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Was drin ist für dich: Ein langes und glückliches Beziehungsleben.

Jeder kennt es aus dem Urlaub: Jemand kommt auf dich zu, erzählt dir

etwas und du verstehst kein einziges Wort. Wer kommunizieren will, muss

eine gemeinsame Sprache beherrschen – zumindest in Grundzügen.

Was die Wenigsten wissen: Nicht nur Leute, denen du im Urlaub zufällig

über den Weg läufst, sprechen eine ganz andere Sprache als du selbst,

sondern oft auch der Mensch, den du liebst – dein eigener Partner. Zwar

kommuniziert ihr auf Basis eines gemeinsamen Sprachsystems, doch eure

Sprachen der Liebe sind sicher verschieden. Und dabei ist es genauso wie

mit den echten Sprachen: Wer nicht die gleiche spricht, versteht sich

nicht. Das führt zu Missverständnissen und vor allem dazu, dass sich

Partner in einer Beziehung nicht mehr geliebt fühlen.

Der glücklich verheiratete baptistische Pastor Gary Chapman hat

herausgefunden, dass es insgesamt fünf Sprachen der Liebe gibt und dass

ein Misslingen der Kommunikation in diesen Sprachen für die meisten

Ehekrisen und Scheidungen verantwortlich ist. In den folgenden Blinks

wirst du herausfinden, welche Sprachen das sind und wie du bestimmen

kannst, welche davon du und dein Partner sprechen. Es ist ganz einfach,
eine andere Sprache der Liebe zu lernen. Und wenn ihr das geschafft

habt, steht einer langen und glücklichen Partnerschaft nichts mehr im

Wege.

In diesen Blinks wirst du herausfinden,

• warum Liebe wie Benzin ist,

• wie Paare am besten mit der Enttäuschung nach dem ersten Verliebtsein

umgehen, und

• warum es für deinen Partner so wichtig ist, dass du den Müll

runterbringst.

Liebe ist ein komplexes menschliches Grundbedürfnis.

Wer träumt nicht von der großen Liebe! Man stellt sich vor, wie man mit

dem Partner gemeinsam alt wird und dabei bis zum En de verliebt ist wie

am ersten Tag. Aber machen wir uns nichts vor – so wird es nicht laufen.

Die große Liebe gibt es nicht, denn keine Beziehung ist gleich und für

jeden Menschen bedeutet Liebe etwas anderes.


Das fängt schon damit an, dass man selbst das Wort „Liebe“ für zahllose

unterschiedliche Dinge verwendet. Menschen lieben Dinge: Erdbeereis,

schnelle Autos oder Jazz. Menschen lieben Aktivitäten, die ihnen gut tun,

wie Sport, Kaffeeklatsch oder Partys. Menschen lieben ihre Freunde, ihre

Eltern und hoffentlich auch ihre Partner. Einige Menschen lieben es, zu

diskutieren, andere lieben Gott oder eine bestimmte Philosophie. Alle

diese Arten von Liebe sind verschieden und sie unterscheiden sich von

Person zu Person. Daher muss jeder selbst herausfinden, was genau

„Liebe“ eigentlich für ihn oder sie bedeutet.

Doch was immer die Liebe auch ist: Fest steht, dass alle sie dringend

brauchen. Und dabei sucht man nicht nur einen Menschen, den man liebt,

sondern vor allem auch jemanden, der einen selbst liebt und anerkennt.

Dieses Bedürfnis hat jeder Mensch von Geburt an. Kinderpsychologen

sind sich einig, dass jedes Kind eine große Portion Liebe braucht, um sich

emotional gesund zu entwickeln.

Und schon bei Kindern funktioniert dieses Liebesbedürfnis ähnlich wie

später im Erwachsenenalter. Man kann es sich als eine Art Tank

vorstellen, der mit Liebe angefüllt wird. Wenn du zu wenig davon


bekommst, ist er irgendwann leer und nichts geht mehr. Genauso wie man

sein Auto regelmäßig auftanken muss, solltest du auch den Liebestank

öfter nachfüllen, damit dir nicht die Puste ausgeht.

Das Bedürfnis nach Liebe kann auch nicht durch andere Dinge

ausgeglichen werden. Das haben schon viele der Menschen, mit denen

der Autor gesprochen hat, festgestellt: Die Traumvilla, der Sportfl itzer und

die Strandfigur erscheinen dir plötzlich vollkommen wertlos, wenn niemand

mehr da ist, der sie mit dir genießt und dich liebt.

Die Enttäuschung, wenn das erste Verliebtsein vorbei ist, überwindest du

durch Kommunikation.

Liebe ist also etwas, das jeder braucht, aber das für jeden unterschiedlich

aussieht. Noch komplizierter wird die Angelegenheit, weil sich die

Vorstellung von Liebe im Laufe des Lebens wandelt. Jede Beziehung, egal

ob zwischen Eltern und Kindern, Freunden oder eben Partnern, ve rändert

sich mit der Zeit. Auch wenn die Liebe bleibt, wird sie in zehn Jahren nicht
mehr so sein, wie sie heute ist.

Bei den meisten Paaren neigt sich die Liebeskurve leider nach den ersten

tollen Jahren steil nach unten. Das ist auch kein Wunder, denn viele

Menschen erhoffen sich, dass das herrliche Gefühl des Verliebtseins für

immer anhält. Das tut es aber nicht. Verliebtsein hat etwas Animalisches.

Ähnlich wie sich Tiere zu bestimmten Zeiten im Jahr unwiderstehlich

zueinander hingezogen fühlen, ergeht es dir auch, wenn du verliebt bist.

Das ist aber immer ein Ausnahmezustand. Verliebtsein wird durch

Instinkte gesteuert und flaut automatisch nach einer bestimmten Zeit

wieder ab. Die Wissenschaftlerin Dorothy Tennov hat sich intensiv mit dem

Phänomen auseinandergesetzt und Hunderte von Paaren befragt. Sie kam

zu dem Schluss, dass die Phase des Verliebtseins durchschnittlich nicht

länger als zwei Jahre dauert.

Danach folgt eine schwierige Übergangsphase, in der sich beide Partner

darüber klar werden müssen, was Liebe für sie bedeutet. Wenn die rosa

Brille langsam von der Nase rutscht, werden plötzlich Dinge sichtbar, die

vorher niemandem aufgefallen sind: Wie sie immer ihre Schmutzwäsche

liegen lässt oder wie rücksichtslos er Auto fährt. Sachen, die dich vorher
überhaupt nicht gestört haben, bemerkst du vielleicht auf einmal.

Trotzdem ist es möglich, aus der Phase des Verliebtseins gemeinsam in

die große Liebe überzugehen. Dazu müsst ihr allerdings miteinander

sprechen: Was brauche ich, um in einer Beziehung glücklich zu sein? Was

brauchst du? Kommunikation ist alles. Das Problem ist nur, dass

Menschen in Sachen Liebe oft unterschiedliche Sprachen sprechen.