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Universität Ost-Sarajevo

Philosophische Fakultät in Pale

Lehrstuhl für Germanistik

Seminararbeit

Thema: Kongruenz in der deutschen und serbischen Sprache

Mentor: Student:

Prof. Dr Mladen Papaz Radovan Gligorević

Pale, Oktober 2019.


Inhalt

1. Einleitung...........................................................................................................................3
2. Kongruenz hinsichtlich der Person.....................................................................................4
3. Mit anreihenden (kopulativen) Konjunktionen verbundene Subjektteile.........................5
4. Kongruenz hinsichtlich des Numerus.................................................................................6
5. Subjekat im Nomina oder Plural........................................................................................7
6. Kongruenz hinsichtlich des Genus.....................................................................................8
7. Schlusswort.......................................................................................................................9
8. Literatur...........................................................................................................................10
Einleitung

Das Thema ist der Kongruenz in deutscher und serbischer Sprache.

Laut Duden (1973:600) versteht man die grammatisch-formale Abstimmung bestimmter


Satzglieder oder zusammengehörender Teile von Satzgliedern. Sie ist ein Mittel, mit dem
syntaktischen Bezihungen gekennzeihnet. Die kongruierenden Wörter sind flektierbare Wörter
(Substantive, Pronomen, Verben, Adjektive).

Laut der Grammatik der serbischen Sprache ist die Kongruenz (1989:303) eine
morphosyntaktische Verbindung zwischen einem kongruenten Wort oder einer kongruenten
Syntagm und einem Substantiv, die die Wahl des spezifischen Werts der kongruenten
Kategorien bestimmt.

Beispiele aus dem Deutschen


„Das schöne Haus steht zum Verkauf.“
„schöne“ und „Haus“ stehen beide im Nominativ Singular Neutrum, sie beziehen sich
aufeinander und sind daher kongruent in Kasus, Numerus und Genus.
„Der große Mann sieht die schmutzige Straße.“
„große“ und „Mann“ sind beide Nominativ Singular Maskulinum, „schmutzige“ und
„Straße“ sind beide Akkusativ Singular Femininum.

Bespiel aus dem Serbischen

Laut Stanojčić-Popvić (1995:285,286):

Dječak je trčao. // Der Junge rannte. Das Verb „(je) trčao“ kongruiert mit dem Subs.

Dječak (der Junge) im Genus (maskulin) Numerus (Singular).


Kongruenz hinsichtlich der Person

Als Grundregel kann gelten: Subjekt und Finitum stimmen hinsichtlich der gramatischen Person
miteinander überein; gleichermaßen kongruieren mit dem Subjekt das Reflexiv- und das
Possessivpronomen, sofern sie sich auf das Subjekt beziehen bzw. es vertreten:

1.Pers. Sing.: Ich habe mich über meine Geschenke gefreut. Obradovao sam se svom poklonu.

2. Pers. Sing.: Du hast dich über deine Geschenke gefreut. Obradovao si se svom poklonu.

3. Pers. Sing.: Er (sie, es) hat sich über seine (ihre, seine) Geschenke gefreut. Obradovao/la/lo
se svom poklonu.

1. Pers. Plur.: Wir haben uns über unsere Geschenke gefreut. Obradovali smo se svojim
poklonima..

2. Pers. Plur.: Ihr habt euch über eure Geschenke gefreut. Obradovali ste se svojim poklonima.

3. Pers. Plur.: Sie haben sich über ihre Geschenke gefreut. Obradovali su se svojim poklonima.

Ich habe mich über meine Geschenke gefreut. Obradovao sam se svom poklonu.

Man sieht, dass das finite Verb habe/sam mit der grammatischen Person übereinstimmt, sowie
auch die Reflexivpronomina mich/se. Das Gleiche gilt auch für die zweite Person:

Du hast dich über dein Geschenk gefreut. Bzw. Ti se se obradovao svom poklonu.

Probleme hinsichtlich der Personenkongruenz treten dann auf, wenn in der Subjektposition
mehrere Wörter stehen, die unterschiedlichen grammatischen Personen angehören. Die
Regeln, die hier gelten, unterscheiden sich danach, ob die Wörter in Subjektposition durch
anreihende oder durch ausschließende Konjunktionen miteinander verbunden sind.
Mit anreihenden (kopulativen) Konjunktionen verbundene Subjektteile

Wenn an der Subjektposition mehrere Wörter unterschiedlicher grammatischer Person stehen,


die durch anreihende Konjunktionen (z. B. und, weder - noch, sowohl- als auch) miteinander
verbunden sind, gilt generell: Das Finitum steht im Plural; dabei rangiert 1. Person vor 2.
Person, 2. Person vor 3. Person, z.B.:

1. Person (Singular oder Plural) + 2./3. Person (Singular oder Plural) —

Du und ich (=wir) haben uns über unseren Erfolg gefreut. Ti i ja (=mi) smo se radovali
svom uspjehu.

Ich und ihr (= wir) haben uns über unseren Erfolg gefreut. Ja i vi (=mi) smo se radovali
svom uspjehu

Wir und du (= wir) haben uns über unseren Erfolg gefreut. Mi i ti (=mi) smo se radovali
svom uspjehu.

1. Person (Singular oder Plural) + 3. Person (Singular oder Plural) —>2. Person Plural:

Du und er (=ihr) habt euch über euren Erfolg gefreut. Ti i on (=vi) ste se obradovali svom
uspjehu.

Sie und ihr (= ihr) habt euch über euren Erfolg gewiß gefreut. Vi i oni (=vi) ste se
zasigurno obradovali svom uspjehu.

Zur Verdeutlichung kann man zusätzlich das pluralische Pronomen wir oder ihr einfügen; das
empfiehlt sich auch deswegen, weil dann die grammatische Fügung weniger hart ist:

Meine Frau und ich, wir haben uns auseinandergelebt. Du und ich, wir sind die einzigen wirklich
Aufrichtigen hier.

Moja supruga i ja smo se razdvojili. Bzw. Mi smo se razdvojili.


Kongruenz hinsichtlich des Numerus

Laut Ž. Stanojčić / Lj. Popović (1995:288,289):neben dem grammatischen Numerus, der von
dem Substantiv abhängt, beziehungsweise ob es im Singular oder in Plural ist, für die Kongruenz
ist in einigen Fällen auch der reale Numerus wichtig, Der auf der Zahl der genannten Objekte
basiert. Das ist meistens der Fall bei Kollektiva wie zum Beispiel djeca (die Kinder) und braća
(die Gebrüder). Solche Substantive können nicht gezählt werden z.B. pet djece oder pet braća.
Solche subs. nennt man auch Suppletive subs.

Sie bilden den Plural der subs. die keinen gewöhnlichen, systematischen Plural haben:

dijete (das Kind, singular)


djeca (die Kinder, Plural) nicht djetovi z.B

Der reale Numerus ist im Plural aber der grammatische Numerus ist im Singular.
Subjekat im Nomina oder Plural

S. Srdić (2008:130,131,194) im Deutschen gibt es die meisten Nomina im Singular oder Plural.
Es gibt jedoch zwei kleinere Klassen die nur den Singular bzw. Plural bilden können:

Singularia tantum (Stoffnamen wie Gold Mehl, Kollektiva wie Gepäck, Abstrakta Eifersucht und
Eigennamen Anna, Deutschland).

Pl. tantum (Personengruppen Eltern, Geschwister, geographische Eigennamen die Alpen, die
USA, Zeiträume Ferien, Pfingsten).

Der Numerus des Verbs richtet sich nach dem Subjekt:

Der Junge rennt (Singular)


Die Jungs rennen (Plural)

Bei Adjektiven wird der Numerus, Kasus und Genus von dem rechts stehenden Nomen regiert
der schöne Tag (maskulin, Singular, Nominativ). Das determinativ bestimmt die Art der
Deklination (schwache Deklination in diesem Fall).
Kongruenz hinsichtlich des Genus

Laut Ž. Stanojčić/ Lj. Popović (1995:287,288),das Genus des Substantivs wird nach der Art der
Deklination bestimmt. Dieser Genus wird auch grammatischer Genus genannt. In manchen
Fällen gibt es Unterschiede zwischen dem grammatischen Genus und dem natürlichen Genus
bzw. dem Geschlecht der bestimmten Person. In solchen Fällen kann das kongruierte Wort mit
dem grammatischen Genus übereinstimmen und das wird dann grammatische Kongruenz
gennant.

Es kann auch mit dem natürlichen Geschlecht übereinstimmen und das nennt man dann
semantische Kongruenz. Z. B.

das Wort sudija (der Richter) wird nach der dritten Art der Substantiv-Deklination flektiert und
ist deswegen nach dem grammatischen Genus feminin (ta sudija).

Früher waren das der Bedeutung nach substantive des natürlichen männlichen Geschlechts.
Aber „ta sudija“ kann jeweils eine Frau oder ein Mann sein.

Laut S. Srdić (2008:122,123,124,125) Das Genus im Deutschen lässt sich nur bei einer
bestimmen Zahl von Fällen an der Morphologie oder Semantik der Subs. ablesen. Damit meint
man das grammatische Genus (mask., fem. und neut.), das bei der Sprachverwendung
ausschlaggebend und mit dem natürlichen Genus bzw. Geschlecht (Sexus= männlich oder
weiblich) nicht zu verwechseln ist.

die Frau
der Mann

Bei beiden subs. stimmen der grammatische und natürliche Genus überein.

Nomina auf -in bezeichnen ausschließlich weibliche Personen z.B. die Studentin, während die
entsprechenden Maskulina zweierlei gebraucht werden:

- zur Bezeichnung männlicher Personen (der Student)


- geschelchtsneutral (alle Studenten)

Maskulina, Feminina und Neutra kann man aufgrund der Bedeutung oder der Form teilen. Die
Bedeutung und die Form haben dann Untergruppen für den gegebenen Genus.
Schlusswort

Kongruenz bedeutet so viel wie „Übereinstimmung“. Diese Übereinstimmung bezieht sich auf
die grammatikalische Form der Wörter (also meistens auf die Endungen). Sie muss in deutschen
Sätzen bei zusammengehörigen Satzteilen gegeben sein, damit der Satz einen Sinn ergibt.

 Kongruenter Satz: „Die kleinen Kinder spielen mit den ausgeruhten


Erwachsenen Tennis.“
 Nicht kongruenter Satz: „Dem kleiner Kinder spielt mit die ausgeruhtes
Erwachsene Tennis.“

Ganz klar: Der zweite Satz klemmt irgendwie, die Teile und die Endungen passen nicht
zueinander.
Literatur

*Stanojčić-Popović (1995): Gramatika srpskog jezika, Zavod za udžbenike i nastavna sredstva,


Beograd.

Ž. Stanojčić / Lj. Popović (1995): Gramatika srpskog jezika, Zavod za udžbenike i nastavna
sredstva, Beograd.

*S. Srdić (2008): Morphologie der deutschen Sprache, Jasen, Beograd.

*https://de.wikipedia.org/wiki/Kongruenz_(Grammatik), 29.9.2019.

*https://www.scribbr.de/akademisches-schreiben/kongruenz-kng/, 30.9.2019.