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Das Zusammenleben der Deutschen und der Tschechen vor und nach dem Zweiten Weltkrieg

Am 8. Mai 1945 kam es zu dem Ende des Zweiten Krieges und die Tschechoslowakische Republik
wurde wiedergegründet. Der Präsident ist Edward Beneš geworden. Er führte die Exilregierung
während des zweiten Kriegs. Schon während dieser Zeit arbeitete er an den sogenannten Beneš-
Dekreten. Die ersten Dekrete wurden im Mai 1945 erlassen.
Die Dekrete waren die rechtliche Grundlage für die Vertreibung der Deutschen. In den Dekreten
stand: Allen Bürgern deutscher Nationalität wird der gesamte Besitz entzogen und die
tschechoslowakische Staatsbürgerschaft aberkannt. Außerdem werden sie dazu verpflichtet, am
Wiederaufbau des tschechoslowakischen Staates mitzuarbeiten
Alle Deutsche verloren ihre Bürgerrechte durch dieses Dekret und plötzlich waren sie Fremde in der
eigenen Heimat.

Nach der Erlassung der Dekrete folgte Periode, die voll von Hass gegen Deutschen war. In
Tschechoslowakischen lebten zu dieser Zeit mehr als 3 Millionen Deutschen, die meiste lebten in den
Sudeten (also entlang den Grenzen mit Deutschland) und alle mussten weg.
Der Grund für diesen Hass hat sich während den Jahrzenten unter der deutschen Regierung, wenn
alles Deutsches bevorzugt wurde, gehäuft.
Jetzt hatten die geärgerten Tschechen endlich freien Hand und es kam zu großer Gewalt, egal ob der
Deutsche ein Faschist war, oder nicht. Alle Deutsche waren in den Augen den Tschechen schuldig.

Die Vertreibung können wir in 2 Phasen teilen und zwar die erste Phase war die sogenannte Wilde
Vertreibung und die zweite Phase war die sogenannte Geordnete Verteilung.
Die Wilde Vertreibung geschieht sich von Mai bis Juli in dem Jahre 1945, also gleich als der Krieg
beendet hat. Es wird „Wilde“ genannt, weil es von Gewalt und Aggression war. Etwa 650 000
Deutschen wurden von bewaffnete, aggressive Freiwillige zu Fuß aus ihren Häusern vertreibt. Bei
diesen wilden Vertreibungen starben mindestens 20 000 Menschen. Es ist schwer zu sagen, wie viele
Leuten ums Leben eigentlich kamen, weil viele Tote nicht belegt sind.
Danach in dem Jahre 1946 ist die Situation ein bisschen mehr struktualiziert geworden und die
Deutsche verließen Tschechoslowakei gemäß dem Potsdamer Abkommen, also es wurde von den
tschechischen Behörden systematisch organisiert. Meisten wurden sie mit dem Zug aus dem Land
gebracht.
Ungefähr 250.000 Deutschen dürfen bleiben, entweder weil sie als Facharbeiter gebraucht werden
oder weil sie beweisen können, dass sie Antifaschisten sind.

An diesem Bild können wir ein Massengrab für exekutierte Deutsche in der Region Prag sehen.
In dem Jahre 1945 lebten in Brünn knapp 60 000 Deutsche, heute gibt es dort nur wenige Dutzend,
die sich zur deutschen Nationalität bekennen.
Am 31. Mai 1945 wurden rund 27.000 Deutschen beim Augustinerkloster St. Thomas in Alt-
Brünn zusammengetrieben. Es waren vor allem Frauen, Kinder und alte Männer, weil die meisten
Männer schon in Internierungslagern oder in Kriegsgefangenschaft saßen. Am darauffolgenden Tag
wurden sie in Richtung Österreich getrieben.
Ungefähr 5200 von ihnen kamen ums Leben. Dieser Vertreibung war voll von Gewalt, die Frauen
wurden verwalitgt. Sie mussten viele Kilometern zu Fuß überwinden ohne etwas zum Essen oder
trinken zu bekommen. Mit hatten sie fast nichts, alles Geld und Schmuck wurden ihnen konfisziert.
Entlang den Weg standen Tscheche und Russe, die sie schlugen, peitschten und beschimpften.
Am 6. Juni 1945 fand ein weiterer Marsch mit ungefähr 2 000 Deutschen statt.

Dem Zug wurde dann zunächst der Grenzübertritt verweigert und man sperrte die Menschen im Ort
Pohořelice / Pohrlitz in Lagerhallen für Getreide.
Dort gab es schreckliche Bedingungen. Die Leute bekamen fast kein Essen und hatten keine
hygienische Einrichtung zur Verfügung. Also keine Toiletten, konnten sich nicht waschen. Das folgte
in schnelle Verbreitung der Ruhr (úplavice) des Typhus
Rund 2000 Todesfälle beim Marsch sind belegt. Viele Tods sind nicht belegen und deshalb kann
man nicht die genaue Zahl sagen.
Von diesen vertriebenen Deutschen wählten sich die Bauern arbeitsfähige Leute aus. Diese Leute
mussten dann für sie arbeiten und dafür bekamen sie nur ein Dach über dem Kopf und etwas zum
Essen.
Manche von dieser Vertriebenen blieben dort bis zum ihren Tot, einige flüchteten heimlich nach
Österreich und ein Paar Glückliche konnten zurück na Brünn gehen, nachdem die Situation besser
geworden war.
Später in Juni wurden die Grenze zum damals sowjetisch besetzten Niederösterreich endlich geöffnet

Hier können wir einen riesigen Eisenkreuz mit der Dornenkrone sehen. Er befindet sich in Pohrlitz als
die Erinnerung an die getötete Deutsche.

Alle Deutsche die in Tschechoslowakei blieben waren wegen Beneš-Dekrete staatenlos. Endlich in
dem Jahre 1953 bekamen sie den Tschechoslowakischen Staatsbürgerschaft.
In dem Jahre 1968 wurden sie als eine Minderheit anerkannt und bekamen die Minderheitenrechte.
Trotzdem war das Leben in Tschechoslowakei als ein Deutscher immer schwierig.
Am 21. Januar 1997 haben die Tschechische Republik und die Bundesrepublik Deutschland eine
gemeinsame „Erklärung über die gegenseitigen Beziehungen und ihre künftige Entwicklung“
unterschrieben. Sie gilt als grundlegendes Dokument für die tschechisch-deutsche Verständigung.
Darin wurde unter anderem vereinbart, das Verhältnis zueinander nicht mehr mit Fragen der
Vergangenheit zu belasten. Seitdem sind vielzählige Projekte über die Grenze entstanden.