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Lichttechnik

Licht ist eine spezielle Erscheinungsform von Energie, es lässt sich aus anderen
Energien gewinnen, z. B. aus der Wärme glühender Körper:

oder aus Entladungsvorgängen elektrischer Energie in Gasen

Licht lässt sich aber auch in andere Energieformen umwandeln. Beim Bestrahlen einer
Fotozelle z.B. wird Lichtenergie teilweise in elektrische Energie umgewandelt.

1 Koners
Lichttechnik

Beim Einwirken auf Oberflächen von fotoempfindlichem Papier löst es darin chemische
Reaktionen aus und wird somit zu chemischer Energie.

.
Licht wird außerdem von dunklen Flächen absorbiert und dort zu Wärme umgewandelt

Wassertropfen auf der dunklen Oberfläche verdampfen


schneller als auf der hellen Oberfläche.

Licht ist elektromagnetische Strahlung, die man sich als Energiebündel vorstellen kann, das
eine elektrische und magnetische Feldkomponente hat, wobei die Energie ständig hin und her
pendelt und sich mit hoher Geschwindigkeit ausbreitet.
Die Übertragbarkeit der Energie ist nicht an Stoffe gebunden wie z.B. Schallwellen, sie breitet
sich auch im leeren Raum aus. Die Ausbreitung im leeren Raum oder in homogenen
durchlässigen Stoffen erfolgt geradlinig. Die Energie breitet sich mit größtmöglicher Geschwin-
digkeit – ca. 300.000 km/s – aus.

Die Strahlungen unterscheiden sich mit der Frequenz, mit der sie schwingen. Dadurch lässt
sich auch eine weitere wichtige Größe des Lichtes, nämlich die Wellenlänge, definieren:

Ausbreitungsgeschwindidgeit c
Es gilt: Wellenlänge λ =
Frequenz f

c [m/s] c = 3*108 m/s


λ = γ in nm
f [Hz]

2 Koners
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Mit größer werdender Frequenz steigt die Energiedichte der Strahlung und damit auch eine
mögliche Gefährdung. Die in diesem Sinne „weiche“ Strahlung liegt unterhalb des UV-Beeiches
und bezeichnet man in der Physik als nicht ionisierende Strahlung. Die „härte“ Strahlung – auf
Gase ionisierend wirkend – beginnt innerhalb des UV-Bereiches.

Sichtbares Spektrum, IR- und UV-Strahlung

Als optische Strahlung bezeichnet man sowohl den sichtbaren Beeich der elktromagnetischen
Strahlung als auch deren jeweils angrenzenden Bereiche. Diese Übergangsbereiche werden
als Ultraviolett-Strahlung (UV) bzw. Infrarot-Strahlung (IR) bezeichnet.

UV- und IR-Strahlung

Alle Strahlungsbereiche haben ihren Ursprung im Gesamtspektrum der Sonne.

Als Licht bezeichnet man den sichtbaren Strahlungsbereich von 380nm – 780 nm.
3 Koners
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Alle drei Strahlungsarten werden als optische Strahlung bezeichnet.

Die kurzwellige IR-Strahlungsenergie durchläuft weitestgehend verlustfrei die Luft und wird erst
beim Auftreffen auf feste
Körper (z.B. menschliches oder tierisches Gewebe) in Wärme umgewandelt:

Therapiezwecke in der Medizin


Wärmequelle bei Kleintieren

Die langwelligere IR-Strahlung wird z.B. erzeugt von Radiatoren erzeugt und kann von der
Umgebunsluft absorbiert werden und erwärmt sie damit, der dadurch entstehende Auftrieb sorgt
für die Verteilung der erwärmten Luft im Raum.

4 Koners
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Typische Anwendungsbeispiele der IR-Strahlung sind z.B.:

Der Bereich der Ultraviolettstrahlung

Der UV-A-Bereich stellt den weicheren Teil der UV-Strahlung dar, er ist langwellig, relativ
lichtnah und energiearm. Diese Strahlung wirkt bei menschlicher Haut bräunend, dringt jedoch
nicht allzu tief in die Haut ein, so dass Schäden durch Verbrennungen normalerweise nicht
erfolgen. Bei sogenannten UV-A-Lampen (Sonnenbank in Bräunungsstudios) liegt das
Maximum der Strahlung in diesem UV-A-Bereich (380nm – 315 nm). Vor zu langer und
intensiver Bestrahlung hiermit muss natürlich gewarnt werden, weil es sonst trotz geringer
Eindringtiefe der Energie zu Entzündungen und Verbrennungen der Haut kommen kann.

Auch normale Allgebrauchsglühlampen und Halogen-Glühlampen strahlen einen geringen


Anteil der Energie in diesem Wellenlängenbereich ab, wirken dadurch entsättigend, wenn ihr
Licht auf kurze Entfernung nauf farbige Flächen fällt.

Die UV-B-Strahlung hat andere unterschiedliche Wirkungen. Einerseits hat sie medizinisch
positive Effekte, sie fördert z.B. die Bildung des Vitamins D3 und wirkt damit antirachitisch.
Andererseits ist sie auch die gefürchtete härtere UV-B-Strahlung, die bei großer Dosis zu
gefährlichen Hautschädigungen (à Sonnenbrand) führen kann. Ein großer Teil der natürlichen
UV-B-Strahlung wird in der Atmosphäre in einer Höhe von ca. 40km – 60 km von der Ozon-
schicht der Erde absorbiert.

UV-B-Strahlung wird jedoch auch in Gasentladungslampen erzeugt wie z.B. in


• Leuchtstofflampen
• Quecksilberdampf-Hochdrucklampen
• Halogen-Metalldampflampen

5 Koners
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Intakte Außenglaskolben dieser Lampen absorbieren jedoch größtenteils die Strahlung wie
auch z.B. viele Fenstergläser. Besondere Gläser jedoch wie Quarzglas (wird auch für die Innen-
kolben von Quecksilberdampf-Hochdrucklampen verwendet) lassen die mittelharte UV-B-
Strahlung passieren.

Den überwiegenden Teil der UV-Strahlung bildet bildet die harte energiereiche UV-C-Strahlung,
sie besitzt eine intensiv keimtötende Wirkung. Die von der Sonne emittierte Strahlung wird zu
einem großen Teil in der Atmosphäre absorbiert. Bei einer Wellenlänge von ca. 185 nm wandelt
sie Luftsauerstoff zu Ozon um.

6 Koners
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Physikalische Grundlagen des Lichtes

Weißes Licht = Summe vieler Lichtfarben

Wird ein Lichtstrahl durch ein Prisma geschickt, tritt


es nicht einfach durch das Prisma durch, sondern
wird an der Eintritts- und Austrittsstelle gebrochen.
An den Brechungspunkten streben unterschiedlich
farbige Teilstrahlen auseinander.

7 Koners
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Abhängig von der Wellenlänge der Strahlung werden die einzelnen Lichtfarben beim Durchgang
durch das Prisma unterschiedlich stark gebrochen, das langwelligere rote Licht wird nur wenig
gebrochen, während das kurzwelligere Licht stärker gebrochen wird.

à Weißes Licht ist also keine eigenständige Lichtfarbe, sondern muß verstanden
werden als Summe vieler verschiedener Farbanteile.

Die Zusammensetzung des idealen weißen Lichtes

8 Koners
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Der obige Versuch mit dem Prisma kann auch umgekehrt werden, indem man z.B. die Licht-
strahlen der obigen farbigen Lichtquellen auf einen Fleck lenkt

Die Erzeugung von weißem Licht aus nur drei Farben

Weißes Licht kann auch aus einer geringeren


Zahl von Lichtfarben zusammengesetzt sein,
z.B. aus Rot, grün und blau.

Weißes Licht aus den Lichtfarben rot, grün und


blau erzeugen Dreibanden-Leuchtstofflampen,
z.B. LUMILUX TL-D-Super-80, Polylux u.a.

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Durch Mischen von nur zwei dieser Farben lassen sich weitere Farben mischen:

Leuchtstofflampen, die dieses violette Mischlicht erzeugen,


werden unter dem Handelsnamen FLUORA vertrieben.

Sie werden bei Tagelslichtmangel bevorzugt für Pflanzen


und Aquarien eingesetzt.

Bei Pflanzen wirkt der Rotanteil wachstumsfördernd, der


Blauanteil begünstigt den Aufbau neuer Pflanzenzellen.

Die Überlagerung von zwei oder mehr Farben auf einer weißen Fläche bezeichnet man als

„Additive Farbmischung“.

Besonderheiten:

Wählt man aus den beiden Endbereichen des sichtbaren Spektrums je eine Primärfarbe, zB.
Rot mit 700 nm und Blau mit 435,8 nm, so ergibt diese additive Mischung die im Lichtspek-
trum nicht vorhandenen Purpurfarben oder Magenta-Farben !!

10 Koners
Lichttechnik

Wie funktioniert subtraktive Farbmischung?

Oberflächen von Körpern reflektieren bevorzugt bestimmte Wellenlängen des Farbspektrums.


Diese zurückgeworfenen Wellenlängen gelanghen beim Betrachten des Gegenstandes in unser
Auge und lösen dort einen Farbeindruck aus, der für uns die Körperfarbe des Gegenstandes
bildet.
Alle nicht vom Gegenstand reflektierten, aber in dem beleuchtenden Licht enthaltenen
Wellenlängen werden verschluckt oder absorbiert, dem Gesamtspektrum also entzogen oder
von ihm subtrahiert.

Man spricht daher von einer subtraktiven Farbmischung.

• Subtraktive Farbmischung ist immer dann gegeben, wenn aus dem Spektrum des
be-leuchtenden Lichtes bestimmte Wellenlängen durch Absorption subtrahiert
werden.

Die Subtraktion bestimmter Wellenlängen kann aber noch auf andere Weise erfolgen, nämlich
beim Durchgang des Lichtes durch farbiges Glas, bzw. Farbfilter.

Beispiel: Rot gefärbtes Glas lässt nur die Wellenlängen für Rot durch.

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Die additiven Grundfarben Rot, Grün und Blau ergeben, als Licht gemischt, in der
Summe weisses Licht. Nach diesem Prinzip funktionieren Monitore und Fernseh-
bildröhren.

Die subtraktiven Grundfarben Gelb, Magenta und


Cyan erscheinen, mischt man Farbstoffe, in der Summe
schwarz. Dies kommt daher, weil jeder dieser Farbstoffe
eine der additiven Grundfarben absorbiert (die soge-
nannte Komplementärfarbe) und die anderen beiden
reflektiert. Farbfotos (auch Dias) sind aus diesen drei
Farben zusammengesetzt. Sie werden auch im Vierfarb-
druck eingesetzt, dort kommt zusätzlich noch schwarz
hinzu, um eine bessere Deckung zu erreichen.

Der Farbkreis stellt die Grundfarben so dar, dass jedes Feld die Farben als Nachbarn
hat, aus denen die Farbe gemischt werden kann. So kann blauer Farbstoff durch
mischen von Cyan und Magenta erhalten werden (subtraktive Farbmischung), rotes
Licht gemischt mit grünem Licht ergibt gelbes Licht (additive Farbmischung). Gegenüber
stehen die Komplementärfarben. Jeder Farbstoff erhält seine Farbe durch absorbieren
der Komplementärfarbe. Mischt man Cyan (absorbiert Rot) nun mit Magenta (absorbiert
Grün), bleibt vom weissen Licht (Rot, Grün und Blau) nur die blaue Farbe übrig.

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Lichttechnik

Die Tönung des weißen Lichtes

Das weiße Licht, das aus drei Grundfarben oder idealerweise dem gesamten Spektrum des
Sonnenlichtes zusammengesatzt ist, kann unterschiedliche Tönungen aufweisen.

• Die Tönung hängt ab von der jeweiligen Gewichtung der Einzelfarben


• Sie werden in den Normungen wie folgt bezeichnet:

warmweiß

neutralweiß

tageslichtweiß

Auf diesem Prinzip beruhen die unterschiedlichen Lichttönungen der Dreibandenleuchten. Hier
wird der jeweilige Anteil der roten bzw. blauen Farbpartikel auf den Innenseiten des Glasrohres
so gewichtet, dass eine der drei Tönungen entsteht.

12 Koners
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Der „Schwarze Strahler“

In der Technik müssen Unterschiede messtechnisch nachweisbar und vergleichbar sein. Das
gilt auch für die unterschiedlichen Tönungen des weißen Lichtes. Als Bewertungsmaßstab dient
der sogenannte schwarze Strahler oder auch schwarze Körper (ein tiefschwarzer Körper
beliebiger Form), der elektromagnetische Strahlungen aller Wellenlängen komplett absorbiert.
Für lichttechnische Versuche wird in einem schwarzen Hohlkörper eine kleine Öffnung geschaf-
fen, durch die Licht eindringen kann, aber den Körper nicht wieder verlassen kann. Seine
Erwärmung ist dann ein Maß für die zu bewertende Energie.

Erhitzt man umgekehrt einen schwarzen Strahler auf einige Tausend Kelvin, so
emittiert dieser mehr elektromagnetische Strahlungsenergie als jeder andere
Körper.

Erhitzt man einen schwarzen Strahler auf nur


wenige hundert Kelvin, erwärmt er sich und
scheint zunächst keine Strahlung abzugeben,
er emittiert jedoch intensiv nicht sichtbare
infrarote Strahlung, strahlt also Wärmeenergie
ab.

13 Koners
Lichttechnik

Erhitzt man den schwarzen Körper jedoch über


800 K, beginnt seine Oberfläche zu leuchten,
zunächst tiefrot. Neben der IR-Strahlung
emittiert er jetzt auch Strahlung im sichtbaren
Lichtbereich.

Steigt die Temperatur weiter an, ändert sich die


Farbe von dunkelrot nach gelbrot.

14 Koners
Lichttechnik

Lichttönung und Farbtemperatur

Ermittelt man die Intensität der


Strahlung abhängig von der
Wellenlänge, erkennt man die
spektrale Verteilung der Strahl-
dichte.

Der größte Teil der Energie liegt


im IR-Bereich, daher ist der
schwarze Strahler auch so heiß.
Das Maximum liegt bei ca. 1200 nm.

Sichtbare Strahlung wird von einem


Strahler auch emittiert, wenn er auf
2000 K erhitzt wird. Dabei wird aus
dem Lichtbereich das infrarotnahe
Rot und Gelb abgestrahlt, nicht aber
die kurzwelligeren Anteile des Licht-
spektrums.

Daher glüht der Körper gelbrot.

Wird die Temperatur weiter erhöht, nimmt die


Intensität aller Strahlungen zu. Das Maximum der
Strahldichte verschiebt sich in Richtung sichtbare
Strahlung (Licht).

Wenn die Temperatur auf 3000 K erhöht wird,


werden auch die anderen Farben mir kürzeren
Wellenlängen abgestrahlt.

• Der optische Eindruck aller jetzt emittierten


Strahlungen ergibt Weiß.

15 Koners
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Im Diagramm ist erkennbar, dass die Strahlungs-


anteile mit höheren Wellenlängen größer sind als
die mit kürzerer Wellenlänge. Die wärmeren Licht-
farben Rot und Gelb dominieren also gegenüber
den „kälteren“ Farben Blau und Grün.

Daher hat das von einem auf 3000 K erhitzten


schwarzen Strahler abgestrahlte Licht einen
wärmeren (leicht gelbrötlich) Ton als das Tages-
licht der Sonne à warmweißer Ton.

Diese Tönung ist dem Spektrum einer


Allgebrauchs-Glühlampe, deren Glühfaden im
Betrieb eine Temperatur von T = 2700 K annimmt,
sehr ähnlich.

Neben der IR-Strahlung und dem Licht wird hierbei auch ein kleiner Teil an
ultravioletter Strahlung emittiert !!

Würde die Temperatur des schwarzen


Körpers weiterhin erhöht z.B. auf
T = 4000 K, würde sich einerseits die
Strahldichte insgesamt erhöhen, aber
vor allem eine Frequenzverschiebung
des Maximums zu erkennen sein. Es
läge dann nahe an der Grenze zwischen
Infrarot und Dunkelrot.

Noch wichtiger aber ist festzustellen,


dass sich die Intensitäten der Lichtfarben
zugunsten der kurzwelligen Strahlung
(Blauanteile) verschoben hat. Somit
würde der „warmweiße“ Ton nicht mehr
dominieren, es würde ein kälteres Weiß
entstehen, vergleichbar mit Leucht-
stofflampen des Typs 940 bzw. 840.

• Mit einer Glühlampe kann diese Lichtfarbe nicht erzeugt werden, da der
Schmelzpunkt des Wolframfadens bei ca. 3380° C (= 3653 K) liegt, wobei
Wolfram das Metall mit dem höchsten Schmelzpunkt ist.

16 Koners
Lichttechnik

Verbale Beschreibung der Lichtfarben

Auswahl der jeweils geeigneten Lichtfarbe

Die Entscheidungskriterien für die Auswahl einer bestimmten Lichtfarbe können z. B. sein:

• Psychologisches Einfühlungsvermögen
• Künstlerische Gestaltung einer
• Vorstellung, was als natürlich empfunden wird

• Warmweißes Licht wird häufig favorisiert, weil es das Gefühl eines angenehmen
Lichtklimas und eine gewisse Behaglichkeit vermittelt. Es ähnelt der Lichtfarbe der
aufgehenden und untergehenden Sonne, also auch Zeiten, in denen die menschliche
Aktivität eingeschränkt ist und man man daher diese Lichttöne mit ruhigeren Phasen
bzw. Entspannung verbindet.

17 Koners
Lichttechnik

• In einem reinen Arbeitsraum wird man diese Lichtfarbe eher meiden, da es hier um
zweckorientierte Abläufe geht und optimale Arbeitsplatzbeleuchtung anstrebt, es sei
denn, der Arbeitsraum hat große weiße Flächen und damit ein ausgeprägtes Reflexions-
verhalten.

• Auch Tageslichtweiß (tw) wird in Arbeitsräumen oft nicht als angenehm empfunden,
besonders nicht im Zusammenhanh mit einem niedrigeren Beleuchtungsniveau. Das
Licht wird dann meistens als etwas unterkühlt empfunden.

• Erhöht man jedoch die Beleuchtungsstärke auf über 1000 Lux, wirkt Licht mit der Farbe
tw meistens frisch

tw

ww

• Neutralweiß (nw) ist daher die typische Standard-Lichtfarbe für Arbeitsräume


mit zweckorientierter Ausrichtung

• Die Lichtfarbe ww ist dort günstig, wo eher eine entspannte Atmosphäre wünschens-
wert ist, z.B. in

Konferenzräumen, für den Kundenempfang, Verkaufsräumen, Werkskantinen und


ähnlichen Einrichtungen.

Auch verchiedene Klimazonen beeinflussen die Wahl der Lichtfarbe:

Südeuropäische Länder bevorzugen häufig das psychologisch kühlere Licht (tw),


während die Bewohner nordeuropäischer Länder – also in kühleren Klimazonen wie
Norwegen und Schweden niedrigere Farbtemperaturen bevorzugen.

18 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung

19 Koners
Lichttechnik

Reflexionseigenschaften, Farbwiedergabe

Licht wird z.B. in Arbeitsräumen von den Wänden und anderen Gegenständen reflektiert. Die
Farbe des reflektierten Lichtes ist sowohl von der Lichtquelle als auch von den Reflexions-
egenschaften des Materials abhängig.

Diese Abhängigkeit hat einen wesentlichen Einfluss auf die gesamte Beleuchtung und muss
auch bei Planungen beachtet werden.

• Das menschliche Auge nimmt nur Licht wahr, das von einer selbst leuchtenden
Lichtquelle abgestrahlt oder von einer angestrahlten Fläche reflektiert wird.

• Im freien Raum und im wesentlichen auch in Luft ist Licht nicht erkennbar.

Weiße Flächen reflektieren die einzelnen Farben


der strahlenden Quelle ziemlich gleichmäßig, so
dass dem Betrachter die Summe der einzelnen
Farben wieder als Tönung Weiß empfindet.

Wird eine weiße Fläche von einer Lichtquelle ange-


strahlt, die z.B. nur ROT ausstrahlt, kann sie auch
nur diese Farbe reflektieren.

Der Farbeindruck, den das menschliche Auge von einer Fläche erhält, ist abhängig von den
Reflexionseigenschaften der Fläche und von den spektralen Farbanteilen der Strahlung der
die Fläche beleuchtenden Lichtquelle.

• Eine weiße Fläche kann alle Farben reflektieren !

20 Koners
Lichttechnik

Eine schwarze Fläche absorbiert alle spektralen


Farben des weißen Lichtes ziemlich gleichmäßig,
so dass im Idealfall überhaupt keine Lichtanteile
reflektiert werden und somit der Farbeindruck
Schwarz = Dunkelheit gewonnen wird.

Eine schwarze Fläche kann also bei Bestrahlung


nur vor einer reflektierenden Fläche erkannt
werden.

Reflexions- und Absorptionseigenschaften farbiger Flächen:

Farbige Flächen vereinen Reflexions- und Absorptionseigenschaften

Eine rote Ffläche reflektiert im wesentlichen nur


die roten Farbanteile der Lichtquelle, während alle
anderen Farben absorbiert werden.

Dies gilt auch für alle anderen Farbflächen.

Die Strahlungsenergie der absorbierten Farben werden in der Fläche zu Wärme um-
gewandelt.

• Das Zusammenwirken von Reflexion und Absorption wird auch als


„Subtraktive Farbmischung“ bezeichnet.

21 Koners
Lichttechnik

Farbverfälschungen bei unterschiedlichen Lichtfarben

Fehlen bei einer Lichtquelle spezielle Lichtfarben, können diese auch nicht von einer
angestrahlten Fläche reflektiert werden. Damit können Farbverfälschungen auftreten,
d.h. die angestrahlte Fläche verändert im Licht dieser Lampe den von ihr gewohnten
optischen Eindruck.

Typisches Beispiel dafür ist die Natriumdampf-Niederdrucklampe.

Sie wird ausschließlich in der Außenbeleuchtung eingesetzt. Auffällig hierbei ist die
gelbe Lichtfarbe mit einer Wellenlänge von λ = 589 nm. Farbiges Sehen ist beim Licht
dieser Lampen nicht möglich, weiße und gelbe Flächen wirken hierbei gelb, anders-
farbige Flächenwirken grau bis schwarz. Deswegen ist ihr Einsatz in Arbeitsräumen
auch nicht zulässig.

Vorteilhaft ist ihre hohe Lichtausbeute ( „Wirkungsgrad“). Auf weitere spezielle


Eigenschaften wird zu einem späteren Zeitpunkt näher eingegangen.

22 Koners
Lichttechnik

Flächen mit anderen Farben als dem Gelb der Na-Lampe sehen gräulich aus, da sie
das monochromatische Licht absorbieren, aber nicht reflektieren können.

Zum Vergleich mit der Na-Lampe wird


nebenstehend das Spektrum einer Glüh-
lampe gezeigt.

Es gibt noch andere Beispiele mit nicht so ausgeprägter Farbverfälschung. Bei


nebenstehender älterer Leuchtstofflampe des Typs Warmton (30 oder 29) ist
die Strahlung im gelben Bereich sehr ausgeprägt, im roten Bereich jedoch reduziert
- verglichen mit anderen Typen-.
-

Die jeweilige Lichtfarbe wird bei L-Lampen insbesondere


durch Farbpartikel erreicht, die auf den Innenseiten der
Röhre angebracht sind . Unter dem Einfluss von UV-
Strahlung, die durch Gasentladung entsteht, leuchten
diese Partikel in ihrer speziellen Farbe.

à Man nennt diesen Vorgang „Fluoreszenz“

23 Koners
Lichttechnik

Bei dieser Art der Strahlungsverteilung erreicht man eine relativ hohe Lichtausbeute,
muss jedoch wieder Farbverfälschungen in Kauf nehmen. Rote Flächen wirken bei
Beleuchtung mit diesen Spektren eher blass, sogar teilweise bläulich. Ihr Einsatz kann
also nur dort Sinn machen, wo exakte Farbwiedergabe keine Rolle spielt.

Zum Vergleich sehen Sie unten zwei Farbtafeln, beleuchtet mit einer Glühlampe und
einer Leuchtstofflampe des Typs 30.

____________________________________________________________________________

Arbeitsfaktor Farberkennung

In vielen Bereichen des Lebens – gerade auch in der Arbeitswelt – hat das Erkennen
von Farben eine große Bedeutung, beispielsweise wo die Farben von Warnhinweisen
und Sicherheitsschildern erkennbar sein müssen

oder in Bereichen der Fertigung, wo Farben gemischt,


Stoffe gefärbt oder Farben bedruckt werden oder in
Verkaufsräumen, in denen Farben vom Personal und
vonKunden sicher erkannt werden müssen oder beim
Zahnarzt und im Dentallabor, wo die präzise Abstim-
mung der richtigen Farbtöne bei Zahnersatz eine wich-
tige Rolle spielt.

24 Koners
Lichttechnik

Ra-Werte und Farbwiedergabestufen

Deshalb wurde der Begriff der Farbwiedergabe geprägt und ein Farbtestverfahren nach
internationaler Norm eingeführt.

à CIE – Testfarbenverfahren zur Bewertung der Farbwiedergabequalität von


Lampen

Hiermit kann man die Farbwiedergabequalität ver-


schiedener Lichtquellen bewerten und vergleichen.
Das Testverfahren ist in die Norm DIN 6169 über-
gegangen.

Es bewertet die Farbwiedergabequalität mit Hilfe


von 8 genormten Körperfarben. Als Vergleichsmaß-
stab dienen ebenfalls genormte Bezugslichtquel-
len mit Farbtemperaturen zwischen warmweiß und
tageslichtweiß.

Das Ergebnis des Vergleichs wird mit dem Farb -


wiedergabeindex, dem sogenannten Ra-Wert
angezeigt, der maximal den Wert Ra = 100 anneh-
men kann.

Ra = 100 heißt, dass die bewertete Lichtquelle in ihrer


Wiedergabequalität vollkommen mit der Vergleichslicht-
quelle übereinstimmt.
Mit abnehmender Übereinstimmung wird Ra < 100.
Den Idealwert Ra = 100 erreichen nur Temperaturstrahler,
die heutigen Entladungslam-pen kommen dem Wert aber
auch schon sehr nahe.

Zur besseren Übersicht werden die Ra-Werte den einzelnen


4 Farbwiedergabestufen 4 Stufen mit teilweise Unterstufen
zugeordnet.

25 Koners
Lichttechnik

Folgende Tabelle ist durch Lampenbeispiele ergänzt:

• Die Lichttönungen ww, nw und tw sind unabhängig von der Farbwiedergabestufe,


praktisch können in jeder Farbwiedergabestufe Lampen mit allen drei Lichttönen
vertreten sein. Ent-scheidend ist die Übereinstimmung der Farbwiedergabe mit der
jeweiligen Bezugslichtquelle.

• Für alle Lichtfarben ww. nw und tw sind Lampen mit sehr guten, guten und weniger
guten Farbwiedergabeeigenschaften erhältlich.

26 Koners
Lichttechnik

Lichtquellen und Verteilung

Um Beleuchtungsanlagen messen und bewerten zu


können, braucht man geeignete Messeinrichtungen,
für deren Eichung müssen passende physikalische
Größen und Einheiten definiert sein.

Die Strahlungsintensität einer punktförmigen Lichtquelle könnte mit der Angabe eines
einzelnen Lichtstärkewertes I in cd beschrieben werden.

27 Koners
Lichttechnik

Die beispielhaft aufgeführten Lichtstärkenwerte


betreffen jeweils nur eine bestimmte Richtung in
Bezug auf den jeweiligen Lampenkörper, nämlich
die Gegenrichtung zum Lampensockel.

Keine künstliche Lichtquelle kann aber so konstruiert


werden,dass sie ihr Licht in alle Richtungen gleich-
mäßig aussendet. Eine solche Lichtquelle müsste sehr
klein und punktförmig sein, sie dürfte keinen Sockel
und keine Aufhängebefestigung besitzen, müsste also
frei im Raum hängen. Die Strahlungsintensität einer
solchen Lichtquelle wäre mit einer einzigen Angabe –
der Lichtstärke I in cd – beschrieben.

Künstliche Lichtquellen (Lampen bzw. Leuchten) sind aber nicht


punktförmig. Ein Glühfaden z.B. ist mehr oder weniger langgestreckt, der
Lampensockel verhindert eine Strahlung in dieser Richtung. Diese realen
Lichtquellen geben ihre Strahlung in verschiedene Richtungen mit
unterschiedlichen Intensitäten ab.
Ihre Strahlungsintensität kann deshalb nur mit einer größeren Zahl von
Lichtstärkewerten beschrieben werden.

In folgender Darstellung erkennt


man die unterschiedlich langen
Pfeile als Maß für die jeweilige
Intensität.

Zu jedem Lichtstärkewert gehört ein entsprechender Ausstrahlungswinkel, bezogen auf


seine Lichtquelle. Dieses Verfahren wäre jedoch sehr aufwändig, daher wird die
Lichtstärkenverteilung meistens in einem Diagramm besonderer Art, nämlich dem Polar-
Koordinatensystem dargestellt.

28 Koners
Lichttechnik

Lichtstärkeverteilungskurve „LVK“ hier für eine Standard-Glühlampe 75 W/230 V


in zweidimensionaler Darstellung

Zusammenhang zwischen verschiedenen Größen

Für sich alleine stellt die „Lichtstärke“ noch keine aussagekräftige Größe dar.

Eine weitere SI-Basisgröße bildet die Länge l, von der die Fläche A sowie der ebene
Winkel und der sogenannte Raumwinkel abgeleitet sind. Sie bildet die zweite Stütze
dieses Systems abgeleiteter lichttechnischer Größen. Die nachfolgenden Themen haben
diese lichttechnischen und beleuchtungstechnischen Größen als Inhalt.

Die Lichtstärke stellt


das Fundament für
weitere wichtige
lichttechnischen
Größen dar !

29 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung

30 Koners
Lichttechnik

Der Lichtstrom Φ

Der Lichtstrom ist das Maß für die gesamte Lichtleistung bzw. Strahlungsleistung, die
eine Lampe abgibt oder die in Höhe einer zu beleuchtenden Ebene wirksam ist.

Das Formelzeichen ist das Φ, die Einheit das lumen (lm).

Um die Größen zu unterscheiden, wird das Formelzeichen für den Lampenlichtstrom um


den Index 0 und das Formelzeichen für den Nutzlichtstrom (z.B. auf der Arbeitsebene)
um den Index Nutz erweitert

Φ 0 Φ Nutz

In anderen Bereichen der Technik ist bekanntermaßen das Watt die Einheit für die
Leistung. Zwischen den Leistungseinheiten Watt und lumen besteht folgender
Zusammenhang, der allerdings in der Beleuchtungstechnik ohne besondere praktische
Bedeutung ist: Könnte die elektrische Leistung 1 Watt zu 100% in Licht umgewandelt
werden, lässt sich daraus ein Lichtstrom von 683 lm erzeugen, allerdings bei einer
Wellenlänge von ca. 555 nm (grün-gelb), für die das menschliche Auge die maximale
spektrale Empfindlichkeit besitzt.

1 Watt = 683 lm (bei λ 0 555 nm)

Die Einheit lumen ist ein speziell auf die Eigenschaften des menschlichen Auges
abgestimmtes Maß !

31 Koners
Lichttechnik

Lichtstrom ausgewählter Glühlampen

Standard-Glühlampe 25 W/230 V............................à 220 lm


Niedervolt – Allgebrauchs-Glühlampe 25 W/42 V ...à 280 lm

• Glühlampen für niedrigere Spannungen erzeugen bei


gleicher elektrischer Leistung einen höheren Lichtstrom
im Vergleich zu Glühlampen für höhere Spannungen.

typisch: Niedervolt – Halogen-Glühlampe 20 W/12 V à 320 lm

Der Lichtstrom von Lampen gleichen Lampentyps steigt überproportional mit ihrer
elektrischen Leistung an !!“

z. B.: Standard-Glühlampe 200 W/230 V...........................à 3150 lm !

Lichtstrom ausgewählter Leuchtstofflampen

Leuchtstofflampe (26 mm Rohrdurchmesser-T8) 18 W/840 ...à 1350 lm


• Der Lichtstrom φ0 von Entladungslampen ist größer als der von Glühlampen
gleicher elektrischer Leistung !

Leuchtstofflampe (26 mm Rohrdurchmesser-T8) 58 W/840... à 5200 lm

• Auch hier sieht man ,dass der Lichtstrom der 58W-Lampe überproportional größer
ist als der Lichtstrom der 18W-Leuchtstofflampe.

Deutlich geringer ist der Lichtstrom der links


gezeigten Leuchtstofflampe des Typs:

58W/940....................à = 3750 lm

Ein Vergleich der Kennzeichnungsschlüssel zeigt,


dass diese Lampe (940) zur Kategorie 1a gehört
und damit ihre Farbwidergabequalität höher ist. Auch das ist typisch:
• Entladungslampen gleichen Typs mit verbesserter Farbwidergabe erzielen in der
Regel kleinere Lichtströme !

In einem weiteren Vergleich wird eine L-Lampe des Typs T5 (= 16mm Rohrdurch-
messer) gezeigt: 35W/840...à 3650 lm

32 Koners
Lichttechnik

Kompakt-Leuchtstofflampen bilden eine Variante der


Energiesparlampen, sie werden als 2- oder mehr-Rohr-
Version hergestellt, besitzen jedoch kein integriertes
Vorschaltgerät, erfordern also externe Vorschaltgeräte.
Sie werden wegen ihrer kompakten Bauform häufig für
dekorative Beleuchtungsanlagen eingesetzt.

Typisch für diese Bauform ist jedoch, dass ihr Lichtstrom geringer ist, verglichen mit
Leuchtstofflampen gleicher elektrischer Leistung, aber normaler Bauform.

Beispiel: Kompakt-L-Lampe 18W/840...à 1200 lm

Zum Schluss dieser Betrachtungen wird noch ein anderer Lampentyp zwecks Vergleich
mit den vorherigen Typen betrachtet, nämlich die Natriumdampf-Niederdrucklampe:

Diese Lampe erzeugt allerdings nur gelbliches Licht


(Anwendung: Straßenbeleuchtung) aber mit sehr hoher
Lichtausbeute.
Beispiel: 185 Watt...à 32000 lm

Zusammenfassung und Vergleich aller vorher erwähnten Lampentypen

33 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung

34 Koners
Lichttechnik

Definition des Lampen-Wirkungsgrades

Der Wirkungsgrad allgemein wird als das Verhältnis von


abgegebener Leistung zu zugeführter Leistung beschrieben:

Das trifft übertragen auch für Lampenwirkungsgrade zu. Die Lampe nimmt elektrische
Leistung auf und strahlt Lichtstrom in ihre Umgebung ab.

Folglich ergibt sich ihr Wirkungsgrad – also ihre Lichtausbeute -


aus dem Verhältnis von abgegebenem Lichtstrom zur zugeführ-
ten elektrischen Leistung. Hierbei hat der Wirkungsgrad aus-
nahmsweise eine Einheit, nämlich lumen/Watt (lm/W)

Zur Erinnerung:

Beispiele für die Berechnung der Wirkungsgrade einiger vorher erwähnten Lampen:

58

Lichtausbeute von Leuchtstofflampen: η ≈ 50 lm/W ... 100 lm/W

Lichtausbeute einer Natriumdampflampe 185 W: φ = 32000 lm à η ≈ 173 lm/W

35 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung

36 Koners
Lichttechnik

Die Beleuchtungsstärke

Sie ist die einzige lichttechnische Größe, die der Fachmann mit vertretbarem Messgerä-
teaufwand messen kann.

Die Beleuchtungsstärke E ist das Verhältnis aus


Nutzlichtstrom φ Nutz , der senkrecht auf eine Fläche trifft
und der Größe A der beleuchteten Fläche.

Beleuchtungsstärken in Alltagssituationen

• Bei Sonnenschein, im Sommer bei wolkenlosem Himmel ca. 100 000 lx


• Bei Sonnenschein, im Winter bei wolkenlosem Himmel ca. 6 000 lx

Zu beachten ist hierbei, dass trotz des großen Unterschiedes zwischen diesen beiden
Beleuchtungsstärken diese Unterschiede von uns so nicht als große Helligkeitsunter-
schiede empfunden werden. Grund hierfür ist, dass das menschliche Auge auf unter-
schiedliche Beleuchtungssituationen durch Variieren des Pupillendurchmessers reagiert.

Bei direktem Vergleich werden Helligkeitsunterschiede bewusst erst bei einem


Beleuchtungwstärkeverhältnis > 2:1 wahrgenommen.

• Die Beleuchtungsstärke ist also keinesfalls alleine ein Maß für das Helligkeitsempfinden !!

Beispiel: Ein Planungswert für die Beleuchtungsanlage üblicher Arbeitsstätten beträgt oft
300 lx ... 750 lx. Dieser Wert wird durchaus als ähnlich hell empfunden wie
draußen gemessene Werte im Bereich mehrerer tausend Lux.

Ein weiteres Phänomen stellt sich ein:

An sehr geringe Beleuchtungsstärken passt sich das menschliche Auge vor allem durch
Umschalten auf unterschiedliche „Lichtempfängerelemente“ in der Netzhaut an. Mit den soge-
nannten „Zäpfchen“ wird das Tagessehen ermöglicht, vor allem das Erkennen von Farben,
sie besitzen jedoch keine große Hellempfindlichkeit.

Das Nachtsehen wird von den sogenannten „Stäbchen“ ermöglicht, sie lassen zwar keine
Farberkennung zu, besitzen aber eine hohe „Lichtempfindlichkeit“.

Wegen dieser hohen Lichtempfindlichkeit können wir sogar bei Vollmond (bei klarem Himmel)
mit nur ca. Ev = 0,25 lx die Umgebung und Helligkeitsunterschiede erkennen.

37 Koners
Lichttechnik

Berechnung von Beleuchtungsstärken

Zwischen der Lichtstärke Iv und der Beleuchtungsstärke Ev besteht ein mathematischer Zu-
sammenhang. Die ideelle – praktisch jedoch nicht verfügbare – punktförmige Lichtquelle, die
mit Iv = 1 cd strahlt, gibt in jedes Raumsegment bzw. jeden Raumwinkel mit der Größe 1 st
(Steradiant) einen Lichtstrom von φ = 1 lm (Lumen) ab. Da der Raumwinkel 1 sr eine Fläche
von 1 m² hat, beträgt die Beleuchtungsstärke an dieser Stelle Ev = 1 lx.

Das „Fotometrische Entfernungsgesetzt“ sagt:

• Mit zunehmender Entfernung der beleuchteten Fläche von der Lichtquelle nimmt die
Beleuchtungsstärke mit dem Quadrat der Entfernung ab !!

Derselbe Lichtstrom 1 lm bestrahlt die 4-fache Fläche. Es gilt also: Ev = 1 lm/4m² = ¼ lx. Bei
3-fachem Abstand würde die Beleuchtungsstärker also um 3² n= 9 kleiner werden, als auf 1/9 lx
sinken.

Der Index h bei Eh (in lx)


deutet hier auf die Beleuch-
tung einer horizontalen Flä-
che hin.

38 Koners
Lichttechnik

Für die Darstellung von Lichtstärkeverteilungskurven (LVK) wählt man statt des Polar-Koordi-
natensystems häufig auch das orthogonale (=rechtwinkelige) Koordinatensystem.

Die hier gezeigte LVK einer Halogen-Glühlampe


35 W/ 12 V mit nur 4° Öffnungswinkel ent-
stammt einem Herstellerkatalog.

Die Lichtstärke dieser Lampe bei einem Aus-


strahlungswinkel von 0° (also genau in Rich-
tung der Mittelachse ihres Reflektors) beträgt
30 000 cd.
Damit lässt sich mit Hilfe der oben angegebe-
nen Formel die Beleuchtungsstärke exakt
berechnen.

Rechenbeispiel:

Wie groß ist die Beleuchtungsstärke Ev auf dem


Punkt einer horizontalen Fläche, den die Lampe
unter dem Strahlungswinkel γ = 0° rechtwinklig
aus einer Distanz von 3 m bestrahlt?

Lösung:

Diese Halogenlampe erzeugt aus einer Entfernung von ...

à 3 m einen Lichtfleck von ca. 260 mm Durchmesser

à 6 m einen Lichtfleck von ca. 520 mm Durchmesser.

Die im Rechenbeispiel ermittelte Beleuchtungsstärke wird nur im Zentrum des


Lichtflecks erzielt. Die Grenze des Öffnungswinkels wird verläuft etwa dort, wo
die Beleuchtungsstärke auf den Halbwert der maximalen Beleuchtungsstärke
abgefallen ist.

39 Koners
Lichttechnik

Lichtverteilungskurve einer Reflektor-Glühlampe

Die im Beispiel mit der 12V-Halogenlampe angewandte Berechnungsmethode gilt auch


für eine Reflektor-Glühlampe.

Da der Reflektor das Licht nur in den unteren Bereich unter 90° lenkt, reicht eine Dar-
stellung wie unten im Diagramm. Auch auf die Darstellung des Kurvenverlaufs nach links
kann verzichtet werden, da die Kurve symmetrisch verläuft.

Den Brennpunkt des Lampenreflektors muss man sich im Zentrum des Polarkoordinaten-
systems angeordnet vorstellen. Die Länge der Verbindungslinien zwischen diesem Brennpunkt
und der der LVK entsprechen der Lichtstärke I, bezogen auf die Ausstrahlungswinkel 0°, 10°,
20°, 30°, 40° und 50°.

40 Koners
Lichttechnik

Die gestrichelten Verlängerungen der Pfeile für die Lichtstärken 310 cd und 410 cd zeigen,
dass die die Entfernung zwischen der Lichtquelle und der beleuchteten Fläche unterschiedlich
groß ist. Der Weg der Lichtstrahlung bei 310 cd unter dem Winkel von γ = 30° ist länger als der
bei 410 cd. Aus der Formel für die Beleuchtungsstärke ist bekannt, dass diese mit zunehmen-
der Entfernung von der Lichtquelle quadratisch abnimmt.

I I
Allgemein gilt: E = , hier gilt: E = (l = Strahllänge l)
h² l²

Mit Hilfe der Cosinusfunktion kann diese Strahllänge ermittelt werden, es gilt:

h h
cos = à l = Dieser Ausdruck kann direkt in obige Gleichung eingesetzt
l cos γ
werden:

41 Koners
Lichttechnik

Damit ist aber noch nicht der Schrägeinfall der Strahlung bei γ = 30° auf die horizontale
Fläche erfasst worden. Aus praktischen Gründen ist nur die Beleuchtungsstärke von
Interesse, die lotrecht auf der Fläche wirksam ist. Deshalb muss der einzusetzende
Lichtstärkewert um den Cosinus des jeweiligen Ausstrahlungswinkels γ korrigiert
werden.

Diese Betrachtungen sollen zeigen, welche Einflüsse zur Entwicklung der endgültigen
Gleichung führen.

Die Formel für diese vertikale Beleuchtungsstärke, die auf einem bestimmten Punkt
auf der beleuchteten Ebene wirksam ist, lautet damit endgültig:

Iγ Lichtstärke in cd unter dem jeweiligen Ausstrahlungswinkel γ


h vertikaler Abstand zwischen Lichtquelle und beleuchteter Fläche
γ Ausstrahlungswinkel

Bezogen auf obige Lampe und deren Daten soll hier eine konkrete Berechnung
durchgeführt werden:

42 Koners
Lichttechnik

43 Koners
Lichttechnik

Rechenbeispiel Nr. 2

Eine Quecksilberdampf-Hochdrucklampe 400 Watt wird


in einer Höhe h = 6 m über einer horizontalen Ebene aufge-
hängt. Wie hoch ist jeweils die Beleuchtungsstärke auf der
Ebene, bezogen auf folgende Ausstrahlungswinkel:

γ 0° 10° 20° 30° 40° 50°

Iγ 4500 cd 4500 cd 4500 cd 4400 cd 4250 cd 3500 cd

(Lichtstärkewerte lt. LVK)

Rechnung:

4500 cd * 1³
E0° = ---------------- = 125 lx
(6m)²

4500 cd * 0,985³
E10° = ---------------------- = 119 lx
(6m)²

4500 cd * 0,94³
E20° = --------------------- = 104 lx
(6m)²

4400 cd * 0,866³
E30° = ---------------------- = 79,7 lx
(6m)²

4250 cd * 0,766³
E40° = ---------------------- = 53,1 lx
(6m)²

3500 cd * 0,643³
E50° = ---------------------- = 25,8 lx
(6m)²

Eine rotationssymmetrische Strah-


lungsverteilung der Reflektorlampe
unterstellt, lassen sich auch hier die
bereits vorher erwähnten Isoluxlinien
ziehen.

44 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung

45 Koners
Lichttechnik

Mittlere Beleuchtungsstärke

Wegen der Unterschiedlichkeit der Beleuchtungsstärke von Ort zu Ort ist ein einzelner Beleuch-
tungsstärkemesswert noch keine brauchbare Aussage zum Beleuchtungsniveau.

Deshalb ist es erforderlich, eine größere Zahl von Messwerten zusammenzutragen und daraus
den arithmetischen Mittelwert der Beleuchtungsstärke zu errechnen.

Die Beleuchtungsstärke innerhalb eines Arbeitsraumes wird üblichlerweise in Höhe der


Arbeitsfläche gemessen.

Wenn die genaue Höhe der späteren Arbeitsfläche zum Beginn


der Planung noch nicht genau feststeht, wird eine Höhe von
0,85 m über dem Fußboden angenommen.

Auf Verkehrswegenin und an Gebäuden wird die Beleuchtungs-


stärke jedoch in einer Höhe von 0,20 m über dem Fußboden.

46 Koners
Lichttechnik

Bei einer Innenraumbeleuchtung addieren sich auf der beleuchteten Ebene die Direktstrahlung
derLichtquellen und die an den raumumschließenden Flächen reflektierte Indirektstrahlung. Da
- wie bereits erwähnt – ein einzelner Beleuchtungsstärkemesswert nicht aussagekräftig, ist
muss häufig die sogenannte „Mittlere Beleuchtungsstärke“ gemessen werden.

_ E1 + E2 + E3 ... + En E1 à Beleuchtungsstärke am Messort 1 usw.


E= --------------------------
n n à Anzahl der Gesamtmessungen

Es sollten möglichst viele Messungen bei einer gleichzeitig möglichst gleichmäßigen Verteilung
der Messorte durchgeführt werden.

In dem im Bild gezeigten Klassenraum sollte zumindest pro


Sitzplatz eine Messung durchgeführt werden und vor allem
sorgfältig protokolliert werden.

Beispielrechnung: An einer Arbeitsstätte sind folgende


Messwerte ermittelt worden:

1. 645 lx Der Mittelwert ergibt sich hier wie folgt:


2. 586 lx
3. 678 lx _ 645+586+678+654+672 3235
4. 654 lx E = -------------------------------- lx = ------- lx = 647 lx
5. 672 lx 5 5

Dieser Mittelwert erlaubt jedoch keine Aussage über die Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung
einer Fläche, denn scheinbar gute Mittelwerte können durch sehr kleine Einzelwerte zusam-
men mit sehr hohen Einzelwerten zustande kommen.
• Folglich müssen auch Mindeststärken festgelegt werden, die an den dunkelsten Stellen
einer Arbeitsstätte vorhanden sein müssen und nicht unterschritten werden dürfen:

Emin à Mindestbeleuchtungsstärke an der dunkelsten Stelle eines Raumes oder Bereiches_


_
E à Mittlere Beleuchtungsstärke

Um eine Gleichmäßigkeit der Ausleuchtung (nach DIN 5035) zu gewährleisten, soll ein Verhält-
niseingehalten werden von:
Emin 1
------ ≈ ------- ≈ 0,67
E_ 1,5
Berechnungen für den Nutzlichtstrom in einem Arbeitsraum:

Beispiel 1:

In einem Arbeitsraum wurde in Höhe der Arbeitsebene (0,85m über dem Fußboden) eine
mittlere Beleuchtungsstärke von E_ = 580 lx ermittelt. Der Raum hat eine Grundfläche von
A = 11,5 m * 8,3 m. Wie groß ist der Nutzlichtstrom?
Rechnung: φNutz = E_ * 11,5 m * 8,3 m = 580 lx * 11,5 m * 8,3 m = 55361 lm
φNutz = 55361 lm [1 lx = 1 lm/m² à lx * m² = lm]

47 Koners
Lichttechnik

Beispiel 2:

Innerhalb eines Raumes sind 20 Leuchtstofflampen vom Typ 58 W/25 installiert, die nach Her-
stellerangabe je einen Lichtstrom von φ0 = 4000 lm erzeugen und damit in Höhe der
Arbeitsebene eine mittlere Beleuchtungsstärke von e_ = 520 lx erzielen. Sie sollen durch 20
moderne L-Lampen vom Typ 58W/840 ersetzt werden, für die ein Lichtstrom von φ0 = 5200 lm
genannt wird.

Mit welcher Beleuchtungsstärke ist zu rechnen, wenn die weiteren Verhältnisse unverändert
bleiben?

Allg. gilt: φ0 gesamt = E_ * A

φ0 gesamt 20 * 4000 lm
A = ----------- = ------------------ = 153,8 m²
E_ 520 lx

φ0 gesamt 20 * 5200 lm
E_ = ---------- = ----------------- = 676 lx
A 153,8 m²

Beispiel 3:

Die Beleuchtungsanlage eines Büroraumes soll geplant werden. Innerhalb des Arbeitsbereiches
ist eine mittlere Beleuchtungsstärke von E_ = 500 lx einzuhalten.

1. Welche Mindestbeleuchtungsstärke Emin ist an der dunkelsten Stelle innerhalb des


Arbeitsbereiches einzuhalten?

Emin 1
Allg. gilt: ------ ≈ ------- ≈ 0,67
E_ 1,5

Lösung: Emin = E_ * 0,67

Emin = 500 lx * 0,67 = 335 lx

48 Koners
Lichttechnik

Nennbeleuchtungsstärke En (Planungswert)

Neben der mittleren Beleuchtungsstärke E_ gibt es noch die Nennbeleuchtungsstärke En. Es ist
ein Rechenwert, auf dessen Basis eine Beleuchtungsanlage geplant wird. Sie ist in entspre-
chenden Normen und Richtlinien festgelegt.

Die tatsächliche mittlere Beleuchtungsstärke kann größer oder kleiner sein als die Nennbe-
leuchtungsstärke. Sie ist abhängig vom Alterungszustand der Beleuchtungsanlage und des
Raumes.

Die nachfolgende Grafik beschreibt Einzelheiten:

Die Planungsberechnung erfolgt auf Basis der Nennbeleuchtungsstärke En. Wegen der oben
erwähnten Alterungseffekte muss der Wert der Beleuchtungsstärke für die Neuanlage jedoch
höher sein und durch den Planerberücksichtigt werden. Dieser Wert muss aber nur bei
Inbetriebnahme der Anlage gegeben sein. Dieser höhere Wert wird mit Hilfe eines Planungs-
faktors p ermittelt, der oft 1,25 beträgt. Bei Anlagen mit höherer Verschmutzung kann dieser
Aufschlagsfaktor auch größer festgelegt werden.

Im Verlauf der Betriebszeit nimmt die mittlere Beleuchtungsstärke dann ab und kann im Laufe
der Zeit auch unter die Nennbeleuchtungsstärke En fallen.

Typische Einflüsse, die zur Abnahme der Beleuchtungsstärke führen, sind:


• Alterung der Lampen
• Verschmutzung der Leuchten
• Nachdunkeln der Farben der Raumumschließungsflächen

Spätestens dann, wenn die mittlere Be-


leuchtungsstärke E_ auf 80% der En fällt, muss
eine 1. Wartung durchgeführt werden.

Maßnahmen hierbei können sein das


Auswechseln der Lampen sowie Reinigungs-
arbeiten an den Leuchten, so dass die neuen
Werte dann wieder über der Nennbeleuch-
tungsstärke liegen. Die Maximalwerte wie bei
Inbetriebnahme der Neuanlage werden aber
nicht wieder erreicht. (s. grüne Kennlinie)

Im Laufe der Betriebszeit werden die Intervalle


ständig ein wenig kürzer, und die mittleren Be-
leuchtungsstärken nehmen langsam ab.

49 Koners
Lichttechnik

Planungshinweise – Ausgewählte Werte

Planungshinweise für spezielle Beleuchtungsanlagen in Arbeitsstätten

Nennbeleuchtungstär
ke En nach
Art des Raumes, der DIN 5035 Teil2 bzw. Mindeststufe der
Sehaufgabe oder der Wartungswert der Farbwiedergabe der Besondere
Tätigkeit Beleuchtungsstärke Lampen Hinweise
Em nach prEN 12464
in lx
Verkehrsflächen, Flure:
150 lx, wenn sie auch
Ebene Verkehrsflächen von Fahrzeugen benutzt
und Flure, Toilettenräume, 100 3 werden; an Ein- und
Pausenräume Ausgängen sind ggf.
Übergangszonen mit
höherer
Beleuchtungsstärke
vorzusehen.

Kantinen 200 1B

Unterrichtsräume in
Grundschulen und Beleuchtung in
weiterführenden Schulen, 300 1B Unterrichtsräumen sollte
Materialaufbereitung, steuerbar sein.
allgemeine
Maschinenarbeiten
Büroräume zum Schreiben,
Lesen, zur Beleuchtung in
Datenverarbeitung, 500 1B Unterrichtsräumen und
Unterrichtsräume für Hörsälen sollte
Abendklassen und steuerbar sein.
Erwachsenenbildung,
Hörsäle
Kontrollarbeitsplätze,
Ausbessern 750 1B
Herstellen von
Schmuckwaren 1500 1A

50 Koners
Lichttechnik

Neben der bislang behandelten horizontalen Beleuchtungs-stärke


spielt häufig auch die à vertikale Beleuchtungsstärke eine
Rolle. Es handelt sich dabei um die Beleuchtungsstärke auf einer
realen senkrechten Raumbegrenzungsfläche oder um eine ge-
dachte senkrechte Fläche innerhalb des Raumes.

Eine zu geringe vertikale Beleuchtungsstärke


führt dazu, dass Strukturen, Beschriftungen
und andere Kennzeichnungen entlang
vertikaler Flächen trotz genügender horizon-
taler Beleuchtungsstärke nur unzureichend
zu erkennen sind.

Daher ist für eine ausreichende vertikale Beleuchtungsstärke


schräg verlaufende Lichtstrahlung erforderlich. Das kann zu
Problemen führen, z.B. zu unerwünschten Reflexionen auf
Bildschirmen.

In Arbeitsräumen üblicher Größe stellt sich die notwendige vert-


kale Beleuchtung im Zusammenhang mit einer ausreichenden
horizontalen Beleuchtungsstärke dadurch automatisch ein, dass
Lichtstrahlen an der Decke und den Wänden reflektiert werden.

Innerhalb großer Arbeitsräume, Werkstätten und vor allem hohen


Hallen reicht die Schrägstrahlung oft nicht aus, um eine genügen-
de vertikale Beleuchtungsstärke sicherzustellen, insbesondere im
Zusammenhang mit eng bündelnden tiefhängenden Leuchten.

In Sporthallen wirkt sich eine zu geringe vertikale Beleuchtung bei


Ballspielen z.B. so aus, dass die Spieler wie im Scherenschnitt
dargestellt aussehen und ein Ball aus bestimmten Blickwinkeln
nicht als Kugel, sondern als Scheibe wahrgenommen wird. Somit
wird ein Spieler den Ball nicht richtig greifen können, im Extrem-
fall sogar daneben greifen. à

Bei völlig diffuser Beleuchtung, die im Außenbereich z.B. bei ge-


schlossener Wolkendecke vorliegt, sind horizontale und vertikale
Beleuchtungsstärken ungefähr gleich groß. Sie stehen dann also im
Verhältnis 1:1 zueinander. Die Erkennbarkeit von Strukturen ist dann
einge-schränkt, sofern sie sich nicht durch Farben unterscheiden. Eine
Landschaft wirkt dann optisch häufig flach und eintönig. à

Bei gerichteter Beleuchtung, wie sie im Außenbereich bei Sonnen-


schein stattfindet, entstehen Licht und Schatten. Die Landschaft wirkt
dann interessanter und lebendiger, das Landschaftsbild gewinnt an
Tiefe. Hierbei kann die vertikale Beleuchtungsstärke sehr unterschied-
lich sein, sie kann auch deutlich größer als die horizontale Beleuch-
tungsstärke sein.

51 Koners
Lichttechnik

Beide Extreme sind in der Arbeitsplatzbeleuchtung unangebracht. Diffuses Licht lässt die
Umgebung eintönig und langweilig erscheinen, eine zu starke vertikale Beleuchtungsstärke
kann dagegen zu vertikalen Schlagschatten führen. Günstig wird meist eine vertikale
Beleuchtungsstärke empfunden, die ca. 30% oder ein wenig mehr – bezogen auf die
horizontale Beleuchtungsstärke – beträgt.
Ev
à Günstiges Ausleuchtungsverhältnis: ---- ≥ 0,3
Eh

Ist jedoch eine vertikale Fläche die Arbeitsfläche, müssen die Beleuchtungsstärkewerte gege-
ben sein wie bei horizontalen Flächen, d.h., es müssen die Nennbeleuchtungsstärken bzw. die
Wartungswerte nach Entwurf DIN EN 12464 eingehalten werden.
_
Ev = Em
_
Der Wartungswert Em ist der Wert, den die mittlere Beleuchtungsstärke innerhalb einer
bestimmten Zone nicht unterschreiten darf.
An ständig besetzten Arbeitsplätzen muss der Wartungswert mindestens Em = 200 lx
betragen !

Es sei noch einmal daran erinnert, dass der Nennbeleuchtungswert


En durch den Wartungswert Em nach Entwurf DIN EN 12464 ersetzt
wurde.
Entsprechende Messreihen sind prinzipiell wie bei der Bewertung
horizontaler Beleuchtungsstärken erforderlich. à

Zusammenfassung

52 Koners
Lichttechnik

Leuchtdichte, Blendung, Reflexionsgrad

Die Beleuchtungsstärke ist kein brauchbares Maß zur Beurteilung der Helligkeit, da sie lediglich
die Strahlungsdichte erfasst, die auf eine beleuchtete Fläche auftrifft.

Beispielsweise wirkt eine mit E = 1000 lx auf eine dunkle Oberfläche auftreffende Strahlung
relativ dunkel, während bei der selben Beleuchtungsstärke eine weiße Fläche allgemein heller
wirkt und das menschliche Auge sogar blenden kann.

Maßgebend für den Helligkeitseindruck ist die Strahlungsdichte, die von einer selbst strah-
lenden Fläche ausgeht oder von einer angestrahlten Fläche reflektiert und vom menschlichen
Auge wahrgenommen wird. Die schwarze Tischfläche reflektiert nur wenig Strahlung und wirkt
deswegen dunkler als die weiße Tischfläche, die mehr Strahlung reflektiert.

• Licht ist nur an Flächen erkennbar, die es reflektieren oder streuen oder die selbst leuchtend
Licht abstrahlen.
• Im freien Raum und in sauberer Luft ist Licht für den Menschen nicht erkennbar.

Das Maß für die Helligkeit einer selbstleuchtenden Fläche oder angestrahlten Fläche ist die
Leuchtdichte. Sie beschreibt die Strahlungsdichte, die von einer Fläche ausgeht und ist
zugleich ein Maß für die à Direktblendung.

Lichtstärke I cd
Leuchtdichte L = -------------- = --- = ---
Fläche A m²

53 Koners
Lichttechnik

Einige Beispiele für Leuchtdichten:

Bei einer Glühlampe beträgt die Leuchtdichte L an der


Glühfadenoberfläche ca. 500 000 cd/m².

Ursache für die hohe Leuchtdiode ist die relativ kleine


Oberfläche, über die der Glühfaden seine Strahlung
abgibt.

Das Betrachten des Glühfadens, besonders aus kurzer


Entfernung, führt augenblicklich zu einer direkten
Blendung.

Bei innenmattierten Glühlampen ist der Glühfaden von außen nicht sichtbar. Die Lichtstrahlen
werden dabei für den Betrachter erst auf der Oberfläche des Glaskolbens sichtbar, damit ist die
Leuchtdichte dieser mattierten Lampe – mit einer klaren Lampe verglichen - erheblich reduziert,
die mattierte Oberfläche wirkt dabei wie eine selbst leuchtende Fläche, ihre Leuchtdichte
beträgt nur noch etwa 50 000 cd/m². Aber auch bei diesen
Lampentypen findet eine Blendung statt.

Die praktisch selbst leuchtende Oberfläche einer stabförmigen


Leuchtstofflampe ist deutlich größer als die Glaskolbenfläche
einer mattierten Glühlampe, entsprechend kleiner ist ihre
Leuchtdichte , sie beträgt nur etwa 20 000 cd/m². Da auch bei
L-Lampen Direktblendung auftreten kann, sollten die Lampen nur innerhalb entsprechender
Leuchten betrieben werden.

Erst bei Leuchtdichten unterhalb von ca. L < 4000 cd/m² werden diese nicht mehr als Blendung
wahrgenommen.

Spezielle BAP-Leuchten (Bildschirm-Arbeitsplatzleuchten) sind so konstruiert, dass die Leucht-


dichte oberhalb des Ausstrahlungswinkels γ = 50° auf Werte L ≤ 200 cd/m² begrenzt werden.

Die Leuchtdichte L einer beleuchteter Fläche kann


bei diffuser Reflexion und bekanntem Reflexionsgrad
ρ (rho) nach folgender Formel berechnet werden:
E*ρ
L = --------
π

L = reflektierte Leuchtdichte einer Fläche in cd/m²


E = Beleuchtungsstärke auf einer Fläche in lx
ρ = Reflexiongrad der Fläche

Reflexionen treten an beleuchteten Flächen auf. Die


Eigenschaften wie Farbe und Struktur der beleuchteten
Fläche bestimmen wesentlich die Reflexionseigen-
schaften, wobei der Reflexionsgrad Werte zwischen
0 und 1 (entsprechend 0%...100%) annehmen kann.

54 Koners
Lichttechnik

• ρ = 0 ↔ ideal schwarze Fläche, tatsächlich im Alltag


jedoch ρ ≥ 0,05 (typ. 0,1)
• ρ = 1 ↔ ideal weiße Fläche, tatsächlich im Alltag
jedoch 0,7 ≤ ρ ≤ 0,8
• ρ ≤ 0,84 ↔ bei weißen glatten metallischen Flächen, z.B.
Leuchtenkörpern

Einige ausgewählte Beispiele

55 Koners
Lichttechnik

Rechenbeispiel zur Ermittlung der Leuchtdichte:

Die Beleuchtungsstärke auf der Reflektorwand eines Tageslichtprojektors beträgt während des
Betriebes stellenweise E = 2000 lx. Der Reflexionsgrad der Fläche wird mit ρ = 0,8 angenom-
men. Wie groß ist etwa die Leuchtdichte L auf der Reflexionsfläche?

E*ρ 2000 lx * 0,8


Lösung: L = ------- = ----------------- = 509 cd/m²
π π
Die Leuchtdichte beträgt L = 509 cd/m².

Hohe Leuchtdichten können grundsätzlich zu störenden Reflexionen auf Bildschirmen führen,


wenn z.B. der Vortragende – bezogen auf das obige Beispiel - zusätzlich zum Projektor einen
Computer nutzt und der Bildschirm in Richtung Projektionswand ausgerichtet ist.

Nach dem schon mehrfach erwähnten Europäischen Normenentwurf DIN pr EN 12464 ist mit
störenden Reflexionen zu rechnen, wenn an den sich spiegelnden Flächen folgende Grenz-
werte überschritten werden:

Bildschirmdarstellung „negativ“ → Helle Zeichen vor dunklem Hintergrund


Bildschirmdarstellung „positiv“ → Dunkle Zeichen vor hellem Hintergrund

56 Koners
Lichttechnik

Leuchtdichtemesser sind hochwertige lichttechnische Messeinrichtungen,


die wesentlich teurer sind als gute Beleuchtungsstärkemessgeräte. Dem
Lichtsensor ist eine Optik vorgeschaltet wie bei einer Spiegelreflexkamera.
Über die Optik kann die messende Fachkraft relativ kleine Flächen anpeilen
und bei Justieren der Optik aus größerem Abstand die Leuchtdichten
messen.
Bei hochwertigen Leuchtdichtemessern kann das Messfeld auf kleine
Werte, z.B. 1° oder noch kleiner eingestellt werden, dies bezeichnet man
als „Messfeldwinkel“.

Leuchtdichtemessungen werden von bestimmten Standorten aus durchgeführt, beispielsweise


von einem Arbeitsplatz, um die Blendwirkung einer Leuchte abschätzen zu können.

Durch die öffentliche Straßenbeleuchtung müssen auch bei Nacht bestimmte Leuchtdichte-
Mindestwerte an der Fahrbahnoberfläche gegeben sein, um ausreichende Sehverhältnisse für
die Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Zur Aufnahme solcher Messwerte nimmt die Fach-
kraft dafür die mittlere Sitzhöhe im PKW ein und peilt über die Optik seines Leuchtdichte-
messers die Fahrbahnebene aus etwa 50m bis 100 m an.

57 Koners
Lichttechnik

Möglichkeiten der Lichterzeugung

Licht kann mit Hilfe der elektrischen Energie

• über den Weg der Wärme oder


• über den direkten Weg bei Stromdurchgang durch Gase oder
• durch den sogenannten pn-Übergang dotierter Halbleiterwerkstoffe erzeugt werden.

Für die Lichterzeugung sind spezielle physikalische Vorgänge auf den Elektronenschalen, ins-
besondere auf der Valenzschale der Atome verantwortlich. Wird einem Elektron durch äußere
Einflüsse Energie zugeführt, z. B. Stoßenergie, wird es dadurch auf eine Umlaufbahn mit
höherem Energieniveau angehoben. Die zugeführte Energie hat es dabei gespeichert.

• Elektronen auf der höheren Umlaufbahn besitzen ein größeres Energiepotenzial.

Aufgrund der elektrischen Kräfte, die zwischen dem Atomkern und dem Elektron herrschen,
wird das Elektron schon nach kurzer Zeit wieder auf die alte Umlaufbahn zurückgeworfen. Beim
Zurückfallen auf die energieärmere Umlaufbahn gibt es die zuvor gespeicherte Energie in Form
kurzer Lichtblitze wieder ab.

Ein solcher Lichtblitz wird in der Physik als

à Photon,
à Lichtquant oder
à Lichtatom bezeichnet

Das Photon ist die kleinste Einheit des Lichtstromes.

Elektrische Lichtquellen, die auf diesem Prinzip basieren,


werden Lampen genannt (Glühlampen, Leuchtstoff-
lampen)

58 Koners
Lichttechnik

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Glühlampen,


Entladungslampen und Leuchtdioden

Bei Glühlampen werden mit Hilfe des elektrischen Stromes in einem elektrisch leitfähigen Fa-
den, beispielsweise aus dem Metall Wolfram, ungeordnete Atomschwingungen, also Wärme
erzeugt. Werden diese Stöße sehr heftig, prallen im Metallgitter benachbarte Atome aufein-
ander, und damit kommt es zu den vorher beschriebenen Vorgängen ( à durch äußere
Energiezufuhr anheben einiger Elektronen auf ein höheres Energieniveau und zurückfallen =
Entstehung von Lichtblitzen). Damit der Glühfaden nicht mit demSauer-
stoff in der Luft reagiert, muss der Glaskolben evakuiert werden.

Da bei Glühlampen die Lichterzeugung über den Umweg der Wärme-


erzeugung erfolgt, bezeichnet man sie allgemein auch als

à Thermostrahler oder
à Temperaturstrahler.

Da das Licht nur über den Umweg der Wärmeerzeugung entsteht, erreichen sie nur eine
geringe Lichtausbeute. Ihr Licht erzielt jedoch eine sehr gute Farbwiedergabe, da alle Farben
des weißen Lichts in ihrem Spektrum enthalten sind. Da die Glühfadentemperatur aufgrund des
Schmelzpunktes bei Wolfram relativ niedrig bleibt (T ≈ 2700 K) , ist die warmweiße Lichtfarbe
typisch für diesen Lampentyp.

Typische Eigenschaften der Glühlampe:

• Geringe Lichtausbeute
• Gute Farbwiedergabe
• Warmweißes Licht

59 Koners
Lichttechnik

Die Entladungslampe als Lumineszenzstrahler

Entladungslampen besitzen anstelle des Glühfadens ein


gasgefülltes Rohr aus Glas oder einem anderen durch-
scheinenenden Werkstoff. Das Rohr wird häufig als Brenner
bezeichnet. Die elektrischen Anschlüsse sind die sogenannten
Elektroden. Innerhalb des Rohres werden Elektronen von den
Elektroden emittiert und anschließend durch das elektrische
Feld der anliegenden Spannung so stark beschleunigt, dass sie
selbst in der Lage sind, andere an die Gasatome gebundenen
Elektronen aus ihrer angestammten Umlaufbahn herauszusto-
ßen.

Die Lichterzeugung erfolgt auch hier wieder – wie beschrieben -


in folgender Form: Sobald die Elektronen wieder auf ihre alte
ursprüngliche Bahn zurückfallen, geben sie ihre Energie wieder
in Form von Lichtblitzen ab.

Da hier die Lichterzeugung ohne den Umweg über die Wärme


erfolgt, spricht man bei Entladungslampen auch vom

à „kalten Leuchten“ oder


à „Lumineszenz“

Entladungslampen sind „Lumineszenzstrahler“

Eine gewisse Wärmeenergie wird jedoch auch bei Entladungslampen erzeugt. Sie ist natürlich
ein unerwünschtes Nebenprodukt.

Da hier die Lichterzeugung ohne den Umweg über die Wärme erfolgt, ist die Leuchtausbeute -
verglichen mit einer Glühlampe gleicher Leistung – wesentlich höher. Die erzeugten Lichtfarben
hängen wesentlich von der Gasart ab, so dass sich ohne weitere Maßnahmen schlechte
Farbwiedergabequalitäten einstellen würden. Durch Aufbringen zusätzlicher Leuchtstoffe an
den Innenseiten der Kolben erreicht man jedoch deutliche bessere Lichtfarben bis hin zur
Kategorie 1 A.

Leuchtstoffe wandeln kurzwellige Strahlung, insbesondere die nicht sichtbare UV-Strahlung in


unterschiedliche Farben des sichtbaren Spektrums, also in langwelligere Strahlung um. Sie
leuchten dabei stets in der ihnen eigenen Farbe, sobald sie von der energiereichen Strahlung
getroffen werden und diese absorbieren.

Diese Eigenschaft der Leuchtstoffe ist eine Variante des „kalten Leuchtens“ und wird als

à „Fluoreszenz“ bezeichnet.

60 Koners
Lichttechnik

Übersicht der Lampentypen

Zusammenfassung

61 Koners
Lichttechnik

Im Laufe der Jahre wurden aus der „normalen“ Glühlampe viele Sonderbauformen für
besondere Einsatzbereiche entwickelt wie z.B. Lampen für Herde, Kühlschränke.
Halogen-Glühlampen ermöglichen Anwendungen im Bereich Akzent- und Designbeleuchtung.

Besonderheiten zum Aufbau von Glühlampen

Vorteile von Glühlampen sind:

• die sehr gute Farbwiedergabestufe 1A


• die angenehm warmweiße Lichtfarbe
• der praktisch verzögerungsfreie Einschaltstart
• die problemlose Steuerung des Lichtstromes (Dimmbarkeit)
• kein Vorschaltgerät erforderlich

Heutige Glühlampen sind im allgemeinen nicht evakuiert. Beim Betrieb im Vakuum kommt es
zum beschleunigten Abbau der Glühwendel aufgrund des Verdampfungsprozesses infolge der
hohen Temperatur. Das führt zu einer Schwärzung der Innenseite des Kolbens und damit zu
einer deutlichen Reduzierung der Lichtausbeute und zur Verkürzung der Brenndauer.

Der Glühlampenkolben enthält deswegen in der Regel die Atmosphäre eines sauerstofffreien
Schutzgases wie z.B. Stickstoff (N), Argon (Ar) oder Krypton (Kr). Das Schutzgas bremst durch
seinen Druck die Geschwindigkeit der abdampfenden Kleinteilchen. Dadurch wird die
Verdampfungsgeschwindigkeit auf etwa 1/100 reduziert.

Um eine hohe Lichtausbeute zu erzielen, muss die Temperatur der Glühwendel möglichst hoch
und der Wärmeverlust möglichst gering sein. Die Wärmeverluste in solchen Lampen sind höher
als in einfachen Glühlampen mit Vakuum, da zu den Wärmeverlusten durch Wärmestrahlung
zusätzlich Verluste durch Wärmeleitfähigkeit infolge des Gases hinzu kommen.

Durch Formung des Glühfadens zu einem Wendel versucht man


diesem Effekt entgegen zu wirken. Die Wärmeverluste des
gewendelten Glühfadens sind gegenüber dem gestreckten Glühfaden
reduziert, da die innen liegenden Teile des Wendels sich gegenseitig
erwärmen.
Noch wirksamer ist die Doppelwendelung, die heute praktisch bei allen
Glühlampen praktiziert wird.

Allerdings wird der Glühfaden bei dieser Konstruktion anfälliger. Glüh-


lampen für besondere Anwendungen wie z.B. stoßfeste Glühlampen
für Industrie und Bergbau oder Lampen für Ampelanlagen werden mit
Einfach-Glühwendel hergestellt. Bei diesen Typen sind auch die
Halterungen für den Glühfaden aufwendiger, zudem werden sie mit
kleineren Temperaturen betrieben.

Einschaltverhalten einer Glühlampe:

Da der Wolfram-Glühfaden bei hoher Temperatur – ca. 2700 K – betrieben wird, macht sich das
Kaltleiterverhalten des Fadens deutlich bemerkbar. Beim Einschalten der Lampe ist der
Wolfram-Faden relativ niederohmig, so dass im Einschaltmoment der Lampenstrom sehr groß
ist. Dieser große Strom geht jedoch in sehr kurzer Zeit auf den Nennwert zurück, da der
62 Koners
Lichttechnik

Faden sehr schnell die Betriebstemperatur


und damit seinen normalen Warmwiderstand
(Nenn-widerstand) annimmt. Wenn mehrere
Lampen größerer Leistung am selben
Stromkreis angeschlossen werden, kann dies
im Einschaltmoment zum Ansprechen
einer Sicherung bzw. LS-Automaten
führen.

Der leicht gekrümmte Anstieg des Stromes


hat seine Ursache darin, dass der Glühfaden
leicht induktiv wirkt und somit bei genauer
Betrachtung nicht wirklich als rein ohmsch
angesehen werden kann.

Spannungsabhängige Daten der Glühlampe

• Die Stromaufnahme ändert sich unterproportional zur Spannung aufgrund des


Kaltleiter-Verhaltens (PTC-Verhalten) der Lampe
• Mit steigendem Strom wird die Lichtausbeute deutlich größer
• Die Lampenleistung ändert sich ebenfalls unterproportional (ungefähr jedoch
quadratisch)
• Die Brenndauer der Lampe wird mit steigender Spannung dramatisch kleiner.
Würde sie ständig mit 20% Überspannung betrieben, würde ihre relative Brenndauer auf
unter 10% sinken !
• Die mittlere Brenndauer von Glühlampen wird als der Zeitraum definiert, in dem 50%
aller installierten Glühlampen ausfallen.

• Die Aussagen des Diagrammfeldes gelten für alle Glühlampentypen, also auch für
Halogenlampen.

63 Koners
Lichttechnik

64 Koners
Lichttechnik

Technische Daten der Standard-Glühlampe

Standard-Glühlampen bzw. Allgebrauchs-Glühlampen sind


Glühlampen für 230 V Netzspannung.

Leistungsbandbreite: 15 W... 300 W

Vorteil des innenmattierten Glaskolbens: weniger Blendung,


da geringere Leuchtdichte

Vorteil des klaren Glaskolbens: Punktförmige Lichtquelle,


präzisere Lichtbündelung in Reflektorleuchten.

Gewindekennung:

E à Edison-Gewinde, z.B. E14, E27, E40


14, 27, 40 à Außendurchmesser des Schraub-
sockels in mm

Standard-Glühlampen: Lichtausbeute: η = 8 lm/W ... 15 lm/W


Mittlere Brenndauer: t ≈ 1000 h

Sonderformen der Standard-Glühlampe:

Diese Glühlampen enthalten das schwere Gas Krypton. Durch die geringere
Wärmeleitfähigkeit der Schutzgasatmosphäre Krypton erzielen diese
Lampentypen eine 6%...10% höhere Lichtausbeute im Vergleich zu mit
Stickstoff oder Argon gefüllten Standardlampen. Es ermöglicht auch eine
etwas höhere Glühfadentemperatur, dadurch ist das Licht etwas weißer.

Dieser Lampentyp wird für den Einsatz unter rauen Betriebs-


bedingungen konstruiert. Durch aufwendigere Fadenhalterungen
werden sie stoßfester (à Symbol), auch die etwas geringere Glühfaden-
temperatur erhöht die Betriebssicherheit. Sie werden grundsätzlich nur mit
Einfach-Wendel ausgeführt.

Diese Lampen sind für den Betrieb in schlagwetter- und explosions-


geschützten Hänge- und Handleuchten konstruiert. Diese Leuchten
entsprechen einer höheren Sicherheit bzgl. z.B. Zündschutzart.

65 Koners
Lichttechnik

Niedervolt-Glühlampen werden in 24 V- und 42 V-Ausführung mit E 27-


Sockel gefertigt. Einsatzbereich ist der Einbau in Not- und Sicherheits-
beleuchtungen im Rahmen der Schutzkleinspannung. Wegen kleinerer
Betriebsspannung und damit größerer Ströme müssen die Glühwendel
einen größeren Querschnitt erhalten. Damit steigt die Oberfläche des Glüh-
fadens und die Lichtausbeute gegenüber den 230-V-Ausführungen.
Typische Leistungsklassen: 25 W ... 100 W

Unter der Handelsbezeichnung z.B. „Linestra“ werden auch


stabförmige Glühlampen vertrieben. Aufgrund ihrer Wendelform im
innenmattierten gestreckten Glaskolben haben sie deutlich kleinere
Lichtausbeuten, ca. 7 lm/W. Ihre warmweiße Lichtfarbe, geringe
Leuchtdichte und damit geringe Direktblendung macht sie für den
Einsatz im Spiegelbereich sehr geeignet.

Reflektor-Glühlampen für 230 V Netzspannung

Reflektor-Glühlampen dienen der Akzentbeleuchtung sowie der


Beleuchtung von Schaufenstern, Verkaufsräumen, Empfangs-
hallen, Einkaufspassagen und ähnlichen Bereichen.
• Ihr Lichtstrom ist kleiner als bei Standard-Glühlampen
• In der Hauptstrahlrichtung ist er jedoch größer

Man unterscheidet zwischen Reflektorlampen mit Hartglaskolben


für den Einsatz in Innenräumen und den Lampen mit Pressglas-
kolben für den Einsatz in Innenräumen, aber auch in entspre-
chenden dichten Fassungen für den Außenbereich.

Reflektorlampen mit einem Öffnungswinkel kleiner als 15° werden


als Spot oder Engstrahler, die Lampen mit Öffnungswinkeln größer
als 15° werden als Flood oder Breitstrahler bezeichnet.

Eine Sonderausführung der Reflektor-Glühlampen stellen die


„Kaltlichtspiegel-Lampen“ dar. Ihr Glaskolben besitzt eine
Verspiegelung, die vorwiegend die Lichtstrahlung reflektiert, nicht aber
die Wärmestrahlung. Dadurch werden die beleuchteten Objekte (z.B.
Ausstellungsobjekte in Schaufenstern) thermisch weniger belastet,
allerdings wird der Sockel umso höher belastet, so dass dort auf eine
wirksame Wärmeabfuhr geachtet werden muss.

Eine weitere Variante der Reflektor-Glühlampen sind die „Kopfspiegel“-


Lampen.

• Sie dienen mehr der dekorativen Beleuchtung


• Ihr Spiegel verhindert eine direkte Blendung.

66 Koners
Lichttechnik

„Halogen“-Glühlampen spielen seit vielen Jahren eine wichtige Rolle, weil sie wegen ihrer
kompakten Bauweise und anderer besonderer Eigenschaften in vielen Bereichen der Innen-
und Außenbeleuchtung eingesetzt werden können.
Bei Standard-Glühlampen wird im Laufe der Betriebszeit durch Verdampfen des
Wolfram-Glühfadens eine Schwärzung des Glaskolbens und damit eine Reduzierung der Licht-
ausbeute wirksam. Genau dieser Nachteil wird bei Halogen-Lampen verhindert, indem man
dem Schutzgas ein Halogen (=Salzbildner) beimengt. Salzbildner sind in der Lage, sich im
Betrieb mit Metallen zu einem Salz zu verbinden. In einer Halogenlampe läuft folgender
thermisch-chemischer Prozess ab:
Durch die hohe Temperatur des Glühfadens werden ständig kleine Wolframpartikel
abgesprengt, die sich bei anderen Glühlampen am Innenkolben absetzen und diesen zuneh-
mend schwärzen. Bei Temperaturen oberhalb von 250°C werden die Halogene wirksam und
binden die abgedampften Wolframpartikel und bilden ein farbloses Gas, so dass keine Schwär-
zung eintritt.
Aufgrund der hohen Temperatur im Glaskolben entsteht eine ständige intensive
Strömung der Halogen-Wolfram-Verbindungen, die bei der Verwirbelung immer wieder in die
Nähe des Wolfram-Glühfadens gelangen. Wenn die Temperatur dieser Verbindungen dabei auf
über 1400°C steigt, zerfallen die Verbindungen, so dass sich die Wolframpartikel wieder auf
dem Glühfaden absetzen und die Halogene wieder für einen neuen Prozess zur Verfügung
stehen.

à Hierdurch erreicht man vor allem folgende Vorteile der Halogen-Glühlampen:

• Praktisch konstante Lichtaus-


beute während der gesamten
Betriebszeit
• Weißere, brilliantere Lichtfarbe
und höhere Lichtausbeute
insgesamt
• Farbtemperatur ca. 3000K im
Vergleich zu ca. 2700K bei
Standard-Glühlampen
• hohe mittlere Brenndauer, ca.
2000...4000 Stunden
• kompakter (kleiner) Aufbau

Auf die Vielfalt der Ausführungsformen bei Hochvolt- und vor allem Niedervolt-Typen wird hier
nicht näher eingegangen.
67 Koners
Lichttechnik

Entladungslampen

Als Gase kommen in Entladungslampen Metalldämpfe wie


Quecksilberdampf (Hg) oder Natriumdampf (Na) oder in
speziellen Bereichen auch Xenon (Xe) und Neon (Ne) -
gegebenenfalls auch gemischt mit Helium - zur Anwendung.

In den Gasen entstehen während des Stromdurchgangs anstelle eines geschlossenen Farb-
spektrums wie bei Glühlampen immer nur bestimmte von der jeweiligen Gasart abhängige
Lichtfarben, die auch als Lichtlinien oder bei Auftreten von Linienhäufungen als Lichtbanden
bezeichnet werden.

In einer Quecksilberdampf-Atmosphäre
entstehen insbesondere Lichtfarben mit
den Wellenlängen 405 nm/408 nm, 436 nm, 546 nm und 577 nm/579 nm. Neben diesen
sichtbaren Lichtfarben entstehen auch intensive Anteile an UV-Strahlung. Das Gemisch dieser
Lichtfarben ergibt einen bläulichen Lichtschein.

In Natriumdampf entsteht dagegen unter


Niederdruck-Verhältnissen eine Lichtfarbe
mit nur einer einzigen Wellenlänge von 589
nm, damit handelt es sich hier praktisch um
monochromatisches Licht in einem orange-
gelblichen Lichtton, denn die weiteren Licht-
farben haben nur einen Anteil von unter 1%,
bezogen auf die Strahlung bei 589 nm.
Beim Stromdurchgang von Neon entsteht ein rotes Licht, z.B. bei der
Anzeigeglimmlampe des Spannungsprüfers.
Da mit diesen Lichtfarben bzw. Lichtfarbgemischen in der Regel keine akzeptable
Farbwiedergabe erreicht werden kann, werden insbesondere bei Quecksilberdampflampen an
den Innenseiten der Glaskolben Leuchtstoffe aufgebracht, die das Farbspektrum durch
Fluoreszenz bei Bestrahlung mit UV ergänzen.

à Da insbesondere Quecksilber giftig ist und auch Natriumdampflampen häufig Zusätze mit
Quecksilber enthalten, aber auch Leuchtstoffe schädlich sind, müssen alle Entladungslampen
nach Gebrauch in einem ordnungsgemäßen Zustand einem Recycle-Prozess zugeführt
werden.

68 Koners
Lichttechnik

Der Betrieb von Entladungslampen

Zu unterscheiden sind Niederdruck-Entladungslampen und Hochdruck-Entladungslampen.

Niederdruck-Entladungslampen besitzen Hochdruck-Entladungslampen besitzen ein


ein Brennerrohr von ca. 0,5m...1,5m Länge. wesentlich kürzeres Brennrohr von nur eini-
Der Innendruck ihres Betriebsgases beträgt gen cm Länge, ihr Betriebsdruck ist jedoch
ungefähr p ≈ 1 Pa = 10-5 bar.Je höher der deutlich größer, häufig 1bar...10bar und
Gasdruck, umso blauweißer wird die noch höher.
Lichtfarbe. Zur Erleichterung der Zündung Auch hier wird zur Erleichterung der
wird dem eigentlichen Betriebsgas noch ein Zündung ein Hilfsgas beigemengt.
Hilfsgas – z.B. Argon – mit einem Eigen-
druck von ca. p ≈ 1000 Pa = 10-2 bar
beigemischt.

Alle Entladungslampen benötigen zur


Strombegrenzung ein Vorschaltgerät.
Im Normalzustand hat die Gasstrecke
im Brennerrohr einen unendlich hohen
Widerstand, da es kaum freie La-
dungsträger gibt. Erreicht die angeleg-
te Spannung jedoch eine bestimmte
Größe, ist die Feldstärkenwirkung so
groß, dass es zu einer elektrischen Entladung kommt. Aus den Gasatomen werden Elektronen
herausgelöst und stark beschleunigt, dadurch prallen sie auf andere Atome und schlagen dort
wiederum Elektronen aus den Bindungen, somit kommt es zu einem lawinenartigen Anstieg des
Stromes („Stoßionisation“),da der Widerstand der Gasstrecke äußerst klein wird.

Ohne eine strombegrenzungsmaßnahme käme es in Sekundenbruchteilen zu enormen Wärme-


entwicklungen und Druckanstiegen und in Folge zur Zerstörung der Lampe.

Als Vorschaltgeräte kommen grundsätzlich ohm´sche, induktive, kapazitive und elektronische


Typen (EVG) zur Anwendung. Bei Spulen tritt weniger Verlustleistung als bei ohm´schen Wider-
ständen auf, der Leistungsfaktor sinkt hierbei auf Werte um cos ϕ ≈ 0,5. Mit Hilfe elektronischer
Vorschaltgeräte (EVG) lassen sich Konstantstromquellen realisieren.
Bei einigen Entladungslampen ist bereits ein Vorschaltgerät im Lampenkörper integriert.

69 Koners
Lichttechnik

Besondere Eigenschaften von Gasentladungslampen

Die Nutzbrenndauer von Entladungslampen ist meistens deutlich länger als die von Glühlam-
pen. Während eine Glühlampe normalerweise plötzlich ausfällt, nimmt der Lichtstrom von
Entladungslampen im Laufe der Brenndauer aufgrund verschiedener Alterungsprozesse
kontinuierlich ab. Daher ist es Aufgabe der Fachkraft, die Alterung der Leuchtmittel zu
beobachten und bei Unterschreiten eines bestimmten Lichtstromes für einen Austausch der
Lampe zu sorgen. Das Erkennen der Alterung von Entladungslampen geschieht teilweise auch
automatisch, indem z.B. elektronische Vorschaltgeräte die Parameter der alternden Lampe fest-
stellt und die Lampe dann automatisch vom Netz trennt. Bei konventionellen Schaltungen lässt
beim Starten der Lampe ein Flackern erkennen, dass die Entladungslampe nicht mehr
ordnungsgemäß arbeitet.

Entladungslampen auf der Basis von Metalldämpfen erreichen in den ersten Betriebsstunden
noch nicht ihren Nennlichtstrom. Neue Leuchtstofflampen erzielen z.B. erst nach ca. 100
Betriebsstunden ihren Nennlichtstrom. Auch nach jedem Einschalten benötigen sie 30 min ....
60 min zum Erreichen ihrer maximalen Helligkeit. Aussagekräftige Beleuchtungsstärken-
messungen sind also erst nach entsprechender Wartezeit sinnvoll.

Alle Entladungslampen flimmern periodisch in Abhängigkeit von der Netzfrequenz des Wechsel-
stromes. Dies erfolgt im 50-Hz-Netz 100 mal pro Sekunde, da sie bei jeder Stromhalbwelle
aufleuchten und erlöschen mit jedem Nulldurchgang wieder. Dies führt zu einem à Stroboskop-
Effekt, der unter Umständen gefährlich werden kann.

à Stroboskopeffekt

Möglichkeiten zur Minderung des Stroboskopeffektes:

• Gleichmäßige Verteilung der Lampen auf die drei Leiter des Drehstromnetzes
• Anwendung der à Duoschaltung bei Leuchtstofflampen
• Betrieb der Lampen mit Gleichstrom
• Betrieb der Lampen mit sehr hoher Frequenz (≥ 30 kHz), z.B. an Vorschaltgeräten

70 Koners
Lichttechnik

Aufbau und Eigenschaften der stabförmigen Leuchtstofflampe

Leuchtstofflampen sind Quecksilberdampf-Niederdrucklampen für Niederspannung. Neben


Quecksilber enthält ihr Brennrohr ein Hilfsgas wie z.B. Argon oder Krypton.

Die als Heizwendel aus Wolframdraht ausgeführten Elektroden zu beiden Seiten des Lampen-
besitzen eine Beschichtung, die bei Erwärmung besonders leicht frei bewegliche Elektronen
emittiert. Die Elektronen müssen während des Betriebes eine Temperatur von 600°C ... 900°C
besitzen, damit der Übergang in die Gasstrecke möglichst verlustarm erfolgt. Damit Leucht-
stofflampen gedimmt werden können, muss diese Heizwendeltemperatur erhalten bleiben.
Je intensiver die Heizelektroden vorgewärmt werden, desto materialschonender erfolgt
der Lampenstart. Ein Lampenstrart mit niedriger Heiztemperatur führt zu erhöhtem Material-
verlust und damit vorzeitigem Altern der Lampe.

An den Innenseiten des Brennrohres wird eine Leuchtschicht aufgebracht, sie bestimmt die
Lichtfarbe und Farbwiedergabe der Lampe, indem die in der Lampe selbst erzeugte UV-
Strahlung beim Auftreffen auf die Leuchtpartikel in sichtbare Strahlung, also Licht umgewandelt
wird.

Bei den Rohrdurchmessern gibt es zunehmend eine Entwicklung von anfänglich 38 mm


Durchmesser ∅ über 26 mm ∅ hin zu heute oft schon 16 mm ∅.

Vorteil eines dünnen Lampen-Rohrdurchmessers:


• Materialeinsparung bei der Fertigung
• Raumersparnis bei Transport und Lagerung
• Höherer Leuchtenwirkungsgrad
• Bessere gestalterische Möglichkeiten bzgl. Leuchtenkörper à Design-Aspekte

Nachteil eines dünnen Lampen-Rohrdurchmessers:


• Höhere Leuchtdichte auf der Lampenoberfläche à Blendgefahr
71 Koners
Lichttechnik

Technische Daten der stabförmigen Leuchtstofflampe

T-12-Lampen können durch T-8-Lampen gleicher Länge ersetzt werden, da Sockel-Stiftabstand


an der Lampe und technische Daten des Vorschaltgerätes übereinstimmen.

Bei T-8-Lampen liegt die Lichtausbeute ca. 10% über der Lichtausbeute der T-12-Lampen.
à η ≈ 50 lm/W ... η ≈ 90 lm/W

η ≈ 93 lm/W ... 104 lm/W η ≈ 79 lm/W … 88 lm/W

à Der Betrieb von T-5-Lampen erfolgt nur mit elektronischem Vorschaltgerät (EVG).

72 Koners
Lichttechnik

Lichttechnische Eigenschaften

Der von einer Leuchtstofflampe erzeugte Lichtstrom ist abhängig von der Umgebungstem-
peratur des Brennrohres. Diese Eigenschaft ist zurückzuführen auf die Änderung des Gas-
drucks bei der Niederdruckentladung. Der vom Hersteller angegebene Lampen-Nennlichtstrom
ϕ 0 ist in der Regel der maximal erreichbare Lichtstrom.

Die klassischen L-
Lampen 65W(T-12) und
58W (T-8) erreichen
ihren maximalen

Lichtstrom bei δu ≈
18°C.

Bei niedrigerer und


höherer Temperatur
verringert sich der
erzeugte Lichtstrom.

Die Abnahme des Lichtstromes unterhalb bzw. oberhalb des Maximums bei 18°C verläuft
jedoch unterschiedlich stark. Bei 0°C z.B. sinken die Lichtströme auf 70% bzw. 50%:

à Der Einsatz von stabförmigen Leuchtstofflampen in der Außenbeleuchtung ist also nur
bedingt zu empfehlen !!

Das Diagramm
zeigt auch, dass
für einen Einsatz
im Außenbe-
reich die 38-mm-
Röhre günstiger
als die 26-mm-
Röhre ist.
Deutlich auch zu
erkennen, dass
die T-5-Typen
(16mm) für die
Außenanwen-
dung unbrauch-
bar sind.

Moderne hocheffiziente Leuchtstofflampen mit 16 mm Rohrdurchmesser (T-5) sind so kon-


zipiert, dass sie ihren maximalen Lichtstrom bei etwa 35°C Umgebungstemperatur erreichen,
also einer Temperatur, wie sie häufig in Deckenleuchten vorherrscht und somit dort sehr
effizient arbeiten können.

73 Koners
Lichttechnik

Stabförmige Dreibanden-Leuchten:

Die heute am häufigsten eingesetzten Leuchtstofflampen sind die sogenannten Dreibanden-


Leuchten, bekannt unter z.B. folgenden Handelsnamen:

Lumilux Plus, TL-D Super 80, Luxline Plus, Polylux 800 und weitere

Diese Lampen besitzen eine Leuchtschicht, die kein geschlossenes Farbspektrum erzeugt,
sondern schwerpunktmäßig Banden der drei Farben Blau, Grün und Rot. Die folgenden Dia-
gramme zeigen drei Lampentypen mit unterschiedlicher Gewichtung der einzelnen Banden.
Die drei Farben werden vom Auge zu einem Weiß integriert. Die Lichtfarben erzielen die
Qualität der Kategorie 1 B.

⇒ Dreibandenlampen vereinigen hohe Lichtausbeute mit sehr guter Farbwiedergabe (1 B).

Die folgenden Tafeln zeigen die Farbwiedergabe sogenannter „de Luxe“-Dreibandenlampen


(oft auch als Fünfbanden-Lampen bezeichnet). Man erkennt hier zusätzlich die zwei
Farbbanden Gelb + Violett.

⇒ Die Qualität der Farbwiedergabe ist hier noch größer, sie zählt zur Kategorie 1 A.

⇒ Die Lichtausbeute ist jedoch geringer als die der Dreibanden-Leuchtstofflampen !!

Beispiele für Einsatzbereiche:


• Betriebe, in denen Farben produziert oder gemischt werden
• Betriebe, in denen Stoffe bedruckt oder gefärbt werden
• Druckereien, in denen Kunstdrucke hergestellt werden
• Dental-Labore und Zahnarzt-Praxen
74 Koners
Lichttechnik

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Induktive Standardschaltung für Leuchtstofflampen

Induktive Vorschaltgeräte für L-Lampen:

KVG ⇒ Konventionelles Vorschalt-Gerät


VVG ⇒ Verlustarmes Vorschalt-Gerät

Nichtinduktives Vorschaltgerät für L-Lampen

EVG ⇒ Elektronisches Vorschalt-Gerät

R = Drossel (KVG oder VVG)


K = Starter mit B = Glimmzünder und
CE = Entstörkondensator
Ck = Parallelkompensationskondensator

Achtung ! 1. Bei induktiven Schaltungen mit Entladungslampen muss ab einer Leistung


von 250 W pro Außenleiter kompensiert werden.
2. Bei Anwendung der Parallelkompensation muss eine Rückfrage beim
zuständigen Netzbetreiber (EVU) erfolgen, wenn die Gesamt- Scheinleistung
der Beleuchtungsanlage S > 5 kW ist und das EVU für den Betrieb seiner
Rundsteueranlage (TRA) eine Steuerfrequenz f > 300 Hz einsetzt.

75 Koners
Lichttechnik

Beschreibung der zeitlichen Abläufe beim Startvorgang:

Anlegen einer Spannung an die Schaltung. Infolge der erzeugten Wärme verbiegen
Im Glimmzünder des Starters fließt ein klei- sich die Bimetallelektroden, der Bimetall-
ner Strom, der zwischen den Bimetallkontak- kontakt schließt, und es fließt ein größerer
ten eine Glimmentladung hervorruft. Strom.

Der Strom erwärmt die Lampenelektroden, Da die Glimmentladung beim Schließen


so dass frei bewegliche Elektronen in die erloschen ist, kühlen die Bimetallelektro-den
Gasstrecke der Lampe heraustreten und ab, öffnen und unterbrechen den Heizstrom.
diese vorionisieren. Dadurch entsteht im Vorschaltgerät durch
Selbstinduktion ein Spannungsimpuls, der die
Lampe zündet.
76 Koners
Lichttechnik

Zusammenfassung:

• Häufige Gase in Entladungslampen sind Quecksilberdampf, Natriumdampf, Xenon und


Neon.
• Mit den Eigenlichtfarben der Gase (mit Ausnahme von Xenon) ist keine brauchbare
Farbwiedergabe erreichbar. Mit Hilfe von Leuchtstoffschichten lassen sich zusätzliche
Lichtfarben gewinnen.
• Leuchtstofflampen sind Quecksilberdampf-Niederdrucklampen für Niederspannung.
• Der von einer Leuchtstofflampe erzeugte Lichtstrom ist stark abhängig von der Umgebungs-
temperatur des Lampenrohres.
• Als Vorschaltgeräte zur Strombegrenzung in L-Lampen kommen Drosseln in Form induk-
tiver konventioneller Vorschaltgeräte wie KVG oder verlustarme Ausführungen VVG sowie
elektronische Vorschaltgeräte EVG zum Einsatz.

77 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Leuchten (Grundtypen A...E)

• Leuchten sind die Träger der Lampen Sie dienen dem elektrischen Anschluss und dem
mecha-nischen Schutz der Lampen.
• Sie bieten Schutz gegen direktes Berühren und indirektes Berühren aktiver Teile.
• Sie lenken das Licht und verhindern Direktblendung des Menschen.
• In der Raumgestaltung sind Leuchten außerdem eine wesentliche innenarchitektonische
Gestaltungskomponente.
• Für die Berechnung der erforderlichen Zahl von Lampen und Leuchten für eine Innen-
raumbeleuchtung muss der Planungsfachkraft der Leuchtenwirkungsgrad bekannt sein.

Die Lichtverteilungskurve (LVK)


für den Typ A zeigt beispielhaft,
dass der untere Lichtstromanteil
min destens 90% des Lichtstro-
mes ϕ 0 betragen muss.

Es handelt sich hier um eine


typisch direkt strahlende
Leuchte. 90%

78 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

79 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Ausgewählte Varianten des Leuchtentyps A

80 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Leuchtenwirkungsgrad und Leuchtenbetriebswirkungsgrad

81 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Raum- und Beleuchtungswirkungsgrad

• Zur Anwendung des Wirkungsgradverfahrens für die Berechnung der erforderlichen


Lampen- und Leuchtenzahl für eine Innenraumbeleuchtung ist auch die Kenntnis des
beleuchtungs-technischen Wirkungsgrades des Raumes erforderlich.
• Für eine Beleuchtungsplanung ist es erforderlich, den Raumwirkungsgrad im voraus zu
bestimmen. Leuchtenhersteller veröffentlichen deshalb in ihren Planungshandbüchern
Raumwirkungsgradtabellen.

Mathematisch gesehen ist der Raumwirkungsgrad das Verhältnis zwischen dem senkrecht
auftretenden Nutzlichtstrom, der in dem zu beleuchtenden Raum in Höhe der Arbeitsfläche
wirksam ist und dem Lichtstrom, der von den installierten Leuchten ausgeht.

ϕL = Leuchtenlichtstrom

ϕNutz = Nutzlichtstrom

ϕNutz
Raumwirkungsgrad ηR = ---------
ϕL

Rechenbeispiel:

82 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Abhängigkeiten des LiTG - Raumwirkungsgrades

Für eine Beleuchtungsplanung muss der Raumwirkungsgrad im voraus bestimmt werden. Auf
Messergebnisse kann dann zwangsläufig noch nicht zurückgegriffen werden. Leuchtenherstel-
ler veröffentlichen daher in ihren Planungshandbüchern Raumwirkungsgradtabellen, die auf
Erfahrungsdaten basieren, die früher die sogenannte Deutsche Lichttechnische Gesellschaft
e.V. - genannt LiTG – erstellt hat.

Nach LiTG -Unterlagen ist der Raumwirkungsgrad ηR abhängig ...

• vom verwendeten Lampentyp (A,B,C,D oder E)


• von den Abmessungen des Raumes
• vom Reflexionsgrad ρ1 (rho) der Raumdecke
• vom Reflexionsgrad ρ2 der seitlichen Raumumschließungsflächen (Wände, Fenster etc.)
• vom Reflexionsgrad ρ3 der Nutzfläche (Arbeitsfläche oder Fußboden)

Leuchte vom Typ A (direkt strahlend)

Leuchten vom Typ A oder B führen zu einem


hohen Raumwirkungsgrad, da die Verluste
durch Streuung in der Luft und Umwandlung in
Wärme äußerst gering sind.

Bei direkt strahlenden Leuchten sind die


Raumwirkungsgrade sehr hoch.

Leuchte vom Typ E (indirekt strahlend)

Bei einer Leuchte mit hohem Indirektanteil an


der Gesamtstrahlung muss die Strahlung erst
von den Umschließungsflächen des Raumes
reflektiert werden, bevor sie die Arbeitsfläche
erreicht. An jeder reflektierenden Fläche treten
Lichtverluste auf in Abhängigkeit von den
Eigenschaften der Fläche.

Bei indirekt strahlenden Leuchten (Typ D


und E) kommt es zu einer Verminderung
des Raumwirkungsgrades.

• Die angestrahlte Decke erhöht in der Regel die vertikale Beleuchtungsstärke und lässt den
Raum heller und freundlicher erscheinen, obwohl die reine Arbeitsfläche weniger stark be-
leuchtet wird.
• Eine reine Allgemeinbeleuchtung erfordert fast immer den Einsatz zusätzlicher (direkt
strahlender) Arbeitsplatzleuchten
83 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Zusammenhänge Raumwirkungsgrad und Raumgrundriss

Anhand von zwei Raumgrundrissen soll hier gezeigt werden, wie die geometrischen Abmessun-
gen den Raumwirkungsgrad beeinflussen:

Bei gleicher Grundfläche (jeweils 20 m²) der beiden rechtwinkligen Räume ist die Gesamtwand-
länge des rechten Raumes mit langen Raumseiten um 6 m länger als der mehr quadratische
Raum. Dadurch wird bei einem Reflexionsgrad ρ < 1 mehr Strahlung absorbiert.

• Ein Raum mit langem und schmalem Grundriss führt bei ansonsten gleichen Bedingungen
zu einem kleineren Raumwirkungsgrad ηR.
• Ein Raum mit rein quadratischer Grundfläche bietet den höchsten Wirkungsgrad ηR.

Bestimmen des beleuchtungstechnischen Raumwirkungsgrades:

Die von den Leuchtenherstellern veröffentlichten Raumwirkungsgradtabellen enthalten


meistens 100 Raumwirkungsgrade, deren Werte durch Versuche oder Berechnung ermittelt
wurden und auf den jeweils angebotenen Leuchtentyp abgestimmt sind. Die folgende Tabelle
zeigt ein entsprechendes Beispiel für eine Leuchte vom Typ A 50 mit einer flügelartigen LVK.

Zur Erinnerung: Der Raumwirkungsgrad ηR ist abhängig ...

• vom verwendeten Lampentyp (A,B,C,D oder E)


• von den Abmessungen des Raumes
• vom Reflexionsgrad ρ1 (rho) der Raumdecke
• vom Reflexionsgrad ρ2 der seitlichen Raumumschließungsflächen (Wände, Fenster etc.)
• vom Reflexionsgrad ρ3 der Nutzfläche (Arbeitsfläche oder Fußboden)

84 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Um den Einstieg in die Raumwirkungsgradtabellen zu vereinfachen, wurden die Raummaße


zu einem Index k zusammengefasst. Es gilt folgender Zusammenhang:

Beachte: Als Raumhöhe h gilt nicht die Wandhöhe,


sondern der Abstand zwischen Lichtaustrittsfläche der
Leuchte und der Arbeitsfläche !

Für indirekt oder vorwiegend indirekt strahlende Leuch-


ten gilt als Nutzhöhe h der Abstand zwischen der Decke
und der Arbeitsfläche !

Rechenbeispiel:

85 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Raumwirkungsgrad > 1 ?

In obiger Tabelle fällt auf, dass einige Raumwirkungsgrade > 1 aufgeführt sind. Hier ist zu be-
achten, dass der Raumwirkungsgrad im physikalischen Sinn kein echter Wirkungsgrad ist, son-
dern nur im mathematisch übertragenen Sinn, da er rechnerisch aus dem Verhältnis zweier
Lichtströme gebildet wird.

86 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Beleuchtungswirkungsgrad:

87 Koners
Lichttechnik

Planungsgrundlagen Innenraum

Verminderungsfaktor (Wartungsfaktor) ν = 1/p

Anstelle des Planungsfaktors p wird bei Berechnungen auch wohl der Verminderungsfaktor ν
benutzt. Er ist der Kehrwert des Planungsfaktors p, so dass sich obige Gleichungen wie folgt
ändern:

Der Verminderungsfaktor steht hier im Nenner des Bruchs praktisch wie ein zusätzlicher
Wirkungsgrad neben dem Beleuchtungswirkungsgrad.

Die folgende Tabelle enthält neben den schon gezeigten Planungsfaktoren zusätzlich die ent-
sprechenden Verminderungsfaktoren:

Die Lichtstromabnahme infolge Alterung ist bei modernen Leuchtstofflampen sehr gering. Auch
die Reflektoreigenschaften moderner Leuchtenkörper verschmutzen nur noch sehr langsam.
Deswegen sollen Alterungsfaktoren für Lampen, Leuchten und Raumverschmutzung von der
Planungsfachkraft individuell für Beleuchtungsanlagen festgelegt werden.

Beispiel für die Ermittlung eines Verminderungsfaktors = Wartungsfaktors:

88 Koners
Lichttechnik

Programmtabelle zur Beleuchtungsplanung

Objekt: Raum:

1. Lampendaten Lampenleistung: P0 (W) =


Lampentyp: Lampenlichtstrom: φ 0 (lm) =
2. Leuchtentyp
Bezeichnung nach Hersteller: Zahl der Lampen pro Leuchte: z =
Lichtstärkeverteilung: Leuchtenbetriebswirkungsgrad: ηLB =
3. Nennbeleuchtungsstärke: En (lx) =
4. Raumabmessungen Raumfläche: A (m²) = a • b =
Raumlänge: a (m) = Aufhängehöhe (Abstand zwischen Leuchte und
Raumbreite: b (m) = Nutzebene): h (m) =
Raumhöhe: H (m) =
5. Berechnung des Raumindex
a•b
k = ------------- = gewählt: k (0,6; 0,8; 1,0; 1,25; 1,5; 2,0; 2,5; 3,0; 4,0; 5,0) =
h • (a + b)
6. Bestimmung von Raumwirkungsgrad und Beleuchtungswirkungsgrad

Berechnung des mittleren Reflexionsgrades der Wände: ρWand


Teilflächenbezei Länge l (m) Höhe H (m) Fläche Reflexionsgrad Aj • ρj (m²)
chnung Aj (m²) = l • H ρj

XXXXXXXXX XXXXXXXXX XXXXXXX ΣAj = XXX Σ (Aj • ρj) =

Σ (Aj • ρj)
ρWand = ------------ = gewählt: ρWand (0,5; 0,3; 0,1; 0) =
ΣAj
Reflexionsgrad Decke: : ρDecke = Reflexionsgrad Arbeitsebene: : ρNutz =
Beleuchtungswirkungsgrad:
Raumwirkungsgrad: : ηR = ηB = ηLB • ηR =

7. Planungsfaktor: p =
8. Gesamtlichtstrom 9. Erforderliche Lampenzahl
φges
En • A • p n La = ------ = ⇒ gewählt: nLa =
φges (lm) = ------------ = φ0
ηB
10. Erforderliche Leuchtenzahl
nLa
n = ------ = ⇒ gewählt: n =
z

89 Koners
Lichttechnik

Muster zur Erarbeitung der einzelnen Schritte anhand einer konkreten Planungsaufgabe:

Die Allgemeinbeleuchtung eines rechteckigen Büroraumes soll mit direkt/indirekt strahlenden


zweilampigen abgehängten Leuchten (Pendellänge ca. 0,5 m) für Leuchtstofflampen 58
W/Lichtfarbe 840 - φ0 = 5200 lm realisiert werden. Die Leuchtstärkeverteilung entspricht C 43.
Der Leuchtenbetriebswirkungsgrad beträgt nach Herstellerangaben ηLB = 0,7. Nach DIN 5035
wird eine Nennbeleuchtungsstärke En = 500 lx gefordert. Der Raum hat die Abmessungen
a = 9,5 m, b = 6,5 m und H = 2,8 m. Eine lange Raumwand besteht überwiegend aus Fenstern
und soll mit einem Reflexionsgrad ρ = 0,1 berücksichtigt werden. Für die übrigen Wandflächen
ist ein Reflexionsgrad ρ = 0,6 und für die Decke sind ρDecke = 0,7 und für die Arbeitsebene
ρNutz = 0,2 anzusetzen. Da „normale Verschmutzung“ zu erwarten ist, gilt ein Planungsfaktor
p = 1,25.

à Die Zahl der erforderlichen Lampen und Leuchten soll mit Hilfe der oben gezeigten
Programmtabelle bestimmt werden.

90 Koners
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91 Koners
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Übungsbeispiel zur Ermittlung von Lampen- u. Leuchtenzahl nach obigem Muster:

Für ein Zeichenbüro ist die Beleuchtungsanlage zu planen. Es sollen Leuchtstofflampenleuch-


ten mit Spiegelrastern für den Deckenunterbau installiert werden, die mit je 2 Lampen vom
Typ 58 W/840 - φ0 = 5200 lm – bestückt sind. Der Leuchtenbetriebswirkungsgrad wird mit ηLB
= 0,7 angegeben. Die Lichtstärkeverteilung der Leuchte entspricht dem Typ A 50. Das Büro hat
folgende Abmessungen: a = 13 m; b = 8,5 m; H = 2,55 m. Die mittlere Arbeitshöhe an den
Zeichentischen wird mit 1,20 m über dem Fußboden angenommen. Auf diese Höhe ist die
Beleuchtungsstärke En = 1000 lx zu beziehen (siehe Hinweis unten). Der Reflexionsgrad einer
langen Wand wird etwa ρ = 0,7 betragen. Die andere Wand besteht im wesentlichen aus Isolier-
glasfenstern, für die ein Reflexionsgrad von ρ = 0,1 angenommen wird.. Die beiden kurzen
Wände sollen etwas dunkler gestrichen werden: Reflexionsgrad ρ = 0,3. Der Reflexionsgrad der
weißen Deckenfläche wird etwa ρDecke = 0,8 erreichen. Für die Nutzebene (im wesentlichen der
Fußboden) wird ein Reflexionsgrad ρ = 0,1 berücksichtigt. Der Planungsfaktor wird mit p = 1,25
festgelegt.

à Mit Hilfe einer Programmtabelle ist die erforderliche Lampen- und Leuchtenstück-
zahl zu bestimmen.

Hinweis: Auf der schrägen Fläche der Zeichenbretter eines Zeichenbüros soll nach DIN
5035 eine Nennbeleuchtungsstärke En = 750 lx erreicht werden. Da beim Wir-
kungsgradverfahren die Beleuchtungsstärke aber auf die horizontale Ebene
bezogen wird, kann man vereinfachend 1000 lx ansetzen, bezogen auf die mitt-
lere Höhe der Zeichenbretter über dem Fußboden.

Raumwirkungsgradtabelle:

Raumwirkungsgrad ηR
Leuch- Decke ρ1 0,8 0,8 0,7 0,7 0,5 0,5 0,3 0,3 0,1 0
tentyp
Wand ρ2 0,5 0,5 0,5 0,3 0,5 0,3 0,3 0,1 0,5 0
nach LVK
DIN Nutzebene ρ1 0,3 0,1 0,2 0,1 0,3 0,1 0,1 0,1 0,2 0
5040 k ηR
0,6 0,55 0,52 0,53 0,45 0,52 0,44 0,44 0,40 0,49 0,38
0,8 0,68 0,64 0,65 0,57 0,65 0,57 0,56 0,52 0,61 0,50
1,0 0,77 0,71 0,73 0,65 0,73 0,64 0,63 0,60 0,68 0,58
1,25 0,87 0,80 0,82 0,74 0,82 0,73 0,72 0,68 0,75 0,67
A50 1,5 0,94 0,85 0,88 0,79 0,88 0,78 0,77 0,74 0,81 0,72
2,0 1,01 0,90 0,94 0,85 0,94 0,84 0,83 0,80 0,85 0,78
2,5 1,07 0,94 0,99 0,90 0,99 0,89 0,87 0,85 0,89 0,83
3,0 1,11 0,98 1,02 0,94 1,03 0,92 0,91 0,89 0,92 0,87
4,0 1,15 1,00 1,05 0,96 1,06 0,95 0,93 0,92 0,94 0,89
5,0 1,19 1,02 1,07 0,99 1,08 0,97 0,95 0,94 0,96 0,92

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Programmtabelle zur Beleuchtungsplanung

Objekt: Raum:

1. Lampendaten Lampenleistung: P0 (W) =


Lampentyp: Lampenlichtstrom: φ 0 (lm) =
2. Leuchtentyp
Bezeichnung nach Hersteller: Zahl der Lampen pro Leuchte: z =
Lichtstärkeverteilung: Leuchtenbetriebswirkungsgrad: ηLB =
3. Nennbeleuchtungsstärke: En (lx) =
4. Raumabmessungen Raumfläche: A (m²) = a • b =
Raumlänge: a (m) = Aufhängehöhe (Abstand zwischen Leuchte und
Raumbreite: b (m) = Nutzebene): h (m) =
Raumhöhe: H (m) =
5. Berechnung des Raumindex
a•b
k = ------------- = gewählt: k (0,6; 0,8; 1,0; 1,25; 1,5; 2,0; 2,5; 3,0; 4,0; 5,0) =
h • (a + b)
6. Bestimmung von Raumwirkungsgrad und Beleuchtungswirkungsgrad

Berechnung des mittleren Reflexionsgrades der Wände: ρWand


Teilflächenbezei Länge l (m) Höhe H (m) Fläche Reflexionsgrad Aj • ρj (m²)
chnung Aj (m²) = l • H ρj

XXXXXXXXX XXXXXXXXX XXXXXXX ΣAj = XXX Σ (Aj • ρj) =

Σ (Aj • ρj)
ρWand = ------------ = gewählt: ρWand (0,5; 0,3; 0,1; 0) =
ΣAj
Reflexionsgrad Decke: : ρDecke = Reflexionsgrad Arbeitsebene: : ρNutz =
Beleuchtungswirkungsgrad:
Raumwirkungsgrad: : ηR = ηB = ηLB • ηR =

7. Planungsfaktor: p =
8. Gesamtlichtstrom 9. Erforderliche Lampenzahl
φges
En • A • p n La = ------ = ⇒ gewählt: nLa =
φges (lm) = ------------ = φ0
ηB
10. Erforderliche Leuchtenzahl
nLa
n = ------ = ⇒ gewählt: n =
z

93 Koners
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Zusammenfassung Planungsgrundlagen Innenraum:

Der beleuchtungstechnische Raumwirkungsgrad ηR (nach LiTG) ist abhängig vom jeweils ver-
wen deten Leuchtentyp (A,B,C,D, E), von den Abmessungen des Raumes, vom Reflexionsgrad
der Raumdecke ρ1 ,vom Reflexionsgrad der seitlichen Raumumschließungsflächen (Wände,
Fesnter usw.) ρ2 und vom Reflexionsgrad der Nutzfläche (Arbeitsfläche oder Fußboden) ρ3.

Leuchten mit hohem Direktanteil – z.B. Leuchten des Typs A oder B – führen allgemein zu
hohen Raumwirkungsgraden. Leuchten mit Indirektanteil – z.B. Leuchten des Typs D oder E –
führen bei sonst unveränderten Umgebungsbedingungen zu kleineren Raumwirkungsgraden.

Eine indirekte Allgemeinbeleuchtung erfordert eventuell den Einsatz zusätzlicher (direkt strah-
lender) Arbeitsplatzleuchten.

Der Beleuchtungswirkungsgrad ηB ist das Produkt aus Leuchtenbetriebswirkungsgrad ηLB und


Raumwirkungsgrad ηR. Er ist der beleuchtungstechnische Gesamtwirkungsgrad der Anlage.

Bei der Planung unbedingt beachten: Wirkungsgradtabellen für die Beleuchtungsplanung ent-
halten den Raumwirkungsgrad oder den Beleuchtungswirkungsgrad.

-------------

Die LiTG (Deutsche Lichttechnische Gesellschaft e.V.) hat Tabellen veröffentlicht, aus denen
der Raumwirkungsgrad nach Festlegung bestimmter lichttechnischer Gegebenheiten ablesbar
ist. Die Tabellen sind festgehalten in dem Schriftwerk „Projektierung von Beleuchtungsanlagen
für Innenräume“. In Anlehnung an dieses Tabellarium wurde die untere Tabelle erstellt:

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Formeln für die Innenraumbeleuchtung:

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