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Der 1 Weltkrieg und die Rumäniendeutschen

Zeittafel

28.6.1914- Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolger-Ehepaars in Sarajevo


28.7.1914-Kriegserklärung Osterreich-Ungarns an Serbien
30.-31.7.1914-Allgemeine Mobilmachung in Russland
1.8.1914-Deutschland erklärt Russland den Krieg
1.8.1914-Allgemeine Mobilmachung in Frankreich
3.8.1914-Deutsche Kriegserklärung an Frankreich
4.8.1914-Deutscher Einmarsch in Belgien; Kriegserklärung Großbritanniens an Deutschland
4.8.1914 Rumänien erklärt seine Neutralität
6.8.1914-Österreich-Ungarn erklärt Russland den Krieg
23.8.1914-Japan erklärt Deutschland den Krieg
2.11.1914-Kriegserklärung der Türkei an Russland
1915-Stellungskrieg im Westen; Siege der Mittelmächte im Osten
23.5.1915-Italien tritt an der Seite der Alliierten in den Krieg ein
14.10 1915-Bulgariens Kriegseintritt an der Seite der Mittelmächte
27.8.1916-Rumänien tritt an der Seite der Alliierten in den Krieg ein
1916-1917-Schlachten an der Westfront bringen keine Entscheidung
6.4.1917-Die USA erklären Deutschland den Krieg; die meisten amerikanischen Staaten sowie
China schließen sich an
7.11.1917-Oktoberrevolution in Russland; Kommunisten ergreifen die Macht
3.3.1918-Friede von Brest-Litowsk zwischen den Mittelmächten und Russland, das kapituliert
7.5.1918-Friede von Bukarest zwischen den Mittelmächten und Rumănien, das kapituliert
Herbst 1918-Sieg der Alliierten über die Mittelmächte; Kriegsende im November
1919-Friedensschlüsse in Pariser Vororten
Gründe. Die am Krieg beteiligten Großmächte wollten ihren Machtbereich erweitern. Einige strebten
eine Neuverteilung der Kolonien an. Rumänien trat in den Krieg ein mit dem Ziel, sich mit
Siebenbürgen und dem Banat zu vereinigen.

Streben der Völker Österreich-Ungarns nach Unabhängigkeit. Sieht man von der Hauptstadt Bukarest
ab, so war von den heutigen Gebieten unseres Landes, in denen Deutsche in größerer Zahl lebten, die
Dobrudscha das einzige, das 1914 zu Rumänien gehörte. Alle anderen gehörten zu Österreich-Ungarn.
Die Deutschen in Siebenbürgen, dem Banat, dem Kreischgebiet, dem Sathmarer Land, der
Maramuresch und der Bukowina lebten somit in einem Land der Mittelmächte, das bereits 1914 in den
Krieg eintrat. In der österreichisch-ungarischen Armee kämpften Soldaten verschiedener
Muttersprache: Deutsche, Ungarn, Tschechen, Slowaken, Rumänen, Polen und andere. Sie gehörten
Völkern an, die in eigenen, unabhängigen Nationalstaaten leben wollten.

Flucht 1916. Nachdem Rumänien 1916 den Mittelmächten den Krieg erklärt hatte, drangen
rumänische Truppen über die Karpaten nach Siebenbürgen ein. Da die Mittelmächte ihre
Verteidigungslinie am Mieresch aufbauen wollten, wurden die Bewohner aus dem Süden und Osten
Siebenbürgens zur Flucht aufgefordert. Viele sächsische Bauern packten das Notwendigste in Eile auf
Wagen und fluchteten in Richtung Westen oder Nordwesten. Die Stadtbevölkerung wurde mit der
Eisenbahn evakuiert. Einige der Geflüchteten kehrten bereits nach ein paar Tagen zurück, andere
gelangten bis nach Ungarn. Diese kamen erst zurück, nachdem die rumänischen Truppen von den
Mittelmächten zurückgedrängt worden waren (Schlachten bei Hermannstadt und Kronstadt im
September bzw. Oktober 1916). Bemerkenswert ist die Tatsache, dass nur Sachsen und Ungarn dem
Fluchtbefehl gehorchten. Die Rumänen fluchteten nicht, viele begrüßten die Ankunft ihrer „Brüder"
von jenseits der Karpaten. Ein Teil der Sachsen war zurückgeblieben. Es stellte sich heraus, dass die
Furcht vor Übergriffen des rumänischen Militärs unbegründet gewesen war.

Friedensschluss Rumäniens. Kriegsende. Im Dezember 1916 wurde Bukarest von deutschen


Truppen eingenommen. Im darauf folgenden Jahr gelang es jedoch der rumänischen Armee bei
Mărăşti und Mărăşeşti die Offensive der Mittelmächte in der Moldau zu stoppen. Nachdem aber in
Russland die Revolution ausgebrochen und somit dieser Verbündete Rumäniens ausgefallen war,
musste das Land im Frühjahr 1918 Frieden schließen. Der Krieg ging jedoch weiter und die Alliierten
siegten. Rumänien befand sich auf der Seite der Sieger.

Vereinigung Siebenbürgens und der rumänisch bewohnten Gebiete Ungarns mit Rumänien. Rumänien
war mit dem Ziel in der Krieg eingetreten, die Vereinigung aller von Rumänen bewohnten Gebiete in
einem einzigen Land zu erreichen. Nachdem die Mittelmächte den Krieg verloren hatten, zerfiel der
Vielvölkerstaat Üsterreich-Ungarn in mehrere unabhängige Staaten. Jetzt war es möglich,
Siebenbürgen, das Banat, das Kreisch- und Sathmarer Gebiet sowie die Maramuresch mit Rumänien
zu vereinigen. Auf einer groBen Nationalversammlung in Karlsburg/Alba Iulia (1. Dezember 1918)
beschlossen die Rumänen dieser Gebiete deren Vereinigung mit Rumänien. Im Friedensvertrag von
Trianon (1920) wurde die Vereinigung anerkannt. Außerdem bekam Rumänien die Bukowina und
(von Russland) Bessarabien.