Sie sind auf Seite 1von 3

Die Deutsche UNESCO-Kommission

Die verheerenden Erfahrungen von Nationalsozialismus und Zweitem Weltkrieg


führten nicht nur zur Gründung der Vereinten Nationen/UN. Schnell entstand auch
der Wunsch nach einer Organisation, die - unter dem Dach der UN - die
Durchsetzung der Menschenrechte, die Förderung einer "Kultur des Friedens und
der Demokratie" und des Rechts auf Bildung vorantreiben sollte. Die UNESCO,
1945/1946 gegründet, nahm sich dies vor allem in drei Bereichen vor: Bildung,
Wissenschaft und Kultur (United Nations Educational, Scientific and Cultural
Organization).

Die Deutsche UNESCO-Kommission (DUK) ist eine Mittlerorganisation der


auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik Deutschlands mit Sitz in Bonn und wird
vom Auswärtigen Amt gefördert. Da sie die Nationalkommission für Deutschland
nach Artikel VII der UNESCO-Verfassung ist. UNESCO steht für United Nations
Educational, Scientific and Cultural Organization - Organisation der Vereinten
Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Ziel der UNESCO ist es, "durch
Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft
und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen" (Artikel I der
UNESCO-Verfassung). Die Nationalkommissionen der UNESCO bilden ein im
System der Vereinten Nationen einzigartiges Netzwerk, um die Ziele der UNESCO
in ihren Mitgliedstaaten zu fördern und in die Praxis umzusetzen. Sie beziehen die
mit Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation befassten Organisationen
und Institutionen des jeweiligen Landes in die Planung, Verwirklichung und
Evaluierung des breit gefächerten UNESCO-Programms ein.

Bei der Arbeit in den UNESCO-Nationalkommissionen erleben Freiwillige den


Arbeitsalltag einer international tätigen Organisation. Sie erhalten einen direkten
Einblick in die Kultur sowie die Forschungs- und Bildungslandschaft ihres
Gastlandes und lernen die entsprechenden politischen Strukturen kennen. Je nach
Fähigkeiten und Interesse werden Freiwillige in einem der Programmbereiche
Kultur, Bildung, Wissenschaft oder Kommunikation eingesetzt und betreuen, wenn
möglich, ein eigenes Projekt.

Weißbuch Kulturelle Vielfalt

Die Konvention zum Schutz und zur Förderung der Vielfalt kultureller
Ausdrucksformen wurde auf der 33. UNESCO-Generalkonferenz am 20. Oktober
2005 in Paris verabschiedet und trat am 18. März 2007 in Kraft. „Das
Übereinkommen schafft eine völkerrechtlich verbindliche Grundlage für das Recht
aller Staaten auf eigenständige Kulturpolitik.¨

Deutsche Kulturschaffende, Künstler und Politiker wollen Vorschläge zum Schutz


der kulturellen Vielfalt sammeln. Dies ist das Ergebnis der 7. Konsultation der
Bundesweiten Koalition für Kulturelle Vielfalt, die vom 19. bis 20. Mai 2009 im
Düsseldorfer Goethe-Museum tagte. In einem Weißbuch sollen unter anderem
Initiativen aus der Stadtkultur und der unabhängigen Kreativwirtschaft vorgestellt
werden.

In dem 2009 von der Bundesweiten Koalition herausgegebenen Weißbuch werden


Maßnahmen vorgeschlagen, wie die Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in
Deutschland geschützt und gefördert werden kann. Das Weißbuch ist ein Beitrag
der Zivilgesellschaft zur Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens in und durch
Deutschland. Rund 60 Experten der Bundesweiten Koalition Kulturelle Vielfalt
haben die politischen Handlungsempfehlungen für die deutsche und europäische
Kulturpolitik ausgearbeitet. Die Empfehlungen richten sich an Akteure und Partner,
die für Schutz und Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen politische
Verantwortung tragen.
Das Übereinkommen beinhaltet folgende Ziele:

 Uneingeschränkte kulturelle Selbstbestimmung und Wahlfreiheit auf Basis


der Menschenrechte (Präambel)
 Anerkennung der „Doppelnatur“ von Kulturgütern und –dienstleistungen
als Handelsware, aber zugleich als Träger von Identitäten und
Bedeutungen (Artikel 1)
 Das Recht jeden Staates auf eigene Kulturpolitik (Artikel 6)
 Beteiligung der Zivilgesellschaft im Umsetzungsprozess (Artikel 11)
 Internationale Zusammenarbeit (Kooperation, Koproduktionen sowie eine
Vorzugsbehandlung für Entwicklungsländer) (Artikel 6,8,12,16,17)
 Integration von Kultur in nachhaltige Entwicklung (Artikel 13)
 Informationsaustausch u.a. durch die Benennung von nationalen
Kontaktstellen (Artikel 9, 28)
 Gleichberechtigung der Konvention zu anderen internationalen
Abkommen (Artikel 20, 21)[7]