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DIN EN ISO 9225:2012-05

Nationales Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 9225:2012) wurde vom ISO/TC 156 „Corrosion of metals and alloys“ (Sekretariat:
SAC, Volksrepublik China) erarbeitet und vom Technischen Komitee CEN/TC 262 „Metallische und andere
anorganische Überzüge“ (Sekretariat: BSI, Vereinigtes Königreich) im Rahmen der Wiener Vereinbarung
übernommen.

Das zuständige deutsche Gremium ist der Arbeitsausschuss NA 062-01-71 AA „Korrosion- und
Korrosionsschutz“ im Normenausschuss Materialprüfung (NMP) im DIN.

Für die in diesem Dokument zitierten Internationalen Normen wird im Folgenden auf die entsprechenden
Deutschen Normen hingewiesen:

ISO 8565 siehe DIN EN ISO 8565


ISO 9223 siehe DIN EN ISO 9223
ISO 11844-3 siehe DIN EN ISO 11844-3

Änderungen

Gegenüber DIN EN 12500:2000-12 wurden folgende Änderungen vorgenommen:

a) Aufteilung des Normeninhaltes auf 4 Normen (DIN EN ISO 9223, DIN EN ISO 9224, DIN EN ISO 9225
und DIN EN ISO 9226);

b) Anpassung an den aktuellen Stand der Technik;

c) redaktionelle Überarbeitung.

Frühere Ausgaben

DIN EN 12500: 2000-12

Nationaler Anhang NA
(informativ)

Literaturhinweise

DIN EN ISO 8565, Metalle und Legierungen — Korrosionsversuche in der Atmosphäre — Allgemeine
Anforderungen an Freibewitterungsversuche

DIN EN ISO 9223, Korrosion von Metallen und Legierungen — Korrosivität von Atmosphären —
Klassifizierung, Bestimmung und Abschätzung

DIN EN ISO 11844-3, Korrosion von Metallen und Legierungen — Einteilung der Korrosivität in Räumen mit
geringer Korrosivität — Teil 3: Messung der Umgebungsparameter, die Korrosivität in Räumen beeinflussen

2
EUROPÄISCHE NORM EN ISO 9225
EUROPEAN STANDARD
NORME EUROPÉENNE Februar 2012

ICS 77.060 Ersatz für EN 12500:2000

Deutsche Fassung

Korrosion von Metallen und Legierungen - Korrosivität von


Atmosphären - Messung der die Korrosivität von Atmosphären
beeinflussenden Umweltparameter (ISO 9225:2012)

Corrosion of metals and alloys - Corrosivity of atmospheres Corrosion des métaux et alliages - Corrosivité des
- Measurement of environmental parameters affecting atmosphères - Mesurage des paramètres
corrosivity of atmospheres (ISO 9225:2012) environnementaux affectant la corrosivité des atmosphères
(ISO 9225:2012)

Diese Europäische Norm wurde vom CEN am 22. Januar 2012 angenommen.

Die CEN-Mitglieder sind gehalten, die CEN/CENELEC-Geschäftsordnung zu erfüllen, in der die Bedingungen festgelegt sind, unter denen
dieser Europäischen Norm ohne jede Änderung der Status einer nationalen Norm zu geben ist. Auf dem letzten Stand befindliche Listen
dieser nationalen Normen mit ihren bibliographischen Angaben sind beim Management-Zentrum des CEN-CENELEC oder bei jedem CEN-
Mitglied auf Anfrage erhältlich.

Diese Europäische Norm besteht in drei offiziellen Fassungen (Deutsch, Englisch, Französisch). Eine Fassung in einer anderen Sprache,
die von einem CEN-Mitglied in eigener Verantwortung durch Übersetzung in seine Landessprache gemacht und dem Management-
Zentrum mitgeteilt worden ist, hat den gleichen Status wie die offiziellen Fassungen.

CEN-Mitglieder sind die nationalen Normungsinstitute von Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich,
Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, den Niederlanden, Norwegen, Österreich, Polen,
Portugal, Rumänien, Schweden, der Schweiz, der Slowakei, Slowenien, Spanien, der Tschechischen Republik, der Türkei, Ungarn, dem
Vereinigten Königreich und Zypern.

EUROPÄISCHES KOMITEE FÜR NORMUNG


EUROPEAN COMMITTEE FOR STANDARDIZATION
COMITÉ EUROPÉEN DE NORMALISATION

Management-Zentrum: Avenue Marnix 17, B-1000 Brüssel

© 2012 CEN Alle Rechte der Verwertung, gleich in welcher Form und in welchem Ref. Nr. EN ISO 9225:2012 D
Verfahren, sind weltweit den nationalen Mitgliedern von CEN vorbehalten.
DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Inhalt

Seite
Vorwort ................................................................................................................................................................3
Einleitung .............................................................................................................................................................4
1 Anwendungsbereich .............................................................................................................................5
2 Normative Verweisungen ......................................................................................................................5
3 Kurzbeschreibung .................................................................................................................................5
4 Parameter für Feuchte und Temperatur ..............................................................................................6
4.1 Relative Luftfeuchte...............................................................................................................................6
4.2 Temperatur .............................................................................................................................................6
5 Luftverunreinigungen ............................................................................................................................6
5.1 Kurzbeschreibung .................................................................................................................................6
5.2 Anordnung der Messeinrichtungen .....................................................................................................6
5.3 Messverfahren und Messdauer ............................................................................................................7
Anhang A (normativ) Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)
auf Bleidioxid (PbO2)-Platten zur Sulfatierung ...................................................................................9

Anhang B (normativ) Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)


am Bleidioxid (PbO2)-Zylinder zur Sulfatierung .............................................................................. 12

Anhang C (normativ) Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)


auf alkalischen Oberflächen .............................................................................................................. 15
Anhang D (normativ) Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid mit dem
Verfahren mit kerzenähnlicher Vorrichtung mit nassem Docht .................................................... 17
Anhang E (normativ) Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid mit dem
Verfahren mittels trockener Platte .................................................................................................... 21
Anhang F (normativ) Vergleich der nach verschiedenen Verfahren bestimmten
Ablagerungsgeschwindigkeiten von Chloriden und Schwefeldioxid ........................................... 25
Literaturhinweise ............................................................................................................................................. 26

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Vorwort
Dieses Dokument (EN ISO 9225:2012) wurde vom Technischen Komitee ISO/TC 156 „Corrosion of metals
and alloys“ in Zusammenarbeit mit dem Technischen Komitee CEN/TC 262 „Metallische und andere
anorganische Überzüge“ erarbeitet, dessen Sekretariat vom BSI gehalten wird.

Diese Europäische Norm muss den Status einer nationalen Norm erhalten, entweder durch Veröffentlichung
eines identischen Textes oder durch Anerkennung bis August 2012, und etwaige entgegenstehende nationale
Normen müssen bis August 2012 zurückgezogen werden.

Es wird auf die Möglichkeit hingewiesen, dass einige Texte dieses Dokuments Patentrechte berühren können.
CEN [und/oder CENELEC] sind nicht dafür verantwortlich, einige oder alle diesbezüglichen Patentrechte zu
identifizieren.

Diese Norm ersetzt EN 12500:2000.

Entsprechend der CEN/CENELEC-Geschäftsordnung sind die nationalen Normungsinstitute der folgenden


Länder gehalten, diese Europäische Norm zu übernehmen: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland,
Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Island, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg,
Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Schweiz, Slowakei,
Slowenien, Spanien, Tschechische Republik, Türkei, Ungarn, Vereinigtes Königreich und Zypern.

Anerkennungsnotiz

Der Text von ISO 9225:2012 wurde vom CEN als EN ISO 9225:2012 ohne irgendeine Abänderung
genehmigt.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Einleitung
Die Eigenschaft einer Atmosphäre, eine Korrosion von Metallen und Legierungen zu bewirken, wird durch
folgende Faktoren beeinflusst: den Temperatur-Feuchte-Komplex und Verunreinigung. Die Grundanforderung
an die Abschätzung der Korrosivität von Atmosphären ist eine genormte Messung der entscheidenden
Parameter, die die Korrelation zwischen der Korrosion und den Umwelteigenschaften beschreiben.

Die in diese Internationale Norm aufgenommenen Verfahren wurden aufgrund der einfachen Anwendbarkeit
und der guten Vergleichbarkeit der Ergebnisse ausgewählt. Es ist wichtig hervorzuheben, dass die in
ISO 9223 angeführten Verfahren zur Abschätzung der atmosphärischen Korrosivität auf den in der
vorliegenden Internationalen Norm beschriebenen Messverfahren beruhen.

WARNUNG — Einige der in dieser Internationalen Norm enthaltenen Verfahren schließen die
Verwendung von potentiell gefährlichen Stoffen ein. Es wird darauf hingewiesen, dass alle
entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden sollten.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

1 Anwendungsbereich
Diese Internationale Norm legt Verfahren zur Messung der Parameter fest, die zur Abschätzung der
Korrosivität benötigt werden, die für die Klassifizierung der Korrosivität von Atmosphären nach ISO 9223
verwendet wird.
Diese Internationale Norm legt Verfahren fest zur Messung von Umweltparametern für

 die normative Abschätzung der Korrosivität auf der Grundlage der Korrosionsgeschwindigkeiten
berechnet nach einem Jahr der Auslagerung von metallischen Standardproben, und

 die informative Abschätzung der Korrosivität auf der Grundlage der Charakterisierung der
Auslagerungsumgebung.
In der vorliegenden Internationalen Norm sind die Analysenverfahren für die gemessenen Parameter nicht
beschrieben, weil das von den in den Laboratorien verfügbaren Analysenverfahren abhängt. Spezielle Verfahren
zur Messung der Ablagerungsgeschwindigkeiten von SO2 und von Cl sowie die Umrechnungsfaktoren zum
Vergleich verschiedener Messverfahren sind in den Anhängen A, B, C, D, E und F angeführt.
Für Verfahren, welche die Charakterisierung der Auslagerungsorte in der Atmosphäre im Allgemeinen
betreffen, siehe ISO 8565.

2 Normative Verweisungen
Die folgenden zitierten Dokumente sind für die Anwendung dieses Dokuments erforderlich. Bei datierten
Verweisungen gilt nur die in Bezug genommene Ausgabe. Bei undatierten Verweisungen gilt die letzte
Ausgabe des in Bezug genommenen Dokuments (einschließlich aller Änderungen).
ISO 9223, Corrosion of metals and alloys — Corrosivity of atmospheres — Classification, determination and
estimation
ISO 11844-3, Corrosion of metals and alloys — Classification of low corrosivity of indoor atmospheres —
Part 3: Measurement of environmental parameters affecting indoor corrosivity

3 Kurzbeschreibung
Die Korrosivität von Atmosphären wird durch unterschiedliche Umweltparameter und deren Kombinationen
beeinflusst. Die beiden Verfahren (normativ und informativ) zur Abschätzung der Korrosivität sind in ISO 9223
festgelegt.
Im Allgemeinen sollten für genormte Verfahren zur Abschätzung der Korrosivität zwei Gruppen von
Parametern erhalten oder gemessen werden:

 Luftfeuchte und Temperatur;

 Luftverunreinigungen.
Eine genormte Abschätzung der Korrosivität beruht auf Angaben zu den Werten der vorherrschenden
Umweltparameter: des Temperatur-Feuchte-Komplexes und der Verunreinigung mit SO2 und Choriden in der
Luft. Messungen dieser Parameter sind für die Abschätzung der Korrosivität zwingend erforderlich.
Andere Verunreinigungen als SO2 und Cl, wie z. B. NOx, O3, H2S, HNO3 können sich auch auf die
Korrosionsgeschwindigkeit auswirken. Die korrosionsaktive Komponenten von Schwebstaubablagerungen
(SO 24 , NO 3 , Cl) reagieren in Gegenwart von Feuchte mit Metallen. Diese Faktoren werden als begleitende
Faktoren betrachtet (siehe ISO 9223). Diese Umweltparameter, die sich in einer auf mehrere
Verunreinigungen bezogenen Situation auf die Korrosion von metallischen Standardproben auswirken, sind
nicht als Parameter für die Abschätzung der Korrosivität in ISO 9223 zwingend notwendig. Angaben zu den
Werten dieser Parameter können bei der informativ Abschätzung der Korrosivität hilfreich sein.
Verfahren zur Messung von Umweltparameter, die speziell für die Abschätzung der Korrosivität in Räumen
mit geringer Korrosivität (IC) verwendet werden, sind in ISO 11844-3 enthalten.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

4 Parameter für Feuchte und Temperatur

4.1 Relative Luftfeuchte


Zuverlässige Langzeit-Mittelwerte der relativen Luftfeuchte sind in der Regel bei den nationalen
Wetterdiensten erhältlich. Wenn die Erfassung neuer Daten für den Standort erforderlich ist, können
verschiedene Arten von Messgeräten verwendet werden. Im Handel sind mehrere Geräte zur kontinuierlichen
Messung der relativen Luftfeuchte erhältlich, wie z. B. Hygrographen, Thermohygrographen oder
Registrierhygrometer.

Die Messdauer beträgt vorzugsweise ein Jahr, um alle jahreszeitlich bedingten Veränderungen zu erfassen
und da das Klassifizierungssystem auf Jahresmittelwerten beruht. Die Daten sind als Jahresmittelwerte
anzugeben.

4.2 Temperatur
Zuverlässige Langzeit-Mittelwerte der Temperatur sind in der Regel bei den nationalen Wetterdiensten
erhältlich. Wenn die Erfassung neuer Daten für den Standort erforderlich ist, können verschiedene Arten von
Messgeräten verwendet werden. Im Handel sind mehrere Geräte zur kontinuierlichen Messung erhältlich, wie
z. B. Thermohygrographen oder Registrierthermometer.

Die Messdauer beträgt vorzugsweise ein Jahr, um alle jahreszeitlich bedingten Veränderungen zu erfassen
und da das Klassifizierungssystem auf Jahresmittelwerten beruht. Die Daten sind als Jahresmittelwerte
anzugeben.

5 Luftverunreinigungen

5.1 Kurzbeschreibung
Die Gaskonzentration oder die Ablagerungsgeschwindigkeit darf unter Verwendung von unterschiedlichen
Techniken gemessen werden:

 mit Messgeräten zur kontinuierlichen Erfassung der Gaskonzentration;


 Erfassung der mittleren Gaskonzentration mit einem Aktivsammler und einer Luftpumpe;
 Erfassung der mittleren Gaskonzentration mit einem Diffusionssammler (Passivsammler);
 mit einer Einrichtung zur Erfassung der mittleren Ablagerungsgeschwindigkeit.
Messergebnisse von Gaskonzentration werden üblicherweise in Mikrogramm je Kubikmeter (µg/m3)
angegeben und von Ablagerungen in Milligramm je Quadratmeter und Tag [mg/(m2 ˜ d)].

5.2 Anordnung der Messeinrichtungen

5.2.1 Geräte für die kontinuierliche Messung der Gaskonzentration

Das Gerät muss sich an einem Ort befinden, welcher vor Regen und gegen den Zugriff durch Unbefugte
geschützt ist. Vorzugsweise sollte das Gerät in Innenräumen angeordnet werden, mit einem Schlauch, der zur
Außenluft führt. Es werden Schläuche aus Polyethylen oder Polytetrafluorethylen (PTFE) empfohlen. Die
Schlauchlänge sollte 2 m nicht überschreiten. Die Einlassöffnung muss nach unten gerichtet und mit einer
breiteren Haube ausgestattet sein, um das Risiko des Ansaugens von Staub in den Schlauch zu verringern.

5.2.2 Messgeräte mit Aktivsammlern

Eine Einrichtung mit Aktivsammler muss nach den gleichen Regeln wie ein Gerät zur kontinuierlichen
Gasmessung angeordnet werden.

5.2.3 Messgeräte mit Diffusionssammlern (Passivsammlern)

Das Probenahmegerät muss mit dem offenen Ende nach unten zeigend unter einer geeigneten
Schutzvorrichtung angeordnet werden. Der Luftstrom beeinflusst die Gasdiffusion in den Sammler.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

5.2.4 Geräte zur Messung der Ablagerungsgeschwindigkeit

Das Gerät muss bei Messungen von Ablagerungen im Außenbereich zum Schutz gegen die Ablagerung von
Teilchen und gegen Auswaschung durch Regen überdacht werden. Der Luftstrom beeinflusst die
Ablagerungsgeschwindigkeit.

5.3 Messverfahren und Messdauer

5.3.1 Kontinuierliche Messung

Die Messungen müssen vorzugsweise über ein Jahr durchgeführt werden, um jahreszeitlich bedingte
Veränderungen der Gasverunreinigungen aufzuzeichnen. Die Daten von Geräten zur kontinuierlichen
Messung müssen als monatliche Mittelwerte aufgezeichnet werden. Zur Abschätzung der Korrosivität müssen
die Daten als Jahresmittelwerte angegeben werden.

Genormte Messgeräte haben Nachweisgrenzen im Bereich von 4 u 10í5 Volumenanteilen bis 1 u 10í6
Volumenanteilen.

5.3.2 Messung mit Aktivsammler

Die Verfahren basieren darauf, dass Luft durch eine Absorptionseinheit mit einer reaktionsfähigen Oberfläche
oder einer reaktionsfähigen Flüssigkeit gepumpt wird und danach eine Laboruntersuchung der absorbierten
Menge erfolgt. Die Probenahmedauer muss eine Woche betragen. Die Daten sind über die Probenahmedauer
zu erfassen und Monatsmittelwerte zu berechnen. Das Ergebnis wird als mittlere Konzentration für die
Messdauer angegeben.

Die Messdauer beträgt vorzugsweise ein Jahr oder mindestens einen Monat für jede Jahreszeit. Für die
Abschätzung der Korrosivität sind die Daten als Jahresmittelwerte anzugeben.
ANMERKUNG Die Nachweisgrenzen für Gaskonzentrationen in der Luft hängen von der Nachweisgrenze der
Analysengeräte und der Dauer der Probenahme ab. Bei einem Analysengerät mit einer üblichen Nachweisgrenze können
wöchentliche Mittelwerte mit einer Nachweisgrenze besser als 0,1 µg/cm3 erreicht werden.

5.3.3 Messung mit Diffusionssammler

Mittlere Gaskonzentrationen können unter Anwendung von Diffusionssammlern berechnet werden. Das
Prinzip der passiven Probenahme wird in Bild 1 dargestellt. Die empfohlene Probenahmedauer beträgt
vorzugsweise einen Monat, kann jedoch auf drei Monate einer Jahreszeit entsprechend ausgedehnt werden.
Die Messdauer beträgt vorzugsweise ein Jahr.

Legende
1 Absorptionsmittel
2 Schlauch
3 für Gas durchlässiges Filter
C1 Umgebungskonzentration des Gases
C0 Konzentration des Gases ohne Absorptionsmittel

Bild 1 — Prinzip der Berechnung der Gaskonzentration bei einem Diffusionssammler

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

ANMERKUNG Die übliche Nachweisgrenze bei Messungen der wöchentlichen Mittelwerte von SO2 beträgt weniger als
0,1 µg/m3, sie kann jedoch für andere Gase höher liegen. Im Allgemeinen verringert sich die Nachweisgrenze mit längerer
Auslagerungsdauer.

Das allgemeine Berechnungsmodell ist in ISO 11844-3 festgelegt.

Die Daten sind als Jahresmittelwerte anzugeben.

5.3.4 Messung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Verunreinigungen

Die Ablagerung erfolgt auf einer absorbierenden oder auffangenden Oberfläche, die mit den bei den
Diffusionssammlern verwendeten Oberflächen vergleichbar ist. Bei dem zur Messung der Ablagerung von
SO2 genormten Ablagerungsverfahren reagiert das Gas bei Erreichen der Bleidioxid-Oberfläche oder der
alkalischen Oberfläche (siehe Anhänge A, B und C). Bei den zur Messung der Salzhaltigkeit der Luft
genormten Verfahren lagern sich die Teilchen (Aerosol) mit Verunreinigungen auf einer dafür vorgesehenen
nassen oder trockenen Oberfläche ab (siehe Anhänge D und E). Wenn das Auffangsystem offen gestaltet ist,
hängt die Ablagerungsgeschwindigkeit von der Luftbewegung ab.

ANMERKUNG Die Verwendung von Bleiverbindungen kann in einigen Ländern eingeschränkt sein.

Die Messungen der Ablagerung von SO2, die mit Bleidioxid-Platten und mit einem Bleidioxid-Zylinder
durchgeführt werden, unterscheiden sich hinsichtlich der Art und Form der Auffangfläche. Aufgrund starker
Wetterschwankungen korrelieren die Monatsmittelwerte ermittelt nach diesen beiden Verfahren nur gering
miteinander. Bezüglich der Jahresmittelwerte liegt eine hohe Korrelation vor (siehe Anhang F).
Schwefelsäurehaltige Aerosole und schwefelhaltige Teilchen aus Niederschlag und Ablagerung von
Meeressalz können miterfasst werden.

Die zur Ableitung der in ISO 9223 angeführten Dosis-Wirkungs-Funktionen verwendeten SO2-Werte sind
entweder als Ablagerung auf alkalischen Oberflächen gemessen oder aus den Gaskonzentrationswerten
berechnet.

Die mit dem Verfahren mit trockner Platte und dem Verfahren mit kerzenähnlicher Vorrichtung mit nassem
Docht bestimmten Ablagerungsgeschwindigkeiten von Chlorid unterscheiden sich, da die Art und Form der
Auffangflächen unterschiedlich sind (nasse bzw. trockene Oberfläche, Form der Auffangflächen zylindrisch
bzw. plattenförmig). Bei Standorten mit sehr geringen Ablagerungsgeschwindigkeiten, d. h.  10 mg/(m2 ˜ d),
liegt ein geringer Unterschied zwischen den nach den beiden Verfahren bestimmten Ablagerungs-
geschwindigkeiten vor. Andererseits ergibt das Verfahren mit kerzenähnlicher Vorrichtung mit nassem Docht
bei höheren Ablagerungsgeschwindigkeiten von Chlorid Ablagerungsgeschwindigkeiten, die etwa doppelt so
hoch sind, wie Ablagerungsgeschwindigkeiten, die mit Hilfe des Verfahrens mit trockener Platte ermittelt
wurden. Aufgrund starker Wetterschwankungen korrelieren die Monatsmittelwerte ermittelt nach diesen
Verfahren nur gering miteinander. Bezüglich der Jahresmittelwerte liegt eine hohe Korrelation vor (siehe
Anhang F).

Die zur Ableitung der in ISO 9223 angeführten Dosis-Wirkung-Funktionen verwendeten Werte für die
Ablagerung von Chlorid beruhen auf den Messungen mit dem Verfahren mit kerzenähnlicher Vorrichtung mit
nassem Docht. Wenn die Chloridablagerung mit dem Verfahren mit trockener Platte gemessen wurde (siehe
Anhang E), ist es notwendig vor der Anwendung der Dosis-Wirkung-Funktionen den Umrechnungsfaktor, der
in Anhang F enthalten ist, anzuwenden.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Anhang A
(normativ)

Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)


auf Bleidioxid (PbO2)-Platten zur Sulfatierung

A.1 Kurzbeschreibung
Schwefeldioxid (SO2) aus der Atmosphäre reagiert mit Bleidioxid (PbO2) unter Bildung von Bleisulfat (PbSO4).
Die Platten werden nach der Auslagerung entnommen und auf die abgelagerten Sulfate analysiert, welche als
Maß vom gebundenen Schwefeldioxid dienen. Es wird in Milligramm je Quadratmeter und Tag [mg/(m 2 ˜ d)]
angegeben.

Das in diesem Verfahren verwendete Bleidioxid-Reagens kann auch andere schwefelhaltige Verbindungen,
wie z. B. Schwefelwasserstoff (H2S) und Mercaptane (C2H5SH), in Sulfat umwandeln.

Die dem Boden zugewandte Lage der Platten dient dazu, die Erfassung von Schwefel aus saurem
Niederschlag oder Schwefelsäure (H2SO4)-Aerosol auf ein Minimum zu beschränken.

A.2 Probenahmegeräte

A.2.1 Sulfatierungsplatte
Sulfatierungsplatten dürfen im für die Auslagerung gebrauchsfertigen Zustand erworben oder hergestellt
werden. Das folgende Verfahren wird für die Herstellung von Sulfatierungsplatten empfohlen.

Auf den Boden von Petrischalen aus Polystyren sind runde Filterpapierscheiben zu kleben. Der Kreis-
durchmesser darf 50 mm oder 60 mm betragen. Das Kleben erfolgt, indem ein Filterpapier mit der rauen Seite
nach oben auf den Boden der Schale gelegt wird. Das Filterpapier sollte ohne Faltenbildung in die Schale
passen. Das Aceton ist vorsichtig in die Schale zu spritzen, so dass das Filter gerade gesättigt wird. Das
Filterpapier ist mit einem Glasstab fest anzudrücken, damit es vollständig an der Schale haftet. Das Aceton ist
verdampfen zu lassen.

Eine Charge von geklebten Platten (einige Dutzend 50-mm- oder 60-mm-Platten) ist auf einem Gestell
anzuordnen und mit destilliertem Wasser oder Deionat zu spülen. Die Platten sind erneut mit Wasser zu
befüllen und 1 h stehenzulassen. Das Wasser ist aus den Platten zu gießen und die Platten sind erneut zu
einem Viertel bis zur Hälfte mit destilliertem Wasser oder Deionat zu befüllen.

3,5 g Tragantgummi und 900 ml destilliertes Wasser oder Deionat sind in ein Hochgeschwindigkeits-
mischgerät zu geben. Es ist eine geringe Geschwindigkeit einzustellen und 2 h zu mischen.

Der Inhalt des Mischgerätes ist in ein 1-l-Becherglas zu gießen und 350 ml der Lösung sind zurück in das
Mischgerät zu gießen. 3,5 g Filterpapier sind zu einem Brei zu verarbeiten, zu den 350 ml Gummilösung
hinzuzufügen und das Gerät ist auf eine mittlere Geschwindigkeit einzustellen, bis die Mischung glatt und
gleichmäßig erscheint.

400 ml der zuvor hergestellten Gummilösung sind in das Mischgerät zu gießen und alles ist bei mittlerer
Geschwindigkeit 1 min zu mischen.

Das Mischgerät ist auf eine hohe Geschwindigkeit einzustellen und 112 g Bleidioxid sind hinzuzufügen. Nach
2 min mischen ist das Mischgerät auf eine geringe Geschwindigkeit einzustellen.

Vorsichtig sind in jede 50-mm-Platte 10 ml bzw. in jede 60-mm-Platte 15 ml der Mischung zu pipettieren. Es
ist sicherzustellen, dass sich die Mischung gleichförmig bis zum Rand jeder Platte verteilt.

Das Gestell mit den Platten ist 20 h in einem auf 40 °C bis 50 °C eingestellten Wärmeschrank anzuordnen.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Die Platten sind aus dem Wärmeschrank zu entnehmen, abkühlen zu lassen und mit eng anliegenden
Abdeckungen dicht zu verschließen, um sie bis zum Beginn der Auslagerung zu schützen.

Die Platten sind zu nummerieren und innerhalb von 120 Tagen nach der Herstellung auszulagern. Von jeder
Charge sind mindestens drei Platten für Referenzzwecke zurückzustellen.

A.2.2 Auslagerungsgestell

Zum sicheren Halten der Platten in dem Boden zugewandter Lage, so dass die Bleidioxidmischung nach
unten zeigt, sind Befestigungsarme anzuwenden. Die Platten müssen horizontal angeordnet werden und
dürfen nicht gegen Winde der üblichen Windstärke und Luftzirkulationsströme abgeschirmt sein. Die
Befestigungsarme müssen aus einem Material hergestellt sein, das hinreichend widerstandfähig gegen
atmosphärische Korrosion ist. Sie müssen eine Halteklammer oder eine andere Vorrichtung zum Halten der
Platte einschließen, falls starke Winde auftreten. Eine typische Ausführung eines Befestigungsarmes ist in
Bild A.1 dargestellt.
Maße in Millimeter

Legende
1 Halterung
2 Petrischale aus Kunststoff, ‡ 60
3 Bleidioxid (PbO2)-Paste
4 Befestigungsarm
Bild A.1 — Haltevorrichtung für eine Sulfatierungsplatte

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

A.3 Probenahme
Je Auslagerungsdauer sind zu Kontrollzwecken mindestens drei Platten zu verwenden.

Die Platten sollten, falls möglich, so angeordnet werden, dass sie sowohl der höchsten als auch der
geringsten Korrosionsbelastung ausgesetzt sind.

Es wird eine Auslagerungsdauer von (30 r 2) Tagen empfohlen. Am Ende der Auslagerungsdauer sollten die
Platten vom Befestigungsarm entfernt und dicht verschlossen werden, um eine zusätzliche Sulfatierung zu
verhindern. Die Analyse der Platten sollte innerhalb von 60 Tagen nach Abschluss der Auslagerung erfolgen.
Nach Abschluss der Auslagerung sind die Kennzeichnung der Platte, der Auslagerungsort und die Daten vom
Beginn und Ende der Auslagerung aufzuzeichnen.

A.4 Sulfatanalyse
Der Inhalt der Sulfatierungsplatte wird entfernt und gelöst, zum Beispiel mit einer Natriumcarbonat-Lösung.
Anschließend kann eine herkömmliche Sulfatanalyse durchgeführt werden, zum Beispiel mit turbidimetrischen
oder spektralphotometrischen Verfahren.

A.5 Auswertung
Die Sulfatierungsgeschwindigkeit wird in Bezug auf das von der Platte erfasste Schwefeldioxid (SO2)
berechnet. Die bei der Analyse der Platte erhaltene Masse von SO2 wird in die Nettomasse von SO2
umgerechnet, indem der für die betreffende Charge von Platten ermittelte Blindwert subtrahiert wird.

Die Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2), angegeben in Milligramm je Quadratmeter und


Tag [mg/(m2 ˜ d)], Pd,p, wird nach Gleichung (A.1) berechnet:

m1  m0
Pd,p (A.1)
A˜t

Dabei ist

m1 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf der ausgelagerten Platte, in Milligramm;

m0 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf der nicht ausgelagerten Platte, in Milligramm;

A die Fläche des ausgelagerten Teils der Prüfplatte, in Quadratmeter (d. h. 0,03 m2);

t die Auslagerungsdauer, in Tagen.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Anhang B
(normativ)

Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)


am Bleidioxid (PbO2)-Zylinder zur Sulfatierung

B.1 Kurzbeschreibung
Schwefeldioxid (SO2) aus der Atmosphäre reagiert mit Bleidioxid (PbO2) unter Bildung von Bleisulfat (PbSO4).
Die Zylinder werden nach der Auslagerung entnommen und am Inhalt wird eine Sulfatanalyse durchgeführt,
um die Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid zu bestimmen. Sie wird in Milligramm je
Quadratmeter und Tag [mg/(m2 ˜ d)] angegeben. Das in diesem Verfahren verwendete Bleidioxid-Reagens
kann auch andere schwefelhaltige Verbindungen, wie z. B. Schwefelwasserstoff (H2S) und Mercaptane
(C2H5SH), in Sulfat umwandeln.

B.2 Probenahmegeräte

B.2.1 Sulfatierungszylinder

Das folgende Verfahren wird zur Herstellung von Sulfatierungszylindern empfohlen:

Ein sauberes breites Gewebe der Feinheit 60 wird auf eine Größe von 10 cm u 10 cm geschnitten und am
mittleren Teil eines Zylinders (Umfang 10 cm, Länge 15 cm) aus Keramik oder Kunststoff befestigt (siehe
Bild B.1).

Zur Herstellung der Tragantgummi-Lösung sind 2 g Tragantgummi-Pulver in 10 ml Ethanol zu lösen, 190 ml


Deionat unter Rühren hinzuzufügen und alles ist gut zu mischen.

5 ml Tragantgummi-Lösung und 5 g Bleidioxid-Pulver mit einer Teilchengröße von weniger als 149 µm und
vor allem mit geringem Sulfatgehalt sind gründlich zu einer Paste zu kneten.

Die Paste der Mischung ist mit einer Bürste oder einem sauberen Gummihandschuh für chirurgische Zwecke
auf die Oberfläche des breiten, auf der Oberfläche des Zylinders befestigten Gewebes aufzutragen und alles
ist in einem Exsikkator zu trocknen. Der trockene Bleidioxid-Zylinder ist bis zur Auslagerung im Exsikkator
oder in einem geeigneten Behälter zu belassen.

B.2.2 Auslagerungsgestell

Sowohl die Ablagerung von Schwefeldioxid als auch von Aerosolpartikeln hängt von der Form und den Maßen
der Abdeckung ab, die zum Schutz des Sammlers vor Regen eingesetzt wird.

Zum Halten der Zylinder und zum Schutz vor Feuchtwerden durch Regen und Schnee, sollten Schutz-
vorrichtungen (Schutzdächer) eingesetzt werden. Die Schutzvorrichtungen dürfen Winde normaler Windstärke
und Luftzirkulation nicht behindern. Wetterhütten können ebenfalls verwendet werden. Die
Schutzvorrichtungen müssen aus einem Material hergestellt sein, das hinreichend widerstandfähig gegen
atmosphärische Korrosion ist.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Maße in Millimeter

Legende
1 Zylinder (Umfang 100) aus Keramik oder Kunststoff
2 breites Gewebe der Feinheit 60
3 Bleidioxid (PbO2)-Paste

Bild B.1 — Bleidioxid-Zylinder

B.3 Probenahme
Bleidioxid-Zylinder sind in vertikaler Lage in einer Instrumentenhütte oder unter einer Schutzvorrichtung
auszulagern, wobei sie in der Nähe des Prüfgestells für den Auslagerungsversuch oder unter eine Abdeckung
an einer gut belüfteten Stelle geschützt vor Regen und Sonnenschein angeordnet werden.

Die Auslagerungsdauer muss einen Monat betragen, wobei mit dem ersten Tag des jeweiligen Monats
begonnen wird und die Zugabe am ersten Tag des Folgemonats erfolgt.

Ein ausgelagerter Zylinder ist so aufzubewahren, dass eine zusätzliche Sulfatierung verhindert wird.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

B.4 Sulfatanalyse
Die Sulfatanalyse muss innerhalb von 60 Tagen nach Abschluss der Auslagerung erfolgen.

Das Bleidioxid-Gewebe wird vom Zylinder entfernt und in ein 500-ml-Becherglas mit 100 ml Deionat gegeben.
5 g Natriumcarbonat werden hinzugefügt und der Inhalt wird gemischt, bis alles gelöst ist. Die Mischung sollte
30 min gekocht werden, wobei das Wasservolumen durch Hinzufügen von Wasser bei etwa 100 ml zu halten
ist, nach dem Abkühlen auf Raumtemperatur wird die Mischung unter Verwendung von Filterpapier filtriert und
gespült. Anschließend kann eine herkömmliche Sulfatanalyse durchgeführt werden, zum Beispiel mit
gravimetrischen oder turbidimetrischen Verfahren.

B.5 Auswertung
Die Ergebnisse sind als Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2), in Milligramm je
Quadratmeter und Tag [mg/(m2 ˜ d)], Pd,c, anzugeben und nach Gleichung (B.1) zu berechnen:

m1  m0
Pd,c (B.1)
A˜t

Dabei ist

m1 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf dem ausgelagerten Zylinder, in Milligramm;

m0 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf dem nicht ausgelagerten Zylinder, in Milligramm;

A die Fläche des ausgelagerten Teils der Prüfgewebes, in Quadratmeter (d. h. 0,01 m2);

t die Auslagerungsdauer, in Tagen.

Um den Pd,p-Wert zu erhalten, ist die entsprechende Berechnung in Anhang F durchzuführen.

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EN ISO 9225:2012 (D)

Anhang C
(normativ)

Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2)


auf alkalischen Oberflächen

C.1 Kurzbeschreibung
Schwefeloxide (SOx) und andere Schwefelverbindungen mit Säurecharakter werden auf der alkalischen
Oberfläche von porösen Filterplatten, die mit einer Lösung von Natrium- oder Kaliumcarbonat (Na2CO3 oder
K2CO3) gesättigt sind, erfasst. In Sulfate umgewandelte Schwefelverbindungen werden bestimmt. Die
Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2) wird in Milligramm je Quadratmeter und Tag
[mg/(m2 ˜ d)] angegeben.

C.2 Probenahmegeräte
C.2.1 Sulfatierungsplatte
Sulfatierungsplatten sind nach folgendem Verfahren herzustellen.
Papierfilterplatten von 150 mm u 100 mm u 3 mm sind 2 min in eine Natrium- oder Kaliumcarbonat-Lösung
mit einer Konzentration von 70 g/l zu tauchen. (Es ist zulässig chromatographische Papierfilterplatten oder
Materialien mit ähnlichen Eigenschaften zu verwenden.)
Die Platten sind aus der Lösung zu nehmen, ablaufen zu lassen und einige Stunden bei einer Temperatur von
70 °C bis 90 °C mit einer zulässigen Abweichung von r 2°C zu trocknen, bis die Platten trocken sind. Nach
dem Trocknen sind die Platten in Kunststoffbehältern (Polyethylen, Polypropylen) zu verschließen. Von jeder
behandelten Reihe sind fünf Platten zu entnehmen, bei denen der Sulfatgehalt als Blindwert bestimmt wird.

C.2.2 Auslagerungsgestell
Die Prüfplatten werden auf einem Gestell (siehe Bild C.1) in vertikaler Lage so ausgelagert, dass sich ihre
Oberflächen parallel zur Hauptwindrichtung befinden. Die Unterkanten der Platten müssen sich 1,8 m bis 2 m
oberhalb des Bodens befinden. Ein Dach über dem Gestell verhindert das Auswaschen der Platten durch
Regen, ermöglicht jedoch den freien Zirkulierung von Luft um die Platten.

C.3 Probenahme
An der Messstelle (am Auslagerungsort) sind drei Prüfplatten mit Befestigungselementen am Gestell
anzubringen. Die Auslagerungsdauer für die Prüfplatten beträgt (30 r 2) Tage, es sei denn, der Charakter der
Prüfung oder der Grad der Verunreinigung erfordert eine andere Zeitdauer (60 Tage oder 90 Tage). Nach
Abschluss der Auslagerung sind die Prüfplatten zu entnehmen ohne die Oberflächenschicht zu beschädigen
und einzeln in Kunststoffbehältern zu verschließen. Die Kunststoffbehälter sind mit dem Namen des
Auslagerungsortes sowie den Daten von Auslagerung und Entnahme zu kennzeichnen.

C.4 Sulfatanalyse
Die Sulfatanalyse muss innerhalb von 60 Tagen nach Abschluss der Auslagerung erfolgen.
Die ausgelagerte Platte wird mit 400 ml Deionat unter Zugabe von 1 ml Wasserstoffperoxid-Lösung zum
Oxidieren verbliebener Sulfite extrahiert. Die Mischung wird 10 min gekocht. Nach 24 h wird die Mischung
filtriert und auf ein bekanntes Volumen (z. B. 500 ml) aufgefüllt. Anschließend kann eine herkömmliche
Sulfatanalyse durchgeführt werden, zum Beispiel mit gravimetrischen oder spektralphotometrischen
Verfahren.

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EN ISO 9225:2012 (D)

Maße in Millimeter

Legende
1 Sulfatierungsplatte
2 Dach
3 Haltevorrichtung
4 Rahmen
a Hauptwindrichtung

Bild C.1 — Auslagerungsgestell für alkalische Sulfatierungsplatten

C.5 Auswertung
Die Ergebnisse sind als Ablagerungsgeschwindigkeit von Schwefeldioxid (SO2), in Milligramm je
Quadratmeter und Tag [mg/(m2 ˜ d)], Pd,a, anzugeben und nach Gleichung (C.1) zu berechnen:

m1  m0
Pd,a (C.1)
A˜t

Dabei ist

m1 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf der ausgelagerten Platte, in Milligramm;

m0 die Gesamtmasse von Schwefeldioxid auf der nicht ausgelagerten Platte, in Milligramm;

A die Fläche des ausgelagerten Teils der Prüfplatte, in Quadratmeter (d. h. 0,03 m2);

t die Auslagerungsdauer, in Tagen.

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Anhang D
(normativ)

Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid mit dem


Verfahren mit kerzenähnlicher Vorrichtung mit nassem Docht

D.1 Kurzbeschreibung
Eine vor Regen geschützte textile Oberfläche von bekannter Fläche wird für eine festgelegte Dauer
ausgelagert. Die abgelagerte Menge an Chlorid wird durch chemische Analyse bestimmt. Aus den
Ergebnissen dieser Analyse wird die Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid bestimmt, angegeben in
Milligramm je Quadratmeter je Tag [mg/(m 2 ˜ d)].

D.2 Probenahmegeräte

D.2.1 Kerzenähnliche Vorrichtung mit nassem Docht

Die kerzenähnliche Vorrichtung mit nassem Docht besteht aus einem in eine Flasche eingetauchten Docht.
Der Docht besteht aus einem zentralen Stab aus einem inerten Material (Polyethylen) und mit einem
Durchmesser von etwa 25 mm, über den eine doppelte Lage von Verbandmullschlauch gezogen oder eine
Binde aus Verbandmull zweilagig gewickelt ist. Die der Atmosphäre ausgesetzte Fläche des Dochtes muss
etwa 100 cm2 betragen, was einer Dochtlänge von etwa 120 mm entspricht. Die ausgesetzte Fläche muss
genau bekannt sein. Ein Ende des Dochtes wird in einen Gummistopfen eingesetzt. Der Stopfen verfügt über
zwei zusätzliche Öffnungen, durch die die freien Enden des Mulls hindurchgehen (falls Schlauchmull
verwendet wird, wird das untere Ende in Längsrichtung des Mulls geschnitten, bis etwa 120 mm verbleiben).
Die Ränder der drei Öffnungen sind trichterförmig, damit die am Mull ablaufende Flüssigkeit durch den
Stopfen abfließt (siehe Bild D.1). Die freien Enden des Mulls müssen hinreichend lang sein, um den Boden
der Flasche zu erreichen.

Der Stopfen wird in den Hals einer Flasche aus Polyethylen oder einem anderen inerten Material mit einem
Fassungsvermögen von etwa 500 ml eingesetzt. Die Flasche enthält 200 ml Glycerol-Lösung. Diese Lösung
wird hergestellt, indem 200 ml Glycerol [CHOH(CH2OH)2] mit destilliertem Wasser auf ein Volumen von
1 000 ml verdünnt werden. Zu dieser Lösung werden 20 Tropfen Octansäure (C8H16O2) hinzugefügt, um das
Wachstum von Pilzen, wie z. B. Aspergillus niger, zu verhindern.

In Fällen von anhaltenden Extremtemperaturen, d. h. mehr als 25 °C oder weniger als 25 °C, kann es
notwendig sein, den Glycerolgehalt auf einen Volumenanteil von 40 % zu erhöhen, um ein Gefrieren oder
übermäßige Verdunstung zu verhindern, oder die Glycerol-Lösung durch Ethylenglykol mit einem
Volumenanteil von 20 % zu ersetzen.

D.2.2 Auslagerungsgestell

Die kerzenähnliche Vorrichtung mit nassem Docht wird auf einem Gestell unterhalb der Mitte eines Daches
ausgelagert, wie in Bild D.2 dargestellt. Das Dach sollte ein Quadrat mit einer Seitenlänge von 500 mm
darstellen, inert und lichtundurchlässig sein. Die kerzenähnliche Vorrichtung sollte so angebracht werden,
dass der Abstand vom Dach bis zur Oberkante des Dochtes 200 mm beträgt und dass sie mittig zum Dach
ausgerichtet ist. Der Abstand zwischen der Flasche und dem Boden sollte mindestens 1 m betragen. Die
kerzenähnliche Vorrichtung sollte in Richtung Meer oder einer anderen Chloridquelle ausgelagert werden.

Die Quelle der Unsicherheit wurde aus einer Kombination von Regen und starken Winden (Wind-
geschwindigkeiten von über 10 m/s bis 12 m/s) abgeleitet, die dazu führen kann, dass Regentropfen auf den
Sammler (Mull) fallen und die Messung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid wesentlich beeinflussen
kann.

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Legende
1 Docht
2 zusätzliche Öffnungen (trichterförmig) für die freien Mullenden
3 Stopfen
4 zentrale Öffnung für den Docht
5 freie Mullenden

Bild D.1 — Einzeldarstellung des Gummistopfens

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Maße in Millimeter

Legende
1 Pfosten 5 Gummistopfen
2 Auflage 6 freie Mullenden
3 Dach (500 u 500) 7 Haltevorrichtung für die Flasche
4 zylinderförmiger Docht 8 Lösung

Bild D.2 — Aufbau des Probenahmegerätes

D.3 Probenahme
Die vorgefertigte kerzenähnliche Vorrichtung ist an der Messstelle anzubringen und die folgenden Schritte
sind auszuführen:

a) die Länge des ausgelagerten Teils des Dochtes ist auf den gewünschten Wert einzustellen;

b) der Stopfen und der Docht sind von der Flasche zu entfernen, die freien Mullenden und die Flasche sind
mit destilliertem Wasser zu waschen;

c) 200 ml der Lösung aus Glycerol und Wasser (siehe D.2.1) sind in die Flasche zu geben;

d) der Docht und die Flasche sind erneut zusammenzufügen;

e) die kerzenähnliche Vorrichtung ist nach Bild D.2 in der Position für die Auslagerung anzuordnen.

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DIN EN ISO 9225:2012-05
EN ISO 9225:2012 (D)

Die Glycerol-Wasser-Lösung ist monatlich in der folgenden Weise auszutauschen:

 den Stopfen in der Flasche lockern;

 den Docht sorgfältig mit mindestens 200 ml destilliertem Wasser abspülen, wobei sicherzustellen ist,
dass die Waschflüssigkeit durch die Abflussöffnungen im Stopfen hindurch und danach in die Flasche
abläuft;

 der Stopfen und der Docht sind von der Flasche zu entfernen und die freien Mullenden sind beim
Herausnehmen aus der Flasche abzuspülen;

 der Stopfen und der Docht sind in eine neue Flasche mit 200 ml frischer Glycerol-Wasser-Lösung
einzusetzen, wobei sicherzustellen ist, dass die freien Mullenden gut in die Lösung eintauchen; die
kerzenähnliche Vorrichtung ist wieder in der Haltevorrichtung anzuordnen;

 der Deckel der entnommenen Flasche ist aufzuschrauben und es ist sicherzustellen, dass sie dicht
geschlossen ist.

Die Flasche ist deutlich mit dem Namen des Auslagerungsortes, der Lage und Daten von Auslagerung und
Entnahme zu kennzeichnen. Die Lösung in der Flasche wird für die Analyse vorbereitet.

D.4 Chloridanalyse
Zur Analyse des ausgelagerten und des nicht ausgelagerten Mulls (als eine Blindprobe) kann die
herkömmliche Chloridanalyse angewendet werden.

D.5 Auswertung
Die Ergebnisse sind als Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid (Cl), in Milligramm je Quadratmeter und
Tag [mg/(m2 ˜ d)], Sd,c, anzugeben und nach Gleichung (D.1) zu berechnen:

m1  m0
Sd,c (D.1)
A˜t

Dabei ist

m1 die Gesamtmasse von Chloridionen in der Probenlösung, in Milligramm;

m0 die Gesamtmasse von Chloridionen in der Lösung, die aus nicht ausgelagertem Mull mit demselben
Flächeninhalt wie bei dem zur Probenahme verwendeten Mull hergestellt wurde, in Milligramm;

A die Fläche des ausgelagerten Mulls, in Quadratmeter (siehe Anmerkung);

t die Auslagerungsdauer, in Tagen.

ANMERKUNG Die Fläche der ausgelagerten Mulloberfläche kann berechnet werden, indem der Stabdurchmesser mit
S (3,14) und der über den Stopfen hinausragenden Länge des Dochtes multipliziert wird.

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Anhang E
(normativ)

Bestimmung der Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid mit dem


Verfahren mittels trockener Platte

E.1 Kurzbeschreibung
Vor Regen geschützter zweilagiger Mull mit bekannter Flächen wird ausgelagert. Die auf der Mulloberfläche
abgelagerte Menge an Chlorid wird durch chemische Analyse bestimmt. Aus den Ergebnissen dieser Analyse
wird die Ablagerungsgeschwindigkeit berechnet, angegeben in Milligramm je Quadratmeter je Tag
[mg/(m2 ˜ d)].

E.2 Probenahmegeräte

E.2.1 Trockene Platte

Trockene Platten sind nach folgendem Verfahren herzustellen:

Die trockenen Platten werden aus Mull gebildet, der auf Sammelrahmen aus Holz befestigt wird. Ein innerer
Holzrahmen mit den Außenmaßen 120 mm u 120 mm und den Innenmaßen 100 mm u 100 mm wird in einen
äußeren Holzrahmen mit den Außenmaßen 150 mm u 150 mm und den Innenmaßen 100 mm u 100 mm
(siehe Bild E.1) eingepasst. Die Auffangfläche muss insgesamt von beiden Seiten 200 cm2 betragen.

Der Mull ist auf eine Größe von 120 mm u 240 mm zu schneiden, Chloride sind mit Deionat sorgfältig aus
dem Mull herauszulösen und dieser ist gut zu trocknen. Anschließend ist der Mull bis zum Gebrauch in einem
Polyethylenbeutel aufzubewahren. Unmittelbar vor der Auslagerung ist der Mull einmal zu falten und ohne
Faltenbildung am Sammelrahmen zu befestigen.

E.2.2 Auslagerungsgestell

Die trockene Platte wird auf einem Gestell unterhalb der Mitte eines Daches ausgelagert, wie in Bild E.2
dargestellt.

Das Auslagerungsgestell muss vor direkter Sonneneinstrahlung sowie Regen und Schnee schützen. Es muss
mit einer Haltevorrichtung versehen sein, die eine trockene Platte vertikal in der erforderlichen Lage halten
kann. Die Unterkante der trockenen Platte ist in einer Höhe von 1 m bis 1,2 m oberhalb der
Geländeoberfläche anzuordnen. Das Auslagerungsgestell darf die Luftzirkulation zur Oberfläche der
trockenen Platte nicht verhindern. Die trockene Platte ist am Auslagerungsgestell anzubringen und sicher zu
befestigen, damit sie vom Wind nicht in Schwingung versetzt wird.

Der Auslagerungsort muss sich in der Nähe der Prüfeinrichtung für den Auslagerungsversuch zur
Auslagerung der Proben befinden. Die trockene Platte sollte in Richtung Meer oder einer anderen
Chloridquelle ausgelagert werden.

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E.3 Probenahme
Die Auslagerungsdauer beträgt einen Monat und die Auslagerung beginnt üblicherweise mit dem ersten Tag
des jeweiligen Monats.

Der ausgelagerte Mull sollte vom Sammelrahmen entnommen und zur Aufbewahrung bis zur Analyse in einen
Polyethylenbeutel gegeben werden.

Maße in Millimeter

Legende
1 Mull 5 äußerer Rahmen
2 innerer Rahmen 6 Befestigungselement
3 Befestigungselement 7 Mull
4 äußerer Rahmen 8 innerer Rahmen

Bild E.1 — Beispiel für einen Sammelrahmen für eine trockene Platte aus Mull

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Maße in Millimeter

Legende
1 Dach
2 trockene Platte aus Mull (in der Mitte der Konstruktion angebracht)

Bild E.2 — Beispiel für ein Auslagerungsgestell für eine trockene Platte aus Mull

E.4 Chloridanalyse

E.4.1 Herstellung der Probenlösung

Der Mull sollte in kleinen Stücken geschnitten werden, die in ein 100-ml-Becherglas gegeben werden. 50 ml
Deionat sind in das Becherglas zu geben und 20 min in einem Wasserbad zu erwärmen. Nach dem Abkühlen
ist der Becherinhalt unter Anwendung von Filterpapier zu filtrieren. Das Filterpapier ist mit Deionat zu
waschen und das Filtrat auf 50 ml aufzufüllen um die Probenlösung herzustellen. Anschließend werden die
gleichen Schritte an dem nicht ausgelagerten Mull durchgeführt.

E.4.2 Analyse

Die Analyse des ausgelagerten und des nicht ausgelagerten Mulls (als eine Blindprobe) wird unter
Anwendung eines beliebigen bewährten Analysenverfahrens durchgeführt.

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E.4.3 Auswertung

Die Ergebnisse sind als Ablagerungsgeschwindigkeit von Chlorid (Cl), in Milligramm je Quadratmeter und
Tag [mg/(m2 ˜ d)], Sd,p, anzugeben und nach folgender Gleichung zu berechnen:

m1  m0
Sd,p (E.1)
A˜t

Dabei ist

m1 die Gesamtmasse von Chloridionen in der Probenlösung, in Milligramm;

m0 die Gesamtmasse von Chloridionen in der Lösung, die aus nicht ausgelagertem Mull mit demselben
Flächeninhalt wie bei dem zur Probenahme verwendeten Mull hergestellt wurde, in Milligramm;

A die Fläche des ausgelagerten Mulls, in Quadratmeter (0,02 m2);

t die Auslagerungsdauer, in Tagen.

Um den Sd,c-Wert zu erhalten, ist die entsprechende Berechnung in Anhang F durchzuführen.

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Anhang F
(normativ)

Vergleich der nach verschiedenen Verfahren bestimmten Ablagerungs-


geschwindigkeiten von Chloriden und Schwefeldioxid

Aufgrund der großen Streuung der monatlichen Ablagerungsgeschwindigkeiten von Chlorid und Schwefel-
dioxid infolge der jahreszeitlich bedingten Wettereigenschaften wurden aus den Analysen der Daten für die
Jahresmittel beider Verunreinigungen Umrechnungsfaktoren abgeleitet. Die Nutzung der Daten von Jahres-
mitteln verringert die Abhängigkeit der Ablagerungsgeschwindigkeit von der Windrichtung bezogen auf die
Ausrichtung der Proben.

Die Beziehung zwischen Messungen bei Anwendung beider Verfahren zur Bestimmung der Ablagerungs-
geschwindigkeit von Schwefeldioxid kann annähernd wie folgt angegeben werden:

Pd,p 0,67 ˜ Pd,c

Die Verfahren sind in den Anhängen A und B beschrieben.

Die Beziehung zwischen Messungen bei Anwendung beider Verfahren zur Bestimmung der Ablagerungs-
geschwindigkeit von Chlorid kann annähernd wie folgt angegeben werden:

Sd,c 2,4 ˜ Sd,p

Die Verfahren sind in den Anhängen D und E beschrieben.

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Literaturhinweise

[1] ISO 8565, Metals and alloys — Atmospheric corrosion testing — General requirements for tests

[2] EN 13528-1, Außenluftqualität — Passivsammler zur Bestimmung der Konzentrationen von Gasen
und Dämpfen — Anforderungen und Prüfverfahren — Teil 1: Allgemeine Anforderungen

[3] ABNT NBR 6211, Determinação de Cloretos na Atmosfera pelo Método da Vela Úmida

[4] ASTM G140-02, Standard Test Method for Determining Atmospheric Chloride Deposition Rate by Wet
Candle Method

[5] JIS Z 2382-1998, Determination of pollution for evaluation of corrosivity of atmospheres

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