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PROJEKTARBEIT VON ISABEL VERDUGO

THEMA : COLITIS ULCEROSA


FALLBEISPIEL: WERNER SCHWERTE
AKADEMIE ÜBERLINGEN ISABEL VERDUGO RUIZ

Inhaltsverzeichnis
1.KRANKHEITSBILD:..............................................................................................................4

2.SYMPTOME:...............................................................................................................4
3.URSACHEN:...............................................................................................................5
4.DIAGNOSE:................................................................................................................6
5.THERAPIE:.................................................................................................................8
6.ERNÄHRUNG:..........................................................................................................12
7.VERLAUF:.................................................................................................................13
8.VORBEUGEN:..........................................................................................................15
1. Krankheitsbild:

Definition:
Colitis ulcerosa ist eine chronische, meinst in Schüben verlaufende Entzündung der
Darmschleimhaut im Dickdarm. Durch die Entzündung wird die obere Schicht der Darmwand
geschädigt. Es entstehen geschwürartige Veränderungen, die Ulzerationen.

Die Entzündung entsteht bei einer colitis ulcerosa im unteren Abschnitt des Dickdarms: in
Mastdarm (Rektum). Von dort aus kann sie sich unterschiedlich weit ausbreiten. Oft geschieht
dies zunächst in Richtung des linksseitigen Dickdarms entzündet, sprechen Ärzte von einer
Pankolitis (totale Colitis)

Die Entzündung bleibt auf den Dickdarm begrenzt: Spätestens am Eingang zum Dickdarm
beziehungsweise am Übergang zwischen Dünn und Dickdarm sind keine entzündeten
Bereiche mehr zu finden. Nur in sehr seltenen Fällen sind auch die letzten Abschnitte des
Dünndarms entzündet.

Das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, ist bei Colitis ulcerosa erhöht. Patienten sollten
regelmäßig zur Darmspiegelung gehen, damit der Arzt Veränderungen im Darm rechtzeitig
erkennen kann.
SYMPTOME:
Typische Symptome von Colitis ulcerosa sind:
-blutige und /oder schleimige Durchfälle und
-krampfartige Bauchschmerzen , oft im linken Unterbauch .

Zusätzliche Symptome, die während eines schweren akuten Schubs auftreten können, sind
zum Beispiel
-Appetitlosigkeit
-Fieber
-Müdigkeit
-Gewichtsverlust
-Körperliche Schwäche und
-das Gefühl, aufgebläht zu sein.

Extraintestinalen Symptomen (außerhalb des Darms):


-Gelenke: Besonders oft leiden Patienten unter schmerzhaften Gelenkentzündungen.
-Augen: Bei einer Colitis ulcerosa können verschiedene Teile des Auges entzündet sein, so
zum Beispiel Bindehaut, Regenbogenhaut, oder die mittlere Augenhaut.
-Haut und Leber Veränderungen .
URSACHEN:
-Genetische Einflüsse : Das Risiko , ebenfalls zu erkranken, ist zu 15-mal höher als in
Familien, in denen keiner an Colitis ulcerosa erkrankt ist .
-Bestimmte Umweltfaktoren: In den letzten Jahrzehnten treten insbesondere in den
westlichen Industrienationen immer mehr Fälle auf. Möglicherweise hängt dies mit
verbesserten Hygienestandards oder anderen Ernährungsgewohnheiten zusammen. Allerdings
gehen Forscher heute davon aus, dass die Ernährung eine Colitis ulcerosa weniger stark
begünstigt als noch vor einigen Jahren angenommen.
- Darüber hinaus konnten Forscher nachweisen, dass bei Colitis ulcerosa die
Darmschleimhaut verändert ist.

2. Dünnere Darmschleimhaut
Die Schleimschicht, die den Darm auskleidet, ist bei Personen mit Colitis ulcerosa dünner als
bei gesunden Menschen.

Im menschlichen Darm leben nahezu unzählig viele, unterschiedliche Bakterienkulturen,


welche die Darmflora (Mikrobiom) ausmachen. Sind zu viele (schädliche) Bakterien
vorhanden, weiß sich der Körper zu wehren: Er produziert Abwehrstoffe. Diese setzen sich
auf der Oberfläche der Darmschleimhaut zu einer schützenden Schicht zusammen
(Mukusschicht) und können so potenziellen Eindringlingen Widerstand leisten.

Bei Colitis ulcerosa ist die Schleimschicht jedoch zu dünn. Die Folge: Ihre Abwehrfunktion
ist gestört – und diese ist durch eine genetisch bedingte Veranlagung ohnehin schon schlechter
als bei Gesunden. Bakterien können leichter die schützende Barriere überwinden und in die
Schleimhaut eindringen. Daraufhin schlägt das Immunsystem Alarm: Es reagiert mit den
typischen Entzündungen.

Gut zu wissen: Colitis ulcerosa ist nicht ansteckend!


3. Colitis ulcerosa: Diagnose
Blutig-schleimige Durchfälle und Bauchkrämpfe können ein Hinweis auf Colitis ulcerosa
sein. Es können aber auch andere Erkrankungen dahinterstecken, so zum Beispiel Morbus
Crohn. Daher ist es wichtig, dass der Arzt die Diagnose durch verschiedene Untersuchungen
sichert.

Zu gängigen Diagnoseverfahren bei Verdacht auf Colitis ulcerosa zählen

-das Arztgespräch und eine körperliche Untersuchung,

-ein Blutbild,

-eine Stuhlprobe,

-eine Ultraschalluntersuchung und

-eine Darmspiegelung mit Gewebeprobe.

4. Arztgespräch und körperliche Untersuchung


Um der Ursache auf den Grund zu gehen, wird der Arzt zunächst einige Fragen stellen, zum
Beispiel:

-Seit wann haben Sie die Beschwerden?

-Gibt es bestimmte Lebensmittel, die Sie nicht vertragen?

-Waren Sie vor kurzem im Ausland?

-Gibt es in Ihrer Familie Personen, die eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung haben?

-Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein, wenn ja, welche?


-Haben Sie Beschwerden außerhalb des Magen-Darm-Trakts, z.B. an den Augen, den
Gelenken oder der Haut? Wenn ja, welche?

Anschließend wird der Arzt seinen Patienten gründlich untersuchen. Unter anderem wird er
den Bauch abtasten und sich den Analbereich anschauen. Gegebenenfalls wird er den
Enddarm mit dem Finger austasten. So kann er mögliche Schleimhautveränderungen im
Enddarm erfühlen.
'Hält der Arzt die Diagnose Colitis ulcerosa für wahrscheinlich, wird er weiterführende
Untersuchungen veranlassen. Zudem wird er einen Facharzt hinzuziehen: den
Gastroenterologen.'

5. Blutuntersuchung
Anhand einer Blutprobe kann der Arzt unter anderem feststellen, ob eine Entzündung im
Körper herrscht. Allerdings können die Werte auch trotz Entzündung im Normalbereich
liegen. Zudem wird der Arzt die Leistungsfähigkeit der Niere prüfen und testen, ob sein
Patient unter Eisenmangel oder Blutarmut leidet.

Manche Menschen mit Colitis ulcerosa haben zusätzlich eine chronische Entzündung der
Gallenwege: die primär-sklerosierende Cholangitis. Daher wird der Arzt auch Laborwerte
bestimmen, welche Hinweise auf eine Beteiligung der Leber geben können. Dazu zählen die
Transaminasen und Werte, die auf eine mögliche Gallenstauung in der Leber hinweisen (sog.
Cholestaseparameter)

6. Stuhlprobe
Mithilfe einer Stuhluntersuchung kann der Arzt herausfinden, ob die Beschwerden durch
einen bakteriellen Darminfekt (z.B. durch die Bakterien Clostridium difficile, Escherichia
coli oder Campylobacter) hervorgerufen wurden.

Hat sich der Patient vor kurzem im Ausland aufgehalten, wird der Arzt im Stuhl nach
entsprechenden möglichen Erregern suchen. Auch kann er prüfen, inwieweit bestimmte
Entzündungsproteine in der Darmschleimhaut vorhanden sind.

7. Ultraschall (Sonographie)
Der Arzt schaut sich im Ultraschall den Bauchraum an, um mögliche Auffälligkeiten zu
erkennen, etwa entzündlich-verdickte Darmbereiche. Mithilfe spezieller Ultraschallverfahren
(Doppler-Sonographie, Ultraschall mit Kontrastmittel) ist eine noch detailliertere Darstellung
möglich.

8. Darmspiegelung mit Gewebeprobe


Im Rahmen der Darmspiegelung begutachtet der Arzt den kompletten Darm von innen. So
kann er feststellen, ob und wo sich Entzündungen befinden und inwieweit die
Darmschleimhaut geschädigt ist. Bei einem akuten Colitis ulcerosa-Schub erkennt er häufig
eine gerötete und geschwollene Darmschleimhaut. Schon geringe Berührungen mit dem
Untersuchungsinstrument (Endoskop) lösen kleine Blutungen aus. Oft finden sich infolge
einer chronischen Entzündung Darmpolypen (sog. Pseudopolypen).
Während der Spiegelung entnimmt der Arzt mit einem feinen Instrument mehrere
Gewebeproben aus unterschiedlichen Bereichen des Darms. Diese werden anschließend im
Labor untersucht. So lässt sich genau feststellen, welche Darmabschnitte entzündet sind.
Bestimmte Merkmale des untersuchten Gewebes machen die Diagnose Colitis ulcerosa
wahrscheinlich.

Die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen geben gemeinsam mit den Symptomen den
Ausschlag für die Diagnose Colitis ulcerosa. Hat der Arzt Zweifel an der Diagnose, wird er
die Darmspiegelung gegebenenfalls nach einigen Wochen bis Monaten wiederholen und
erneut Gewebeproben entnehmen.

9. Weitere Untersuchungen
Sind die Ergebnisse nicht eindeutig, wird der Arzt weitere Untersuchungen in Erwägung
ziehen.

Zu möglichen weiteren Untersuchungen zählen zum Beispiel eine Spiegelung von


Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm (sog. Ösophagogastroduodenoskopie) oder eine
Kernspintomographie (MRT).

10. Colitis ulcerosa: Therapie


Es gibt bisher kein Medikament, das die Colitis ulcerosa heilen könnte. Aber: Eine
angemessene Behandlung kann die Lebensqualität deutlich verbessern.

Ziel der Therapie ist es,

- die Entzündung frühzeitig und möglichst komplett einzudämmen und Beschwerden zu


lindern,
- das Risiko für Komplikationen/Folgeerkrankungen zu senken und
- weiteren Schüben vorzubeugen oder sie hinauszuzögern.
Mit jedem Entzündungsschub verändert sich die Darmwand. Sie vernarbt zunehmend. Im
Laufe der Jahre verliert sie ihre ursprüngliche, die Oberfläche vergrößernde Struktur, und
wird glatt. Zudem machen die Entzündungen den Dickdarm hart und unflexibel, sodass das
typische Erscheinungsbild bei langjährig Betroffenen schließlich an einen Fahrradschlauch
erinnert.

Ein in dieser Weise veränderter Darm ist in seiner Funktion beeinträchtigt. Daher ist es sehr
wichtig, Entzündungen weitgehend vorzubeugen oder diese schon zu Beginn
abzumildern. Umgekehrt heißt das: Der Patient soll so lange wie möglich in einer
beschwerdefreien Phase leben – nicht zuletzt auch, weil ein Schub den Alltag erheblich
einschränken kann.

Einige Patienten leiden unter schweren Entzündungsschüben, die im Krankenhaus behandelt


werden müssen. Bei anderen sind diese milde ausgeprägt und wieder andere haben permanent
eine leichte Entzündung im Darm. Je nach Verlauf kommen unterschiedliche
Behandlungsmöglichkeiten infrage.

'Während eines Schubs ist in der Regel eine andere Behandlung notwendig als in einer
beschwerdefreien Phase.'

11.Medikamente
Entzündungshemmende Medikamente spielen bei der Therapie der Colitis ulcerosa eine große
Rolle. Zu häufig verschriebenen entzündungshemmenden Medikamenten zählen:

•Aminosalicylate wie Mesalazin


•Kortisonpräparate und andere Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken
(Immunsuppressiva)
•Biologika
Aminosalicylate: Mesalazin
Aminosalicylate (bzw. 5-Aminosalizylsäure-Präparate, 5-ASA-Präparate) sind Wirkstoffe, die
in den Stoffwechsel von bestimmten Entzündungskomponenten eingreifen. Insbesondere der
Wirkstoff Mesalazin gilt als Mittel der Wahl während eines leichten bis mittelschweren
Schubs. Er ist aber auch zur dauerhaften Therapie geeignet, um einem erneuten Schub
vorzubeugen oder eine leichte Dauerentzündung abzumildern. Mesalazin kann die Häufigkeit
der Schübe verringern.

Aminosalicylate sind in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, so zum Beispiel als


Zäpfchen. Bei Bedarf kann der Arzt zusätzlich Tabletten verschreiben. Ist vor allem der
Enddarm entzündet, können spezielle Rektalschäume oder Einläufe helfen, die direkt im
entzündeten Bereich wirken.

Nebenwirkungen treten eher selten auf. Dazu zählen zum Beispiel Kopfschmerzen,
Durchfall, Haarausfall oder eine gereizte Haut.
Alternative zu Mesalazin: Schüben mit Bakterien vorbeugen

'Personen, die Mesalazin nicht vertragen, können einem erneuten Schub auch mit
speziellen Bakterien vorbeugen. Empfohlen werden Präparate mit Escherichia coli-
Bakterien, und zwar der Stamm "Nissle 1917".'

Kortisonhaltige Präparate
Wenn der Patient einen akuten Schub hat und Aminosalicylate nicht den gewünschten Erfolg
gebracht haben, wird der Arzt vorübergehend kortisonhaltige Präparate verschreiben
(Kortikosteroide). Kortisonhaltige Präparate zählen zu den Immunsuppressiva.

Immunsuppressiva sind Medikamente, die gezielt bestimmte Funktionen des


Immunsystems unterdrücken, die bei der Colitis ulcerosa fehlerhaft sind.

Bei einem mittelschweren bis schweren Entzündungsschub werden beispielsweise Tabletten


mit dem Wirkstoff Prednisolon empfohlen. Auch ist es möglich, Kortison-Präparate über eine
Infusion zu verabreichen. Ist die Entzündung auf den Enddarm beschränkt, können Klysmen,
Schaum oder Zäpfchen mit dem Wirkstoff Budenosid helfen, die direkt im betroffenen
Darmabschnitt wirken.

Zur Dauertherapie sind kortisonhaltige Präparate nicht geeignet sondern nur zur
Behandlung eines akuten Schubs. Der Grund: Auf Dauer kann Kortison zu starken
Nebenwirkungen führen. Sobald die Kortikosteroide wirken, wird der Arzt sie langsam
absetzen und andere Immunsuppressiva verschreiben, die zur dauerhaften Behandlung besser
verträglich sind.

Kortisonhaltige Präparate erhöhen das Risiko für Osteoporose (Knochenschwund). Daher


wird der Arzt möglicherweise vorbeugend Präparate mit Vitamin D oder Kalzium
verschreiben.

Weitere Immunsuppressiva
Haben sowohl Mesalazin als auch Kortison nicht ausreichend geholfen, können die Wirkstoffe
Azathioprin oder 6-Mercaptopirin eine Alternative oder Ergänzung darstellen. Die Mittel
sind sowohl während eines akuten Schubs als auch zur Dauertherapie geeignet und können
daher auch eingesetzt werden, um eine schubfreie Phase so lange wie möglich
aufrechtzuerhalten.

Bis die Behandlung hilft, benötigt man allerdings etwas Geduld: Es vergehen circa zwei bis
drei Monate, bis erste Erfolge sichtbar sind. Zu möglichen Nebenwirkungen
zählen Schwindel, Kopfschmerzen und Entzündungen der Leber und Bauchspeicheldrüse. Um
körperliche Veränderungen rechtzeitig zu erkennen, wird der Arzt seinen Patienten regelmäßig
körperlich untersuchen und dabei eine Blutprobe.

In Einzelfällen kann der Arzt zur Behandung eines schweren akuten Schubs die Wirkstoffe
Ciclosporin, Methotrexat oder Tacrolimusverschreiben. Auch bei diesen Produkten dauert
es mehrere Monate, bis sie wirken.

Biologika
Biologika (auch: Biologicals) sind Arzneimittel, die auf biologische Weise die Wirkung
natürlicher Stoffe nachahmen. Sie nehmen Einfluss auf das Immunsystem – zum Beispiel,
indem sie verhindern, dass entzündungsfördernde Immunzellen in der Darmschleimhaut
wirken. Zu den Biologika zählen der 2014 zugelassene Wirkstoff Vedolizumab oder die
sogenannten TNF-α-Hemmer Adalimumab, Golimumab und Infliximab. TNF-α-Hemmer
sind in der Lage, die Wirkung des Entzündungsbotenstoff TNF α auszuschalten. Sie werden
als Infusion oder als Spritze verabreicht.

Biologika beeinträchtigen die körpereigene Abwehr und das Risiko für Infekte steigt. Daher
wird der Arzt vor der Therapie sorgfältig abwägen, ob Biologika für seinen Patienten infrage
kommen.

12.Wann operieren?
Unter bestimmten Umständen ist bei Colitis ulcerosa ein chirurgischer Eingriff nötig, so zum
Beispiel, wenn

-es sich um einen schweren Verlauf handelt und Medikamente keinen Erfolg gebracht
haben,
-Komplikationen auftreten oder wenn
-das Darmkrebsrisiko sehr hoch ist, etwa, weil bereits Vorstufen von Darmkrebs erkennbar
sind.
In den meisten Fällen wird der Operateur den gesamten Dickdarm inklusive Enddarm
entfernen (sog. Prokokolektomie). Anschließend formt der Chirurg aus den Schlingen des
Dünndarms ein künstliches Reservoir – den sogenannten ileoanalen Pouch – und stellt eine
Verbindung zum Analkanal her. In der Regel ist kein dauerhafter künstlicher
Darmausgang nötig, sodass die Patienten weiterhin ganz normal auf die Toilette gehen
können.

Alternativ können auch nur Teile des Darms entfernt werden. Allerdings ist bei dieser
Methode das Risiko für einen Rückfall hoch.
Ist Colitis ulcerosa heilbar?

Colitis ulcerosa ist nur heilbar, wenn der Dickdarm vollständig entfernt wird. Allerdings kehrt
bei einem Teil der Patientin die Entzündung zurück. Das künstliche Reservoir (Pouch) ist
dann betroffen. Ärzte sprechen von einer Pouchitis.

13. Colitis ulcerosa & Ernährung


"Muss ich bei Colitis ulcerosa eine Diät einhalten oder bestimmte Dinge in meiner
Ernährung beachten?" Diese Frage stellen sich viele Betroffene.

Fest steht: Eine spezielle Diät bei Colitis ulcerosa wird nicht empfohlen. Grundsätzlich
sollten Sie bei der Ernährung auf eine ausgewogene Vollwertkost achten.

Auch wenn Experten zu keiner speziellen Ernährung bei Colitis ulcerosa raten, gibt es einige
Tipps, die vielen Betroffenen helfen:

•Während eines Schubs empfiehlt es sich, dass Sie auf schwere, ballaststoffreiche Kost
verzichten, um den Darm nicht unnötig zu belasten. Manche Patienten reagieren positiv auf
eine milchfreie Kost.
•In einer beschwerdefreien Phase gilt vor allem: Essen Sie das, was Ihnen bekommt, und
meiden Sie alles, was Sie nicht gut vertragen.
Beachten Sie: Wenn Sie Engstellen (Stenosen) im Darm haben, sollten Sie auf Lebensmittel
mit langen Fasern verzichten. Dazu zählen etwa Spargel, Ananas oder Sauerkraut.

Welche Lebensmittel Ihnen gut bekommen und welche nicht, müssen Sie selbst herausfinden.
Eine gute Hilfe kann ein Ernährungstagebuchsein: Notieren Sie sich genau, was Sie wann
gegessen haben und wie Ihnen die jeweilige Speise bekommen ist. Lassen Sie sich im
Zweifelsfall von einem Ernährungsberater Tipps geben.

Viele Menschen mit Colitis ulcerosa vertragen bestimmte Lebens- und Genussmittel nicht gut.
Dazu gehören vor allem

-Alkohol,
-blähende Obst- und Gemüsesorten,
-Zitrusfrüchte, Fruchtsäfte und
-scharfe Gewürze.
'Nahrungsergänzungsmittel nur bei Mangelerscheinungen

Personen mit Colitis ulcerosa haben ein höheres Risiko für einen Nährstoffmangel (z.B.
Mangel an Eisen, Zink, Vitamin D, Vitamin B12.) Hat der Arzt einen solchen Mangel
festgestellt, wird er entsprechende Nahrungsergänzungsmittel verschreiben. Eine
vorbeugende Einnahme solcher Präparate wird bei Colitis ulcerosa jedoch nicht empfohlen'

14. Colitis ulcerosa: Verlauf


Colitis ulcerosa verläuft meist in Schüben. Dabei wechseln sich Abschnitte, in denen die
Entzündung aktiv ist, mit beschwerdefreien Phasen ab.

Wie sich die Erkrankung im Laufe der Zeit entwickelt, ist jedoch individuell ganz
verschieden. Manche Patienten haben in ihrem ganzen Leben nur einige wenige Schübe.
Andere haben mehrmals pro Jahr mit Schüben zu kämpfen. Und bei wieder anderen ist der
Darm dauerhaft entzündet. Der genaue Verlauf ist nicht vorhersehbar.

'Gut zu wissen: Mit einer angemessen Therapie und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen


wie der Darmkrebsvorsorge ist die Lebenserwartung mit Colitis ulcerosa ähnlich hoch wie in
der Durchschnittsbevölkerung.'

Komplikationen
Abhängig davon, wie weit sich die Darmentzündung ausdehnt und wie lange sie besteht,
können vereinzelt verschiedene Komplikationen auftreten.

Wenn ein akuter Schub sehr schwer und ungewöhnlich heftig verläuft, spricht man von einer
fulminanten Colitis. Die fulminante Colitis kann verschiedene Komplikationen nach sic
ziehen:

-toxisches Megakolon: Wenn die gesamte Darmwand stark entzündet ist, kann der Darm
extrem gedehnt werden. Dadurch besteht das Risiko eines Darmdurchbruchs. Das toxische
Megakolon ist lebensgefährlich und muss umgehend operiert werden.
-Darmdurchbruch (Perforation): Wenn der Darm bei der Colitis ulcerosa durchbricht,
ist dies eine lebensbedrohliche Komplikation: Ein Darmdurchbruch macht eine sofortige
Operation erforderlich.
•schwere Darmblutungen: Darmblutungen können zum Beispiel als Folge eines toxischen
Megakolons entstehen. Sie können aber auch nach einer Darmspiegelung auftreten. Die
entstehenden Blutverluste kann man in der Regel durch Bluttransfusionen ausgleichen. In
seltenen Fällen ist es notwendig, den betroffenen Darmabschnitt zu entfernen (Resektion).
Durch die häufigen Entzündungen entstehen im Darm Narben. Dies kann dazu führen, dass
der betroffene Darmabschnitt dauerhaft verengt ist. Dies geht häufig mit starken,
kolikartigen Beschwerden einher. Im Extremfall kann ein Darmverschluss die Folge sein.
Wenn Sie Medikamente einnehmen, die das Immunsystem beeinflussen, ist das Risiko für
Infektionen erhöht. Dies kann insbesondere für ältere Personen oder Personen mit bestimmten
Grunderkrankungen problematisch sein. Daher wird der Arzt vor der Anwendung genau
abwägen, ob solche Medikamente infrage kommen.

Risiko Darmkrebs: Regelmäßig zur Darmspiegelung


Menschen mit Colitis ulcerosa bekommen häufiger Dickdarmkrebs als gesunde Personen. Sie
sollten regelmäßig zur Darmspiegelung gehen. Auf diesem Weg kann der Arzt
Krebsvorstufen rechtzeitig entdecken.

'Grundsätzlich sollten alle Patienten sechs bis acht Jahre nach Erkrankungsbeginn eine
Darmspiegelung durchführen lassen, bei welcher der Arzt mehrere Gewebeproben
entnimmt.'

In den Folgejahren werden weitere Kontrollspiegelungen empfohlen. Wie häufig die


Kontrollen nötig sind, hängt davon ab, ob

-die Entzündung über den Enddarm hinausgeht und wie stark die Entzündung ist
-enge Familienmitglieder die Diagnose Darmkrebs bekommen haben
-die Darmschleimhaut so verändert ist, dass sich bereits Krebsvorstufen gebildet haben
(Dysplasien)
-weitere Faktoren vorliegen, die das Darmkrebsrisiko erhöhen, z.B. eine chronische
Gallenwegsentzündung (primär-sklerosierende Cholangitis)
Je nachdem, wie hoch das individuelle Darmkrebsrisiko ist, sind die Kontrollen entweder
jährlich, alle zwei bis drei Jahre oder alle vier Jahre fällig.

Ab dem 8. Erkrankungsjahr sollten folgende Personengruppen jährlich zur


Darmspiegelung:

-Personen mit starken und ausgedehnten Entzündungen

-Personen mit Verwandten ersten Grades, welche die Diagnose Darmkrebs bekommen haben
und dabei unter 50 Jahre alt waren

-Personen, deren Darmschleimhaut innerhalb der letzten 5 Jahre Krebsvorstufen aufwies


(Dysplasien)
-Personen, die zusätzlich an einer primär-sklerosierenden Cholangitis (PSC) erkrankt sind
-Personen, die Engstellen (Stenosen) im Verdauungstrakt haben
Kann man einer Colitis ulcerosa vorbeugen?
Einer Colitis ulcerosa lässt sich bislang nicht wirksam vorbeugen – die genauen Ursachen
sind nach wie vor unbekannt.

Das Risiko für Colitis ulcerosa ist bei gestillten Kindern niedriger als bei ungestillten:
Personen, die als Baby mindestens sechs Monate lang gestillt wurden, erkranken deutlich
seltener. Stillen kann also das Erkrankungsrisiko etwas senken. Ob eine bestimmte
Ernährungsform ebenfalls einen schützenden Effekt hat, konnte bislang nicht wissenschaftlich
belegt werden.

ISABEL VERDUGO RUIZ

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