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Übersetzen Sie aus dem Deutschen ins Rumänische:

Im April vor vielen Jahren ging spätabends ein junger Mann auf dem Weg zu einer Einladung mit
langen Schritten durch den Humlegarden. Er hatte zu Hause über seinen Büchern gesessen und
ganz vergessen, dass er noch ausgehen musste; ein Telefonanruf hatte ihn geweckt und an seine
Pflicht erinnert, er hatte sich in höchster Eile in den Frack gestürzt…. Eigenartig: er war an einem
Ort eingeladen, wohin er immer gerne ging, und am Morgen gleich beim Erwachen, hatte er sich
gefreut auf das kleine Vergnügen des Abends – und dann alles vergessen! Nun stand er an der
Ecke Floragata-Karlaväg, vor dem Haus, in welches er sollte. Dort verharrte er plötzlich, denn
aus einem Fenster ertönte Gesang. Einige Vorbeigehende waren stehengeblieben und lauschten.
Eine schimmernde, tiefe und gleichsam plötzlich aufflammende Frauenstimme. „Schläfst du,
meine Seele?“. Er stand wie entrückt. Im ersten Stock, eben dort, wohin er sollte, war alles
erleuchtet, und ein Fenster stand weit offen. Dorther kam der Gesang. Einen Augenblick lang
glaubte er, die Stimme zu erkennen, bildete sich ein, sie gekannt zu haben, die sang, aber
vielleicht nicht in Wirklichkeit, vielleicht nur in einem Traum. Und gerade dieses Lied! –
„Schläfst du, meine Seele?“. „Wer hat gesungen?“, fragte er den Gastgeber. „Frau Grendel. Frau
Professor Grendel. Hier ist übrigens ihr Mann, vermutlich kennen sich die Herren? Dozent
Jerneld – Professor Grendel“.

Die beiden Herren schüttelten sich die Hände. Sie kannten einander kaum, nur ganz flüchtig.
Jerneld war Humanist, Grendel Naturwissenschaftler. Professor Grendel sah aus wie ein
gemütlicher Troll. Jerneld lächelte innerlich, unsichtbar. Lena Hilleström also, mit anderen
Worten!

Söderberg, Hjalmar: Aprilveilchen in Das große Frühlingslesebuch (1999). München: Knaur

Der Abend vorher schon hatte mich nach Fürstenwalde geführt, von wo die Fahrt in aller
Morgenfrühe beginnen sollte. Diese Morgenfrühe war nun da, der Wagen kam und hielt, und
über das holprige Pflaster der ehemaligen Bischofsstadt hin ging es in das „romantische Land“
hinein. In das romantische Land Beeskow-Storkow. Es ging, weil die Spree hier sieben Arme hat,
über sieben Brücken, und als die letzte Brücke hinter uns lag, lag auch schon die weite
Landschaft vor uns, hell und klar und sonnig, und so trocken, dass der Staub aufwirbelte, wie zur
Sommerzeit. Aber ein Blick auf die Bäume zeigte zur Genüge, dass der Sommer noch ausstand
und dass nichts heraus war als ein paar ärmliche Palmsonntagskätzchen.

In der Kirche, die für das Fest geputzt und gesäubert wurde, trafen wir einen Ortsangesessenen,
an den ich mich alsbald mit der Frage wandte: „was die Kirche denn wohl habe“. „Wir haben gar
nichts als den alten Grabstein vorm Altar.

Fontane, Theodor: Eine Osterfahrt in das Land Beeskow-Storkow in Das große Frühlingslesebuch (1999).
München: Knaur