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     Kölner WappenKöln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt    

zugehörige Rubrik Thema Detail-Thema Anhang

Das mittelalterliche Köln  -  Köln (Cöllen) im


Kölner Stadtgeschichte
mit Kölns geschichtlichen Mittelalter  - -
Epochen
mit Datensammlung zum Mittelalterlichen Köln
überarbeitet:Nov. 2015

Themenseite des privaten Web-Informations-Projekts "Köln - die Rheinmetropole und alte Römerstadt".  Dieses private Web-Projekt verfolgt
keinerlei kommerzielle Interessen!

Das mittelalterliche Köln  -  Rheinmetropole Köln (Cöllen) im


Mittelalter
Stadtentwicklung - politische Entwicklung (Franken/Schlacht bei
Worringen/Reichsstadt) - mittelalterliche Stadtmauer und Bauwerke -  
- Handelsmetropole - Pilgerstadt - Geschichtsdaten

0. Vorbemerkungen und Inhalt


Historisch und kulturell umfaßt die Stadtgeschichte Kölns - grob
gegliedert - drei  Epochen.  Diese geschichtliche Epochen Kölns werden
in den nachfolgend genannten drei Themen-Seiten der Rubrik "Kölner
Stadtgeschichte" dieses Internetauftritts näher beschrieben:
Römisches Köln um 19 v. Chr. -  um 455 n. Chr. ab 50 n. Chr. Status einer Colonia (Stadt römischen
                                                                           Rechts)
ab um 90 n. Chr. römische Provinzhauptstadt
zeitweise Kaiserresidenz
Mittelalterliches Köln um 455 - um 1500 um 460 - 8. Jhdt. Residenzstadt der Franken
953 - 1288 Residenzstadt des Kurfürstentum Köln
mit mittelalterlichen Strukturen bis in die
frühe Neuzeit (1794)
ab 1288 de facto und ab 1475 bis 1794 de jure Freie
Reichsstadt
Neuzeitliches Köln - Köln heute ab um 1500 1794 - 1814 Stadt mit französischer Besatzung
1815 - 1918  preußische Festungsstadt
ab 1918 republikanische Stadt, aktuell größte Stadt in
NRW und viertgrößte in der BRD

Inhalt von "Das mittelalterliche Köln"

1.   Entwicklung der mittelalterlichen Stadt


2.   Politische Entwicklung
3.   Mittelalterliche Infrastruktur: Stadtmauer und Bauwerke
4.   Die Handelsmetropole
5.   Die Pilgerstadt
6.   Statistische Daten
      mit Einwohner- und Flächenentwicklung
D.  Datensammlung: Wichtige Geschichtsdaten zum Mittelalterlichen
Köln (bis zur frühen Neuzeit)

Eines der kölschen Gesetze:


Jede Jeck is anders! oder wie es auf einer Demo gegen Fremdenfeindlichkeit mal
entdeckt wurde: Jede Jeck is von woanders!
Diese kölsche Verhaltensregel ist eine Art Bekenntnisse zu Toleranz und Nachsicht dem
anderen gegenüber und auch Toleranz gegenüber Fremden (Flüchtlingen).

 
  Exponate aus der Geschichte der Stadt Köln
 Kölnisches Stadtmuseum
  Objekte aus der historischen Epoche vom Mittelalter bis heute
"Mittelalterliches Köln" werden in diesen
 Kölner Museen
gezeigt: Sammlung vorwiegend kirchlischer Kunst
 Museum Schnütgen
des Mittelalters (bis zur frühen Neuzeit)
  

Informationen und Fotos zu Bauwerken und Fundstellen der


mittelalterlichen  Epoche Kölns siehe Seiten Kölner Bauwerke (mit den
Detail-Themen Köln Dom und Romanische Kirchen Kölns) und Kölner
Denkmäler.

1. Entwicklung der mittelalterlichen Stadt


Köln mit seinen mittelalterlichen Bezeichnungen Coellen oder Coelln (am
Rhein) bzw. lateinisch meist Colonia Agrippina (oder auch Agrippina
Nobilis Romanorum Colonia) war im  Mittelalter  lange Zeit flächen- und
einwohnermäßig die größte Stadt nördlich der Alpen und bis Ende des
späten Mittelalters die  Stadt mit den meisten Einwohnern im Römisch-
deutschen Reich. Die Stadt war - verbunden mit  Stapelrecht und
Münzrecht - eine der bedeutendsten Städte Europas und eine
einflussreiche europäische Metropole ... heute würde man sagen eine
Weltstadt. 
Die mittelalterliche Epoche Kölns lässt sich hinsichtlich ihrer politischen
Entwicklung grob aufteilen in die Perioden
Frühmittelalterliches fränkisches Köln von Mitte 5. Jhdt. bis Mitte 10.
Jhdt.
Kurfürstliches Köln von Mitte 10. Jhdt. bis Ende 13. Jhdt. 
Köln als Freie Reichsstadt ab Ende 13. Jhdt. (1288) bis in die frühe
Neuzeit (1794)
In der langen Geschichte Kölns entwickelte sich auch der Name der Stadt
weiter. Die Römer nannten das um 19. v. Chr. gegründete Oppidum
Ubiorum mit der Verleihung des Status einer Stadt römischen Rechts (50
n. Chr.) fortan Colonia Claudia Ara Agrippinensium (abgekürzt: CCAA) und
später offenbar nur noch Agrippina. Die nachfolgenden Franken nannten
sie wohl schlicht Colonia. Hieraus entwickelten sich im Mittelalter die
Bezeichnungen Coellen und Coeln (am Rhein) bzw. lateinisch Colonia
Agrippina sowie in der Neuzeit Cöln - ab 1919 mit der heutigen
Schreibweise Köln - (auf Kölsch: Kölle).

1.1 Fränkisches Köln und  Entwicklung zur mittelalterlichen Metropole

Das  um 19 v. Chr. von den Römern als römische Siedlung "Oppidum


Ubiorum" (Zivile Siedlung der Ubier) gegründete und 50 n. Chr. mit den
Stadtrechten einer römischen Colonia als "Colonia Claudia Ara
Agrippinensium" - CCAA -) versehene Römische Köln war von einer knapp
4 km langen Stadtmauer mit einer Fläche von 97 ha umschlossen. Die
Colonia wurde eine blühende antike Stadt. Nach der Trennung des
Römischen Imperiums in ein West- und ein Oströmischen Reiches (395)
kam es zu einem fortschreitenden Zerfall des Weströmischen Reiches.
Im Zuge dieses Zerfalls zogen die Römer nach 400 aus Germanien ab.
Die Auflösung des Weströmischen Reiches erfolgte schließlich mit dem
Sturz des letzten Kaisers 476. Ab um 420 wurde die Colonia zunehmend
eine fränkische Stadt und wurde um 455 von den Franken besetzt und
Königssitz des fränkischen Teilkönigreiches der ripuarischen Franken
(Rheinfranken). Viele der Romanen (= Nachfolger der provinzionalen
römischen Bürger) blieben aber hier wohnen. Die politische Entwicklung
führte Mitte des 5. Jhdt. zu einem nahtlosen Übergang in eine
frühmittelalterliche fränkische Stadt, aus der später das Kurfürstliche
Köln und die Freie Reichsstadt wurde.

Mit der zum Ende der fränkischen Periode im 8. Jhdt. einsetzenden


Transformation von einer antiken bzw. frühmittelalterlichen Stadt in eine
mittelalterliche Stadt erfolgten drei Stadterweiterungen:
spätestens ab um 940 Einbeziehung der römischen Rheinvorstadt
auf einer Insel (oder Halbinsel) zwischen Rhein und einem inzwischen
verlandeten Nebenarm des Flusses und Nutzung dieses verlandeten
Rheinarms für Märkte (im Gebiet des heutigen Alter Markt/  und
Heumarkt) mit einer Erweiterung auf 122 ha.
  Der Rheinarm ist ab Mitte des 2. Jhdt.  allmählich verlandet und wurde
aufgeschüttet  (im Gelände um den heutigen Alter Markt und Heumarkt). Ein  dort
vorhandener Hafen musste verlegt werden. Spätestens um 940 ist das Gelände von
Vorstadt und Rheinarm zur ersten urbanen Stadterweiterung des mittelalterlichen Köln
genutzt worden. Nach neueren Ausgrabungsergebnissen dürfte diese Erweiterung
jedoch schon in spätrömischer Zeit erfolgt oder zumindest begonnen worden sein (in
der 2. Hälfte des  4. Jhdt. oder sogar schon zum Zeitpunkt des Baus der röm.
Rheinbrücke um 310) und ist dann im 10. Jahrhundert fortgesetzt worden. 

1106 Einbeziehung der außerhalb der ehemals römischen Kernstadt


gelegenen Ansiedlungen Niederich (im Norden/Gebiet um die spätere
Romanische Kirche St. Kunibert), Westenich (im Westen/Gebiet um die
Romanische Kirche St. Aposteln) und Oversburg (im Süden/Gebiet um
die Romanische Kirche St. Georg) in die mittelalterliche Stadt mit
einem Befestigungsring aus Gräben, Wällen und Torburgen und mit
einer Erweiterung auf 223 ha und auf ca. 12 000 Einwohner. Die Kölner
Bürger hatten im Machtkampf um die Krone zwischen Kaiser Heinrich
IV. und dessem Sohn Heinrich V. Partei für den erstgenannten
ergriffen, worauf  Heinrich IV.  den Kölner Bürgern in diesem
Zusammenhang das Befestigungsrecht erteilte.
1180 Erweiterung auf ein 401 ha große Gebiet (mit anfangs ca. 20 000
bis 30 000 und am Ende des Mittelalters um 40 000 Einwohnern)
innerhalb der neuen mittelalterlichen Stadtbefestigung mit der großen
über 8 km langen** mittelalterlichen Stadtmauer (Einrichtung ab 1180,
Torburgen ab nach 1200), die ab dem 14. Jhdt. sicherheitsmäßig
erweitert wurde.
Die Einwohnerzahl entwickelte sich von um 20 000 in der römischen
Epoche auf um 40 000 in 1500. Die Fläche wuchs von 97 ha auf 401 ha
(siehe 6.1 "Einwohner- und Flächenentwicklung Kölns bis zur frühen
Neuzeit").

Mittelalterliches Köln/ Mittelalterliches Köln (Merianplan)/   Köln um 1550 Köln 1646/ Köln im 17. Jhd
Stadterweiterungen Stadterweiterungen   Mercatorplan von 1571 Merianplan (mit Markierung he
Freigabe der Vorlage Urheber: D. Herdemerten ab 4. Jhdt./sp. ab 940 + 1106 + 1180 Quelle: Praetorium/RGM Bauwerke/Orte)
--Hannibal21
Mittelalterliche Stad

Stadtentwicklung:

Römisches Köln
(CCAA)                           
          
erste Stadterweiterung:
ab 4. Jh., spätestens
ab 940 (s.oben
unter 1.1)    Mittelalterliche Stadtmauer und
zweite  Vorfeldeinrichtungen (17. Jhdt.)
Römisch-deutsches Reich Mittelalterliche Kirchenprovinz Köln/ weitere Entwicklun
Stadterweiterung: 1106 Ziffern s. Fotos in Seite "Kölner Denkmäler" zur Glanzzeit Kölns/ um 1500 mittelalterlichen Ker
  um 1300 Freigabe Autor: de:User:Moguntiner im Neuzeitlichen Köln
dritte Stadterweiterung Freigabe Urheber: Captain
Blood
(große Mauer): 1180
Divitia (später Deutz):
ab um 310

1.2 Köln in seiner mittelalterlichen Glanzzeit


Im Hochmittelalter (ca. Mitte 11. - Mitte 13. Jhdt.) bis zum Ende des
Spätmittelalters war Köln mit über 200 ha (nach der Stadterweiterung
1106) und ca. 400 ha (nach der Stadterweiterung 1180)  flächenmäßig
eine der größten Städte  Europas und die größte Stadt im Römisch-
deutschen Reich. Auch in der Einwohnerentwicklung stand Köln im Reich
um 1180 mit 20 000 - 30 000 Ew.  und Anfang des 13. Jhdt. mit ca. 40
000 Ew. bis in's 16.  Jhdt. an der Spitze. Um 1600 waren Köln und Prag
(und Brüssel?) mit jeweils ca. 40 000 Einwohnern im Reich die größten
Städte. Eine rasantere  Einwohnerentwicklung  hatte nördlich der
Alpen  Paris mit ca. 20 000 Ew. um 1000, ca. 110 000 Ew. um 1200
und    200 000 Ew. um 1500. Das zum Reich gehörende Antwerpen
entwickelte sich von ca. 30 000 Ew. Ende des Mittelalters auf 200 000
Ew. um 1600. Übrigens: Von Düsseldorf sprach damals noch kaum
einer.  Düsseldorf erhielt sein Stadtrecht  erst 1288 als eine der
Auswirkungen der für die Entwicklung des mittelalterlichen Köln und
deren Bürger so wichtigen siegreichen Schlacht der Kölner Bürger an der
Seite des Herzogs von Brabant und seiner Verbündeten bei Worringen! 
Köln war im Mittelalter
eine europäische Handelsmetropole,
eine Kunstmetropole,
die Metropole der Kirchzenprovinz Köln und Erzbischofssitz,
eine Freie Reichsstadt  und bedeutende Pilgerstadt sowie
bis zur berühmten Schlacht bei Worringen Sitz des Kurfürsten.
Zitate Austellung "Renaissance am Rhein" 2010 im Landesmuseum Bonn:
"Köln war zentraler Umschlagsplatz für Waren, Menschen und kulturelle
Strömungen, größte Handelsmetropole des deutschsprachigen Raums und
mit 45 000 Einwohnern in der Epoche der Renaissance die größte Stadt im
gesamten Reichsgebiet"....  Köln war in der Renaissance ein Zentrum des
Humanismus, des Antikenstudiums und der Kunst.. Dabei bildeten
Glaubensflüchtlinge eine Rolle, die hier ihre Bleibe fanden." Das
mittelalterliche Köln hatte das älteste Stadtsiegel Europas,  das erste
Rathaus  und die erste bürgerliche Universität Deutschlands (gegründet
1388). Keine andere deutsche Stadt hat so früh - nämlich seit 1130 -  und
umfangreich ihre Geschichte schriftlich archiviert. 1130 begann man in
Köln mit dem Schreinswesen, der mittelalterlichen Form der Archivierung
von Liegenschaftsunterlagen (Schreine nannt man die Truhen, in denen
die ersten Archivalien aufbewahrt wurden). 1322 begann die
systematische Archivierung.  Das erste Archiv wurde 1409 im
Rathausturm (Rentkammer) untergebracht. 
Die wirtschaftliche Blütezeit Kölns (vor allem als Handelsmetropole)
begann im 10. Jhdt. und hatte ihren Höhepunkt im 12. - 15. Jhdt.. Im 11.
Jhdt. waren Mailand, Köln und Venedig die ersten großen Handelsstädte
... und waren hierbei auch Schaltstellen des kulturellen Austauschs. Für
den Handelsplatz Köln hatte das der Stadt 1259 vom Erzbischof  Konrad
von Hochstaden verliehene Stapelrecht eine sehr große Bedeutung. Von
1383 (erste Teilnahme am Hansetag) bis 1669 (letzte Teilnahme am
Hansetag) war Köln Mitglied der Hanse, einer Organisation von
Kaufleuten in Fernhandels-Städten, der im Mittelalter rund 70 große und
über 100 kleinere Städte (inges. bis zu 200) in mehreren Ländern
angehörten. Im Hoch- und Spätmittelalter hatte Köln eine enorme
wirtschaftliche und politische Machtstellung und war Drehscheibe und
Warenumschlagsplatz des Fernhandels nördlich der Alpen. Hierbei wurde
Köln durch die Lage am Rhein und im Zentrum von Fernstraßen
begünstigt. Im 16. Jhdt. wurde dann Antwerpen zeitweise zur wichtigsten
Handelsstadt Europas. 

Zwischen 1000 und 1550 war Köln ferner eine Kunstmetropole von Rang
mit  der Produktion von Produkten diverser Kunstgattungen und
einem  kulturellen Austausch mit Paris, Prag, den Niederlanden und
Italien,  wie auch eine Ausstellung im Kölner Museum Schnütgen "Glanz
und Größe des Mittelalters - Kölner Meisterwerke aus den großen
Sammlungen der Welt" (04.11.2011 - 26.02.2012) zeigte. Vor allem von
ca. 1350 bis 1550 hatte Köln eine künstlerisch ungewöhnlich fruchtbare
Epoche mit der renommierten mittelalterlichen Kölner Malerschule
(Altkölner Malerei), mit der in Köln eine eigene Ausprägung der Kunst
geschaffen worden ist und mit der die Stadt hinsichtlich Qualität und
Quantität der Gemälde eine Spitzenstellung eingenommen hatte. Hiermit
ist wohl auch der heutige Ruf Kölns als Kulturmetropole begründet
worden. Die Maler arbeiteten überwiegend in der Schildergasse, wo auch
die Schildermaler ansässig waren, also in der Straße, die aus dem
römischen Decumanus Maximus hervorgegangen und heute eine der
frequentiertesten Einkaufsmeilen in Deutschland ist.  Der bekannteste
Maler der Altkölner Malerei war Stefan Lochner, der in der Straße In der
Höhle lebte und arbeitete, die durch das Treppenhaus des Wallraf-
Richartz-Museum nachgebildet worden ist. Daneben ragten heraus der
Meister der Heiligen Veronika und weitere zeitgemäß namentlich nicht
bekannte Maler (die Maler verstanden sich damals als Handwerker)
sowie Bartholomäus Bruyn.

Mit der Gründung der  ersten Ordensschule auf deutschem Boden


("Studium Generale")  1248 durch Albertus Magnus und der 1388
gegründeten Universität zu Köln (eine der ältesten Unis in Europa und die
erste von der Bürgerschaft gegründete Universität Deutschlands) wurde
Köln auch zu einem mittelalterlichen Zentrum der Wissenschaft. Die
herausragenden Personen dieses Wissenschaftzentrum waren Albertus
Magnus, Thomas von Aquin und Johannes Duns Scotus. Ferner wurde
Köln im Mittelalter mit seiner einmaligen Sakrallandschaft und
der  unvergleichlich hohen Zahl an Reliquienschätzen zu einer
bedeutenden Pilgerstadt. Der große Pilgerstrom setzte insbes. durch die
Überführung der Reliquien der Heiligen Drei Könige von Mailand nach
Köln (1164) und den dadurch ausgelösten Bau des großen gotischen
Kölner Doms (ab 1248) ein. 

1.3 Niedergang der Metropole in der frühen Neuzeit

Die mittelalterliche Glanzzeit der Freien Reichsstadt Köln endete im


Zusammenhang mit dem Zerfall der Hanse (letzter Hansetag 1669) und
mit den dem 30jährigen Krieg (1608 - 1648) folgenden Wirren. So kam
es  Ende 17. und  im 18. Jhdt.  zum vorübergehenden wirtschaftlichen
Niedergang und Verfall der Reichsstadt. Und auch die Spitzenstellung
hinsichtlich der Einwohnerzahl konnte nicht gehalten werden. Die großen
glanzvollen Zeiten Kölns waren zu dieser Zeit nicht mehr zu erkennen.

Auch die Beurteilung der Besucher und  unzähligen Pilger von Köln
veränderte sich in dieser Niedergangs-Epoche. Karl der Große hatte die
Stadt einstens in seinem Testament "... eleganteste Braut Christi nach
Rom" genannt. In ihrer Blütezeit  wurde Köln in Reiseberichten als die
"schönste Stadt im deutschen Lande" und außerdem wegen der
unzähligen Kirchen und Kapellen und der bedeutenden Reliquien als das
"Hillije (= Heilige) Coellen" gepriesen. Der Titel "Sancta" (= Heiliges ...) im
Zusammenhang mit dem Stadtnamen war der Stadt im 12. Jhdt. als einer
von 4 christlichen Metropolen (neben Rom, Byzanz und Jerusalem)
verliehen worden: "Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis
Filia" (= Heiliges Köln von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue
Tochter). Zum mittelalterlichen Köln schrieb der italienische Dichter,
Gelehrte und Reisende Petrarca, der 1333 Köln besucht hatte: "Ich
bewundere,  wie groß im Barbarenland die Gesittung, wie schön der
Anblick der Stadt, wie gesetzt die Haltung der Männer, wie schmuck das
Gebaren der Frauen, wie überherrlich obschon unvollendet der Dom sind."
Nun aber - beim Niedergang im 18. Jhdt. -  galt Köln bei vielen Besuchern
als eine "abscheuliche Stadt". 

2. Politische Entwicklung

Die mittelalterliche Epoche Kölns lässt sich - wie schon erwähnt -


hinsichtlich ihrer politischen Entwicklung grob aufteilen in die Perioden
Frühmittelalterliches fränkisches Köln von Mitte 5. Jhdt. bis Mitte 10.
Jhdt.
Kurfürstliches Köln von Mitte 10. Jhdt. bis Ende 13. Jhdt. 
Köln als Freie Reichsstadt ab Ende 13. Jhdt. (1288) bis in die frühe
Neuzeit (1794)
Siehe auch unter Ziffer 6 "Statistische Daten".

2.1 Frühmittelalterliches fränkisches Köln von Mitte 5. Jhdt. bis Mitte


10. Jhdt.

Nach der Trennung des Römischen Imperiums in ein West- und ein
Oströmischen Reiches (395) kam es zu einem fortschreitenden Zerfall
des Weströmischen Reiches. Im Zuge dieses Zerfalls zogen die Römer
nach 400 aus Germanien ab. Die Auflösung des Weströmischen Reiches
erfolgte schließlich mit dem Sturz des letzten Kaisers 476. Ab um 420
wurde die Colnia zunehmend eine fränkische Stadt und wurde um 455
von den Franken besetzt und ab ca. 460 Residenzstadt des fränkischen
Teilkönigreiches der ripuarischen Franken (Rheinfranken) (1. König ab
um 460/470: Sigibert von Köln). Das Praetorium (Palast des römischen
Statthalters) wird nun als Aula regia (Königshof) genutzt. Viele der
Romanen (= Nachfolger der provinzionalen römischen Bürger) blieben
aber hier wohnen. Die Franken behielten die römischen
Verwaltungsstrukturen und auch Latein als Amtssprache bei. Die
heutigen Kölner sind also - ethnisch gesehen - fränkischen Ursprungs mit
großen Anteilen römischen Bluts. 507 fiel dieses fränkische Teilreich an
das 482 durch Chlodwig I  begründete vereinigte Frankenreich der
Merowinger (Chlodwig  soll in Köln als Herrscher aller Franken
ausgerufen worden sein). Die Stadt erlebte  als eine der ganz wenigen
hiesigen  römischen Städte einen nahtlosen Übergang von dem antiken
Römischen Köln in eine frühmittelalterliche Stadt und ein
frühmittelalterliches Handels- und kirchliches Zentrum. Mit dieser
Kontinuität aller Strukturen in Köln unterscheidet sich die Stadt von fast
allen anderen vergleichbaren deutschen Römerstädten inkl. Trier als
Provinzhauptstadt Galliens und zeitweise spätrömische kaiserliche
Residenzstadt  und  Mainz als eine der zwei Provinzhauptstädte
Germaniens. Mit dieser Kontinuität begründet sich vermutlich auch der
spätere Aufstieg des Mittelalterlichen Köln zu einer der mittelalterlichen
Metropolen im römisch-deutschen Reich und in Europa.   Neben Köln ist
nur für Augsburg, Regensburg und mit Einschränkung Trier ein
durchgehende Städtestruktur der antiken Stadt belegt.

Bei der Teilung des Frankenreichs nach dem Tod Chlodwig I (511) fiel
Köln an Austrien und gehörte später zum Frankenreich der Karolinger.
Chlodwig I ließ sich nach der siegreichen Schlacht bei Zülpich gegen die
Alamannen (496) um 498 in Reims von Bischof Remigius zum Christen
taufen; dies hatte weitreichende Folgen für die Christianisierung des
Frankenreiches und damit auch des Rheinlandes. 843 fiel Köln mit der
Aufteilung des Frankenreiches an das fränkische Mittelreich
(Lotharingien) und 870 bis 911 mit der neuerlichen Aufteilung an das
Ostfranken-Reich  der Karolinger.  Die Funktion Kölns als Residenzstadt
endet aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Machtübernahme der
Karolinger-Franken im 8. Jhdt.. Nach einer kurzen Unterbrechung von
911 bis 925 gehörte das Herzogtum Lothringen mit Köln und dem
Rheinland ab 925 zum Ostfränkischen Reich unter König Heinrich I. Köln
wird damit quasi deutsch. Es beginnt der Aufstieg Kölns zur
Handelsmetropole. Das Ostfränkische Reich war Vorläufer des
spätereren Römisch-deutschen Reichs (ab 962 neues "Römisches Reich",
ab dem 13. Jhdt. "Heiliges Römisches Reich" und ab dem 15. Jhdt.  -
offiziell ab 1512/Reichstag in Köln -  "Heiliges Römisches Reich
Deutscher Nation"). Das Kaiserreich begann 962 mit der Krönung des
deutschen Königs Otto I zum Kaiser durch den Papst in Rom und endete
1806 mit der Abdankung des letzten Kaisers Franz II nach einer
vorherigen Niederlage gegen die Truppen Napoleons. Das Reich war kein
Staat im heutigen Verständnis, sondern eher ein Verbund aus
Herzogtümern, Fürstentümern, Grafschaften und Reichsstädten sowie
zeitweise angegliederten Königreichen mit dem Kaiser an der Spitze.
Entscheidungen trafen Reichstage und der Kaiser.

Die erste christliche Gemeinde in Köln wird für das 2./3. Jhdt. vermutet.
Um 313 ist Maternus als erster  Bischof Kölns nachgewiesen (verbriefte
Teilnahme an den Synoden 313 in Rom und 314 in Arles).  Das Bistum
Köln wurde  795 durch den Karolinger-König Karl den Großen (ab 800
Kaiser) zum Erzbistum erhoben. Sein Berater Hildebold (Bischof seit  ca.
787) wurde erster Kölner Erzbischof (795 - 818).

In die frühmittelalterliches Periode fällt auch die Gründung der ältesten


jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen. Ein Erlass des römischen Kaisers
Konstantin I von 321 mit der Erlaubnis,  Juden in den Stadtrat
aufzunehmen,  gilt als Beleg für die Gründung dieser ältesten jüdischen
Gemeinde im 3./4. Jhdt. in Köln. Die erste jüdische Synagoge Kölns
wurde vermutlich in der Karolingerzeit (ca. 8. Jhdt., vor 780) errichtet; sie
wäre die älteste nördlich der Alpen. Nach neueren
Ausgrabungsergebnissen gab es womöglich sogar noch früher (4. Jhdt.)
eine Synagoge in Köln. Die spätere Synagoge inmitten des Judenviertels
(ab um 1000) wurde 1349 beim Judenpogrom zerstört und 1372 wieder
in Betrieb genommen. Nach der Vertreibung der  Juden 1424  wurde die
Synagoge 1426 in die christliche Ratskapelle "St. Maria in Jerusalem"
umgewandelt.

2.2 Kurfürstliches Köln von Mitte 10. Jhdt. bis Ende 13. Jhdt. 

In dem seit 795 amtierenden Erzbistum Köln begann 953 in der Amtszeit
des Erzbischofs Bruno I (953 - 965) der politische Aufstieg. Bruno
(Bruder des Königs/Kaisers Otto I)  war Erzbischof und zugleich Herzog
von Lothringen. Er war damit als Erster geistliches und weltliches
Oberhaupt und damit der erste Stadtherr Kölns mit einer absolutistischen
Herrschaftsgewalt. Er war auch der erste Fürstbischof Deutschlands. Die
Nachfolger Brunos behielten Teile des Herzogtums und waren damit
zugleich Erzbischof von Köln und Kurfürst des Kurfürstentums Köln (auch
Erzstift Köln oder Kurköln genannt). Dem Kölner Fürstbischof oblag seit
dem 11. Jahrhundert (1028) das alleinige Krönungsrecht für die
deutschen Könige. Er war ab 1031  auf Dauer zugleich Erzkanzler für
Reichs-Italien im  Römisch-deutschen Kaiserreich. Der Kölner
Fürstbischof war zu jener Zeit einer der mächtigsten Männer im Reich. Ab
dem 13. Jhdt. (bis 1803) gehörte er zu den 7 bedeutendsten Kurfürsten,
die den römisch-deutschen König (mit der Anwartschaft auf das römisch-
deutsche Kaisertum) küren durften. Nach einem Abkommen von 1657
erhielt zusätzlich der Mainzer Fürstbischof das Krönungsrecht. Seit dem
11. Jhdt. hatte der Fürstbischof auch das Münzrecht für sein Fürstentum.
1474 allerdings erhielt die Stadt Köln ihr eigenes Münzrecht und konnte
eigene Münzen prägen.  Ein Höhepunkt dieser Machtphase fiel in die
Amtszeit des Kölner Fürstbischof Konrad von Hochstaden (1238 - 1261),
in dessen Amtszeit die Grundsteinlegung für den Kölner Dom fiel. Und
auch die kirchliche Stellung des Erzbistums Köln war bedeutend. Zur
Kirchenprovinz  Köln gehörte im  Mittelalter ein riesiges Gebiet mit dem
Metropolitan- (Erz-) Bistum Köln und den Suffragan-Bistümern Lüttich
(bis 1559), Utrecht (bis 1559),   Münster, Osnabrück (bis 1995),   Minden
(bis um 1648) und Bremen (bis 848/870). Eine spätere weitere
Hochphase war die Zeit der Kurfürsten der Wittelsbacher (1583 - 1761),
als die Stadt Köln allerdings längst Freie Reichsstadt war (s. 3.3).

1074 rebellierten die Kölner erstmals - allerdings noch erfolglos - gegen


die weltliche Macht des Erzbischofs (Anno II). Dies war war wohl das
erste Aufbäumen von Bürgern gegen ihren Stadtherrn. 1106 nahmen die
Kölner Bürger im Machtkampf um die Krone zwischen Heinrich IV. und
seinem Sohn Heinrich V. Partei für den erstgenannten ein und
organisierten erstmals eine Art Bürger-Selbstbestimmung. Heinrich IV
verlieh den Kölner Bürgern in diesem Zusammenhang das
Befestigungsrecht - ein wichtiger erster Schritt zur Entwicklung der Stadt
hin zur Freien Reichsstadt -. Allerdings verblieb die formale
Befestigungshoheit noch beim Fürstbischof als weltlichem Herrscher.
Zunächst gegen den Willen des Stadtherrn begannen die Kölner Bürger
1180 mit dem Bau einer großen Befestigungsanlage,  der großen
Stadtmauer. Der Bau der Stadtmauer wurde anschließend
vom  Fürstbischof legalisiert; und  die Kölner ließen sich den Bau der
Mauer vom Kaiser absichern. Um 1200 bildet sich erstmalig ein Kölner
Rat als Organ der Bürgerschaft neben der absolutistischen Macht des
Fürstbischofs (eine größere Machtentfaltung des Rates folgt im Laufe
des 13. und im 14. Jhdt.). Im 13. Jahrhundert gab es einen
langanhaltenden Streit zwischen dem Erzbischof und den Bürgern der
Stadt Köln. Der machtbewusste Fürstbischof beanspruchte die Stellung
eines höchsten Richters und Landesherrn. Die Kölner Bürger hingegen
pochten auf ihr Selbstverwaltungsrecht. 1258 wurde in diesem Streit
unter maßgeblicher Beteiligung von Albertus Magnus, einem der größten
Gelehrten des Mittelalters, mit dem sogenannten "Großen Schied" eine
Einigung erzielt, an den sich der Fürstbischof zwar nur ein Jahr lang
gehalten hat, der dennoch ein wichtiger Meilenstein zu einer Kölner
Stadtverfassung war. 1262 begehrten die Kölner Patrizier bei der
Erstürmung des Bayenturms erneut gegen den Fürstbischof  Engelbert II
auf, der verliert und 1268 aus der Stadt vertrieben wird. Der Bayenturm
(am Südende der Stadtmauer) wird zum Freiheitssymbol der Kölner
Bürger. Am 15.10.1268 kam es zur Schlacht an der Ulrepforte; der
Versuch des Fürstbischofs, in die Stadt zurückzukommen, wird von den
Kölner Bürgern verhindert.

Das 11./12. Jhdt. war geprägt durch "Glanz und Grauen (und mehr noch
dazwichen). Zum Glanz zählte die Kirchenbaukunst, die zwischen 1150 und
1250 ihr großes Jahrhundert hatte." (Zitat KStA/04.03.2016 aus dem
Band 3 "Köln im Hochmittelalter 1074/75 -1288" des Werkes "Geschichte
der Stadt Köln", herausgegeben von der Historischen Gesellschaft Köln e.
V. und erschienen im Greven-Verlag).
.
2.3 Köln als Freie Reichsstadt ab Ende 13. Jhdt. (1288) bis um 1500
und in die frühe Neuzeit (bis 1794)

Diese von der der absolutistischen Herrschaftsgewalt des Kurfürsten


befreite Periode lässt sich in folgende Teil-Perioden aufteilen:
Köln als mittelalterliche Stadt mit Herrschaft der Geschlechter (1288
bis 1396)
Köln als mittelalterliche Stadt mit Herrschaft der Bürger (1396 bis um
1500) 
Köln als Stadt zwischen Mittelalter und Neuzeit mit  Herrschaft der
Bürger (um 1500 bis 1794)
2.3.1  Köln als mittelalterliche Stadt mit Herrschaft der Geschlechter
(1288 bis 1396)

Nach mehreren Auseinandersetzungen mit dem Kurfürsten kam es am


05.06.1288 schließlich zur berühmten und für die Kölner Bürger und die
weitere Entwicklung der mittelalterlichen Metropole ungemein
bedeutsamen "Schlacht von Worringen" (heute nördlicher ländlicher
Randstadtteil Köln-Worringen), eine der größten deutschen
Ritterschlachten des Mittelalters. Die Kölner Bürger kämpften im
Limburger Erbfolgestreit, von dem Köln eigentlich gar nicht betroffen war,
mit den Truppen des Herzogs Johann von Brabant und seiner
Verbündeten (neben den Kölner Bürgern insbesondere die Grafen von
Berg, Mark und Jülich) gegen den Grafen Heinrich  von Luxemburg und
seine Verbündeten (insbes. die Truppen des Kölner
Erzbischofs/Kurfürsten Siegfried von Westerburg und des Grafen Rainald
von Geldern). Es ging dabei auch um die Vorherrschaft am Niederrhein.
Die Brabanter Koalition gewann! Der Kölner Fürstbischof  verlor nach
dieser Niederlage seine weltliche Herrschaft über die Stadt Köln und auch
seine Burg in Worringen. Er und seine Nachfolger mussten die Kölner
Residenz aufgeben und sie für den Rest von Kurköln außerhalb des
Stadtgebiets neu anlegen. Sie residierten fortan  bevorzugt  in Bonn -
1597 urkundlich als "Haupt- und Residenzstadt" erwähnt - und in Brühl. In
Köln behielten die Fürstbischhöfe nur die geistliche Macht als Erzbischof.
Köln gehörte nicht mehr zum Gebiet des Kurfürstentums und war damit
de facto ab 1288 Freie Reichsstadt (ab 1475  dann auch de jure), wobei
die Fürstbischöfe dies nie formal anerkannt haben. Köln wird als faktisch
Freie Reichsstadt ab 1390 auch zu Reichstagen eingeladen. Übrigens:
Von Düsseldorf sprach damals noch kaum einer. Düsseldorf, ein kleines
Dorf am Rhein,  erhielt 1288 als eine der Auswirkungen des Siegs  der
Kölner Bürger an der Seite des Herzogs von Brabant und seiner
Verbündeten bei der Schlacht bei Worringen vom Grafen Adolf von Berg
das Stadtrecht verliehen, der damit seine Position am Rhein stärken
wollte.

Die weltliche Macht in Köln wurde ab 1288 zunächst von den Patriziern,
den sog. Geschlechtern, ausgeübt.  Es handelte sich also um eine
Oligarchie, eine Herrschaft von kleinen reichen Führungsgruppen (hier:
Familien des Kölner Stadtadels). Die entstehenden neuen
Führungsorgane der Stadt wurden von den Vertretern der wichtigsten
Patrizierfamilien dominiert. Die "Riecherzeche", ein Verbund der Reichen,
war ein Vorläufer eines gewählten städtischen Rats. Einige der
mächtigsten Patrizierfamlien in jener Zeit waren die Overstolzen
sowie Hardenrath, Kleingedank und Lyskirchen.

2.3.2  Köln als mittelalterliche Stadt mit Herrschaft der Bürger (1396 bis
um 1500) 

Um 1400 kam es zu einer grundlegenden Änderung der politischen


Machtverhältnisse in Köln. Nach mehreren innerstädtischen Konflikten
übernahmen  ab 1396 auf der Basis des sog. "Verbundbriefs", der ersten
Kölner Stadt-Verfassung, die wahlberechtigten Bürger der Stadt, die in 22
Gaffeln organisiert waren, die Macht. Die Kölner Gaffeln waren eine
politische Vereinigung von Kölner Bürgern und Zünften. Zu den 22
Gaffeln gehörten die Gaffeln der Kaufleute, eine Art
Berufsgenossenschafft und Wahlgemeinschaft, und die
Handwerkerzünfte, die sog. "Ämter". Die Macht lag nunmehr im
wesentlichen beim neuen einheitlichen Stadtrat, für den allerdings nur die
in Köln geborenen Bürger und solche Zugereiste, die das Bürgerecht
erworben hatten, wählbar waren. Wahlberechtigte "Vollbürger" im Sinne
des Verbundbriefs waren  nur die in den 22 Gaffeln organisierten
selbständigen Kaufleute und Handwerker (in der Regel auch nur
männliche!), so dass die oligarchische Herrschaft der Geschlechter in
eine - allerdings wesentlich breiter aufgestellte  - Herrschaft der Gaffeln
wechselte. Mit ihren Siegeln unter dem Verbundbrief verbürgten sich die
Gaffeln für die Einhaltung der Regelungen des Verbundbriefes.  

Im Jahr 1414 wurden im Rathaus  8 gotische Holzskulpturen  ausgestellt


("Die Kölner Rathaus-Propheten"), die mit Spruchbändern zur politischen
Moral den Ratsmitgliedern ihre Verantwortung gegenüber Stadt und
Bürgern ständig vor Augen führen sollten. Genutzt hat es wohl nicht
immer (s. unter Ziffer 3.3.3). Die "Vorgaben der Propheten" an die
Ratsherren lauteten z. B.: "Das gemeine Beste ist   dem persönlichen
immer vorzuziehen", "Nimm langsam Rat an, dann eil' zur Tat" und "Wer für
die Gemeinschaft stirbt, soll ewig leben".   (Hinweis: Die Kölner Rathaus-
Propheten waren vom 19.09.2012 - 07.04.2013 Teil einer Ausstellung im
Museum Schnütgen und werden danach als Leihgabe dauerhaft dort
ausgestellt.)

Der Verbundbrief blieb mit einigen Modifizierungen bis 1796, also 400
Jahre lang, als Kölner Verfassung gültig.  Am 19.09.1475 erhob Kaiser
Friedrich III.  die Stadt Köln mit dem Reichsstadtprivileg nun auch de jure
zur Freien Reichsstadt ("des heiligen Reiches freie Stadt"); dieser Status
blieb in der frühen Neuzeit bis zur Besetzung durch die Franzosen
1794 unangetastet.

Freie Reichsstadt: Das Hauptmerkmal der


"Reichsstädte" im Heiligen Römischen Reich
(Deutscher Nation) war deren rechtliche
Unabhängigkeit gegenüber den regionalen Stadtverfassung Köln 1396

Herrschern (Reichsfürsten). Die Reichsstädte


hatten den Status der Reichsunmittelbarkeit
und waren direkt und nur dem Kaiser untertan,
an den sie ihre Steuern direkt abführten, dem
sie Heerfolge zu leisten hatten und von dem
sie eine eigene weitgehend unabhängige
Gerichtsbarkeit erhielten. Damit
unterschieden sich die Reichsstädte von den
Landstädten, die einem Landesherrn untertan
waren. "Freie Städte" waren Bischofsstädte,
die in etwa die gleichen Privilegien hatten wie
die Reichsstädte, aber gegenüber dem Kaiser
eine gewisse Autonomie besaßen, z. B. außer
bei Kreuzzügen keine Heerfolge zu leisten
hatten. Ab dem 15. Jhdt. wurde diese beiden
Statusformen unter dem Begriff "Freie und
Reichsstädte" - umgangssprachlich "Freie
Reichsstädte" genannt - zusammengefaßt.
Einige Städte hatten beide Statusformen in
sich vereint. Die Anzahl der Freien
Reichsstädte änderte sich im Laufe der Zeit;
maximal waren es 83.  Köln: Freie Reichstadt
ab 1288 (faktisch) und 1475 (juristisch).

Freie Reichsstädte: max. 83, um 1800 noch


51. Um 1800  waren dies u. a. Aachen,
Dortmund, Goslar, Hamburg, Köln (1794 von
Franzosen eingenommen), Lübeck, Nürnberg,
Regensburg, Ulm und Worms.
2.3.3  Köln als Stadt zwischen Mittelalter und Neuzeit mit Herrschaft der
Bürger (um 1500 bis 1794)

In der frühen Neuzeit nach 1500 blieben in Köln die Bürger-Herrschaft


auf der Basis des Verbundsbriefs und auch die mittelalterlichen
Strukturen weitgehendst erhalten. Der Grund hierfür könnte sein, dass
die  nie eingenommene und wohl uneinnehmbare große Stadtmauer die
Kölner einerseits abgesichert hat, andererseits aber auch von neueren
Entwicklungen abgeschottet haben könnte. Ein weiterer Grund könnte der
vorübergehende wirtschaftliche Niedergang und Verfall der
Reichsstadt  Ende 17. und im 18. Jhdt. sein. Jedenfalls endete nach 1500
allmählich die mittelalterliche Glanzzeit der Freien Reichsstadt. Das hing
insbesonders zusammen mit dem Zerfall der Hanse und der dem 30-
jährigen Krieg (1608 - 1648) folgenden Wirren, wobei Köln im 30-jährigen
Krieg  nie ernsthaft bedroht oder gar eingenommen worden ist. Die
Rheinmetropole hielt sich aus aktiver Beteiligung am Krieg heraus und
wurde verschont. Ganz im Gegenteil profitierte die Stadt durch ihre
Neutralität mit Waffenhandel sowie als Fluchtburg und
Finanztransaktionsplatz, wie eine Ausstellung im Kölnischen
Stadtmuseum (14.06. bis 05.10.2014) eindrucksvoll zeigte. Dennoch kam
es  Ende des 17. und im 18. Jhdt. zum vorübergehenden wirtschaftlichen
Niedergang und Verfall der Reichsstadt - womöglich mitverursacht durch
den Fortbestand der mittelalterlichen Strukturen -.  Der Abschied vom
Mittelalter dauerte im "heiligen Köln" jedenfalls länger als anderswo und
war im Grunde genommen erst 1794 mit  Einzug der Franzosen  zu Ende.

Allerdings blieb es in diesem Zeitraum nicht friedlich in Köln. So gab es


1481/1482 einen Aufruhr der Gaffeln gegen den Stadtrat wegen
erheblicher Preiserhöhungen, der jedoch niedergeschlagen wurde.
1512/1513 gab es einen erfolgreichen Aufstand der Gaffeln wegen
fortgesetzter Rechtsbrüche des Rats. Kleine Gruppen sprachen sich im
Rat ab - heute würde man sagen "klüngelten" - und beeinflussten so die
Entscheidungen des Rats. Dies führte 1513 zu einer  Ergänzung des
Verbundbriefs, dem sog. Transfix-Brief.  Anfang der 1680iger Jahre gab
es einen Aufstand einer Opposition unter Führung des Nikolaus Gülich
wegen Misswirtschaft und Korruption des Rates, der zunächst viel
Unterstüzung fand, letztendlich aber 1686 mit der Ermordung des
Nikolaus Gülich endete.  

Im 16. Jhdt. gab es auch in Köln Reformationsversuche. So kam es zum


Konfessionswechsel des Kölner Erzbischofes und Kurfürsten Gebhard
Truchsess von Waldburg, der das Kurfürstentum Köln (Kurköln),  dem die
Stadt Köln ja nicht mehr zugehörte,  in ein weltliches Fürstentum
verwandeln wollte. Die Folge war - ein wichtiges Ereignis in der frühen
Neuzeit - der  Kölnische (Truchsessische) Krieg (1583 - 1588) zwischen
Truppen des  zum Protestantentum gewechselten und deshalb 1583
abgesetzten  Kölner  Kurfürsten Gebhardt Truchsess von Waldburg mit
den in diesem Krieg siegreichen katholischen  bayerisch-spanischen
Truppen seines Nachfolgers Ernst von Bayern. Hierbei kam es im Juli
1586 in der Nähe der Stadt Köln (im heutigen Stadtteil Köln-Junkerdorf)
zu einem grässlichen Gemetzel der spanischen Truppen gegen
Privatleute. Der Sieg der katholischen Truppen verhinderte die
Verwandlung von Kurköln in ein erbliches protestantisches
Fürstentum.  Der Nordwesten des Reiches blieb katholisch! 1617 wurde
verfügt (Zitat aus der vorgeannten Ausstellung im Stadtmuseum), dass
"wer nicht  katholisch war, dem wurden die Bürgerrechte verwehrt."

Ende des 18. Jahrhunderts und vor der Franzosen-Zeit bestanden im


Rheinland (Niederrhein) mehrere weltliche und geistliche
Herrschaftsgebiete (die Herzogtümer Kleve, Jülich und Berg und die
Kurfürstentümer Köln und Trier sowie die Reichsstädte Köln und
Aachen). Schließlich wurde die Stadt Köln 1794 ohne Gegenwehr von den
französischen Truppen Napoleons eingenommen und verlor damit ihren
formal seit 1475 im mittelalterlichen Köln geltenden Status als Freie
Reichsstadt, wobei zu beachten ist, dass die heutigen rechtsrheinischen
Gebiete Kölns erst ab 1888 mit den neuzeitlichen
Stadterweiterungen eingemeindet wurden. Die Franzosen besetzten nach
dem sog. 1. Koalitionskrieg 1797 das gesamte linksrheinische Gebiet des
Rheinlandes. Das Mittelalter in Köln war endgültig beendet. Der
Verbundbrief, die Kölner Stadtverfassung, wurde 1796 - also nach 400
Jahren - durch die französische Munizipalverfassung abgelöst. Mit dem
Einzug der Franzosen in das Neuzeitliche Köln wurde bezüglich des
vorstehenden Zitats auch die Glaubensfreiheit, die es vordem in Köln für
Protestanten und Juden nicht gab, nunmehr gewährt.

3. Mittelalterliche Infrastruktur: Mittelalterliche Stadtmauer und


Bauwerke

3.1 Stadtmauer

Die von  1180 bis um 1260 (Torburgen ab nach 1200) erstellte


mittelalterliche Stadtmauer mit einer Länge von knapp 9 km** und einer
Höhe von ca. 7,50 m und hatte Bestand bis 1881, bis im Zuge der
Industrialisierung die Ausweitung auf das Neuzeitliche moderne Köln
voranschritt. 1883 erfolgte mit der Eingliederung der sog. Neustadt die 1.
Stadterweiterung des neuzeitlichen Köln. Die Kölner Stadtmauer war die
größte mittelalterliche Stadtbefestigung nördlich der Alpen. Sie enthielt
12 große landseitige Torburgen und 52 Wehrtürme sowie etliche
Pforten zum Rhein (über 20). Die Zahl 12 für die Stadttore war übrigens
von den Kölner Bürgern bewusst gewählt worden, um sich so als
damaliges mittelalterliches "hillije Köln" (Heiliges Köln) auf das
himmliche Jerusalem beziehen zu können. Vor der Mauer befand sich ein
über 20 m breiter Graben, der in der zweiten Hälfte des 14. Jhdt. um
einen weiteren Graben ergänzt worden ist. Aufgrund der
waffentechnischen Entwicklung folgten im späten Mittelalter weitere
Sicherungsbauwerke vor der Mauer: Mitte des 15. Jhdt. vorgelagerte
Wehranlagen (Bollwerke mit Zwingern zwischen Torburgen und
Bollwerken) und im 17. Jhdt. ein bastinärer Ring mit 25 pfeilförmigen
Bastionen, die mittels sog. Kurtinen verbunden waren. Zuletzt wurden die
Vorfeldeinrichtungen um 1820 von den Preußen, denen 1815 das
Rheinland und Köln zugeteilt worden war, militärisch modernisiert.

Die ursprünglich römische Hauptstraße durch die römischen Stadt


(heutige Hohe Str.) und deren Verlängerungen führte im mittelalterlichen
Köln nun durch die neuen Stadttore im Norden und Süden (Eigelsteintor
und Severinstor). Die Stadtmauer wurde nachts zuerst von Vertretern der
Zünfte, später von den Kölner Stadtsoldaten bewacht. Ihren eigentlichen
Zweck, eine Einnahme der freien Reichsstadt zu verhindern, mußte sie
zum Glück nie ernsthaft erfüllen, denn  Köln wurde - nach Wissen des
Autors als einzige Stadt des Reichs - niemals erobert und besetzt. Auch
im verheerenden 30-jährigen Krieg ist Köln nie angegriffen und
eingenommen, die Mauer nicht erstürmt worden. Wer innerhalb der
Stadtmauer wohnte, genoss die speziellen Rechte und Freiheiten der
Stadt. Leider beschlossen die Kölner 1881 im Zuge der Ausweitung der
mittelalterlichen Stadt den Abriss der Mauer - aus heutiger Sicht ein
kultureller Frevel ohnegleichen und übrigens entgegen dem Rat von
Sachverständigen aus Nürnberg, wo deren vergleichbare Mauer stehen
blieb -. In dieser anderen mittelalterlichen Metropole Nürnberg haben die
Bürger diesen Frevel verhindert. Man kann sich dort über den heutigen
kulturellen Gewinn Überzeugen! Die Preußen, zu deren Gebiet Köln seit
1815 gehörte, sorgten dafür, dass wenigstens einige Stadttore erhalten
geblieben sind. Wäre die mittelalterliche Stadtmauer in ihrer Gesamtheit
erhalten geblieben, würde sie heute sicherlich zu den
Weltkulturerbestätten gehören. 

Die große mittelalterliche Stadtmauer umfasste das mittelalterliche Köln


mit
seiner östlichen Grenze am Rhein und 
seiner halbkreisförmigen Grenze im Verlauf der heutigen Ringstraße. 
Die Mauer umfasste also die heutige Kölner Altstadt ("Altstadt" ist hier
als kommunaler Begriff für die Stadtteile Altstadt/Nord und Altstadt/Süd
im Stadtbezirk Innenstadt gemeint; im heutigen Sprachgebrauch wird als
"Altstadt" zumeist das Vergnügungsgebiet um Heumarkt/Alter
Markt/Rheingarten verstanden). Der Verlauf der großen mittelalterlichen
Stadtmauer ist also in der Trasse der heutigen kölntypischen
halbkreisförmigen Ringstraße vom Theodor-Heuß-Ring als nördliches
Ende am Rhein bis zum Ubier-Ring als südliches Ende am Rhein noch zu
erkennen. Die vorherige römische Stadtmauer umfasste das römische
Köln und damit das Kerngebiet der späteren mittelalterlichen Stadt.  Das
römische Straßennetz und deren mittelalterlichen Verlängerungen sowie
der Verlauf der mittelalterlichen Mauer prägen noch heute die Struktur
der Kölner Innenstadt. 

Von dem halbkreisförmigen Ring dieser mittelalterlichen Stadtmauer sind


als kulturelle Denkmäler im Stadtbild erhalten:

die drei großen Stadttore


Eigelsteintor im Norden (Ebertplatz), durch das die Nachfolgesstraße
des früheren römischen Cardo Maximus (der Nord-Süd-Achse durch
das römische Köln) und dessen Verlängerungen
Eigelstein/Marzellenstraße im Norden durchführte
Severinstor im Süden (Chlodwigplatz), durch das die Nachfolgesstraße
des früheren römischen Cardo Maximus und dessen Verlängerung
Severinsstraße im Süden durchführte
Hahnentor im Westen (Rudolfplatz), das dem Vernehmen nach aus
historischen Gründen erhalten blieb, weil im Mittelalter durch dieses
Tor die in Aachen gekrönten Könige zum Besuch der Reliquien der
Heiligen drei Könige im Dom in Köln eingezogen waren, und hinter dem
die heutige Aachener Straße in der Trasse der römischen Fernstraße
nach Westen führte
sowie von Norden nach Süden
das Kunibertstürmchen ("Weckschnapp") am nördlichen Ende der
Mauer (am Rhein)
ein Mauerabschnitt und die Gereonsmühle (Mühlenaufbau auf einem
Wehrturm) am heutigen Gereonswall im Nordwesten
ein Grabenfangteil in Nähe des heutigen Friesenplatzes im Westen
(ausgegraben in einer Tiefgarage)
Wehrtürme und Mauerabschnitte in Nähe der Ulrepforte (Sachsenring)
die Ulrepforte (ein Stadttor mit Mühlenaufbau aus dem 15. Jhdt.,
umgebaut Ende 19. Jhdt.) im Südwesten
die Bottmühle im südlichen Mauerteilstück (Mühle auf einem
stadtseitigen Wehrplateau ("Bott") in der Mauer)
der Bayenturm an der Süd-Ost-Ecke der Mauer am Rhein (in Nähe des
heutigen Rheinauhafens)
Diese Denkmäler werden leider größtenteils vernachlässigt und nicht angemessen
gepflegt. Sie werden überwiegend den Kölner Bürgern und den vielen Besuchern der Stadt
nicht angemessen oder gar nicht  präsentiert. Siehe hierzu Mängelliste Kölner Denkmäler 

Hahnentor  Eigelsteintor          Bayenturm Geronsmühle in der Stadtmauer Dreikünnije-Pötzje


(Westtor der mittelalterlichen Stadtmauer)  (Nordtor der mittelalterlichen Stadtmauer)   (Südende der Stadtmauer  (Mühle auf einem der Wehrtürme)   (an St. Maria im Kapitol)
am Rhein)  

3.2 Bauwerke

In der mittelalterlichen Blütezeit Kölns entstanden an bedeutenden


historischen Bauwerken insbes.
der gotische Kölner Dom (Grundsteinlegung 1248) - das Wahrzeichen
Kölns - und ein Ensemble Romanischer Kirchen (10. bis 13 Jhdt.), die
zusammen mit dem Dom die  Bedeutung Kölns als Kulturstadt
entscheidend mit prägen
die große mittelalterliche Stadtmauer (Teile erhalten; s. 2.1)
der Gürzenich (mittelalterliches Festhaus)
das Rathaus (mit Turm und Renaissance-Laube)
das Overstolzenhaus und andere historische Häuser
das frühchristliche Baptisteriums (Taufhaus mit Taufbecken aus dem
ca. 6. Jhdt. n. Chr.) an der Dom-Ostseite
und einiges mehr. Siehe auch Themenseiten Kölner Bauwerke und Kölner
Denkmäler.

11 der 12 erhaltenen Romanischen Kirchen waren im Mittelalter Kloster-


oder Stiftskirchen. Daneben sind einige der mittelalterlichen Pfarrkirchen
erhalten geblieben, die bis 1802 in unterschiedlicher Weise von den
Stiften/Klöstern abhängig waren (Köln hatte seit dem Mittelalter mit 19
eine ungewöhnlich große Anzahl Pfarreien der katholischen Kirche!  Zum
Vergleich: Augsburg und Trier je 6). Die erste jüdische Synagoge in Köln
wird auf das 9. Jhdt. datiert. Die Juden hatten seit Anfang des 4 Jhdt. in
Köln die größte jüdische Gemeinde in Deutschland; Köln war im 13./14.
Jhdt. geistiges Zentrum des deutschen Judentums, bis schlimmerweise
die Juden 1424 auch aus Köln vertrieben wurden.
Von der Residenz der Erzbischöfe, die seit 953 zugleich Kurfürsten von
Kurköln und bis 1288 weltliche Herrscher von Köln waren, fehlt bis auf
wenige - nicht zugängliche - Mauerteile jede Spur. Der erste Palast aus
vermutlich dem 9. Jhdt. lag an der Südseite des alten karolingischen
Doms. Um 1164 wurde ein neuer Palast an der Südseite des Domhofs
errichtet. Nach der Schlacht bei Worringen 1288, nach der der
Fürstbischof aus Köln vertrieben worden war, wurden die späteren
großen Residenzen der Kölner Kurfürsten in Bonn und Brühl gebaut.

4. Die Handelsmetropole

Das mittelalterliche Köln hatte das Privileg, einerseits aus den


Traditionen einer Römerstadt und einem Bischofssitz (seit Anfang 4.
Jhdt., seit 795 Erzbischofssitz) hervorgegangen zu sein, andererseits
aufgrund seiner hervorragenden Verkehrs-Infrastruktur (insbes. der Lage
an einem großen Strom und im Zentrum von Fernstraßen) eine
hervorragende Lage für den Fernhandel zu haben. Köln hatte also
Merkmale aufzuweisen, aus denen sich - vor allem nach der Zuteilung
des Herzogtums Lothringen (mit Köln) zum Ostfrankenreich im 9.
Jhdt.  und in Verbindung mit dem Stapelrecht von 1259 - im Hoch- und
Spät-Mittelalter die große wirtschaftliche Bedeutung als Handelsstadt
  ergab. In dieser Epoche hatte Köln eine enorme wirtschaftliche und
politische Machtstellung und war Drehscheibe des Fernhandels nördlich
der Alpen. Die hervorragende Verkehrs-Infrastruktur hat sich bis in's
heutige moderne Köln erhalten. Köln war aber nicht nur Handelszentrum,
sondern auch Produktionszentrum und handelte mit Alltagsgütern und
Kunstschätzen. "Kölsch" oder "Kölnisch" wurde zu einem Markenbegriff  (=
Zitat Museum Schnütgen, Ausstellung "Glanz und Größe des
Mittelalters").
Die wirtschaftliche Blütezeit Kölns (vor allem als Handelsmetropole)
begann im 10. Jhdt. und hatte ihren Höhepunkt im 12. - 15. Jhdt.. Im 11.
Jhdt. waren Mailand, Köln und Venedig die ersten großen Handelsstädte
... und waren hierbei auch Schaltstellen des kulturellen Austauschs. Für
den Handelsplatz Köln hatte das der Stadt 1259 vom Erzbischof Konrad
von Hochstaden  verliehene Stapelrecht eine sehr große Bedeutung. Im
Hoch- und Spätmittelalter hatte die Stadt eine enorme wirtschaftliche
und politische Machtstellung und war Drehscheibe und
Warenumschlagsplatz des Fernhandels nördlich der Alpen. Hierbei wurde
Köln, wie schon erwähnt, durch die Lage am Rhein und im Zentrum von
Fernstraßen begünstigt. Im 16. Jhdt. wurde dann Antwerpen zeitweise
zur wichtigsten Handelsstadt Europas. Im 30-jährigen Krieg (1608 -
1648) ist Köln nie ernsthaft bedroht oder gar eingenommen worden ist.
Ganz im Gegenteil profitierte die Stadt durch ihre Neutralität mit
Waffenhandel sowie als Fluchtburg und Finanztransaktionsplatz.
Köln hatte im Mittelalter eine eigene Längenmaßeinheit (Kölner Elle) und
ab dem 11. Jhdt. eine eigene Gewichtsmaßeinheit  (Kölner Mark). Die
Kölner Mark war im Mittelalter die wichtigste deutsche
Grundgewichtseinheit und wurde 1524 als Grundgewicht für die
Münzprägung im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation  festgelegt.
Bis 1857 bezogen sich die Reichs- und viele Landesmünzordnungen auf
die Kölner Mark. 1474 erhielt die Stadt das Münzrecht und konnte eigene
Münzen prägen, ein Recht, dass bis dahin seit dem 11. Jhdt. nur dem
Kurfürst/Erzbischof zustand, der seine Münzen nach der Vertreibung
1288 außerhalb prägen ließ.
Stapelrecht
Im Mittelalter wurden die vom Meer über den Rhein herangebrachten
Waren vom Schiffstyp Niederländer (geeignet für die große Wassertiefe
des Niederrheins)  auf die Oberländer (geeignet für die geringere
Wasssertiefe des Mittel- und Oberrheins) umgeladen. Für den
Handelsplatz Köln hatte das der Stadt 1259 vom Erzbischof  Konrad von
Hochstaden  verliehene Stapelrecht eine sehr große Bedeutung, denn
damit mußten fortan alle auf insbes. dem Transportweg Rhein, aber auch
auf dem Landweg transportierten Waren in Köln zwangsweise abgeladen
(„gestapelt") und anboten werden. Die Durchfahrt der Schiffe wurde durch
ein Gitter im Rhein unterbunden. Köln und die Kölner Kaufleute hatten
durch diesen Zwangsumschlag auf diese Waren  ein 3-tägiges
Erstzugriffsrecht. Damit wurde die Stellung der Stadt als Drehscheibe der
europäischen Warenströme gefestigt. Das Stapelrecht wurde erst 1831
von den Preußen als Folge der Beschlüsse auf dem Wiener Kongress
(1815) aufgehoben.
Hanse
Von 1383 (erste Teilnahme Kölns am Hansetag) bis 1669 (letzte
Teilnahme am Hansetag) war Köln Mitglied der Hanse, einer Organisation
von Kaufleuten in Fernhandels-Städten, der im Mittelalter (14. - 16. Jhdt.)
rund 70 große und über 100 kleinere Städte (insges. bis zu 200) in
mehreren Ländern angehörten. Zitat Wikipedia: "Insgesamt gab es rund
200 Orte, die zu irgendeinem Zeitpunkt direkt oder indirekt der Hanse
angehörten. Der Zeitpunkt der Betrachtung ist entscheidend, denn Aus-
und Eintritte, Zusammenschlüsse und Verfeindungen waren an der
Tagesordnung. Beim letzten Hansetag 1669 in Lübeck waren nur noch
neun Städte vertreten: Lübeck, Hamburg, Bremen, Braunschweig, Danzig,
Hildesheim, Köln, Osnabrück und Rostock." Handelstage gab es seit 1356
bis zum letzten Treffen 1669. Köln nahm 1383 erstmalig an einem
Hansetag der Städte-Hanse teil.
5. Die Pilgerstadt

Von großer religiöser und zugleich wirtschaftlicher  Bedeutung  für das


Mittelalterliche Köln war, dass Köln mit 500 000 Pilgern/Jahr zusammen
mit Rom und dem nordspanischen Santiago de Compostella eine der 3
bedeutendsten Wallfahrtsorte in jener Zeit war. Es war auch einer der
zentralen Sammelpunkte der Pilgerwege zum Grab des Apostels Jakobus
in Santiago de Compostella ("Jakobsweg"). Das mittelalterliche "Sancta
Colonia" (Heiliges Köln, kölsch "Hillijes Köln")  war  aufgrund seiner
unvergleichlichen Sakrallandschaft und seiner vielen Heiltümer und der
damit verbundenen religiösen Bedeutung ein großer Anziehungspunkt für
die Pilger.

Diese mittelalterliche Sakrallandschaft Kölns bildeten die


sehr vielen - zum Teil einzigartigen - Kirchen und
Kapellen und die im damaligen Deutschland mit Abstand
größte Zahl an Pfarrbezirken der katholischen Kirche
(19). Um 1500 sollen es mehr als 300 Gotteshäuser
gewesen sein. In einem  mittelalterlichen Reisebericht
hieß es: "... soviel wie das  Jahr Tage hat". Zitat
Förderverein Romanische Kirchen/Nov.  2010: "Bis zum
Umbruch im 19. Jhdt. gab es 168 öffentliche Kirchen und
Kapellen und fast ebenso viel private und Kloster-
Kapellen.". Herzstück der einzigartigen
Kirchenlandschaft waren die großen Stifts- und
Klosterkirchen. 11 dieser Kirchen bilden das heutigen
Ensemble der 12 großen  Romanischen Kirchen Kölns.
Die Stifte und Klöster hatten eigene Rechte in der frühen
mittelalterlichen Stadt.
Den unvergleichlichen mittelalterlichen Reliquienschatz
der Sancta Colonia bildeten vor allem
- die 1164 nach Köln überführten Gebeine der Heiligen
Drei Könige im Kölner Dom - siehe Abschnitt D/Daten -,
die ja auch als 3 Kronen in das Stadtwappen
aufgenommen wurden sowie noch heute in städtischen
Urkunden enthalten sind und z. B. mit dem Wappen und
Figürchen die Amtskette des Oberbürgermeisters zieren,
- die 1121 gefundenen und seitdem verehrten
(vorgeblichen) Reliquien des Hl. Gereon und seiner
Gefährten und
- die im  12. Jhdt. gefundenen (vermeintlichen) Gebeine
der legendären Heiligen Ursula und ihrer laut der
Legende 11 (später 11000) Begleiterinnen, ebenfalls im
Stadtwappen verewigt,  sowie 
- unzählige weitere Reliquien von Heiligen wie St.
Severin u. a. und wie zuvor auch der Petrusstab und
Teile der Petruskette (heute in der Dom-Schatzkammer).

Pilger aus ganz Europa suchten vor allem die "Spitzen-Reliquien" als
Heiltümer auf. Der mittelalterliche Reliquienschatz Kölns in Kirchen und
Kapellen soll mehr als 800 Heilige enthalten haben und war nach Rom der
größte aller europäischen Wallfahrtsorte. Der Titel "Sancta Colonia"  im
Zusammenhang mit dem Stadtnamen führte Köln seit dem 12. Jhdt. als
eine von 4 christlichen Metropolen (neben Rom, Byzanz und Jerusalem)
("Sancta Colonia Dei Gratia Romanae Ecclesiae Fidelis Filia – Heiliges Köln
von Gottes Gnaden, der römischen Kirche getreue Tochter"). "Heiliges
Köln" war ein gängiger Begriff im Mittelalter.

Vor allem die Reliquien der Hl. Drei Könige im Kölner Dom als
Wallfahrtskirche gehörten für unzählige einfache Pilger und auch für die
europäischen gekrönten Häupter und Fürsten zum Pflichtprogramm. Die
Könige und Fürsten haben wohl über die damals an der Ostseite des
Doms gelegene Kirche St. Maria ad gradus (Baubeginn vor 1075) den
Dom betreten bzw. verlassen. Eine Art Pilgerweg war auch die sog.
Krönungsstraße vom nahegelegenen Aachen nach Köln (innerhalb Kölns
die heutige Aachener Str.), über die im Mittelalter die im Aachener Dom
vom Kölner Erzbischof gekrönten deutschen Könige nach Köln zu den
Reliquien der Heiligen Drei Könige pilgerten. Der weltberühmte Schrein
der Heiligen drei Könige wurde von 1190 bis um 1230 durch den
Goldschmied Nikolaus von Verdun erstellt. Daneben waren die Reliquien
der Hl. Ursula bei den Pilgern begehrt. Die vielen Gräberfelder und die
unerschöpfliche Quelle der Ursula-Reliquien führte außerdem im Hoch-
Mittelalter zu einem beträchtlichen Reliquien-Handel und -Export in den
typischen hölzernen Kölner Ursula-Büsten. 

Die Reliquien der Hl. Drei Könige waren für die Stadtentwicklung Kölns im
Mittelalter von großer Bedeutung. Sie galten als ungemein wichtige
Reliquien und führten zu großen Pilgerströmen nach Köln und waren
maßgebend für die Entwicklung Kölns zur Pilgerstadt. Und sie waren
Auslöser für den Bau des gotischen Kölner Dom, der heute der größte
Touristenmagnet Kölns ist! Die Reliquien sollen der Legende nach von der
Heiligen Helena (Mutter des römischen Kaisers Konstantin) bei einer
Palästina-Reise 326 dort aufgefunden und nach Konstantinopel (heute
Istanbul) gebracht worden sein. Von hier gelangten sie später (ca. 5
Jhdt.) nach Mailand und sind in dort in der Capella dei Magi der Basilica
di Sant'Eustorgio erstmals geschichtlich erwähnt. 1162 wurden sie eine
Kriegsbeute des Kaisers Friedrich I Barbarossa nach der Einnahme des
Widerstandszentrums Mailand. Barbarossa schenkte diese Reliquien dem
Kölner Erzbischof Reinald von Dassel (EB 1159 - 1167) in dessen
Funktion als Reichskanzler für Italien und engstem Vertrauten, der dieses
Geschenk 1164 von Mailand nach Köln überführte. Nach einer -
historisch zwar nicht belegten, aufgrund der sakralen und städtischen
Bedeutung dieser Kirche im Mittelalter aber durchaus plausiblen -
Legende sollen diese Reliquien 1164 durch den romanischen
Vorgängerbau des heutigen gotischen "Dreikünnije-Pötzje" (Dreikönigen-
Pforte) neben St. Maria im Kapitol in diese Kirche und damit den
Kirchenraum Köln eingeführt worden sein. 1903 wurden Teile dieses
wertvollen  Reliquienschatzes nach Mailand zurückgegeben.

Nach Ansicht der meisten Historiker gibt es wenig bis keine  belastbare
historische Nachweise für die Hl. Drei Könige und damit auch nicht für
deren  Gebeine. Sie sind nur einem der 4 Evangelien, dem Matthäus-
Evangelium, erwähnt und werden dort "Magi" (Weisen) genannt (ohne die
Zahl 3!). Hieraus leitete sich die frühere Benennung "Weisen aus dem
Morgenland" ab. "Könige" (zunächst ohne Zahl, später 3 Könige und
sodann sogar mit Namen) wurden sie es erst viel später. Und es gibt
keinerlei historischen Belege für die Existenz der Hl. Ursula und damit
deren Geschichte. Damit handelt sich bei den Königen
höchstwahrscheinlich und bei Ursula sicher um Legenden. Wenn man
bedenkt, dass es damit  für die beiden mittelalterlichen Kölner "Spitzen-
Reliquien" wenig bis keine Nachweise gibt, gab es im Mittelalter in Köln
offenbar geniale - heute würde man sagen - Touristik-Marketing-
Manager. Das mittelalterliche Köln wurde nicht zuletzt deswegen eine
Pilger-Hochburg und ein Zentrum des Reliquienhandels.
 
Die erste christliche Gemeinde in Köln wird für das 2./3. Jhdt. vermutet.
Im Jahr 313 ist mit Maternus der erste Kölner Bischof verbrieft  und bei
den Ausgrabungen unter dem Kölner Dom sind Reste eines ersten
Gebetsraums aus dem 4. Jhdt. gefunden worden. Zur römischen Zeit
dürfte es auch eine erste jüdische Gemeinde gegeben haben. Ein Erlass
des römischen Kaisers Konstantin I von 321 mit der Erlaubnis,  Juden in
den Stadtrat aufzunehmen,  gilt als Beleg für die Gründung der ältesten
jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen im 3./4. Jhdt. in Köln.

6. Statistische Daten

Köln existiert seit um 19 v. Chr. als befestigte Siedlung und ab 50 n. Chr.


(= Bezugsjahr für die 2000-Jahr-Feier Kölns!) mit den Stadtrechten einer
Colonia (Stadt römischen Rechts). Andere Städte römischen Ursprungs
feiern übrigens ihr Jubiläum in Bezug auf ihre Gründung (wie 1984 das 16
v. Chr. gegründete Trier); bei gleicher - eigentlich richtigen -
Vorgehensweise hätte Köln schon 1981 dieses Jubiläum begehen sollen.

Die Gründer Kölns sind


als Erstgründer
der römischen Statthalter und Feldherr Agrippa, der um 19 v. Chr.
die Ubiersiedlung Oppidum Ubiorum gegründet hat, und
der Princeps  Augustus, der zum Zeitpunkt der Gründung der
Ubiersiedlung das Römische Imperium regierte und die Siedlung ab
ca. 7 v. Chr. zur späteren Größe und Bedeutung ausbauen ließ,
sowie
der römische Kaiser Claudius, der auf Veranlassung seiner
im  Oppidum Ubiorum geborenen Frau Agrippina Köln  50 n. Chr. die
Stadtrechte einer Colonia mit dem Namen "Colonia Claudia Ara
Agrippinensium" verliehen hat.
Oftmals wird wegen Beteiligung an der Verleihung des Rangs einer
Colonia auch Agrippina als Stadtgründerin genannt.
Einwohner- und Flächenentwicklung Kölns bis zur frühen Neuzeit

Epoche Jahr Einwohner Fläche Anmerkung


(ha)
römisches Köln ca. 20 000 (bis 40 97 < * römische Blütezeit
000) *
mittelalterliches Köln um 940 122 nach Abschluss der 1.
mittelalterlichen Stadterweiterung
1106 ca. 12 000 223 nach der 2. mittelalterlichen
Stadterweiterung
1180 ca. 20 000 - 30 000 401 nach der 3. mittelalterlichen
Stadterweiterung
ab 13. um 40 000
Jhdt
1500 um 40 000
neuzeitliches Köln 1670 37 000
1794 44 500 770 mit Grenzen nach der französischen
mit noch mittelalterlichen
Strukturen Besetzung
bis um 1794 1816 49 300 1815 Eingliederung in Preußen
Gesamtentwicklung unter Kölner Stadtgeschichte

Quelle: Fläche und Einwohner amtlichen Zahlen (Statistisches Jahrbuch 2012 der Stadt
Köln - Einwohner ab Ende des Mittelalters! -.  Hinweis:  Alle Einwohnerzahlen - auch aus
amtlichen Quellen - vor dem späten Mittelalter (vor 15. Jhdt.) sind als grobe Schätzungen
anzusehen. Genauer sind hingegen die Flächenangaben.

  Mittelalterliche Herrschaftstrukturen in Köln zusammengefasst


  953 - 1288 absolutistische Herrschaftsgewalt der Fürstbischöfe als
geistliches und zugleich weltliches Oberhaupt  (ab um 1200 mit
Organen der Bürgerschaft)
1288 - 1396 oligarchische Herrschaft der Geschlechter (einige
Patrizierfamilien) in einer de facto Freien Reichsstadt
1396 - 1794 Herrschaft der Bürger (Herrschaft
der in den Gaffeln organisierten Kaufleute und Zünfte) auf der Basis
des Verbundbriefes von 1396 und ab 1475 auch de jure in der Freien
Reichsstadt Köln, die erst mit der Besetzung durch die
Franzosen  endete
  Politische Zugehörigkeiten Kölns in seiner über 2000-jährigen
Geschichte im Überblick
um 19 v. Chr. bis um 420/spätestens um 455 n. Chr.: antikes
Römisches Imperium (ab 50 n. Chr. in dem Status einer Colonia)
um 455 bis 962: fränkische Reiche
962 bis 1794: Römisch-deutsches Kaiserreich (ab 15. Jhdt. Heiliges
Römisches Reich Deutscher Nation)
ab Mitte des 10. Jhdt. innerhalb des Kurfürstentums Köln (Kurköln),
ab 1288 de facto und ab 1475 de jure als Freie Reichsstadt
1794 bis 1814 nach der Besetzung durch die Franzosen:
Französisches Reich (offizielle Eingliederung: 1801)
1815 bis 1871: Königreich Preußen  (bis 1866 im Deutschen Bund)
1871 bis 1918: Königreich Preußen (im Deutschen Kaiserreich)
ab 1918: deutsche Republiken (seit 1949 Bundesrepublik
Deutschland/Bundesland Nordrhein-Westfalen)
Das Kurfürstentum Köln exisierte von Mitte des 10. Jhdt. bis 1801/1803
(aber faktisch ab der Schlacht von Worringen 1288 und  juristisch
ab 1475 ohne das Stadtgebiet Kölns). Ein Hinweis für engagierte Kölner
im modernen "Wettstreit" mit der rheinischen Nachbarstadt: Ein
Nebenergebnis der Schlacht von Worringen war, dass der mitsiegreiche
Graf von Berg 1288 dem damals noch kleinen unbedeutenden Anwesen
Düsseldorf die Stadtrechte verlieh; anders gesagt waren die
mitsiegreichen Kölner Bürger indirekt an der Gründung Düsseldorfs
beteiligt.

Informationen und Fotos zu Bauwerken und Fundstellen der


mittelalterlichen  Epoche Kölns siehe Seiten Kölner Bauwerke (mit den
Detail-Themen Köln Dom und Romanische Kirchen Kölns) und Kölner
Denkmäler.

D. Datensammlung: Wichtige Geschichtsdaten zum


Mittelalterlichen Köln* (bis zur frühen Neuzeit)

Epoche Teil-Epoche
Daten der Stadtgeschichte von
Köln - Rheinmetropole und alte
Römerstadt
- Mitteltalterliches Köln -
Das Frühmittelalterliches
mitttelalterliche fränkisches Köln Um 455 Das vormalige römische Köln wird von
Köln
Mitte 5. Jhdt. - den ripuarischen Franken (Rheinfranken)
Cöllen Mitte 10. Jhdt.
besetzt und ab ca. 460 Residenzstadt deren
Teilreiches (bis  507; erster König ab um
460/470: Sigibert von Köln).
507 Der Merowinger Chlodwig I (König 482 -
511 ) wird in Köln (möglicherweise in der
Kirche St. Gereon) zum König aller Franken
ausgerufen; Köln fällt damit an das
Frankenreich der Merowinger und 751 nach
der Ablösung der Merowinger an das
Frankenreich der Karolinger.
795 Das Bistum Köln wird durch den
Karolinger-König Karl den Großen (ab 800
Kaiser) zum Erzbistum erhoben; sein Berater
Hildebold (Bischof seit  ca. 787)  wird erster
Kölner  Erzbischof (795 - 818). Zur
Kirchenprovinz Köln gehörte im Mittelalter ein riesiges
Gebiet mit dem Metropolitan- (Erz-) Bistum Köln und den
Suffragan-Bistümern Lüttich (bis 1559), Utrecht (bis
1559),  Münster, Osnabrück (bis 1995),  Minden (bis um
1648) und Bremen (bis 848/870).
843 fällt Köln mit der Aufteilung des
Frankenreiches an das fränkische Mittelreich
(Lotharingien) und 870 bis 911 mit der
neuerlichen Aufteilung an das Ostfranken-
Reich der Karolinger. 
870 Der "Alte (karolingische) Dom" (Vorläufer
des heutigen gotischen Doms) wird eingeweiht
(Baubeginn um 850). 
925 Das Herzogtum Lothringen (mit Köln)
gehört nach einer zwischenzeitlichen
Unterbrechung wieder dem Ostfrankenreich
(als  Vorläufer des Römisch-deutschen
Kaiserreichs und des späteren "Heiligen
Römischen Reiches deutscher Nation")
zugeschlagen (unter Heinrich I, der als
Vorbereiter des Deutschen Reiches gilt) .
Damit beginnt der Aufstieg Kölns zur
Handelsmetropole.
Spätestens ab um 940 erste
mittelalterliche Stadterweiterung durch
Einbeziehung der ehemaligen römischen
Rheinvorstadt (nach neueren
Ausgrabungsergebnissen vermutlich jedoch
schon in spätrömischer Zeit /4. Jhdt.
begonnen).
Kurfürstliches Köln
953 Brun/Bruno I (Bruder des Königs/Kaisers
Mitte 10. Jhdt. -
Ende 13. Jhdt. Otto I) wird Erzbischof von Köln und im Auftrag
des Königs Herzog von Lothringen. Bruno I ist
somit in Köln als erster geistliches Oberhaupt
seines Erzbistums und zugleich weltliches
Oberhaupt seines Herzogtums und damit
erster Stadtherr von Köln. Die Kölner
Erzbischöfe erhalten damit eine faktisch
absolutistische Macht, die im Kölner
Stadtgebiet 1288 nach der Schlacht von
Worringen endet.
Ab 962 Köln gehört zum mit der Kaiserkrönung
Otto I neu gebildeten Römisch-deutschen
Kaiserreich (später" Heiliges Römisches Reich
deutscher Nation"). Otto I (König ab 936,
Kaiser 962 - 983) gilt als Begründer des
Kaiserreichs; er hielt bis 965 mehrer Hoftage
in Köln ab.
969-976 Gero Erzbischof von Köln; er bringt
Prinzessin Theophano als Braut Otto II von
Byzanz nach Rom und stiftet das Gero-Kreuz
im Dom.
Anfang 11. Jhdt. Das Fürstentum Köln erhält
das Münzrecht.
1028 Der Kölner Erzbischof erhält das
Krönungsrecht im Heiligen römischen Reich
für die in Aachen zu krönenden Könige; 1031
wird er auf Dauer Erzkanzler für Italien.
Ca. 1030 Geburt des späteren Hl. Bruno von
Köln (um 1030 - 1101), des Gründers der
Grande Chartreuse ( Große
Kartause/Kartäuserordens  (1084), im
lateinischen Abendland bis in frühe Neuzeit
der bekannteste Kölner.
1049 Papst Leo IX besucht Köln.
1056 - 1075 Anno II Erzbischof von Köln, eine
Phase mit weiteren wichtigen Stadtausbauten
und Kirchen- und Stifts-Bauten.
1054 Krönung des Heinrich IV (bekannt u. a.
durch den Gang nach Canossa 1077) durch
den  Kölner Erzbischof.
Ab dem 11. Jhdt. wird das Erzstift Köln
(Kurfürstentum Köln/ "Kurköln") mehrfach
gebietsmäßig ausgeweitet.
1074 Kölner Bürger rebellieren erstmalig
gegen die weltliche Macht des Erzbischofs
(Anno II); der Aufstand wird zwar blutig
niedergeschlagen, der Selbstverwaltungswille
der Kölner Bürger bleibt aber - wie sich später
zeigt - erhalten.
1106 Kaiser Heinrich IV verleiht den Kölnern 
im Zusammenhang mit dem Machtkampf um
die Krone mit seinem Sohn, Heinrich V., das
Befestigungsrecht (allerdings noch in
Befestigungs-Hoheit des Erzbischofs), ein
wichtiger Schritt der Entwicklung zur Freien
Reichsstadt. Ausgelöst wird damit die zweite
Stadterweiterung mit einer ersten Umwallung.
1114 Die sog. Sondergemeinden Kölns
schließen sich zur Stadtgemeinde zusammen.
1130 Beginn der schriftlichen Archivierung der
Kölner Geschichte in "Schreinsbüchern" (erstes
Archiv 1409).
1135 Das Haus der Bürger (Rathaus) wird
erstmals erwähnt (als ersters Rathaus
Europas). Ein Neubau erfolgt in der 1. Hälfte
des 14. Jhdt.
23.07.1164 Überführung der Reliquien der
"Heiligen Drei Könige" durch den Erzbischof
und Reichskanzler für Italien Reinald von
Dassel (EB 1159 - 1167) von Mailand nach
Köln. Die Gebeine der "Heiligen Drei Könige"waren eine
Kriegsbeute des Kaisers Friedrich I Barbarossa nach der
Einnahme des Widerstandszentrum Mailand 1162 und ein
Geschenk an den Kölner Erzbischof. Hiermit wird Köln
einer der wichtigsten Wallfahrtsorte Europas, der in
großer Anzahl  Pilger und Könige zu Pilgerfahrten nach
Köln anlockt. Die Überführung dieser Reliquien war
überdies der Auslöser des Baus des gotischen Kölner
Doms an der Stelle des karolingischen Vorläuferdoms!
1180 dritte mittelalterliche Stadterweiterung
und Abschluss des mittelalterlichen
Stadtumbaus sowie Beginn des Baus der
mittelalterlichen Befestigungsanlage mit der
großen Stadtmauer. 
1180 - um 1260 Bau der mittelalterlichen
Stadtmauer.
um 1190 - 1230 Erstellung des Schreins der
Heiligen drei Könige, das bedeutendste und
größte europäische Werk mittelalterlicher
Goldschmiedekunst und der berühmteste
Reliquien-Sarkophag der Welt, durch den
Goldschmied Nikolaus von Verdun (= erster
namentlich bekannter Kölner Künstler)
Um 1200 bildet sich erstmalig ein Kölner Rat
als Organ der Bürgerschaft neben der
absolutistischen Macht des Fürstbischofs
(eine größere Machtentfaltung des Rates folgt
im Laufe des 13. und im 14. Jhdt.).
15.08.1248 Grundsteinlegung für den
gotischen Kölner Dom durch Erzbischof
Konrad von Hochstaden (EB 1238 - 1261);
Chorweihe 1322, Baustopp um 1530,
Weiterbau und Fertigstellung 1842 bis 1880. 
1248 Gründung der  ersten Ordensschule auf
deutschem Boden ("Studium Generale")  durch
Albertus Magnus.
1258 Großer Schied, eine Einigung nach
langem Streit zwischen dem Erzbischof 
Konrad von Hochstaden und der Kölner
Bürgerschaft, an den sich der EB zwar nur ein
Jahr lang gehalten hat, der dennoch ein
wichtiger Meilenstein zu einer Kölner
Stadtverfassung war.
1259 Verleihung des Stapelrechts an die
Kölner Bürgerschaft durch den Erzbischof
Konrad von Hochstaden. Dies hatte große
Bedeutung für den Handelsplatz Köln, denn damit hatten
Köln und die Kölner Kaufleute bis 1831 das Umschlags-
und ein 3-tägiges Erstzugriffsrecht auf alle  insbes. auf
dem Transportweg Rhein, aber auch auf dem Landweg in
Köln zwangsweise umzuladenden Waren. 
1262 Schlacht am Bayenturm der Kölner
Bürger gegen den Erzbischof Engelbert II, der
verliert und 1268 vertrieben wird. Der
Bayenturm (am Südende der Stadtmauer) wird
zum Freiheitssymbol der Kölner Bürger.
15.10.1268 Schlacht an der Ulrepforte; der
Versuch des Erzbischofs, in die Stadt
zurückzukommen, wird von den Kölner
Bürgern verhindert.
Köln als Freie
Reichsstadt 1288 Schlacht von Worringen im Limburger
  Ende 13. Jhdt. (1288) Erbfolgestreit mit dem Sieg der Kölner Bürger
-
um 1500 und an der Seite des Herzogs von Brabant und
 frühe Neuzeit (bis
1794)
seiner Verbündeten gegen den Grafen
Heinrich von Luxemburg im Bündnis mit
insbes. dem Kölner Erzbischof/Kurfürsten. 
Köln wird danach de facto Freie Reichsstadt.
Der Erzbischof (Siegfried von Westerburg, 1275 - 1297)
verliert die weltliche Herrschaft über die Stadt
Köln. Residenzstädte des Kurfürstentums Kölns
("Kurköln") werden fortan Bonn und Brühl. Die Macht in
der Stadt Köln geht an Patrizierfamilien (die
Geschlechter) über. Köln bleibt aber Sitz des
Metropolitan-Bistums.
Ab dem 13. Jhdt. (1257 bis 1803) gehört der
Erzbischof von Köln/Kurfürst von Kurköln zu
den 7 bedeutendsten Kurfürsten, die den
römisch- deutschen König (mit der
Anwartschaft auf das römisch-deutsche
Kaisertum) küren dürfen. Dies waren: Die
Fürstbischöfe von Köln, Mainz und Trier, der
Pfalzgraf bei Rhein, der Herzog von Sachsen,
der Marktgraf von Brandenburg und der König
von Böhmen.
Mitte 14. bis 17. Jhdt. militärische
Verbesserungen der Stadtmauer durch
Vorfeldeinrichungen (2. Graben, Bollwerke und
Bastionen).
1334 Stifterurkunde für eine Kartause des
Kartäuserordens (gegründet vom Hl. Bruno aus
Köln) in der heutigen Kölner Südstadt, was
dazu beitrug, dass Köln eine starke Bastion
des kath. Glaubens wurde. 
1350 - 1550 Zeit der Kölner Malerschule
(Altkölner Malerei), eine herausragende Phase
künstlerischen Schaffens in Köln (sozusagen
Begründung der Kulturmetropole Köln;
Gemälde dieser Epoche im Wallraf-Richartz-
Museum). 
1367 Hansetag im neugestalteten Rathaus
(noch ohne Teilnahme Kölns). 
1371 Weberschlacht, Ende der Macht der
Weberzunft.
1383 Erste Teilnahme Kölns an einem
Hansetag der Städte-Hanse, einem Bund der
Fernhandels-Städte (Handelstage seit 1356,
letztes Treffen 1669). 
1388 Gründung der Kölner Universität  (mit
Prag, Wien und Heidelberg eine der ersten Unis
im damaligen Reich und die erste von der
Bürgerschaft begründete Uni in Deutschland).
Zwischen 1798 und 1919 war die Uni Köln
zwangsweise geschlossen.
1396 Ende der oligarchischen Patrizier-
(Geschlechter-) herrschaft; die 22 Gaffeln
(Wahlgemeinschaften der Kaufleute und die
Handwerkerzünfte, die sog. "Ämter")
übernehmen die Macht. Die Rechte der Kölner
Bürger ("Bürger" im damaligen Sinne, nicht im
heutigen demokratischen Verständnis!)
werden niedergelegt im Verbundbrief  vom
14.09.1396 (= erste städtische  Verfassung!).
Die Gaffeln übernehmen auch die
Verteidigungsaufgaben an der Stadtmauer.
1409 Die seit 1130 gesammelten Archivarien
werden im Rathausturm untergebracht, der
damit zum Vorläufer des Historischen Archivs
der Stadt Köln wird.
1424 Vertreibung der Juden aus Köln, die seit
dem Anfang des 4 Jhdt. in Köln die größte
jüdische Gemeinde in Deutschland hatten. Die
Synagoge inmitten des Judenviertels neben
dem Rathaus wurde 1426 in die Ratskapelle
"St. Maria in Jerusalem" umgewandelt. Das
Ansiedlungsvervot für Juden endete erst 1794
mit der Besetzung durch die Franzosen.
Um 1442 Stephan Lochner fertigt sein
Gemälde "Altar der Stadtpatrone", das als
Spiegelbild für das Selbstbewußtsein der
Freien Reichsstadt gilt und heute im Dom
ausgestellt ist.
1447 Eröffnung des mittelalterischen
repräsentativen Festhauses Gürzenich.
1474 Erstellung einer ersten Stadtansicht von
Köln. 1531 folgte der erste monumentale
Holzschnitt als Geschenk für den in Köln
gewählten König Ferdinand, der in diesem Jahr
mit Kaiser Karl V Köln besuchte. Aus 1571
stammt der berühmte Mercatorplan mit einer
Draufsicht auf  die Stadt.
1474 Die Stadt Köln erhält ihr
eigenes Münzrecht und kann eigene Münzen
prägen.
19.09.1475 Kaiser Friedrich III erhebt Köln
mit dem Reichsstadtprivileg nun auch de jure
zur Freien Reichsstadt ("des heiligen Reiches 
freie Stadt"); dieser Status bleibt bis zur
Besetzung durch die Franzosen 1794 erhalten.
        nach 1500:
1505 und 1512 Reichstage mit König/Kaiser
Maximilian in Köln.
1512/1513 Aufstand der Gaffeln gegen den
Rat, Ergänzung des Verbundbriefes durch den
Transfix-Brief.
Nach 1517 bleibt in Köln als einziger
Reichsstadt und anders als z. B. in Nürnberg
die Reformationsbewegung Martin Luthers
ohne Wirkung; Köln bleibt katholisch.
1531 Besuch des Kaisers Karl V (Kaiser 1530 -
1556).
1553 Gründung der Kölner Börse.
Ab 1570 auf Plänen erstmals Darstellung des
Kölner Bauers (als Symbol für die städtische
Freiheit) und der Kölner Jungfrau (als Symbol 
für die Treue zum Reich), heute Figuren des
Dreigestirns im Kölner Karneval.
1578 - 1589 Der flämische Barock-Maler Peter
Paul Rubens  (*1577 Siegen - dorthin war
seine Familie geflüchtet -, † 1640  Antwerpen)
verbringt seine Kindheit in Köln. Die Familie
wohnte in der damaligen Nobelstrasse
Sternengasse im Pfarrsprengel von St. Peter
(Pfarrkirche neben dem damaligen Stift St.
Cäcilien), die auch seine Taufkirche war und in
der sein Vater begraben wurde.
1583 - 1588  Kölnischer (Truchsessischer)
Krieg zwischen Truppen des zum
Protestantentum gewechselten und deshalb
abgesetzten Kölner Erzbischofs/Kurfürsten
Gebhardt Truchsess von Waldburg mit in
diesem Krieg siegreichen katholischen
bayerisch-spanischen Truppen seines
Nachfolgers Ernst von Bayern. Der Sieg der
katholischen Truppen verhindert die Verwandlung von
Kurköln in ein erbliches protestantisches Fürstentum. Der
Nordwesten des Reiches bleibt katholisch! 
1618 Grundsteinlegung für das letzte
repräsentative Bauwerk  im mittelalterlichen
Köln, die Jesuitenkirche St. Maria
Himmelfahrt  (Weihe 1678).
1618 - 1648 Köln bleibt im 30-jährigen Krieg
neutral und wird auch nicht erobert. 1632 wird
Köln im Zuge des  Krieges von den Schweden
bedroht (Besetzung der rrh. und damals noch
selbständigen StadtDeutz).
1686 Hinrichtung des Nikolaus Gülich (nach
der letzten Rebellion gegen Misswirtschaft und
Korruption im Kölner Rat).
Ende 17. u. 18. Jhdt.  vorübergehender
wirtschaftlicher Niedergang und Verfall der
Reichsstadt.
1709 Der Italiener Johann Maria Farina
gründet in Köln die erste Parfümfabrik der
Welt; damit beginnt die weltweite Verbreitung
des "Kölnisch Wassers".
1723 - 1761 Clemens August I von Bayern
Erzbischof von Köln; er erbaut als Kurfürst von
Kurköln u.a. die Brühler Schlösser
Augustusburg und Falkenlust.
1794 Franz. Truppen besetzen Köln und
beenden den Status Kölns als Freie
Reichsstadt. Damit enden nun auch in Köln die
mittelalterlichen Strukturen.
In der frühen Neuzeit blieben in Köln die mittelalterlichen
Strukturen zunächst weitgehendst erhalten, so dass Daten
der frühen Neuzeit (ab um 1500) zum Teil auch dem
Mittelalterlichen Köln zugeordnet werden können.
= Besonders wichtige Daten der Kölner Stadtgeschichte!
Daten ohne Gewähr!
Daten zu allen Epochen siehe Datensammlung "Kölner Stadtgeschichte" -
Vollversion V -

 *  Zum Mittelalter zählt im allgemeinen die Zeit vom Ende der Antike
(Mitte des 5. Jhdt.) bis um 1500 (Hochmittelalter Mitte 11. - Mitte 13.
Jhdt.).                                                                         
**  Zur Länge der mittelalterlichen Stadtmauer hört und findet man
Angaben zwischen über 8 km und 10 km (jeweils mit Rheinseite). Mit
Google Earth gemessen sind es ca. 8,7 km!

  Der Kölner Maler Siegfried Glos, Thürmchenswall


76, in der Kölner Innenstadt hat große Teile der
mittelalterlichen Stadtmauer mit fast allen Toren
und Türmen historisch korrekt gemalt. Ein Besuch Kirchen um den Dom, dieKirchenvielfalt im Mittelalter:
alle der Säkularisation und Städtebaumaßnahmen
der über 40 Gemälde im Rahmen einer Führung und nach 1800 zum Opfer gefallen sind.

der Besuch seines Internetauftritts "Das alte Köln"


lohnen sich. 

Zu empfehlen sind die im Bachem Verlag


erschienenen Bücher von   Carl Dietmar   "Das
mittelalterliche Köln" und   Werner Jung "Das
neuzeitliche Köln".

Empfehlung des Autors


Der Autor empfiehlt als jeweiliges Mitglied (bzw. Unterstützer) die
Unterstützung der folgenden gemeinnützigen Vereine durch Mitgliedschaft
und/oder Spenden:
    * Freunde des Wallraf-Richartz-Museum und des Museum Ludwig (Die
Mitglieder unterstützen und fördern diese beiden Museen und haben freien
Eintritt in beiden Museen!)
    * Förderverein Romanische Kirchen Köln (Die Mitglieder unterstützen u. a.
maßgeblich Renovierungsarbeiten und Ausstattungam des Kichenensembles
und erhalten außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins
"Colonia Romanica")
    * Zentral-Dombau-Verein zu Köln von 1842 (Die Mitglieder unterstützen u. a.
maßgeblich die umfangreichen Renovierungsarbeiten am Dom und erhalten
außerdem jährlich das große wertvolle Jahrbuch des Vereins "Kölner
Domblatt")
    * G Fortis Colonia - 2000 Jahre befestigtes Köln (mit seinen Arbeitsbereichen
Römische Stadtmauer, Mittelalterliche Stadtmauer, Preußische Festungen)
    * G Förderverein Historischer Park Deutz
die sich um  wichtige und bedeutende Kölner Museen, Bauwerke und
Denkmäler kümmern, sowie
    * Förderverein Herzzentrum Köln
    * Verein Deutsche Sprache (überregional)
G: tätig im Bereich der Stadtgeschichte (inkl. Mittelalterliches Köln)
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erkundet und zusammengetragen worden, ohne dass hierfür alle Quellen
benannt werden können. Im Einzelfall sind konkrete Zitate und/oder
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Urheberrechte betroffen sein oder die Deklarierung fehlen, wäre dies
unbeabsichtigt. In diesem Fall wird um einen Hinweis gebeten.
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Weiterverwendung: Tabellen in den Anhängen "Stil-Epochen der Malerei"
und  "Antike Geschichte" sowie im Anhang "Datensammlung" auf
Nachfrage, ansonsten unter Nennung wie bei Fotos.

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