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Phonetik klassifiziert Faktoren und Komponenten sprachlicher Laute Die Phonetik ( gr. φωνητικός

Phonetik

klassifiziert Faktoren und Komponenten sprachlicher Laute

Die Phonetik (gr. φωνητικός phōnētikós

„zum Tönen, Sprechen gehörig“, von φωνή

phōnḗ „Stimme“) [1] ist eine Disziplin, die

Sprachlaute unter den folgenden Aspekten

untersucht: Lautproduktion in Kehlkopf,

Rachen-, Mund- und Nasenbereich, die

akustischen Eigenschaften der Laute und

die Lautwahrnehmung und -verarbeitung durch Ohr und menschliches Gehirn. Die Phonetik ist ein eigenständiges interdisziplinäres Fachgebiet zwischen Linguistik, Biologie, Akustik, Neurowissenschaften und Medizin. [2] Der Gegenstandsbereich der Phonetik ist die gesprochene Sprache in all ihren Realisierungen.

Die Phonetik untersucht ebenso wie die Phonologie die gesprochene Sprache, jedoch unter einem anderen Aspekt. Die Phonologie als Teilgebiet der Sprachwissenschaft klassifiziert Laute in

einzelnen Sprachen aufgrund ihrer bedeutungsunterscheidenden Funktion. Die Phonetik dagegen befasst sich mit den physikalischen, neurologischen und physiologischen Aspekten, die bei der Lautproduktion und -wahrnehmung relevant sind, und bedient sich dabei naturwissenschaftlicher Methoden.

Angrenzende Fächer und verwandte Fachdisziplinen

Die sprachwissenschaftliche Disziplin der Phonologie ist mit der Phonetik eng verwandt. Die Phonologie klassifiziert

Laute aufgrund ihrer Verteilung und Funktion in einer spezifischen Sprache. Aufgrund von Minimalpaaren wie z. B. rot und tot identifiziert die Phonologie die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Laute einer Sprache, die Phoneme (hier: / ʀ/ und /t/). Im Gegensatz zur Phonologie untersucht die Phonetik die konkreten artikulatorischen und akustischen Merkmale der Laute aller Sprachen, d. h. sie beschäftigt sich damit, wie sprachliche Laute gebildet werden, wie sie durch das menschliche Ohr und Gehirn aufgenommen und weiterverarbeitet

werden und wie man sprachliche Laute akustisch messen und beschreiben kann.

Die Phonetik ist ein interdisziplinäres Fachgebiet, das Ergebnisse und Methoden aus den Fächern Anatomie, Physiologie, Neurologie, Physik und Mathematik nutzt. Für die Beschreibung der Lautbildung mit Lunge, Kehlkopf sowie Mund- und Nasenraum nutzt die Phonetik Erkenntnisse aus der Anatomie und der Physiologie, für die Beschreibung der Lautverarbeitung durch das menschliche Gehirn Ergebnisse der Neurologie. Die Physik, speziell das Teilgebiet der Akustik,

ist relevant für die Beschreibung der Schallübertragung der sprachlichen Laute, ebenso wie einige Erkenntnisse aus der Mathematik, die das mathematische Gerüst zur Beschreibung von Schallwellen bietet (z. B. Fourier-Analysis).

Die Phonetik wird in vielen Publikationen als interdisziplinäres naturwissenschaftliches Fachgebiet gesehen; [2] viele Einführungen in die Sprachwissenschaft führen sie aber auch als Teilbereich der Sprachwissenschaft und behandeln sie gemeinsam mit den

sprachwissenschaftlichen Disziplinen Phonologie, Morphologie und Syntax. [3]

Neben der Phonetik und Phonologie haben u. a. auch die Fächer Sprechwissenschaft, Sprecherziehung, Rhetorik, Sprechkunst, Klinische Linguistik, Logopädie und Sprachheilpädagogik gesprochene Sprache zum Inhalt.

Geschichte der Phonetik

Klinische Linguistik , Logopädie und Sprachheilpädagogik gesprochene Sprache zum Inhalt. Geschichte der Phonetik

Jean-Pierre Rousselot gehörte zu den Pionieren der Sprachaufzeichnung für wissenschaftliche Zwecke. Sein zentrales Werk dazu war Principes de Phonétique Expérimentale von 1897. Es beeinflusste viele

Forscher nach ihm. Im Bild sein Apparat zur Sprachaufzeichnung (um 1900).

Die Ursprünge der Phonetik gehen zurück bis in eine Periode zwischen 800 und 150 v. Chr. auf dem indischen Subkontinent, wo indische Linguisten die Phonetik des Sanskrit beschreiben. [4]

In der europäischen Antike und in der Renaissance wurden die Grundlagen für eine systematische Beschreibung der

Artikulationsorgane gelegt. So hat sich bereits in der Antike der Arzt Galenus mit dem Aufbau des Kehlkopfs beschäftigt, und auch der Arzt und Naturwissenschaftler Avicenna [5][6] befasste sich im 11. Jahrhundert wissenschaftlich mit der Phonetik, was allerdings im 12. Jahrhundert schon wieder in Vergessenheit geraten war. Dadurch blieben die Erkenntnisse und Vorstellungen im Mittelalter zur sprachlichen Lautproduktion und - rezeption sehr rudimentär, was sich erst in der Renaissance wieder änderte. Sogar

Leonardo da Vinci kann als Vorläufer der Phonetiker genannt werden, denn seine Studien an sezierten Leichen trugen zum Wissen über den Aufbau des Kehlkopfes

bei. [7][8]

Mit dem Aufstieg der Naturwissenschaften in der Neuzeit entstanden erst die Voraussetzungen für die Phonetik als naturwissenschaftliche Disziplin, z. B. die akustische Schwingungslehre des Mathematikers Leonhard Euler, mit der die akustischen Eigenschaften von Vokalen genauer beschrieben werden konnten. [8]

Beispielsweise veröffentlichte Alexander Melville Bell mit seiner Schrift Visible Speech 1867 eine phonetische Schrift, mit der er versucht, Vokale präzise zu beschreiben. Ludimar Hermann gelang es 1889 und 1890 mit Hilfe mathematischer Prinzipien Stimm- und Lautkurven zu analysieren; er prägte auch den Begriff Formant. [9]

Einen Aufbruch erlebte die Phonetik im 19. Jahrhundert, als technische Apparate wie der Phonograph zur Verfügung standen, mit denen erstmals sprachliche Laute aufgezeichnet und analysiert werden

konnten. Gleichzeitig entwickelte sich um diese Zeit auch die Erkenntnis unter den artikulatorischen Phonetikern, dass „Sprachlaute“ ein eigenes Beschreibungssystem benötigen, weil in den meisten Sprachen keine eindeutige Beziehung zwischen Buchstaben und Lauten mehr besteht und damit die gängigen Alphabete zur Beschreibung der Laute einer Sprache nicht ausreichen. Diese Aktivitäten kulminierten in der Gründung der International Phonetics Association 1884 und der Veröffentlichung

Im deutschsprachigen Raum wurde die Phonetik erstmals 1919 als eigenständige Disziplin anerkannt, als sie als Haupt- und Nebenfach bei Promotionen an der Philosophischen Fakultät der Universität Hamburg zugelassen wurde. Eine erste planmäßige außerordentliche Professur für Phonetik in Deutschland wurde 1922 an der Hansischen Universität Hamburg eingerichtet. [12]

Weitere wichtige technische Entwicklungen für die Phonetik waren z. B. die Röntgenbildgebung und die Sonografie Anfang des 20. Jahrhunderts. Weitere Fortschritte in der Phonetik sind durch technische Entwicklungen zu erwarten. So sind in den letzten Jahren z. B. große Fortschritte in Echtzeit-MRTs gemacht worden.

Teilbereiche der Phonetik

Hauptarbeitsgebiete

Die allgemeine Phonetik beschäftigt sich mit den bei konkreten Sprechakten physikalisch ablaufenden Prozessen sowie deren messtechnischer Erfassung. Sie hat die folgenden Teilgebiete:

Die artikulatorische Phonetik ist die Lehre des Aufbaus und der Funktion des Sprechapparats sowie dessen Einsatz bei der Produktion von Sprache.Erfassung. Sie hat die folgenden Teilgebiete: Die akustische Phonetik untersucht die physikalische

Die akustische Phonetik untersucht die physikalische Struktur der Schallwellen als Träger der sprachlichen Laute.ist die Lehre des Aufbaus und der Funktion des Sprechapparats sowie dessen Einsatz bei der Produktion

Die auditive oder perzeptive Phonetik befasst sich mit der Wahrnehmung der sprachlichen Laute durch den

Die auditive oder perzeptive Phonetik befasst sich mit der Wahrnehmung der sprachlichen Laute durch den Hörer und der jeweiligen Rolle des Gehörs und des Gehirns

Ferner gibt es das Arbeitsgebiet der systematischen Phonetik, die sich um die systematische Beschreibung der Laute (Phone) der Sprachen der Welt bemüht, einschließlich der Beschreibung der Konsonanten und Vokale aller menschlichen Sprachen und deren Transkription. Zur systematischen Phonetik zählt auch die Beschreibung der

suprasegmentale Phonetik (Prosodie), d. h. die Beschreibung einzelner Laute und deren Verwendung in der Silbe bzw. im Wort.

Artikulatorische Phonetik

Hauptartikel: Artikulatorische Phonetik

in der Silbe bzw. im Wort. Artikulatorische Phonetik → Hauptartikel: Artikulatorische Phonetik Mediendatei abspielen

Die artikulatorische Phonetik befasst sich mit dem Zusammenspiel von Atmung (Erzeugung des notwendigen Luftdrucks in der Lunge), der Phonation im Kehlkopf und der Artikulation im Rachen-, Mund- und Nasenraum. Durch die Atmung wird in der Lunge der für den Schall notwendige Luftdruck erzeugt. Im Kehlkopf sitzen die Stimmlippen, die die Schwingungen in der Luft erzeugen, die für den Klang verantwortlich sind. Schließlich wirkt der Rachen-, Mund- und Nasenraum (der

Vokaltrakt) je nach Stellung von z. B. Gaumen oder Zunge als Filter, der den Klang weiter modifiziert. [13]

Die artikulatorische Phonetik interessiert sich insbesondere für die Rolle und Position der beweglichen Teile in Kehlkopf und Mundraum, also Zunge, Lippen, Unterkiefer, Gaumensegel (Velum) mit dem Zäpfchen (Uvula), Rachen und Glottis. Je nach Position dieser Artikulationsorgane werden unterschiedliche sprachliche Laute erzeugt. Die Phonetik spricht von verschiedenen Artikulationsstellen oder -

orten, wenn sie die Orte beschreibt, an denen (Teile der) Zunge und/oder die Lippen sich befinden, wenn Konsonanten erzeugt werden. So spricht man z. B. bei den Lauten [b] oder [m] von bilabialen Lauten, weil hier die Ober- und Unterlippe bei der Lautbildung hauptsächlich beteiligt sind. Bei anderen Konsonanten wie z. B. [d] oder [g] spielt die Position der Zunge eine Rolle (dental, hinter den Oberkieferzähnen, oder velar, beim Gaumensegel).

Die artikulatorische Phonetik verfügt über verschiedene experimentelle

Untersuchungstechniken, um das Kehlkopfverhalten und das Verhalten der Artikulatoren zu erfassen. Für den Kehlkopf verwendet man Kehlkopfspiegel (Laryngoskop), Laryngographen und Photoelektroglottographie. Zur Erfassung der artikulatorischen Geometrie verwendet man die Palatographie, Röntgenbilder, elektromagnetische Artikulographie, Ultraschallvermessung (Sonografie) und Magnetresonanztomographie bzw. Echtzeit-Magnetresonanztomographie. [14]

Akustische Phonetik

Hauptartikel: Akustische Phonetik

→ Hauptartikel: Akustische Phonetik Spektrogramm der Laute [i, u, ɑ] in amerikanischem Englisch, Formanten sind

Spektrogramm der Laute [i, u, ɑ] in amerikanischem Englisch, Formanten sind deutlich sichtbar

Die Grundlagen der akustische Phonetik stammen aus einem Teilbereich der Physik, der Akustik. Die akustische Phonetik beschreibt die Erzeugung und Übertragung der Schallschwingungen, die durch sprachliche Laute erzeugt werden.

Unter Schall versteht man minimale Luftdruckschwankungen, die hörbar sind. Sprachliche Laute gehören zu einem spezieller Typ von Schallschwingungen, nämlich den Klängen. Im Gegensatz zu reinen Tönen (z. B. aus der Musik) sind Klänge zusammengesetzte Schallschwingungen. Im Gegensatz zu Geräuschen, deren Amplitudenwerte rein zufällig sind, sind Klänge periodische Schallschwingungen. In der Akustik werden Klänge (also auch sprachliche Laute) als Sinoidalschwingungen beschrieben. [15]

Die Ergebnisse der Akustik sind für die Phonetik relevant, weil während der Sprachlautproduktion Schallwellen erzeugt werden, die vom Kehlkopf über den Rachen-, Mund- und Nasenraum wandern. Da der Rohschall, der im Kehlkopf entsteht, je nach Position der Artikulatoren weiter gefiltert wird, ändern sich auch die Resonanzen im menschlichen Vokaltrakt. Deshalb entstehen bei sprachlichen Lauten auch keine reinen Resonanzfrequenzen für den Vokalschall, sondern die akustischer Energie

konzentriert sich auf verschiedene Frequenzbänder, sogenannte Formanten.

Die akustische Phonetik verwendet verschiedene technische Apparaturen, um die Akustik der sprachlichen Äußerungen sichtbar zu machen. Zu den wichtigsten Messgeräten zählt das Oszillogramm, das die Schallschwingungen als Graph entlang einer Zeitachse darstellt. Häufig will man neben den Schallschwingungen auch darstellen, welche Frequenzen in einem sprachlichen Signal enthalten sind, und wie dominant sie sind. Dies gelingt, wenn man die akustische Information der

Schallschwingungen mittels der mathematischen Methode der Fourier- Transformation in ein Spektrogramm umwandelt, eine bildliche Darstellung des Frequenzspektrums eines Signals. Damit kann man unter anderem die Resonanzen der sprachlichen Laute inklusive der Formanten darstellen. Neuere Entwicklungen im Bereich der akustischen Phonetik sind die Arbeit mit Spektralanalysen, Grundfrequenzbestimmungen, automatische Spracherkennung und Sprachsynthese. [16][17]

Auditive oder perzeptive Phonetik

Auditive oder perzeptive Phonetik Anatomie des Ohres mit äußerem Gehörgang, Mittelohr mit Hammer, Amboss und

Anatomie des Ohres mit äußerem Gehörgang, Mittelohr mit Hammer, Amboss und Steigbügel (in grau) und Innenohr mit Schnecke oder Cochlea (in violett)

Die auditive oder perzeptive Phonetik befasst sich mit der Aufnahme und Verarbeitung sprachlicher Laute im

Gehörorgan und im auditiven Nervensystem.

Die Schallwellen sprachlicher Laute werden über das äußere Ohr und das Mittelohr in das Innenohr geleitet, wo das eigentliche Hörorgan, das Corti-Organ sitzt. Die Frage, wie die Sprache im Ohr und im menschlichen Gehirn verarbeitet wird, ist Teil verschiedener Hörtheorien, darunter die Resonanzhypothese und die Wanderwellentheorie von Georg von Békésy.

Ein wichtiges Untersuchungsgebiet der auditiven Phonetik ist der Zusammenhang zwischen der subjektiven Wahrnehmung der sprachlichen Laute und der physikalisch messbaren Parameter des akustischen Signals, etwa der Lautstärke und des messbaren Schalldruckpegels (in Dezibel, dB) sowie der Tonhöhe. Bahnbrechend für die perzeptive Phonetik waren die Forschungen zur auditiven Sprachwahrnehmung z. B. durch die Bell Laboratories Mitte des 20. Jahrhunderts, die feststellen wollten, wie stark das Sprachsignal reduziert werden kann, ohne

dass es unverständlich wird, um damit die Kapazität der Telefonleitungen besser ausschöpfen zu können. [18]

Ein wichtiges Ergebnis zur auditiven Sprachwahrnehmung aus der Phonetik ist neben anderen die Erkenntnis, dass eine sprachliche Äußerung aus einem kontinuierlichen akustischen Signal besteht. In den Anfängen der Phonetik hatte man die Erwartung, dass sich in den Messungen sprachlicher Äußerungen eindeutig abgrenzbare Segmente (Vokale, Konsonanten) identifizieren und auch synthetisch erzeugen lassen. Wie sich

aber mit den Experimenten des Pattern- Playback-Synthetisator der Haskins- Laboratorien herausstellte, war dies zwar für Vokale möglich, aber nicht für Konsonanten. Aus Experimenten zur Sprachwahrnehmung stammt die Erkenntnis, dass Menschen sprachlichen Input in klar abgegrenzte Kategorien unterteilen: Variiert man den sprachlichen Input leicht (z. B. von [bæ] über [dæ] nach [gæ]), so nehmen Probanden vor allem drei Kategorien wahr (kategoriale Wahrnehmung). Nimmt man musikalische Töne oder Geräusche als Input, so können

Probanden wesentlich mehr feine Unterschiede benennen (kontinuierliche Wahrnehmung). Aus diesem und anderen Experimenten entwickelten die Forscher der Haskins-Laboratorien ihre Motor- Theorie der Sprachwahrnehmung. [19][20]

Weitere mögliche Klassifikationen der Teilbereiche der Phonetik

Wenn man phonetische Teilbereiche nach ihrem methodischen Zugang klassifiziert, kann man sie wie folgt unterscheiden: [21]

Deskriptive Phonetik: Beschreibung und Analyse von Lauten durch Verwendung des Gehörs („Ohrenphonetik“)Symbolphonetik: Darstellung des Gehörten mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) Instrumental- oder

Symbolphonetik: Darstellung des Gehörten mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA)Lauten durch Verwendung des Gehörs („Ohrenphonetik“) Instrumental- oder Signalphonetik: Erforschung sprachlicher

Instrumental- oder Signalphonetik:mit dem Internationalen Phonetischen Alphabet (IPA) Erforschung sprachlicher Laute mittels mechanischer und

Erforschung sprachlicher Laute mittels mechanischer und elektronischer Geräte

Experimentalphonetik: Erforschung des Zusammenhangs zwischen einer lautlichen Äußerung und der Wahrnehmung von Versuchspersonen im Experiment

Angewandte Phonetik

Die Ergebnisse der allgemeinen und systematischen Phonetik fließen in Teilbereiche der angewandten Phonetik ein.

In der forensischen Phonetik kommt phonetisches Wissen für die Untersuchung von sprechertypischen Stimm- und Sprecheigenschaften zum Einsatz, z. B. mit forensischen Fragestellungen im Bereich der Kriminalistik bzw. Kriminaltechnik oder beim Verfassen von forensischen Gerichtsgutachten. In

Deutschland arbeiten sogenannte forensische Sachverständige an fünf Standorten (Bundeskriminalamt Wiesbaden, LKA Berlin, LKA Brandenburg, LKA Düsseldorf und BLKA München) oder als private Gutachter.

Phonetisches Grundwissen fließt auch in die Orthoepie ein, die Lehre von bzw. Regelung der normierten Standardlautung einer Standardsprache, die frei von regionalen Einflüssen sein soll (Standardaussprache). Ferner profitiert die Patholinguistik von Ergebnissen der Phonetik, wenn sie pathologische

Abweichungen im Hinblick auf linguistisch gestörte Sprache (Sprach-, Sprech-, Stimm-, Schluck-, Atem- und Hörstörungen) untersucht. Ähnliches gilt für die Pädolinguistik, die den Erwerb der Sprechfertigkeit und individuelle Lautentwicklung beim Kind untersucht.

Siehe auch

Literatur

Einführungen

J. C. (John Cunnison) Catford : A Practical Introduction to Phonetics , 2. Auflage. Oxford J. C. (John Cunnison) Catford: A Practical Introduction to Phonetics, 2. Auflage. Oxford University Press, Oxford 2001, ISBN 0-19-924635-1.

Hans Grassegger: Phonetik, Phonologie , 5. Auflage. Schulz-Kirchner, Idstein 2016, ISBN 978-3824804832 . Phonetik, Phonologie, 5. Auflage. Schulz-Kirchner, Idstein 2016, ISBN 978-3824804832.

Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik , 3. Auflage. Walter de Einführung in die Phonetik, 3. Auflage. Walter de

1.

Magnús Pétursson, Joachim M.H. Neppert: Elementarbuch der Phonetik , 3. Elementarbuch der Phonetik, 3.

Richard Wiese: Phonetik und Phonologie . UTB, Tübingen 2010, ISBN 978- Phonetik und Phonologie. UTB, Tübingen 2010, ISBN 978-

Phonetik von Einzelsprachen

Thomas Becker: Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen . Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN Einführung in die Phonetik und Phonologie des Deutschen. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2012, ISBN 978-3534249497.

Peter Ladefoged , Ian Maddieson: The Sounds of the World’s Languages . Wiley- Peter Ladefoged, Ian Maddieson: The Sounds of the World’s Languages. Wiley-

Elissa Pustka: Einführung in die Phonetik und Phonologie des Französischen , 2. Auflage. Erich Schmidt Verlag, Berlin Einführung in die Phonetik und Phonologie des Französischen, 2. Auflage. Erich Schmidt Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3503166312.

Sven Staffeldt: Einführung in die Phonetik, Phonologie und Graphematik des Deutschen. Ein Leitfaden für den Einführung in die Phonetik, Phonologie und Graphematik des Deutschen. Ein Leitfaden für den

akademischen Unterricht. Stauffenburg, Tübingen 2010, ISBN 978-3-86057-295-

5.

Artikulatorische, akustische und auditive Phonetik

Helikon. A Multidisciplinary Online Journal, 1, 2010, S. 89–104.

Keith Johnson: Acoustic and Auditory Phonetics , 3. Auflage. Wiley-Blackwell, Oxford 2012, ISBN 978-1405194662 . Acoustic and Auditory Phonetics, 3. Auflage. Wiley-Blackwell, Oxford 2012, ISBN 978-1405194662.

Peter Ladefoged: Elements of Acoustic Phonetics . Chicago 1996, ISBN 0-226- Elements of Acoustic Phonetics. Chicago 1996, ISBN 0-226-

Raymond D. Kent, Charles Read:Phonetics . Chicago 1996, ISBN 0-226- 46764-3 . Acoustic Analysis of Speech . San Diego 2002,

Acoustic Analysis of Speech. San Diego 2002, ISBN 0-7693-0112-6.

Joachim M.H. Neppert: Elemente einer Akustischen Phonetik , 4. Auflage. Hamburg 1999, ISBN 3-87548-154-2 . Elemente einer Akustischen Phonetik, 4. Auflage. Hamburg 1999, ISBN 3-87548-154-2.

Henning Reetz: Artikulatorische und Akustische Phonetik . Trier 2003, ISBN 3- Artikulatorische und Akustische Phonetik. Trier 2003, ISBN 3-

Henning Reetz, Allard Jongman:Akustische Phonetik . Trier 2003, ISBN 3- 88476-617-1 . Phonetics: Transcription, Production, Acoustics, and

Phonetics: Transcription, Production, Acoustics, and Perception. Wiley- Blackwell, Oxford 2008, ISBN 978-

Anthony J. Seikel, Douglas W. King, David G. Drumright: Anatomy and Physiology for Speech, Language, and Anatomy and Physiology for Speech, Language, and

Hearing, 3. Auflage. San Diego 2000, ISBN 0-7693-0057-X.

Spezialliteratur

William J. Hardcastle, John Laver, Fiona A. Gibbon: The Handbook of Phonetic Sciences , 2. Auflage. Wiley-Blackwell, Boston 2012, ISBN 978-1118358207 . The Handbook of Phonetic Sciences, 2. Auflage. Wiley-Blackwell, Boston 2012, ISBN 978-1118358207.

The International Phonetic Association:Wiley-Blackwell, Boston 2012, ISBN 978-1118358207 . Handbook of the International Phonetic Association – A

Handbook of the International Phonetic Association – A Guide. New York 1999, ISBN 0-521-63751-1.

Weblinks

Wiktionary: Phonetik – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Commons: Phonetics – Sammlung von Bildern, Videos und

Commons: Phonetics – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Website der International Phonetic Association (IPA) , letzter Zugriff am 23. Mai 2018.

Association (IPA) , letzter Zugriff a m 23. Mai 2018. Interaktiver Phonetik-Kurs , letzter Zugriff am
Association (IPA) , letzter Zugriff a m 23. Mai 2018. Interaktiver Phonetik-Kurs , letzter Zugriff am
Association (IPA) , letzter Zugriff a m 23. Mai 2018. Interaktiver Phonetik-Kurs , letzter Zugriff am

Interaktiver Phonetik-Kurs , letzter Zugriff am 23. Mai 2018.

Online-Phonetik-Kurs Französisch und

Englisch, letzter Zugriff am 23. Mai

2018.

Phonetics resources , umfangreiche Sammlung weiterführender Links Phonetics resources , umfangreiche Sammlung weiterführender Links

(englisch), letzter Zugriff am 23. Mai

2018.

Christian Lehmann: Auditive Phonetik , letzter Zugriff am 23. Mai 2018. Auditive Phonetik , letzter Zugriff am 23. Mai 2018.

Einzelnachweise

1. Etymologie nach Wahrig, Deutsches Wörterbuch, Stichwort: Phonetik

Stuttgart 1983, ISBN 3-520-45201-4, S.

385.

3. William O'Grady, Michael Dobrovolsky, Francis Katamba: Contemporary Linguistics: An Introduction. 4. Auflage. Longman, London / New York 1997, ISBN 0-582-24691-1, S. 18.

4. R. H. Robins: A Short History of Linguistics. 4. Auflage. Longman, London / New York 1997, ISBN 0-582- 24994-5, S. 175.

5. I. Ormos: Observations on Avicenna’s Treatise on Phonetics. In: Acta

Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae. Band 39, 1985, S. 45–84.

6. I. Ormos: A key factor in Avicenna’s theory of phonation. In: Acta Orientalia Academiae Scientiarum Hungaricae. Band 40, 1986, S. 283–292.

7. Guilio Panconcelli-Calzia:

Geschichtszahlen der Phonetik; Quellenatlas der Phonetik. Benjamins, Amsterdam / Philadelphia 1994, ISBN 90-272-0957-X, S. 18.

8. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de

9. Guilio Panconcelli-Calzia:

Geschichtszahlen der Phonetik; Quellenatlas der Phonetik. Benjamins, Amsterdam / Philadelphia 1994, ISBN 90-272-0957-X, S. 54, 60.

10. David Crystal: The Cambridge Encyclopdia of Language. 2. Auflage. Cambridge University Press, Cambridge 1997, ISBN 0-521-55967-7, S. 160–161.

11. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de

12. Guilio Panconcelli-Calzia:

Geschichtszahlen der Phonetik; Quellenatlas der Phonetik. Benjamins, Amsterdam / Philadelphia 1994, ISBN 90-272-0957-X, S. 77–78.

13. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN 978-3-11-022480-1, S. 18.

14. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de

15. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN 978-3-11-022480-1, S. 87–91.

16. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN 978-3-11-022480-1, S. 108–109, 132.

17. Henning Reetz, Allard Jongman:

Phonetics: Transcription, Production, Acoustics, and Perception. Wiley-

18. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN

S. 145–147, 153–158.

19. Bernd Pompino-Marschall: Einführung in die Phonetik. 3. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2009, ISBN 978-3-11-022480-1, S. 160–171.

20. Henning Reetz, Allard Jongman:

Phonetics: Transcription, Production, Acoustics, and Perception. Wiley-

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