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Inhalt

Joseph Roth erzählt in Radetzkymarsch die Geschichte der dem Kaiserhaus der Habsburger schicksalhaft verbundenen
Familie Trotta. Die Erzählung vom Niedergang der unerwartet in den Adelsstand aufgestiegenen österreichischen Familie
wird mit der krisenhaften Entwicklung und dem Verfall der Habsburger Monarchie parallelisiert und verknüpft.

Aus einer ärmlichen Bauernfamilie im slowenischen Dorf Sipolje rückt ein Trotta in der Armee zum Rechnungs-
Unteroffizier und später zum Gendarmerie-Wachtmeister auf. Nachdem er im Kampf mit bosnischen Schmugglern ein
Auge verloren hat, lebt er als Militärinvalide und Parkwächter des Schlosses Laxenburg bei Wien. Seinem Sohn Joseph
eröffnet er eine Offizierslaufbahn; dieser bringt es zunächst zum Leutnant der Infanterie. In der Schlacht von Solferino
rettet Leutnant Joseph Trotta unter Einsatz seines Lebens dem jungen Kaiser Franz Joseph I. das Leben. Als „Held von
Solferino“ wird er dafür mit dem Militär-Maria-Theresien-Orden ausgezeichnet, als „Joseph Trotta von Sipolje“ in den
Adelsstand erhoben und zum Hauptmann befördert.

Er verlässt damit unwiderruflich den Weg seiner bäuerlichen Vorfahren und wird „zum Ahnherrn eines neuen
Geschlechtes“. Nachdem der Hauptmann im Schulbuch seines Sohnes zufällig eine heroisierende Darstellung der
Schlacht von Solferino entdeckt und sich darüber – zunächst ohne Erfolg – sogar beim Kaiser beschwert hat, wird er zwar
in den Freiherrenstand erhoben, verlässt aber verbittert die Armee und zieht sich nach Böhmen zurück. Seinem Sohn,
Franz Freiherrn von Trotta und Sipolje, verbietet er eine Karriere beim Militär. Dieser schlägt stattdessen eine zivile
Beamtenlaufbahn ein und wird schließlich durch die Gunst des Kaisers zum Bezirkshauptmann in der Stadt W. ernannt.

Bei Carl Joseph Trotta von Sipolje, dem Sohn des Bezirkshauptmanns, ist von der knorrigen Stärke des „Helden von
Solferino“ nichts übrig geblieben. Weder ein schneidiger Soldat wie der Großvater, noch ein kaisertreuer Beamter wie
der Vater, ist Carl Joseph ein äußerst weicher und feinfühliger Charakter, der die Offizierslaufbahn nicht aus eigenem
Entschluss einschlägt, sondern weil er von seinem Vater dazu bestimmt wird. Der junge Mann will eigentlich kein Soldat
sein, doch folgt er gemäß dem Ethos der Pflichterfüllung dem Auftrag seiner Familie. Breiten Raum nehmen im dritten
Teil des Romans Carl Josephs tragisch endende Liebschaft mit Frau Slama und seine groteske Liebschaft mit Frau von
Taußig ein.

Als Leutnant zur Kavallerie ausgemustert, verschlägt ihn das Schicksal bald zur Infanterie an die russische Grenze, wo
Carl Joseph dem Alkohol und der Spielsucht verfällt. Anschaulich und facettenreich wird die Dekadenz des
Offiziersstandes dem Untergang der Donaumonarchie und des Kaiserhauses gleichgestellt. Wie am Anfang des Aufstiegs
einer Familie der Einsatz eines Menschenlebens für den Kaiser gestanden ist, steht am Ende ein Opfergang für die
namenlosen Kameraden: Carl Joseph fällt im Ersten Weltkrieg beim Versuch, Wasser für seine Soldaten zu holen. Der
adelige Zweig der Familie Trotta erlischt mit ihm. Zwei Jahre später (am Tag der Beisetzung Kaiser Franz Josephs!) stirbt
auch der Bezirkshauptmann.

Ein Nachkomme des eingangs erwähnten Parkwächters von Schloss Laxenburg ist auch der bürgerliche Franz Ferdinand
Trotta, den Joseph Roth zur Hauptperson seines 1938 erschienenen Romans Die Kapuzinergruft machte. Sein Großvater
war ein Bruder des „Helden von Solferino“.
Bedeutung

Radetzkymarsch gilt allgemein als Roths bedeutendster Roman. Kritiker Marcel Reich-Ranicki zählt ihn sogar zu den
zwanzig wichtigsten Romanen in deutscher Sprache. Ursachen des politischen Scheiterns der Habsburgermonarchie, aus
Roths Sicht der frühen 1930er Jahre im Roman aufgezeigt, fasst Wilhelm von Sternburg[3] zusammen.

Der renommierte ungarische Literaturhistoriker Georg Lukács würdigte das Werk 1939 in einer Moskauer Zeitschrift als
„eines der künstlerisch geschlossensten und überzeugendsten der neueren deutschen Literatur“. Volker Weidermann
schrieb 2004 in der FAZ: „Joseph Roths Radetzkymarsch ist natürlich nicht einfach nur mein Lieblingsbuch. Es ist das
schönste Buch der Welt. Das traurigste. Sentimentalste. Wundersamste. Es ist ein Wunder.“[4] Am 26. Oktober 2007
stellte André Heller in der ZDF-Sendung Lesen! den Roman als sein persönliches Lieblingsbuch vor.

Für den Schriftsteller Mario Vargas Llosa ist Roths Radetzkymarsch “the best political novel ever written”.

Bereits für die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg sind Übertragungen in fremde Sprachen nachweisbar. So erschien zum
Beispiel „Radetzky March“ jeweils in der Übersetzung von Geoffrey Dunlop 1933 bei Viking Press in den USA und 1934
bei Heinemann in London[5] (2002 neu übersetzt von Michael Hofmann) und 1939 in russischer Übersetzung von Natalia
Mann in der Sowjetunion.[6] Zudem promovierten ausländische Wissenschaftler über das Buch, zum Beispiel Lilia
Basirewa anno 1985 in Leningrad mit der Dissertation „Der Roman Radetzkymarsch von Joseph Roth und die Probleme
des ‘habsburgischen Mythos’“.[7]

Nur selten werden Örtlichkeiten beim Namen genannt, oder genannte Orte sind fiktiv. Der slowenische Ort Sipolje, der
auch zum Territorialprädikat des Adelstitels wurde, ist fiktiv. Die mährische Bezirkshauptstadt, in der Franz Freiherr von
Trotta und Sipolje Bezirkshauptmann wird, wird nur mit W. bezeichnet. Das Kürzel sowie topografische Details deuten
auf die mährische Kleinstadt Wischau; diese war Zentrum einer deutschen Sprachinsel und seit 1862 Sitz einer
Bezirkshauptmannschaft.[8] Die Ausbildung von Carl Joseph erfolgte in der tatsächlich existierenden
Kavalleriekadettenschule Mährisch Weißkirchen. Das Ulanen-Regiment Nr. 10, in das Carl Joseph ausgemustert wurde,
existiert nicht. Das Infanterieregiment ist in der Stadt B., nur 14 Kilometer von der russischen Grenze, stationiert. Roth
spielt hier auf seinen Geburtsort Brody an.

Der weise Dr. Skowronnek hat große Ähnlichkeiten mit Dr. Josef Löbel, einem Frauenarzt und Medizinschriftsteller, der
mit Roth befreundet war und in der Wiener Kulturszene gut bekannt war. Im Sommer arbeitet er oft monatelang im
böhmischen Franzensbad als Badearzt, weshalb er auch als Dr. Löbel-Franzensbad auftrat. Der 1882 geborene Arzt
brachte sich 1942 in Prag um, nachdem seine Frau nach Theresienstadt deportiert worden war und ihm dies ebenfalls
drohte.[9]

Es gibt mehrere Bühnenfassungen von Roths Werk.

Hörspiel
1962 wurde der Roman als dreiteiliges Hörspiel von WDR und SWF in der Bearbeitung und unter der Regie
von Gert Westphal produziert. In den Hauptrollen: Klausjürgen Wussow als Erzähler und Bernhard
Wilfert, Johannes von Spallart und Matthias Fuchs als Major Joseph, Bezirkshauptmann Franz und Leutnant Carl
Joseph von Trotta.

Verfilmungen
Radetzkymarsch wurde 1964 unter der Regie von Michael Kehlmann mit Helmut Lohner in der Hauptrolle verfilmt,
siehe Radetzkymarsch (1965).[13] Im Jahr 1995 verfilmte Axel Corti den Roman als Dreiteiler, siehe Radetzkymarsch
(1995).[14] Eine filmische Hommage lieferte Jem Cohen 2007 mit seinem Auftragswerk für das Wiener
Filmfestival Viennale unter dem Titel Empires of Tin.

Vertonung
Daniel Besnehard erstellte aus dem Roman ein Libretto, welches vom französischen Komponisten René
Koering vertont und am 4. Oktober 1988 unter dem Titel „La Marche de Radetzky“ an der Opéra du Rhin in
Straßburg uraufgeführt wurde.[10]

Zum Inhalt

So wurde Roth zum melancholischen Verherrlicher dieses Vaterlandes, als es sich bereits in seine
Bestandteile aufgelöst hatte. Der Roman "Radetzkymarsch" von 1932 ist ein Schwanengesang auf
die alte Monarchie und zugleich deren Apotheose. Roth beschreibt darin anhand der Familie Trotta
über mehrere Generationen hinweg die letzten sechzig Jahre von Österreich-Ungarn unter dem
Kaiser Franz Joseph bis zu dessen Tod mitten im Ersten Weltkrieg. Der Roman setzt ein mit der
Schlacht von Solferino 1859, in der die Franzosen und Piemontesen die Österreicher besiegten und
den Weg zur Einheit Italiens öffneten. In dieser Schlacht rettet der Leutnant Joseph Trotta dem
damals noch jungen Kaiser das Leben. Der Kaiser dankt ihm mit der Verleihung des Maria-Theresia-
Ordens, des höchsten Ordens, den das Land zu vergeben hat, und der Erhebung in den Adelsstand.

Der steile Aufstieg entfremdet Joseph von Trotta und Sipolje, wie er nun heißt, seinen Kameraden.
Als er einige Zeit später in einem Schulbuch eine Beschreibung der Schlacht von Solferino liest,
worin er bereits zur verkitschten Legendenfigur geworden ist, bittet er den Kaiser bei einer Audienz
um eine Korrektur. Doch der Kaiser lehnt eine Neufassung ab, woraufhin der "Held von Solferino"
seinen Dienst quittiert. Er trägt zwar jetzt den Adelstitel, versucht aber, seinen Sohn, den er nach
dem Kaiser Franz Joseph genannt hat, vom Militärdienst fernzuhalten. Dieser wird Bezirkshauptmann
in einer kleinen Stadt, wo unter seiner Obhut sein Sohn Carl Joseph aufwächst, der bereits die dritte
Generation der Trottas repräsentiert, die Generation der Enkel. Zu seinen prägenden
Jugenderlebnissen gehört eine Schulprüfung, bei der der berühmte, von Johann Strauß Vater
komponierte Radetzkymarsch gespielt wird.

"Der älteste Kaiser der Welt"

Anders als sein Vater geht Carl Joseph von Trotta zum Militär, aber als Leutnant der k.u.k. Armee
verliert er in einem entscheidenden Augenblick die Übersicht, als er bei einer Demonstration
streikender Arbeiter seinen Soldaten den Befehl zum Feuern gibt. Die Sache hat ein politisches
Nachspiel und zieht immer weitere Kreise, bis sie schließlich dem Kaiser zur Entscheidung vorgelegt
wird. Der entscheidet zugunsten von Trotta, in Erinnerung an den Großvater, der ihm einst, ein
halbes Jahrhundert zuvor, das Leben gerettet hat. Der Kaiser ist inzwischen ein alter Mann. Im
fünfzehnten Kapitel des Buches wird er beschrieben als "der älteste Kaiser der Welt". Er ahnt, dass
seinem Reich, in dem so viele Völker und Nationen wohnen, keine politische Zukunft beschieden ist:
"Er verbarg seine Klugheit in der Einfalt: Denn es geziemt einem Kaiser nicht, klug zu sein wie seine
Ratgeber", heißt es über ihn. In so wunderbaren Sätzen enthüllt Joseph Roth seine Liebe zu diesem
alten Kaiser, indem er sie gleichzeitig zu verbergen sucht.

Dann feiert Trottas Regiment ein Jubiläumsfest, und während am Himmel ein Gewitter aufzieht, platzt
in die Festlichkeit die Nachricht von der Ermordung des Thronfolgers in Sarajewo - jenes Ereignis,
das den Ersten Weltkrieg auslöst. Unter den Offizieren brechen sogleich die nationalen Gegensätze
auf. Ein ungarischer Baron erklärt unverblümt, man könne froh sein, "wann das Schwein hin is". Das
Attentat ist nur der Sprengsatz für die schwelenden Nationalismen, die nun zur Entladung kommen
und den Untergang des alten Reiches besiegeln. Doch wird dieser Untergang mit einer Hingebung
erzählt, als gelte es, von etwas unendlich Geliebtem Abschied zu nehmen. Joseph Roth findet dafür
in seinem "Radetzkymarsch" einen wärmenden Ton epischer Verzauberung, der all die makabren
Geisterklänge des kommenden Untergangs zu einer schwermütigen Musik verdichtet.

Der Radetzkymarsch und die unterdrückte Revolution von 1848


Warum es sinnvoll ist, traditionelle Österreich-Klischees zu hinterfragen
BLOG

An Neujahr haben bei der Zugabe des Neujahrskonzerts wieder einmal alle applaudiert.
Jedes Jahr tun sie das, wenn die Wiener Philharmoniker den Radetzkymarsch spielen. Das
von Johann Strauß Vater komponierte Stück ist dem Feldmarschall Josef Wenzel Graf
Radetzky von Radetz gewidmet und interpretiert den Sieg des Feldherrn in der Schlacht von
Custozza 1848.

Natürlich gilt der Applaus dem Komponisten, dem Dirigenten und dem Orchester. Oft ist es
eben so, dass bekannte Lieder und andere Kompositionen immer auch einer politischen
Konnotation unterliegen. Das "Bella Ciao" der italienischen Partisanen wurde nach dem Krieg
zu einem internationalen Lied der Arbeiterbewegung. Und wenn jemand das Horst-Wessel-
Lied singt – und damit gegen das Verbotsgesetz verstößt –, dann ist das vor allem eine
politische Aussage. Aber was empfindet der Österreicher, wenn er sich zum Radetzkymarsch
begeistert auf die Schenkel klopft? Ist es eine nostalgische Sehnsucht nach der guten, alten
Zeit? Patriotischer Stolz auf den großen Feldherrn?

Der Graf Radetzky von Radetz mag sich zwar im Kampf gegen das Königreich Sardinien
verdient gemacht haben, aber er war vor allem auch ein hoch reaktionärer Zeitgenosse, der
im Auftrag des Kaisers die bürgerliche Revolution von 1848 niedergeworfen hat. Die
wichtigen Städte der Habsburger-Monarchie wurden der Reihe nach unterworfen: Krakau,
Prag, Wien, Lemberg, Budapest und Venedig mussten der Demokratie und dem Liberalismus
abschwören. In Mailand geschah dies unter Führung von Feldmarschall Radetzky, der
zunächst von der Bevölkerung aus der Stadt vertrieben wurde, sie aber nach wenigen
Monaten wieder einnahm.

2018 ist ein Gedenkjahr für Österreich – die Republik wird 100 Jahr alt. Da wird es genug
Anlässe zum Feiern geben. Aber man sollte auch immer wieder darüber nachzudenken,
wessen man gedenkt.

»Radetzkymarsch« – der bedeutendste Roman von Joseph Roth als Hörbuch bei DAV

Joseph Roths Roman »Radetzkymarsch«, betitelt nach dem gleichnamigen Marsch von
Johann Strauß, erzählt die Geschichte vom Untergang einer Habsburger Familie parallel
zum Zerfall der österreichisch-ungarischen Monarchie. Gelesen wird die imposante
Geschichte, die sich durch drei Generationen der Familie Trotta zieht, von Werner Kreindl.

Das Hörbuch zu »Radetzkymarsch«ist bei Der Audio Verlag in Kooperation mit dem WDR
als ungekürzte Lesung auf 2 mp3-CDs erschienen.

Der Held von Solferino

Der aus bäuerlichen Verhältnissen stammende Joseph Trotta rettet in der Schlacht bei
Solferino dem jungen Kaiser das Leben und wird daraufhin in den Adelsstand erhoben.
Künftig als »Held von Solferino« überschwänglich gefeiert, verbietet er seinem Sohn
Franz Trotta eine militärische Laufbahn. So wird dieser zu einem kaisertreuen Beamten
und macht Karriere als Bezirkshauptmann. Dessen Sohn wiederum wird gezwungen, ins
Militär einzutreten. Dem jungen Carl Joseph Trotta sind die dort vermittelten Werte und
Gepflogenheiten allerdings fremd. Er gibt sich und sein Vermögen dem Alkohol, dem
Glücksspiel und der Affäre mit einer älteren Frau hin. Der Familienname wird so immer
weiter entwertet, bis er mit dem Tod des Enkels des »Helden von Solferino« endgültig
untergeht. Zeitgleich erfährt auch die österreichisch-ungarische Kaiserdynastie nach und
nach den unaufhaltsamen Zerfall.

»Radetzkymarsch« als ungekürzte WDR-Lesung mit Werner Kreindl in der Klassiker-


Edition »Große Werke. Große Stimmen.«
Der österreichische Schauspieler Werner Kreindl wirkte bereits an zahlreichen deutschen
und internationalen TV-, Film und Theaterproduktionen mit. Unter anderem brillierte er in
der Rolle des Hauptkommissars Karl Göttmann in der ZDF-Krimiserie »SOKO 5113«.

Es ist der einfache slowenische Soldat Joseph Trotta, der 1859 in der Schlacht von
Solferino Kaiser Franz Joseph mit seinem furchtlosen Einsatz das Leben rettet. Als
Zeichen des Dankes wird er in den Adelsstand erhoben – und auch seine Nachfahren
müssen dieser Ehre gerecht werden. Seinem Sohn Franz versagt er eine Karriere beim
Militär, weshalb dieser seinen Sohn Carl Joseph wiederum zu einer Militärlaufbahn drängt.
Letzterer schafft es nicht, sich von der übermächtigen Figur aus seiner Vergangenheit zu
lösen. In einem jüdischen Arzt glaubt er einen Freund gefunden zu haben, doch dieser
stirbt bereits nach kurzer Zeit bei einem Duell. Immer mehr gerät Carl Joseph in einen
Strudel von Alkohol, Glücksspiel und Frauen, hier wie dort ist ihm kein Glück beschieden.
Währenddessen geht auch die Monarchie langsam, aber sicher zugrunde.
RADETZKYMARSCH war das letzte Herzensprojekt Axel Cortis, der, nachdem etwa zwei
Drittel des Films gedreht waren, an Leukämie verstarb. Die überaus schwierigen,
kräfteraubenden und von zahlreichen Skandalisierungen in der heimischen Presse
begleiteten Arbeiten wurden schließlich unter dem Kameramann Gernot Roll zu Ende
gebracht. Mit etwa 3.000 KomparsInnen, einem Produktionsbudget von über 20 Millionen
D-Mark und einem brillanten internationalen Staraufgebot zählt dieser mit dem Adolph-
Grimme-Preis ausgezeichnete Grabgesang auf die K.-u.-k.-Monarchie zu den
bedeutendsten großen Fernsehspielen der 1990er-Jahre. (Florian Widegger)