütze Miroslav Klose als Torschütze erfolgreich war; von den Spielen, in denen sein Vorgänger Gerd Müller traf, lediglich das Jahrhundertspiel
gegen Italien.

Deutschland hat vor Brasilien (12 Spieler) von allen Nationalmannschaften die meisten Spieler, die mindestens 30 Länderspieltore erzielt haben (14) und die meisten mit mindestens 40
Länderspieltoren (8 Spieler). Ernst Lehner war der erste Deutsche, dem 30 Tore gelangen; er schoss sein 30. Tor am 5. Oktober 1941 im Spiel gegen Schweden (Endstand 2:4). Als vorerst
letzter Spieler erreichte Mario Gómez am 26. März 2017 mit einem Tor im Spiel gegen Aserbaidschan (Endstand 4:1) die 30er-Marke und Lukas Podolski mit seinem Tor am 27. Juni 2010
im WM-Achtelfinale gegen England (Endstand 4:1) die 40er-Marke.

Mit zehn Toren durch verwandelte Elfmeter ist Michael Ballack Rekordhalter in dieser Disziplin. Die zweitmeisten Elfmetertore im DFB-Trikot schoss Lothar Matthäus, der achtmal vom
Punkt traf. Gerd Müller, Mesut Özil und Bastian Schweinsteiger erzielten jeweils fünfmal per Elfmeter ein Tor für Deutschland. Eine Besonderheit ist, dass Rekordtorschütze Miroslav
Klose in seiner gesamten Nationalmannschaftskarriere keinen einzigen Elfmeter schoss.

→ Siehe auch: Liste der Torschützen der deutschen Fußballnationalmannschaft und Liste der Rekordtorschützen in Fußball-Länderspielen

Rekordtorschützen
Rang Name Tore* Spiele Tore/Spiel Erstes Tor Letztes Tor Rekordhalter WM- und EM-Tore Gewonnene Titel
WM 2002 (5), 2006 (5),
2010 (4), 2014 (2);
Miroslav seit EM 2008 (2), 2012 (1) Weltmeister 2014,
1 71 137 0,518 24. Mär. 2001 8. Juli 2014
Klose 6. Juni 2014 Torschützenkönig WM 2006
(WM Rekordtorschütze)

Weltmeister 1974,
26. Mai 1972
68 WM 1970 (10), 1974 (4); Europameister 1972,
2 Gerd Müller 62 1,097 8. Apr. 1967 7. Juli 1974 –
(5[111]) 6. Juni 2014
EM 1972 (4) Torschützenkönig WM 1970,
EM 1972
Lukas WM 2006 (3), 2010 (2);
3 49 (3) 130 0,377 21. Dez. 2004 22. Mär. 2017 Weltmeister 2014
Podolski EM 2008 (3), 2012 (1)

47 WM 1986 (3), 1990 (3),


Rudi Völler 90 0,522 30. Mär. 1983 2. Juli 1994 1994 (2); Weltmeister 1990
(1[112])
EM 1984 (2), 1988 (2)
4 WM 1990 (3), 1994 (5),
Weltmeister 1990,
Jürgen 1998 (3);
47 (3) 108 0,435 27. Apr. 1988 29. Juni 1998 Europameister 1996,
Klinsmann EM 1988 (1), 1992 (1),
U.S. Cup 1993
1996 (3)
WM 1978 (3), 1982 (5),
Karl-Heinz
6 45 (3) 95 0,474 8. Okt. 1977 29. Juni 1986 1986 (1); Europameister 1980
Rummenigge
EM 1980 (1)
23. Juni 1966
WM 1958 (2), 1962 (2),
7 Uwe Seeler 43 72 0,597 8. Juni 1958 14. Juni 1970 –
1966 (2), 1970 (3)
26. Mai 1972

Michael 42 WM 2002 (3);


8 98 0,429 28. Mär. 2001 9. Sep. 2009
Ballack (10[113]) EM 2004 (1), 2008 (2)

Thomas Weltmeister 2014,


9 38 (2) 100 0,38 13. Juni 2010 23. Mär. 2018 WM 2010 (5), 2014 (5)
Müller Torschützenkönig WM 2010
Oliver WM 1998 (3), 2002 (1);
10 37 (2) 70 0,529 27. Mär. 1996 1. Juni 2002 Europameister 1996
Bierhoff EM 1996 (2)
*: Die Zahl in Klammern gibt an, wie viele der Tore des Spielers verwandelte Elfmeter waren.
Anmerkung: Der DFB führt in seiner Statistik Joachim Streich mit 59 Toren auf Platz 3. Er schoss seine Tore ausschließlich für die Fußballnationalmannschaft der DDR
und für die Fußball-Olympiaauswahl der DDR.[114]

Die besten Torquoten


Mehr als durchschnittlich ein Tor pro Spiel schafften bei mindestens drei absolvierten Spielen nur zehn Spieler. Gottfried Fuchs erreichte als einziger Spieler einen Schnitt von mehr als 2
Toren pro Spiel.
Platz Name Tore Spiele Tore pro Spiel
1 Gottfried Fuchs † 13 6 2,17
Ludwig Damminger † 5 3 1,67
2
Ernst Poertgen † 5 3 1,67
4 Ernst Willimowski † 13 8 1,63

Georg Frank † 5 4 1,25


5
Oskar Rohr † 5 4 1,25
7 August Klingler † 6 5 1,20
8 Franz Binder † 10 9 1,11

9 Gerd Müller 68 62 1,10


10 Helmut Schön † 17 16 1,06
Heinz Strehl † 4 4 1,00
11 Hermann Eppenhoff † 3 3 1,00
Gottfried Fuchs
Serge Gnabry 13 13 1,00

Rangliste der Spielführer (Kapitäne)


→ Hauptartikel: Liste der Kapitäne der deutschen Fußballnationalmannschaft
Am häufigsten stand bisher Lothar Matthäus als Mannschaftskapitän der deutschen Nationalmannschaft auf dem Spielfeld. Am erfolgreichsten ist Franz Beckenbauer, der die Mannschaft als
Kapitän zu einem Weltmeisterschafts- und einem Europameisterschaftstitel führte.

Titel als
Platz Name Spiele[K 1] Rekordspielführer Turniere (Spiele)[K 2]
Kapitän[K 2]
WM 1990 (7), 1994 (5); EM 1988 (4); Confed-Cup 1999
1 Lothar Matthäus 75 seit 18. Dezember 1993 Weltmeister 1990
(3)
2 Michael Ballack 55 WM 2006 (5); EM 2008 (6); Confed-Cup 2005 (4)
3 Philipp Lahm 53 WM 2010 (6), 2014 (7); EM 2012 (5) Weltmeister 2014
Karl-Heinz 29. Juni 1986 bis 18. Dezember
4 51 WM 1982 (6), 1986 (4); EM 1980 (1),[K 3] 1984 (3)
Rummenigge 1993
19. November 1975 bis 29. Juni Weltmeister 1974,
5 Franz Beckenbauer 50 WM 1974 (7); EM 1972 (2), 1976 (2)
1986 Europameister 1972

6 Oliver Kahn 49[K 4] WM 2002 (7), 2006 (1);[K 5] EM 2000 (2), 2004 (3)
7 Uwe Seeler 40 9. Mai 1970 bis 19. November 1975 WM 1966 (6), 1970 (6)
8 Jürgen Klinsmann 36 WM 1998 (5); EM 1996 (4) Europameister 1996
9 Manuel Neuer 35 EM 2016 (2), WM 2018 (3)
10 Paul Janes † 31 22. November 1942 bis 9. Mai 1970
15. März 1936 bis 22. November
Fritz Szepan † 30 WM 1934 (4), 1938 (1); OS 1936 (0)[K 6][115]
11 1942
Fritz Walter † 30 WM 1954 (6) Weltmeister 1954
Anmerkungen:

1. berücksichtigt sind alle Spiele, bei denen der Spieler Kapitän war. (Stand: 9. September 2018)
2. Aufgeführt sind nur die Turniere und Titel, bei denen der Spieler Kapitän war. Einige nahmen an weiteren Turnieren teil und konnten zusätzliche Titel erringen, z. B. wurde Karl-Heinz Rummenigge
1980 Europameister als Bernard Dietz Kapitän war.
3. im zweiten Gruppenspiel für den ausgewechselten Kapitän Bernard Dietz.
4. Im Spielbericht des Kicker zum Spiel gegen Finnland am 6. Oktober 2001 (http://www.kicker.de/news/fussball/weltmeisterschaft/fifawmquali/wm-qualifikation-europa/2000-01/10/532647/taktische-a
ufstellung_deutschland_finnland.html) und den Hauptquellen wird Oliver Kahn als Kapitän genannt, eu-football.info (https://eu-football.info/_match.php?id=25244) nennt dagegen Oliver Bierhoff,
der DFB hat in seinem Spielbericht (https://www.dfb.de/die-mannschaft/spiele-termine/?spieledb_path=/teams/479/seasonplan/13&spieledb_path=%2Fmatches%2F439132) keinen Spielführer
markiert. In einem Youtube-Video (https://www.youtube.com/watch?v=1AT2R3Y_nx4&t=13s) ist Bierhoff als Kapitän erkennbar.
5. im Spiel um Platz 3.
6. Szepan, der vor den Olympischen Spielen Kapitän war, stand auch im Kader für die Olympischen Spiele 1936, kam aber in den ersten beiden Spielen gegen Luxemburg (9:0) und Norwegen (0:2)
nicht zum Einsatz. Nach dem Ausscheiden gegen Norwegen kam es zu keinem weiteren Einsatz bei diesem Turnier.

Rekordtorhüter
Während in vielen anderen Ländern Torhüter zu den Rekordnationalspielern gehören (z. B. Gianluigi Buffon mit 176 und Peter Shilton mit 125 Länderspielen), konnte in Deutschland noch
kein Torhüter die 100-Spiele-Marke erreichen. Sepp Maier kam dieser Marke mit 95 Länderspielen am nächsten, er musste jedoch im Jahr 1979 seine Karriere infolge eines Autounfalls
beenden. Sepp Maier und Manuel Neuer haben von allen DFB-Torhütern die meisten Länderspiele bestritten und waren als einzige bei jeweils fünf Turnieren (beide jeweils dreimal bei
Welt- und zweimal bei Europameisterschaften) Stammtorhüter. Oliver Kahn nahm zwar an sieben Turnieren teil (4× WM, 3× EM), war jedoch nur bei dreien Stammtorhüter.

Siehe auch: Liste der deutschen Fußball-Nationaltorhüter


Spiele ohne
Name Spiele ohne Wichtige Turniere Titel
Platz Spiele Gegentor
(kursiv = aktiv) Gegentor (* = ohne Einsatz) (* = ohne Einsatz)
(anteilig)
Weltmeister 1974, Europameister
1 Sepp Maier 95 44 46 % WM 1966*, 1970 (3.), 1974, 1978; EM 1972, 1976 (2.)
1972
2 Manuel Neuer 92 40 43 % WM 2010 (3.), 2014, 2018; EM 2012, 2016 Weltmeister 2014
WM5 1994*, 1998*, 2002 (2.), 2006 (3.); EM 1996*,
3 Oliver Kahn 86 29 34 % Europameister 1996*
2000, 2004
4 Toni Schumacher 76 25 33 % WM 1982 (2.), 1986 (2.); EM 1980, 1984 Europameister 1980
WM 1998*, 2002*, 2006 (3.); EM 2000*, 2004*, 2008
5 Jens Lehmann 61 31 51 %
(2.)
Weltmeister 1990*,
6 Andreas Köpke 59 28 47 % WM 1990*, 1994*, 1998; EM 1992*, 1996
Europameister 1996
7 Bodo Illgner 54 19 35 % WM 1990, 1994; EM 1988*, 1992 (2.) Weltmeister 1990
8 Hans Tilkowski 39 16 41 % WM 1962*, 1966 (2.)
9 Hans Jakob † 38 11 29 % WM 1934 (3.), 1938*, Olympia 1936
Marc-André ter
10 24 8 33 % EM 2016*, Confed-Cup 2017, WM 2018* Confed-Cup-Sieger 2017
Stegen
Fritz Herkenrath † 21 7 33 % WM 1958 (3.)
11
Heinrich Stuhlfauth † 21 5 24 % Olympia 1928
13 Toni Turek † 20 5 25 % WM 1954 Weltmeister 1954
Anmerkung: Der DFB führt in seiner Statistik auch Jürgen Croy mit 102 Spielen, René Müller mit 46 und Bodo Rudwaleit mit 38 Spielen auf, die ausschließlich für die
Fußballnationalmannschaft der DDR und für die Fußball-Olympiaauswahl der DDR spielten.[103]

Die längste Länderspielserie eines Torwarts ohne Gegentor stammt von Jens Lehmann. Im Februar 2008 überbot er beim 3:0 gegen
Österreich seinen eigenen Rekord aus den Jahren 2002 bis 2005 und dehnte ihn auf 681 Minuten aus. Erst beim 2:2 gegen Weißrussland im
Mai 2008 musste er wieder Gegentreffer hinnehmen. Sein davor letzter Gegentreffer fiel im August 2007 im Spiel in England, die folgenden
beiden Spiele gegen Wales sowie die Partien in Irland, gegen Zypern, in Österreich und gegen die Schweiz endeten jeweils zu Null.

Der vorherige Rekord war 68 Jahre alt und stammte aus dem Jahr 1937. Hans Jakob spielte gegen Frankreich, Belgien, die Schweiz,
Dänemark und Finnland zu Null. Insgesamt erhielt er 482 Spielminuten lang kein Gegentor.

Auf 433 Minuten kommt Hans Tilkowski, der 1966 gegen Rumänien, Jugoslawien, die Schweiz und Argentinien zu Null spielte. Oliver
Jens Lehmann hält die längste Serie
Kahn blieb während der Weltmeisterschaft 2002 insgesamt 427 Minuten ohne Gegentor. ohne Gegentor, er verzeichnet auch
die beste Null-Gegentor-Quote unter
Sepp Maier übertraf zweimal die 400-Minuten-Marke. 1966/67 blieb er bei den ersten vier Länderspielen seiner Karriere (gegen Irland, die allen Torhütern mit mindestens 20
Türkei, Norwegen und Belgien) ohne Gegentor, insgesamt 423 Minuten lang. Zwölf Jahre später verpasste er seine Bestleistung um Einsätzen
16 Minuten.

Weitere Rekorde
Das in einem Länderspiel zum frühesten Zeitpunkt erzielte (dokumentierte) Tor bislang schoss Lukas Podolski beim 4:2-Sieg im Freundschaftsspiel gegen Ecuador am 29. Mai 2013 in Boca
Raton; er traf nach nur 9 Sekunden Spielzeit zum 1:0 für Deutschland und erzielte nach Christian Benteke (Belgien; 8,1 Sekunden) und Davide Gualtieri (San Marino; 8,3 Sekunden) das
drittschnellste Tor der Länderspielgeschichte.[116] Erfolgreichster Spieler nach Titeln ist Rainer Bonhof, der 1974 Weltmeister und 1972 sowie 1980 (allerdings beide Male ohne Einsatz)
Europameister wurde.

Organisatorisches

Personen im Umfeld
Nicht nur bei großen Turnieren, sondern auch bei Testländerspielen sind mittlerweile eine Vielzahl von Personen im Trainer- und Funktionsstab, sowie zur Betreuung der
Nationalmannschaft beschäftigt. Aktuell umfasst dieses Team circa 30 Personen.

Torwart-Trainer
Seit 1988 wird der Bundestrainer in seiner Arbeit von einem Torwarttrainer unterstützt. Diese Aufgabe übernahm zuerst Sepp Maier, der in der Saison 1986/87 schon beim FC Bayern
München als Torwarttrainer gearbeitet hatte und dieses Amt ab 1994 parallel zur Nationalmannschaft wieder bei Bayern München ausübte. Im Oktober 2004 wurde er nach Differenzen mit
Bundestrainer Jürgen Klinsmann entlassen, da sich Maier für Oliver Kahn und gegen Jens Lehmann als Nummer 1 ausgesprochen hatte. Seitdem ist Andreas Köpke Torwarttrainer bei der
Nationalmannschaft.[117]

Scouting
Ebenfalls auf die Initiative von Jürgen Klinsmann geht die Verpflichtung von Fitnesstrainern zurück. Die Aufgabe von Urs Siegenthaler besteht darin, gegnerische Mannschaften zu
beobachten und zu analysieren, um den Trainern die taktische Einstellung der Mannschaft zu erleichtern.[118]

Medizinisches Personal
Dazu gehörten anfangs insbesondere Physiotherapeuten und Ärzte. Einer der ersten war Erich Deuser, der 1951 von Sepp Herberger für die Nationalmannschaft gewonnen wurde und bis
1982 tätig war. Von 1963 bis 2008 gehörte sein Kollege Adolf Katzenmeier zum Team. Seit 1996 betreut Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt als Orthopäde die Nationalspieler. Bei der WM
1954 war Franz Loogen Mannschaftsarzt.

Teammanagement
Mit Beginn der Amtszeit von Jürgen Klinsmann wurde das Amt des Nationalmannschafts-Managers eingeführt und Oliver Bierhoff übernahm als erster diesen Posten. Als Manager ist er
Bindeglied zwischen Mannschaft, Trainerstab und Verband und ist vorwiegend für die Außenwirkung der Nationalelf sowie die Kontakte zu Sponsoren verantwortlich. Bierhoff übt im DFB
mittlerweile die Funktion des Direktors Nationalmannschaften und Fußballentwicklung aus. Panagiotis Chatzialexiou als Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, sowie Thomas Beheshti
und Maika Fischer kümmern sich nun um das Teammanagement. Jens Grittner fungiert als Pressesprecher der Nationalmannschaft.[119]

Zeugwart
Bereits 1954 gehörte Adolf Dassler als Zeugwart zum Team und seitdem sind der DFB und Adidas Partner. Daher gehört bei Turnieren immer ein Mitarbeiter der Firma Adidas zum
Betreuerstab. Lange Zeit war dies weiterhin Adolf Dassler. Bis zur EM 2012 war dies mit Manfred Drexler ein ehemaliger Bundesligaprofi.

Ausrüster
Die Ausrüstung der Nationalmannschaft wird traditionell von der Marke adidas gestellt. Nur in den Jahren 1974 bis 1980 wurden Trikots der Marke Erima getragen, welche ab 1976 eine
Tochtergesellschaft von adidas war. Das jeweilige Markenlogo durfte erstmals zur WM 1978 die Trikots schmücken. Ein adidas-Mitarbeiter – in früheren Jahren der Firmengründer Adolf
Dassler – gehört bei großen Turnieren zum Betreuerstab der Mannschaft. Bei der WM 2006 war das der frühere Bundesligaprofi Manfred Drexler. In der Vergangenheit kam es gelegentlich
zu Problemen mit einzelnen Spielern, wie beispielsweise Günter Netzer, wenn diese in ihren Vereinen oder durch Privatverträge Schuhe anderer Hersteller trugen. Der DFB konnte sich in
diesen Fällen aber immer durchsetzen, so dass die Nationalmannschaft in einheitlicher Spielkleidung antrat. Seit dem EM-Qualifikationsspiel gegen Irland am 2. September 2006 ist es den
Spielern freigestellt, Fußballschuhe und Torwarthandschuhe anderer Ausrüster zu tragen.

Sponsoren
Der Generalsponsor der Mannschaft war bis Ende Dezember 2018 der Automobil-Konzern Mercedes-Benz. Zur Europameisterschaft 2012 begann dieser eine entsprechende
Kampagne.[120][121] Nur während der Länderspiele tragen die Spieler Trikots ohne das Logo des Konzerns.[122] Seit Neujahr 2019 ist VW der neue Generalsponsor und Mobilitätspartner
der Nationalmannschaft.[123]

Zu den Premium-Partnern gehören die Konzerne Bitburger, Coca-Cola, Commerzbank, Deutsche Post, Sony und Deutsche Telekom. Weitere Partner sind Allianz, Lufthansa, McDonald’s,
Nivea und REWE.[124]

Fernsehen
Die ersten Fernsehübertragungen von Spielen der deutschen Fußballnationalmannschaft gab es bei der Weltmeisterschaft 1954.[125] Noch in den 1960er Jahren kam es nicht immer zu
Übertragungen im Fernsehen, so gab es z. B. keine Live-Bilder von der Schmach von Tirana.

Seit den 1970er Jahren werden die Spiele abwechselnd im Ersten und im ZDF übertragen. Kommentiert werden sie in der ARD derzeit von Tom Bartels, Gerd Gottlob oder Steffen Simon.
Regelmäßiger Kommentator im ZDF ist Béla Réthy, seit 2010 wird er vereinzelt von Oliver Schmidt vertreten. Von September 2014 bis Oktober 2017 werden die Qualifikationsspiele der
deutschen Nationalmannschaft auf RTL übertragen.[126] Dies wurde möglich, weil die Rechte an den Qualifikationsspielen erstmals direkt durch die UEFA vermarktet wurden.[127] Auch
die Qualifikationsspiele für die EM 2020 und die WM 2022 sowie die Testspiele ab Herbst 2018 werden von RTL gezeigt.[128] Spiele der deutschen Nationalmannschaft während Europa-
und Weltmeisterschaften werden hingegen weiterhin bei ARD und ZDF zu sehen sein.[129]

Um die Spiele möglichst zur Hauptsendezeit zu zeigen, wird seitens des DFB Einfluss auf die Anstoßzeiten genommen. So wurden die Spiele in Kasachstan 2010 und 2013 um 19 Uhr
deutscher Zeit angepfiffen, als es in Kasachstan bereits 23 Uhr war.[130] Dagegen finden Spiele mit deutscher Beteiligung auf dem amerikanischen Kontinent oft in der Mittagszeit statt, so
dass sie in Deutschland zur Hauptsendezeit gesendet werden, wie z. B. das Viertelfinalspiel der WM 1970 zwischen Deutschland und England.[131]

Spielkleidung und Trikotfarben

Historisches
Die deutsche Nationalmannschaft bestreitet ihre Heimspiele traditionell in weißen Trikots und schwarzen Hosen, den Farben Preußens, die ihrerseits auf die Farben des Deutschen Ordens
zurückzuführen sind. Weiß, oft auch mit Rot, der dritten Farbe der Flagge des Kaiserreiches, war oder ist zudem auch in anderen Sportarten bei deutschen Sportlern in Gebrauch, bei den
Leichtathleten, den Ruderern, im Skisport und so weiter.

Diese Tradition stammt noch aus den Anfangsjahren der Nationalmannschaft und überstand die verschiedenen politischen Neuordnungen Deutschlands. In diesen Farben gewann
Deutschland die vier WM- und drei EM-Titel, verlor aber auch 1966 gegen die ausnahmsweise in rot spielenden Engländer, 1970 und 1982 gegen Italien sowie 2002 gegen Brasilien. Diese
Paarung einer Mannschaft in Gelb-Blau-Weiß gegen eine in Weiß-Schwarz-Weiß wäre noch in den 1970er Jahren mit Rücksicht auf Schwarz-Weiß-Fernseher undenkbar gewesen.

Das Design erlebte im Laufe der Jahre zahlreiche Varianten.[132] Bei den Olympischen Spielen 1928 spielte die Nationalmannschaft etwa in weißen Hemden mit rotem Brustring und weißen
Hosen.[133] Beim WM-Vorrundenspiel 1966 gegen Argentinien, im Spiel um Platz drei 1970 und bei der „Wasserschlacht von Frankfurt“ gegen Polen bei der WM 1974 spielte Deutschland
ganz in Weiß, also auch mit weißen Hosen.

Bei der EM 2012 befanden sich bei jedem Spiel unter dem Verbandswappen die Flaggen der deutschen und der gegnerischen Mannschaft sowie das Datum des Spiels auf den Trikots. Bis
dahin war dies bereits seit mehreren Jahren von anderen Mannschaften praktiziert worden, wie z. B. der niederländischen Auswahl. Am 3. September 2014 spielte die Mannschaft erstmals
mit dem „FIFA World Champions Badge“ auf dem Trikot, das seit der WM 2010 von der FIFA an den amtierenden Weltmeister vergeben wird. Das Badge ist nur auf dem Trikot der A-
Nationalmannschaft und der Einlaufkinder vorhanden, aber nicht auf dem Trikot der Junioren-Nationalmannschaften, die auch in den Vier-Sterne-Trikots spielen.
Nach einer Regeländerung der FIFA durften zu den Qualifikationsspielen der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 die Trikots nur noch mit Rückennummern von eins bis 18 versehen
werden.[134] Der DFB legte unmittelbar nach Aufkommen der Regel Protest bei der FIFA ein, da so laut Bierhoff erhebliche Vermarktungsprobleme auftreten würden. Diesen Einspruch
wies die FIFA allerdings zurück. Der DFB hoffte, dass sich mehrere Verbände an einer Klage beteiligen.

Heimtrikots
Tradition bis zur WM 1986: Bis zur WM 1986 in Mexiko waren die „Heimtrikots“ der deutschen
Nationalelf ausschließlich in Weiß und Schwarz gehalten. Der schwarze Schnürkragen wich zur WM
1966 dem Rundausschnitt und dem V-Ausschnitt; die WM 1982 spielte die deutsche Mannschaft mit
schwarzem Umlegekragen. Erst in Mexiko waren Teile des Kragens in den Nationalfarben Schwarz-Rot-
Gold gehalten. Die Verwendung des Markenlogos des Ausrüsters war seit der WM 1978 erlaubt. So
wurde in Mexiko zeitweise das Markenzeichen von adidas, die „drei Streifen“, in Schwarz-Rot-Gold auf
Weiß ausgeführt.

EM 1988, WM 1990: Zwei Jahre später, bei der Europameisterschaft 1988 im eigenen Land, zog sich ein WM WM WM WM
schwarz-rot-goldgelber Streifen in Form einer (aus Betrachtersicht) von links nach rechts aufsteigenden 1954 1970 1974 1978
Fieberkurve quer über das deutsche Trikot. Jenes Design brachte zwei Jahre später – bei der WM 1990 in
Italien – noch mehr Glück. Deutschland wurde in diesem Dress Weltmeister, nach 1954 und 1974 zum
dritten Mal.

EM 1992: Bei der EM 1992 in Schweden gab es weitere Neuerungen: erstmals prangte, in den US-
Profiligen längst üblich, auf dem Rücken der Nachname des jeweiligen Spielers. Zudem wurde die
Rückennummer zusätzlich in Kleinformat auf die Vorderseite der Trikots geflockt, bislang war nur die
Hose mit der Nummer markiert. Die Schwarz-Rot-Gold-Streifen fanden sich diesmal in Höhe der EM 1980 EM WM EM 1988
Schultern wieder. und WM 1984 1986 und WM
1982 1990
WM 1994: Das WM-Trikot von 1994 mit dem sogenannten „Schwingen-Design“ (zwei entlang der
Schultern verlaufende sichelförmige Rautenmuster, die sich auf Halshöhe trafen) sollte die Flügel des
deutschen Adlers symbolisieren – jene Trikots wurden allerdings kontrovers diskutiert. So waren etwa die
Nationalfarben am Kragen und beim Rautenmuster auf den Kopf gestellt, d. h. die oberen Streifen war
goldfarben, die unteren schwarz.

EM 1996: Zur EM 1996 besann man sich wieder alter Traditionen und trug ein rein weißes Trikot mit
einem schwarzen Wappen auf der linken Brust auf dem in Weiß der Bundesadler aufgestickt war. Eine
EM WM EM WM 1998
Neuerung waren die erstmals geführten drei Meistersterne, für die drei gewonnenen Weltmeisterschaften
1992 1994 1996 und ConFed
1954, 1974 und 1990. (Bis zur WM 2002 war je ein Stern in Schwarz, Rot oder Gold gehalten, seit der Cup 1999
WM 2006 sind alle Sterne einheitlich in Gold.)

WM 1998: Zur WM in Frankreich brachte der Ausrüster wieder etwas mehr Farbe auf das weiße Dress.
Passend zum Ausrüster-Logo verliefen quer über die Brust ein je schwarzer, ein roter und ein goldgelber
schmaler Streifen, die durch weiße Streifen voneinander abgesetzt waren. Die Innenseite der Ärmel
bestand aus je einem breiten schwarzen Streifen.

EM 2000: Für viele sehr einfallslos wirkte das Trikot zur EM 2000. Weiß und Grau waren die
dominierenden Farben (weißes Hemd und graue Ärmel). EM WM EM 2004 WM
2000 2002 und ConFed 2006
WM 2002: Auch zur WM in Japan und Südkorea wurde an Farben gespart. Die Nationalelf lief in Cup 2005
strahlendem Weiß auf, einzig der Kragen und der Ärmel-Bund waren schwarz abgesetzt. Über dem DFB-
Logo prangte je ein schwarzer, roter und goldener Stern. Dieses Jersey sollte an die Trikots der beiden
Fußball-Weltmeistertitel von 1954 und 1974 erinnern und ein gutes Omen sein.

EM 2004: In Portugal wurden die Ärmel des ansonsten weißen Trikots zu Deutschlandfahnen.

WM 2006: Die WM im eigenen Land bestritt die Nationalelf in schwarzen Hosen und weißen Trikots
(die Vorderseite begrenzten links und rechts drei senkrechte, bumerangförmige Linien in Schwarz-Rot-
EM WM EM WM
Gold), und zwar alle Spiele. Dies wurde von der FIFA so festgelegt, obwohl bei einer WM auch der
2008 2010 2012 2014
Gastgeber nicht automatisch in jedem Spiel „Heimrecht“ genießt. Die Meistersterne nun einheitlich in
Gold.

EM 2008: Mit dem Trikot zur Europameisterschaft 2008 lief die deutsche Mannschaft erstmals am 17.
November 2007 gegen Zypern auf. Dabei erstreckt sich ein schwarz-rot-goldener Ring quer über die
Brust. Auf dem überproportional breiten schwarzen Streifen ruht auf der linken Brustseite
(Betrachtersicht) die weiße Trikotnummer, rechts das DFB-Logo mit Adler (weiß auf schwarz wie schon
zur EM 1996). Zwischen 1994 und 2002 befand sich die Spielernummer vorne auf Bauchhöhe, zur WM
2006 rückte sie in kleinerer Form auf die linke Brustseite (aus Betrachtersicht). Das neue rote EM Confed Cup WM EM
Auswärtstrikot mit einem breiten schwarzen Mittelstreifen soll an das erste Länderspieltrikot im Jahr
2016 2017 2018 2020
1908 erinnern.

WM 2010: Trikot und Hosen waren zur WM in Südafrika wieder traditionell Weiß und Schwarz. Auf dem weißen Trikot in Brusthöhe rechts (aus Betrachtersicht) lag ein schwarzer, golden
eingefasster Schild, darin das DFB-Logo und die WM-Sterne in Gold. Von der Schulternaht senkrecht verlaufend drei schmale, weiß voneinander abgesetzte Streifen in den Nationalfarben,
die unter dem Schild hindurch führten. Dazu ein schwarzer Stehbundkragen.
EM 2012: Die Nationalmannschaft lief zur EM in Polen und der Ukraine wieder traditionell in weißen Hemden und schwarzen Hosen auf. Auf dem weißen Trikot verliefen (aus
Betrachteransicht) von rechts oben über den Brustbereich nach links unten drei dünne Streifen in den Farben schwarz, rot und gold. Die drei Streifen wurden von einem großen Abstand in
weiß voneinander getrennt. Das DFB-Logo war nicht mehr wie beim Trikot der WM 2010 in einen Schild eingefasst, sondern lag auf der rechten Brustseite schwarz auf weiß.

WM 2014: Das Trikot, das zur WM in Brasilien entwickelt wurde, ersetzt die traditionell schwarze Hose durch eine weiße. Die somit weiße Spielkleidung zeigt einen mittlings gefalteten
Bruststreifen in drei Farbtönen zwischen Weinrot und Rot wobei der Streifen oben mit einem schmalen schwarzen, sowie unten einem goldenen Streifen abgeschlossen wird. Das Weiß der
neuen Hose soll nach Worten ihres Designers „die Leichtigkeit des deutschen Spiels“ symbolisieren.[135][136] Erstmals trat die Mannschaft mit dem neuen Dress am 15. November 2013 in
Mailand gegen Italien an. Am 13. Juli 2014 gewann sie in dem Trikot den vierten WM-Titel.

EM 2016: Zur EM 2016 wurde wieder ein neues DFB-Trikot entwickelt, das eine eingewebte hellgraue Balkengrafik auf der Vorderseite zeigt, die den „Erfolgscode“ der vergangenen
Errungenschaften darstellen soll. Das Trikot ist in klassischem Weiß gehalten, die Spieler tragen dazu schwarze Shorts und Stulpen. In der oberen Mitte ist das goldene FIFA-Badge als
Weltmeister angebracht, über dem DFB-Logo sind die vier Weltmeistersterne angebracht. Zum ersten Mal trug die Nationalmannschaft das Trikot beim von Anschlägen überschatteten
Freundschaftsspiel gegen Frankreich am 13. November 2015.[137]

Confed Cup 2017: Zum Confed Cup 2017 wurde erneut ein neues weißes Trikot von adidas vorgestellt, welches am 11. November 2016 beim Länderspiel gegen San Marino das erste Mal
getragen wurde. Das Trikot erinnert an das Weltmeistertrikot 1990 in der Away-Variante mit dem graphischen Muster auf der Vorderseite in Form von spitz zulaufenden Rauten. Auf der
Rückseite ist direkt unterhalb des Nackens „Die Mannschaft“ in schwarzer Schrift zu lesen. Ein neues Auswärtstrikot soll es dagegen nicht geben.[138]

WM 2018: Zur Weltmeisterschaft 2018 in Russland wurde ein neues Trikot vorgestellt, das im grundlegenden Design am Trikot von 1990 angelehnt ist. Die "Fieberkurve" verläuft
allerdings spiegelverkehrt, statt der Nationalfarben ist diese in unterschiedlichen Grautönen gehalten und verläuft nur noch über die Brust und nicht mehr über die Oberarme. Das Design soll
als gutes Omen, in Erinnerung an die Weltmeisterschaft 1990, dienen. Das goldene FIFA World Champions Badge ist mittig aufgebracht, das DFB-Emblem mit den vier Meistersternen auf
der linken Brustseite. Auf der Innenseite des Kragens ist eine Deutschlandfahne angebracht, auf der Rückseite unterhalb des Kragens wurde der Schriftzug "Die Mannschaft" aufgedruckt.
Getragen wurde das Trikot das erste Mal beim Länderspiel gegen England am 10. November 2017.[139]

EM 2020: Zur EM 2020 wurde ein DFB-Trikot entwickelt, das unter dem Stichwort „Name & Numbering“. vermarktet wird.[140] Erstmals wurden „die Trikots mit Zahlen und Namen in
einer Typografie veredelt, die ausschließlich für das neue DFB-Outfit entworfen wurde“, wobei die Zahlen im Fingerprint-Design gestaltet sind und das DFB-Logo am unteren Rand der
Rückennummer eingearbeitet ist. Das Trikot wurde zum ersten Mal am 16. November 2019 beim 4:0-Sieg gegen Weißrussland getragen, durch den sich die DFB-Auswahl für die EM-
Endrunde 2020 qualifizierte.

Auswärtstrikots
Grün: Die Farbe des Auswärtstrikots wechselte häufiger. Die meisten Auswärtsspiele, in denen es nicht
möglich war, mit weißen Trikots zu spielen, bestritt die deutsche Elf mit grünen Trikots und weißen
Hosen. Die Farbe grün leitet sich vom Logo des DFB ab, welches ebenfalls in grün gehalten ist. Wichtige
Spiele in diesen Farben waren zum Beispiel 1954 der 6:1-Sieg im Halbfinale gegen Österreich, 1972 der
3:1-Sieg gegen England im Wembley-Stadion oder die 2:3-Finalniederlage gegen Argentinien 1986 in
Mexiko. Kurioserweise führten die Argentinier ihre Niederlage im WM-Finale 1990 auch darauf zurück,
dass sie nun diesmal in ihren blauen Reserve-Trikots spielen mussten und nicht in ihren hellblau-weiß-
gestreiften Trikots und schwarzen Hosen antreten konnten wie vier Jahre zuvor. Zur Europameisterschaft
WM 1954 WM 1966 WM 1974 EM 1980
2012 in Polen und der Ukraine wurden vom DFB-Ausrüster Adidas wieder grüne Trikots entworfen, da
und 1958 und 1970 und 1978 und WM
die Nationalmannschaft in Turnieren, in denen sie grüne Trikots trug, sehr erfolgreich war (1954, 1972, 1986
1974 und 1990).[141] Auch zur Fußball WM 2018 stellte der DFB und adidas grüne WM-Trikots vor, die
dem Design des Auswärtstrikots der gewonnenen Fußball WM 1990 sehr ähneln. Am 23. März 2018
wurde es das erste Mal im Testspiel gegen Spanien getragen.[142]

Rot: Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klinsmann 2004 bis zur Europameisterschaft 2008 wurde rot als
alternative Farbe bevorzugt – auch in einigen Heimspielen, zuletzt am 27. Mai 2008 gegen Weißrussland.
Die rote Farbe wurde gewählt, da Mannschaften in Rot temperamentvoller wirken sollen und laut
Statistiken als erfolgreicher gelten. Für Zuschauer sind die Spieler in roten Hemden besser sichtbar als in
EM 1988 WM EM WM 1998
grünen. Schon am 14. April 1911 spielte Deutschland in roten Jerseys und schwarzen Hosen gegen
und WM 1994 1996 und ConFed
England.[143] Den ersten nennenswerten Erfolg in den roten Trikots erreichte aber die U-21- 1990 Cup 1999
Nationalmannschaft, die darin das Finale der U-21-Fußball-Europameisterschaft 2009 gegen England mit
4:0 gewann.

Blau: Ein einziges Mal spielte die deutsche Mannschaft in blauen Trikots: Beim 2:1-Testspielsieg zur
WM 1986 gegen den mexikanischen Erstligisten Monarcas Morelia durften damals zu nicht-offiziellen
Testspielen keine regulären Trikots getragen werden.[144]

Schwarz: Zu den Turnieren 2002 und 2004 kamen zwischenzeitlich ein graues und ein schwarzes Trikot
zum Einsatz. Von Medien wurde die Trikotfarbe mitunter als „wehrmachtsgrau“ verspottet.[145] Zur EM WM EM ConFed Cup
Fußball-Weltmeisterschaft 2010 spielte die Nationalmannschaft als Gast wieder in schwarzen Trikots, 2000 2002 2004 2005
dieses Mal mit goldenen Streifen und rotem V-Ausschnitt sowie mit weißer Hose und schwarzen Stutzen.
Erstmals trug die deutsche Mannschaft das schwarze Trikot beim Länderspiel gegen Argentinien in
München am 3. März 2010. Dieses sollte an das Ur-Länderspiel am 12. Dezember 1898 in Paris erinnern,
bei dem erstmals eine deutsche Mannschaft zu einem Länderspiel antrat, das aber vom DFB nicht als
offizielles Länderspiel gezählt wird.[146] Während der WM trat die deutsche Mannschaft in den Spielen
gegen Ghana,[147] Argentinien[148] und Uruguay[149] in den schwarzen Auswärtstrikots an, allerdings mit
schwarzer Hose, da die FIFA-Regularien vorschreiben, dass bei bestimmten Spielen eine Kombination
aus Heim- und Auswärtstrikot (Reserveausrüstung) getragen werden muss.[150] Dies war bei den WM EM WM EM
2006 2008 2010 2012
angegebenen Spielpaarungen der Fall, da die gegnerischen Mannschaften jeweils weiße Hosen in der
Heimausrüstung hatten, die ghanaische Mannschaft spielte sogar komplett in Weiß. Die angriffslustige
britische Boulevardzeitung Daily Star sah in diesen Trikots „Nazi-Stil“ und verglich diese mit schwarzen
SS-Uniformen, was in deutschen Medien Empörung auslöste.[151][152][153]

Rot/Schwarz: Zur WM 2014 wurde erstmals ein rot-schwarz-quergestreiftes Trikot entworfen, das im
Freundschaftsspiel gegen Chile am 5. März 2014 zum ersten Einsatz kam. Das Trikot ähnelt dem des
WM EM WM
2014 2016 2018
brasilianischen Vereins Flamengo Rio de Janeiro, der seine Heimspiele im Maracanã, dem Ort des WM-
Endspiels austrägt.[154] In diesem Trikot gewann Deutschland das Halbfinale bei der WM 2014 gegen
Gastgeber und Rekordweltmeister Brasilien mit 7:1, aber verlor am 11. Oktober 2014 auch erstmals gegen Polen.

Grau/Schwarz: Zur EM 2016 wurde von adidas ein funktional neuartiges Auswärtstrikot entworfen, welches das erste Mal beim Freundschaftsspiel gegen England am 26. März 2016
getragen wurde. Die Farben bestehen aus einem leicht meliertem Grau mit feinen, schwarzen Streifen auf der Vorderseite sowie olivgrünen Ärmeln. Das Team trägt dazu cremefarbene
Shorts und Stulpen. In der Mitte des Trikots wurde das goldene FIFA-Weltmeisterbadge angebracht als Zeichen des amtierenden Weltmeisters. Über dem DFB-Logo auf der linken
Brustseite sind die vier Meistersterne zu sehen. Zum ersten Mal kann man das Trikot auch umgedreht als sogenanntes Wendetrikot tragen. In diesem Zustand ist es neongrün und zeigt den
Schriftzug „bolzen – kicken – pöhlen“, was eine Hommage an den Straßenfußball darstellen soll.[155]

Spielorte
Die deutsche Nationalmannschaft hat kein Nationalstadion wie z. B. die englische Fußballnationalmannschaft mit dem Wembley-Stadion. So finden die Heimspiele seit jeher in wechselnden
Stadien statt, wobei die Auswahl von der Bedeutung des Spieles und des Gegners abhängt. In einigen Fällen (WM 1974 und 2006, EM 1988) ergaben sich die Spielorte auch durch den
Turnierverlauf, auch wenn im Vorhinein durch das Setzen bei der Auslosung bestimmte Orte bevorzugt wurden.

Bisher (Stand 16. November 2019) fanden die 419 Heimspiele der deutschen Mannschaft in 43 zum Zeitpunkt des Spieles deutschen Städten statt. Das erste Heimspiel und die meisten
Spiele (46) fanden in Berlin statt, gefolgt von Hamburg (inklusive Altona) mit 37, Stuttgart mit 32 und Hannover mit 27 Spielen. Auch wenn der FC Schalke 04 während der 1930er Jahre
einen Großteil der Nationalmannschaft stellte, fanden zu der Zeit keine Spiele in Gelsenkirchen statt, da die damalige Glückauf-Kampfbahn für Länderspiele zu klein war. Erst 1973 fand
nach dem Bau des Parkstadions für die Fußball-Weltmeisterschaft 1974 das erste Länderspiel in Gelsenkirchen statt. Ähnlich erging es Kaiserslautern, dessen 1. FC Kaiserslautern in den
1950ern einen Großteil der Nationalspieler stellte und Mönchengladbach, wo in den 1970ern viele Nationalspieler spielten. Dort fanden erstmals 1988 bzw. 2005 Länderspiele statt. Nach
dem Zweiten Weltkrieg fanden die Spiele zunächst nur in den Städten der Bundesrepublik sowie in West-Berlin statt, nach der Wiedervereinigung wurden auch wieder Spiele in den neuen
Bundesländern durchgeführt, erstmals am 14. Oktober 1992 in Dresden.

Zurzeit bietet das Westfalenstadion in Dortmund mit Platz für 80.552 Zuschauern die größte Zuschauerkapazität in Deutschland, welche aber für Länderspiele auf 65.718 Sitzplätze reduziert
wird, da bei internationalen Partien ausschließlich Sitzplätze erlaubt sind. Somit ist das Olympiastadion Berlin mit 74.400 Sitzplätzen das größte deutsche Stadion für internationale
Länderspiele. Bis zur Niederlage im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2006 gegen Italien war Deutschland im Westfalenstadion ungeschlagen, so dass die deutsche Nationalmannschaft
regelmäßig wichtige Qualifikationsspiele dort abhielt. Unter anderem fanden das Play-off-Rückspiel gegen die Ukraine zur Weltmeisterschaft 2002, die Heimspiele gegen Schottland in der
Qualifikation zur EM 2004 und 2016 sowie das Spiel gegen Russland der WM-Qualifikation 2010 in Dortmund statt.

Die deutschen Stadien gehören weltweit zu den modernsten. Sie wurden für die Olympischen Spiele 1972, die Weltmeisterschaften 1974 und 2006 sowie die Europameisterschaft 1988
immer wieder modernisiert oder ganz neu errichtet. Fünf Stadien wurden von der UEFA bis 2006 als Fünfsternestadion eingestuft, sieben gelten derzeit als Elitestadion, von denen das
Olympiastadion in München aber nicht mehr für Fußball-Länderspiele genutzt wird. Bis in die 1990er Jahre waren die meisten Stadien Mehrzweckbauten, in denen auch
Leichtathletikwettbewerbe stattfinden konnten. Danach wurden viele Stadien in reine Fußballstadien umgebaut oder direkt als solche errichtet. Stadien mit 400-Meter-Bahnen sind nun die
Ausnahme.

Die meisten Spiele außerhalb des heutigen Deutschlands fanden in Wien (22, davon ein Spiel gegen Spanien im EM-Finale 2008) statt, wobei drei Heimspiele der reichsdeutschen Auswahl
zwischen 1938 und 1942 miteinbezogen sind. Es folgen Stockholm bzw. Solna (18, davon drei gegen nichtschwedische Nationalmannschaften während internationaler Turniere), Basel (17,
davon vier gegen nichtschweizer Nationalmannschaften während internationaler Turniere) und Budapest (16). Außerhalb Europas spielte Deutschland am häufigsten (8) in Mexiko-Stadt,
davon nur viermal gegen Mexiko. Das erste Spiel außerhalb Europas fand am 28. Dezember 1958 in Kairo gegen Ägypten statt und wurde mit 1:2 verloren. Außer in Australien/Ozeanien
und der Antarktis spielte die Nationalmannschaft bisher auf jedem Kontinent.

Die größten Triumphe erlebte die deutsche Mannschaft in Bern (Weltmeister 1954), Brüssel (Europameister 1972), München (Weltmeister 1974), Rom (Europameister 1980, Weltmeister
1990), London (Europameister 1996) und Rio de Janeiro (Weltmeister 2014).

Die meisten Zuschauer bei einem Heimspiel gab es am 14. Mai 1938 : 105.000 Zuschauer wollten in Berlin das Spiel gegen England sehen. 150.289 waren es beim Auswärtsspiel Brasilien
gegen Deutschland (1:0) am 21. März 1982 in Rio de Janeiro. Die wenigsten Zuschauer (1.500[156] bzw. 2.000[157]) gab es am 5. September 1998 in Valletta (Malta) beim Spiel gegen
Rumänien, nachdem Berti Vogts als Bundestrainer zurücktrat.

Der nördlichste Spielort war bisher Reykjavík auf Island, der südlichste die argentinische Hauptstadt Buenos Aires. Westlichster Spielort und zudem der Spielort mit der größten
Zeitdifferenz (−9 Stunden) war Stanford am 18. Dezember 1993 (der DFB gibt als Spielort fälschlicherweise San Francisco an). Der bisher östlichste Spielort war Sapporo im Auftaktspiel
der WM 2002.

Siehe auch: Spielstätten der deutschen Fußballnationalmannschaft

Prämien
Das Gewinnen wichtiger Spiele wird für die Spieler und Trainer der Nationalmannschaft vom DFB finanziell vergütet. Wurde bisher nur ein Sieg im Viertel-, Halbfinale und Finale prämiert,
so lobte der DFB bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 erstmals auch eine Prämie in Höhe von 50.000 Euro pro Spieler auf das Bestehen des Achtelfinales aus. Die Prämienregelung wird
in offenen Gesprächen des DFB mit der Nationalmannschaft verhandelt. Hätte die deutsche Elf das Finale gewonnen, wäre den Spielern, wie schon bei der Europameisterschaft 2008
vereinbart, eine Prämie von 250.000 Euro gezahlt worden. Das Erreichen des Halbfinales wurde – ebenfalls analog zur EM 2008 – mit 100.000 Euro belohnt. Auch das erfolgreiche
Qualifizieren für die WM wurde mit maximal 200.000 Euro pro Spieler belohnt, so auch zur WM 2014.[158]

Für die Qualifikation zur EM 2012 hat der DFB 18.000 Euro pro Spiel und Spieler ausgelobt.[159] Zur WM 2014 waren es dann schon 20.000 Euro pro Spiel, gleich neun Spieler bekamen
die Höchstsumme von 200.000 Euro ausgezahlt. Der Sieg bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien brachte jedem Nationalspieler 300.000 Euro Prämie vom DFB.[160] Zur Fußball WM
2018 handelte der Spielerrat eine höhere Prämie aus: Im Falle der Titelverteidigung zahlt der DFB nun 350.000 Euro.[161]
Weiterhin zahlt die FIFA eine Erfolgsprämie an den jeweiligen Weltmeister bzw. dessen Fußballbund. 2010 betrug diese Summe 22,1 Millionen Euro.[162]

Die erfolgreichen WM-Teilnahmen wurden folgendermaßen vergütet:[163]

1954: 2.500 DM (nach heutiger Kaufkraft 6.426 Euro) sowie einen Fernseher, einen Lederkoffer und einen Motorroller,
1974: 70.000 DM (nach heutiger Kaufkraft 104.941 Euro) und ein Cabrio,
1990: 125.000 DM (nach heutiger Kaufkraft 108.095 Euro),
2014: 300.000 Euro (nach heutiger Kaufkraft 316.520 Euro).
Für die Qualifikation der EM 2016 hat der DFB 20.000 Euro pro Spiel und Spieler ausgezahlt. Die DFB-Prämienregelung zur Endrunde der EM 2016 sah für den Fall des Titelgewinns
300.000 EUR pro Spieler vor. Ausgezahlt wurden jedoch nur die Prämie von 100.000 EUR für das Erreichen des Halbfinales.[164]

Nachwuchsarbeit
Um talentierte Spieler an den Kader der A-Nationalmannschaft heranzuführen, gab es in der Geschichte des DFB verschiedene Auswahlmannschaften, in denen junge Spieler ihre ersten
internationalen Erfahrungen sammeln sollten. Von 1951 bis 1986 war dies die B-Nationalmannschaft, in der unter anderem die späteren Spielführer der beiden deutschen
Weltmeistermannschaften von 1974 und 1990 Franz Beckenbauer (1965, 2 Spiele) und Lothar Matthäus (1979–1981, 4 Spiele) begannen. Zwischen 1999 und 2001 gab es die A2-
Nationalmannschaft, die quasi eine Neuauflage der älteren B-Auswahl bildete. In ihr spielten zum Beispiel die späteren Vize-Weltmeister von 2002 Torsten Frings (1999–2000, 5 Spiele) und
Bernd Schneider (1999–2001, 4 Spiele). Im Hinblick auf die bevorstehende Weltmeisterschaft im eigenen Land wurde die A2-Auswahl 2002 in Team 2006 umbenannt.[165] Seit 2006 gibt es
keine derartige Auswahlmannschaft des DFB mehr.

Auch die U-21-Nationalmannschaft (seit 1979) und die Olympia-Auswahl (1982–1998) diente vielen jungen Talenten als Sprungbrett in die A-Nationalmannschaft, so zum Beispiel den
späteren Weltmeistern von 1990 Jürgen Klinsmann, Pierre Littbarski und Rudi Völler. Während die B-Mannschaft und ihre Neuauflagen nur zu Freundschaftsspielen antraten, nahmen die
U-21- und Olympia-Mannschaften auch an internationalen Wettkämpfen teil, so dass den jungen Spielern auch Wettkampfpraxis vermittelt werden konnte. Im Juni 2009 gewann die U-21-
Mannschaft erstmals die Europameisterschaft, wodurch der DFB als erster europäischer Nationalverband überhaupt gleichzeitig den Kontinentalmeister in den Alterklassen U-17, U-19 und
U-21 stellen konnte. Beim besagten Titelgewinn kamen mit Andreas Beck, Gonzalo Castro, Manuel Neuer und Mesut Özil auch Spieler zum Einsatz, die zuvor bereits Einsätze für die A-
Nationalmannschaft absolviert hatten. Aufgrund dieser Erfolge wurde der DFB 2009 von der UEFA mit der Maurice-Burlaz-Trophäe für die beste Nachwuchsarbeit in Europa
ausgezeichnet.[166] Für die darauffolgenden Europameisterschafts-Endrunden konnten sich die drei U-Auswahlmannschaften des DFB jeweils nicht mehr qualifizieren. Bei der U-17-
Fußball-Weltmeisterschaft 2011 erreichte die U-17-Mannschaft mit dem späteren A-Nationalspieler Emre Can als Kapitän das Halbfinale, in dem sie gegen den Gastgeber und späteren
Weltmeister Mexiko durch ein Tor in der 90. Minute mit 2:3 verlor. Das kleine Finale gegen Brasilien wurde mit 4:3 gewonnen. Dabei schoss die Mannschaft im Turnierverlauf die meisten
Tore (24). Während die U-19-Mannschaft nach dem Gewinn des EM-Titels 2008 keine Endrunde mehr erreichte, konnte die U-17-Mannschaft 2011 und 2012 erneut das Finale erreichen,
verlor da aber jeweils gegen die Niederlande. Für die EM 2013 konnte sich aber auch die U-17-Mannschaft nicht qualifizieren, wodurch auch die Qualifikation für die WM 2013 verpasst
wurde. Die U-21-Mannschaft erreichte die EM-Endrunde 2012, wobei in der Qualifikation kein Spiel verloren wurde, bei der Endrunde aber bereits nach den ersten beiden Spielen der
Einzug ins Halbfinale nicht mehr möglich war und über eine Überarbeitung des Nachwuchskonzeptes nachgedacht wird.[167] So übernahm nach der EM wieder Horst Hrubesch die
Verantwortung für die U-21-Mannschaft und auch bei den anderen Juniorenmannschaften gab es Veränderungen bei den Trainern.[168]

Acht Spieler, die 2009 die U-21- bzw. U-17-Europameisterschaft gewonnen hatten, bildeten den Kern der Weltmeistermannschaft von 2014: Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Benedikt
Höwedes, Mats Hummels, Sami Khedira und Mesut Özil bzw. Shkodran Mustafi und Mario Götze. Zudem gehörte Ersatztorhüter Ron-Robert Zieler zur Mannschaft, die 2008 U-19-
Europameister wurde, zu der auch die bei der WM wegen Verletzung fehlenden Brüder Lars und Sven Bender gehörten.

2014 konnte erneut der Europameistertitel durch die U-19-Mannschaft gewonnen werden, die sich zudem für die U-20-Fußball-Weltmeisterschaft 2015 qualifizierte und dort das
Viertelfinale erreichte.[169]

2015 erhielt der DFB zum dritten Mal die Maurice-Burlaz-Trophäe.[170]

2016 erreichte die Olympiaauswahl mit Spielern, von denen nur drei älter als 23 Jahre sein durften das Finale bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro gegen Brasilien und verlor es
im Elfmeterschießen. Einige Spieler schafften danach den Sprung in die A-Nationalmannschaft und wurden für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 nominiert und gewannen ihn bzw.
gewannen mit der U-21-Mannschaft die U-21-Fußball-Europameisterschaft 2017.

Fanclub
Am 29. März 2003[171] wurde der Fanclub Nationalmannschaft (Eigenschreibweise Fan Club Nationalmannschaft[172]) gegründet. Dabei können Mitglieder z. B. Eintrittskarten zu
Länderspielen während einer Vorverkaufsphase erwerben oder es können Treffen mit Nationalspielern gewonnen werden. Der Fanclub organisiert zudem Choreografien in den Stadien.[171]

Maskottchen
Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 wurde mit Paule ein, dem DFB-Adler nachempfundenes, eigenes Maskottchen der deutschen Mannschaften eingeführt. Dieser wurde beim Testspiel
Deutschland gegen die USA in Dortmund am 22. März 2006 offiziell vorgestellt.[173]

Fußballmuseum
Das Deutsche Fußballmuseum wurde am 23. Oktober 2015 als offizielles nationales Fußballmuseum des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Dortmund eröffnet.[174] Das Museum widmet
sich in erlebnisorientierter Atmosphäre den Höhepunkten der deutschen Fußballgeschichte und der deutschen Nationalmannschaften.[175]

Auszeichnungen
Sportler des Jahres von Deutschland – Mannschaft des Jahres: 1966, 1970, 1974, 1980, 1990, 1996, 2002, 2006, 2010, 2014
Silbernes Lorbeerblatt: Mannschaften der Fußball-Weltmeisterschaften 1954, 2006, 2010, 2014
Weltmannschaft des Jahres (La Gazzetta dello Sport): 1980, 1990, 2014
Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Ehrenpreis der Stifter: 2010
Laureus World Sports Awards/Mannschaft des Jahres: 2015

Bilanzen
FIFA-Weltrangliste
Bei Einführung der FIFA-Weltrangliste im August 1993 belegte Deutschland den 1. Platz und konnte mit Unterbrechungen bis Juni 1994
mehrere Monate lang den ersten Platz belegen. Den ersten Rang mussten sich die Deutschen teilweise mit anderen Ländern teilen, da in der
Anfangszeit die Rangliste wenig differenziert war. Nach dem Aus im Viertelfinale der WM 1994 fiel Deutschland auf Rang 3 zurück und
pendelte in der Folgezeit zwischen Platz 5 und 2. Im Februar 1997 konnte noch einmal Platz 1 (gemeinsam mit Brasilien) belegt werden. In
der kurzen Amtszeit Erich Ribbecks fiel die Mannschaft durch das Aus in der Vorrunde bei der EM 2000 aus den Top-10. Unter Rudi Völler
oszillierte die Mannschaft zwischen Platz 14 (Oktober 2001) und Platz 5 (nach der WM 2002), fiel nach dem Vorrundenaus bei der EM
2004 aber wieder auf Platz 12 zurück. Da unter Jürgen Klinsmann keine Qualifikationsspiele bestritten wurden und Freundschaftsspiele
schwächer gewichtet werden, fiel die Mannschaft in seiner Ägide auf den bisher schlechtesten Platz im März 2006: nach der 1:4-Niederlage Platzierung und relative Punktzahl in
in Italien rutschte Deutschland auf Platz 22 ab. Nach der erfolgreichen WM 2006 mit Platz 3 wurde die Ranglistenberechnung modifiziert der FIFA-Weltrangliste
und Deutschland erreichte Platz 9. Nach dem Vizeeuropameistertitel 2008 wurde im August wieder Platz 2 erreicht. Der Abstand zur
spanischen Mannschaft, die seit der Europameisterschaft bis zum Confed-Cup die Rangliste anführte, wurde aber in den folgenden Monaten
größer. Bis zum Juli 2009 fiel Deutschland auf Rang 5 zurück. Im Mai 2010 erreichte die relative Punktzahl im Vergleich zum Spitzenreiter Brasilien mit 0,67 den bisher niedrigsten Wert.
Durch den dritten Platz bei der WM 2010 stieg Deutschland im Juli 2010 auf Rang 4. Aufgrund der makellosen EM-Qualifikation und dem Erreichen des Halbfinales bei der Endrunde 2012
rückte die Nationalelf bis auf Platz 2 der Rangliste hinter Spanien vor. Durch den Gewinn der Weltmeisterschaft im Juli 2014, bei der unter anderem die auf Platz 3 bis 5 stehenden
Mannschaften besiegt wurden und der Weltranglistenführende Spanien bereits in der Vorrunde ausschied, konnte Deutschland erstmals nach 1997 wieder allein die Führung in der
Weltrangliste übernehmen. Diese Führung wurde auch in den Folgemonaten verteidigt. Als am 19. Dezember 2014 auch die deutsche Fußballnationalmannschaft der Frauen Platz 1 in der
Frauen-Rangliste erreichte, standen erstmals die Männer- und Frauen-Nationalmannschaften eines Verbandes gleichzeitig auf dem ersten Rang. Im Juli 2015 verlor Deutschland nach einigen
schwächeren Ergebnissen die Spitzenposition an Argentinien, das bei der Copa América 2015 Punkte sammelte. Im Dezember fiel die Mannschaft nach der Niederlage gegen Frankreich und
dem abgesagten Spiel gegen die Niederlande auf den vierten Platz zurück und da Belgien schon im November erstmals Platz 1 erreichte und Spanien im Dezember Platz 3, war Deutschland
bis zum April 2016 auch nur noch drittbeste europäische Mannschaft. Nach einer Niederlage gegen England und einem Sieg gegen Italien fiel die deutsche Mannschaft aufgrund der höher
bewerteten Pflichtspielsiege südamerikanischer Mannschaften im April auf Platz 5 zurück, war aber nach zwei Remis der Spanier wieder zweitbeste europäische Mannschaft. Seit Oktober
2016 war sie wieder beste europäische Mannschaft.[176] Durch den Gewinn des Confed-Cups 2017 kletterte die Mannschaft im Juli 2017 wieder auf Platz 1.[177] Diesen Platz verlor sie im
Folgemonat wieder an Brasilien, da die letzten beiden Spiele der WM 2014 nun schwächer gewichtet werden, konnte ihn aber einen Monat später nach zwei Siegen in der WM-Qualifikation
zurück erobern.[178] Diesen Platz hielt die Mannschaft bis zur WM. Nach der schwachen Leistung und dem damit verbundenen Vorrundenaus bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland,
sackte die deutsche Nationalmannschaft von Platz 1 auf Platz 15 der FIFA-Weltrangliste (August 2018) ab.[179]

Länderspielbilanzen
Die folgende Übersicht stellt die Bilanzen der deutschen Nationalmannschaft nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes[180] dar. In der Verlängerung entschiedene Spiele werden
entsprechend ihrem Resultat, im Elfmeterschießen entschiedene Partien dagegen als Unentschieden gewertet.[181] Bei einem Vergleich mit den Angaben der jeweiligen Fußballverbände ist
zu beachten, dass viele von ihnen zwischen den Spielen gegen Deutschland und Westdeutschland unterscheiden (z. B. FA und KNVB) oder ihre Spiele gegen die DDR in ihre Bilanz gegen
Deutschland mit einfließen lassen (z. B. FEMEXFUT).

Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind hier nur Länder aufgeführt, deren jeweilige Nationalmannschaft schon mindestens zehnmal gegen Deutschland gespielt hat. Eine vollständige Liste
findet sich unter Länderspielbilanzen.
Tor- Tor-
Land Sp. S U N wichtige Begegnungen
verhältnis differenz
Albanien 14 13 1 0 38:10 +28 WM-Qualifikation 1982, 1998, 2002; EM-Qualifikation 1968, 1972, 1984, 1996

WM-Vorrunde 1958, 1966; WM-Viertelfinale 2006, 2010; WM-Finale 1986, 1990, 2014;
Argentinien 23 7 6 10 33:34 − 1
Konföderationen-Pokal Vorrunde 2005
WM-Vorrunde 1934; WM-Achtelfinale 1994; EM-Qualifikation 1992, 2012; EM-Halbfinale 1972;
Belgien 25 20 1 4 58:26 +32
EM-Finale 1980

Brasilien WM-Halbfinale 2014; WM-Finale 2002; Konföderationen-Pokal Vorrunde 1999;


23 5 5 13 31:41 −10
Konföderationen-Pokal Halbfinale 2005
WM-Qualifikation 1982; WM-Vorrunde 1970; WM-Viertelfinale 1994; EM-Qualifikation 1976,
Bulgarien 21 16 2 3 56:24 +32
1996
Dänemark 27 15 4 8 54:37 +17 WM-Vorrunde 1986; EM-Vorrunde 1988, 2012; EM-Finale 1992

WM-Qualifikation 2002; WM-Achtelfinale 2010; WM-Viertelfinale 1970; WM-Zwischenrunde


England[B 1] 36 13 7 16 45:70 −25 1982; WM-Halbfinale 1990; WM-Finale 1966;
EM-Vorrunde 2000; EM-Viertelfinale 1972; EM-Halbfinale 1996
Finnland 23 16 6 1 82:19 +63 WM-Qualifikation 1938, 1982, 1990, 2002, 2010; EM-Qualifikation 2000

WM-Viertelfinale 2014, WM-Halbfinale 1982, 1986; WM-Spiel um Platz 3 1958; EM-Halbfinale


Frankreich 31 9 8 14 46:49 − 3
2016, UEFA NL-Gruppenphase 2018/19
Irland 20 9 5 6 35:24 +11 WM-Qualifikation 2014; WM-Vorrunde 2002; EM-Qualifikation 2008, 2016
WM-Vorrunde 1962; WM-Zwischenrunde 1978; WM-Halbfinale 1970, 2006; WM-Finale 1982;
Italien 35 8 12 15 41:50 − 9
EM-Vorrunde 1988, 1996; EM-Viertelfinale 2016; EM-Halbfinale 2012
WM-Vorrunde 1990, 1998; WM-Viertelfinale 1954, 1958, 1962; WM-Zwischenrunde 1974; EM-
Jugoslawien 25 14 4 7 46:31 +15
Qualifikation 1968; EM-Halbfinale 1976
Luxemburg 13 12 0 1 60:11 +49 Olympische Spiele Achtelfinale 1936; WM-Qualifikation 1934; EM-Qualifikation 1992
WM-Vorrunde 1978, 2018; WM-Achtelfinale 1998; WM-Viertelfinale 1986; Konföderationen-
Mexiko 12 5 5 2 24:11 +13
Pokal Spiel um Platz 3 2005; Konföderationen-Pokal Halbfinale 2017
WM-Qualifikation 1990; WM-Achtelfinale 1990; WM-Zwischenrunde 1978; WM-Finale 1974;
Niederlande 44 16 16 12 84:75 +9 EM-Vorrunde 1980, 1992, 2004, 2012; EM-Halbfinale 1988;
UEFA NL-Gruppenphase 2018/19; EM-Qualifikation 2020
WM-Qualifikation 1962, 1998, 2018; WM-Vorrunde 1958; EM-Qualifikation 1984, 2000, 2020;
Nordirland 19 13 4 2 46:15 +31
EM-Vorrunde 2016
Norwegen 22 15 5 2 59:17 +42 Olympische Spiele Viertelfinale 1936; WM-Qualifikation 1954, 2018

Olympische Spiele Achtelfinale 1912;


WM-Qualifikation 1970, 1982, 2014; WM-Vorrunde 1982; WM-Zwischenrunde 1978; WM-
Österreich 40 25 6 9 90:57 +33
Halbfinale 1954; WM-Spiel um Platz 3 1934;
EM-Qualifikation 1984, 2012; EM-Vorrunde 2008
WM-Vorrunde 1978, 2006; WM-Zwischenrunde 1974; EM-Qualifikation 1972, 2016; EM-
Polen 21 13 7 1 34:12 +22
Vorrunde 2008, 2016
WM-Qualifikation 1986, 1998; WM-Vorrunde 2014; WM-Spiel um Platz 3 2006;
Portugal 18 10 5 3 29:16 +13
EM-Vorrunde 1984, 2000, 2012; EM-Viertelfinale 2008
Rumänien 13 8 3 2 38:18 +20 EM-Vorrunde 1984, 2000
Schottland 17 8 5 4 26:23 + 3 WM-Qualifikation 1970; WM-Vorrunde 1986; EM-Qualifikation 2004, 2016; EM-Vorrunde 1992

WM-Qualifikation 1938, 1966, 1986, 2014; WM-Vorrunde 2018, WM-Achtelfinale 2006, WM-
Schweden 37 16 9 12 72:61 +11 Viertelfinale 1934, WM-Zwischenrunde 1974, WM-Halbfinale 1958;
EM-Halbfinale 1992
Schweiz 51 36 6 9 138:65 +73 Olympische Spiele Achtelfinale 1928; WM-Vorrunde 1962, 1966; WM-Achtelfinale 1938 (2×)
Slowakei 11 8 0 3 25:12 +13 EM-Qualifikation 2008; EM-Achtelfinale 2016

Sowjetunion 12 9 0 3 22:11 +11 WM-Halbfinale 1966; EM-Finale 1972


WM-Vorrunde 1966, 1994; WM-Zwischenrunde 1982; WM-Halbfinale 2010;
Spanien 23 9 7 7 29:24 + 5
EM-Vorrunde 1984, 1988; EM-Viertelfinale 1976; EM-Finale 2008
WM-Qualifikation 1986; WM-Vorrunde 1958; WM-Viertelfinale 1990; WM-Halbfinale 1934; EM-
17 10 4 3 36:24 +12
Tschechoslowakei Vorrunde 1980; EM-Finale 1976

Türkei 20 14 3 3 49:13 +36 WM-Vorrunde 1954 (2×); EM-Qualifikation 1972, 1980, 1984, 2000, 2012; EM-Halbfinale 2008
Ungarn 34 13 10 11 71:64 + 7 Olympische Spiele Trostrunde Halbfinale 1912; WM-Vorrunde 1954; WM-Finale 1954
Olympische Spiele Viertelfinale 1928; WM-Vorrunde 1986; WM-Viertelfinale 1966; WM-Spiel
Uruguay 11 8 2 1 29:12 +17
um Platz 3 1970, 2010
Vereinigte
11 7 0 4 23:17 + 6 WM-Vorrunde 1998, 2014; WM-Viertelfinale 2002; Konföderationen-Pokal Vorrunde 1999
Staaten
Wales 17 9 6 2 26:10 +16 WM-Qualifikation 1990, 2010; EM-Qualifikation 1980, 1992, 1996, 2008

Anmerkungen:

1. Die ersten vier Spiele fanden gegen die Englische Fußballnationalmannschaft der Amateure statt und werden von der FA nicht mitgezählt, vgl. die Internetseite der FA
(http://www.thefa.com/england/mens-seniors/results). Die meisten kontinentaleuropäischen Fußballverbände, darunter auch der DFB, werten ihre Partien gegen die
englische Amateurnationalmannschaft jedoch als offizielle Länderspiele, obwohl auch die FIFA sie nicht als solche zählt. Die FA und die FIFA zählen das Spiel am
10. Mai 1930 als erstes Länderspiel Englands gegen Deutschland. Die Bilanz gegen die englische A-Nationalnationalmannschaft ist mit 13 Siegen, 6 Remis und 13
Niederlagen ausgeglichen, gegen die englischen Amateure gab es ein Remis und drei Niederlagen.
Farblegende:
positive Bilanz (mehr Siege als Niederlagen)

ausgeglichene Bilanz

negative Bilanz (mehr Niederlagen als Siege)


Besonderheiten:

Sämtliche Siege gegen Italien stammen aus Freundschaftsspielen.


Alle Spiele gegen Albanien waren Pflichtspiele. Es ist das einzige Land, gegen das bei mehr als 10 Spielen keine Freundschaftsspiele ausgetragen wurden.
Gegen Argentinien und England, gegen die die Gesamtbilanz negativ ist, ist die Bilanz in Pflichtspielen positiv.

Olympische Spiele
→ Hauptartikel: Deutsche Fußballnationalmannschaft/Olympische Spiele
Die ersten großen Fußballturniere fanden bei den Olympischen Spielen statt, zunächst 1900 und 1904 als Demonstrationssportart mit Vereinsmannschaften, 1908 als offizielle olympische
Sportart. Deutsche Mannschaften nahmen in diesen Jahren noch nicht teil. Insgesamt war man nur bei drei von sieben Turnieren für A-Nationalmannschaften dabei. Der DFB ist der einzige
Verband, dessen Nationalmannschaft zwar Weltmeister wurde, der aber nie den Olympiasieger stellte. Bestes Abschneiden ist die Silbermedaille der Olympia-Auswahl 2016, in der außer
drei Spielern alle Spieler maximal 23 Jahre alt waren.

Teilnahme bis Letzter


Jahr Austragungsort Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
… Gegner
keine
1908 London – –
Teilnahme
1912 Stockholm Achtelfinale Österreich 1:5 keiner höchster Sieg der Nationalmannschaft: 16:0 gegen Russland
keine
1920 Antwerpen – – Deutschland war von den Spielen ausgeschlossen
Teilnahme
keine
1924 Paris – – Deutschland nahm an den Spielen erneut nicht teil
Teilnahme
erstes Spiel gegen eine außereuropäische Mannschaft
Otto
1928 Amsterdam Viertelfinale Uruguay 1:4 Hans Kalb und Richard Hofmann wurden als erste deutsche Spieler vom Platz
Nerz
gestellt.
Otto
1936 Berlin Viertelfinale Norwegen 0:2 Ende der „Ära Nerz“ nach Niederlage gegen Norwegen
Nerz
keine
1948 London – – Deutschland war von den Spielen ausgeschlossen
Teilnahme

Weltmeisterschaften
→ Hauptartikel: Deutsche Fußballnationalmannschaft/Weltmeisterschaften
Deutsche WM-Torjäger
Die deutsche Nationalmannschaft ist nach Brasilien (fünf Titel) und mit Italien (auch vier Titel) die erfolgreichste
Fußballnationalmannschaft der Welt. Bereits achtmal stand sie im Endspiel einer Fußball-Weltmeisterschaft. Platz Spieler Jahr(e) Teiln. Tore
Viermal (1954, 1974, 1990 und 2014) konnte die deutsche Mannschaft den Weltmeistertitel gewinnen, viermal 1 Miroslav Klose 2002–2014 4 16
(1966, 1982, 1986 und 2002) ging sie als Vize-Weltmeister vom Platz. Hinzu kommen vier dritte Plätze bei den
2 Gerd Müller 1970–1974 2 14
WM-Endrunden 1934, 1970, 2006 und 2010 sowie ein vierter Platz 1958. Bei achtzehn Teilnahmen an
3 Jürgen Klinsmann 1990–1998 3 11
Fußballweltmeisterschaften belegte sie demzufolge insgesamt dreizehnmal einen der ersten vier Plätze und
übertrifft somit in dieser Hinsicht sogar Brasilien (fünfmal Weltmeister, zweimal Vize-Weltmeister, zweimal 4 Thomas Müller 2010–2018 3 10
Dritter, zweimal Vierter), obwohl dieses als einziges Land an allen zwanzig Fußball-Weltmeisterschaften teilnahm. Helmut Rahn 1954–1958 2 10
6 Karl-Heinz Rummenigge 1978–1986 3 9
Mit Ausnahme der Turniere 1930 und 1950 hat die DFB-Auswahl an allen Weltmeisterschaften teilgenommen,
wobei sie 1930 aufgrund der aufwändigen Reise nach Südamerika verzichtete und 1950 nach kriegsbedingtem Uwe Seeler 1958–1970 4 9
Ausschluss noch nicht wieder zugelassen war. Der 1949 wiedergegründete DFB wurde erst nach der WM 1950 8 Rudi Völler 1986–1994 3 8
wieder in die FIFA aufgenommen.
9 Hans Schäfer 1954–1962 3 7
Deutschland war fünfmal als Titelverteidiger oder Gastgeber direkt qualifiziert und hat in 14 WM- 10 Helmut Haller 1962–1970 3 6
Qualifikationsturnieren bisher keine Auswärtsniederlage erlitten und pro Spiel die meisten Punkte geholt (2,55 in Lothar Matthäus 1982–1998 5 6
94 Spielen auf Basis der Drei-Punkte-Regel, Stand: 8. Oktober 2017). Die erste von bisher zwei Heimniederlagen
Max Morlock 1954 1 6
erfolgte im Oktober 1985 gegen Portugal. Deutschland und Brasilien haben jeweils 109 WM-Spiele bestritten und
sind damit die Rekordhalter. Jedoch trafen die beiden Mannschaften erst zweimal bei Weltmeisterschaften
aufeinander, zum ersten Mal im WM-Finale 2002. Brasilien (229) und Deutschland (226) sind die einzigen Mannschaften, die mehr als 200 WM-Tore erzielten. Allerdings kassierte
Deutschland auch die meisten Gegentore bei Weltmeisterschaften (125). Unter den 13 Spielern, die mindestens 10 WM-Tore erzielten, befinden sich fünf Deutsche und zwei Brasilianer –
die alle Weltmeister wurden. Frankreich, Ungarn, Argentinien, Peru, Polen und England stellen jeweils einen Spieler mit mindestens 10 WM-Toren – von denen keiner Weltmeister wurde.

Bei der WM 1974 nahm die Auswahl des DDR-Verbandes DFV ebenfalls teil. Zudem nahm eine Auswahlmannschaft des Saarlandes unter dem späteren Bundestrainer Helmut Schön an der
Qualifikation für die WM 1954 teil.

Deutschland stellte mit Gerd Müller (1970), Miroslav Klose (2006) und Thomas Müller (2010) bereits dreimal die besten Torschützen einer Weltmeisterschaft, wobei die Mannschaft immer
Dritter wurde, wenn sie den Torschützenkönig stellte. Miroslav Klose ist mit 16 WM-Toren bei vier Weltmeisterschaften auch insgesamt Rekordtorschütze. Thomas Müller ist der erste
Torschützenkönig, dem bei der folgenden WM fünf Tore gelangen. Zudem ist der deutsche Rekordnationalspieler Lothar Matthäus auch gleichzeitig Rekordhalter mit den meisten WM-
Spielen (25), den zweiten Platz belegt Miroslav Klose (24). Uwe Seeler war der erste Fußballer überhaupt, der mehr als 20 WM-Spiele bestritt.
Teilnahme bis Letzter
Jahr Gastgeberland Platz Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
… Gegner
keine
1930 Uruguay – – – Weltwirtschaftskrise; zu hoher Aufwand für die Reise nach Südamerika
Teilnahme
Spiel um 3.
1934 Italien Österreich Otto Nerz Halbfinalniederlage gegen Tschechoslowakei
Platz 3 Platz
Nach dem „Anschluss Österreichs“ muss eine „Großdeutsche
10. Sepp
1938 Frankreich Achtelfinale Schweiz Fußballnationalmannschaft“ aufgestellt werden. Diese scheiterte am ersten
Platz Herberger
Gegner Schweiz nach Wiederholungsspiel.
Der DFB war infolge des Krieges aufgelöst worden; der Anfang 1950
keine
1950 Brasilien – – – wiedergegründete Verband wurde von der FIFA erst nach der WM wieder
Teilnahme
aufgenommen.
1. Sepp
1954 Schweiz Finale Ungarn „Das Wunder von Bern“; „Geist von Spiez“
Platz Herberger
Spiel um 4. Sepp
1958 Schweden Frankreich Halbfinalniederlage in der „Schlacht von Göteborg“ gegen Schweden
Platz 3 Platz Herberger
7. Sepp Abschneiden führte zum Rücktritt von Herberger und Einführung des Profitums
1962 Chile Viertelfinale Jugoslawien
Platz Herberger bzw. der Bundesliga
2. Helmut
1966 England Finale England „Wembley-Tor“
Platz Schön
Spiel um 3. Helmut
1970 Mexiko Uruguay Halbfinalniederlage im „Jahrhundertspiel“ gegen Italien
Platz 3 Platz Schön
BR 1. Helmut Begegnung mit der DDR-Auswahl und das „Sparwasser-Tor“; „Nacht von
1974 Finale Niederlande
Deutschland Platz Schön Malente“; „Wasserschlacht von Frankfurt“
Österreich,
6. Helmut
1978 Argentinien Zwischenrunde Niederlande, „Schmach von Córdoba“
Platz Schön
Italien
2.
1982 Spanien Finale Italien Jupp Derwall „Nichtangriffspakt von Gijón“; „Nacht von Sevilla“
Platz
2. Franz
1986 Mexiko Finale Argentinien „Suppenkasper-Affäre“
Platz Beckenbauer
1. Franz
1990 Italien Finale Argentinien Triumph des „Kaisers“
Platz Beckenbauer
5.
1994 USA Viertelfinale Bulgarien Berti Vogts „Stinkefinger-Affäre“
Platz
7.
1998 Frankreich Viertelfinale Kroatien Berti Vogts Ausschreitungen deutscher Hooligans; später Rücktritt von Vogts
Platz
Südkorea und 2.
2002 Finale Brasilien Rudi Völler erstes WM-Spiel gegen Rekordweltmeister Brasilien
Japan Platz
Spiel um 3. Jürgen
2006 Deutschland Portugal „Weltmeister der Herzen“; „Sommermärchen“; Halbfinalniederlage gegen Italien
Platz 3 Platz Klinsmann
Spiel um 3. „Umgekehrtes Wembley-Tor“; Kantersieg gegen Argentinien; Halbfinalniederlage
2010 Südafrika Uruguay Joachim Löw
Platz 3 Platz gegen Spanien
1.
2014 Brasilien Finale Argentinien Joachim Löw historischer 7:1-Halbfinal-Sieg gegen Gastgeber Brasilien („Mineiraço“)
Platz
Mexiko,
2018 Russland Vorrunde Schweden, – Joachim Löw Erstmals schied Deutschland bereits in der Vorrunde aus.
Südkorea

Europameisterschaften
→ Hauptartikel: Die deutsche Fußballnationalmannschaft bei Europameisterschaften
Die DFB-Auswahl ist mit drei Titeln (1972, 1980, 1996) aus sechs Endspielteilnahmen neben Spanien die erfolgreichste Nationalmannschaft. Die bundesdeutsche
Fußballnationalmannschaft konnte sich als einziges Team seit 1972 für alle Europameisterschaftsendrunden qualifizieren und ist damit die Mannschaft mit den meisten Teilnahmen.
Bei den ersten Turnieren 1960 und 1964 war man an einer Teilnahme noch nicht interessiert, da Bundestrainer Sepp Herberger sich durch die EM beim Aufbau für die WM gestört fühlte.
Erst unter seinem Nachfolger Helmut Schön wollte sich die Mannschaft erstmals für die EM 1968 qualifizieren, scheiterte allerdings dabei. Bei der ersten gelungenen Qualifikation 1972
wurde gleich der erste Titel gewonnen.

Dreimal schied man in der Vorrunde aus (1984, 2000 und 2004), immer als Titelverteidiger und/oder Vizeweltmeister. Als Weltmeister wurde zweimal der zweite Platz bei der folgenden
Europameisterschaft belegt (1976 und 1992). Nach dem Ausscheiden in der Vorrunde kam es jeweils zu Trainerwechseln. Im ersten Spiel der Endrunde der EM 2008 konnte Deutschland
erstmals nach zwölf Jahren wieder ein Spiel bei einer Endrunde gewinnen; bei den Turnieren 2000 und 2004 war die Mannschaft sieglos geblieben.

Neben Gerd Müller (1972) konnten Dieter Müller (1976), Klaus Allofs (1980) und Karl-Heinz Riedle (1992) Torschützenkönig eines Turniers werden.

Teilnahme
Jahr Gastgeberland Letzter Gegner Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
bis …
keine Sepp
1960 Frankreich – – offizielle Bezeichnung: Europa-Nationenpokal
Teilnahme Herberger
keine Sepp
1964 Spanien – – offizielle Bezeichnung: Europa-Nationenpokal
Teilnahme Herberger
nicht Jugoslawien, Helmut einzige Nicht-Qualifikation aus sportlichen Gründen, durch eine Niederlage
1968 Italien –
qualifiziert Albanien Schön in Jugoslawien und ein 0:0 in Albanien („Schmach von Tirana“)
Helmut
1972 Belgien Finale Sowjetunion 1. Platz „beste deutsche Elf aller Zeiten“
Schön
Helmut
1976 Jugoslawien Finale Tschechoslowakei 2. Platz „Nacht von Belgrad“
Schön
1980 Italien Finale Belgien 1. Platz Jupp Derwall Triumph für Jupp Derwall
Portugal,
1984 Frankreich Vorrunde Rumänien, – Jupp Derwall Ende der Amtszeit von Trainer Derwall
Spanien
Franz
1988 Deutschland Halbfinale Niederlande Halbfinale Niederlage gegen die Niederlande, kein Spiel um den dritten Platz
Beckenbauer
1992 Schweden Finale Dänemark 2. Platz Berti Vogts Dänemarks Revanche nach der Niederlage bei EM 1988
1996 England Finale Tschechien 1. Platz Berti Vogts erstes Golden Goal der EM-Geschichte durch Oliver Bierhoff
Belgien und Rumänien, Erich
2000 Vorrunde – Ende der Amtszeit von Trainer Ribbeck
Niederlande England, Portugal Ribbeck
Niederlande,
2004 Portugal Vorrunde Lettland, – Rudi Völler Ende der Amtszeit von Teamchef Völler
Tschechien
Österreich und
2008 Finale Spanien 2. Platz Joachim Löw sechster Finaleinzug bei einer Europameisterschaft
Schweiz
Deutschland als einzige Mannschaft mit 10 Siegen in 10
Polen und
2012 Halbfinale Italien Halbfinale Joachim Löw Qualifikationsspielen; erstmals drei Siege in der Gruppenphase; Weltrekord
Ukraine
nach 15 Pflichtspielsiegen in Folge
erstmaliger Erfolg gegen Italien bei einem großen Turnier durch einen Sieg
2016 Frankreich Halbfinale Frankreich Halbfinale Joachim Löw
im Elfmeterschießen im Viertelfinale
Deutschland stellt mit der Allianz Arena eine Spielstätte für drei
Gruppenspiele und ein Viertelfinalspiel, musste sich aber selbst noch
qualifizieren, was am vorletzten Spieltag gelang. Deutschland wird zwei
2020 Europa qualifiziert
Gruppenspiele in München austragen und zudem in Budapest spielen.
Gegner in der Qualifikation waren Estland, die Niederlande, Nordirland und
Weißrussland.
2024 Deutschland qualifiziert Als Gastgeber automatisch qualifiziert.

Konföderationen-Pokal
Die Nationalmannschaft nahm bisher dreimal, 1999 als amtierender Europameister, 2005 als Gastgeber, sowie 2017 als amtierender Weltmeister am seit 1997 ausgetragenen FIFA-
Konföderationen-Pokal teil. Zweimal (1997 wurde als qualifizierter Europa auf die Teilnahme verzichtet, da der Wettbewerb einerseits keinen großen Stellenwert besaß und andererseits die
Vorbereitung auf die neue Bundesligasaison störte; 2003 hätte Deutschland als Vizeweltmeister als Nachrücker für den qualifizierten Vizeeuropameister Italien, welcher seine Teilnahme
absagte, nachrücken sollen) verzichtete die Mannschaft auf eine Turnierteilnahme. Im Jahr 2017 konnte Deutschland den Titel erstmals gewinnen.
Teilnahme Letzter
Jahr Gastgeberland Ergebnis Trainer Bemerkungen und Besonderheiten
bis … Gegner
nicht
1997 Saudi-Arabien – – Absage des DFB aus Termingründen
teilgenommen
Brasilien,
Erich
1999 Mexiko Vorrunde USA, – als Dritter der Vorrundengruppe ausgeschieden
Ribbeck
Neuseeland
Südkorea und nicht
2001 – –
Japan qualifiziert
nicht
qualifiziert; nach Absage der qualifizierten Italiener (Vizeeuropameister) hätte Deutschland als
2003 Frankreich als – – Nachrücker (Vizeweltmeister) teilnehmen dürfen, sagte jedoch aus Termingründen
Nachrücker ab
abgesagt
Spiel um Jürgen
2005 Deutschland Mexiko 3. Platz im Halbfinale gegen den späteren Sieger Brasilien das Finale verpasst
Platz 3 Klinsmann
nicht
2009 Südafrika – –
qualifiziert
nicht
2013 Brasilien – –
qualifiziert
Joachim
2017 Russland Finale Chile 1. Platz erster Turniersieg durch Finalsieg gegen Chile
Löw

UEFA Nations League

Jahr Ligen Gegner Trainer Ergebnis


2018/19 Liga A – Gruppenphase Niederlande, Frankreich Joachim Löw Klassenerhalt nur durch Aufstockung der Liga A (sportlicher Abstieg)
2020/21 Liga A – Gruppenphase

Medaillenspiegel

Wettbewerb Gold Silber Bronze Gesamt


Olympische Spiele (1908–1948) 0 0 0 0
Fußball-Weltmeisterschaft (seit 1930) 4 4 4 12

Fußball-Europameisterschaft (seit 1960) 3 3 0[M 1] 6

Konföderationen-Pokal (seit 1997) 1 0 1 2


Nations League (seit 2018/2019) 0 0 0 0
Gesamt 8 7 5 20

Anmerkungen:

1. Die deutsche Mannschaft schied dreimal im Halbfinale aus, nachdem es kein Spiel mehr um den dritten Platz gab.

Diskografie
→ Hauptartikel: Deutsche Fußballnationalmannschaft/Diskografie
Zwischen 1973 und 1994 nahm die deutsche Fußballnationalmannschaft jeweils im Vorfeld der WM-Turniere Musikalben und -singles auf. Zu hören waren die damals aktuellen
Fußballnationalspieler mit zu dieser Zeit namhaften Interpreten wie Udo Jürgens oder Peter Alexander. Insgesamt erschienen fünf Alben und 13 Singles.[182] Das erste und zugleich
bekannteste Lied der Nationalmannschaft ist das von Jack White komponierte Fußball ist unser Leben.

Aktuelles

Länderspiele
→ Hauptartikel: Liste der Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft
Aufgelistet sind die Spiele der letzten zwölf Monate mit den Ergebnissen aus deutscher Sicht sowie geplante Länderspiele.[183]
Datum Spielort Gegner Ergebnis Art des Spiels Torschützen
20. Mär. 2019 Wolfsburg Serbien 1:1 (0:1) Freundschaftsspiel Jović (12.), Goretzka (69.)

EM-2020-
24. Mär. 2019 Amsterdam (NED) Niederlande 3:2 (2:0) Sané (15.), Gnabry (34.), de Ligt (48.), Depay (63.), Schulz (90.)
Qualifikation
EM-2020-
8. Juni 2019 Baryssau (BLR) Weißrussland 2:0 (1:0) Sané (12.), Reus (62.)
Qualifikation
EM-2020- Reus (10.), Gnabry (17.), Goretzka (20.), Gündoğan (26.), Reus (37.),
11. Juni 2019 Mainz Estland 8:0 (5:0)
Qualifikation Gnabry (62.), Werner (79.), Sané (88.)
EM-2020- Gnabry (9.), de Jong (59.), Tah (66., Eigentor), Kroos (73.), Malen (79.),
6. Sep. 2019 Hamburg Niederlande 2:4 (1:0)
Qualifikation Wijnaldum (90+1.)
EM-2020-
9. Sep. 2019 Belfast (NIR) Nordirland 2:0 (0:0) Halstenberg (48.), Gnabry (90+2.)
Qualifikation
9. Okt. 2019 Dortmund Argentinien 2:2 (2:0) Freundschaftsspiel Gnabry (15.), Havertz (22.), Alario (66.), Ocampos (85.)

EM-2020-
13. Okt. 2019 Tallinn (EST) Estland 0:3 (0:0) Gündoğan (51., 57.), Werner (71.)
Qualifikation
EM-2020-
16. Nov. 2019 Mönchengladbach Weißrussland 4:0 (1:0) Ginter (42.), Goretzka (49.), Kroos (55., 83.)
Qualifikation
EM-2020- Smith (7.), Gnabry (19.), Goretzka (43.) , Gnabry (47., 60.), Goretzka
19. Nov. 2019 Frankfurt am Main Nordirland 6:1 (2:1)
Qualifikation (73.), Brandt (90+1.)

Farblegende:

Sieg der deutschen Mannschaft


Unentschieden
Niederlage
Für 2020 sind noch keine Länderspiele veröffentlicht.

Kader
Die Tabelle nennt die 22 Spieler, die am 8. November 2019 für die EM-Qualifikationsspiele gegen Weißrussland am 16. und gegen Nordirland am 19. November 2019 nominiert
wurden.[184] Im Vergleich zu den Spielen im Oktober wurden Marcel Halstenberg und der verletzte Niklas Süle nicht berücksichtigt, dafür Matthias Ginter, Jonas Hector, Nico Schulz, Leon
Goretzka und Toni Kroos. Marco Reus und Kai Havertz mussten verletzt von ihren Nominierungen zurücktreten. Luca Waldschmidt musste nach dem Spiel gegen Weißrussland abreisen,
bei dem er sechs Minuten nach seiner Einwechslung mit dem weißrussischen Torhüter zusammengeprallt war und verletzungsbedingt wieder ausgewechselt wurde.[185]

Geburts- Letzter
Position Nr. Name Verein Einsätze Tore Debüt
datum Einsatz
12 Bernd Leno FC Arsenal 4. Mär. 1992 6 0 29. Mai 2016 8. Okt. 2017
Tor 1 Manuel Neuer FC Bayern München 27. Mär. 1986 92 0 2. Juni 2009 16. Nov. 2019
22 Marc-André ter Stegen FC Barcelona 30. Apr. 1992 24 0 26. Mai 2012 19. Nov. 2019
23 Emre Can Juventus Turin 12. Jan. 1994 25 1 4. Sep. 2015 19. Nov. 2019

4 Matthias Ginter Borussia Mönchengladbach 19. Jan. 1994 29 1 5. Mär. 2014 16. Nov. 2019
3 Jonas Hector 1. FC Köln 27. Mai 1990 43 3 14. Nov. 2014 19. Nov. 2019
13 Lukas Klostermann RB Leipzig 3. Juni 1996 8 0 20. Mär. 2019 19. Nov. 2019
Abwehr
2 Robin Koch SC Freiburg 17. Juli 1996 2 0 9. Okt. 2019 16. Nov. 2019
14 Nico Schulz Borussia Dortmund 1. Apr. 1993 10 2 9. Sep. 2018 16. Nov. 2019
17 Niklas Stark Hertha BSC 14. Apr. 1995 1 0 19. Nov. 2019 19. Nov. 2019
5 Jonathan Tah Bayer 04 Leverkusen 11. Feb. 1996 9 0 26. Mär. 2016 19. Nov. 2019
11 Nadiem Amiri Bayer 04 Leverkusen 27. Okt. 1996 3 0 9. Okt. 2019 19. Nov. 2019
10 Julian Brandt Borussia Dortmund 2. Mai 1996 31 3 29. Mai 2016 19. Nov. 2019
20 Serge Gnabry FC Bayern München 14. Juli 1995 13 13 11. Nov. 2016 19. Nov. 2019
18 Leon Goretzka FC Bayern München 6. Feb. 1995 25 11 13. Mai 2014 19. Nov. 2019
21 İlkay Gündoğan Manchester City 24. Okt. 1990 37 6 11. Okt. 2011 19. Nov. 2019
Mittelfeld/
6 Joshua Kimmich FC Bayern München 8. Feb. 1995 48 3 29. Mai 2016 16. Nov. 2019
Angriff
8 Toni Kroos Real Madrid 4. Jan. 1990 96 17 3. Mär. 2010 19. Nov. 2019
16 Sebastian Rudy TSG 1899 Hoffenheim 28. Feb. 1990 29 1 13. Mai 2014 16. Nov. 2019
15 Suat Serdar FC Schalke 04 11. Apr. 1997 3 0 9. Okt. 2019 19. Nov. 2019
19 Luca Waldschmidt SC Freiburg 19. Mai 1996 3 0 9. Okt. 2019 16. Nov. 2019
9 Timo Werner RB Leipzig 6. Mär. 1996 29 11 22. Mär. 2017 16. Nov. 2019

Siehe auch
Liste der deutschen Fußballnationalspieler
Liste der Länderspiele der deutschen Fußballnationalmannschaft
Deutsche Fußballnationalmannschaft/Statistik
Liste der Fußballnationalmannschaften der Männer

Literatur
Andreas Bauer: Das Wunder von Bern. Wißner, Augsburg 2004, ISBN 3-89639-426-6.
Thomas Bender, Ulrich, Kühne-Hellmessen: Herrlich verrückte Nationalmannschaft. Makossa Druck und Medien, Gelsenkirchen 2001, ISBN 3-926337-40-0.
Jürgen Bitter: Deutschlands Fußball-Nationalspieler. Sportverlag, Berlin 1997, ISBN 3-328-00749-0.
Die deutschen Nationalspieler, Bd. 1. Sport & Buch Strauß, Köln 1988, ISBN 3-89001-101-2.
Wolfgang Fuhr: Rahn schießt … Tor, Tor, Tor. Agon, Kassel 2004, ISBN 3-89784-254-8.
Hubert Möller: Elf Freunde sollt Ihr sein! – Alle Fußball-Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft, Band I: 1908–1942, Verlag Dr. Bussert & Stadeler, Jena 2005,
ISBN 3-932906-50-0.
Karlheinz Mrazek: Fußball. Die besten deutschen Nationalspieler. 90 Jahre Nationalmannschaft. Copress, München 1997, ISBN 3-7679-0526-4.
Dietrich Schulze-Marmeling (Hrsg.): Die Geschichte der Fußball-Nationalmannschaft. Die Werkstatt, Göttingen 2004, ISBN 3-89533-443-X.

Weblinks
Commons: Deutsche Fußballnationalmannschaft (https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Germany_national_association_football_tea
m?uselang=de) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Offizielle Website (https://www.dfb.de/) des DFB
DFB-Infos zur Nationalmannschaft (https://www.dfb.de/die-mannschaft/start/) bei dfb.de
Alle Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft in der Statistik (https://www.dfb.de/die-mannschaft/spiele-termine/)

Einzelnachweise
23. M. Wulzinger: Herbergers Held. (http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-8463178
1. Die FIFA/Coca-Cola-Weltrangliste. (http://de.fifa.com/fifa-world-ranking/ranking-t 5.html) In: Der Spiegel Ausgabe 14, 2012, S. 107.
able/men/) In: fifa.com. 24. Oktober 2019, abgerufen am 28. Oktober 2019.
24. Gerhard Fischer, Ulrich Lindner: Die Fußballer greifen an. In: Stürmer für Hitler.
2. Erik Bergvall, Edward Adams-Ray: The Official Report Of The Olympic Games S. 113.
Of Stockholm 1912. (http://library.la84.org/6oic/OfficialReports/1912/1912.pdf)
(PDF; 51,1 MB) In: library.la84.org. The Swedish Olympic Committee, 25. Gerhard Fischer, Ulrich Lindner: Arier in kurzen Hosen. In: Stürmer für Hitler.
Dezember 1913, S. 496–497, abgerufen am 27. Juni 2016 (englisch). S. 115.
3. Olympisches Fussballturnier Stockholm 1912 – Deutschland 16:0 (8:0) 26. Gerhard Fischer, Ulrich Lindner: Die Niederlage an Hitlers Geburtstag. In:
Russland. (http://de.fifa.com/tournaments/archive/mensolympic/stockholm1912/ Stürmer für Hitler. S. 119.
matches/round=197005/match=32035/index.html) In: de.fifa.com. FIFA, 27. Gerhard Fischer, Ulrich Lindner: Das Ende der „herrlichen Fußballzeit“. In:
abgerufen am 27. Juni 2016. Stürmer für Hitler. S. 121.
4. Neues Logo für Nationalelf – „Die Mannschaft“: DFB stellt neues Logo für 28. Gerhard Fischer, Ulrich Lindner: Das Ende der „herrlichen Fußballzeit“. In:
Nationalmannschaft vor. (http://www.sport1.de/fussball/dfb-team/2015/06/die-m Stürmer für Hitler. S. 123.
annschaft-dfb-stellt-neues-logo-fuer-nationalmannschaft-vor) In: sport1.de. 29. Das letzte Länderspiel 1942 – Fußball in Nazi-Deutschland: Beim letzten
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